[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Aufzugsanlage mit einer Überwachungsvorrichtung
für ein Tragmittel, sowie ein Verfahren zur Bestimmung eines Zustandes eines Tragmittels
in einer Aufzugsanlage.
[0002] Bei Aufzugsanlagen wurden zum Tragen und / oder Antreiben einer Aufzugskabine herkömmlicherweise
Stahlseile als Tragmittel eingesetzt. Gemäss einer Weiterentwicklung solcher Stahlseile
werden auch riemenartige Tragmittel, welche Zugträger und eine um die Zugträger angeordnete
Ummantelung aufweisen, eingesetzt. Solche riemenartigen Tragmittel lassen sich jedoch
nicht auf herkömmliche Art überwachen, weil die Zugträger, welche eine Bruchlast des
Tragmittels bestimmen, nicht sichtbar sind durch die Ummantelung.
[0003] Zur Überwachung solcher Zugträger in riemenartigen Tragmitteln kann ein Prüfstrom
an die Zugträger angelegt werden. In dem so gebildeten Stromkreis oder in mehreren
so gebildeten Stromkreisen wird ein Stromfluss bzw. eine Stromstärke, eine Spannung,
ein elektrischer Widerstand oder eine elektrische Leitfähigkeit gemessen. Anhand einer
derart gemessenen Grösse kann auf eine Intaktheit bzw. einen Abnützungsgrad des Tragmittels
zurückgeschlossen werden. Verringert sich nämlich der Durchmesser eines Zugträgers
durch Brüche einzelner Drähte oder durch metallischen Abrieb, wächst der elektrische
Widerstand dieses Zugträgers an.
[0004] Die Offenlegungsschrift
WO 2012/030332 A1 offenbart eine Aufzugsanlage mit einer Kabine und mindestens einem Tragmittel, wobei
die Kabine vom Tragmittel zumindest teilweise getragen ist, und wobei das Tragmittel
mehrere parallel zueinander angeordnete elektrisch leitende Zugträger umfasst, welche
im Wesentlichen von einem Mantel umhüllt sind, die Aufzugsanlage umfassend weiter
eine Überwachungsvorrichtung, welche die Zugträger als elektrische Widerstände in
einer Messbrücke verschaltet, sodass elektrische Widerstände verschiedener Zugträger
anhand einer Brückenspannung miteinander vergleichbar sind und ein Verfahren zur Bestimmung
eines Zustandes mindestens eines Tragmittels in einer Aufzugsanlage, die Aufzugsanlage
umfassend eine Kabine und mindestens ein Tragmittel, wobei die Kabine vom Tragmittel
zumindest teilweise getragen ist, und wobei das Tragmittel mehrere parallel zueinander
angeordnete elektrisch leitende Zugträger umfasst, welche im Wesentlichen von einem
Mantel umhüllt sind, das Verfahren umfassend die Schritte: - Verschalten der Zugträger
zu elektrischen Widerständen in einer Messbrücke; und - Ermitteln eines Zustandes
des Tragmittels durch einen Vergleich der elektrischen Widerstände der Zugträger anhand
einer Brückenspannung. Die Offenlegungsschrift
DE3934654A1 offenbart beispielsweise eine serielle Verbindung aller einzelnen Zugträger und ein
Amperemeter, wobei überprüft wird, ob ein elektrischer Strom durch die in Serie geschalteten
Zugträger fliesst. Dadurch kann festgestellt werden, ob einer der Zugträger an einer
Stelle unterbrochen ist.
[0005] Das Patent
US7123030B2 offenbart eine Berechnung eines elektrischen Widerstandes durch eine Messung einer
aktuellen Spannung mittels einer Kelvinbrücke und einen Vergleich des so ermittelten
Spannungswertes mit einem eingegebenen Referenzwert. Die Veröffentlichungsschrift
WO2005/094250A2 offenbart eine temperaturabhängige Messung des elektrischen Widerstands oder der
elektrischen Leitfähigkeit, in der die unterschiedliche Umgebungs- und somit auch
angenommene Tragmitteltemperatur Berücksichtigung findet, die insbesondere in hohen
Aufzugsschächten sehr unterschiedlich sein kann.
[0006] WO2003/059798A2 offenbart ein riemenartiges Tragmittel für Aufzugsanlagen. Dabei kann durch eine
Bestimmung eines elektrischen Widerstandes der Zugträger des Tragmittels auf eine
Belastung des Tragmittels, und somit auf eine Beladung der Kabine geschlossen werden.
