[0001] Die Erfindung betrifft eine LED-Beleuchtungsvorrichtung mit Farbmischung, welche
die Merkmale des Oberbegriffs des Anspruchs 1 aufweist. Die Erfindung betrifft ferner
ein Verfahren zum Betreiben der LED-Beleuchtungsvorrichtung.
[0002] LED-Beleuchtungen haben gegenüber thermischen Leuchtquellen den Vorteil, dass diese
sehr klein und zugleich in unterschiedlichen Farben kommerziell erhältlich sind, sodass
es kostengünstig und zugleich bauraumsparend möglich ist, farbige Beleuchtungen zu
erzeugen. Ein Anwendungsgebiet von farbigen Beleuchtungen ist die Innenraumbeleuchtung,
wie zum Beispiel bei einem Flugzeug. Hier kann durch eine farbige Beleuchtung eine
Ambiente-Beleuchtung umgesetzt werden, wobei zum Beispiel in Abhängigkeit der Tageszeit
unterschiedliche Beleuchtungsfarben gewählt werden können.
[0003] Insbesondere bei Flugzeugen stehen von Seiten des Bordnetzes Wechselspannungsversorgungen
bereit. Da auf der einen Seite ein Betrieb von LEDs mit Wechselspannung nicht möglich
ist und auf der anderen Seite übliche Schaltnetzteile einen hohen apparativen Aufwand
haben, werden in den Patentanmeldungen
DE 10 2012 006 315 A1,
DE 10 2012 006 316 A1,
DE 10 2012 006 341 A1 beziehungsweise
DE 10 2012 006 343 A1 LED-Anordnungen beschrieben, welche jeweils eine Mehrzahl von LEDs aufweisen, wobei
die LEDs miteinander flexibel verschaltet werden können, sodass die LEDs in ihrer
Gesamtheit unterschiedliche Durchlassspannungen realisieren können. Diesen LED-Anordnungen
wird eine gleichgerichtete Wechselspannung als Versorgungsspannung zugeführt, wobei
eine Steuereinrichtung dafür sorgt, dass die LED-Anordnung einen Schaltungszustand
annimmt, der einem aktuellen Spannungswert der Versorgungsspannung entspricht. Auf
diese Weise ist es möglich, die LED-Anordnung mit einer Gleichrichterschaltung, jedoch
ohne ein Schaltnetzteil, an einer Wechselspannungsversorgung zu betreiben. In den
Anmeldungen ist auch erwähnt, dass die LEDs unterschiedliche Farben aufweisen können.
[0004] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine LED-Beleuchtungsvorrichtung mit einer
Farbmischungsfunktionalität auszustatten, welche sich durch eine hohe Effizienz und
zugleich eine geringe Anzahl von Bauteilen auszeichnet. Diese Aufgabe wird durch eine
LED-Beleuchtungsvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch ein Verfahren
mit den Merkmalen des Anspruchs 15 gelöst. Bevorzugte oder vorteilhafte Ausführungsformen
der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung
sowie den beigefügten Figuren.
[0005] Im Rahmen der Erfindung wird eine LED-Beleuchtungsvorrichtung vorgeschlagen, welche
zur Beleuchtung eines Innenraums geeignet und/oder ausgebildet ist. Besonders bevorzugt
ist die LED-Beleuchtungsvorrichtung zur Beleuchtung eines Passagierraums eines Flugzeugs
ausgebildet. Optional bildet ein Flugzeug mit einer oder mehrerer derartiger LED-Beleuchtungsvorrichtungen
einen weiteren Gegenstand der Erfindung.
[0006] Die LED-Beleuchtungsvorrichtung umfasst eine Farbmischeinheit, wobei die Farbmischeinheit
mindestens eine erste und eine zweite Farbgruppe von LEDs aufweist. Unter LEDs werden
lichtemittierende Dioden verstanden. Die Farbmischeinheit ist bevorzugt als eine funktionale
Einheit ausgebildet, wobei die LEDs der mindestens zwei Farbgruppen auf einer Fläche
vorzugsweise beliebig verteilt angeordnet sind. Die LEDs der Farbgruppen unterscheiden
sich farbgruppenabhängig durch deren Leuchtfarbe. So kann eine Farbgruppe ausschließlich
grüne LEDs, eine andere Farbgruppe ausschließlich rote LEDs, eine andere Farbgruppe
ausschließlich blaue LEDs aufweisen. Bevorzugt weist jede der Farbgruppen ausschließlich
LEDs einer Leuchtfarbe auf. Weitere Leuchtfarben, wie zum Beispiel Orangefarben oder
Weiß sind ebenfalls möglich. In jeder Farbgruppe sind vorzugsweise mindestens fünf,
insbesondere mindestens zehn LEDs angeordnet.
[0007] Die LED-Beleuchtungsvorrichtung weist eine Spannungsversorgung auf, welche zur Versorgung
der Farbmischeinheit mit einer Versorgungsspannung ausgebildet ist. Die Versorgungsspannung
weist die Form einer gleichgerichteten Wechselspannung auf. Besonders bevorzugt ist
die LED-Beleuchtungsvorrichtung für eine Wechselspannungsversorgung ausgebildet. Bei
der Wechselspannungsversorgung kann es sich beispielsweise um ein öffentliches Stromnetz
mit einer effektiven Netzspannung von 230 Volt und einer Netzfrequenz von 50 Hertz
handeln. Besonders bevorzugt weist die Wechselspannungsversorgung eine Effektivspannung
zwischen 100 und 150 Volt, insbesondere 115 Volt, und eine Netzfrequenz zwischen 100
Hertz und 800 Hertz, insbesondere zwischen 150 Hertz und 400 Hertz auf. Besonders
bevorzugt ist die Wechselspannungsversorgung in dem Flugzeug bereitgestellt. Die Spannungsversorgung
kann eine Gleichrichtereinrichtung umfassen, welche die Wechselspannung der Wechselspannungsversorgung
in die gleichgerichtete Wechselspannung als Versorgungsspannung mit einem Versorgungsstrom
gleichrichtet. Bei der Gleichrichtereinrichtung kann es sich beispielsweise um eine
Brückenschaltung handeln. Die Wechselspannung ist besonders bevorzugt als eine Sinusspannung
ausgebildet, bei alternativen Ausführungsformen kann es sich auch um eine verzerrte
Sinusspannung oder um eine andere alternierende Wechselspannung handeln. Die Versorgungsspannung
als gleichgerichtete Wechselspannung ist insbesondere mit regelmäßig wiederholenden,
vorzugsweise sinusförmigen Halbwellen ausgebildet. Die Wiederholfrequenz der Halbwellen
der Versorgungsspannung definiert eine Spannungsfrequenz. Insbesondere ist die Spannungsfrequenz
der Versorgungsspannung doppelt so hoch wie die Frequenz der Wechselspannung der Wechselspannungsversorgung,
da diese durch ein "Umklappen" der negativen Halbwellen erzeugt wird.
