[0001] Die Erfindung betrifft ein Induktionsbauteil, insbesondere eine Hochstromdrossel.
Derartige Bauteile enthalten in einem Gehäuse eine Spule, deren Wicklungsenden mit
Lötpads einer Leiterplatte verbunden werden sollen. Im einfachsten Fall werden die
verzinnten Wicklungsenden als SMD Lötfläche ausgebildet.
[0002] Bei losen Drahtenden besteht jedoch das Problem, dass diese nicht immer exakt in
einer Ebene verlaufen, was für eine SMD Montage erforderlich ist.
[0003] Es ist bereits bekannt, die Wicklungsenden einer aus Flachdraht gebildeten Spule
um den Boden eines Gehäuses herum zu biegen, so dass die Enden der Wicklungen in einer
Ebene liegen und als Anschlusskontakt dienen können (
US 6,922,130 B 2).
[0004] Ebenfalls bekannt ist es, an einem Boden eines Gehäuses Kontaktelemente anzubringen
und die mit jeweils einem Loch versehenen Wicklungsenden der aus Flachdraht gebildeten
Spule mit diesen Kontaktelementen formschlüssig zu verbinden (
US 2013/0194061 A1).
[0005] Weiterhin ist es bekannt, in einem aus zwei Teilen aufgebauten Gehäuse eine rechteckige
Platte anzuordnen, die an ihren einander gegenüberliegenden Stirnseiten abgewinkelte
Kontaktelemente aufweist, und die Spulenenden über Leiterbahnen dieser Platte mit
den abgewinkelten Kontaktelementen zu verbinden (
JP 07-320961 A).
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein zur automatischen Montage besonders
geeignetes Induktionsbauteil zu schaffen.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung ein Induktionsbauteil mit den im
Anspruch 1 genannten Merkmalen vor. Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand
von Unteransprüchen.
[0008] Das Induktionsbauteil, das von der Erfindung vorgeschlagen wird, enthält also ein
Gehäuse, insbesondere aus Ferritmaterial oder aus gepresstem Substratpulver, in dem
mindestens eine Spule angeordnet ist. Die Spule wird von einem Trägerelement getragen,
das ebenfalls in dem Gehäuse angeordnet ist. Das Trägerelement enthält einerseits
Anschlusskontakte, um das Induktionsbauteil mechanisch und funktionsmäßig mit einer
Leiterplatte zu verbinden, und andererseits Anschlussausbildungen, an denen die Wicklungsenden
der Spule angebracht und mit denen sie verbunden sind.
[0009] Die Planarität der Anschlusskontakte hängt also nicht mehr von der Form und Beschaffenheit
der Wicklungsenden der Spule ab und die Wicklungsenden der Spule können zuverlässig
und prozeßsicher mit den Anschlussausbildungen verbunden werden. Beispielsweise sind
die Anschlussausbildungen als Schweißbleche gestaltet, mit denen die Wicklungsenden
verschweißt sind.
[0010] In Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass das Trägerelement aus Kunststoff
besteht und die Anschlusskontakte in den Kunststoff eingespritzt oder eingepresst
sind. Dies erleichtert die Herstellung.
[0011] In nochmaliger Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Anschlussausbildung
zum Anschluss jedes Wicklungsendes einstückig mit dem jeweils zugeordneten Anschlusskontakt
ausgebildet ist. Es sind daher keine zusätzlichen Verbindungen zwischen den Wicklungsenden
und dem Metallteilen erforderlich, die die Anschlusskontakte bilden bzw. aufweisen.
Diese Metallteile können an ihrer den Anschlusskontakt bildenden Seite beschichtet
sein, je nach den Erfordernissen des Einzelfalls. Anschlussausbildungen und Anschlusskontakte
können dann abschnittsweise in den Kunststoff des Trägerteils eingespritzt sein.
[0012] In nochmaliger Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass das Trägerelement
in dem Gehäuse unverschieblich festgelegt ist. Dies kann vorzugsweise durch einen
Formschluss zwischen dem Trägerelement und dem Gehäuse erfolgen, wobei gegebenenfalls
zusätzlich eine Verklebung vorgesehen sein kann.
[0013] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass das Trägerelement
in dem Gehäuse durch das Gehäuse zentriert ist. Beispielsweise weist das Gehäuse einen
zylindrischen Spulenkern auf und das Trägerelement ist mit einem rohrförmigen Abschnitt
auf dem Spulenkern zentriert.
