Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft einen Schalter, insbesondere einen Unterseeschalter, und eine
Verwendung eines solchen Schalters.
Stand der Technik
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Schalter für eine Anwendung im Unterseebereich ("subsea")
bekannt, welche Feder-beaufschlagte Kontakte umfassen. Die Kontakte werden mittels
Elektromotor gegen eine Federkraft geschlossen. Bei Abschalten des Motors drückt die
Feder den Kontakt zurück und der Stromfluss wird unterbrochen.
[0003] Ein Relais oder Schütze haben häufig den Nachteil, groß zu bauen, viel Strom zu verbrauchen.
Weiterhin können oft keine Vibrationen ausgeglichen werden.
[0004] Aus der
US 3,848,949 sind Stifte bekannt, welche mittels Gewinde linear in Kontakt gebracht werden können.
[0005] Nachteilig an dem Stand der Technik ist, dass bei einigen Schaltern zwingend Federn
vorgesehen sein müssen, um die Kontakte zu öffnen. Weiterhin sind bei bekannten Schaltern
häufig keine zwei sicheren Zustände vorhanden, da eine Rückstellbewegung mittels Feder
erfolgt. Weitere Nachteile können eine Vibrationsanfälligkeit des Kontaktes sein.
Offenbarung der Erfindung
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, einen verbesserten Schalter, insbesondere einen Unterseeschalter
für eine Verwendung unter Wasser anzugeben. Insbesondere sollen Nachteile aus dem
Stand der Technik gemildert oder abgestellt werden, bspw. können ein sicherer Kontakt
oder zwei sichere Zustände wünschenswert sein.
[0007] Die Aufgabe wird mit einem Schalter nach dem Anspruch 1 und einer Verwendung nach
dem nebengeordneten Anspruch gelöst.
[0008] Ein Aspekt der Erfindung betrifft einen Schalter mit einer Mehrzahl fest miteinander
verbundener Kontaktelemente und einer Mehrzahl fest miteinander verbundener Buchsen,
wobei jeweils eine der Buchsen zur Aufnahme von jeweils einem der Kontaktelemente
eingerichtet ist. Weiterhin umfasst der Schalter einen Aktuator, der zum zwangsgeführten
Bewegen der Kontaktelemente relativ zu den Buchsen eingerichtet ist. Auf diese Weise
ist durch Betätigen des Aktuators ein Schließen einer elektrischen Verbindung zwischen
je einem der Kontaktelemente und je einer der Buchsen möglich. Dabei gelangt jeweils
ein Kontaktelement mit jeweils einer Buchse in Kontakt miteinander. Weiterhin kann
mit dem Aktuator eine zweite Position der Kontaktelemente relativ zu den Buchsen,
bei welcher keine elektrische Verbindung zwischen den Kontaktelementen einerseits
und den Buchsen andererseits besteht, eingenommen werden.
[0009] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Verwendung eines Schalters in einer
der hierin beschriebenen typischen Ausführungsformen zum Schalten eines Stromkreises
in einer Seetiefe von mindestens 10 Metern oder mindestens 30 Metern.
[0010] Typische Ausführungsformen umfassen zumindest 2 oder zumindest 10 oder zumindest
20 Kontaktelemente. Dies bietet den Vorteil, dass zahlreiche Kontakte parallel geschlossen
werden können. Typischerweise ist eine gleiche Anzahl Buchsen oder gegebenenfalls
Konterbuchsen vorgesehen.
[0011] Typischerweise bewirkt der Aktuator eine lineare Bewegung des Kontaktelementes relativ
zu der Buchse, insbesondere in Richtung einer Axialrichtung der Buchse oder einer
Axialrichtung eines als Stift ausgeführten Kontaktelementes. Typischerweise sind die
Axialrichtungen der Kontaktelemente, der Buchsen und der bei einigen typischen Ausführungsformen
vorgesehenen Konterbuchsen parallel zueinander ausgerichtet. Dies erleichtert kinematisch
eine gleichzeitige Betätigung der Kontaktelemente, Buchsen oder Konterbuchsen zum
Öffnen oder Schließen eines elektrischen Kontaktes.
