[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Innenreinigung von Behältnissen und betrifft
eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Entfernen von Ablagerungen im Innenraum von
Behältnissen mittels Explosionstechnologie gemäss dem Oberbegriff der unabhängigen
Ansprüche 1 und 15. Im Speziellen betrifft die Erfindung eine Vorrichtung und ein
Verfahren zum Reinigen von verschmutzten und verschlackten Behältnissen mit Anbackungen
an dessen Innenwänden, insbesondere von Verbrennungsanlagen, mittels Explosionstechnologie.
Ein derartiges Verfahren wird auch Explosionsreinigen genannt.
[0002] Heizflächen z. B. von Müllverbrennungsanlagen oder Kohlekesseln unterliegen im allgemeinen
starken Verschmutzungen. Diese Verschmutzungen haben anorganische Zusammensetzungen
und entstehen typischerweise durch Ablagerung von Ascheteilchen an der Wand. Beläge
im Bereich von hohen Rauchgas-Temperaturen sind meist sehr hart, da sie entweder geschmolzen
oder angeschmolzen auf der Wand kleben bleiben oder von tiefer schmelzenden oder kondensierenden
Substanzen bei deren Erstarrung an der kälteren Kesselwand zusammengeklebt werden.
Solche Beläge lassen sich durch bekannte Reinigungsverfahren nur schwer und unzureichend
entfernen. Dies führt dazu, dass der Kessel periodisch abgestellt, abgekühlt und manuell
oder mittels Sandstrahlen gereinigt werden muss. Da solche Kessel meist ziemlich grosse
Abmessungen aufweisen, ist dazu oft der Aufbau eines Gerüsts im Ofen notwendig. Dies
erfordert zudem einen Betriebsunterbrüch von mehreren Tagen oder Wochen und ist ausserdem
für das Reinigungspersonal wegen des starken Staub- und Sclumutzanfalls äusserst unangenehm
und ungesund. Eine meist zwangsläufige Begleiterscheinung eines Betriebunterbruchs
einer Anlage sind Schäden an Behältermaterialien selber als Folge der starken Temperaturänderungen.
Neben den Reinigungs- und Reparaturkosten sind die Anlagenstillstandskosten durch
den Produktions- bzw. Einnahmenausfall ebenfalls ein wichtiger Kostenfaktor.
[0003] Herkömmliche Reinigungsverfahren, welche bei abgestellten Anlagen angewendet werden,
sind beispielsweise Kesselklopfen sowie die Verwendung von Dampfstrahler, Wasserstrahlbläser/Russbläser
sowie Sandstrahlen.
[0004] Ferner ist ein Reinigungsverfahren bekannt, bei welchem der erkaltete oder der in
Betrieb befindliche, heisse Kessel mittels Einbringen und Zünden von Sprengkörpern
gereinigt wird. Nachteilig bei diesem Verfahren ist die Notwendigkeit von Sprengstoff.
Neben den hohen Kosten für das Sprengmaterial muss zur Vermeidung von Unfällen oder
Diebstahl, beispielsweise bei der Lagerung des Sprengstoffs, ein grosser Sicherheitsaufwand
betrieben werden. Das Einbringen von Sprengmaterial in ein heisses Behältnis erfordert
zudem ein absolut zuverlässiges und effizientes Kühlsystem um ein vorzeitiges Detonieren
des Sprengstoffs zu verhindern.
[0005] Aus der
EP 1 362 213 B1 ist ein weiteres Reinigungsverfahren bekannt, welches sich ebenfalls dem Mittel der
Explosionserzeugung bedient. Anstelle von Sprengstoff wird gemäss diesem Verfahren
jedoch ein mit einem explosiven Gasgemisch aufblasbare Behälterhülle an das Ende einer
Reinigungslanze angebracht. Die Reinigungslanze wird zusammen mit der leeren Behälterhülle
in den Kesselraum eingeführt und in der Nähe der zu reinigenden Stelle positioniert.
Anschliessend wird die Behälterhülle mit einem explosiven Gasgemisch aufgeblasen.
Durch Zünden des Gasgemisches in der Behälterhülle wird eine Explosion erzeugt, deren
Schockwellen zur Ablösung von Verschmutzungen an den Kesselwänden führen. Die Behälterhülle
wird durch die Explosion zerfetzt und verbrennt dabei. Sie stellt daher Gebrauchsmaterial
dar.
[0006] Dieses Verfahren und die dazugehörige Vorrichtung weisen gegenüber der oben genannten
Sprengtechnologie mit Sprengstoff den Vorteil auf, dass das Verfahren günstig im Betrieb
ist. So sind z. B. die Ausgangskomponenten eines Gasgemisches, welches Sauerstoff
und ein Gas aus der Gruppe der brennbaren Kohlenwasserstoffe umfasst, im Vergleich
zu Sprengstoff kostengünstig in der Beschaffung. Des Weiteren erfordern das Beschaffen
und der Umgang mit den besagten Gasen im Gegensatz zu Sprengstoff keine besonderen
Bewilligungen oder Qualifikationen, so dass jedermann mit einer entsprechenden Schulung
das Verfahren ausführen kann. Ferner ist es auch ein Vorteil, dass die Ausgangskomponenten
über separate Zuleitungen der Reinigungslanze zugeführt oder gar separat in den Aufnahmeraum
der Behälterhülle eingeleitet werden können und das gefährliche explosive Gasgemisch
daher erst in der Reinigungslanze oder sogar erst im Aufnahmeraum der bereits im Kesselraum
platzierten Behälterhülle kurz vor Auslösung der Explosion hergestellt wird. Im Vergleich
zu Sprengstoff ist nämlich der Umgang mit den einzelnen Komponenten des Gasgemisches
weitaus weniger gefährlich, da diese einzeln höchsten brennbar jedoch nicht explosiv
sind.
[0007] Die das explosive Gasgemisch aufnehmende Behälterhülle enthält zum Beispiel Schichten
aus Papier und/oder Kunststoff.
[0008] Die flexiblen Behälterhüllen sind relativ dünn und brennbar ausgeführt und daher
äusserst empfindlich gegenüber Feuer und Hitze. Auf diese Weise wird sicher gestellt,
dass die Behälterhülle durch die ausgelöste Explosion oder im Anschluss daran verbrennt,
um möglichst keine Rückstände im Kesselraum zu hinterlassen. Die brennbare Ausführung
der Behälterhülle weist jedoch auch den Nachteil auf, dass diese beim Einführen in
den Kesselraum durch die herrschende Hitze sowie durch die Verbrennungsvorgänge bereits
vor ihrer Befüllung bzw. bevor der Zündung der Explosion beschädigt oder sogar zerstört
werden kann.
[0009] Neben der Hitze und den heissen Verbrennungsgasen im Kesselraum führen auch unbeabsichtigte
Berührungen der Behälterhülle mit der heissen Kesselwand zu Beschädigung derselbigen.
[0010] Um diese unerwünschten Effekt zu verhindern, benetzt man die Behälterhüllen vor bzw.
während der Einführung in den Kesselraum mit einer Kühlflüssigkeit, insbesondere mit
Wasser.
[0011] Doch auch diese Massnahme reicht nicht immer aus, um eine vorgängige Beschädigung
oder Zerstörung der Behälterhülle zu verhindern. Das oben genannte Problem besteht
trotz Benetzung der Behälterhülle insbesondere dann, wenn die Einführung der Behälterhülle
in den Kesselraum und die Platzierung derselbigen am richtigen Ort verhältnismässig
viel Zeit beansprucht oder die Behälterhülle in Kontakt mit der heissen Kesselwand
oder heissen Installationen, wie Rohrbündeln, im Kesselraum gerät.
[0012] Es ist daher Aufgabe vorliegender Erfindung, die vorgenannte Reinigungsvorrichtung
und das dazugehörige Verfahren so zu modifizieren, so dass die Behälterhülle im Kesselraum
bis zur Auslösung der Explosion im Anschluss an die Befüllung derselbigen möglichst
unversehrt bleibt. Ferner soll die Bedienung der Reinigungsvorrichtung einfach sein
und zudem eine erhöhte Sicherheit gewährleisten.
[0013] Die Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche 1 und 16 gelöst. Weitere
bevorzugte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den abhängigen
Patentansprüchen sowie der Beschreibung und den dazugehörigen Figuren hervor. Merkmale
der Verfahrensansprüche sind in diesem Zusammenhang sinngemäss mit Merkmalen der Vorrichtungsansprüche
kombinierbar und umgekehrt.
[0014] Die erfindungsgemässe Reinigungsvorrichtung umfasst also eine Reinigungslanze mit
einem griffseitigen und einem reinigungsseitigen Endabschnitt. Am reinigungsseitigen
Endabschnitt ist eine flexible, einen Aufnahmeraum ausbildende Behälterhülle anbringbar.
Die Reinigungslanze enthält ferner einen Zufuhrkanal mit einer am reinigungsseitigen
Endabschnitt angeordneten Behälteranschlussvorrichtung. Der Zufuhrkanal dient der
Zuführung des explosionsfähigen Gemisches oder deren Ausgangskomponenten zur Behälterhülle.
Der Zufuhrkanal verläuft entlang der Längsachse der Reinigungslanze und weist bevorzugt
einen geschlossenen Kanalquerschnitt auf. Der Zufuhrkanal ist bevorzugt als rohrförmiger
Leitungskörper, insbesondere als Zufuhrrohr ausgebildet.
[0015] Die Behälteranschlussvorrichtung kann als Anschlussstutzen ausgebildet sein, an welchem
die Behälterhülle befestigt wird. Der Anschlussstutzen kann als separates Bauteil
oder als integraler Teil des Zufuhrrohres ausgebildet sein.