[0014] Es kann ebenfalls vorgesehen sein, dass das Trägerelement eine Zentrierung für die
Spule aufweist. Diese Zentrierung macht es möglich, dass das Trägerelement gleichzeitig
eine Montagehilfe für die Montage beim Zusammensetzen des Induktionsbauteils bildet.
Vorteilhafterweise ist die Zentrierung für die Spule als rohrförmiger Abschnitt des
Trägerelements ausgebildet. Mit dem Außenumfang des rohrförmigen Abschnitts wird die
Spule zentriert und mit dem Innenumfang des rohrförmigen Abschnitts wird das Trägerelement
am Gehäuse zentriert.
[0015] Es kann in Weiterbildung vorgesehen sein, dass das Gehäuse eine ebene Unterseite
und eine parallel zu dieser verlaufende ebene Oberseite aufweist, wobei auch die Stirnflächen
an den kurzen Stirnseiten als ebene Flächen ausgebildet sein können. Unter der Unterseite
ist diejenige Seite des Gehäuses zu verstehen, die bei der Anbringung an einer Leiterplatte
der Leiterplatte gegenüberliegt.
[0016] In Weiterbildung kann die Spule des von der Erfindung vorgeschlagenen Induktionsbauteils
aus Flachdraht gewickelt sein, dessen flache Seite senkrecht zur Spulenachsen verläuft.
[0017] Zur weiteren Verbesserung der Montage und der Stabilität der Befestigung kann das
Trägerelement eine dritte Fläche aufweisen, die aufgebaut ist wie eine Kontaktfläche,
so dass sie also mit der gleichen Technologie an der Leiterplatte angebracht werden
kann, mit der die Anschlusskontakte mit der Leiterplatte verbunden werden. Diese dritte
Anschlussfläche bildet aber keinen Kontakt, da sie nicht mit einer Spule leitend verbunden
ist. Anstelle von einer dritten Fläche können auch mehrere solcher Flächen vorgesehen
sein, um eine sichere Befestigung auf der Leiterplatte zu gewährleisten. Alternativ
kann die dritte Fläche oder weitere Flächen auch aus Kunststoff bestehen, beispielsweise
am Ende eines Kunststoffpins oder Kunststoffstifts, der dann mit der Leiterplatte
verpresst oder heißverstemmt wird.
[0018] Diese Lösung gilt in erster Linie für ein Induktionsbauteil mit nur einer Spule.
[0019] Es wurde bereits erwähnt, dass das Trägerelement auch zur Zentrierung und Halterung
der Spule dient. Zu diesem Zweck kann das Trägerelement einen zentralen Ringabschnitt
oder rohrförmigen Abschnitt aufweisen, der sowohl zur Zentrierung des Trägerelements
gegenüber dem Gehäuse als auch zur Zentrierung des Trägerelements gegenüber der Spule
bzw. umgekehrt dient.
[0020] Dieser zentrale Ringabschnitt kann plattenförmig ausgebildet sein, also im Wesentlichen
in einer Ebene liegen. Sowohl sein Außenrand als auch sein Innenrand kann zur Zentrierung
gegenüber dem Gehäuse dienen.
[0021] Zur Zentrierung der Spule können am Innenrand des Ringabschnitts einzelne senkrecht
zu der Ebene des Ringabschnitts verlaufende Finger angebracht sein.
[0022] Der zentrale Ringabschnitt kann aber auch zylinderförmig sein. Die Zylinderform des
Ringabschnitts kann sowohl zur Festlegung des Trägerelements als auch zur Zentrierung
der Spule dienen.
[0023] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann das Trägerelement mindestens ein Bein
aufweisen, dass bis zu der Unterseite des Gehäuses des Induktionsbauteils reicht und
dort mit einem Fuß versehen ist. Die Unterseite des Fußes liegt vorzugsweise etwa
in der Ebene der Unterseite des Gehäuses.
[0024] In der Unterseite des Fußes kann der Anschlusskontakt austreten, der dann ebenfalls
in einer Ebene liegt, so dass er sich zur SMD Ankontaktierung mit der Leiterplatte
besonders gut eignet.