[0012] Bei typischen Ausführungsformen der Erfindung ist der Schalter als Unterseeschalter
ausgeführt. Typischerweise ist der Schalter dazu eingerichtet, in Seetiefen von mehr
als 10 Metern oder mehr als 30 Metern eingesetzt zu werden. Typische Ausführungsformen
umfassen ein Gehäuse mit abgedichteten Durchführungen, beispielsweise für elektrische
Kabel zur Energieversorgung oder Steuerung. Weiterhin können abgedichtete Durchführungen
für zu verbindenden oder zu trennende Zu- oder Ableitungskabel vorgesehen sein. Diese
Zu- oder Ableitungskabel sind typischerweise mit den Kontaktelementen, den Buchsen
oder den Konterbuchsen verbunden.
[0013] Bei typischen Ausführungsformen der Erfindung umfasst das Kontaktelement einen Stift
oder einen Bolzen. Stifte von Ausführungsformen können einen polygonalen, einen kreisförmigen
oder einen Querschnitt mit abgerundeten Ecken aufweisen. Typischerweise sind die Buchsen
oder Konterbuchsen dem Querschnitt der Kontaktelemente angepasst. Bei typischen Ausführungsformen
umfassen die Kontaktelemente jeweils einen Stift, wobei die Buchsen oder die Konterbuchsen
eingerichtet sind, so dass bei einer Aufnahme des Kontaktelementes in einer Buchse
oder in einer Konterbuchse der Stift zumindest abschnittsweise vollständig umschlossen
wird. Unter Aufnahme wird hierin, so weit nicht anderes angegeben, auch eine teilweise
Aufnahme des Kontaktelementes, also beispielsweise auch eine teilweise Aufnahme eines
Stiftes des Kontaktelementes, verstanden. Typischerweise wird der Stift zumindest
teilweise vollumfänglich umschlossen. Dabei bedeutet "umschlossen" typischerweise,
dass zumindest ein Abschnitt des Stiftes in alle radialen Richtungen von der Buchse
umgeben ist. Solche Ausführungsformen ermöglichen insbesondere bei Vibrationen einen
zuverlässigen Kontakt. Typische Ausführungsformen umfassen Kontaktelemente mit jeweils
zwei Stiften, jeweils ein Stift zur Kontaktierung der entsprechenden Buchse und ein
Stift axial gegenüberliegend zu dem ersten Stift zur Kontaktierung der Konterbuchse.
[0014] Typischerweise sind die Kontaktelemente, die Buchsen oder, bei Ausführungsformen
mit Konterbuchsen, die Konterbuchsen jeweils ausschließlich durch den Aktuator bewegbar.
Dies bietet den Vorteil eines einfachen Aufbaus. Typische Ausführungsformen von Schaltern
der Erfindung sind Rückstellfeder-frei. Dies kann den Vorteil bieten, dass auf eine
unzuverlässige Rückstellung mittels Rückstellfedern verzichtet werden kann.
[0015] Bei typischen Ausführungsformen ist der Aktuator ein elektromotorischer Aktuator
ist. Typische elektromotorische Aktuatoren umfassen mindestens eine elektrische Maschine.
Bei typischen Ausführungsformen ist der Aktuator redundant ausgeführt. Typische redundant
ausgeführte Aktuatoren umfassen zumindest eine zweite elektrische Maschine, zwei Steuerelektroniken
oder zwei Getriebe. Dies bietet den Vorteil, dass bei Ausfall beispielsweise einer
elektrischen Maschine des Aktuators eine zweite elektrische Maschine des Aktuators
die Funktionstüchtigkeit des Aktuators sicherstellen kann. Bei Ausführungsformen sind
z.B. zwei elektrische Maschinen vorgesehen, welche ein gemeinsames Stirnrad antreiben,
welches einen Abtrieb, beispielsweise eine Spindel rotiert. Ebenfalls kann die mindestens
eine elektrische Maschine mit zwei redundanten Wicklungen ausgeführt sein.
