[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Biodiesel speziell aus Altspeiseöl,
wobei das Rohmaterial in Mischung mit Methanol einem speziell aus "autokatalytisch"
wirksamen Material mit nanoskaliger Oberflächenstruktur ausgeführtem und entsprechend
ausgelegtem Reaktor zugeführt und bei einer definierten Temperatur bei höheren Drücken
umgesetzt wird.
STAND DER TECHNIK
[0002] Biodiesel steht als Bezeichnung für eine Vielzahl von oxidierbaren Kraftstoffen auf
der Grundlage von Fettsäurealkylestern. Fettsäureglyceride können aus unterschiedlichsten
Rohmaterialien bereitgestellt werden, wobei sowohl nachwachsende agrarische Rohstoff
wie Soja, Raps oder auch Fettalgen als auch Abfallprodukte wie gebrauchtes Speiseöl
oder unterschiedliche tierische Fette in Frage kommen. Die Umesterung von Fettsäureglyceriden
erfolgt nach unterschiedlichen Verfahren, wie sie weiter unten diskutiert werden.
[0003] Grundsätzlich kann die Umesterung der zur Verwendung vorgesehenen Öle basenkatalysiert
mit einem Alkohol, direkt säurekatalysiert mit Methanol als Alkohol oder über eine
Umwandlung der Öle zu Fettsäuren und deren säurenkatalysierte Umsetzung zu den Alkylestern
erfolgen.
[0004] Die für die Umesterung eingesetzten Alkohole sind meist einwertig und kurzkettig,
typischerweise Methanol, Ethanol oder auch Isopropanol. Die sich daher ergebenden
alkylierten Ester sind daher Methyl- , Ethyl- oder Isopropanyl-Varianten.
[0005] Der Großteil der als Zusatz für die erdölbasierten Dieselkraftstoffe eingesetzten
Biodieseloder Alkylester-Varianten wird über die basenkatalysierte Reaktion gewonnen,
da diese kostengünstig bei niedriger Temperatur (< 90°C) und geringen Drücken (< 2
bar) durchgeführt werden kann.
[0006] Die
US 2009/037966 A1 befasst sich mit einem Verfahren zur Herstellung von Biodiesel, bei dem ein heterogenes
Katalysatorsystem aus einer Mischung von Zinkoxid (amorphes Zinkoxid und Zinkoxidnanokristalle)
und einem zweiten Metalloxid hergestellt wird, der Katalysator mit Öl, Alkohol sowie
mit Wasser zu einer Reaktionsmischung vermischt wird, wobei diese Reaktionsmischung
auf eine Temperatur von 170 °C bis 220 °C erhitzt wird und nach der Umesterung der
Biodiesel vom Katalysator separiert wird. Bei dem aus der
US 2011/0209389 A1 bekannten Verfahren wird eine Reaktionsmischung aus Öl, Alkohol und gedopten Titandioxidpartikeln
hergestellt. Die Veresterung soll bei Raumtemperatur und atmosphärischem Druck erfolgen.
Die nach diesen Verfahren hergestellten Biodiesel eignen sich nicht zur Verwendung
in modernen Hochleistungs-Dieselmotoren mit Einspritzdüsen, da die im Biodiesel verbliebenen
vorhandenen Zinknanopartikel bzw. Titandioxidpartikel sich insbesondere in den Einspritzdüsen
anlagern und diese verlegen können.
[0007] In der
AT 40666871 B ist z.B. die Umesterung von Fettsäureglyceriden mit einem wässrigem Alkohol unter
Verwendung eines basischen, überschüssigen Katalysator beschrieben, Varianten dazu
finden sich in den Offenlegungsschriften
AT 394374 B,
AT 388 743 B.
Als basische Katalysatoren werden bevorzugt NaOH oder KOH verwendet, deren Überschuss
in einem weiteren Verfahrensschritt wieder aus dem Reaktionsgemisch abgetrennt werden
muss. Die Herstellung verbesserter Biodieselvarianten ist u.a. in der
AT 412280 B beschrieben.
