Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Kühlen von Walzgut, bevorzugt
in einer Walzstraße.
Stand der Technik
[0002] Vorrichtungen und Verfahren zum Kühlen von Walzgut in einer Walzstraße sind wohlbekannt.
Bei der Erzeugung von Band und Blech in Walzstraßen ist aus unterschiedlichen Gründen
die Kontrolle und Führung der Metalltemperatur von höchster Bedeutung. Beim Warmbandwalzen
von Stahl oder beim Grobblechwalzen kann das Walzgut nach dem Fertigwalzen durch gezielte
Temperaturführung in verschiedenste Gefügezustände überführt werden, welche zum Beispiel
ferritische, perlitische, bainitische oder martensitische Bestandteile aufweisen können.
Diese Temperaturführung geschieht durch Kühleinrichtungen hinter den Fertigstraßen,
welche in unterschiedlichen Bauformen bekannt sind.
[0003] Auch bei anderen Werkstoffen, wie beispielsweise bei Aluminium, Kupfer und Kupferlegierungen,
Magnesium, Titan, Nickel und anderen Metallen sind ebenfalls Kühlstrecken bekannt,
um ähnliche Beeinflussungen des Walzgutes durchzuführen.
[0004] In Kaltwalzwerken für Stahl oder andere Metalle erwärmt sich das Walzgut durch die
eingebrachte Walzenergie beim Umformen. Auch hier müssen bestimmte schädliche Temperaturbereiche
für das Walzgut vermieden werden, wie beispielsweise bei Stahl der Temperaturbereich
der Blausprödigkeit. Bestimmte Werkstoffe neigen weiterhin auch bei erhöhten Temperaturen
zur Grobkornbildung. Entsprechend finden auch in Kaltwalzwerken Bandkühlungseinrichtungen
Anwendung.
[0005] Beim Einsatz von Walzölen, wie beispielsweise Kerosin, welche zur Selbstentzündung
neigen und sich sehr schnell entzünden können, muss die Temperatur des Walzgutes ebenfalls
kontrolliert werden, um eine solche Entzündung zu verhindern.
[0006] In diesem Zusammenhang sind beispielsweise Spritzkühlungen bekannt, welche ein Kühlmedium
mittels Düsen auf das Band leiten.
[0007] Beispielsweise aus der
EP 1 527 829 A1 ist eine solche Kühlvorrichtung bekannt, welche das Kühlmedium mittels Düsen auf
das Walzgut aufbringt.
[0008] Ferner ist aus der
JP S63 101017 A eine Kühlvorrichtung zum Kühlen von Heißbändern gezeigt. Dabei wird Kühlwasser unter
Hochdruck direkt auf das Band gestrahlt. Um bei dieser Spritzkühlung zu verhindern,
dass das auf das Band gestrahlte Kühlwasser ungehindert in umliegende Bereiche spritzt,
sondern gezielt abgeführt werden kann, verfügt die Kühlvorrichtung einerseits über
im Wesentlichen parallel zum Band ortsfest angeordnete Abführplatten und andererseits
über ortsfeste Entwässerungsrollen. Die unterhalb des Bandes platzierte ortsfeste
untere Abführplatte verhindert ein unkontrolliertes Abfließen bzw. Abtropfen des Kühlwassers
in untere Bereiche der Kühlvorrichtung. Sie leitet das abtropfende Kühlwasser zu einer
unteren Entwässerungsrolle, mittels welcher auch an der Unterseite des Bandes anhaftendes
Kühlwasser von diesem abgestreift wird. Mittels der ortsfesten oberen Entwässerungsrolle
wird das oberhalb des Bandes befindliche Kühlwasser von der Oberseite des Bandes abgeschöpft,
und zum gezielten Ableiten auf die obere Abführplatte gefördert.
[0009] Weiterhin sind auch Laminarkühlungen bekannt, welche einen Strahl beinahe druckfrei
auf das Walzgut leiten. Weiterhin ist eine Kühleinrichtung nach
DE 197 18 530 A1 besonders für Warmbreitband im Gleichstrom bekannt, bei der die Intensität der Kühlung
durch relative Abstimmung voneinander unabhängig einstellbarer Parameter (Kühlzeit,
Volumenstrom, Druck, etc.) gesteuert wird. Dabei wird zur Vermeidung von instabiler
Filmverdampfung ein Sicherheitsabstand zum Siedepunkt des Kühlmediums eingehalten.
[0010] Bekannt sind hierbei auch Intensivkühlungen, Mulpic-Systeme, Zwischengerüstkühlungen,
Laminarkühlstrecken bei der Warmbanderzeugung sowie Spritzkühlungen. Diese Anlagen
werden häufig gekapselt ausgeführt, um das abfließende Kühlmedium kontrollieren zu
können.
[0011] Nachteilig an den vorbekannten Lösungen ist, dass das Kühlmedium in einem Strahl
auf das Blech oder Band oder anderes Walzmedium geleitet wird und dort mit einiger
kinetischer Energie auftrifft. In dem Punkt des Auftreffens des Strahlens auf das
Walzgut entsteht ein hoher Wärmeübergang. Dabei zerfällt der Strahl jedoch vollständig
und die kinetische Energie des Strahles wird entzogen. Daraus bildet sich dann ein
chaotisch abfließendes Kühlmedium, welches dann eine deutlich geringere Kühlwirkung
auf das Band hat.
[0012] Der Strahl des Kühlmediums zerfällt dabei unkontrolliert und verteilt sich unterschiedliche
Richtungen. Bei langsam laufendem Walzgut fließt das Kühlmedium dann in Richtung des
Strahles ab. Bei schnelllaufendem Band hingegen wird das Kühlmedium mit dem Band mitgeschleppt.
Ein Vorhandensein von Kühlmedium außerhalb der Kühleinrichtung ist jedoch in der Regel
unerwünscht, da ein entsprechend mit Kühlmedium belegtes Band von Umlenkrollen rutschen
kann, die Walzhalle selbst verunreinigen kann, das Band verunreinigen kann, unterschiedliche
Emissionen ausströmen kann, wie beispielsweise Geruch und Aerosole, Messgeräte stören
kann, beispielsweise optische und radiometrische Messgeräte sowie eine nachteilige
Wirkung auf das Walzgut um Walzspalt zur Einstellung der tribologisch korrekten Zustände
im Walzspalt haben kann.