[0025] In Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die Anschlussausbildung zum Anschluss
der Wicklungsenden der Spule rechtwinklig aus einer Fläche herausragt, vorzugsweise
aus der Oberseite des Fußes des Trägerelements. Dadurch steht eine Fläche zur Verbindung
zwischen den Wicklungsenden und der Anschlussausbildung zur Verfügung, die für die
Montage und die Herstellung der Verbindung einen freien Zugriff ermöglicht, beispielsweise
für eine Schweißverbindung. Die Anschlussausbildung kann beispielsweise auch ein U-förmig
gebogenes Blech aufweisen, wobei das Wicklungsende zwischen die Schenkel des Blechs
geschoben und dann mit diesem verbunden wird.
[0026] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorzüge der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen
und der Zusammenfassung, deren beider Wortlaut durch Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung
gemacht wird, der folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung
sowie anhand der Zeichnung. Einzelmerkmale der unterschiedlichen Ausführungsformen
lassen sich dabei in beliebiger Weise kombinieren, ohne den Rahmen der Erfindung zu
überschreiten. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine isometrische Ansicht eines Induktionsbauteils gemäß einer ersten Ausführungsform
der Erfindung von schräg oben;
- Fig. 2
- das Induktionsbauteil der Fig. 1 in auseinandergezogender Darstellung;
- Fig. 3
- das Trägerelement des Induktionsbauteils der Fig.en 1 und 2 von schräg unten;
- Fig. 4
- mehrere Stufen des Zusammenbaus eines erfindungsgemäßen Induktionsbauteils gemäß einer
weiteren Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 5
- mehrere Stufen des Zusammenbaus eines Induktionsbauteils gemäß einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung;
- Fig. 6
- eine seitliche Ansicht einer Gehäusehälfte eines Induktionsbauteils gemäß einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 7
- eine Draufsicht auf die Gehäusehälfte der Fig. 6 on oben;
- Fig. 8
- eine Draufsicht auf eine Spule für ein erfindungsgemäßes Induktionsbauteil;
- Fig. 9
- eine seitliche Ansicht der Spule aus Fig. 8;
- Fig. 10
- eine seitliche Ansicht des fertig gestellten Induktionsbauteils mit zwei Gehäusehälften
gemäß Fig. 6 und einer Spule gemäß Fig. 8;
- Fig. 11
- eine Ansicht des Induktionsbauteils der Fig. 10 aus einer um 90° versetzten Richtung;
- Fig. 12
- die Ansicht des Induktionsbauteils der Fig. 10 von unten;
- Fig. 13
- die Ansicht des Induktionsbauteils der Fig. 10 von oben;
- Fig. 14
- die Ansicht eines Trägerelements des Induktionsbauteils der Fig. 10 von unten;
- Fig. 15
- die Ansicht des Trägerelements der Fig. 14 von oben;
- Fig. 16
- die Ansicht des Trägerelements der Fig. 14 von der Seite;
- Fig. 17
- die Vorderansicht des Trägerelements der Fig. 14;
- Fig. 18
- die Ansicht eines Trägerelements einer weiteren Ausführungsform der Erfindung von
unten;
- Fig. 19
- die Ansicht des Trägerelements der Fig. 18 von oben;
- Fig. 20
- die Ansicht des Trägerelements der Fig. 18 von der Seite;
- Fig. 21
- die Vorderansicht des Trägerelements der Fig. 18;
- Fig. 22
- eine perspektivische Ansicht eines von der Erfindung vorgeschlagenen Induktionsbauteils.
[0027] Fig. 1 zeigt in einer perspektivischen Ansicht von schräg oben ein erfindungsgemäßes
Induktionsbauteil gemäß einer ersten Ausführungsform. Das Induktionsbauteil weist
eine untere Gehäusehälfte 1 a und eine obere Gehäusehälfte 1 b auf, die identisch
zueinander ausgebildet sind. Innerhalb des Gehäuses ist eine Spule 7 angeordnet. Die
Spule ist aus Flachmaterial gewickelt und weist gegenüber der eigentlichen Wicklung
der Spule rechtwinklig abgebogene Wicklungsenden 8, 9 auf. Die Wicklungsenden 8, 9
sind innerhalb von jeweils U-förmigen Anschlussausbildungen 31 angeordnet und mit
diesen Anschlussausbildungen 31 verschweißt. Die Anschlussausbildungen sind an einem
Trägerteil 32 angeordnet, das auch die Spule 7 hält, wie nachstehend noch erläutert
wird.