[0016] Weitere typische Ausführungsformen umfassen hydraulisch oder pneumatisch angetriebene
Aktuatoren. Dies kann in Umgebungen sinnvoll sein, bei denen ein Einsatz einer elektrischen
Maschine ungeeignet ist oder Nachteile aufweist. Ein weiterer Vorteil könnte sein,
dass auf ohnehin vorhandene hydraulische oder pneumatische Systeme zurückgegriffen
werden kann, so dass unter Umständen Kosten für einen elektrischen Antrieb eingespart
werden können. Typischerweise ist der Aktuator elektrisch steuerbar, beispielsweise
über eine Steuerleitung oder über eine Funkfernsteuerung. Dies ermöglicht eine Fernsteuerung
beispielsweise von einem Kontrollraum oder von einem Schiff aus. Bei Ausführungsformen
kann auch innerhalb eines Gehäuses des Schalters eine Kontrolleinrichtung zum Ansteuern
des Aktuators vorgesehen sein. Typische Ausführungsformen von Kontrolleinrichtungen
sind dazu eingerichtet, eine Rückmeldung über den Zustand des Schalters zu übertragen.
Solche Rückmeldungen können beispielsweise Informationen über eine Funktionsfähigkeit,
einen Schaltzustand oder eine Temperatur des Schalters umfassen.
[0017] Typische Ausführungsformen von Schaltern der Erfindung umfassen eine Spindelmutter,
welche durch eine Spindel bewegt wird. Die Spindel ist bei typischen Ausführungsformen
mit einer Abtriebswelle des Aktuators verbunden. Die Spindelmutter ist typischerweise
linear verschieblich angeordnet und fest mit den Kontaktelementen oder bei anderen
Ausführungsformen fest mit den Buchsen und gegebenenfalls mit den Konterbuchsen verbunden.
Auf diese Weise wird eine Zwangsführung der Kontaktelemente und der Buchsen relativ
zueinander erreicht. Bei weiteren Ausführungsformen werden die Kontaktelemente, Buchsen
oder Konterbuchsen mit einer Ritzel-Zahnstangen-Kombination relativ zueinander bewegt.
Das Ritzel kann beispielsweise mit der Abtriebswelle des Aktuators verbunden sein.
Typische Ausführungsformen umfassen Kurvenscheiben, Exzenter, Pleuel oder Kniehebel
zum Übertragen einer Drehbewegung des Aktuators in eine axiale Bewegung der Kontaktelemente,
der Buchsen oder der Konterbuchsen.
[0018] Schalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit einer Mehrzahl fest miteinander
verbundener Konterbuchsen, wobei jeweils eine der Konterbuchsen zur Aufnahme von jeweils
einem der Kontaktelemente eingerichtet ist und je eine Konterbuchse jeweils einer
Buchse in einer Bewegungsrichtung des Kontaktelementes gegenüberliegt. Dies bietet
den Vorteil, dass mit den Kontaktelementen wahlweise die Buchsen oder die Konterbuchsen
kontaktiert werden können. Bei Ausführungsformen der Erfindung sind die Konterbuchsen
und die Buchsen in einem Abstand angeordnet, welcher eine Zwischenstellung der Kontaktelemente
zwischen den Buchsen und den Konterbuchsen ermöglicht. Auf diese Weise kann erreicht
werden, dass die Kontaktelemente von jeglichem Kontakt zu den Buchsen oder den Konterbuchsen
getrennt werden können.
[0019] Bei typischen Ausführungsformen sind die Konterbuchsen fest mit den Buchsen verbunden.
Auf diese Weise kann der Aufbau vereinfacht werden. Bei weiteren Ausführungsbeispielen
sind die Konterbuchsen relativ zu den Buchsen bewegbar angeordnet. Auf diese Weise
lassen sich Stromkreise mit einer größeren Zahl an Möglichkeiten schalten.
[0020] Typischerweise umfassen zumindest ein Teil der Buchsen oder zumindest ein Teil der
Konterbuchsen jeweils ein elektrisch leitendes Federelement, wobei das Federelement
eingerichtet ist, um bei in der jeweiligen Buchse aufgenommenem Kontaktelement das
jeweilige Kontaktelement zu Kontaktieren und zu Verspannen. Bei Kontaktelementen,
welche einen Stift umfassen, ist das Federelement angeordnet, so dass der jeweilige
Stift durch das jeweilige Federelement kontaktiert wird. Bei weiteren Ausführungsformen
sind die Kontaktelemente optisch oder fluidisch ausgeführt.
[0021] Typische Ausführungsformen können folgende Vorteile aufweisen. Es sind zwangsgeführte
Zustände vorhanden, welche genau bestimmt werden können. Typische Schalter sind vergleichsweise
robust gegenüber Vibrationen, insbesondere bei Ausführungsformen mit einem zumindest
teilweise umschlossenen Kontaktelement. Auf diese Weise kann eine statische Zwangslage
geschaffen werden. Typische Ausführungsformen weisen eine hohe Zuverlässigkeit auf,
da wenig bewegte Teile und nicht zwingend eine Feder als Aktorelement vorhanden sind.