[0013] Die bekannten Kühleinrichtungen werden entsprechend zur Vermeidung des Eintragens
von Kühlmedium in andere Anlagenbereiche berührend mit Rollen und Dichtungen oder
ähnlichem abgedichtet, wie beispielsweise auch aus der
DE 28 44 434 A1 offenbart.
Darstellung der Erfindung
[0014] Ausgehend von dem genannten Stand der Technik ist es eine Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, eine Vorrichtung zum Kühlen von Walzgut anzugeben, welche eine gleichmäßigere
Wärmeübertragung aufweist sowie die Verschmutzung der Umgebung reduziert.
[0015] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung zum Kühlen von Walzgut mit den Merkmalen
des Anspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0016] Entsprechend weist die Vorrichtung zum Kühlen von Walzgut, bevorzugt zum Kühlen beim
Kaltwalzen, eine Düse zum Aufbringen eines Kühlmediums auf das Walzgut auf. Erfindungsgemäß
ist eine mit der Düse in Fluidkommunikation stehende und sich parallel zur Bandlaufebene
erstreckende Kühlkammer zum Aufbringen des Kühlmediums auf das Walzgut vorgesehen,
wobei die Vorrichtung eine Verstellvorrichtung zur Umkehrung der Flussrichtung des
Kühlmediums in der Kühlkammer durch Verschieben einer äußeren Hülle der Vorrichtung
aufweist, wobei die Hülle von einer ersten Position in eine zweite Position verschiebbar
ist, so dass je nach Stellung der äußeren Hülle zwei Zuführungen und zwei Abläufe
derart miteinander verbindbar sind, dass die Flussrichtung des Kühlmediums änderbar
ist.
[0017] Durch die Ausbildung einer sich entlang des Walzgutes bzw. entlang der Bandlaufebene
erstreckenden Kühlkammer zum Aufbringen des Kühlmediums auf das Walzgut wird eine
definierte Führung des Kühlmediums erreicht. Bei einer entsprechenden Ausbildung der
Kühlkammer kann auch eine deutlich längere Einwirkzeit des Kühlmediums auf das Walzgut
erreicht werden, und die Einwirkung ist geometrisch definiert und kann kontrolliert
ausgeführt werden.
[0018] Darüber hinaus wird ein unkontrolliertes Ablaufen des Kühlmediums vom Walzgut unterbunden,
so dass ein unerwünschter Eintrag von Kühlmedium in andere Anlagenbereiche reduziert
werden kann.
[0019] Im Gegensatz zu Spritzkühlungen kann auch die Oberfläche, auf welche das Kühlmedium
einwirkt, deutlich vergrößert werden, da der Kühlkanal die Möglichkeit bereit stellt,
einen geometrisch definierten Bereich mit Kühlmedium zu versehen.
[0020] Ein Abspritzen des Kühlmediums nach dem Auftreffen auf das Walzgut wird auf die erfindungsgemäße
Weise ebenfalls vermieden. Darüber hinaus kann auch das Druckniveau des Kühlmediums
durch die gezielte Führung des Kühlmediums entlang des Walzgutes reduziert werden,
wodurch entsprechend eine Energieersparnis erreicht werden kann, da das Kühlmedium
nicht unter so starken Druck gesetzt werden muss.
[0021] Bevorzugt wird die Kühlkammer dabei zwischen dem Walzgut und einem Kammerdach ausgebildet.
Auf diese Weise wird der direkte Kontakt zwischen dem Kühlfluid und dem Walzgut erreicht
und Abstandsvariationen zwischen dem Kammerdach und dem Walzgut können einfach über
die Einstellung des Volumenstromes ausgeglichen werden.
[0022] Bevorzugt ist die Düse so ausgebildet, dass das Kühlmedium in einer im Wesentlichen
gleichmäßigen Strömung in die Kühlkammer leitbar ist. Durch die Ausbildung einer gleichmäßigen
Strömung kann eine gleichmäßige Verteilung des Wärmeüberganges erreicht werden.
[0023] Als besonders geeignete Form der Düse kann dabei eine Schlitzdüse angesehen werden,
die über die Breite der Kühlkammer einen äquidistanten Spalt aufweist.
[0024] Bevorzugt ist der Übergang von der Düse in die Kühlkammer mit einer Abrisskante versehen,
die sich zum Beispiel in Form eines Höhenversatzes zwischen Düsenspalt und Kühlkammerdach
realisieren lässt. Dadurch wird vermieden, dass die zugeführte Fluidströmung beim
Austritt aus dem Düsenspalt am Kühlkammerdach haftet bzw. bevorzugt diesem folgt und
nicht wie gewünscht den Düsenspalt in Richtung Bandoberfläche verlässt und damit die
Kühlkammer füllt.
[0025] Bevorzugt ist die Kühlkammer so ausgebildet, dass das Kühlmedium in einer im Wesentlichen
gleichmäßigen Strömung durch die Kühlkammer hindurch fließen kann. Hier ist es von
besonderem Vorteil, wenn der Querschnitt der Kühlkammer in Bandlaufrichtung im Wesentlichen
konstant ist. So kann durch die gleichmäßige Strömung in der Kühlkammer auch eine
gleichmäßige Kühlung über die Kontaktfläche hinweg erreicht werden. Eine solche gleichmäßige
Kühlung wäre bei Ausbildung von Wirbeln nicht mehr gegeben.
[0026] In einer weiteren bevorzugten Weiterbildung erstreckt sich die Kühlkammer entgegen
der Bandlaufrichtung derart, dass das Kühlmedium entgegen der Bandlaufrichtung geführt
wird. Besonders bevorzugt ist in diesem Zusammenhang, wenn die Düse in Bandlaufrichtung
hinter der Kühlkammer liegt. Durch die gegenläufige Kühlung wird ein besonders effektiver
Einsatz des Kühlmediums erreicht. Insbesondere wird das Kühlmedium am kältesten Bereich
des Walzgutes zuerst eingesetzt und fließt dann zu wärmeren Bereichen des Walzgutes,
wodurch in allen Bereichen ein optimaler Wärmeübergang stattfindet.
[0027] Die Kühlkammer kann mindestens ein sich parallel zum Walzgut erstreckendes Kühlkammerdach
und bevorzugt mindestens eine sich senkrecht zum Walzgut und in Bandlaufrichtung erstreckende
Seitenwand zur seitlichen Begrenzung der Kühlkammer aufweisen. So lässt sich die Kühlkammer
auf einfache Weise aufbauen.