[0028] Die Darstellung der Fig. 2 zeigt das Induktionsbauteil der Fig. 1 in auseinandergezogener
Darstellung. Die Spule 7 mit den Wicklungsenden 8, 9 wird auf das Trägerteil 32 aufgesetzt
und auf einem Ringabschnitt 16 des Trägerteils 32 mittels dreier Stege 26 gehalten,
die am Umfang eines mittigen Lochs des Ringbauteils 16 angeordnet sind und der Krümmung
des Lochs folgen. Die Stege 26 definieren dadurch Abschnitte einer Zylinderfläche,
die auf den Innendurchmesser der Spule 7 abgestimmt ist und die Spule 7 dadurch auf
dem Trägerteil 32 zentriert. In der auseinandergezogenen Darstellung ist die U-förmige
Ausbildung der Anschlussabschnitte 31 zu erkennen, wobei die Wicklungsenden 8, 9 in
den jeweiligen Innenraum der U-förmigen Anschlussabschnitte 31 eingeschoben werden.
Die Wicklungsenden 8, 9 können dann mit den Anschlussabschnitten 31 verschweißt werden.
Ist auf diese Weise die Spule 7 mit dem Trägerelement 32 verbunden, so wird das Trägerelement
32 in die untere Gehäusehälfte 1a eingesetzt. Abschließend kann noch die obere Gehäusehälfte
1b aufgesetzt werden und die beiden Gehäusehälften können miteinander verbunden werden,
beispielsweise verklebt werden.
[0029] An einer Unterseite des Trägerelements sind Anschlusskontakte 33 vorgesehen, die
elektrisch leitend mit den Anschlussausbildungen 31 verbunden sind und insbesondere
besteht jeweils eine Anschlussfläche 33 und eine Anschlussausbildung 31 aus einem
einstückigen, gebogenen Blech. Diese gebogenen Bleche werden bei der Herstellung des
Trägerteils 32 aus Kunststoff in dieses eingespritzt. Dadurch kann sichergestellt
werden, dass die Anschlusskontakte 33 in einer gemeinsamen Ebene liegen. Es ist dadurch
problemlos möglich, das Induktionsbauteil mittels der Anschlusskontakte 33 mit Lötpads
34 auf einer Leiterplatte 35 zu verbinden.
[0030] In der Darstellung der Fig. 2 weist die Leiterplatte 35 ein drittes Lötpad 36 auf.
Dieses Lötpad 36 ist dafür vorgesehen, mit der Unterseite eines Beins 37 des Trägerelements
32, siehe Fig. 3, verbunden zu werden, beispielsweise verlötet zu werden. Auf diese
Weise kann das Induktionsbauteil an drei Punkten sicher mit der Leiterplatte 35 verlötet
werden. Das Lötpad 36 ist aber vorzugsweise isoliert und in elektrischer Hinsicht
funktionslos. Da das Bein 37 bei der Herstellung des Trägerelements 32 mitgespritzt
wird und an seiner Unterseite beispielsweise eine eingespritzte, metallische Fläche
enthält, kann bei der Herstellung des Trägerelements 32 sichergestellt werden, dass
die Anschlusskontakte 33 und die Unterseite des Beins 37 exakt in einer Ebene liegen
und das erfindungsgemäße Induktionsbauteil somit zuverlässig mit der Leiterplatte
35 verlötet werden kann.
[0031] Die Darstellung der Fig. 3 zeigt das Trägerelement 32 in einer Ansicht von unten.
[0032] Die Darstellung der Fig. 4 zeigt mehrere Stufen beim Zusammenbau eines erfindungsgemäßen
Induktionsbauteils gemäß einer weiteren Ausführungsform. In der Fig. 4 links ist ein
Trägerteil 15 dargestellt, das anhand der Fig. 14 bis 17 noch eingehend erläutert
wird. Dieses Trägerteil 15 wird in die untere Gehäusehälfte 1a eingesetzt. In der
nächsten Stufe wird die Spule 7 auf das Trägerelement 15 aufgesetzt und die Wicklungsenden
8, 9 werden mit den Anschlussausbildungen am Trägerelement 15 verschweißt. In der
letzten Stufe wird die obere Gehäusehälfte 1b auf die untere Gehäusehälfte 1a aufgesetzt
und die beiden Gehäusehälften werden miteinander verbunden, beispielsweise verklebt.