[0008] Die LED-Beleuchtungsvorrichtung umfasst eine Steuereinrichtung zur selektiven Aktivierung
und Deaktivierung der Farbgruppen, wobei die Farbmischeinheit durch die selektiv aktivierten
und deaktivierten Farbgruppen eine Mischfarbe insbesondere für einen menschlichen
Nutzer erzeugt. Die Mischfarbe ist besonders bevorzugt als eine stationäre oder quasi
stationäre Mischfarbe ausgebildet, wobei ein Wechsel der Mischfarbe mit einer Frequenz
kleiner als 10 Hertz, vorzugsweise kleiner als 1 Hertz, erfolgt.
[0009] Im Rahmen der Erfindung wird ein Farbzeitfenster definiert, welches sich mit einer
Farbmischfrequenz wiederholt. Das Farbzeitfenster stellt ein Beschreibungshilfsmittel
für das zeitliche Verhalten der LED-Beleuchtungsvorrichtung dar. Die Steuereinrichtung
ist ausgebildet, die Farbgruppen derart anzusteuern, dass diese innerhalb des Farbzeitfensters
nacheinander aktiviert werden, um die Mischfarbe während des Farbzeitfensters zu erzeugen.
Innerhalb eines Farbzeitfensters werden somit die Farbgruppen nacheinander aktiviert,
um die Mischfarbe zu erzeugen. Ein Farbzeitfenster beschreibt somit genau einen zeitlichen
Durchlauf sämtlicher Farbgruppen der Farbmischeinheit. Mit anderen Worten beginnt
ein Farbzeitfenster bei der Aktivierung der ersten Farbgruppe und endet zum Zeitpunkt
des Deaktivierens der letzten Farbgruppe. Das Farbzeitfenster beschreibt also genau
die Dauer, während der sämtliche Farbgruppen der Farbmischeinheit genau einmal aktiviert
waren. Ein oder mehrere Farbzeitfenster definieren eine Farbperiode. Insbesondere
umfasst eine Farbperiode genau ein Farbzeitfenster.
[0010] Es ist dabei eine Überlegung der Erfindung, dass eine Mischfarbe insbesondere für
den menschlichen Beobachter dadurch erzeugt werden kann, dass zugleich LEDs mit unterschiedlichen
Leuchtfarben aktiviert werden. Es ist jedoch alternativ und hier erfindungsgemäß möglich,
LEDs unterschiedlicher Farbgruppen abwechselnd schnell hintereinander zu aktivieren
und zu deaktivieren, um auf diese Weise insbesondere für den menschlichen Beobachter
die Mischfarbe zu erzeugen, obwohl - zeitlich aufgelöst - unterschiedliche Leuchtfarben
nacheinander angezeigt werden und/oder die unterschiedlichen Leuchtfarben nacheinander,
zeitversetzt und insbesondere überlappungsfrei ausgestrahlt werden. Die Mischfarbe
wird somit durch ein zeitliches Multiplexen der unterschiedlichen Leuchtfarben erzeugt.
Die Erzeugung der Mischfarbe beruht darauf, dass insbesondere der menschliche Beobachter
nicht in der Lage ist, Änderungen mit einer Frequenz z.B. größer als 30 Hertz oder
50 Hertz aufzulösen, stattdessen werden die unterschiedlichen Leuchtfarben optisch
akkumuliert und integriert.
[0011] Durch das zeitliche Multiplexen der Farbgruppen kann somit eine flexible LED-Beleuchtungsvorrichtung
umgesetzt werden, welche zum einen einen Farbmischbetrieb ermöglicht und zum anderen
aufgrund der Versorgungsspannung mit gleichgerichteter Wechselspannung nur wenige
Komponenten benötigt.
[0012] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung ist die Steuereinrichtung ausgebildet, die Farbmischeinheit
so anzusteuern, dass jeweils zeitgleich oder gleichzeitig maximal nur genau eine Farbgruppe
aktiviert ist. Diese Ausgestaltung unterstreicht nochmals die erfinderische Idee,
die Farbgruppen nacheinander und in dieser Ausgestaltung bevorzugt ausschließlich
alternativ zu aktivieren, um die Mischfarbe während des Farbzeitfensters zu erzeugen.
[0013] Bei einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass bei einer
Mischfarbe, welche aus mindestens zwei Farbgruppen in dem Farbzeitfenster dargestellt
werden soll während eines Farbzeitfensters mindestens oder genau ein Umschaltvorgang
zwischen den Farbgruppen erfolgt. Besonders bevorzugt entspricht die Anzahl der Umschaltvorgänge
für eine Mischfarbe, die aus Leuchtfarben aller Farbgruppen dargestellt ist, der Anzahl
der Farbgruppen minus 1, um die Umschaltvorgänge minimal zu halten. Bei einer weiteren
Ausführungsform erfolgt höchstens ein, also genau ein oder kein Umschaltvorgang in
einer Halbwelle.
[0014] Es ist besonders bevorzugt, dass die Farbmischfrequenz größer als 30 Hertz, vorzugsweise
größer als 50 Hertz, ausgebildet ist, um ein Flackern, insbesondere ein Farbflackern,
beim menschlichen Beobachter zu vermeiden.
[0015] Bei einer ersten möglichen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Farbmischfrequenz
der Spannungsfrequenz entspricht und/oder dass das Farbzeitfenster zeitlich gleich
lang wie eine der Halbwellen ausgebildet ist. Diese Ausgestaltung ist besonders einfach
zu realisieren, da bei der Planung der Umschaltvorgänge nur eine einzige Halbwelle
berücksichtigt werden muss, welche sich dann mit der Farbmischfrequenz und/oder der
Spannungsfrequenz wiederholt.