[0028] An der Austrittseite der Strömung aus der Kühlkammer kann in einer weiteren bevorzugten
Weiterbildung der Kühlvorrichtung eine Strömungsbremse zum Beispiel in Form einer
beabstandeten Dichtleiste oder einer ähnlichen Kühlkammerverengung angebaut werden,
die das ungehinderte Ausströmen des Fluids aus der Kühlkammer verhindert.
[0029] Für die Anpassung der Kühlkammer an unterschiedliche Bandbreiten des zu kühlenden
Walzgutes verfügt die Vorrichtung in einer bevorzugten Form über mindestens eine verstellbare
Seitenwand, die in einem definierten Abstand zur Bandbreite des zu kühlenden Walzgutes
positioniert wird. Dadurch wird eine optimale Führung der Strömung in der Kühlkammer
sichergestellt und das Entstehen von Wirbeln wird vermieden.
[0030] Zum erneuten Entfernen des Kühlmediums von dem Walzgut kann sich an die Kühlkammer
in Strömungsrichtung eine Ablaufkammer zum Entfernen des Kühlmediums vom Walzgut anschließen.
Besonders bevorzugt in diesem Zusammenhang ist es, wenn die Ablaufkammer gegenüber
der Kühlkammer erweitert ist, um die Strömungsgeschwindigkeit des Kühlmediums in der
Ablaufkammer gegenüber der Strömungsgeschwindigkeit der Kühlkammer zu reduzieren.
[0031] In einer bevorzugten Weiterbildung ist die Zufuhr an Kühlmedium in die Düse regelbar,
bevorzugt über eine regelbare Pumpeinheit, und die Zufuhr des Kühlmediums wird abhängig
von unterschiedlichen Parametern des Walzgutes, bevorzugt abhängig von der Temperatur
des Walzgutes, des Materials des Walzgutes, und/oder des Restfluids auf dem Walzgut
nach dem Durchlaufen der Vorrichtung bestimmt.
[0032] Um ein Einfädeln des Walzgutes zu ermöglichen, kann die Kühlkammer von der Ebene
des Walzguts fortbewegbar sein.
[0033] Um andere Anlagenkomponenten vor Verschmutzung zu bewahren, kann mindestens eine
Abströmvorrichtung eine Vorrichtung zur Entfernung von überschüssigem Kühlmedium auf
dem Walzgut außerhalb der Kühlkammer vorgesehen sein, bevorzugt in Form einer Abblasvorrichtung,
einer Abspritzung, einer Absaugvorrichtung, einer Querabblasung und/oder eines Gebläses.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0034] Bevorzugte weitere Ausführungsformen und Aspekte der vorliegenden Erfindung werden
durch die nachfolgende Beschreibung der Figuren näher erläutert. Dabei zeigen:
- Figur 1
- schematisch eine Walzstraße mit Walzgerüsten und Vorrichtungen zum Kühlen;
- Figur 2
- schematisch ein Reversiergerüst mit einer Vorrichtung zum Kühlen;
- Figur 3
- eine Vorrichtung zum Kühlen von Walzgut mit einer Kühlkammer;
- Figur 4
- die Vorrichtung zum Kühlen gemäß Figur 3 mit detaillierter Darstellung der Strömungsverhältnisse;
- Figur 5
- ein Vergleich der Wärmeübergänge bei einer Vorrichtung zum Kühlen von Walzgut, so
wie sie oben vorgeschlagen ist, und einer herkömmlichen Spritzkühlung;
- Figur 6
- eine schematische Darstellung einer besonders vorteilhaften Ausführung des Übergangs
zwischen Düse und Kühlkammer;
- Figur 7
- eine schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführung der Bandkühlung mit verstellbaren
Seitenwänden zur Anpassung an die Bandbreite;
- Figur 8
- eine schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführung der Bandkühlung mit Strömungsbremse
am Strömungsaustritt der Kühlkammer;
- Figur 9
- eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zum Kühlen von Walzgut in einem weiteren
Ausführungsbeispiel;
- Figur 10
- eine Vorrichtung zum Kühlen von Walzgut mitsamt einer Ablaufkammer;
- Figur 11
- eine Vorrichtung zum Kühlen des Walzgutes mit einer Ablaufkammer auf beiden Seiten
des Bandes;
- Figur 12
- a) + b) eine Darstellung einer Vorrichtung zum Kühlen eines Bandes mit einer Ablaufkammer,
welche je nach Bandlaufrichtung einstellbar ist;
- Figur 13
- schematische Darstellung des Öffnens der Vorrichtung zum Kühlen zum Einfädeln des
Bandes;
- Figur 14
- eine weitere Vorrichtung zum Kühlen von Walzgut mit beidseitigen Abströmeinrichtungen
mit Sperrfunktion und Ableitschild
- Figur 15
- schematisch eine Steuervorrichtung mitsamt der Vorrichtung zum Kühlen von Walzgut.
Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
[0035] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele anhand der Figuren beschrieben.
Dabei werden gleiche, ähnliche oder gleichwirkende Elemente mit identischen Bezugszeichen
bezeichnet und auf eine wiederholte Beschreibung dieser Elemente wird teilweise verzichtet,
um Redundanzen in der Beschreibung zu vermeiden.
[0036] Figur 1 zeigt schematisch eine Walzstraße mit mehreren Walzgerüsten 1, mittels welchen
das Walzgut 2 dünner gewalzt wird. Vor dem ersten Gerüst, hinter dem letzten Gerüst,
sowie zwischen den Gerüsten sind Kühlvorrichtungen 3 zum Kühlen des Walzgutes 2 schematisch
gezeigt.
[0037] Figur 2 zeigt eine weitere Walzstraße, in diesem Fall mit einem ebenfalls schematisch
angedeuteten Reversiergerüst 1, vor und hinter welchem jeweils Kühlvorrichtungen 3
zur Kühlung des Walzgutes 2 vorgesehen sind.
[0038] Aus den Figuren 1 und 2 wird unmittelbar klar, dass die Kühlvorrichtung 3 an jeder
beliebigen Stelle vor, zwischen bzw. hinter den jeweiligen Walzgerüsten 1 angeordnet
werden kann. Es besteht entsprechend Freiheit dahingehend, die Kühlvorrichtungen 3
so anzuordnen, dass sie dem jeweiligen Walzfall am besten dienen.