In Abweichung der in Fig. 4 dargestellten Stufen kann die Spule 7 zunächst mit dem
Trägerelement 15 verbunden werden und die Einheit aus Trägerelement 15 und Spule 7
wird dann in die untere Gehäusehälfte 1a eingesetzt.
[0033] Die Darstellung der Fig. 5 zeigt verschiedene Stufen bei der Montage eines erfindungsgemäßen
Induktionsbauteils gemäß einer weiteren Ausführungsform. Ein Trägerelement 32 ist
hier anders gestaltet als das Trägerelement 15 und wird nachstehend noch anhand der
Fig. 18 bis 21 eingehend erläutert. Im Übrigen erfolgt die Montage aber wie in Fig.
4 angedeutet und erneut kann die Spule 7 zunächst mit dem Trägerelement 32 verbunden
und erst dann in die untere Gehäusehälfte 1a eingesetzt werden.
[0034] Die Fig. 6 zeigt eine Hälfte eines Gehäuses eines von der Erfindung vorgeschlagenen
Induktionsbauteils. Diese Hälfte ist als untere Hälfte dargestellt. Die obere Hälfte
ist identisch, wird aber gerade umgekehrt angeordnet und auf die gezeigte untere Hälfte
aufgesetzt. Die Gehäusehälfte weist zwei rechts und links dargestellte Flügel 1 auf,
die jeweils eine ebene äußere Begrenzungsfläche 2 aufweisen. In der Mitte der Gehäusehälfte
ist ein zentraler Kern 3 dargestellt, der Kreiszylinderform aufweist. Zwischen den
beiden Flügeln 1 sind Bodenabschnitte 4 zu sehen. Diese Bodenabschnitte 4 bilden jeweils
eine ebene Auflagefläche 5, die zwischen dem Kern 3 und den Flügeln 1 liegt und die
in Fig. 2 deutlicher zu sehen ist. Die Auflageflächen 5 sind für eine in Fig. 6 nicht
dargestellten Spule vorgesehen.
[0035] Die beiden Gehäusehälften müssen dabei nicht unbedingt identisch ausgebildet sein.
Beispielsweise kann eine Gehäusehälfte plattenförmig und die andere Gehäusehälfte
etwa E-artig ausgebildet sein.
[0036] Wie man der Fig. 2 entnehmen kann, sind einander zugewandte Begrenzungsflächen 6
der beiden Flügel 1 konzentrisch zu dem Kern 3 ausgebildet und liegen jeweils auf
einem Kreiszylindermantel. Dadurch wird auf den Bodenabschnitten 4 ein Ringkanal gebildet,
der nach unten durch die Auflageflächen 5 der Bodenabschnitte 4 begrenzt ist, während
er innen und außen durch die jeweiligen Wandabschnitte 6 der beiden Flügel 1 bzw.
die Außenfläche des Kerns 3 begrenzt ist.
[0037] Von oben aus gesehen, siehe Fig. 7 oben bzw. unten, ist die Gehäusehälfte mit Einkerbungen
versehen, so dass sich also die Auflageflächen 5 nicht über den vollen Umfang des
Kerns 3 erstrecken sondern an beiden Seiten jeweils etwa 90° überdecken.
[0038] Der gerade erwähnte Ringkanal dient zur Aufnahme einer Spule 7, die in den Fig. 8
und 9 dargestellt ist. Die Spule 7 ist eine mehrlagige Spule, deren einzelne Windungen
um eine zentrale kreisrunde Öffnung herum gewickelt sind. Die Spule 7 weist zwei Wicklungsenden
8, 9 auf, die in der Darstellung der Fig. 8 noch in der jeweiligen Ebene der einzelnen
Wicklung liegen. An den beiden Wicklungsenden 8, 9 ist die Isolierung 10 der Wicklung
entfernt. Das obere Wicklungsende 9 ragt etwas weiter heraus als das untere Wicklungsende
8. Die beiden Wicklungsenden werden gegenüber der Zeichnungsebene der Fig. 8 um die
Linie A rechtwinklig nach unten abgebogen, so dass sie in der Darstellung der Fig.
9 in der Frontansicht zu sehen sind. Dadurch, dass das obere Wicklungsende 9 etwas
länger ist als das untere Wicklungsende 8, enden die beiden Wicklungsenden in dem
abgebogenen Zustand der Fig. 9 in der gleichen Ebene.