Typische Schalter der Erfindung weisen eine hohe Leistungsdichte auf, da eine Mehrzahl
von Kontakten gleichzeitig betätigt werden kann. Es besteht typischerweise eine hohe
Flexibilität, so können die Kontakte als Signalkontakte oder Hochstromkontakte verwendet
werden. Bei Ausführungsformen sind alle Kontaktelemente und Buchsen jeweils identische
ausgeführt, bei weiteren Ausführungsformen sind unterschiedlich große Kontaktelemente
vorgesehen, welche für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden können. Es wird bei
Ausführungsformen nicht notwendigerweise Strom zur Beibehaltung der Position benötigt.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0022] Weitere Vorteile und Merkmale bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung werden
nachfolgend anhand der beiliegenden Zeichnungen erläutert, wobei die Figuren zeigen:
- Fig. 1
- ist eine Prinzipskizze einer typischen Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schalters;
und
- Fig. 2
- ist eine schematische, geschnittene Draufsicht auf eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Schalters;
- Fig. 3
- eine redundante Energieversorgung eines Aktuators von Ausführungsbeispielen der Erfindung;
und
- Fig. 4
- eine Prinzipskizze, wie in einer Buchse von Ausführungsformen Stifte aufgenommen werden.
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
[0023] Nachfolgend werden typische Ausführungsformen anhand der Figuren beschrieben, wobei
die Erfindung nicht auf die Ausführungsbeispiele beschränkt ist, vielmehr wird der
Umfang der Erfindung durch die Ansprüche bestimmt.
[0024] Die Fig. 1 ist eine Prinzipskizze einer typischen Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Schalters 1. Der Schalter 1 umfasst drei Kontaktelemente 3, welche jeweils über zwei
Stifte 5 verfügen. Der Antrieb der Kontaktelemente erfolgt mittels eines Aktuators
10, welcher zwei elektrische Maschinen 12 umfasst. Die elektrischen Maschinen 12 treiben
über Untersetzungsgetriebe 14 ein Summiergetriebe 16 an, welches über eine Spindel
18 eine Spindelmutter 20 antreibt. Der Spindel 18 sitzt die Spindelmutter 20 auf,
welche verdrehfest und axial verschieblich, im Ausführungsbeispiel der Figur 1 mittels
Linearführung, gelagert ist. An der Spindelmutter 20 sind die Kontaktelemente 3 mit
den Stiften 5 befestigt. Durch Rotation der Spindel 18 können so die Kontaktelemente
3 relativ zu Buchsen 23 und Konterbuchsen 25 bewegt werden. Durch Eingriff jeweils
eines Stiftes 5 in eine Buchse 23 wird eine elektrische Verbindung zwischen dem Stift
5 und der Buchse 23 hergestellt. Beim Eingreifen des Stifts 5 in die Buchse 23 wird
ein axialer Abschnitt des Stifts 5 radial von der Buchse 23 umgriffen, der Stift 5
wird also teilweise durch die Buchse 23 umschlossen. Dies gilt analog bei einer Bewegung
des Kontaktelementes 3 in die entgegengesetzte Richtung, wobei der jeweils gegenüberliegende
Stift 5 des Kontaktelementes von der jeweiligen Konterbuchse 25 teilweise umschlossen
wird. In der Buchse 23 und in der Konterbuchse 25 werden die Stifte 5 jeweils von
elektrisch leitenden Federelementen kontaktiert, welche die jeweiligen Stifte 5 verspannen
und in Position halten (siehe Fig. 4).
[0025] Die elektrischen Maschinen 12 sind jeweils mit zugeordneten Steuereinrichtungen 30
verbunden. Auf diese Weise ist auch bei den Steuereinrichtungen Redundanz gegeben.
Die Steuereinrichtungen 30 lassen sich über eine Steuerleitung fernsteuern. Die Kontaktelemente
3 sind jeweils an Kabel 35 angeschlossen, die Buchsen 23 sind jeweils an Kabel 36
angeschlossen und die Konterbuchsen 25 sind jeweils an Kabel 37 angeschlossen. Die
Kabel 35, 36 und 37 sind bei typischen Ausführungsformen zu einer wasserundurchlässigen
Durchführung geführt. Auf diese Weise können außerhalb eines Gehäuses des Schalters
1 liegende Elemente geschaltet werden.