[0016] Die Behälteranschlussvorrichtung kann auch ein am reinigungsseitigen Endabschnitt
angeordnetes ein Befüllrohr mit einer Mehrzahl von entlang der Längsachse am Umfang
des Befüllrohres angeordneten Auslassöffiungen zum Befüllen der Behälterhülle mit
dem explosionsfähigen Gemisch umfassen. Das Befüllrohr kann als separates Bauteil
oder als integraler Teil des Zufuhrrohres ausgebildet sein. Der Durchmesser des Befüllrohres
kann kleiner als der Durchmesser des Zufuhrrohres sein.
[0017] Die Reinigungsvorrichtung umfasst bevorzugt eine Versorgungseinrichtung zum Bereitstellen
bzw. Aufbereiten und/oder Zuführen des explosionsfähigen Gemischs oder dessen Komponenten.
Das explosionsfähige Gemisch oder dessen Komponenten werden über Zufuhrleitungen und
die dazugehörigen Anschlüsse an der Reinigungslanze in den Zufuhrkanal bzw. das Zufuhrrohr
der Reinigungslanze eingespiesen.
[0018] Die Reinigungslanze umfasst ferner bevorzugt auch eine Zündeinrichtung, mittels welcher
das explosionsfähige Gemisch im Zufuhrkanal oder in der Behälterhülle gezündet werden
kann.
[0019] Ferner umfasst die Reinigungsvorrichtung bevorzugt auch eine Steuerungseinrichtung
zur Steuerung des Befüllvorganges der Behälterhülle sowie zur Steuerung der Zündung
des explosionsfähigen Gemisches. Ist ferner ein Kühleinrichtung vorgesehen, so dient
die Steuerungseinrichtung bevorzugt auch der Steuerung einer Kühlmittelzufuhr. Ferner
kann auch eine nachfolgend beschriebene Endschalter-Einrichtung mit der Steuerungseinrichtung
verbunden sein.
[0020] Ferner enthält die Reinigungslanze ein Schutzrohr mit einem Aufnahmeraum für eine
Behälterhülle zwecks Abschirmung der an der Behälteranschlussvorrichtung angebrachten
Behälterhülle nach aussen.
[0021] Unter dem Begriff "Schutzrohr" ist allgemein ein rohrförmiger bzw. rohrälmlicher
Abschirmkörper mit einem offenen oder geschlossenen Querschnitt zu verstehen, welcher
eine Öffnung zum Ausstossen der Behälterhülle aufweist. Die Öffnung ist bevorzugt
eine an dem, dem griffseitigen Endabschnitt gegenüber liegenden Ende des Schutzrohres
angeordnete, stirnseitige Öffnung. Das Schutzrohr ist z. B. bevorzugt aus Metall,
insbesondere aus Stahl gefertigt.
[0022] Das Reinigungsverfahren beruht auf dem Konzept, ein explosionsfähiges Gemisch aus
gasförmigen, flüssigen und/oder puder- bzw. pulverförmige Komponenten, welche in den
Aufnahmeraum der flexiblen Behälterhülle eingebracht werden, zusammen mit der Behälterhülle
in die Nähe einer zu reinigenden Stelle im Inneren eines Behältnisses zu bringen,
um anschliessend das Gemisch unter Zerstörung der Behälterhülle zur Explosion zu bringen.
[0023] Das explosionsfähige Gemisch enthält bevorzugt wenigstens eine gasförmige Komponente
und ist besonders bevorzugt vollständig gasförmig, insbesondere im explosionsfähigen
Zustand. Hierzu wird das explosionsfähige Gemisch bevorzugt ausschliesslich aus in
Gasform oder schnell verdampfenden Komponenten hergestellt. Die flexible Behälterhülle
wird durch das einströmende Gas unter Ausdehnung des Aufnahmeraums aufgeblasen bzw.
aufgebläht. Das explosionsfähige Gemisch enthält bevorzugt einen Brennstoff sowie
ein Oxidationsmittel, wie z. B. gasförmiger Sauerstoff oder ein sauerstoffhaltiges
Gas. Der Brennstoff kann flüssig oder gasförmig sein. Dieser kann z. B. eine Kohlenwasserstoffverbindung
wie Acetylen, Ethylen, Methan, Aethan, Propan, Benzin, Öl, etc. sein.
[0024] Das explosionsfähige Gemisch kann bereits als Gemisch in die Behälterhülle eingebracht
bzw. der Reinigungslanze zugeführt werden. Bevorzugt werden die Komponenten bzw. wenigstens
einzelne Komponenten des Gemisches, insbesondere über separate Zufuhrleitungen, einzeln
der Reinigungslanze zugeführt und im Zufuhrkanal zum explosionsfähigen (End-) Gemisch
miteinander vermischt.
[0025] Die Wucht der Explosion und die durch die Stosswellen in Schwingung gebrachte Fläche,
z.B. eine Behälter- oder Rohrwand, bewirken das Absprengen von Wandanbackungen und
Verschlackungen und somit das Reinigen der Fläche.
[0026] Die für eine Reinigung notwendige Stärke der Explosion und somit die Menge der verwendeten
Ausgangskomponenten des Gemisches, richtet sich nach der Art der Verschmutzung und
nach Grösse und Art des verschmutzten Behältnisses. Dosierung und Stärke der Explosion
können und werden vorzugsweise so gewählt, dass keine Schäden an Installationen entstehen.
Die Möglichkeit der optimalen Dosierung der verwendeten Stoffe vermindert einerseits
die Reinigungskosten, andererseits das Gefahren- und Schadensrisiko für Anlage und
Personen.
[0027] Die flexible Behälterhülle bildet also ein Aufnahmegefäss für das explosionsfähige
Gemisch und erlaubt die sichere Positionierung des Gemisches an der zu reinigenden
Stelle. Ferner verhindert die Behälterhülle eine Verdünnung des explosiven Gemisches
mit der Umgebungsluft. Im Weiteren kann die Behälterhülle auch der Kühlung des explosiven
Gemisches dienen, um zu verhindern, dass das Gemisch bereits vorzeitig im heissen
Kesselraum gezündet wird.
[0028] Die Erfindung zeichnet sich nun dadurch aus, dass der Zufuhrkanal entlang der Längsachse
der Reinigungslanze relativ zum Schutzrohr aus einer ersten Position, in welcher die
Behälterhülle gegenüber der Umgebung durch das Schutzrohr abgeschirmt ist, in eine
zweite Position, in welcher die Behälterhülle aus der Abschirmung durch das Schutzrohr
hervortritt, verschiebbar angeordnet ist.
[0029] Der Zufuhrkanal verläuft bevorzugt in Längsrichtung der Reinigungslanze vom griffseitigen
zum reinigungsseitigen Endabschnitt. Die Reinigungslanze weist Mittel, wie Leitungsanschlüsse,
zum Zuführen des explosionsfähigen Gemisches oder Komponenten davon zum Zufuhrkanal
auf. Diese sind bevorzugt am griffseitigen Endabschnitt der Reinigungslanze angeordnet.
[0030] Das Schutzrohr kann eine Länge von 50 bis 200 cm, insbesondere von 100 bis 200 cm
aufweisen. Der Aussendurchmesser des Schutzrohres kann z. B. 60 bis 200 mm, insbesondere
rund 100 mm betragen.
[0031] Die Länge der Reinigungslanze beträgt bevorzugt mehrere Meter, z. B. 5 bis 10 m.
Sie kann jedoch auch mehr als 10 m betragen.
[0032] Gemäss einer besonderen Weiterbildung der Erfindung ist das Schutzrohr oder ein mit
dem Schutzrohr verbundenes Führungsrohr als Schieberohr bzw. als Gleitrohr ausgebildet,
welches relativ zum Zufuhrkanal entlang der Längsachse L an der Reinigungslanze verschiebbar,
insbesondere gleitend verschiebbar, geführt ist.
[0033] Das Schutzrohr bzw. das mit dem Schutzrohr verbundene Rohr kann zum Beispiel auf
dem Aussenumfang des als Zufuhrrohr ausgebildeten Zufuhrkanals oder einem den Zufuhrkanal
umhüllenden Aussenrohr entlang der Längsachse der Reinigungslanze verschiebbar, insbesondere
gleitend verschiebbar, geführt sein.
[0034] Zwecks gleitender Verschiebbarkeit der besagten Bauteile ist zweckmässig eine Gleitführung
vorgesehen. Die Gleitführung kann zum Beispiel durch eine Stopfbuchse ausgebildet
sein, welche die relativ zueinander bewegten Bauteile gegeneinander abdichtet.
[0035] Gemäss einer Weiterbildung der Erfindung ist der Zufuhrkanal von einem Aussenrohr
umhüllt, wobei zwischen dem Zufuhrkanal, insbesondere einem Zufuhrrohr, und dem Aussenrohr
bevorzugt ein Kanal, wie Kühlkanal, insbesondere ein ringförmiger Kühlkanal, ausgebildet
wird, in welchen ein Kühlmedium eingespiesen werden kann. Das Kühlmedium dient unter
anderem zur Kühlung des Zufuhrrohres.
[0036] Der Kühlkanal wird vorzugsweise am griffseitigen Endabschnitt über entsprechende
Zufuhrleitungen mit Kühlmittel gespiesen. Der Kühlkanal weist reinigungsseitig eine
axiale Austrittsöffnung für das Kühlmedium in das Schutzrohr auf, über welche das
Schutzrohr sowie die Behälterhülle mit Kühlmittel beaufschlagt werden können.
[0037] Das Aussen- und/oder das Zufuhrrohr sind bevorzugt aus einem Metall, insbesondere
aus Stahl gefertigt.
[0038] Gemäss einer ersten Ausführungsvariante enthält die Reinigungslanze ein Aussenrohr,
welches den Zufuhrkanal, insbesondere den als Zufuhrrohr ausgebildeten Zufuhrkanal
umhüllt. Das Zufuhrrohr ist in diesem Fall als Innenrohr ausgebildet. Das Schutzrohr
bzw. das mit dem Schutzrohr verbundene Führungsrohr ist am Aussenumfang des Aussenrohrs
relativ zu diesem gleitend geführt.