Zudem können durch die Widerstandsmessung auch Brüche von Zugträgers festgestellt
werden, wenn ein unendlich hoher Widerstand festgestellt wird. Zur Bestimmung des
Widerstandes kann beispielsweise eine Wheatstonesche Messbrücke verwendet werden.
[0007] Bei all diesen bekannten Überwachungen des Tragmittels ist jedoch nachteilig, dass
Umwelteinflüsse, welche den elektrischen Widerstand eines Zugträgers beeinflussen,
nur ungenügend berücksichtigt werden. So haben neben der Temperatur auch andere Faktoren
einen Einfluss auf die Leitfähigkeit der Zugträger, wie beispielsweise magnetische
Felder oder die Luftfeuchtigkeit. Die bekannten Überwachungen liefern daher keine
verlässlichen Angaben zum Zustand des Tragmittels.
[0008] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Bestimmung
eines Zustandes eines Tragmittels bereitzustellen, welches verschiedene Umwelteinflüsse
auf die elektrische Leitfähigkeit der Zugträger berücksichtigt, und welches kostengünstig
und robust im Gebrauch ist. Zudem ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
eine Aufzugsanlage mit einer Überwachungsvorrichtung zur Überwachung eines Tragmittels
zur Verfügung zu stellen, wobei bei einer Bestimmung eines Tragmittelzustandes verschiedene
Umwelteinflüsse auf die elektrische Leitfähigkeit der Zugträger des Tragmittels berücksichtigt
werden.
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe wird zunächst eine Aufzugsanlage mit einer Kabine und mindestens
einem Tragmittel vorgeschlagen, wobei die Kabine vom Tragmittel zumindest teilweise
getragen ist, und wobei das Tragmittel mehrere parallel zueinander angeordnete elektrisch
leitende Zugträger umfasst, welche im Wesentlichen von einem Mantel umhüllt sind.
Die Aufzugsanlage umfasst weiter eine Überwachungsvorrichtung, welche die Zugträger
oder Gruppen von Zugträgern als elektrische Widerstände in wechselnder Konstellation
in einer Messbrücke verschaltet, so dass elektrische Widerstände verschiedener Zugträger
oder Gruppen von Zugträgern anhand einer Brückenspannung miteinander vergleichbar
sind.
[0010] Eine solche Aufzugsanlage erscheint zunächst nachteilig, weil keine absoluten Werte
für die Beurteilung eines Tragmittelzustandes zur Verfügung stehen. Eine solche Vorrichtung
erlaubt es jedoch, eine qualitative Aussage über den Zustand der Zugträger des Tragmittels
zu erstellen, welche nicht durch Umwelteinflüsse wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit
oder magnetische Felder verfälscht wird. Dies wird erreicht durch einen Vergleich
von Zugträgern, welche im Wesentlichen identischen Umwelteinflüssen ausgesetzt werden.
Somit kann der Zustand des Tragmittels mit der hier vorgeschlagenen Vorrichtung besser
eingeschätzt werden.
Eine Verschaltung der Zugträger als elektrische Widerstände in einer Messbrücke hat
zudem den Vorteil, dass eine entsprechende Überwachungsvorrichtung kostengünstig herstellbar
ist und zudem robust in der Anwendung ist. Zudem steht mit der Brückenspannung als
Indikator für den Zustand des Tragmittels ein einfach zu beurteilender und zudem einfach
zu bestimmender Parameter zur Verfügung. Dadurch wird die Überwachung des Tragmittels
massgeblich vereinfacht, und verfälschte Messwerte sowie Interpretationsfehler können
weitgehend ausgeschaltet werden.
[0011] Eine Verschaltung der Zugträger oder Gruppen von Zugträgern in wechselnder Konstellation
zu elektrischen Widerständen in der Messbrücke hat den Vorteil, dass jeder Zugträger
bzw. jede Gruppe von Zugträgern mit einer Anzahl von anderen Zugträgern bzw. Gruppen
von Zugträgern verglichen werden kann. Dies erhöht eine Aussagekraft über den Zustand
einzelner Zugträger bzw. Gruppen von Zugträgern, weil dadurch auch ähnlich starke
Defekte bei verschiedenen Zugträgern bzw. Gruppen von Zugträgern zuverlässig erkannt
werden können.