[0009] In einer anderen Verfahrensvariante, offengelegt in der
AT 502218 A1, wird ein flüssiger Metallkatalysator, bevorzugt ein Erdalkalisalz einer Carbonsäure,
insbesondere ein Magnesiumsalz, mit den Fettsäureglyceriden umgesetzt, wobei bei diesem
Verfahren auch Triglyceride aus gebrauchten Speiseölen oder tierischen Fetten zu Biodieselvarianten
mit guten Ausbeuten umgeestert werden können.
[0010] Eine Verfahrensvariante unter Verwendung von Palmöl und Palmstearin wird in der
AT 504745 A1 offengelegt.
[0011] Heterogene Katalysatorsysteme zur Herstellung von "Biodiesel" sind in der
EP-A-1477551 beschrieben, und in der
US 6 818 026 wird die Verwendung von MgO als Festkatalysator für die Umesterung beschrieben, ebenso
in der
WO 2008/012275A1 die Verwendung von Erdalkalimetalloxiden und Karbonaten mit Verweilzeiten zwischen
1 und 40 Minuten.
In der
WO 2009/002880A1 wird ebenfalls ein Reaktor mit Metalloxiden oder Silikaten (Elemente Zr, Ti, Mn oder
Ni und auch Al, Si, Mg und Ca) beschrieben, wo eine poröse Struktur mehr als die Hälfte
des Reaktorvolumens ausfüllt.
[0012] In der
US 6 187 939 wird ein katalysatorloses Verfahren im "Batch"-Betrieb unter Verwendung von ein-
oder mehrwertigen Alkoholen offengelegt, wobei hier die Nachteile des notwendigen
hohen Drucks und der hohen Temperatur zur Erreichung eines definierten superkritischen
Zustands der Mischphase nicht gelöst werden konnten. Zudem ist für den beschriebenen
Reaktionsablauf das Einleiten von Schutzgas in den Autoklaven notwendig.
[0013] Als Nebenprodukte fallen in fast allen Verfahren Glycerin und Seifen in unterschiedlicher
Reinheit an. Das Glycerin muss dann meist mit Destillationsschritten zu brauchbaren
Qualitäten gereinigt werden.
[0014] Als wesentlicher Nachteil dieser klassischen Verfahren muss die Verunreinigung der
Reaktionsprodukte mit den eingesetzten Katalysatoren angemerkt werden, da diese "Verunreinigungen"
in weiteren Verfahrensstufen durch entsprechende Neutralisations- und Reinigungsschritte
wieder entfernt werden müssen. Dies gilt auch, zwar in verminderter Form, beim Einsatz
flüssiger Metallkatalysatoren auf Basis der Erdalkalisalze von Karbonsäuren oder bei
der Verwendung von festen Katalysatoren auf Basis von Oxiden oder Karbonaten der Erdalkaligruppe.
AUFGABE
[0015] Die Problemstellung und Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren
bereitzustellen, mit welchem in einer wirtschaftlichen Art und Weise kontinuierlich
eine Biodieselvariante aus freien Fettsäuren, wie sie insbesondere in Altspeiseölen,
Altspeisefetten und unterschiedlichen tierischen Fetten vorliegen, durch Reaktion
mit einem Alkohol, bevorzugt Methanol, hergestellt werden kann, die frei von katalytisch
eingebrachten Verunreinigungen ist und den einschlägigen Qualitäts-Normen für Biodiesel
entspricht.
LÖSUNG DER AUFGABE
[0016] Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruches
1.
[0017] Es wird das Rohmaterial, Altspeiseöl, in einem geeigneten Gefäß, z.B. einem Rührkessel,
mit Methanol im Überschuss gemischt und es wird eine Emulsion hergestellt.
[0018] Umfangreiche Versuche zeigten, dass das beste Mischungsverhältnis für die weitere
Verarbeitung zwischen 20 und 50 Mol Methanol für 1 Mol Altspeiseöl liegt, erfindungsgemäß
bevorzugt zwischen 38 und 42 Mol Methanol für 1 Mol Altspeiseöl.