[0039] Das Schutzrohr bzw. das Führungsrohr weist z. B. einen Innendurchmesser auf, welcher
dem Aussendurchmesser des Aussenrohrs entspricht oder grösser ist.
[0040] Diese Ausführungsform. weist den Vorteil auf, dass sich die Behälterhülle auch nach
dem Zurückfahren des Schutzrohres relativ zum Zufuhrrohr weiterhin mit stirnseitig
am ringförmigen Kühlmittelkanal austretendem Kühlmittel kühlen lässt.
[0041] Gemäss einer Weiterbildung der ersten Ausführungsvariante ist das Schutzrohr mit
einem Führungsrohr verbunden, welches zum griffseitigen Endabschnitt hin angeordnet
ist. Das Führungsrohr ist als Schieberohr ausgebildet. Dieses ist zusammen mit dem
Schutzrohr entlang der Längsachse relativ zum Zufuhrkanal an der Reinigungslanze verschiebbar
geführt. Das Führungsrohr ist hierzu, immer als Relativbewegung verstanden, gleitend
verschiebbar auf dem Aussenrohr geführt.
[0042] Das Schutzrohr bzw. das Führungsrohr kann über eine Muffe mit Stopfbuchse auf dem
Aussenrohr gleitend verschiebbar geführt sein.
[0043] Gemäss einer zweiten Ausführungsvariante der Erfindung ist das Aussenrohr mehrteilig
ausgelegt und umfasst wenigstens zwei Aussenrohrabschnitte. Die wenigstens zwei Aussenrohrabschnitte
sind entlang der Längsachse gegeneinander verschiebbar angeordnet.
[0044] Der eine Aussenrohrabschnitt, vorzugsweise ein erster Aussenrohrabschnitt, weist
hierzu einen Aussendurchmesser auf, welcher dem Innendurchmesser des anderen Aussenrohrabschnittes,
vorzugsweise eines zweiten Aussenrohrabschnittes, entspricht oder kleiner ist. Der
eine Aussenrohrabschnitt ist mit einem Rohrendabschnitt im anderen Aussenrohrabschnitt
geführt und aus diesem aus- und in diesen einfahrbar. Die beiden Aussenrohrabschnitte
können insbesondere teleskopartig gegeneinander verschoben werden.
[0045] Die Anordnung kann auch umgekehrt ausgelegt sein, mit einem ersten Aussenrohrabschnitt,
welcher einen Innendurchmesser aufweist, der dem Aussendurchmesser des zweiten Aussenrohrabschnittes,
entspricht oder grösser ist. Der zweite Aussenrohrabschnitt ist mit einem Rohrendabschnitt
im ersten Aussenrohrabschnitt geführt und aus diesem aus- und in diesen einfahrbar.
[0046] Ein erster Aussenrohrabschnitt ist vorzugsweise mit dem griffseitigen Endabschnitt
der Reinigungslanze verbunden. Ein zweiter Aussenrohrabschnitt ist vorzugsweise mit
dem Schutzrohr verbunden.
[0047] Der erste Aussenrohrabschnitt ist vorzugweise fest mit dem Zufuhrrohr verbunden bzw.
mit diesem gekoppelt. D.h. der erste Aussenrohrabschnitt ist gegenüber dem Zufuhrrohr
nicht verschiebbar.
[0048] Der zweite Aussenrohrabschnitt ist durch seine Verschiebbarkeit gegenüber dem ersten
Aussenrohrabschnitt auch gegenüber dem Zufuhrrohr verschiebbar. Der zweite Aussenrohrabschnitt
ist bevorzugt entlang des Aussenumfanges des Zufuhrrohres gleitend geführt.
[0049] Durch eine Relativverschiebung zwischen dem ersten und zweiten Aussenrohrabschnitt
kann das Zufuhrrohr und mit diesem eine Behälteranschlussvorrichtung relativ zum Schutzrohr
verschoben und insbesondere aus diesem herausgefahren werden.
[0050] Der erste Aussenrohrabschnitt kann über Zentrierelemente, welche radial entlang des
Aussenumfanges des Zuführrohres positioniert sind, gegenüber dem Zufuhrrohr zentriert
sein. Die Zentrierelemente können am Aussenumfang des Zufuhrkanals und/oder am Innenumfang
des ersten Aussenrohrabschnittes angebracht sein. Der erste Aussenrohrabschnitt ist
bevorzugt über die Zentrierelemente entlang des Aussenumfanges des Zufuhrrohrs gleitend
verschiebbar geführt.
[0051] Ferner können am Aussenumfang des Zufuhrrohres und/oder am Innenumfang des zweiten
Aussenrohrabschnittes Anschlagelemente angebracht sein, welche im Zusammenwirken mit
den Zentrierelementen einen Anschlag ausbilden. Der Anschlag soll die axiale Verschiebung
der Aussenrohrabschnitte gegeneinander limitieren. Damit soll insbesondere ein vollständiges
Auseinanderziehen der Aussenrohrabschnitte verhindert werden.
[0052] Die beiden Aussenrohrabschnitte können über eine Muffe mit Stopfbuchse gleitenden
gegeneinander verschiebbar geführt sein.
[0053] Am Schutzrohr, am Führungsrohr oder am Aussenrohr der oben genannten Ausführungsvarianten
kann ein Einschubbegrenzungselement angeordnet sein. Das Einschubbegrenzungselement
dient als Anschlag beim Einführen der Reinigungslanze in den zu reinigenden Innenraum
des Behältnisses und steht nach einer definierten Einführstrecke an einem Bauteil
aussen am Behältnis an. Das Einschubbegrenzungselement bewirkt, dass das Schutzrohr
nicht mehr weiter in den Innenraum des Behältnisses eingeführt werden kann, während
der Zufuhrkanal bzw. das Zufuhrrohr aufgrund der relativen Verschiebbarkeit gegenüber
dem Schutzrohr, weiter in den Innenraum des Behältnisses einführbar ist. Das Einschubbegrenzungselement
kann z. B. einen Flansch oder einen Stellring umfassen.
[0054] Die Reinigungsvorrichtung kann auch ein Einführbauteil umfassen, welches z. B. in
eine Durchgangsöffnung der Behälterwand eingeführt oder direkt oder indirekt aussen
an der Behälterwand über einer Durchgangsöffnung befestigt werden kann. Das Einführbauteil
kann einen Führungsrohrabschnitt zur Führung der Reinigungslanze, d.h. des Lanzenrohres,
des Aussenrohres und/oder des Schutzrohres, umfassen.
[0055] Die Reinigungslanze wird zur Ausführung des Reinigungsverfahrens durch die Durchgangsöffnung
des Einführbauteils in den innenraum des Behältnisses eingefüllt. Die Reinigungslanze
wird während des Einführens in den Innenraum sowie während des Reinigungsvorganges
nach der Einführung durch den Führungsrohrabschnitt geführt und gestützt. Auf diese
Weise braucht der Anwender bei der Ausübung des Verfahrens nicht das volle Gewicht
der Reinigungslanze zu tragen.
[0056] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Entfernen von Ablagerungen in Behältnissen
mittels Explosionstechnologie unter Verwendung der oben beschriebenen Reinigungsvorrichtung.
Das Verfahren zeichnet sich durch folgende Schritte aus:
- Anbringen einer Behälterhülle an der Behälteranschlussvorrichtung am reinigungsseitigen
Endabschnitt der Reinigungslanze;
- Verschieben des Schutzrohres relativ zum Zufuhrkanal unter Aufnahme der Behälterhülle
im Aufnahmeraum des Schutzrohres;
- Einführen der Reinigungslanze mit seinem reinigungsseitigen Endabschnitt in den Innenraum
eines zu reinigenden Behältnisses;
- Verschieben des Schutzrohres relativ zum Zufuhrkanal unter Freigabe der Behälterhülle;
- Befüllen der Behälterhülle mit einem explosionsfähigen Gemisch oder mit dessen Komponenten;
- Zünden des explosionsfähigen Gemisches in der Behälterhülle.
[0057] Zur Aufnahme der Behälterhülle im Aufnahmeraum des Schutzrohres wird dieses vorzugsweise
über die Behälteralschlussvorrichtung geschoben. Zur Freigabe der Behälterhülle wird
das Schutzrohr bevorzugt zum gritfseitigen Endabschnitt hin verschoben.
[0058] Im Anschluss an die ausgeführte Reinigungsexplosion wird die Reinigungslanze wieder
aus dem Innenraum des zu reinigenden Behältnisses herausgezogen. Zum Anbringen einer
weiteren Behälterhülle zwecks Ausführung eines weiteren Reinigungszykluses wird das
Schutzrohr in seiner aktuellen, zurückgefahrenen Position belassen. Mit dem Anbringen
einer weiteren Behälterhülle kann ein neuer Reinigungszyklus wie oben beschrieben
eingeleitet werden.
[0059] Das Zufuhrrohr bzw. das Aussenrohr kann grundsätzlich manuell oder automatisiert
relativ zum Schutzrohr bzw. dem Führungsrohr entlang der Längsachse L verschoben werden.
Die Relativverschiebung des Zufuhrrohres bzw. das Aussenrohres gegenüber dem Schutzrohr
bzw. dem Führungsrohr kann über entsprechende Betätigungsmittel erfolgen..
[0060] Gemäss einer Weiterbildung der Erfindung kann das Einführbauteil Teil der Betätigungsmittel
sein. Diese Betätigungsmittel können im Weiteren einen Seilzugeinrichtung vorsehen,
mit Befestigungsmitteln am Lanzenrohr bzw. Aussenrohr zur Befestigung wenigstens eines
Seils und mit Umlenkmitteln am Einführbauteil zur Umlenkung des wenigstens einen Seils.