[0012] In einer beispielhaften Ausführungsform ist jeweils ein einzelner Zugträger als ein
elektrischer Widerstand in der Messbrücke verschaltet. Dabei können mehrere Zugträger
eines einzigen Tragmittels miteinander in einer Messbrücke verschaltet sein, oder
es können Zugträger verschiedener Tragmittel der Aufzugsanlage miteinander in einer
Messbrücke verschaltet sein. Eine solche Verschaltung der Zugträger hat den Vorteil,
dass jeder einzelne Zugträger eines Tragmittels auf seinen Zustand überprüft werden
kann. Eine solche Verschaltung erfordert jedoch eine Reihe von Messungen, um alle
Zugträger aller Tragmittel einer Aufzugsanlage zu überprüfen.
[0013] In einer beispielhaften Ausführungsform sind jeweils mehrere Zugträger eines Tragmittels
als Gruppe als ein elektrischer Widerstand in der Messbrücke verschaltet. Dabei können
mehrere Gruppen von Zugträger eines einzigen Tragmittels miteinander in einer Messbrücke
verschaltet sein, oder es können Gruppen von Zugträger verschiedener Tragmittel der
Aufzugsanlage miteinander in einer Messbrücke verschaltet sein. Eine solche Verschaltung
der Zugträger hat den Vorteil, dass weniger Messvorgänge notwendig sind, um alle Zugträger
aller Tragmittel einer Aufzugsanlage zu überprüfen. Durch eine geeignete Bündelung
der Zugträger zu Gruppen kann so eine effiziente Überwachung der Tragmittel erreicht
werden.
[0014] In einer beispielhaften Ausführungsform sind jeweils alle Zugträger eines Tragmittels
als Gruppe als ein elektrischer Widerstand in der Messbrücke verschaltet. Eine solche
Verschaltung der Zugträger hat den Vorteil, dass die einzelnen Zugträger eines Tragmittels
nicht zwingend einzeln kontaktiert werden müssen, sondern als gesamte Gruppe kontaktiert
werden können. Dies vereinfacht die elektrische Kontaktierung der Zugträger wesentlich.
Allerdings ist es bei einer solchen Art der elektrischen Kontaktierung bzw. Verschaltung
der Zugträger nicht möglich, eine Aussage über einen einzelnen Zugträger eines Tragmittels
zu erstellen.
[0015] In einer beispielhaften Ausführungsform sind die Zugträger einer Gruppe jeweils in
Serie miteinander verschaltet, und bilden so einen elektrischen Widerstand in der
Messbrücke. In einer alternativen Ausführungsform sind die Zugträger einer Gruppe
jeweils parallel miteinander verschaltet, und bilden so einen elektrischen Widerstand
in der Messbrücke. Je nach Ausgestaltung des Tragmittels, das heisst beispielsweise
je nach Material und Durchmesser der Zugträger eines Tragmittels, kann die eine oder
die andere Verschaltung vorteilhaft sein. Es sollte dabei darauf geachtet werden,
dass Schäden an den Zugträgern, welche in einer Änderung des elektrischen Widerstandes
der Zugträger resultieren, zuverlässig erkannt werden. Je nach Art der Messbrücke
und je nach Ausgestaltung der Zugträger kann hier eine Verschaltung optimal an die
Verhältnisse angepasst werden.
[0016] In einer beispielhaften Ausführungsform sind vier elektrische Widerstände bestehend
aus einem oder mehreren Zugträgern in einer Wheatstoneschen Messbrücke verschaltet.
Eine solche Wheatstonesche Messbrücke hat den Vorteil, dass durch eine Bestimmung
der Brückenspannung zuverlässig ein abweichender elektrischer Widerstand festgestellt
werden kann. Dadurch wird eine zuverlässige Erkennung eines defekten Zugträgers bzw.
einer Gruppe von defekten Zugträgern gewährleistet.
[0017] In einer beispielhaften Ausführungsform sind durch die Überwachungsvorrichtung keine
absoluten elektrischen Widerstandswerte der Zugträger bzw. der Gruppen von Zugträgern
bestimmbar. Eine solche Ausgestaltung der Überwachungsvorrichtung hat den Vorteil,
dass die Überwachungsvorrichtung kostengünstig und einfach herzustellen ist.
[0018] Zur Lösung der eingangs gestellten Aufgabe wird zudem ein Verfahren zur Bestimmung
eines Zustandes mindestens eines Tragmittels in einer Aufzugsanlage vorgeschlagen.