[0016] Optional kann vorgesehen sein, dass die Halbwellen und die Farbzeitfenster zeitlich
synchronisiert, jedoch um einen insbesondere festen und/oder konstanten Phasenwinkel
zueinander zeitlich versetzt angeordnet sind. So ist es nicht notwendig, dass die
Mischfarbe innerhalb einer Halbwelle erzeugt wird, es ist dagegen möglich, dass die
Mischfarbe durch die zweite Hälfte einer ersten Halbwelle und durch die erste Hälfte
einer nachfolgenden zweiten Halbwelle realisiert wird. Auf diese Weise ist es möglich,
dass zum Beispiel Umschaltvorgänge in Minima der Versorgungsspannung gelegt werden,
welche zwischen den Halbwellen angeordnet sind, so dass die Umschaltvorgänge zumindest
zum Teil im spannungslosen Zustand der Farbmischeinheit erfolgen können.
[0017] Unter der Berücksichtigung der Vorteile eines geschickt gewählten Phasenwinkels ist
es bevorzugt, dass der Phasenwinkel in Abhängigkeit der Mischfarbe gewählt ist. So
können unterschiedliche Strategien zur zeitlichen Positionierung der Umschaltvorgänge
durch die freie Wahl des Phasenwinkels und/oder die mischfarbenabhängige Wahl des
Phasenwinkels umgesetzt werden. Eine erste mögliche Strategie ist, die Anzahl der
Umschaltvorgänge in den Spannungsminima der Versorgungsspannung zu maximieren. Eine
zweite mögliche Strategie ist es, die Umschaltvorgänge in spannungsniedrige Bereiche
der Halbwellen zu legen, da eine zufällige zeitliche Verschiebung bzw. ein zeitlicher
Jitter aufgrund der geringen, abgegebenen Leistung in den spannungsniedrigen Bereichen
nur einen geringen Einfluss auf die Mischfarbe, hat.
[0018] Bei einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Farbmischfrequenz
kleiner als die Spannungsfrequenz ausgebildet ist, insbesondere ist die Spannungsfrequenz
ein ganzzahlig Vielfaches der Farbmischfrequenz, oder - alternativ ausgedrückt - dass
das Farbzeitfenster zeitlich länger als eine der Halbwellen ausgebildet ist. In dieser
Ausgestaltung der Erfindung wird die Mischfarbe durch Farbanteile der Farbgruppe erzeugt,
welche sich über mehr als eine aufeinanderfolgende Halbwellen verteilen. Auf diese
Weise wird die gedankliche Bindung der identischen Länge von Halbwelle und Farbzeitfenster
aufgegeben. In dieser Ausgestaltung kann auf das Spannungsfeld besser eingegangen
werden, was zum einen darin besteht, die Umschaltvorgänge und/oder die Farbmischfrequenz
so schnell beziehungsweise hoch zu halten, dass der menschliche Beobachter kein Farbflackern
erkennt und zugleich die Umschaltvorgänge mit einer möglichst geringen Frequenz umzusetzen,
da die Umschaltvorgänge zum einen Instabilitäten und zum anderen geringe Dunkelphasen
bedeuten können.
[0019] Es ist besonders bevorzugt, dass ein Quotient zwischen der Spannungsfrequenz und
der Farbmischfrequenz und/oder zwischen der zeitlichen Länge des Farbzeitfensters
und der zeitlichen Länge der Halbwelle als eine rationale Zahl ausgebildet ist. Somit
können Verhältnisse wie zum Beispiel 2:1, 3:1, 3:2, 4:1, 4:2, 4:3 etc. umgesetzt werden.
Besonders bevorzugt ist der Wert der Spannungsfrequenz ein ganzzeiliges Vielfaches
des Wertes der Farbmischfrequenz und/oder die Länge des Farbzeitfensters ein ganzzeiliges
Vielfaches der zeitlichen Länge der Halbwelle.
[0020] Allgemeiner ausgedrückt ist es bevorzugt, dass einer Anzahl von X aufeinanderfolgenden
Farbzeitfenstern eine Anzahl von Y aufeinanderfolgenden Halbwellen zugeordnet sind.
Die X Farbzeitfenster definieren dabei eine Farbperiode, die Y Halbwellen eine Spannungsperiode,
wobei die Farbperiode und die Spannungsperiode gleich lang ausgebildet sind. Es ist
jedoch möglich, dass Farbperiode und Spannungsperiode zueinander um einen festen und/oder
konstanten Phasenwinkel zueinander zeitlich versetzt angeordnet sind.
[0021] Aber auch in dieser Konstellation ist es möglich, dass der Phasenwinkel abhängig
von der Mischfarbe ist. So ist es besonders bevorzugt vorgesehen, dass die Anzahl
der Farbgruppen, die Anzahl der Farbzeitfenster innerhalb der Farbperiode und die
Anzahl der Halbwellen innerhalb der Spannungsperiode so gewählt sind, dass pro Halbwelle
nur ein Umschaltvorgang benötigt wird, um die Mischfarbe zu erzeugen. Beispielsweise
weist die LED-Beleuchtungsvorrichtung drei unterschiedliche Farbgruppen auf, wobei
sich das Farbzeitfenster über drei Halbwellen erstreckt. Bei einer angepassten Auswahl
des Phasenwinkels kann erreicht werden, dass in jeder Halbwelle nur ein Umschaltvorgang
benötigt wird, um jede beliebige Mischfarbe aus den drei Farben zu erreichen. Optional
ergänzend kann vorgesehen sein, dass der Phasenwinkel so gewählt wird, dass die Umschaltvorgänge
zu Beginn einer Halbwelle, zum Beispiel innerhalb der ersten 30 Prozent der zeitlichen
Länge einer Halbwelle, gelagert sind, da die Spannung in diesem Zeitabschnitt sehr
klein ist und dadurch etwaige zeitliche Verschiebungen im Umschaltvorgang nicht deutlich
bei der Mischfarbe erkennbar sind.
[0022] Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung erfolgt eine Veränderung
des Phasenwinkels zwischen Farbperiode und Spannungsperiode bzw. zwischen Farbzeitfenster
und Halbwelle im zeitlichen Verlauf. Während einer ersten Farbperiode bzw. während
eines ersten Farbzeitfensters weisen Farbperiode und Spannungsperiode bzw. Farbzeitfenster
und Halbwelle einen ersten Phasenwinkel auf. Während einer darauffolgenden zweiten
Farbperiode weisen Farbperiode und Spannungsperiode bzw. Farbzeitfenster und Halbwelle
einen davon abweichenden zweiten Phasenwinkel auf. Der zweite Phasenwinkel kann kleiner
oder größer als der erste Phasenwinkel sein. Erreicht wird eine derartige Phasenverschiebung
durch entsprechende Verkleinerung oder Vergrößerung der Dauer der Farbperiode bzw.
des Farbzeitfensters gegenüber der Dauer der Spannungsperiode bzw. der Halbwelle.