[0061] Gemäss einer Weiterbildung der Erfindung umfasst die Reinigungslanze eine Endschalter-Einrichtung,
welche beim teleskopartigen Zusammenschieben zweier Rohrkörper, z. B. zweier Aussenrohrabschnitte,
bei Erreichen eines bestimmten Verschiebemasses, insbesondere beim Zusammenschieben
der beiden Rohrkörper bis zu einer Endposition, ein Steuersignal auslöst. Das Steuersignal
kann beispielsweise ein Freigabesignal sein, welches erst das Befüllen der Behälterhülle
und/oder das Zünden des explosiven Gemischs ermöglicht.
[0062] Die Endschalter-Einrichtung kann z. B. ein am ersten Rohrkörper angebrachtes erstes
Kontaktmittel und ein am zweiten Rohrkörper angebrachtes zweites Kontaktmittel aufweisen,
welche Kontaktmittel beim insbesondere teleskopartigen Zusammenschieben der beiden
Rohrkörper bei Erreichen eines definierten Verschiebemasses miteinander in Kontakt
geraten und so ein Steuersignal auslösen.
[0063] Dank der erfindungsgemässen Reinigungsvorrichtung kann die Behälterhülle vergleichsweise
lange in der Schutzglocke verstaut bleiben. Die Behälterhülle braucht erst am Ort
der Reinigung aus der Schutzglocke ausgestossen zu werden. Dadurch wird das Risiko
einer Beschädigung der Behälterhülle aufgrund der harschen Bedingungen im Kesselraum
erheblich reduziert.
[0064] Im Weiteren ist auch die Betriebssicherheit durch die Bedienung der erfindungsgemässen
Reinigungsvorrichtung durch vergleichsweise .kleine Öffnungen in der Kesselwand erhöht.
Da die Reinigungslanze der Reinigungsvorrichtung zudem durch die vergleichsweise kleine
Öffnung in der Kesselwand bzw. im Einführbauteil einfach geführt und beim Anschlagen
des Einschubbegrenzungselementes in fixierter Position gehalten werden kann, ist auch
die Bedienung derselbigen vereinfacht. Die Bedienung der Reinigungsvorrichtung erfordert
insbesondere auch weniger Personal
[0065] Die erfindungsgemässe Reinigungsvorrichtung eignet sich daher für häufiges Reinigen,
da der Personaleinsatz bei gleichzeitiger erhöhter Betriebssicherheit und Bedienfreundlichkeit
kleiner ist. Die häufige Reinigung hat zudem den Vorteil, dass die Verunreinigungen
im Kessel pro Reinigungszyklus geringer und überdies weniger hartnäckig und daher
einfacher zu beseitigen sind. Die Reinigungskosten sind daher auch bei höheren Reinigungszyklen
mit der erfndungsgemässen Reinigungsvorrichtung geringer als mit weniger Reinigungszyklen
mit einer herkömmlichen Reinigungsvorrichtung.
[0066] Im Folgenden wird der Erfindungsgegenstand anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen,
welche in den beiliegenden Zeichnungen dargestellt sind, näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1a-d:
- eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemässen Reinigungsvorrichtung;
- Figur 2a-d:
- eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemässen Reinigungsvorrichtung;
- Figur 3:
- einen vergrösserten Ausschnitt A gemäss Figur 2a;
- Figur 4:
- einen vergrösserten Ausschnitt B gemäss Figur 2b;
- Figur 5a-g:
- eine dritte Ausführungsform einer erfndungsgemässen Reinigungsvorrichtung;
- Figur 6a-f:
- Reinigungsvorrichtung nach Figur 5 in verschiedenen Einführpositionen.
[0067] Die in den Figuren 1a-1d und 2a-2d dargestellten Ausführungsformen von erfndungsgemässen
Reinigungsvorrichtungen 1, 51 umfassen jeweils eine kühlbare Reinigungslanze 2, 52.
Die Reinigungslanze 2, 52 enthält jeweils ein von einem griffseitigen Endabschnitt
15, 65 zu einem reinigungsseitigen Endabschnitt 16, 66 geführtes, als Innenrohr ausgebildetes
Zufuhrrohr 4, 54, durch welches das explosionsfähige Gemisch oder dessen Komponenten
der Behälterhülle 14, 64 zugeführt werden. Am griffseitigen Endabschnitt 15, 65, ist
ein erster Anschluss vorgesehen, in welchen eine erste Zufuhrleitung 7, 57 zur Zufuhr
einer ersten Komponente des explosionsfähigen Gemisches in das Zufuhrrohr 4, 54 mündet.
In das Zufuhrrohr 4, 54 mündet im Weiteren ein zum Zufuhrrohr 4, 54 konzentrisch angeordneter
Einlassstutzen 3, 53. Über den Einlassstutzen 3, 53 wird eine zweite Komponente des
explosionsfähigen Gemisches in das Zufuhrrohr 4, 54 eingespiesen. Der Einlassstutzen
3, 53 ist hierzu mit einer zweiten Zufuhrleitung 6, 56 verbunden.
[0068] Die erste Komponente vermischt sich im Zufuhrrohr 4, 54 mit der zweiten Komponente
zu einem explosionsfähigen Gemisch. Die erste Komponente kann z. B. Sauerstoff oder
ein sauerstoffhaltiges Gas sein. Die zweite Komponente kann ein gasförmiger oder flüssiger
Brennstoff, insbesondere eine Kohlenwasserstoffverbindung, sein.
[0069] An der Reinigungslanze 2, 52 ist im Weiteren eine Zündeinrichtung 10, 60 mit einer
Zündkerze 11, 61 angebracht, welche in das Zuführrohr 4, 54 mündet und dazu ausgelegt
ist, das explosionsfähige Gemisch im Zufuhrrohr 4, 54 elektrisch zu zünden.
[0070] Das Zufuhrrohr 4, 54 wird von einem Aussenrohr 5; 55a, 55b ummantelt. Zwischen Aussenrohr
5; 55a; 55b und Zufuhrrohr 4, 54 wird ein ringförmiger Kühlkanal 18, 68 ausgebildet,
in welchem ein Kühlmittel zur Kühlung des Zufuhrrohr 4, 54 eingespiesen wird. Am griffseitigen
Endabschnitt 15, 65 der Reinigungslanze 2, 52 ist hierzu ein erster und zweiter Anschluss
vorgesehen, an welche zur Zufuhr eines ersten und zweiten Kühlmittels eine erste und
zweite Zufuhrleitung 8, 9; 58, 59 angeschlossen sind. Das erste Kühlmittel kann eine
Kühlflüssigkeit, wie Wasser, und das zweite Kühlmittel ein Gas, wie z. B. Luft, sein.
[0071] Es kann auch nur eine Kühlmittelzufuhrleitung zur Zufuhr nur eines Kühlmittels, z.
B. Wasser, vorgesehen sein. Das Kühlmittel, z.B. ein Wasser/Luftgemisch, wird also
zwischen dem Aussenrohr 5; 55a, 55b und dem Zufuhrrohr 4, 54 geführt. Das Kühlmittel
dient zum Schutz der Reinigungslanze 2, 52 vor zu grosser Erhitzung.
[0072] Das Kühlmittel 29, 79 kann am reinigungsseitigen Endabschnitt 16, 66 über eine axiale
Austrittsöffnung aus dem Kühlkanal 18, 68 austreten. Das durch die Reinigungslanze
2, 52 geführte Kühlmittel kann auf diese Weise auch das nachfolgend beschriebene Schutzrohr
12, 62 bzw. dessen Aufnahmeraum und die darin enthaltende Behälterhülle 14, 64 kühlen.
[0073] Eine auf diese Weise gestaltete Lanzenkühlung wird vorzugsweise vor dem Einführen
der Reinigungslanzen 2, 52 in ein heisses, zu reinigenden Behältnisses aktiviert.
Sie bleibt typischerweise während der gesamten Zeit, in der die Reinigungslanze 2,
52 der Hitze ausgesetzt sind, eingeschaltet.
[0074] Die oben beschriebene aktive Kühlung ist jedoch fakultativ und kein zwingendes Merkmal
vorliegender Erfindung.
[0075] An dem, dem griffseitigen Endabschnitt 15, 65 gegenüber liegenden reinigungsseitigen
Endabschnitt 16, 66 weist die Reinigungslanze 2, 52 eine Behälteranschlussvorrichtung
17, 67 auf, an welche eine Behälterhülle 14, 64 angebracht werden kann, derart dass
diese durch das aus dem Zufuhrrohr 4, 54 strömende, explosionsfähige Gemisch unter
Expansion gefüllt wird.
[0076] Die Behälteranschlussvorrichtung 17, 67 ist als Befüllrohr ausgebildet, welches in
Verlängerung des Zufuhrrohres 4, 54 an dieses angebracht oder integral mit diesem
ausgebildet ist. Die Behälteranschlussvorrichtung 17, 67 kann jedoch auch anders ausgestaltet
sein, z. B. als Anschlussstutzen.
[0077] Das Befüllrohr 17, 67, welches hier mit einem kleineren Durchmesser als das Zufuhrrohr
4, 54 ausgebildet ist, enthält entlang der Längsachse L eine Mehrzahl von Austrittsöffnungen
28, 70, durch welche das explosionsfähige Gemisch in die Behälterhülle 14, 64 eingelassen
wird. Das Befüllrohr 17, 67, welches wegen seiner Mehrzahl von Austrittsöffnungen
28, 70 an seinem Umfang, auch Flöte genannt wird, erlaubt ein effizientes und schnelles
Befüllen der Behälterhülle 14, 64. Zudem bewirkt der Austritt des explosionsfähigen
Gemisches quer zur Längsachse L eine optimale Befüllung der Behälterhülle 14, 64.
[0078] Die Behälterhülle 14, 64 definiert hierzu einen expandierbaren Aufnahmeraum für das
explosionsfähige Gemisch. Das Befüllrohr ist entweder als separates Bauteil ausgebildet,
welches in Verlängerung des Zufuhrrohres 4, 54 an diesem angebracht ist oder er wird
durch einen Endabschnitt des Zufuhrrohres 4, 54 selbst ausgebildet.