Die Aufzugsanlage umfasst dabei eine Kabine und mindestens ein Tragmittel, wobei die
Kabine vom Tragmittel zumindest teilweise getragen ist, und wobei das Tragmittel mehrere
parallel zueinander angeordnete elektrisch leitende Zugträger umfasst, welche im Wesentlichen
von einem Mantel umhüllt sind. Das Verfahren umfasst die Schritte: Verschalten der
Zugträger oder Gruppen von Zugträgern in wechselnder Konstellation zu elektrischen
Widerständen in einer Messbrücke; und Ermitteln eines Zustandes des Tragmittels durch
einen Vergleich der elektrischen Widerstände der Zugträger oder Gruppen von Zugträgern
anhand einer Brückenspannung.
[0019] Ein solches Verfahren ist zunächst nachteilig, weil keine absoluten Werte für die
Auswertung der Messresultate zur Verfügung stehen. Das Verfahren erlaubt es jedoch,
eine qualitative Aussage über den Zustand der Zugträger des Tragmittels zu erstellen,
welche nicht durch Umwelteinflüsse wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder magnetische
Felder verfälscht wird. Dies wird erreicht durch einen Vergleich von Zugträgern, welche
im Wesentlichen identischen Umwelteinflüssen ausgesetzt sind. Somit kann ein Zustand
des Tragmittels besser eingeschätzt werden.
[0020] Die Verschaltung der Zugträger bzw. der Gruppen von Zugträgern in wechselnder Konstellation
hat den Vorteil, dass durch den Vergleich eines Zugträgers bzw. einer Gruppe von Zugträgern
mit einer grösseren Anzahl von Zugträgern bzw. Gruppen von Zugträgern eine bessere
Aussage über den Zustand des einzelnen Zugträgers bzw. der
[0021] Gruppe von Zugträgern gemacht werden kann.
[0022] In einer beispielhaften Ausführungsform bilden jeweils einzelne Zugträger einen elektrischen
Widerstand in der Messbrücke. In einer alternativen Ausführungsform bilden jeweils
mehrere oder alle Zugträger eines Tragmittels einen elektrischen Widerstand in der
Messbrücke.
[0023] In einer beispielhaften Ausführungsform wird der elektrische Widerstand jedes Zugträgers
bzw. jeder Gruppe von Zugträgern der Aufzugsanlage mit elektrischen Widerständen von
zumindest drei anderen Zugträgern bzw. drei anderen Gruppen von Zugträgern verglichen.
Dies hat den Vorteil, dass durch ein solches Verfahren eine ausreichend gute Aussage
über den Zustand eines Zugträgers bzw. einer Gruppe von Zugträgern gemacht werden
kann, und dass die Zugträger bzw. die Gruppen von Zugträgern in einer einfachen und
robusten Wheatstoneschen Messbrücke verschaltet werden können. Dabei kann durch die
Bestimmung eines Parameters, insbesondere die Brückenspannung, eine Aussage über den
Zustand von vier Zugträgern bzw. vier Gruppen von Zugträgern gemacht werden. Somit
wird hier ein sehr effizientes und zuverlässiges Verfahren zur Bestimmung eines Zustandes
eines Tragmittels in einer Aufzugsanlage zur Verfügung gestellt.
[0024] In einer beispielhaften Ausführungsform werden beim Ermitteln des Zustandes des Tragmittels
keine absoluten Widerstandswerte der Zugträger bzw. der Gruppen von Zugträgern bestimmt.
Ein solches Verfahren hat wiederum den Vorteil, dass dadurch nicht unnötig viele Parameter
gemessen und ausgewertet werden müssen. Dies verhindert das Risiko von Messfehlern
und Fehlinterpretationen von Messresultaten.
[0025] Die hier offenbarte Bestimmung eines Zustandes eines Tragmittels bzw. die hier offenbarte
Überwachungseinrichtung kann in unterschiedlichen Arten von Aufzugsanlagen eingesetzt
werden. So können beispielsweise Aufzugsanlagen mit oder ohne Schacht, mit oder ohne
Gegengewicht, oder Aufzugsanlagen mit unterschiedlichen Übersetzungsverhältnissen
eingesetzt werden. Somit kann jedes riemenartige Tragmittel in einer Aufzugsanlage,
welches eine Kabine trägt, mit der hier offenbarten Methode bzw. Vorrichtung überwacht
werden.
[0026] Anhand von Figuren wird die Erfindung symbolisch und beispielhaft näher erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine beispielhafte Ausführungsform einer Aufzugsanlage;
- Figur 2
- eine beispielhafte Ausführungsform eines Tragmittels; und
- Figuren 3a-3c
- jeweils eine beispielhafte Ausführungsform einer Messbrücke.