[0039] Figur 3 zeigt schematisch eine Kühlvorrichtung 3, welche über einen Zulauf 30 mit
Kühlmedium versorgt wird. Der Zulauf 30 ist so mit einem Diffusor versehen, dass das
Kühlmedium 34 gleichmäßig in eine den Diffusor umgebende Düse 32 eingebracht wird.
[0040] In der schematisch gezeigten Düse 32 wird das Kühlmedium 34 aufgrund der Geometrie
der Düse 32, insbesondere durch eine entsprechende Verengung, in eine gleichmäßige,
beschleunigte Strömung geformt mit der es die Düse 32 verlässt.
[0041] An die Düse 32 schließt sich eine Kühlkammer 4 an, welche sich im Wesentlichen parallel
zur durch das Walzgut 2 definierten Ebene 10, welche auch als Bandlaufebene bezeichnet
wird, erstreckt und welche zum Aufbringen des Kühlmediums 34 auf das Walzgut 2 geeignet
ist. Die Kühlkammer 4 erstreckt sich entsprechend bei eingefädeltem Walzgut 2 auch
im Wesentlichen parallel zum Walzgut 2. In der Kühlkammer 4 fließt das Kühlmedium
34 aus der Düse 32 entsprechend weiter und kommt mit dem Walzgut 2 in Kontakt. Entsprechend
findet ein Wärmeübergang vom Walzgut 2 zum Kühlmedium 34 zumindest im Bereich der
Kühlkammer 4 statt. Wie nachfolgend zu Figur 5 beschrieben wird, findet durch die
lange und definierte Kontaktzeit des Kühlmediums 34 mit dem Walzgut 2 - verglichen
mit einem einfachen Besprühen des Walzgutes 2 - eine effiziente Kühlung des Walzguts
2 statt.
[0042] Die Kühlkammer 4 besteht im Wesentlichen aus einem Kammerdach 40, welches sich bevorzugt
direkt anschließend an die Düse 32 erstreckt. Das Kammerdach 40 ist dabei gegenüberliegend
der oberen Oberfläche 20 des Walzgutes 2 so angeordnet, dass das in der Düse 32 fließende
Kühlmedium 34 von der Düse 32 in die Kühlkammer 4 geleitet wird, in welcher das Kühlmedium
34 dann in einer im Wesentlichen wirbelfreien Strömung am Walzgut 2 entlangströmt.
[0043] Durch den fetten Pfeil ist die Bandlaufrichtung W des Walzgutes 2 angedeutet. Es
ist sofort zu erkennen, dass sich die Kühlkammer 4 ausgehend von der Düse 32 entgegen
die Bandlaufrichtung erstreckt. Mit anderen Worten ist die Düse 32 in Bandlaufrichtung
W hinter der Kühlkammer 4 angeordnet.
[0044] Der Querschnitt in Bandlaufrichtung W der Kühlkammer 4 ist im Wesentlichen konstant,
so dass die Strömungsgeschwindigkeit des Kühlmediums 34 in der Kühlkammer 4 im Wesentlichen
konstant ist und gleichzeitig auch eine im Wesentlichen wirbelfreie Strömung ausgebildet
werden kann. Damit kommt das Kühlmedium 34 im Bereich der Kühlkammer 4 so mit dem
Walzgut 2 in Kontakt, dass hier eine effiziente und gleichmäßige Strömung ohne Wirbel
vorliegt.
[0045] Am Ende der Kühlkammer 4 tritt das Kühlmedium 34 mit diffuser Strömung aus und kann
auf übliche Weise aufgenommen werden.
[0046] Figur 4 zeigt den in Figur 3 bereits schematisch dargestellten Aufbau der Kühlvorrichtung
3 noch einmal detailliert, besonders bezüglich der Strömungsverhältnisse. Die Bandlaufrichtung
W des Walzgutes 2 ist wiederum durch den fetten Pfeil angedeutet.
[0047] Schematisch ist die Geschwindigkeitsverteilung der Strömung innerhalb der Kühlkammer
4 gezeigt. In der linken unteren Darstellung ist das weitgehend symmetrische Geschwindigkeitsprofil
der Strömung ohne Bandlauf bzw. ohne Bandgeschwindigkeit dargestellt. Mit Bandlauf
bzw. mit Bandgeschwindigkeit stellt sich wie in der rechten unteren Darstellung skizziert
ein unsymmetrisches Geschwindigkeitsprofil ein. Durch den Bandlauf wird die Relativgeschwindigkeit
zwischen Strömung und Bandoberfläche vergrößert, was die Kühlwirkung, d. h. den Wärmeübergang
von der Bandoberfläche zum Kühlmedium verstärkt.
[0048] Die Düse 32 ist entsprechend ausgebildet, um eine gleichmäßige Strömungsgeschwindigkeit
über die Kühlkammer 4 hinweg zu erreichen.
[0049] Figur 5 zeigt in einem Vergleich die Kühlvorrichtung 3, so wie sie in den Figuren
2 und 3 gezeigt ist, gegenüber einer herkömmlichen Sprühvorrichtung 3'. Bei der Kühlvorrichtung
3 gemäß den Figuren 2 und 3 wird eine im Wesentlichen gleichmäßige Strömung ausgebildet,
welche durch die Kühlkammer 4 hindurch geleitet wird. Entsprechend kann im Bereich
der Kühlkammer 4 ein Wärmeübergang, so wie er schematisch unterhalb dieser Vorrichtung
gezeigt ist, erreicht werden. Entsprechend ergibt sich auf der Oberfläche 20 des Walzgutes
2 ein konstanter Wärmeübergang, wie sich aus dem darunter angeordneten schematischen
Diagramm ergibt.
[0050] Hingegen hat die Sprüheinrichtung 3', wie durch die Pfeile angedeutet, im Auftreffpunkt
des Strahles eine hohe Verwirbelung und ein starkes Abspritzen des Kühlmediums zur
Folge. Die resultierende Kühlwirkung ist entsprechend nur punktuell zu sehen, wie
sich aus dem schematisch angedeuteten Diagramm ergibt.
[0051] In Figur 6 ist eine bevorzugte Form der Kühlvorrichtung 3 schematisch dargestellt,
bei der im Übergang von der Düse 32 in die Kühlkammer 4 eine Abrisskante erkennbar
ist. Diese hat die Aufgabe, ein Anhaften der Fluidströmung am Kühlkammerdach zu vermeiden
und somit die Fluidströmung an die Bandoberfläche zu leiten und die Kühlkammer besser
zu füllen. Die Abrisskante ist in diesem Beispiel durch einen Höhenversatz zwischen
Düsenspalt und Kammerdach dergestalt realisiert worden, dass der Abstand des Kammerdachs
zur Bandoberfläche größer als die Höhe H des Düsenspalte gegenüber der Bandoberfläche.