[0079] Im weiteren enthält die Reinigungslanze 2, 52 ein Schutzrohr 12, 62. Das Schutzrohr
12, 62 ist konzentrisch über dem Zufuhrrohr 4, 54 geführt und relativ zu diesem entlang
der Längsachse L der Reinigungslanze 2, 52 verschiebbar. Durch die genannte Verschiebbarkeit
lässt sich eine an der Behälteranschlussvorrichtung 17, 67 angebrachte Behälterhülle
14, 64 aus dem Schutzrohr 12, 62 aus- bzw. einfahren.
[0080] Gemäss der Ausführungsform nach Figur 1a-1d ist das Schutzrohr 12 konzentrisch über
dem Aussenrohr 5 geführt und relative zu diesem und daher auch relativ zum Zufuhrrohr
entlang der Längsachse L der Reinigungslanze 2 verschiebbar.
[0081] Das Schutzrohr 12 ist über eine entsprechende Gleitführung auf dem Aussenrohr 5 geführt
und in Längsrichtung L relativ zu diesem verschiebbar. Als Gleitführung weist das
Schutzrohr 12 zum griffseitigen Endabschnitt 15 hin einen Führungsrohrabschnitt 26
auf, welcher über das Aussenrohr 5 geführt ist. Das Aussenrohr 5 ist entlang der Längsachse
L gleitend im Führungsrohrabschnitt 26 geführt. Aussenrohr 5 und Führungsrohrabschnitt
26 sind über eine Stopfbuchse 21 gegeneinander abgedichtet.
[0082] Am reinigungsseitigen Endabschnitt 16 des Zufuhrrohrs 4 bzw. des Aussenrohrs 5 ist
ein Anschlagelement 13 angebracht, welches das vollständige Herausziehen des Aussenrohres
5 bzw. des Zufuhrrohres 4 aus dem Schutzrohr 12 verhindern soll. Diese Merkmal ist
jedoch nicht zwingend und die Begrenzung der Relativverschiebung zwischen Schutzrohr
12 und dem Aussenrohr 5 bzw. Zufuhrrohr 4 kann auch über ein anders Begrenzungsmittel
realisiert werden.
[0083] Das Schutzrohr 12 kann über die oben beschriebene Relativbewegung bzw. Relativverschiebung
eine erste und zweite Endposition einnehmen. In einer ersten Endposition (Figur 1a)
ist das Schutzrohr 12 zum griffseitigen Endabschnitt 15 hin zurückgefahren und gibt
das Befüllrohr 17 zum Anbringen der Schützhülle 14 am Befüllrohr 17 frei.
[0084] In einer zweiten Endposition (Figur 1b) ist das Schutzrohr 12 unter Ausbildung eines
Aufnahmeraumes in Richtung des reinigungsseitigen Endabschnittes 16 ausgefahren und
umhüllt in dieser Position das Befüllrolor und eine am Befüllrohr 17 befestigte, noch
nicht expandierte Behälterhülle 14. Die flexible Behälterhülle 14 ist zusammengefaltet
im Schutzrohr 12 verstaut. In dieser zweiten Endposition ist die Behälterhülle 14
im Aufnahmeraum des Schutzrohres 14 geschützt verstaut.
[0085] Die Reinigungslanze 2 wird mit dieser Anordnung in den zu reinigenden Kesselraum
eingeführt. Hierzu wird die Reinigungslanze 2 mit dem reinigungsseitigen Endabschnitt
16 durch eine in der Kesselwand 31 eingelassene Kesseltüre 32 geführt. In der Kesseltüre
32 ist ein Einführbauteil 33 mit einem Führungsrohrabschnitt eingelassen, welcher
das Schutzrohr 12 aufnimmt und führt (Figur 1c).
[0086] Am Schutzrohr 12 ist aussenseitig ein Einschubbegrenzungskragen 24 angebracht, welcher
beim Einschieben der Reinigungslanze 2 in den Kesselraum aufgrund seines im Vergleich
zur Durchtrittsöffnung grösseren Durchmessers am Einführbauteil 33 anschlägt und somit
den Einschub des Schutzrohrs 12 in den Kesselraum begrenzt.
[0087] Das Schutzrohr 12 verbleibt bevorzugt bis unmittelbar zum Beginn des Expandierens
der Behälterhülle 14 in der zweiten Endposition, so dass die Behälterhülle 14 geschützt
ist. Der Begriff "Kessel" soll hier stellvertretend für beliebige Arten von Behältnissen
stehen, welche mittels der genannten Explosionstechnologie zu reinigen sind.
[0088] Das Schutzrohr 12 wird zwecks Befüllen der Behälterhülle 14 mit dem explosionsfähigen
Gemisch und Expandierens der Behälterhülle 14 unter Freigabe derselbigen von seiner
zweiten Endposition in seine erste Endposition zurück verschoben (Figur 1d).
[0089] Die Verschiebung von der zweiten in die erste Endposition geschieht, indem die Reinigungslanze
2 und folglich das Aussenrohr 5 zusammen mit dem Zufuhrrohr 4 weiter in den Kesselraum
hinein geschoben wird, nachdem das Schutzrohr 12 mit seinem Einschubbegrenzungskragen
24 bereits am Adaptersatz 33 ansteht und an einer weiteren Einführung in den Kesselraum
gehindert wird.
[0090] Bei diesem Vorgang gleiten das Schutzrohr 12 und das Aussenrohr 5 entlang der Längsachse
L relativ zueinander, so dass das Befüllrohr 17 am reinigungsseitigen Endabschnitt
16 in Einführrichtung E aus dem Schutzrohr 12 heraus gefahren und die Behälterhülle
14 aus dem Schutzrohr 12 ausgestossen wird.
[0091] Gleichzeitig verschiebt sich auch der Kühlmittelaustritt am reinigungsseitigen Endabschnitt
zusammen mit der Behälterhülle 14 und dem Befüllrohr 17. So lässt sich die Behälterhülle
14 auch nach dem Zurückfahren des Schutzrohres 12 relativ zum Zufuhrrohr 4 bzw. zum
Aussenrohr 5 weiterhin mit endseitig am Kühlmittelkanal 18 austretendem Kühlmittel
kühlen.
[0092] Das Schutzrohr 12 nimmt nach Abschluss des Einführvorganges die oben beschriebene
erste Endposition ein. Gleichzeitig oder im Anschluss an diesen Vorgang beginnt das
Befüllen der Behälterhülle 14 mit dem explosionsfähigen Gemisch (Figur 1d). Nach Abschluss
des Befüllvorganges wird das explosionsfähige Gemisch zwecks Ausführung eines Reinigungsvorganges
gezündet.
[0093] Die Reinigungslanze 2 weist eine maximale Ausstosslänge 25 auf, um welche sich das
Aussemohr 5 in den Führungsrohrabschnitt 26 schieben lässt, und um welche sich das
Befüllrohr 17 zusammen mit der Behälterhülle 14 aus dem Schutzrohr 12 schieben lässt.
[0094] Zum griffseitigen Endabschnitt 15 hin ist am Aussenrohr 5 ein Stellring 34 mit einem
Endschalter 36 angeordnet. Dieser bildet eine Kontaktaufnahme 35 aus. Im Bereich der
Steckmuffe 21, an welcher das Aussenrohr 5 in das Führungsrohr 26 eingeschoben ist,
ist ein Endschalter-Kontakt 37 vorgesehen. Die Reinigungslanze 2 bildet zwischen dem
Endschalter 36 und dem Endschalter Kontakt 37 einen Rohrabschnitt aus, dessen Länge
im ausgefahrenen Zustand der maximalen Ausstosslänge 25 entspricht. Der Stellring
34 bildet folglich ein Ausstossbegrenzungselement aus.
[0095] Die Funktionsweise des Endschalters 36 ist analog zum dem im Ausführungsbeispiel
gemäss den Figuren 5a-5g und 6a-c beschriebenen Endschalter. Es wird auf die entsprechende
Beschreibung verwiesen. Der beschriebene Endschalter 36 ist jedoch kein zwingendes
Merkmal dieser Ausführungsform.
[0096] Im Anschluss an die Explosion wir die Reinigungslanze 2 entgegen der Einführrichtung
E aus dem Kesselraum herausgezogen. Das Schutzrohr 12 verbleibt dabei in seiner ersten
Endposition. Die Reinigungslanze 2 ist nun bereit für die Bestückung mit einer weiteren
Behälterhülle 14. Der oben beschriebene Vorgang kann wiederholt werden.
[0097] Die Reinigungsvorrichtung 1 nach Figur 1a-1d weist den Vorteil auf, dass die Behälterhülle
14 bis kurz vor der Befüllung mit dem explosiven Gemisch und dem Auslösen der Explosion
im Schutzrohr 12 geschützt verstaut ist. Die Behälterhülle 14 lässt sich zudem von
ausserhalb des Kesselraumes aus dem Schutzrohr 12 ausstossen.
[0098] Grundsätzlich ist es auch möglich, dass das Aussenrohr 5 im Gegensatz zum vorliegenden
Ausführungsbeispiel nach Figur 1a-1d über das Führungsrohr 26 geschoben ist. D.h.,
das Führungsrohr 26 ist im Aussenrohr 5 geführt.
[0099] Gemäss der Ausführungsform nach Figuren 2a-2d ist das Zufuhrrohr 54 von einem Aussenrohr
55, welches zweiteilig ausgebildet ist, umgeben. Das Aussenrohr 55 umfasst einen ersten
Aussenrohrabschnitt 55a, welcher mit dem griffseitigen Endabschnitt 65 verbunden ist.
Der erste Aussenrohrabschnitt 55a ist ferner auch mit dem Zufuhrrohr 54 verbunden.