[0027] Die in Figur 1 schematisch und beispielhaft dargestellte Aufzugsanlage 40 beinhaltet
eine Aufzugskabine 41, ein Gegengewicht 42 und ein Tragmittel 1 sowie eine Treibscheibe
43 mit zugeordnetem Antriebsmotor 44. Die Treibscheibe 43 treibt das Tragmittel 1
an und bewegt damit die Aufzugskabine 41 und das Gegengewicht 42 gegengleich. Der
Antriebsmotor 44 ist von einer Aufzugssteuerung 45 gesteuert. Die Kabine 41 ist gestaltet,
um Personen oder Güter aufzunehmen und zwischen Etagen eines Gebäudes zu transportieren.
Kabine 41 und Gegengewicht 42 sind entlang von Führungen (nicht dargestellt) geführt.
Im Beispiel sind die Kabine 41 und das Gegengewicht 42 jeweils an Tragrollen 46 aufgehängt.
Das Tragmittel 1 ist dabei an einer ersten Tragmittelbefestigungsvorrichtung 47 festgemacht,
und dann zunächst um die Tragrolle 46 des Gegengewichts 42 geführt. Sodann ist das
Tragmittel 1 über die Treibscheibe 43 gelegt, um die Tragrolle 46 der Kabine 41 geführt,
und schliesslich durch eine zweite Tragmittelbefestigungsvorrichtung 47 mit einem
Fixpunkt verbunden. Dies bedeutet, dass das Tragmittel 1 mit einer entsprechend einem
Umhängefaktor höheren Geschwindigkeit über den Antrieb 43, 44 läuft, als sich Kabine
41 bzw. Gegengewicht 42 bewegen. Im Beispiel beträgt der Umhängefaktor 2:1.
[0028] Ein loses Ende 1.1 des Tragmittels 1 ist mit einer Kontaktierungsvorrichtung 2 zur
temporären oder permanenten elektrischen Kontaktierung der Zugträger und somit zur
Überwachung des Tragmittels 1 versehen. Im dargestellten Beispiel ist an beiden Enden
1.1 des Tragmittels 1 eine derartige Kontaktierungsvorrichtung 2 angeordnet. In einer
alternativen nicht dargestellten Ausführungsform ist nur eine Kontaktierungsvorrichtung
2 an einem der Tragmittelenden 1.1 angeordnet, und die Zugträger am anderen Tragmittelende
1.1 sind elektrisch miteinander verbunden. Die Tragmittelenden 1.1 sind von der Zugkraft
im Tragmittel 1 nicht mehr belastet, da diese Zugkraft bereits vorgängig über die
Tragmittelbefestigungsvorrichtungen 47 in das Gebäude geleitet ist. Die Kontaktierungsvorrichtungen
2 sind also in einem nicht überrollten Bereich des Tragmittels 1 und ausserhalb des
belasteten Bereichs des Tragmittels 1 angeordnet.
[0029] Im Beispiel ist die Kontaktierungsvorrichtung 2 an einem Ende des Tragmittels 1.1
mit einer Überwachungsvorrichtung 3 verbunden. Die Überwachungsvorrichtung 3 verschaltet
dabei die Zugträger des Tragmittels 1 als elektrische Widerstände in einer Messbrücke.
Dadurch sind die elektrischen Widerstände von verschiedenen Zugträgern anhand einer
von der Überwachungseinrichtung 3 ermittelten Brückenspannung miteinander vergleichbar.
Die Überwachungsvorrichtung 3 ist zudem mit der Aufzugssteuerung 45 verbunden. Dadurch
kann ein Signal oder ein Messwert von der Überwachungsvorrichtung 3 an die Aufzugssteuerung
45 übermittelt werden, um den Zustand des Tragmittels 1, wie ermittelt von der Überwachungsvorrichtung
3, in einer Steuerung des Aufzuges 40 zu berücksichtigen.
[0030] Die gezeigte Aufzugsanlage 40 in Figur 1 ist beispielhaft. Andere Umhängefaktoren
und Anordnungen, wie beispielsweise Aufzugsanlagen ohne Gegengewicht, sind möglich.
Die Kontaktierungsvorrichtung 2 zur Kontaktierung des Tragmittels 1 wird dann entsprechend
der Platzierung der Tragmittelbefestigungsvorrichtungen 47 angeordnet.
[0031] In Figur 2 ist ein Abschnitt einer beispielhaften Ausführungsform eines Tragmittels
1 dargestellt. Das Tragmittel 1 umfasst mehrere parallel zueinander angeordnete elektrisch
leitende Zugträger 5, welche von einem Mantel 6 umhüllt sind. Zur elektrischen Kontaktierung
der Zugträger 5 kann der Mantel 6 beispielsweise durchstochen oder entfernt werden,
oder die Zugträger 5 können auch stirnseitig von einer Kontaktierungsvorrichtung 2
elektrisch kontaktiert werden.