Da die Dauer der Halbwelle bzw. der Spannungsperiode üblicherweise durch das Spannungsnetz
fest vorgegeben sind, erfolgt eine Phasenverschiebung durch Veränderung, also Verkleinerung
oder Vergrößerung der Dauer des Farbzeitfensters.
[0023] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung umfasst die LED-Beleuchtungsvorrichtung
eine Schaltanordnung, wobei die Schaltanordnung ausgebildet ist, die LEDs einer Farbgruppe
in mindestens zwei Schaltzustände zu versetzen, wobei sich die Schaltzustände durch
die Durchlassspannung (ungleich 0V) der Farbgruppe unterscheiden. Die unterschiedlichen
Durchlassspannungen der Schaltzustände werden erreicht, indem die LEDs in Abhängigkeit
des Schaltzustandes in Serie beziehungsweise in Reihe oder parallel zueinander geschaltet
werden, um die Durchlassspannung zu ändern. Schaltet man beispielsweise zwei LEDs
mit jeweils einer Vorwärtsspannung von 3,4 Volt in Serie, so beträgt die gemeinsame
Durchlassspannung 6,4 Volt. Schaltet man diese parallel, so beträgt die Durchlassspannung
nur 3,4 Volt. Nach dieser Systematik können die LEDs auch in Teilgruppen - parallel
und seriell - geschaltet werden, um die unterschiedlichen Durchlassspannungen zu erreichen.
[0024] Bei einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist die Steuereinrichtung ausgebildet,
die Farbgruppen bei einer Aktivierung so anzusteuern, dass ein Schaltungszustand mit
einer Durchlassspannung aktiviert ist, wobei die Durchlassspannung kleiner oder gleich
zu dem Momentanwert der Versorgungsspannung ist. Dies wird insbesondere dadurch erreicht,
dass die LED-Leuchteinheit, insbesondere die Schaltanordnung, pro Halbwelle mindestens
zwei Mal, vorzugsweise mindestens vier Mal, angesteuert wird, den Schaltzustand und
damit die Durchlassspannung zu ändern.
[0025] Besonders bevorzugt ist die Steuereinrichtung ausgebildet, den Schaltzustand in der
Schaltungsanordnung zu aktivieren, der die höchste Durchlassspannung aufweist, welche
kleiner oder gleich zu dem Momentanwert der Versorgungsspannung ist.
[0026] Betrachtet man ein Farbzeitfenster, welches mindestens oder genau eine Halbwelle
umfasst, so wird zu Beginn der Halbwelle eine Farbgruppe in einem Schaltungszustand
mit einer Durchlassspannung aktiviert, welche kleiner ist als der Momentanwert der
Versorgungsspannung. Im weiteren zeitlichen Verlauf wird entweder - bei steigendem
Momentanwert der Versorgungsspannung - der Schaltungszustand der Farbgruppe geändert,
sodass diese eine höhere Durchlassspannung aufweist oder auf eine andere Farbgruppe
umgeschaltet, wobei diese andere Farbgruppe wieder einen Schaltzustand mit einer Durchlassspannung
aufweist, welcher an den Momentanwert der Versorgungsspannung angepasst ist. Auf diese
Weise wird erreicht, dass eine LED-Beleuchtungsvorrichtung mit einer gleichgerichteten
Wechselspannung als Versorgungsspannung eine konstante oder eine quasi konstante Mischfarbe
ausstrahlen kann.
[0027] Die LED-Beleuchtungsvorrichtung ist insbesondere als eine Lampe ausgebildet. Insbesondere
strahlt die Farbmischeinheit ein einheitliches oder flächiges Licht aus.
[0028] Bei einer möglichen Weiterbildung weist die LED-Beleuchtungsvorrichtung ein Einschaltmodul
auf, wobei das Einschaltmodul ausgebildet ist, bei einem Einschalten der LED-Beleuchtungsvorrichtung
einen konstanten Phasenversatz zwischen der Spannungsfrequenz und der Farbmischfrequenz
zu erzeugen. Der Phasenversatz kann z.B. über eine Zufallsfunktion erzeugt werden.
Alternativ kann der Phasenversatz anhand individueller Eigenschaften der LED-Beleuchtungsvorrichtung,
wie z.B. MAC-ID oder dergleichen erstellt werden. Der Phasenversatz kann einen beliebigen
Wert einnehmen oder ein ganzzahlig Vielfaches der der Periode der Spannungsfrequenz
sein. Der Vorteil des Einschaltmoduls ist es, dass bei einem parallelen Einschalten
von einer Mehrzahl von baugleichen LED-Beleuchtungsvorrichtungen diese gezielt aus
der Phase gebracht werden, so dass in einem durch die Mehrzahl der LED-Beleuchtungsvorrichtungen
beleuchteten Raum eine verbesserte Farbdurchmischung erreicht wird.
[0029] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben der LED-Beleuchtungsvorrichtung
wie diese zuvor beschrieben wurde. Es ist vorgesehen, dass die Steuereinrichtung die
Farbgruppen selektiv aktiviert und deaktiviert, sodass eine Mischfarbe erzeugt wird,
wobei die Farbgruppen innerhalb eines Farbzeitfensters so angesteuert werden, dass
diese nacheinander aktiviert werden, um die Mischfarbe während des Farbzeitfensters
zu erzeugen. Es ist vorgesehen, dass sich das Farbzeitfenster bei konstant angewählter
Mischfarbe ständig wiederholt.
[0030] Weitere Merkmale, Vorteile und Wirkungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der Erfindung sowie der beigefügten
Figuren. Dabei zeigen:
Figur 1 ein schematisches Blockdiagramm einer LED-Beleuchtungsvorrichtung als ein
Ausführungsbeispiel der Erfindung;
Figuren 2a, b, c Farbgruppen aus der LED-Beleuchtungsvorrichtung in der Figur 1 in
verschiedenen Schaltzuständen;
Figur 3 ein Graph zur Erläuterung der Synchronisation der Aktivierung und Deaktivierung
der Farbgruppen in der Figur 1;
Figuren 4a, b, c jeweils ein Kreisdiagramm zur Erläuterung der Einstellung einer Mischfarbe.