[0026] Bei der in der Fig. 1 gezeigten Ausführungsvariante ist die Spindelmutter zwischen
zwei Endpositionen bewegbar, wobei in der jeweiligen Endposition zumindest ein Kontakt,
typischerweise zumindest jeweils eine Buchse oder eine Konterbuchse angeordnet ist.
Durch eine Bewegung der Spindelmutter zwischen den Endpositionen kann jeweils ein
Kontakt geschlossen werden während gleichzeitig ein weiterer Kontakt geöffnet wird.
Somit ist ein Umschalten zwischen zwei Stromkreisen in einem redundant ausgelegten
System möglich. Weiterhin ermöglichen typische Ausführungsformen eine Stellung des
Kontaktelements zwischen den jeweiligen Buchsen und Konterbuchsen, so dass eine vollständige
Trennung beispielsweise einer Stromversorgung möglich ist. Bei weiteren Ausführungsformen
sind keine Konterbuchsen vorgesehen, so dass nur eine Kontaktierung der Buchsen durch
die Kontaktelemente möglich ist. Dies führt zu einem vereinfachten Aufbau.
[0027] Aufgrund des Einsatzes des Schalters in extremen Bedingungen, insbesondere schwer
zugänglichen Einsatzgebieten, ist der Antrieb bei Ausführungsvarianten wie beispielsweise
der Ausführungsform der Fig. 1 redundant ausgeführt.
[0028] In der Fig. 2 ist eine geschnittene Draufsicht auf eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Schalters gezeigt. Die Ausführungsform der Fig. 2 entspricht in seinem Bauprinzip
im Wesentlichen dem in der Prinzipskizze der Fig. 1 gezeigten Prinzip. Gleiche oder
ähnliche Teile werden mit gleichen Bezugszeichen wir in der Figur 1 gekennzeichnet
und unter Umständen nicht nochmals beschrieben.
[0029] Die Ausführungsform der Fig. 2 betrifft einen Schalter 1, der als Unterseeschalter
einsetzbar ist. Der Schalter 1 umfasst einen redundant aufgebauten (siehe Fig. 1)
Aktuator 10, welcher über eine Spindel 18 eine Spindelmutter 20, welche an einer Linearführung
40 linear verschiebbar gelagert ist, bewegen kann. Damit werden Kontaktelemente 3,
welche fest mit der Spindelmutter 20 verbunden sind, in axialer Richtung der Spindel
18 linear verschoben. Die Kontaktelemente 3 umfassen jeweils zwei Stifte 5, welche
auf beiden Seiten des Kontaktelementes in axialer Richtung angeordnet sind. Je nach
Stellung der Spindelmutter können jeweils ein Teil der Stifte 5 in Buchsen 23 oder
in Konterbuchsen 25 aufgenommen sein oder in einer Zwischenstellung zwischen den Buchsen
23 und den Konterbuchsen 25 angeordnet sein.
[0030] Bei weiteren Ausführungsbeispielen sind die Buchsen und, falls vorhanden die Konterbuchsen,
fest miteinander und fest mit einer Spindelmutter verbunden. Bei solchen Ausführungsbeispielen
sind typischerweise die Kontaktelemente relativ zum Gehäuse fest angeordnet, so dass
die Buchsen und gegebenenfalls die Konterbuchsen relativ zu dem Gehäuse und den Kontaktelementen
bewegt werden.
[0031] Der Schalter der Fig. 2 umfasst wie weitere typische Ausführungsformen ein wasserdichtes
Gehäuse 41. In dem Gehäuse 41 ist eine Kabeldurchführung 42 angeordnet, über welches
Steuerleitungen und Energieversorgungsleitungen sowie Kabel (in Fig. 1: Bezugszeichen
35, 36 und 37) der Buchsen 23, der Konterbuchsen 25 und der Kontaktelemente 3 geführt
werden. Auf diese Weise ist ein Betrieb des Schalters auch unter Wasser oder bei widrigen
Umweltbedingungen möglich.