[0019] Diese Emulsion wird dann in einem weiteren Verfahrensschritt mit Hilfe einer geeigneten
Pumpvorrichtung auf einen Druck zwischen 250 und 300 bar (25 und 30 MPa) verdichtet,
wobei erfindungsgemäß Drücke zwischen 290 und 310 bar (29 und 31 MPa) bevorzugt werden.
[0020] Diese verdichtete Emulsion wird dann über einen zweistufigen, meist elektrisch beheizten
Wärmetauscher auf Temperaturen zwischen 250°C und 320°C erhitzt, wobei erfindungsgemäß
Temperaturen zwischen 260°C und 310°C bevorzugt eingesetzt werden.
[0021] In weiterer Folge wird diese verdichtete und erhitzte Emulsion in einen horizontal
angeordneten, erfindungsgemäß als Rohr ausgeführten ebenfalls beheizten Reaktor geleitet,
wo die Emulsion eine definierte Zeit auf Reaktionstemperatur gehalten wird. Die Reaktionszeit
bewegt sich zwischen 0.1 und 10 Minuten, wobei erfindungsgemäß bevorzugt eine Reaktionszeit
zwischen 20 und 400 Sekunden eingestellt wird, die durch die Flussgeschwindigkeit
der Emulsion und die Länge des Reaktorrohres definiert wird.
[0022] Die Überwachung der Temperatur des Emulsionsgemisches und des Reaktorrohres erfolgt
mittels geeignet angebrachter Temperatursensoren und elektronischer Steuerung und
Regelung.
[0023] Der Reaktor ist so ausgelegt, dass das Methanol bei den oben angeführten Reaktionsbedingungen
aufgrund der signifikant erhöhten Löslichkeit der verwendeten Öle im Methanol mit
einer im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren wesentlich höheren Geschwindigkeit in
den ablaufenden chemischen Reaktionen reagiert und damit die Gesamtgeschwindigkeit
der Umesterung signifikant erhöht wird.
[0024] Die erfindungsgemäß vorgesehene Temperatur von bis zu etwa 320°C liegt darin begründet,
dass, obwohl bei höheren Temperaturen, wie Versuche gezeigt haben, die Geschwindigkeiten
des Umsatzes noch deutlich gesteigert werden können, bei Temperaturen über 320°C unter
den erfindungsgemäß angewandten Bedingungen unerwünschte Nebenreaktionen, wie Cracking
oder trans-Isomerisierung, stark in den Vordergrund treten. Daher ist erfindungsgemäß
der Temperaturbereich eingeschränkt, es werden aber Reaktionstemperaturen eingesetzt,
bei denen ein ausreichend hoher Umsatz für die Umesterung erzielt werden kann und
gleichzeitig die unerwünschten Nebenreaktionen nur beschränkt oder überhaupt noch
nicht auftreten.
[0025] Bei den erfindungsgemäß angewandten Temperaturen liegt im Reaktor ein Zweiphasengemisch
vor, wobei die Unterschiede in den Dichten der beiden Phasen relativ gering sind.
Durch geeignete erfindungsgemäße Auslegung des Reaktors gelingt es, die entstehenden
Reaktionsprodukte im Reaktor abzutrennen und aus dem Reaktor auszubringen und unfertiges
Reaktionsgemisch für eine vollständige Umsetzung im Reaktor zu halten. Einen wesentlichen
Aspekt für eine ausreichende Reaktionsgeschwindigkeit und einen hohen Umsetzungsgrad
im Reaktorrohr ist die Sicherstellung einer weitgehend laminaren Strömung im Bereich
der Phasengrenzen im speziell ausgeführten Reaktorrohr bei gleichzeitig hoher Kontaktfläche
für das ursprüngliche Emulsionsgemisch.
[0026] Durch umfangreiche Versuche konnte gezeigt werden, dass bei Vorliegen einer turbulenten
Strömung im Reaktorrohr es nicht gelingt, ein mit Reaktionsprodukten ausreichend angereichertes
Gemisch am Reaktorausgang zu gewinnen.