Figur 1 zeigt in einem schematischen Blockdiagramm eine LED-Beleuchtungsvorrichtung
1 als ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung, welche in einem Flugzeug als Passagierraumbeleuchtung
anordbar oder angeordnet ist. Die LED-Beleuchtungsvorrichtung 1 ist z.B. als eine
Flächenleuchte oder als eine indirekte Beleuchtung zur Beleuchtung einer Decke des
Passagierraums in dem Flugzeug ausgebildet.
[0031] Das Flugzeug stellt eine Wechselspannungsversorgung 2 mit einer Wechselspannung zur
Verfügung. Die effektive Spannung der Wechselspannung ist beispielsweise 115 Volt,
die Frequenz der Wechselspannungsversorgung 2 liegt zwischen 150 Hertz und 400 Hertz.
Sowohl die effektive Spannung als auch die Frequenz der Wechselspannung können im
Betrieb stark schwanken.
[0032] Nach einer Anschlussschnittstelle 3 zur Kopplung der LED-Beleuchtungsvorrichtung
1 mit der Wechselspannungsversorgung 2 folgt optional ein Netzfilter 4, welcher ausgebildet
ist, Störungen, welche in die Wechselspannungsversorgung 2 zurückgekoppelt werden
könnten, zu filtern.
[0033] Dem Netzfilter 4 ist ein Gleichrichter 5 nachgeschaltet, welcher ausgebildet ist,
die anliegende Wechselspannung beziehungsweise die gefilterte Wechselspannung in eine
gleichgerichtete Wechselspannung als eine Versorgungsspannung umzusetzen. Der Gleichrichter
5 ist beispielsweise als ein Brückengleichrichter ausgebildet. Die Versorgungsspannung
ist als eine gleichgerichtete Wechselspannung, insbesondere als eine pulsierende Gleichspannung,
mit zeitlich aufeinanderfolgenden Halbwellen ausgebildet. Zum Beispiel ist die Versorgungsspannung
durch eine Aneinanderreihung von Sinushalbwellen mit der zweifachen Frequenz der Wechselspannung
der Wechselspannungsversorgung 2 ausgebildet. Die Wiederholfrequenz der Halbwellen
der Versorgungsspannung definiert eine Spannungsfrequenz.
[0034] Die von dem Gleichrichter 5 bereitgestellte Versorgungsspannung beziehungsweise der
entsprechende Versorgungsstrom wird nachfolgend an eine Stromsenkeneinrichtung 6 -
auch elektronische Last genannt - weitergeleitet. Die Stromsenkeneinrichtung 6 ist
ausgebildet, geregelt oder gesteuert Strom und damit Leistung durch Umwandlung in
Wärme aus dem Schaltkreis zu entnehmen. Ausgehend von der Stromsenkeneinrichtung 6
werden eine LED-Spannung und ein LED-Strom an eine Farbmischeinheit 7 weitergeleitet.
[0035] Die LED-Beleuchtungsvorrichtung 1 umfasst zudem eine Steuereinrichtung 8, welche
wie hier gezeigt einteilig oder alternativ mehrteilig ausgebildet sein kann und welche
mindestens zur Ansteuerung der Farbmischeinheit 7 und der Stromsenkeneinrichtung 6
ausgebildet ist. Die Steuereinrichtung 8 kann zum Beispiel als ein programmierbarer
Mikrocontroller realisiert sein.
[0036] Als ein Eingangssignal erhält die Steuereinrichtung 8 die Versorgungsspannung oder
die Wechselspannung oder ein dazu äquivalentes oder synchronisiertes Signal. Die Farbmischeinheit
7 kann durch die Steuereinrichtung 8 kontrolliert werden, um zum einen auf unterschiedliche
Amplituden der Versorgungsspannung angepasst werden zu können und zum anderen unterschiedliche
Mischfarben erzeugen zu können.
[0037] Die Farbmischeinheit 7 umfasst drei Farbgruppen 9a, b, c, wobei jede der Farbgruppen
9 a, b, c eine Mehrzahl von LEDs (light emitting diodes) aufweisen, wobei sich die
LEDs der Farbgruppen 9 a, b, c durch die Leuchtfarbe unterscheiden. Beispielsweise
weist die Farbgruppe 9a nur rote (R) LEDs, die Farbgruppe 9b nur grüne (G) LEDs und
die Farbgruppe 9c nur blaue (B) LEDs auf. Beispielsweise umfasst jede der Farbgruppen
9 a, b, c mindestens drei, vorzugsweise mindestens sechs LEDs einer Leuchtfarbe.
[0038] Um eine Mischfarbe zu erzeugen, umfasst die LED-Beleuchtungsvorrichtung 1 und insbesondere
die Farbmischeinheit 7 eine Einrichtung 10 zum Umschalten der Farbgruppen 9a, b, c,
wobei die Einrichtung 10 durch die Steuereinrichtung 8 angesteuert werden kann, sodass
die Steuereinrichtung 8 über die Einrichtung 10 die Farbgruppen 9a, b, c selektiv
aktivieren und deaktivieren kann. Die Einrichtung 10 kann - wie in der Figur 1 gezeigt
- als eine separate Einrichtung ausgebildet sein, alternativ kann diese jedoch auch
in die Farbgruppen 9a, b, c integriert sein. Funktional betrachtet ist es möglich,
durch die Ansteuerung über die Steuereinrichtung 8 die Einrichtung 10 derart zu kontrollieren,
dass die Farbmischeinheit 7 eine Mischfarbe erzeugt.
[0039] Zudem umfassen die Farbgruppen 9a, b, c jeweils eine Schaltanordnung 11, welche es
ermöglicht, die Farbgruppen 9a, b, c über die Steuereinrichtung 8 in unterschiedliche
Schaltungszustände zu schalten, um auf unterschiedliche Amplituden der Versorgungsspannung
reagieren zu können.