[0052] Die Figur 7 zeigt eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Kühleinrichtung, bei
der die Breite der Kühlkammer 4 an die Breite des aktuellen Bandmaterials angepasst
wird. Dies geschieht in dem dargestellten Beispiel durch das Verschieben der beiden
Seitenwände der Kühlkammer 4, die sich im Wesentlich parallel zur Bandbreite orientieren.
Die Seitenwände sind in Figur 7 strichpunktiert dargestellt; ihre Verschiebung ist
möglich in Richtung der Doppelpfeile. Durch diese Anpassung der Kanalbreite wird eine
optimale Führung der Strömung entlang des Walzgutes sichergestellt und der Bildung
von Wirbeln entgegengewirkt. Der Abstand zwischen Bandkante und der Seitenwand der
Kühlkammer liegt dabei im Bereich 2mm bis 100mm, bevorzugt im Bereich 10mm bis 50mm,
wobei die Kanalbreite weniger als 10% größer als die Bandbreite des Walzgutes sein
darf.
[0053] Die Figur 8 stellt eine weiter bevorzugte Ausführungsform der Kühleinrichtung da,
bei der am Strömungsaustritt eine Strömungsbremse in Form z.B. einer zur Bandoberfläche
beabstandeten Dichtleiste oder einer ähnlichen Kühlkammerverengung das ungehinderte
Ausströmen des Kühlfluids aus der Kühlkammer verhindert.
[0054] In Figur 9 ist eine weitere Kühlvorrichtung 3 in einer weiteren Ausführungsform gezeigt,
wobei hier die beispielsweise bereits in den Figuren 2 und 3 gezeigten Kühlvorrichtungen
3 nun auf beiden Seiten des Walzguts 2 angeordnet sind. Entsprechend kann hier sowohl
die Oberseite als auch die Unterseite des Walzgutes 2 gekühlt werden.
[0055] Figur 10 zeigt eine weitere Ausführungsform einer Kühlvorrichtung 3, wobei wieder
die bereits aus den vorhergehenden Ausführungsbeispielen bekannte Anordnung von Düse
32 und Kühlkammer 4 vorgesehen ist. An die Kühlkammer 4 schließt sich nun in Strömungsrichtung
eine Ablaufkammer 5 an, welche dazu ausgebildet ist, das in der Kühlkammer 4 fließende
Kühlmedium 34 wieder aufzunehmen und abzuführen.
[0056] Die Ablaufkammer 5 ist so ausgebildet, dass sie sich an das Kammerdach 40 der Kühlkammer
4 anschließt und ein Aufnahmevolumen 50 bereitstellt, in welchem eine schematisch
angeordnete seitliche Ablauföffnung 52 vorgesehen ist. Das Kühlmedium 34 fließt in
die Ablauföffnung 52 hinein und kontaminiert entsprechend die Umgebung und das Walzgut
2 nicht weiter. Weiterhin ist es auf diese Weise einfach, das Kühlmedium 34 in einem
Kreislauf zu führen, da es über den Zulauf 30 und die Düse 32 in Kontakt mit dem Walzgut
2 gebracht wird und über die Ablaufkammer 5 dann wieder vom Walzgut 2 abgenommen wird.
[0057] Figur 11 zeigt eine entsprechende Ausbildung, bei welcher wiederum auf der Oberseite
als auch der Unterseite des Walzgutes 2 eine entsprechende Vorrichtung mit Ablauf
gezeigt ist.
[0058] In Figur 12 ist eine weitere Vorrichtung zum Kühlen von Walzgut 2 vorgesehen, wobei
wiederum die Vorrichtung zum Kühlen mit der Düse 32, der Kühlkammer 4 und der Ablaufkammer
5 vorgesehen ist. Mittels Stellzylindern 6 kann die äußere Hülle 7 der Vorrichtung
entsprechend so manipuliert werden, dass die Flussrichtung des Kühlmediums 34 geändert
werden kann. Dies ist beispielsweise bei einer Umkehr der Bandlaufrichtung von Bedeutung
- beispielsweise in einem Reversiergerüst.
[0059] Hierzu wird die äußere Hülle 7 von einer ersten Position, welche oben unter 12a)
dargestellt ist, in eine zweite Position, welche unten unter 12b) gezeigt ist, verschoben.
Entsprechend sind zwei Zuführungen 30 und zwei Abläufe 52 vorgesehen, die je nach
Stellung der äußeren Hülle 7 miteinander verbunden werden, um einen entsprechenden
Fluss des Kühlmediums 34 zu erreichen.
[0060] Figur 13 zeigt allgemein, wie die gesamte Vorrichtung auf der Oberseite und auf der
Unterseite vom Walzgut 2 bzw. von der Walzgutebene 100 weggeklappt werden kann, um
hier ein flexibles Einfädeln oder eine flexible Wartung zu ermöglichen.
[0061] Figur 14 entspricht im Prinzip dem in den Figuren 7 und 8 gezeigten Ausführungsbeispiel.
In Bandlaufrichtung W vor und hinter der Kühlkammer ist jeweils eine Abblaseinrichtung,
auch Abströmeinrichtung genannt, welche schematisch über die Blasdüsen 75 angedeutet
ist, vorgesehen. In Bandlaufrichtung W vor und hinter der Kühlkammer 4 mit Düse 32
und Ablaufkammer 5 ist jeweils eine Abströmeinrichtung mit Sperrfunktion und Ableitschild
73 schematisch dargestellt. Mit der Abströmeinrichtung wird die Verschmutzung der
angrenzenden Aggregate vermieden. Dabei können von der Abströmeinrichtung abgegebene
Abblasungen bzw. Abspritzungen zusätzlich eine Sperrfunktion ausüben und das Abströmen
des austretenden Fluids kann über Ableitschilde optimiert werden. Mit den Abblasungen
oder Abspritzungen wird das Kühlmedium 34 in der Kühlkammer 4 gehalten bzw. wird austretendes
Kühlmedium 34 wieder zurück in die Kühlkammer getrieben. Über das Ableitschild wird
austretendes Kühlmedium aufgefangen und gezielt abgeleitet.