[0027] Die eine im Reaktorrohr vorliegende schwerere Phase enthält nach gewisser Betriebszeit
des Reaktors hauptsächlich unvollständig umgesetztes Ausgangsmaterial und Glycerin.
Um diese schwerere Phase in einer erfindungsgemäßen Variante ebenfalls einer Umsetzung
zuführen zu können, müssen die für den Stoffaustausch an der Phasengrenze unter laminaren
Strömungsbedingungen zur Verfügung stehenden Reaktionsflächen im Reaktor in ausreichender
Menge vorhanden sein. Dies gelingt erfindungsgemäß durch eine erfindungsgemäße Anordnung
von Reaktionsflächen im Reaktorinneren, deren Auslegung laminare Strömungsbedingungen
und damit optimierte Reaktionsbedingungen ermöglicht.
[0028] Diese Reaktionsflächen können in unterschiedlicher Art und Weise ausgeführt werden,
wobei in allen Fällen die nanoskalig strukturierten Oberflächen dieser Reaktionsflächen
erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet sind, dass sie aufgrund, dünner festhaftender
Schichten meist oxidischer Natur definierter geringer Dicke und Rauheit, die beim
ersten, unter erfindungsgemäß definierten Betriebsbedingungen durchgeführten Anfahren
des Reaktors ausgebildet werden, katalytisch wirksam ausgeführt sind. Erfindungsgemäß
wird so durch geeignetes Anfahren des Reaktors mit einer Emulsion mit einem niedrigem
Methanolgehalt (12 bis 15 Mol Methanol für 1 Mol Altspeiseöl) bei geringerer Strömungsgeschwindigkeit
und bei Temperaturen bis zu 385°C für eine Zeit von bis zu 360 Sekunden erst die katalytische
Wirksamkeit der Oberflächen generiert, der Prozess daher "autokatalytisch" bezeichnet
werden kann. Die bei dieser erhöhten Temperatur entstehenden zusätzlichen Reaktionsprodukte
werden mit den ersten Litern Biodieselgemisch aus dem Reaktor ausgetragen. Erfindungsgemäß
werden Dicken der nanoskalig strukturierten Schichten zwischen 2 und 4000 nm und Mikrorauheiten
in einer Dimension unter 500 nm zur Sicherstellung eines laminaren Strömungsverhaltens
generiert und eingesetzt.
[0029] Die Materialauswahl für diese Reaktionsflächen erfolgt erfindungsgemäß unter dem
Aspekt der Langzeitstabilität und der Langzeitwirksamkeit der definiert nanoskalig
strukturierten und chemisch umgesetzten Oberflächen, wobei die chemische und physikalische
Stabilität der strukturierten Oberflächen ein wesentliches Selektionskriterium darstellt.
Speziell die chemische Stabilität der erfindungsgemäß nanoskalig strukturierten und
autokatalytisch wirksamen Reaktionsflächen muss sichergestellt sein, da erfindungsgemäß
keinerlei Abbauprodukte des Reaktormaterials oder Reste aus dem Reaktorinneren (der
Reaktionsflächen) in das Endprodukt der Veresterung (Biodiesel) ausgeschleppt werden.
[0030] Als Materialien für die Reaktionsflächen werden erfindungsgemäß hochlegierte Edelstähle
mit Anteilen von Chrom über 17% und von Nickel über 11%, wie z.B. SEL 4550 oder 4573,
eingesetzt.
[0031] Die Reaktionsflächen können im Reaktor erfindungsgemäß als Platten in Längsrichtung
mit Unterbrechungen und einer definierten Anzahl von Löchern oder als Rohre in Längsrichtung
ebenfalls mit einer definierten Anzahl von Löchern oder als Spiralen aus Rohren oder
Drähten mit einer definierten Anzahl von Wicklungen oder auch aus linear angeordneten
Drähte oder Rohren oder auch aus einer Kombination dieser unterschiedlichen Anordnungen
aufgebaut sein.