[0040] Die Figur 2a zeigt beispielhaft eine der Farbgruppen - in diesem Beispiel die Farbgruppe
9a - mit einer Schaltanordnung 11 in einer stark schematisierten Darstellung. Die
Farbgruppe 9a, umfasst einen Eingang E und einen Ausgang A beziehungsweise einen ersten
und einen zweiten Pol, über welche die Farbgruppe 9a an die in der Figur 1 dargestellte
Spannungsversorgung angeschlossen wird.
[0041] Die Farbgruppe 9a umfasst in diesem Beispiel vier LED-Teilgruppen 12a, b, c, d, wobei
jede LED-Teilgruppe 12a, b, c, d mindestens eine LED aufweist. Insbesondere weist
jede LED-Teilgruppe 12a, b, c, d die gleiche Durchlassspannung - auch Vorwärtsspannung
genannt - auf. Die LEDs in den LED-Teilgruppen 12a, b, c, d können - wie symbolisch
in den Figuren 2a, b, c dargestellt - in jeder der LED-Teilgruppen 12a, b, c, d seriell
(beziehungsweise in Reihe) zueinander geschaltet sein. Bei abgewandelten Ausführungsbeispielen
können die LEDs in den LED-Teilgruppen 12a, b, c, d auch parallel, seriell oder parallel
und seriell gemischt zueinander verschaltet sein. In diesem Ausführungsbeispiel weist
jede LED-Teilgruppe 12a, b, c, d die gleiche Durchlassspannung auf. Die vier LED-Teilgruppen
12a, b, c, d sind in dem in der Figur 2a gezeigten ersten Schaltungszustand I der
Farbgruppe 9a elektrisch parallel zueinander angeordnet, sodass die Durchlassspannung
der Farbgruppe 9a der Durchlassspannung einer der LED-Teilgruppen 12a, b, c, d entspricht.
[0042] In der Figur 2b ist ein zweiter Schaltungszustand II dargestellt, wobei die LED-Teilgruppen
12a, b, c, d in der Farbgruppe 9a nur zum Teil elektrisch seriell (in Reihe) miteinander
verbunden sind. Beispielsweise ist vorgesehen, dass in der ersten Gruppe die LED-Teilgruppen
12a, b zueinander parallel angeordnet sind und in der zweiten Gruppe die LED-Teilgruppen
12c, d ebenfalls parallel zueinander angeordnet sind, jedoch die beiden Gruppen zueinander
seriell angeordnet sind. In dem Schaltungszustand II entspricht die Durchlassspannung
der Farbgruppe 9a nun der zweifachen Durchlassspannung einer der LED-Teilgruppen 12a,
b, c, d.
[0043] In der Figur 2c ist ein dritter Schaltungszustand III dargestellt, wobei nun alle
vier LED-Teilgruppen 12a, b, c, d zueinander elektrisch seriell (in Reihe) angeordnet
sind. Die Durchlassspannung der Farbgruppe 9a entspricht nun der vierfachen Durchlassspannung
einer der LED-Teilgruppen 12a, b, c, d.
[0044] Die Schaltungsanordnung 11 ist ausgebildet, die Farbgruppe 9a in die unterschiedlichen
Schaltungszustände I, II, III zu schalten. Eine entsprechende Schaltungsanordnung
11 für diese Art der Umschaltung lässt sich zum Beispiel mit Hilfe von Dioden und
Transistoren realisieren.
[0045] Die Art der Umschaltung auf verschiedene Schaltungszustände ist jedoch nicht auf
das beschriebene Beispiel begrenzt, sondern kann auch durch andere Schaltungsanordnungen
erreicht werden, wie zum Beispiel die in der Einleitung genannten LED-Beleuchtungsvorrichtungen.
Es ist auch möglich, dass in den Schaltungszuständen die LED-Teilgruppen 12a, b, c,
d deaktiviert werden.
[0046] Die anderen Farbgruppen 9b, c können ebenfalls Schaltungsanordnungen 11 aufweisen,
sodass auch diese Farbgruppen 9b, c in unterschiedliche Schaltungszustände mit unterschiedlichen
Durchlassspannungen gebracht werden können. Die Auswahl der Schaltungszustände erfolgt
durch die Steuereinrichtung 8. Es ist insbesondere möglich, dass die Einrichtung 10
in den Schaltanordnungen 11 integriert ist.
[0047] In der Figur 3 sind stark schematisiert Halbwellen H1, H2, H3 der Versorgungsspannung
13 über die Zeit t aufgetragen, wobei dargestellt ist, dass die Schaltungszustände
I, II - zunächst unabhängig von einer Leuchtfarbe betrachtet - stets so gewählt sind,
dass die Durchlassspannung kleiner ist als ein Momentanwert der Versorgungsspannung
11. Auf der anderen Seite wird die Farbmischeinheit 7 immer auf den Schaltungszustand
gesetzt, der die maximale Durchlassspannung hat, um Leistungsverluste zu minimieren.
[0048] Ohne weitere Maßnahmen würde der LED-Strom und daraus resultierend der Versorgungsstrom
und letztlich der Netzstrom aufgrund der Umschaltvorgänge in der Farbmischeinheit
7 zu einem Netzstromverlauf führen, welcher durch Inhomogenitäten und Zacken geprägt
ist. Um jedoch einen hohen Leistungsfaktor von z.B. größer als 0,99 zu erreichen,
steuert die Steuereinrichtung 8 die Stromsenkeneinrichtung 6 so an, dass der Versorgungsstrom
und damit der Netzstrom synchron zu der Versorgungsspannung beziehungsweise synchron
zu der Wechselspannung beziehungsweise zu der Netzspannung verläuft. Insbesondere
wird im Normalbetrieb die Stromsenkeneinrichtung 6 angesteuert, Strom und somit Leistung
in Wärme umzuwandeln, um den Leistungsfaktor hoch zu halten.
[0049] In der Figur 3 ist schematisch dargestellt, dass der Schaltzustand I so lange eingenommen
wird, bis die Versorgungsspannung 13 einen Wert oberhalb der Durchlassspannung des
Schaltzustandes II erreicht hat. Dann wird die Farbmischeinheit 7 umgeschaltet, sodass
der Schaltungszustand II genutzt wird. Es wäre auch möglich, einen dritten Schaltungszustand
III zu aktivieren. Nach dem Maximum der Halbwelle sinkt die Versorgungsspannung 13,
sobald diese die Durchlassspannung des Schaltzustandes II unterschreitet, wird die
Farbmischeinheit 7 auf den Schaltungszustand I umgesetzt. Es ist auch zu erkennen,
dass sobald der Momentanwert der Versorgungsspannung 13 unter der Durchlassspannung
des Schaltungszustandes I liegt, die Farbmischeinheit 7 vollständig deaktiviert wird
- beispielsweise durch eine Kurzschlusseinrichtung -, da der Momentanwert der Versorgungsspannung
13 nicht mehr ausreichend ist. In diesen Phasen wird der Versorgungsstrom in der Stromsenkeneinrichtung
6 in Wärme gewandelt, sodass der Leistungsfaktor hoch bleibt. Der Versorgungsstrom
14 läuft somit stets synchron zu der Versorgungsspannung 13.