Das heisst, der erste Aussenrohrabschnitt 55a und das Zufuhrrohr 54 sind nicht relativ
zueinander entlang der Längsachse L verschiebbar.
[0100] Ein zweiter Aussenrohrabschnitt 55b mündet in den reinigungsseitigen Endabschnitt
66. Das Schutzrohr 62 ist zum reinigungsseitigen Endabschnitt 66 hin am zweiten Aussenrohrabschnitt
55b angebracht und mit diesem fix verbunden.
[0101] Der zweite Aussenrohrabschnitt 55b ist konzentrisch zum ersten Aussenrohrabschnitt
55a angeordnet und weist einen grösseren Durchmesser auf als der erste Aussenrohrabschnitt
55a. Der erste Aussenrohrabschnitt 55a ist zwischen dem griffseitigen und reinigungsseitigen
Endabschnitt 65, 66 mit einem Endabschnitt in den zweiten Aussenrohrabschnitt 55b
eingeführt. Der erste Aussenrohrabschnitt 55a ist nun entlang der Längsachse L im
zweiten Aussenrohrabschnitt 55b verschiebbar geführt. Der erste Aussenrohrabschnitt
55a lässt sich daher entlang der Längsachse L relativ zum zweiten Aussenrohrabschnitt
55b gegenüber dem zweiten Aussenrohrabschnitt 55b teleskopartig ein- und ausfahren.
[0102] An dem, dem griffseitigen Endabschnitt 65 gegenüber liegenden reinigungsseitigen
Endabschnitt 66 weist die Reinigungslanze 52 eine Behälteranschlussvorrichtung in
Form eines Befüllrohres 67 auf, an welchem eine flexible Behälterhülle 64 angebracht
ist. Die Behälterhülle wird derart angebracht, dass diese durch das aus dem Zufuhrrohr
54 strömende, explosionsfähige Gemisch unter Expansion gefüllt werden kann. Die Behälterhülle
64 definiert hierzu einen expandierbaren Aufnahmeraum für das explosionsfähige Gemisch.
[0103] Das Schutzrohr 62 gemäss dieser zweiten Ausführungsform ist konzentrisch zum Aussenrohr
55, d.h. zum zweiten Aussenrohrabschnitt 55b geführt. Im Gegensatz zur Ausführungsvariante
nach Figur 1a-d ist das Schutzrohr 62 fix an das Aussenrohr 55, d.h. an den zweiten
Aussenrohrabschnitt 55b angebracht. Das Schutzrohr 62 erstreckt sich entlang der Längsachse
L bzw. Einführrichtung E über den reinigungsseitigen Endabschnitt 66 des zweiten Aussenrohrabschnittes
55b hinaus. Es schliesst quasi in dessen Verlängerung an.
[0104] Das Schutzrohr 62 ist gemäss diesem Ausführungsbeispiel, im Gegensatz zur Ausführungsform
nach Figur 1a-d, gegenüber dem zweiten Aussenrohrabschnitt 55b des Aussenrohres entlang
der Längsachse L nicht verschiebbar. Das Schutzrohr 62 ist jedoch aufgrund der oben
beschriebenen mehrteiligen Ausbildung des Aussenrohres 55 entlang der Längsachse L
relativ zum ersten Aussenrohrabschnitt 55a und entsprechend relativ zum Zufuhrrohr
54 verschiebbar.
[0105] Der zweite Aussenrohrabschnitt 55b definiert eine Einführlänge 73, über welche sich
das Schutzrohr 62 mit der Behälterhülle 64 in den Kesselraum einführen lässt.
[0106] Der erste Aussenrohrabschnitt 55a ist nun in einer ersten Endposition (siehe Figur
2a) maximal in den zweiten Aussenrohrabschnitt 55b hinein geschoben. Das Aussenrohr
55 weist in dieser Position die kleinste Längenausdehnung auf. Das Schutzrohr 62 ist
in dieser Einstellung gegenüber dem Zufuhrrohr 54 bzw. dessen Befüllrohr 67 entgegen
der Einführrichtung E zurückversetzt. Das Befüllrohr 67 ist durch das Schutzrohr 62
entsprechend freigegeben.
[0107] In dieser Position lässt sich das Befüllrohr 67 zu Beginn eines neuen Explosionszykluses
mit einer Behälterhülle 64 bestücken.
[0108] Der erste Aussenrohrabschnitt 55a ist in einer zweiten Endposition (siehe Figur 2b)
bezüglich des zweiten Aussenrohrabschnittes 55b maximal ausgefahren. Das Aussenrohr
55 weist in dieser Position die grösste Längenausdehnung auf. Das Schutzrohr 62 ist
in dieser Position vollständig über das Zufuhrrohr 54 bzw. über das Befüllrohr 67
geführt und bildet einen Aufnahmeraum für die Behälterhülle 64 aus. In dieser Position
ist die Behälterhülle 64 optimal nach aussen gegen Hitze und Verbrennungsgase geschützt.
Der erste Aussenrohrabschnitt 55a nimmt nun zwecks Einführen der Reinigungslanze 52
in den Kesselraum und zwecks Positionierung des reinigungsseitigen Endabschnittes
66 der Reinigungslanze 52 an der zu reinigenden Stelle gegenüber dem zweiten Aussenrohrabschnittes
55b diese zweite Endposition ein.
[0109] Die Reinigungslanze 52 nach Figur 2a-d wird ähnlich zum ersten Ausführungsbeispiel
nach Figur 1a-d ebenfalls durch eine Durchgangsöffnung 82 in der Kesselwand 81 in
einen Kesselraum eingeführt werden (Figur 2c). Über der Durchgangsöffnung 82 ist aussenseitig
ein Einführbauteil 72 mit einem Führungsrohrabschnitt angebracht. Die Reinigungslanze
52 wird über den zweiten Aussenrohrabschnitt 55b im Führungsrohrabschnitt des Einführbauteils
72 geführt.
[0110] Ein am zweiten Aussenrohrabschnitt 55b angebrachtes Einschubbegrenzungselement begrenzt
den Einschub des zweiten Aussenrohrabschnittes 55b und somit des Schutzrohres 62 in
den Kesselraum. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel bildet eine Stopfbuchse 71, über
welche der erste Aussenrohrabschnitt 55a in den zweiten Aussenrohrabschnitt 55b eingeführt
ist, gleichzeitig das Einschubbegrenzungselement aus. Es kann jedoch auch ein anders
ausgestaltetes Einschubbegrenzungselement am zweiten Aussenrohrabschnitt 55b vorgesehen
sein.
[0111] Das Einschubbegrenzungselement schlägt beim Einschieben der Reinigungslanze 52 in
den Kesselraum aufgrund seines im Vergleich zur Durchtrittsöffnung des Einführbauteils
72 grösseren Durchmessers am Einführbauteil 72 an.
[0112] Beim Einschieben der Reinigungslanze 52 in den Kesselraum durch die Durchgangsöffnung
wird also das Schutzrohr 62 soweit durch die Durchgangsöffnung in den Kesselraum hineingeführt
bis die Stopfbuchse 71 aussen am Kesselraum am Einführbauteil 72 ansteht. In dieser
Position ist der zweite Aussenrohrabschnitt 55b und somit das Schutzrohr 62 der Reinigungslanze
52 mit der maximalen Einführlänge 73 in den Kesselraum eingeführt.
[0113] Die Verschiebung von der zweiten in die erste Endposition geschieht, indem der griffseitige
Endabschnitt 65 der Reinigungslanze 52 und folglich der erste Aussenrohrabschnitt
55a und mit diesem das Innenrohr 54 weiter in den Kesselraum hinein geschoben werden,
nachdem der zweite Aussenrohrabschnitt 55b und mit diesem das Schutzrohr 62 über das
Einschubbegrenzungselement bereits am Einführbauteil 72 ansteht und an einer weiteren
Einführung in den Kesselraum gehindert wird.
[0114] Bei diesem Vorgang gleitet der erste Aussenrohrabschnitt 55a in den zweiten Aussenrohrabschnitt
55b hinein, d.h. der erste Aussenrohrabschnitt 55a wird entlang der Längsachse L in
den zweiten Aussenrohrabschnitt 55b eingeschoben. Die beiden Aussenrohrabschnitte
55a, 55b werden folglich entlang der Längsachse L bzw. Einschubrichtung E teleskopartig
zusammen geschoben. Bei diesem Vorgang wird das Zufuhrrohr 54 gegenüber dem Schutzrohr
62 in Einführrichtung E verschoben. Dadurch wird das Befüllrohr 67 in Einführrichtung
E aus dem Schutzrohr 62 heraus gefahren und die Behälterhülle 64 aus dem Schutzrohr
62 ausgestossen (siehe Figur 2d).
[0115] Das Schutzrohr 62 nimmt nach Abschluss des Ausstossvorganges die oben beschriebene
erste Endposition ein. Gleichzeitig oder im Anschluss an diesen Vorgang beginnt das
Befüllen der Behälterhülle 64 mit dem explosionsfahigen Gemisch (nicht gezeigt). Nach
Abschluss des Befüllvorganges wird das explosionsfähige Gemisch zwecks Ausführung
eines Reinigungsvorganges gezündet.
[0116] Der ringförmige Kühlkanal 68 zwischen dem Zufuhrrohr 54 und den beiden Aussenrohrabschnitten
55a, 55b ist entlang der Längsachse L zwischen dem griffseitigen Endabschnitt 65 und
dem reinigungsseitigen Endabschnitt 66 durchgängig ausgebildet. Die beiden ineinander
schiebbaren Aussenrohrabschnitte 55a, 55b des Aussenrohres sind gegeneinander über
die genannte Stopfbuchse 71 abgedichtet, so dass keine Kühlflüssigkeit über deren
Verbindungsstelle nach aussen austreten kann.
[0117] Zum griffseitigen Endabschnitt 65 hin ist am ersten Aussenrohrabschnitt 55a ein Stellring
84 mit einem Endschalter 86 angeordnet. Dieser bildet eine Kontaktaufnahme 85 aus.