[0032] Als wesentliches Kriterium für die Auslegung des Verhältnisses zwischen Reaktordurchmesser
und realer Gesamtfläche der Reaktionsflächen ist der gewünschte Volumenfluss der umzusetzenden
Mischung aus freien Fettsäuren (Altspeiseöl) und dem eingesetzten Alkohol, wobei im
Reaktor an den Reaktionsflächen erfindungsgemäß laminares Strömungsverhalten sichergestellt
werden muss. Es ist bei dieser Auslegung zu berücksichtigen, dass die geometrische
Oberfläche der Reaktionsflächen deutlich geringer ist als die erfindungsgemäß realisierte
"autokatalytisch" wirksame, nanoskalig strukturierte reale Oberfläche der Reaktionsflächen.
[0033] Die Verhältnisse zwischen den geometrischen, katalytisch relevanten Flächen im Reaktorraum
und den realen, katalytisch tatsächlich wirksamen Oberflächen bewegen sich zwischen
mindestens zwei bis zu über 100, wobei sich erfindungsgemäß Werte zwischen fünf und
fünfzig als besonders günstig erwiesen haben.
[0034] Bei erfindungsgemäßer Auslegung der Reaktionsflächen gelingt es, die Reaktions- und
damit Verweilzeiten des Gemischs Alkohol-Fettsäuren überraschend kurz zu halten (unter
60 Sekunden) und somit eine kontinuierliche Produktion von Biodiesel aus Altfetten
ohne Verwendung eines der Mischung zugesetzten katalytisch wirksamen Materials sicherzustellen.
Beschreibung eines Beispiels
[0035] In einem Rührkessel wird aus dem vorgelegtem Altspeiseöl und Methanol eine Emulsion
hergestellt, wobei Methanol etwa in einem molaren Überschuss von 35 bis 40 eingesetzt
wird. Mittels einer geeigneten Pumpe wird die Emulsion auf einen Druck von 180 bar
(18 MPa) verdichtet und mittels eines zweistufigen Wärmetauschers auf die Reaktionstemperatur,
erfindungsgemäß bevorzugt 280°C, erhitzt. Anschließend wird die erhitzte Emulsion
in einem Rohrreaktor einer Länge von 1200 mm und einem Innendurchmesser von 150 mm
, dessen Inneres erfindungsgemäß mit einer ausreichenden Anzahl an Reaktionsflächen
mit nanoskalig strukturierten Oberflächen ausgestattet ist, die durch das Anfahren
des Reaktors mit einem Gemisch von 12 Mol Methanol und einem Mol Altfett bei einer
Temperatur von 380°C in einer Zeit von 240 Sekunden gebildet wurden, reagieren gelassen,
wobei eine gesamte Verweilzeit von etwa 0,5 bis 2 Minuten, bevorzugt unter 1 Minute,
durch die Strömungsgeschwindigkeit der Emulsion eingestellt wird.
Das Produkt wird abgetrennt und noch nicht vollständig Reagiertes wird weiterhin im
Reaktor gehalten, wobei es bei laminarer Strömung im Reaktor gelingt, in der schwereren
Phase das Reaktionsprodukt Glycerin kontinuierlich anzureichern.
[0036] Das Rohprodukt, eine Mischung aus Glycerin, Roh-Biodiesel und Methanol, wird über
einen Wärmetauscher aus dem Reaktor ausgetragen. Die rückgewonnene Wärme dient zur
Erhitzung der Ausgangsemulsion.
[0037] Aus dem Gemisch Glycerin, Roh-Biodiesel und Methanol wird Methanol über einen Verdampfer
zurückgewonnen. In einem weiteren Verfahrensschritt wird der Roh-Biodiesel vom Glycerin
z.B. über eine Zentrifuge getrennt, anschließend über eine kontinuierliche Vakuumdestillation
gereinigt und Gebinden zugeführt.
[0038] Glycerin wird ebenfalls zur Erhöhung der Reinheit destilliert und Gebinden zugeführt.