[0039] Die Spule 7 wird mit Hilfe eines noch zu beschreibenden Trägerelements in den Ringkanal
zwischen dem Kern 3 und den Flächen 6 der unteren Gehäusehälfte eingesetzt, und eine
zweite Gehäusehälfte wird, wie bereits erwähnt, in umgekehrter Position auf die untere
Hälfte aufgesetzt. Dadurch ergibt sich eine Form des Gehäuses, wie sie in den Fig.
10 bis 13 dargestellt ist. Schon aus der Seitenansicht der Fig. 6 ergibt sich, dass
die Unterseite 11 des Gehäuses in einer Ebene liegt. Aus der aus der gleichen Richtung
dargestellten Seitenansicht der Fig. 10 ergibt sich, dass auch die Oberseite 12 des
Gehäuses in einer Ebene liegt, die parallel zu der Unterseite 11 des Gehäuses verläuft.
Die Fig. 11 zeigt das Gehäuse aus einer Richtung von links in Fig. 10. Daraus ergibt
sich, dass auch die Rückseite 13 und die Vorderseite 14 des Gehäuses, wenn man von
den in Fig. 7 zu sehenden Kerben absieht, ebenfalls in jeweils einer Ebene liegen,
die parallel zueinander verlaufen. Das Gehäuse weist also mit Ausnahme der Kerben
in etwa Quaderform auf. Die Spulenwindungen treten gegenüber der Vorderseite 14 und
der Rückseite 13 des Gehäuses leicht hervor.
[0040] Die Fig. 12 zeigt das Induktionsbauteil von unten, und die Fig. 13 zeigt das Induktionsbauteil
von oben. Auf die sonstigen, in Fig. 12 und 13 zu sehenden Einzelheiten wird im Folgenden
noch eingegangen werden. Eine perspektive Ansicht des Induktionsbauteils ist in Fig.
22 dargestellt.
[0041] Das bereits erwähnte Trägerelement ist nach einer ersten Ausführungsform in den Fig.
14 bis 17 dargestellt. Das Trägerelement 15 enthält einen Ringabschnitt 16, der ein
zentrales kreisrundes Loch 17 umgibt. Der Durchmesser dieses Lochs 17 entspricht dem
Außendurchmesser des Kerns 3 des Gehäuses. Die Außenkontur des Ringabschnitts 16 entspricht
über den größten Teil des Umfangs ebenfalls einem Kreis, dessen Durchmesser dem Abstand
der Innenflächen 6 der Flügel 1 des Gehäuses entspricht. An den beiden abgeflachten
Seiten des Ringabschnitts 16, die einander gegenüberliegen, enthält das Trägerelement
15 Einrichtungen, um das Trägerelement mit einer Leiterplatte zu verbinden.
[0042] Hierzu wird jetzt auf die Fig. 16 verwiesen, die das Trägerelement 15 von der Seite
zeigt. Der Ringabschnitt 16 weist bei dieser Ausführungsform die Form einer Platte
auf. An der einen Seite des Ringabschnitts 16, die der Vorderseite 14 des Gehäuses
zugeordnet ist, weist das Trägerelement ein Bein 18 auf, das rechtwinklig gegenüber
der Ebene des Ringelements 16 nach unten abgewinkelt ist. An seinem Ende weist das
Bein 18 einen Fuß 19 auf, dessen Unterseite 20 in einer Ebene parallel zu der Ebene
des Ringelements 16 liegt.
[0043] An der gegenüber liegenden Seite des Ringabschnitts 16, die der Rückseite 13 des
Gehäuses zugeordnet ist, weist das Trägerelement 15 ebenfalls ein Bein 21 auf, dessen
Unterseite 22 in der gleichen Ebene liegt wie die Unterseite 20 des Fußes 19. In den
Fuß 19 des Trägerelements 15, das einstückig aus Kunststoff gespritzt ist, sind zwei
metallische Winkelelemente 30 eingespritzt, deren horizontale untere Schenkel geringfügig
gegenüber der Unterseite 20 des Fußes 19 vorstehen und dort jeweils einen Anschlusskontakt
23 bilden. Diese Anschlusskontakte 23 sind in der Fig. 14 dargestellt, und sind auch
in der das Gehäuse von unten darstellenden Fig. 12 zu sehen.
[0044] Die zweiten, nach oben gerichteten Schenkel der Winkelelemente 30 ragen gegenüber
der Oberseite des Fußes 19 rechtwinklig nach oben ab und bilden dort eine Anschlussausbildung
24 für jeweils ein Wicklungsende 8, 9 der Spule 7.