[0032] In der Fig. 3 ist eine redundante Energieversorgung eines Aktuators 10 von Ausführungsbeispielen
der Erfindung gezeigt. Der Aktuator ist über einen Zuleitungsschalter 50 mit zwei
redundanten Kontrolleinrichtungen 52 verbunden, welche jeweils über eigene Energiequellen
54 verfügen. Die Kontrolleinrichtungen 52 legen fest, ob und gegebenenfalls zu welchem
Zeitpunkt umgeschaltet wird. Hierzu sind die Kontrolleinrichtungen 52 mit den Steuereinrichtungen
30 verbunden. Weiterhin legen die Kontrolleinrichtungen eine Sollposition fest, überwachen
und steuern und geben Rückmeldung an ein gegebenenfalls übergeordnetes System. Die
Steuereinrichtungen 30 umfassen die Steuer- und Regelelektroniken für die elektrischen
Maschinen 12 der Aktuatoren 10.
[0033] In einem weiteren Ausführungsbeispiel weist der Schalter drei Kontaktpositionen auf:
Neben den zwei mit dem vorherigen Ausführungsbeispiel beschriebenen Endposition kann
der Schalter eine dritte Position, welche zwischen den zwei Endpositionen angeordnet
ist, einnehmen. In dieser dritten Position, die auch als Zwischenstellung bezeichnet
werden kann, schließt der Schalter durch ein zwangsgeführtes Steckerelement oder einen
Nockenschalter einen weiteren Kontakt. Dieser weitere Kontakt der dritten Kontaktposition
wird typischerweise orthogonal zur Bewegungsrichtung der Spindelmutter oder zu einem
mit der Spindelmutter verbundenen Führungswagen geschlossen.
[0034] In der Fig. 4 ist in einer Prinzipskizze gezeigt, wie in der Buchse 23 oder in der
Konterbuchse 25 die Stifte 5 jeweils von elektrisch leitenden Federelementen 60 kontaktiert
werden, welche die jeweiligen Stifte 5 verspannen und in Position halten.
1. Schalter (1), insbesondere Unterseeschalter, mit
- einer Mehrzahl fest miteinander verbundener Kontaktelemente (3),
- einer Mehrzahl fest miteinander verbundener Buchsen (23), wobei jeweils eine der
Buchsen (23) zur Aufnahme von jeweils einem der Kontaktelemente (3) eingerichtet ist,
- einem Aktuator (10), eingerichtet zum zwangsgeführten Bewegen der Kontaktelemente
(3) relativ zu den Buchsen (23).
2. Schalter (1) nach Anspruch 1, wobei entweder die Kontaktelemente (3) oder die Buchsen
(23) jeweils ausschließlich durch den Aktuator (10) bewegbar sind.
3. Schalter (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Aktuator (10) ein elektromotorischer
Aktuator (10) ist.
4. Schalter (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Schalter (1) Rückstellfederfrei
ist.
5. Schalter (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit einer Mehrzahl fest miteinander
verbundener Konterbuchsen (25), wobei jeweils eine der Konterbuchsen (25) zur Aufnahme
von jeweils einem der Kontaktelemente (3) eingerichtet ist und je eine Konterbuchse
(25) jeweils einer Buchse (23) in einer Bewegungsrichtung des Kontaktelementes (3)
gegenüberliegt.
6. Schalter (1) nach Anspruch 5, wobei die Konterbuchsen (25) fest mit den Buchsen (23)
verbunden sind.
7. Schalter (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zumindest ein Teil der
Buchsen (23) und/oder der Konterbuchsen (25) jeweils ein elektrisch leitendes Federelement
(60) umfasst, wobei das Federelement eingerichtet ist, um bei in der jeweiligen Buchse
aufgenommenem Kontaktelement das jeweilige Kontaktelement zu Kontaktieren und zu Verspannen.
8. Schalter (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Kontaktelemente jeweils
einen Stift (5) umfassen, wobei die Buchsen (23) und/oder die Konterbuchsen (25) eingerichtet
sind, so dass bei einer Aufnahme des Stiftes (5) des Kontaktelementes (3) in einer
Buchse (23) oder in einer Konterbuchse (25) der Stift (5) zumindest abschnittsweise
vollständig umschlossen wird.
9. Schalter (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Aktuator (10) redundant
ausgeführt ist.
10. Verwendung eines Schalters (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 zum Schalten eines
Stromkreises in einer Seetiefe von mindestens 10 Metern.