[0039] Bei erfindungsgemäßer Ausführung des Reaktors und Einhaltung der oben angegebenen
Reaktionsbedingungen werden Umsetzungsgrade des verwendeten Altspeiseöl zu Biodiesel
von bis zu 99% erreicht.
[0040] Eine Erhöhung der Reaktionstemperatur auf über 320°C führte zu einer signifikanten
Zunahme der Nebenreaktionen, vor allem "Cracking" und Zersetzung der freien Fettsäuren.
1. Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Biodiesel durch Umesterung einer Altspeiseöl-Methanol-Emulsion
mit einer Zusammensetzung von 20 Mol bis 50 Mol Methanol pro Mol Altspeiseöl, insbesondere
von 38 Mol bis 42 Mol Methanol pro Mol Altspeiseöl, in einem Reaktor,
wobei zuerst im Inneren des Reaktors unmittelbar auf eingebauten metallischen Reaktionsflächen
aus Edelstahlmaterial mit einem Chromgehalt > 17% und einem Nickelgehalt > 11% durch
den Erstkontakt und die Reaktion zwischen dem metallischem Reaktormaterial und einer
Altspeiseöl-Methanol-Emulsion mit einer Zusammensetzung von 12 bis 15 Mol Methanol
pro Mol Altspeiseöl bei einer Temperatur von bis zu 385°C und Verweilzeiten des Gemisches
im Reaktor von bis zu 360 Sekunden nanoskalig strukturierte und autokatalytisch wirksame
Oberflächen mit Schichtdicken zwischen 2 nm und 4000 nm ausgebildet werden, wobei
zur Einstellung eines laminaren Strömungsverhaltens der Altspeiseöl-Methanol Emulsion
bei der Umesterung die an den metallischen Reaktionsflächen ausgebildeten autokatalytisch
wirksamen Oberflächen eine größere reale Oberfläche aufweisen als die geometrische
Oberfläche der metallischen Reaktionsflächen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktions-und Verweilzeit der Altspeiseöl-Methanol-Emulsion im Reaktor zwischen
20 Sekunden und 400 Sekunden, insbesondere unter 60 Sekunden, beträgt,
wobei in einem weiteren Verfahrensschritt die Altspeiseöl-Methanol-Emulsion auf einen
Druck von 25 bis 31 MPa verdichtet und in den beheizten Reaktor geleitet und auf eine
Temperatur zwischen 250°C und 320°C, bevorzugt zwischen 260°C und 310°C, erhitzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Reaktor plattenförmige Reaktionsflächen in Längsrichtung mit Unterbrechungen und
einer definierten Anzahl an Löchern eingesetzt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Reaktor rohrförmige Reaktionsflächen in Längsrichtung mit einer definierten Anzahl
an Löchern eingesetzt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Reaktor die Reaktionsflächen als Spiralen aus Rohren oder Drähten mit einer definierten
Anzahl von Wicklungen oder aus linear angeordneten Drähten oder Rohren aufgebaut sind.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die an den metallischen Reaktionsflächen ausgebildeten autokatalytisch aktiven Oberflächen
eine um einen Faktor 5 bis 50 größere reale Oberfläche aufweisen als die geometrische
Oberflächen der metallischen Reaktionsflächen.
1. Method for the continuous production of biodiesel through transesterification of a(n)
used cooking oil / methanol emulsion with a composition of 20 mol to 50 mol methanol
per mol of used cooking oil, in particular of 38 mol to 42 mol methanol per mol of
used cooking oil, in a reactor,
wherein nanoscale-structured and autocatalytically acting surfaces with layer thicknesses
of between 2 nm and 4,000 nm are formed first in the interior of the reactor directly
on installed metallic reaction surfaces made of stainless steel material with a chrome
content of > 17% and a nickel content of > 11% through the initial contact and the
reaction between the metallic reactor material and a(n) used cooking oil / methanol
emulsion with a composition of 12 to 15 mol of methanol per mol of used cooking oil
at a temperature of up to 385°C and holding times for the mixture in the reactor of
up to 360 seconds,
wherein the autocatalytically acting surfaces formed in the metallic reaction surfaces
have a larger real surface than the geometric surface of the metallic reaction surfaces
for setting a laminar flow behaviour of the used cooking oil / methanol emulsion during
transesterification.