In diesem Beispiel ist das Tragmittel mit Längsrippen auf einer Traktionsseite ausgestattet.
Solche Längsrippen verbessern ein Traktionsverhalten des Tragmittels 1 auf der Treibscheibe
43 und erleichtern zudem eine seitliche Führung des Tragmittels 1 auf der Treibscheibe
43. Das Tragmittel 1 kann jedoch auch anders ausgestaltet werden, beispielsweise ohne
Längsrippen, oder mit einer anderen Anzahl oder anderen Anordnung der Zugträger 5.
Wesentlich für die Erfindung ist es, dass die Zugträger 5 elektrisch leitend ausgestaltet
sind.
[0032] In den Figuren 3a bis 3c sind Beispiele von Messbrücken 12 schematisch dargestellt.
Dabei sind jeweils elektrische Widerstände 14 miteinander zu einer Messbrücke 12 verschaltet.
Eine Spannungsquelle 13 stellt dabei eine Gesamtspannung über die Messbrücke 12 zur
Verfügung, und eine Brückenspannung 15 kann als Parameter für eine Gleichheit bzw.
Verschiedenartigkeit der elektrischen Widerstände 14 herangezogen werden. Indem Zugträger
5 eines Tragmittels 1 einzeln oder in Gruppen als elektrische Widerstände 14 in einer
Messbrücke 12 eingesetzt werden, kann durch eine Bewertung der Brückenspannung 15
eine Information über den Zustand der Zugträger 5 und somit des Tragmittels 1 gewonnen
werden.
[0033] In Figur 3a ist eine Wheatstonesche Messbrücke 12 gezeigt. Vier elektrische Widerstände
14 sind dabei derart miteinander verschaltet, dass die Brückenspannung 15 null beträgt,
wenn alle vier elektrischen Widerstände 14 gleich gross sind.
In Figur 3b ist eine Messbrücke 12 dargestellt, in welcher jeweils zwei elektrische
Widerstände 14 parallel verschaltet sind und eine Gruppe bilden. Insgesamt vier solcher
Gruppen bilden die Messbrücke 12, bei welcher wiederum die Brückenspannung 15 als
Mass für die Gleichheit der elektrischen Widerstände 14 herangezogen werden kann.
In Figur 3c ist eine Messbrücke 12 gezeigt, in welcher acht elektrische Widerstände
14 verschaltet sind. Hier kann an mehreren Orten eine Brückenspannung 15 bestimmt
werden. Wiederum kann die Brückenspannung 15 als Mass für die Gleichheit der elektrischen
Widerstände 14 herangezogen werden.
[0034] Die hier gezeigten Messbrücken sind Beispiele für eine geeignete Messbrücke zur Ermittlung
eines Zustandes eines Tragmittels. Es versteht sich von selbst, dass auch andersartige
Messbrücken zur Erzielung desselben technischen Effektes verwendet werden können.
Beispielsweise kann auch eine Dreiviertel- oder eine Halbmessbrücke verwendet werden.
Somit kann je nach Ausgestaltung der Aufzugsanlage bzw. des Tragmittels eine geeignete
Messbrücke ausgewählt werden.
1. Aufzugsanlage mit einer Kabine (41) und mindestens einem Tragmittel (1), wobei die
Kabine (41) vom Tragmittel (1) zumindest teilweise getragen ist, und wobei das Tragmittel
(1) mehrere parallel zueinander angeordnete elektrisch leitende Zugträger (5) umfasst,
welche im Wesentlichen von einem Mantel (6) umhüllt sind, die Aufzugsanlage umfassend
weiter eine Überwachungsvorrichtung (3), welche die Zugträger (5) oder Gruppen von
Zugträgern (5) in wechselnder Konstellation als elektrische Widerstände (14) in einer
Messbrücke (12) verschaltet, sodass elektrische Widerstände verschiedener Zugträger
(5) oder Gruppen von Zugträgern (5) anhand einer Brückenspannung (15) miteinander
vergleichbar sind.
2. Aufzugsanlage nach Anspruch 1, wobei jeweils ein einzelner Zugträger (5) als ein elektrischer
Widerstand (14) in der Messbrücke (12) verschaltet ist.
3. Aufzugsanlage nach Anspruch 1, wobei jeweils mehrere Zugträger (5) eines Tragmittels
(1) als Gruppe als ein elektrischer Widerstand (14) in der Messbrücke (12) verschaltet
sind.