[0050] Um eine Mischfarbe mit der Farbmischeinheit 7 zu erzeugen, wird ein zeitliches Multiplexen
umgesetzt, wobei die Farbgruppen 9a, b, c seriell nacheinander und ausschließlich
alternativ aktiviert und/oder abwechselnd aktiviert beziehungsweise deaktiviert werden.
Insbesondere ist jeweils nur eine einzige Farbgruppe 9a, b oder c aktiv.
[0051] Die LED-Beleuchtungsvorrichtung 1 umfasst eine Kontrolleinrichtung 15, welche die
Anwahl einer Mischfarbe für die Farbmischeinheit 7 ermöglicht. Die Mischfarbe wird
dadurch erzeugt, dass innerhalb eines Farbzeitfensters F die Farbgruppen 9a, b, c
nacheinander aktiviert werden, sodass das von einem Benutzer wahrgenommene Licht eine
Mischfarbe darstellt. Um jede beliebige in dem RGB-Farbraum erreichbare Farbe zu realisieren,
können die Anteile der Aktivierungszeiten der Farbgruppen 9a, b, c innerhalb des Farbzeitfensters
F durch die Kontrolleinrichtung 15 eingestellt werden. So wird bei dem in der Figur
3 gezeigten Beispiel zunächst die Farbgruppe 9c in der ersten Halbwelle H1, nachfolgend
die Farbgruppe 9a von der ersten Halbwelle H1 bis zur dritten Halbwelle H3 aktiviert
und am Ende der dritten Halbwelle H3 die Farbgruppe 9b aktiviert.
[0052] Somit werden während des Farbzeitfensters F, welches zeitlich mindestens eine Halbwelle,
in diesem Beispiel drei Halbwellen H1, H2, H3 umfasst, die Farbgruppen 9a, b, c, also
sämtliche Farbgruppen 9a,b,c der LED-Beleuchtungsvorrichtung 1 nacheinander aktiviert.
[0053] In den Figuren 4a, b, c sind unterschiedliche Mischfarben M1, M2, M3 dargestellt,
wobei die Mischfarben M1, M2, M3 durch unterschiedliche Zeitanteile der Farbgruppen
9a, b, c innerhalb des Farbzeitfensters F realisiert sind. In der Kreisdarstellung
nimmt das Farbzeitfenster 360° und die Halbwellen H1, H2, H3 jeweils 120° ein. So
erfolgt beispielsweise bei dem Übergang von der Mischfarbe M1 zu der Mischfarbe M2
eine Erhöhung des Grünanteils durch eine Verlängerung der Aktivierungszeit der Farbgruppe
9b und eine Erniedrigung des Rotanteils durch eine Verkürzung der Aktivierungszeit
der Farbgruppe 9a. Bei dem Umschalten der Farbgruppen 9a, b, c erfolgt jeweils ein
Umschaltvorgang U.
[0054] Die Umschaltvorgänge U sind so gelegt, dass jeweils nur ein Umschaltvorgang U pro
Halbwelle H umgesetzt wird, um Schaltzeitverluste gering zu halten. Dies wird ermöglicht,
dass das Farbzeitfenster F gegenüber den Halbwellen H1, H2, H3 um einen Phasenwinkel
verschoben wird, wie dies in der Figur 4c gegenüber der Figur 4b angedeutet ist, um
die Umschaltvorgänge U relativ zu den Halbwellen H1, H2, H3 zeitlich zu verschieben.
[0055] In Fig. 4a,b weist das Farbzeitfenster F gegenüber den Halbwellen H1, H2, H3 und
damit gegenüber der durch die drei Halbwellen H1, H2, H3 definierten Spannungsperiode
SP einen ersten Phasenwinkel auf, der in diesem Fall 0° beträgt, so dass das Farbzeitfenster
F sowie die drei Halbwellen H1, H2, H3 keine Phasenverschiebung aufweisen.
[0056] In Fig. 4c weisen das Farbzeitfenster F sowie die Halbwellen H1, H2, H3 einen von
0° verschiedenen Phasenwinkel auf. Eine derartige Phasenverschiebung wird durch entsprechende
Änderung der Dauer des Farbzeitfensters F gegenüber der Dauer der Halbwellen H1, H2,
H3 bzw. gegenüber der Dauer der Spannungsperiode SP erzielt. Nach einem derartigen
Übergang des Zustands von Fig. 4b in den Zustand der Fig. 4c bleibt der Phasenwinkel
zwischen dem Farbzeitfenster F gegenüber den Halbwellen H1, H2, H3 wiederum konstant.
Dies bedeutet, dass vor und nach einem derartigen Übergang die Dauer des Farbzeitfensters
F der Dauer der Spannungsperiode SP entspricht. In dem in Fig. 4c dargestellten Zustand
ist dann der Phasenwinkel zwischen Farbzeitfenster F und Spannungsperiode SP wiederum
konstant, aber im Gegensatz zu dem in Fig. 4b dargestellten Zustand ungleich null.
[0057] Zurückkehrend zu der Figur 3 ist eingezeichnet, dass das eine Farbzeitfenster F eine
Farbperiode FP und die drei Halbwellen eine Spannungsperiode SP bilden, wobei die
Farbperiode FP und die Spannungsperiode SP gleich lang ausgebildet sind, in der Figur
3 um einen Phasenwinkel 0 ° verschoben sind, jedoch auch um einen Phasenwinkel ungleich
0° zueinander zeitlich versetzt angeordnet sein können, wie dies beispielsweise in
Fig. 4b gezeigt ist.