2. Method according to claim 1, characterised in that the reaction and holding time of the used cooking oil / methanol emulsion in the
reactor is between 20 seconds and 400 seconds, in particular below 60 seconds,
wherein the used cooking oil / methanol emulsion is compressed to a pressure of 25
to 31 MPa and led into the heated reactor in a further method step, and is heated
to a temperature of between 250°C and 320°C, preferably between 260°C and 310°C.
3. Method according to claim 1 or 2, characterised in that plate-shaped reaction surfaces are used in the reactor in longitudinal direction
with interruptions and a defined number of holes.
4. Method according to claim 1 or 2, characterised in that tubular reaction surfaces are used in the reactor in longitudinal direction with
a defined number of holes.
5. Method according to claim 1 or 2, characterised in that the reaction surfaces in the reactor are constructed from tubes or wires with a defined
number of windings or from linearly arranged wires or tubes.
6. Method according to one of the claims 1 to 5, characterised in that the autocatalytically active surfaces formed on the metallic reaction surfaces have
a real surface that is larger than the geometric surfaces of the metallic reaction
surfaces by a factor of 5 to 50.
1. Procédé de fabrication en continu de biodiesel par transestérification d'une émulsion
d'huiles comestibles usagées et de méthanol ayant une composition de 20 à 50 moles
de méthanol par mole d'huiles comestibles usagées, en particulier de 38 à 42 moles
par mole d'huiles comestibles usagées, dans un réacteur,
où des surfaces structurées à l'échelle nanométrique et efficaces autocatalytiquement
avec des couches d'une épaisseur entre 2 et 4000 nm sont d'abord formées à l'intérieur
du réacteur immédiatement sur des surfaces de réaction métalliques intégrées en acier
inoxydable avec une teneur en chrome de >17 % et une teneur en nickel de >11% par
le premier contact et la réaction entre le matériau métallique du réacteur et une
émulsion d'huiles comestibles usagées et de méthanol ayant une composition de 12 à
15 moles de méthanol par mole d'huiles usagées à une température allant jusqu'à 385
°C et avec un temps de séjour du mélange dans le réacteur allant jusqu'à 360 secondes,
où, pour établir un comportement d'écoulement laminaire de l'émulsion d'huiles comestibles
usagées et de méthanol lors de la transestérification, les surfaces structurées à
l'échelle nanométrique et efficaces autocatalytiquement présentent une surface réelle
plus grande que la surface géométrique des surfaces de réaction métalliques.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisée en ce que le temps de réaction et de séjour de l'émulsion d'huiles comestibles usagées et de
méthanol est entre 20 et 400 secondes, en particulier moins de 60 secondes,
où, au cours d'une autre étape de procédé, l'émulsion d'huiles comestibles usagées
et de méthanol est comprimée à une première pression de 25 à 31 MPa et conduite dans
le réacteur chauffé et réchauffée à une température entre 250 °C et 320 °C, de préférence
entre 260 °C et 310 °C.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les surfaces de réaction en forme de plaque sont placées dans le réacteur dans le
sens longitudinal à des intervalles et avec un nombre défini de trous.
4. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les surfaces de réaction tubulaires sont placées dans le réacteur dans le sens longitudinal
avec un nombre défini de trous.
5. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les surfaces de réaction sont construites dans le réacteur sous forme de spirales
en tubes ou fils avec un nombre défini d'enroulements ou sous forme de fils ou tubes
ordonnés de façon linéaire.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que les surfaces actives autocatalytiquement formées sur les surfaces de réaction métalliques
présentent une surface réelle plus grande que les surfaces géométriques des surfaces
de réaction métalliques d'un facteur 5 à 50.