[0062] Auf diese Weise kann eine Kontaminierung anderer Anlagenbereiche mit Kühlmedium 34
verhindert werden.
[0063] Figur 15 zeigt schematisch den Regelmechanismus für die vorliegende Vorrichtung zum
Kühlen von Walzgut. Insbesondere wird das Walzgut 2 durch ein Walzgerüst 1 hindurch
geführt und dann in einer Kühlungsvorrichtung 3 mit Kühlmedium 34 beaufschlagt. Die
Vorrichtung zum Kühlen des Walzgutes 2 wird über einen Pumpkreislauf 8 mit dem Kühlmedium
beaufschlagt. Der Pumpkreislauf 8 umfasst eine Ansaugleitung 80, eine regelbare Pumpe
82, einen Kühlmedienablauf 84 sowie ein Auffangbecken/Reservoir 86.
[0064] Das Kühlmedium wird entsprechend aus dem Auffangbecken/Reservoir 86 mittels der Ansaugleitung
80 und der regelbaren Pumpe 82 in die Vorrichtung 3 zum Kühlen von Walzgut 2 gepumpt.
Dort wird das Kühlmedium 34 mit dem Walzgut 2 in Kontakt gebracht. Danach wird das
Kühlmedium beispielsweise über die in den vorhergehenden Figuren gezeigte Ablaufkammer
5 wieder aufgenommen und über die Ablaufleitung 84 dem Reservoir/Auffangbecken 86
wieder zugeführt.
[0065] Die regelbare Pumpe 82 wird über eine Regeleinheit 100 angesteuert. Die Regeleinheit
100 umfasst einen Regler 110, welcher die eigentliche Regelung der regelbaren Pumpe
82 beispielsweise über eine Leistungssteuerung übernimmt. Der Regler 110 wird dabei
mit Parametern 120 versorgt, welche beispielsweise eine Pumpkennlinie der regelbaren
Pumpe 82 umfassen, oder andere Parameter bezüglich der geometrischen Ausbildung der
Kühlkammer 4, bezüglich unterschiedlicher Materialien des Walzgutes 2, bezüglich unterschiedlicher
Stichpläne, bezüglich unterschiedlicher Geschwindigkeiten des Walzgutes 2 etc. angeben.
[0066] Über eine Auswerteeinheit 130 werden unterschiedliche, über Sensoren gemessene Parameter
des Walzprozesses ausgewertet und entsprechend der Regler 110 angesteuert.
[0067] In der Auswerteeinheit 130 werden beispielsweise Sensoren 140, 150, welche als Restfluid-
oder Temperatursensoren ausgebildet sind, in die Auswertung des tatsächlichen Zustandes
des Walzgutes 2 einbezogen. Weiterhin können Restfluidsensoren 140 dazu verwendet
werden, die korrekte Funktionsweise der Vorrichtung zum Kühlen von Walzgut dahingehend
zu überwachen, dass ein Restfluid nicht oder nur innerhalb von eng gesetzten Grenzen
auf dem Walzgut 2 weiter transportiert wird. Die Temperatursensoren können dazu verwendet
werden, entsprechend die Kühlleistung der Vorrichtung zum Kühlen so einzustellen,
dass die gewünschten Gefügestrukturen erreicht werden.
[0068] Ein Sensor zur Geschwindigkeitsmessung 160 ist ebenfalls vorgesehen, welcher die
Aufwickelgeschwindigkeit des Walzgutes 2 bestimmt.
[0069] Die unterschiedlichen Parameter werden in der Auswerteeinheit 130 zu einem einheitlichen
Regelbefehl ausgewertet, welcher dann an den Regler 110 übergeben wird.
[0070] Soweit anwendbar, können alle einzelnen Merkmale, die in den einzelnen Ausführungsbeispielen
dargestellt sind, miteinander kombiniert und/oder ausgetauscht werden, ohne den Bereich
der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0071]
- 1
- Walzgerüst
- 10
- Bandlaufebene
- 100
- Regeleinheit
- 110
- Regler
- 120
- Parameter
- 130
- Auswerteeinheit
- 140
- Temperatursensor
- 150
- Restfluidsensor
- 160
- Geschwindigkeitssensor
- 2
- Walzgut
- 20
- Oberfläche des Walzgutes
- 3
- Kühlvorrichtung
- 3'
- Düse
- 30
- Zulauf (mit Diffusor)
- 32
- Düse
- 34
- Kühlmedium
- 4
- Kühlkammer
- 40
- Kühlkammerdach
- 45
- Strömungsbremse
- 5
- Ablaufkammer
- 50
- Volumen der Ablaufkammer
- 52
- Ablauf
- 6
- Verstellzylinder
- 7
- äußere Hülle
- 73
- Ableitschild
- 75
- Blasdüsen
- 8
- Fluidkreislauf
- 80
- Ansaugleitung
- 82
- regelbare Pumpe
- 84
- Kühlmedienablauf
- 86
- Reservoir
- W
- Bandlaufrichtung
1. Vorrichtung (3) zum Kühlen von Walzgut (2), bevorzugt zum Kühlen beim Kaltwalzen,
umfassend eine Düse (32) zum Aufbringen eines Kühlmediums (34) auf das Walzgut (2)
sowie
eine mit der Düse (32) in Fluidkommunikation stehende und sich im Wesentlichen parallel
zur Bandlaufebene (10) erstreckende Kühlkammer (4) zum Aufbringen des Kühlmediums
(34) auf das Walzgut (2),
dadurch gekennzeichnet dass
die Vorrichtung (3) eine Verstellvorrichtung (6) zur Umkehrung der Flussrichtung des
Kühlmediums (34) in der Kühlkammer (4) durch Verschieben einer äußeren Hülle (7) der
Vorrichtung (3) aufweist, wobei die Hülle (7) von einer ersten Position in eine zweite
Position verschiebbar ist, so dass je nach Stellung der äußeren Hülle zwei Zuführungen
(30) und zwei Abläufe (52) derart miteinander verbindbar sind, dass die Flussrichtung
des Kühlmediums (34) änderbar ist.
2. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, wobei die Kühlkammer (4) zwischen dem Walzgut (2) und
einem Kammerdach (40) ausgebildet ist.
3. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei die Düse (32) so ausgebildet ist, dass
das Kühlmedium (34) in einer im Wesentlichen gleichmäßigen Strömung in die Kühlkammer
(4) leitbar ist.
4. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Kühlkammer (4) so ausgebildet
ist, dass das Kühlmedium (34) in einer im Wesentlichen gleichmäßigen Strömung durch
die Kühlkammer (4) fließen kann.
5. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der Querschnitt der Kühlkammer
(4) in Bandlaufrichtung (W) im Wesentlichen konstant ist.
6. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei sich die Kühlkammer (4)
entgegen der Bandlaufrichtung derart erstreckt, dass das Kühlmedium (34) entgegen
der Bandlaufrichtung (W) geführt wird.
7. Vorrichtung gemäß Anspruch 5, wobei die Düse (32) bevorzugt in Bandlaufrichtung (W)
hinter der Kühlkammer (4) liegt.
8. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Düse (32) die Form einer
Schlitzdüse hat.
9. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Kühlkammer (4) mindestens
ein sich parallel zum Walzgut (2) erstreckendes Kühlkammerdach (40) aufweist und bevorzugt
mindestens eine sich senkrecht zum Walzgut (2) und in Bandlaufrichtung (W) erstreckende
Seitenwand zur seitlichen Begrenzung der Kühlkammer (4) aufweist.
10. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der Übergang von der Düse
(32) zur Kühlkammer (4) eine Abrisskante für die Strömung des Kühlfluids in die Kühlkammer
ausweist.
11. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Seitenwände der Kühlkammer
(4) einen Abstand zur Bandbreite zwischen 2mm und 100mm, bevorzugt zwischen 10mm und
50mm, bezogen auf die Bandbreite aber nie größer als 10% aufweisen.
12. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Austrittsseite der Strömung
an der Kühlkammer eine Strömungsbremse aufweist.
13. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei sich an die Kühlkammer (4)
eine Ablaufkammer (5) zum Entfernen des Kühlmediums (34) vom Walzgut (2) anschließt.
14. Vorrichtung gemäß Anspruch 12, wobei die Ablaufkammer (5) gegenüber der Kühlkammer
(4) erweitert ist, um die Strömungsgeschwindigkeit des Kühlmediums (34) in der Ablaufkammer
(5) gegenüber der Strömungsgeschwindigkeit der Kühlkammer (4) zu reduzieren.
15. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Zufuhr an Kühlmedium
(34) in die Düse (32) regelbar ist, bevorzugt über eine regelbare Pumpeinheit (82),
und die Zufuhr des Kühlmediums (34) abhängig von unterschiedlichen Parametern des
Walzgutes (2), bevorzugt abhängig von der Temperatur des Walzgutes, des Materials
des Walzgutes, und/oder des Restfluids auf dem Walzgut (2) nach dem Durchlaufen der
Vorrichtung bestimmt wird.
16. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei zumindest die Kühlkammer
(4) von der Ebene des Walzguts (2) fortbewegbar ist, um ein Einfädeln des Walzgutes
zu ermöglichen.
17. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei mindestens eine Vorrichtung
(7) zur Entfernung von überschüssigem Kühlmedium (34) auf dem Walzgut (2) außerhalb
der Kühlkammer (4) vorgesehen ist, bevorzugt in Form einer Abblasvorrichtung, einer
Abspritzung, einer Absaugvorrichtung, einer Querabblasung und/oder eines Gebläses.
18. Vorrichtung gemäß einer der vorstehenden Ansprüche, wobei mindestens eine Vorrichtung
(7) zur Entfernung von überschüssigem Kühlmedium (34) auf dem Walzgut (2) außerhalb
der Kühlkammer (4) vorgesehen ist, bei der ein Ableitschild das von der Abblasung
oder Abspritzung entfernte Kühlmedium (34) auffängt und von der Bandoberfläche ableitet.
1. Device (3) for cooling rolling stock (2), preferably for cooling during cold rolling,
comprising
a nozzle (32) for application of a cooling medium (34) to the rolling stock (2) and
a cooling chamber (4), which is in fluid communication with the nozzle (32) and which
extends substantially parallel to the strip running plane (10), for the application
of the cooling medium (34) to the rolling stock (2),
characterised in that
the device (3) comprises an adjusting device (6) for reversing the flow direction
of the cooling medium (34) in the cooling chamber (4) by displacement of an outer
casing (7) of the device (3) wherein the casing (7) is displaceable from a first position
to a second position so that the depending on the setting of the outer casing two
feeds (30) and two drains (52) are so connectible together that the flow direction
of the cooling medium (34) can be changed.
2. Device according to claim 1, wherein the cooling chamber (4) is formed between the
rolling stock (2) and a chamber roof (40).
3. Device according to claim 1 or 2, wherein the nozzle (32) is so constructed that the
cooling medium (34) can be conducted into the cooling chamber (4) in a substantially
uniform flow.
4. Device according to any one of the preceding claims, wherein the cooling chamber (4)
is so constructed that the cooling medium (34) can flow through the cooling chamber
(4) in a substantially uniform flow.
5. Device according to any one of the preceding claims, wherein the cross-section of
the cooling chamber (4) is substantially constant in strip running direction (W).
6. Device according to any one of the preceding claims, wherein the cooling chamber (4)
so extends counter to the strip running direction that the cooling medium (34) is
guided counter to the strip running direction (W).
7. Device according to claim 5, wherein the nozzle (32) preferably lies behind the cooling
chamber (4) in strip running direction (W).
8. Device according to any one of the preceding claims, wherein the nozzle (32) has the
form of a slot nozzle.
9. Device according to any one of the preceding claims, wherein the cooling chamber (4)
has at least one cooling chamber roof (40) extending parallel to the rolling stock
(2) and preferably has at least one side wall, which extends perpendicularly to the
rolling stock (2) and in running direction (W), for lateral bounding of the cooling
chamber.
10. Device according to any one of the preceding claims, wherein the transition from the
nozzle (32) to the cooling chamber (4) has a separation edge for the flow of the cooling
fluid in the cooling chamber.
11. Device according to any one of the preceding claims, wherein the side walls of the
cooling chamber (4) have a spacing from the strip width of between 2 millimetres and
100 millimetres, preferably between 10 millimetres and 50 millimetres, referred to
the strip width, but never greater than 10%.
12. Device according to any one of the preceding claims, wherein the issue side of the
flow at the cooling chamber has a flow brake.
13. Device according to any one of the preceding claims, wherein an outlet chamber (5)
for removal of the cooling medium (34) from the rolling stock (2) adjoins the cooling
chamber (4).