Im Bereich der Steckmuffe 71, an welcher der erste Aussenrohrabschnitt 55a in den
zweiten Aussenrohrabschnitt 55b eingeschoben ist, ist ein Endschalter-Kontakt 87 vorgesehen.
Die Reinigungslanze 52 bildet im ausgefahrenen Zustand zwischen dem Endschalter 86
und dem Endschalter Kontakt 87 einen Rohrabschnitt aus, dessen Länge der maximalen
Ausstosslänge 75 entspricht. Der Stellring 84 bildet folglich ein Ausstossbegrenzungselement
aus.
[0118] Die Funktionsweise des Endschalters 86 ist analog zum dem im Ausführungsbeispiel
gemäss den Figuren 5a-5g und 6a-c beschriebenen Endschalter. Es wird auf die entsprechende
Beschreibung verwiesen. Der beschriebene Endschalter 86 ist jedoch kein zwingendes
Merkmal dieser Ausführungsform.
[0119] Grundsätzlich ist es auch möglich, dass der erste Aussenrohrabschnitt 55a im Gegensatz
zum vorliegenden Ausführungsbeispiel nach Figur 2a-2d über den zweiten Aussenrohrabschnitt
55b geschoben ist. D.h., der zweite Aussenrohrabschnitt 55b ist im ersten Aussenrohrabschnitt
55a geführt. Auch diese Anordnung erlaubt ein teleskopartiges Verschieben der beiden
Aussenrohrabschnitte 55a, 55b relativ zueinander.
[0120] Die Stopfbuchse 71, welche die beiden Aussenrohrabschnitte 55a, 55b gegeneinander
abdichtet, ist in Figur 4 näher beschrieben. Im Unterschied zur Ausführungsform nach
Figur 2a-2d zeigt diese jedoch keine Endschaltereinrichtung. Die Stopfbuchse 71 ist
mit dem zweiten Aussenrohrabschnitt 55b fest verbunden. Die Stopfbuchse 71 beinhaltet
ein Dichtungsmittel 74, wie z. B. eine Dichtschnur, welches den ersten Aussenrohrabschnitt
55a gegenüber dem zweiten Aussenrohrabschnitt 55b abdichtet.
[0121] Der erste Aussenrohrabschnitt 55a weist an seinem Endabschnitt Zentrierelemente 80
auf, welche den ersten Aussenrohrabschnitt 55a gegenüber dem innen liegenden Zufuhrrohr
54 in einer koaxialen Lage zentrieren. Die Zentrierelemente 80 sind als eine Art radial
entlang des Aussenumfangs des Zufuhrrohres 54 angeordnete Abstandhalter ausgebildet.
Zwischen den Zentrierelemente 80 sind Durchgänge für den Kühlmittelkanal 68 ausgebildet.
D.h., die Zentrierelemente 80 unterbrechen den Kühlmittelkanal 68 nicht vollständig
(Figur 3).
[0122] Die Ausführungsform einer erfindungsgemässen Reinigungsvorrichtung 301 gemäss den
Figuren
5a-5g und 6a-6f ist insbesondere zur Reinigung von Verbrennungskammern ausgelegt, in welchen
Überdruck herrscht. Die Reinigungsvorrichtung 301 umfasst eine kühlbare Reinigungslanze
302. Die Reinigungslanze 302 enthält jeweils ein von einem griffseitigen Endabschnitt
315 zu einem reinigungsseitigen Endabschnitt 316 geführtes, als Innenrohr ausgebildetes
Zufuhrrohr 304. Das Zufuhrrohr 304 bildet einen geschlossenen Kanal 320 aus, durch
welchen das explosionsfähige Gemisch oder dessen Komponenten der Behälterhülle 314
zugeführt wird. Am griffseitigen Endabschnitt 315 ist ein erster Anschluss vorgesehen,
in welchen eine erste Zufuhrleitung 307 zur Zufuhr einer ersten Komponente des explosionsfähigen
Gemisches in das Zufuhrrohr 304 mündet. In das Zufuhrrohr 304 mündet im Weiteren ein
zum Zufuhrrohr 304 konzentrisch angeordneter Einlassstutzen. Über den Einlassstutzen
wird eine zweite Komponente des explosionsfähigen Gemisches in das Zufuhrrohr 304
eingespiesen. Der Einlassstutzen ist hierzu mit einer zweiten Zufuhrleitung 306 verbunden.
[0123] Die erste Komponente vermischt sich im Zufuhrrohr 304 mit der zweiten Komponente
zu einem explosionsfähigen Gemisch. Die erste Komponente kann z. B. Sauerstoff oder
ein sauerstoffhaltiges Gas sein. Die zweite Komponente kann ein gasförmiger oder flüssiger
Brennstoff, insbesondere eine Kohlenwasserstoffverbindung, sein.
[0124] An der Reinigungslanze 302 ist im Weiteren eine Zündeinrichtung 310 mit einer Zündkerze
angebracht, welche in das Zufuhrrohr 304 mündet und dazu ausgelegt ist, das explosionsfähige
Gemisch im Zufuhrrohr 304 elektrisch zu zünden.
[0125] Das Zufuhrrohr 304 wird von einem Aussenrohr 305 ummantelt. Zwischen Aussenrohr 305
und Zufuhrrohr 304 wird ein ringförmiger Kühlkanal 318 ausgebildet, in welchem ein
Kühlmittel zur Kühlung des Zufuhrrohres 304 eingespiesen wird. Am griffseitigen Endabschnitt
315 der Reinigungslanze 302 ist hierzu ein erster und zweiter Anschluss vorgesehen,
an welche zur Zufuhr eines ersten und zweiten Kühlmittels eine erste und zweite Zufuhrleitung
308, 309 angeschlossen sind. Das erste Kühlmittel kann eine Kühlflüssigkeit, wie Wasser,
und das zweite Kühlmittel ein Gas, wie z. B. Luft, sein.
[0126] Es kann auch nur eine Kühlmittelzufuhrleitung zur Zufuhr nur eines Kühlmittels, z.
B. Wasser, vorgesehen sein. Das Kühlmittel, z.B. ein Wasser/Luftgemisch, wird also
zwischen Aussen- 305 und Zufuhrrohr 304 geführt. Das Kühlmittel dient zum Schutz der
Reinigungslanze 302 vor zu grosser Erhitzung.
[0127] Das Kühlmittel 339 kann am reinigungsseitigen Endabschnitt 316 über eine axiale Austrittsöffnung
aus dem Kühlkanal austreten. Das durch die Reinigungslanze 302 geführte Kühlmittel
kann auf diese Weise auch das nachfolgend beschriebene Schutzrohr 312 bzw. dessen
Aufnahmeraum und die darin enthaltende Behälterhülle 314 kühlen.
[0128] Eine auf diese Weise gestaltete Lanzenkühlung wird vorzugsweise vor dem Einführen
der Reinigungslanze 302 in ein heisses, zu reinigenden Behältnisses aktiviert. Sie
bleibt typischerweise während der gesamten Zeit, in der die Reinigungslanze 302 der
Hitze ausgesetzt sind, eingeschaltet (siehe Figuren 6d-6f).
[0129] Die oben beschriebene aktive Kühlung ist jedoch fakultativ und kein zwingendes Merkmal
vorliegender Erfindung.
[0130] An dem, dem griffseitigen Endabschnitt 315 gegenüber liegenden reinigungsseitigen
Endabschnitt 316 weist die Reinigungslanze 302 eine Behälteranschlussvorrichtung auf,
an welche eine Behälterhülle 314 angebracht werden kann, derart dass diese durch das
aus dem Zufuhrrohr 304 strömende, explosionsfähige Gemisch aufgeblasen wird.
[0131] Die Behälterhülle 314 definiert einen expandierbaren Aufnahmeraum für das explosionsfahige
Gemisch.
[0132] Im weiteren enthält die Reinigungslanze 302 ein Schutzrohr 312. Das Schutzrohr 312
ist·konzentrisch über dem Zufuhrrohr 304 geführt. Das Zufuhrrohr 304 ist relativ zum
Schutzrohr 312 entlang der Längsachse L der Reinigungslanze 302 verschiebbar. Durch
die genannte Verschiebbarkeit lässt sich eine an der Behälteranschlussvorrichtung
angebrachte Behälterhülle 314 aus dem Schutzrohr 312 aus- bzw. in dieses einfahren.
[0133] Das Aussenrohr 305 ist zweiteilig ausgebildet und weist einen ersten Aussenrohrsabschnitt
305a, welcher mit dem griffseitigen Endabschnitt 315 verbunden ist, sowie einen zweiten
Aussenrohrabschnitt 305b, welcher zum reinigungsseitigen Endabschnitt 316 hin mit
dem Schutzrohr verbunden ist.. Der erste Aussenrohrabschnitt 305a ist mit einem Endabschnitt
im zweiten Aussenrohrabschnitt 305b geführt, so dass die beiden Rohrabschnitte 30a,
30b teleskopartig zusammengeschoben und wieder auseinandergezogen werden können.
[0134] Der erste Aussenrohrabschnitt 305a ist entlang der Längsachse L abschnittsweise gleitend
im zweiten Aussenrohrabschnitt 305b geführt. Das beiden Aussenrohrabschnitte 305a,
305b sind über eine am zweiten Aussenrohrabschnitt 305b angebrachte Stopfbuchse 321
gegeneinander abgedichtet.