4. Aufzugsanlage nach Anspruch 1, wobei jeweils alle Zugträger (5) eines Tragmittels
(1) als Gruppe als ein elektrischer Widerstand (14) in der Messbrücke (12) verschaltet
sind.
5. Aufzugsanlage nach Anspruch 3 oder 4, wobei die Zugträger (5) jeweils in Serie miteinander
verschaltet sind und so einen elektrischen Widerstand (14) in der Messbrücke (12)
bilden.
6. Aufzugsanlage nach Anspruch 3 oder 4, wobei die Zugträger (5) jeweils parallel zueinander
verschaltet sind und so einen elektrischen Widerstand (14) in der Messbrücke (12)
bilden.
7. Aufzugsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei vier elektrische Widerstände
(14) bestehend aus einem oder mehreren Zugträgern (5) in einer Wheatstoneschen Messbrücke
(12) verschaltet sind.
8. Verfahren zur Bestimmung eines Zustandes mindestens eines Tragmittels (1) in einer
Aufzugsanlage (40), die Aufzugsanlage (40) umfassend eine Kabine (41) und mindestens
ein Tragmittel (1), wobei die Kabine (41) vom Tragmittel (1) zumindest teilweise getragen
ist, und wobei das Tragmittel (1) mehrere parallel zueinander angeordnete elektrisch
leitende Zugträger (5) umfasst, welche im Wesentlichen von einem Mantel (6) umhüllt
sind, das Verfahren umfassend die Schritte:
- Verschalten der Zugträger (5) oder Gruppen von Zugträgern (5) in wechselnder Konstellation
zu elektrischen Widerständen (14) in einer Messbrücke (12); und
- Ermitteln eines Zustandes des Tragmittels durch einen Vergleich der elektrischen
Widerstände der Zugträger (5) oder Gruppen von Zugträgern (5) anhand einer Brückenspannung
(15).
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei jeweils einzelne Zugträger (5) einen elektrischen
Widerstand (14) in der Messbrücke (12) bilden.
10. Verfahren nach Anspruch 8, wobei jeweils mehrere oder alle Zugträger (5) eines Tragmittels
(1) einen elektrischen Widerstand (14) in der Messbrücke (12) bilden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei der elektrische Widerstand jedes
Zugträgers (5) bzw. jeder Gruppe von Zugträgern (5) der Aufzugsanlage (40) mit elektrischen
Widerständen von zumindest drei anderen Zugträgern (5) bzw. drei anderen Gruppen von
Zugträgern (5) verglichen wird.
1. Lift installation with a cage (4) and at least one support means (1), wherein the
cage (41) is supported at least partly by support means (1) and wherein the support
means (1) comprises a plurality of electrically conductive tensile carriers (5) which
are arranged parallel to one another and which are substantially enclosed by a casing
(6), the lift installation further comprising a monitoring device (3) which connects
the tensile carriers (5) or groups of tensile carriers (5) in alternating configuration
as electrical resistances (14) in a measuring bridge (12) so that the electrical resistances
of different tensile carriers (5) or groups of tensile carriers (5) can be compared
with one another by way of a bridge voltage (15).
2. Lift installation according to claim 1, wherein in each instance an individual tensile
carrier (5) is connected as an electrical resistance (14) in the measuring bridge
(12).
3. Lift installation according to claim 1, wherein in each instance a plurality of tensile
carriers (5) of a support means (1) is, as a group, connected as an electrical resistance
(14) in the measuring bridge (12).
4. Lift installation according to claim 1, wherein in each instance all tensile carriers
(5) of a support means (1) are, as a group, connected as an electrical resistance
(14) in the measuring bridge (12).
5. Lift installation according to claim 3 or 4, wherein the tensile carriers (5) are
respectively connected in series with one another and thus form an electrical resistance
(14) in the measuring bridge (12).
6. Lift installation according to claim 3 or 4, wherein the tensile carriers (5) are
respective connected in parallel with one another and thus form an electrical resistance
(14) in the measuring bridge (12).
7. Lift installation according to any one of the preceding claims, wherein four electrical
resistances (14) consisting of one or more tensile carriers (5) are connected in a
Wheatstone measuring bridge (12).