14. Device according to claim 13, wherein the outflow chamber (5) is widened relative
to the cooling chamber (4) so as to reduce the flow speed of the cooling medium (34)
in the outlet chamber (5) relative to the flow speed of the cooling chamber (4).
15. Device according to any one of the preceding claims, wherein the feed of cooling medium
(34) to the nozzle (32) can be regulated, preferably by way of a regulable pump unit
(82), and the feed of the cooling medium (34) is determined in dependence on different
parameters of the rolling stock (2), preferably in dependence on the temperature of
the rolling stock, the material of the rolling stock and/or the residual fluid on
the rolling stock (2) after running through the device.
16. Device according to any one of the preceding claims, wherein at least the cooling
chamber (4) is progressively movable from the plane of the rolling stock (2) so as
to enable introduction of the rolling stock.
17. Device according to any one of the preceding claims, wherein at least one device (7)
for removal of excess cooling medium (34) on the rolling stock (2) is provided outside
the cooling chamber (4), preferably in the form of a blowing-away device, washing-away
means, a suction device, cross blowing-away means and/or a blower.
18. Device according to any one of the preceding claims, wherein at least one device (7)
for removal of excess of cooling medium (34) on the rolling stock (2) is provided
outside the cooling chamber (4), in which device a diverter plate collects the cooling
medium (34) removed by the blowing away or washing away and conducts it away from
the strip surface.
1. Dispositif (3) pour le refroidissement d'un produit de laminage (2), de préférence
pour le refroidissement dans le cadre d'un laminage à froid, comprenant une buse (32)
pour l'application d'un fluide de refroidissement (34) sur le produit de laminage
(2), ainsi qu'une chambre de refroidissement (4) mise en communication par fluide
avec la buse (32) et s'étendant essentiellement parallèlement au plan de défilement
de la bande (10), pour l'application du fluide de refroidissement (34) sur le produit
de laminage (2), caractérisé en ce que le dispositif (3) présente un dispositif de réglage (6) pour l'inversion de la direction
d'écoulement du fluide de refroidissement (34) dans la chambre de refroidissement
(4) par déplacement d'une enveloppe externe (7) du dispositif (3), l'enveloppe (7)
pouvant être déplacée d'une première position à une deuxième position d'une manière
telle qu'après le réglage de de l'enveloppe externe, deux alimentations (30) et deux
évacuations (52) peuvent être mises en liaison réciproque d'une manière telle que
l'on peut modifier la direction d'écoulement du fluide de refroidissement (34).
2. Dispositif selon la revendication 1, dans lequel la chambre de refroidissement (4)
est réalisée entre le produit de laminage (2) et un toit de chambre (40).
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, dans lequel la buse (32) est réalisée d'une
manière telle que le fluide de refroidissement (34) peut être guidé sous la forme
d'un courant essentiellement uniforme jusque dans la chambre de refroidissement (4).
4. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel la chambre
de refroidissement (4) est réalisée d'une manière telle que le fluide de refroidissement
(34) peut s'écouler sous la forme d'un courant essentiellement uniforme dans la chambre
de refroidissement (4).
5. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel la section
transversale de la chambre de refroidissement (4) est essentiellement constante dans
la direction de défilement de la bande (W).
6. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel la chambre
de refroidissement (4) s'étend à l'encontre de la direction de défilement de la bande,
d'une manière telle que le fluide de refroidissement (34) est guidé à l'encontre de
la direction de défilement de la bande (W).
7. Dispositif selon la revendication 5, dans lequel la buse (32) est disposée de préférence,
dans la direction de défilement de la bande (W), derrière la chambre de refroidissement
(4).
8. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel la buse
(32) prend la forme d'une buse à fente.
9. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel la chambre
de refroidissement (4) présente au moins un toit de chambre de refroidissement (40)
s'étendant parallèlement au produit de laminage (2), et de préférence au moins une
paroi latérale s'étendant perpendiculairement au produit de laminage (2) et dans la
direction de défilement de la bande (W), pour la délimitation latérale de la chambre
de refroidissement (4).
10. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel la transition
de la buse (32) à la chambre de refroidissement (4) présente une arête de rupture
pour l'écoulement du fluide de refroidissement jusque dans la chambre de refroidissement.
11. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel les
parois latérales de la chambre de refroidissement (4) présentent un écartement par
rapport à la largeur de la bande qui se situe entre 2 mm et 100 mm, de préférence
entre 10 mm et 50 mm, rapporté à la largeur de la bande, mais qui n'est jamais supérieur
à 10 %.
12. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel le côté
sortie de l'écoulement le long de la chambre de refroidissement présente un frein
d'écoulement.
13. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel une
chambre d'évacuation (5) pour l'élimination du fluide de refroidissement (34) à partir
du produit de laminage (2) se raccorde à la chambre de refroidissement (4).
14. Dispositif selon la revendication 12, dans lequel la chambre d'évacuation (5) est
élargie par rapport à la chambre de refroidissement (4) afin de réduire la vitesse
d'écoulement du fluide de refroidissement (34) dans la chambre d'évacuation (5) par
rapport à la vitesse d'écoulement de la chambre de refroidissement (4).
15. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel l'alimentation
de la buse (32) en fluide de refroidissement (34) peut être réglée, de préférence
via une unité de pompage réglable (82) et l'alimentation du fluide de refroidissement
(34) est déterminée en prenant en compte différents paramètres du produit de laminage
(2), de préférence en fonction de la température dù produit de laminage, de la matière
du produit de laminage et/ou du fluide résiduel sur le produit de laminage (2) après
le passage de ce dernier à travers le dispositif.
16. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel au moins
la chambre de refroidissement (4) peut être déplacée vers l'avant par rapport au plan
du produit de laminage (2) pour permettre une insertion par enfilage du produit de
laminage.
17. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel on prévoit
au moins un dispositif (7) pour l'élimination du fluide de refroidissement en excès
(34) sur le produit de laminage (2) à l'extérieur de la chambre de refroidissement
(4), de préférence sous la forme d'un dispositif d'élimination par soufflage, d'un
arrosage, d'un dispositif d'aspiration, d'une élimination par soufflage transversal
et/ou d'une soufflerie.
18. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel on prévoit
au moins un dispositif (7) pour l'élimination du fluide de refroidissement en excès
(34) sur le produit de laminage (2) à l'extérieur de la chambre de refroidissement
(4), dans lequel un déflecteur récupère le fluide de refroidissement (34) éliminé
par soufflage ou par arrosage et le dévie par rapport à la surface de la bande.