Bezugszeichenliste
[0058]
- 1
- Beleuchtungsvorrichtung
- 2
- Wechselspannungsversorgung
- 3
- Anschlussschnittstelle
- 4
- Netzfilter
- 5
- Gleichrichter
- 6
- Stromsenkeneinrichtung
- 7
- Farbmischeinheit
- 8
- Steuereinrichtung
- 9a, b, c
- Farbgruppen
- 10
- Einrichtung
- 11
- Schaltanordnung
- 12a, b, c,
- d LED-Teilgruppen
- 13
- Versorgungsspannung
- 14
- Versorgungsstrom
- 15
- Kontrolleinrichtung
- I
- erster Schaltungszustand
- II
- zweiter Schaltungszustand
- III
- dritter Schaltungszustand
- A
- Ausgang
- E
- Eingang
- F
- Farbzeitfenster
- H1, H2, H3
- Halbwelle
- M1, M2, M3
- Mischfarben
- U
- Umschaltvorgang
1. LED-Beleuchtungsvorrichtung (1)
mit einer Farbmischeinheit (7), wobei die Farbmischeinheit (7) mindestens eine erste
und eine zweite Farbgruppe (9a, b, c) von LEDs aufweist, wobei sich die LEDs der Farbgruppen
(9 a, b, c) durch die Leuchtfarbe (R, B, G) unterscheiden,
mit einer Spannungsversorgung (5) zur Versorgung der Farbmischeinheit mit einer Versorgungsspannung
(13), wobei die Versorgungsspannung (13) die Form einer gleichgerichteten Wechselspannung
aufweist, wobei eine Wiederholfrequenz von Halbwellen (H1, H2, H3) der Versorgungsspannung
eine Spannungsfrequenz definiert,
mit einer Steuereinrichtung (8) zur selektiven Aktivierung und Deaktivierung der Farbgruppen
(9 a, b, c), wobei die Farbmischeinheit (7) durch die selektiv aktivierten und deaktivierten
Farbgruppen (9 a, b, c) eine Mischfarbe (M1, M2, M3) erzeugt,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Wiederholfrequenz von einem Farbzeitfenster (F) eine Farbmischfrequenz definiert,
wobei die Steuereinrichtung (8) ausgebildet ist, die Farbgruppen (9a, b, c) derart
anzusteuern, dass diese innerhalb des Farbzeitfensters (F) nacheinander aktiviert
werden, um die Mischfarbe (M1, M2. M3) während des Farbzeitfensters (F) zu erzeugen.
2. LED-Beleuchtungsvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Farbmischeinheit (7) innerhalb des Farbzeitfensters (F) zeitgleich jeweils
maximal eine einzige Farbgruppe (9a, b, c) aktiviert ist.
3. LED-Beleuchtungsvorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Mischfarbe (M1, M2, M3) während eines Farbzeitfensters (F) mindestens ein
Umschaltvorgang (U) zwischen den Farbgruppen (9a, b, c) erfolgt.
4. LED-Beleuchtungsvorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbmischfrequenz größer als 30 Hertz ist.
5. LED-Beleuchtungsvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbmischfrequenz der Spannungsfrequenz entspricht und/oder dass das Farbzeitfenster
(F) zeitlich gleichlang wie eine der Halbwellen (H1, H2, H3) ausgebildet ist.
6. LED-Beleuchtungsvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Halbwellen und die Farbezeitfenster um einen Phasenwinkel zueinander zeitlich
versetzt angeordnet sind.
7. LED-Beleuchtungsvorrichtung (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Phasenwinkel in Abhängigkeit der Mischfarbe (M1, M2, M3) gewählt ist.
8. LED-Beleuchtungsvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbmischfrequenz kleiner als die Spannungsfrequenz und/oder dass das Farbzeitfenster
(F) zeitlich länger als eine Halbwelle (H1, H2, H3) ausgebildet ist.
9. LED-Beleuchtungsvorrichtung (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Quotient zwischen Spannungsfrequenz und Farbmischfrequenz und/oder der Quotient
zwischen Farbzeitfenster (F) und Halbwelle (H1, H2, H3) als eine rationale Zahl ausgebildet
ist.
10. LED-Beleuchtungsvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Wert der Spannungsfrequenz ein ganzzahliges Vielfaches des Werts der Farbmischfrequenz
ist und/oder die die Länge des Farbzeitfensters (F) ein ganzzahliges Vielfaches des
Werts der zeitlichen Länge der Halbwelle (H1, H2, H3) ist.
11. LED-Beleuchtungsvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Anzahl von x aufeinanderfolgenden Farbzeitfenstern (F) einer Anzahl von y aufeinanderfolgenden
Halbwellen (H1, H2, H3) zugeordnet sind, wobei die x Farbzeitfenster (F) eine Farbperiode
(FP) und die y Halbwellen (H1, H2, H3) ein Spannungsperiode (SP) bilden, wobei die
Farbperiode (FP) und die Spannungsperiode (SP) gleichlang ausgebildet und um einen
Phasenwinkel zueinander zeitlich versetzt angeordnet oder anordbar sind.
12. LED-Beleuchtungsvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Schaltanordnung (11), wobei die Schaltanordnung (11) ausgebildet ist, die LEDs
einer Farbgruppe (9a, b, c) in mindestens zwei Schaltzustände (I, II, III) zu versetzen,
wobei sich die Schaltzustände (I, II, III) durch die Durchlassspannung der Farbgruppe (9 a, b, c) unterscheiden.
13. LED-Beleuchtungsvorrichtung (1) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (8) die Farbgruppen (9 a, b, c) bei einer Aktivierung so ansteuert,
dass ein Schaltungszustand (I,II,III) mit einer Durchlassspannung aktiviert ist, wobei
die Durchlassspannung kleiner oder gleich zu dem Momentanwert der Versorgungsspannung
(13) ist.
14. LED-Beleuchtungsvorrichtung (1) nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaltungszustand (I, II, III) aktiviert ist, der die höchste Durchlassspannung
aufweist, welche kleiner oder gleich zu dem Momentanwert der Versorgungsspannung (13)
ist.
15. Verfahren zum Betreiben der LED-Beleuchtungsvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (8) die Farbgruppen (9a, b, c) selektiv aktiviert und deaktiviert,
sodass eine Mischfarbe (M1, M2, M3) erzeugt wird, wobei die Farbgruppen (9 a, b, c)
innerhalb des Farbzeitfensters (F) so angesteuert werden, dass diese nacheinander
aktiviert werden, um die Mischfarbe (M1, M2, M3) während des Farbzeitfensters (F)
zu erzeugen.