[0045] In die Unterseite des hinteren Beins 21 ist ebenfalls ein metallisches ebenes Element
25 eingespritzt oder eingepresst, das jedoch keine Anschlussausbildung für ein Wicklungsende
bildet. Da das Induktionsbauteil mit Lötpads einer Leiterplatte verlötet werden soll,
bildet das hintere Bein 21 nicht nur eine Ausrichthilfe, sondern auch eine Befestigungsmöglichkeit,
da das metallische Element 25 an dieser Stelle ebenfalls mit einem funktionslosen
Lötpad verlötet werden kann.
[0046] An der Oberseite des Ringelements 16 sind, siehe Fig. 15, unmittelbar am Rand des
Lochs 17 drei der Krümmung des Randes des Lochs 17 folgende Finger 26 angeformt. Das
Trägerelement 15 dient zur Halterung und Befestigung der Spule 7, bevor diese in das
Gehäuse eingesetzt wird. Die drei Finger 26 halten die Spule 7, so dass die abgewinkelten
Wicklungsenden 8, 9 der Spule 7 unmittelbar an den Anschlussausbildungen 24 zur Anlage
gelangen und dort mit diesen verschweißt werden können. Die dadurch gebildete Einheit
aus Trägerelement 15 und Spule 7 kann dann in das Gehäuse eingesetzt und mit diesen
verklebt werden. Auch ohne die Verklebung ist die Spule mit dem Trägerelement 15 formschlüssig
in dem Gehäuse angeordnet. Zur Verbindung mit Lötpads einer Leiterplatte dienen dann
die Anschlusskontakte 23 an der Unterseite der Füße 19, 21 des Trägerelements 15.
Bei der in den Fig. 14 bis 17 dargestellten Ausführungsform des Trägerelements 15
dienen die drei Finger 26 zur Zentrierung und das Ringelement 16 zur Auflage der Spule
7.
[0047] Die nun folgenden Fig. 18 bis 21 zeigen eine zweite Ausführungsform eines Trägerelements
27. Dieses Trägerelement 27 enthält wiederum ein zentrales Ringelement 28, das jetzt
als kurze, rohrförmige Hülse ausgebildet ist. Der Innendurchmesser des Ringelements
28 entspricht dem Außendurchmesser des Kerns 3. An der Unterseite des Ringelements
28, siehe Fig. 20, ist wieder ein Bein 18 angeformt, das in einen Fuß 19 übergeht,
der in gleicher Weise ausgebildet ist wie der Fuß 19 bei der vorhergehenden Ausführungsform.
Von der Oberseite des Fußes 19 ragt die Anschlussausbildung 24 rechtwinklig nach oben
ab, und an der Unterseite des Fußes 19 tritt der Anschlusskontakt 23 aus.
[0048] An der Rückseite des Trägerelements 27, links in Fig. 20, ist ein zweites Bein 21
angeformt, das bei dieser Ausführungsform als Winkel ausgebildet ist und an seiner
Unterseite eine metallische Fläche 25 aufweist. Diese metallische Fläche 25 hat die
gleiche Funktion wie bei der vorhergehenden Ausführungsform, sie dient also zur Befestigung
auf der Leiterplatte.
[0049] Das Ringelement 18 dient zum Zentrieren der Spule 7, deren Innendurchmesser geringfügig
größer ist als der Außendurchmesser des Kerns 3 des Gehäuses, so dass sie auf den
Ringabschnitt 28 aufgeschoben werden kann. Zur Festlegung der Position der Spule 7
in axialer Richtung dient ein Steg 29, der an der Unterseite des Ringabschnitts 28
angeformt ist und radial nach außen ragt. Auf diesem Steg 28 sitzt die Spule 7 auf.
[0050] Zum Zusammensetzen eines Induktionsbauteils nach der Erfindung werden zunächst die
Spule 7 und das Trägerelement 15 bzw. 27 hergestellt. Die Wicklungsenden 8, 9 der
Spule werden abisoliert und in der in Fig. 9 dargestellten Weise abgewinkelt. Anschließend
wird die Spule 7 auf das Trägerelement 15 bzw. 27 aufgesetzt und die Wicklungsenden
8, 9 werden mit den Anschlussausbildungen 24 verschweißt. Danach kann die jeweils
gebildete Einheit aus Spule und Trägerelement 15 bzw. 27 in die untere Gehäusehälfte
eingesetzt werden, in der diese Einheit formschlüssig festgelegt ist. Die zweite,
obere Gehäusehälfte kann dann auf die untere Gehäusehälfte aufgesetzt und mit dieser
verbunden werden. Damit ist ein Induktionsbauteil geschaffen, das sich zur Verbindung
mit einer Leiterplatte in SMT Technologie eignet. Die Anschlusskontakte 23 und das
Metallelement 25 liegen in einer definierten, beim Herstellen des Trägerelements definierten
Ebene.