8. Method of determining a state of at least one support means (1) in a lift installation
(40), the lift installation (40) comprising a cage (41) and at least one support means
(1), wherein the cage (41) is at least partly supported by the support means (1) and
wherein the support means (1) comprises a plurality of electrically conductive tensile
carriers (5) which are arranged parallel to one another and which are substantially
enclosed by a casing (6), the method comprising the steps:
- connecting the tensile carriers (5) or groups of tensile carriers (5) in an alternating
combination to form electrical resistances (14) in a measuring bridge (12); and
- determining a state of the support means by comparison of the electrical resistances
of the tensile carriers or groups of tensile carriers (5) by way of a bridge voltage
(15).
9. Method according to claim 8, wherein in each instance individual tensile carriers
(5) form an electrical resistance (14) in the measuring bridge (12).
10. Method according to claim 8, wherein in each instance a plurality of or all tensile
carriers (5) of a support means (1) forms or form an electrical resistance (14) in
the measuring bridge (12).
11. Method according to any one of claims 8 to 10, wherein the electrical resistance of
each tensile carrier (5) or each group of tensile carriers (5) of the lift installation
(40) is compared with electrical resistances of at least three other tensile carriers
(5) or three other groups of tensile carriers (5).
1. Installation d'ascenseur avec une cabine (41) et au moins un élément porteur (1),
dans laquelle la cabine (41) est portée au moins en partie par l'élément porteur (1),
et l'élément porteur (1) comprend plusieurs renforts de traction (5) conducteurs d'électricité,
disposés parallèlement, qui sont enrobés globalement par une gaine (6), l'installation
d'ascenseur comprenant également un dispositif de surveillance (3) qui relie les renforts
de traction (5) ou des groupes de renforts de traction (5) suivant une configuration
alternée, sous la forme de résistances électriques (14) dans un pont de mesure (12),
de sorte que les résistances électriques de différents renforts de traction (5) ou
groupes de renforts de traction (5) sont comparables entre elles à l'aide d'une tension
de pont (15).
2. Installation d'ascenseur selon la revendication 1, chaque renfort de traction (5)
individuel étant monté sous la forme d'une résistance électrique (14) dans le pont
de mesure (12).
3. Installation d'ascenseur selon la revendication 1, plusieurs renforts de traction
(5) d'un élément porteur (1) étant montés en groupe sous la forme d'une résistance
électrique (14) dans le pont de mesure (12).
4. Installation d'ascenseur selon la revendication 1, tous les renforts de traction (5)
d'un élément porteur (1) étant montés en groupe sous la forme d'une résistance électrique
(14) dans le pont de mesure (12).
5. Installation d'ascenseur selon la revendication 3 ou 4, les renforts de traction (5)
étant reliés entre eux en série et formant ainsi une résistance électrique (14) dans
le pont de mesure (12).
6. Installation d'ascenseur selon la revendication 3 ou 4, les renforts de traction (5)
étant reliés entre eux parallèlement et formant ainsi une résistance électrique (14)
dans le pont de mesure (12).
7. Installation d'ascenseur selon l'une des revendications précédentes, quatre résistances
électriques (14) composées d'un ou plusieurs renforts de traction (5) étant montées
dans un pont de mesure de Wheatstone.
8. Procédé pour définir un état d'au moins un élément porteur (1) dans une installation
d'ascenseur (40), laquelle installation d'ascenseur (40) comprend une cabine (41)
et au moins un élément porteur (1), la cabine (41) étant portée au moins en partie
par l'élément porteur (1), et l'élément porteur (1) comprenant plusieurs renforts
de traction (5) conducteurs d'électricité, disposés parallèlement, qui sont enrobés
globalement par une gaine (6), le procédé comprenant les étapes suivantes :
- montage des renforts de traction (5) ou groupes de renforts de traction (5) suivant
une configuration alternée pour former des résistances électriques (14) dans un pont
de mesure (12) ; et
- détermination d'un état de l'élément porteur grâce à une comparaison des résistances
électriques des renforts de traction (5) ou groupes de renforts de traction (5) à
l'aide d'une tension de pont (15).
9. Procédé selon la revendication 8, des renforts de traction (5) individuels formant
chacun une résistance électrique (14) dans le pont de mesure (12).
10. Procédé selon la revendication 8, plusieurs renforts de traction (5) ou tous les renforts
de traction (5) d'un élément porteur (1) formant chacun une résistance électrique
(14) dans le pont de mesure (12).
11. Procédé selon l'une des revendications 8 à 10, la résistance électrique de chaque
renfort de traction (5) ou de chaque groupe de renforts de traction (5) de l'installation
d'ascenseur (40) étant comparée aux résistances électriques d'au moins trois autres
renforts de traction (5) ou de trois autres groupes de renforts de traction (5).