[0051] Das Ergebnis, nämlich ein fertig gestelltes Induktionsbauteil, ist in Fig. 17 nochmals
im perspektivischer Ansicht dargestellt.
[0052] Im dargestellten Beispiel sind die Wicklungsenden 8, 9 der Spule 7 mit den vorderen
Flächen der Anschlussausbildungen 24 verschweißt. Es ist auch denkbar, dass sie mit
den hinteren Flächen der Anschlussausbildungen verschweißt werden. Ebenfalls möglich
ist es, die Anschlussausbildungen derart U-förmig auszubilden, dass die Wicklungsenden
8, 9 zwischen die beiden Schenkel des U zu liegen kommen, siehe Fig. 1 bis 3.
1. Induktionsbauteil, insbesondere Hochstromdrossel, mit
- einem den Kern des Induktionsbauteils bildenden Gehäuse,
- mindestens einer in dem Gehäuse angeordneten Spule (7),
- einem in dem Gehäuse angeordneten Trägerelement (15, 27, 32) für die Spule (7),
das
- von einer Außenseite des Gehäuses her zugängliche Anschlusskontakte (23) zum Anschluss
der Spule (7) an einer Leiterplatte und
- Anschlussausbildungen (24) zum Anschluss der Wicklungsenden (8, 9) der Spule (7)
aufweist, mit denen
- diese verbunden, insbesondere verschweißt sind.
2. Induktionsbauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass die Anschlusskontakte (23) wenigstens abschnittsweise auf einer Unterseite des Trägerelements
(15, 27, 32) liegen.
3. Induktionsbauteil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet dass die Anschlusskontakte geringfügig gegenüber der Unterseite des Trägerelements (15,
27, 32) vorstehen.
4. Induktionsbauteil nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet dass die Anschlusskontakte (23) wenigstens abschnittsweise von einer Seite des Trägerelements
(15, 27, 32) her zugänglich sind.
5. Induktionsbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Trägerelement
(15, 27) aus Kunststoff besteht und die Anschlusskontakte (23) in den Kunststoff eingespritzt
oder eingepresst sind.
6. Induktionsbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Anschlussausbildung
(24) zum Anschluss jedes Wicklungsendes (8, 9) einstückig mit dem jeweiligen Anschlusskontakt
(23) ausgebildet ist.
7. Induktionsbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Trägerelement
(15, 27) in dem Gehäuse unverschieblich festgelegt ist, vorzugsweise durch Formschluss.
8. Induktionsbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Trägerelement
(15, 27) in dem Gehäuse durch das Gehäuse zentriert ist und/oder eine Zentrierung
für die Spule (7) aufweist.
9. Induktionsbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Spule (7) aus
Flachdraht gewickelt ist, dessen flache Seite senkrecht zur Spulenachse verläuft.
10. Induktionsbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Trägerelement
(15, 27) eine dritte Kontaktfläche (25) zur Verbindung mit der Leiterplatte aufweist.
11. Induktionsbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Trägerelement
(15, 27) einen zentralen Ringabschnitt (16, 28) zu seiner Zentrierung gegenüber dem
Gehäuse und/oder gegenüber der Spule (7) aufweist.
12. Induktionsbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Trägerelement
(15, 27) mindestens ein Bein (18, 21) aufweist, das bis zu der Unterseite des Gehäuses
des Induktionsbauteils reicht und dort mit einem Fuß (19) versehen ist.
13. Induktionsbauteil nach Anspruch 12, bei dem der mindestens eine Fuß (19) eine ebene
etwa in der Ebene der Unterseite (11) des Gehäuses liegende Unterseite (20) aufweist,
in der der Anschlusskontakt (23) austritt.
14. Induktionsbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Anschlussausbildung
(24) zum Anschluss der Wicklungsenden (8, 9) rechtwinklig aus einer Fläche heraus
ragt.