[0135] Zum griffseitigen Endabschnitt 315 hin ist am ersten Aussenrohrabschnitt 305a ein
Stellring 334 mit einem Endschalter 336 angeordnet. Dieser bildet eine Kontaktaufnahme
335 aus. Im Bereich der Steckmuffe 321, an welcher der erste Aussenrohrabschnitt 305a
in den zweiten Aussenrohrabschnitt 305b eingeschoben ist, ist ein Endschalter-Kontakt
337 vorgesehen. Die Reinigungslanze 302 bildet im ausgefahrenen Zustand zwischen dem
Endschalter 336 und dem Endschalter Kontakt 337 einen Rohrabschnitt aus, dessen Länge
der Ausstosslänge 325 entspricht. Der Stellring 334 bildet folglich ein Ausstossbegrenzungselement
aus.
[0136] Die Länge des Rohrabschnittes zwischen der Stopfbuchse 321 und dem Schutzrohr 312,
welche durch den zweiten Aussenrohrabschnitt 305 ausgebildet wird, hängt von der erforderlichen
Einführlänge der Reinigungslanze 302 in die Verbrennungskammer ab. Diese Länge kann
mehrere Meter, beispielsweise bis zu 10 Meter betragen.
[0137] Die vorliegende Reinigungsvorrichtung 301 enthält im weiteren eine Lanzeneinführeinrichtung.
Diese umfasst ein Einführbauteil 340 mit einem Führungsrohrabschnitt sowie mit einem
Befestigungsflansch 341 zur direkten oder indirekten Befestigung des Einführrohres
340 an der Wand 331 der Verbrennungskammer. Das Einführbauteil 340 weist an seinem
zum griffseitigen Endabschnitt 315 weisenden Ende eine Stopfbuchse 342 auf. Die Reinigungslanze
302 ist nun mit ihrem zweiten Aussenrohrabschnitt 305b in das Einführbauteil 340 eingeführt
und relativ zu diesem verschiebbar. Die Stopfbuchse 342 dichtet Eintührbauteil 340
und Aussenrohrabschnitt 305b gegeneinander ab. Zwischen der Stopfbuchse 321 am Aussenrohrabschnitt
305b und der Stopfbuchse 342 am Einführbauteil 340 ist am zweiten Aussenrohrabschnitt
305b ein Stellring 348 angebracht.
[0138] Die Lanzeneinführeinrichtung enthält ferner einen Seilzug 343. Dieser besteht aus
zwei beidseitig vom Aussenrohrabschnitt 305b angeordneten Seilen 344, welche mit einem
ersten Ende über Seilbefestigungen 346 am Stellring 348 befestigt sind. Die beiden
Seile 344 werden über am Befestigungsflansch 341 des Einführbauteils 340 befestigte
Umlenkrollen 345 einer Umlenkeinrichtung zum griffseitigen Endabschnitt 315 hin umgelenkt.
Am zweiten Ende der Seile 344 befinden sich Handgriffe 347. Der Stellring 348 dient
zusätzlich als Einschubbegrenzungselement.
[0139] im vorliegenden Ausführungsbeispiel beinhaltet die Reinigungsvorrichtung 301 im Weiteren
eine Schleuseneinrichtung. Diese umfasst ein Schleusenrohr 350, welches zu beiden
Stirnseiten jeweils einen Befestigungsflansch 351, 352 aufweist. Das Schleusenrohr
350 ist über den ersten Befestigungsflansch 352 mit dem Befestigungsflansch 341 des
Einführbauteils 340 verbunden, z. B. über Schraubverbindungen. Das Schleusenrohr 350
ist über den zweiten Befestigungsflansch 352 an der Wand 331 der Verbrennungskammer
befestigt, z. B. über Schraubverbindungen, und mündet in eine Durchtrittsöffnung in
der Wand 331. Das Schleusenrohr 350 umfasst ferner Sperrluftzufuhrmittel 353 zur Zuführung
von Sperrluft in das Schleusenrohr 350.
[0140] Da das Schleusenrohr 350 in der Lage sein muss, das Schutzrohr 312 vollständig aufzunehmen,
entspricht die Länge des Schleusenrohres 350 vorzugsweise wenigstens der Länge des
Schutzrohres 312.
[0141] Zwischen der Durchtrittsöffnung und dem Schleusenrohr 350 bzw. dessen Befestigungsflansch
352 ist eine Schieberandordnung 354 mit einem Schieber vorgesehen. Mittels der Schieberandordnung
354 kann die Durchtrittsöffnung durch einen Schieber verschlossen werden.
[0142] Die Schleuseneinrichtung sowie der Seilzug 343 sind nicht zwingende Merkmale der
Vorrichtung. So kann das Einführbauteil 340 auch direkt an der Kesselwand 331 über
der Durchgangsöffnung angeordnet sein.
[0143] Nachfolgend wird der Betrieb der Reinigungsvorrichtung 301 beschrieben.
[0144] Die beiden Aussenrohrabschnitte 305a, 305b sind zu Beginn des Verfahrens teleskopartig
zusammengeschoben, so dass die Behälteranschlussvorrichtung soweit in Richtung der
Öffnung des Schutzrohres 312 oder komplett aus dem Schutzrohr 312 ausgefahren ist,
dass eine Behälterhülle 314 daran befestigt werden kann (siehe Figuren 6a).
[0145] Durch teleskopartiges Auseinanderziehen der beiden Aussenrohrabschnitte 305a, 305b
wird die Behälteranschlussvorrichtung zusammen mit der daran befestigten Behälterhülle
314 in das Schutzrohr 312 zurückgezogen, so dass die Behälterhülle 314 im Schutzrohr
312 verstaut ist (siehe Figur 6b).
[0146] Die Reinigungslanze 302 wird mit dem Schutzrohr 312 in das Schleusenrohr 350 eingeführt.
Die Reinigungslanze 302 wird anschliessend am Schleusenrohr 350 befestigt. Hierzu
wird der Befestigungsflansch 341 des Einführrohres 340 mit dem Befestigungsflansch
351 des Schleusenrohres 350 verbunden (siehe Figur 6c).
[0147] Während diesem Vorgang ist die Durchtrittsöffnung durch den Schieber der Schiebereinrichtung
345 verschlossen. Im Schleusenrohr 350 herrscht der Umgebungsdruck von ausserhalb
des Verbrennungsraumes.
[0148] Durch das Verbinden der beiden Ringflansche 341, 351 wird das Schleusenrohr 350 zur
Umgebung ausserhalb des Verbrennungsraumes hin abgedichtet. Nachfolgend wird Sperrluft
in das Schleusenrohr 350 eingelassen, welche eine Druckanpassung zum Überdruck in
der Verbrennungskammer herstellen soll.
[0149] In einem weiteren Schritt wird die Durchtrittsöffnung durch Betätigen der Schiebereinrichtung
354 geöffnet. Durch Ziehen an den Handgriffen 347 wird die Reinigungslanze 302 mit
dem Schutzrohr 312 und der Behälterhülle 314 durch die Durchtrittsöffnung in die Verbrennungskammer
gestossen. Bei diesem Vorgang wird der verschiebefest auf dem zweiten Aussenrohrabschnitt
305b angebrachte Stellring 348, an welchem die Seile 344 befestigt sind, in Richtung
Schleusenrohr 350 verschoben, entsprechend wird der Aussenrohrabschnitt 305b in das
Einführbauteil 340 und das Schleusenrohr 350 hineingeschoben. Das an den Aussenrohrabschnitt
305b angebrachte Schutzrohr 312 wird entsprechend zusammen mit der Behälterhülle 314
in die Verbrennungskammer geschoben (siehe Figur 6d).
[0150] Die Einführlänge 338 definiert sich durch die Länge des Rohrabschnittes zwischen
dem Stellring 348 am zweiten Aussenrohrabschnitt 305b und der Stopfbuchse 342 am Einführbauteil
340. Das Schutzrohr 312 lässt sich nur soweit in den Verbrennungsraum einführen, bis
der Stellring 348 an der Stopfbuchse 342 anschlägt. Die Einführlänge 338 entspricht
jener Länge, um welche die Reinigungslanze 302 mit dem Schutzrohr 312 in die Verbrennungskammer
einführbar ist.
[0151] Spätestens mit dem Einführen des Schutzrohres 312 in die Verbrennungskammer wird
die Kühlung 339 aktiviert, welche die Kühlung des Schutzrohres 312 und der darin verstauten
Behälterhülle 314 gewährleistet.
[0152] Sobald die gewünschte bzw. die maximal mögliche Einführlänge 338 des Schutzrohres
312 in die Verbrennungskammer erreicht ist, erfolgt das Ausstossen der bis dahin immer
noch im Schutzrohr 312 verstauten Behälterhülle 314 (siehe Figur 6e).
[0153] Dies geschieht in dem der am ersten Aussenrohrabschnitt 305a festsitzende Stellring
334 mit dem Endschalter 336 zusammen mit dem ersten Aussenrohrabschnitt 305a in Richtung
der Stopfbuchse 321 des zweiten Aussenrohrabschnittes 305b geschoben wird. Dabei wird
der erste Aussenrohrabschnitt 305a teleskopartig in den zweiten Aussenrohrabschnitt
305b eingeschoben. Da das Innenrohr 304 mit dem ersten Aussenrohrabschnitt 305a gekoppelt
ist, wird auch das Innenrohr 304 entsprechend gegenüber dem zweiten Aussenrohrabschnitt
305b und dem Schutzrohr 312 verschoben. Dadurch wird die Behälterhülle 314, welche
direkt oder indirekt an das Innenrohr 304 angeschlossen ist, aus dem Schutzrohr 312
geschoben.
[0154] Erreicht der Stellring 334 mit dem Endschalter 336 beim teleskopartigen Ineinanderschieben
der beiden Aussenrohrabschnitte 305a, 305b die Stopfbuchse 321, so schiebt sich der
an dieser angeordnete Endschalter-Kontakt 337 in die Endschalter-Kontaktaufnahme 335
am Stellring 334. Dadurch wird ein Kontakt hergestellt, welcher ein Freigabesignal
generiert. Erst wenn dieses Freigabesignal generiert und z. B. von einer Steuerung
verarbeitet ist, kann die Behälterhülle 314 mit dem explosiven Gasgemisch befüllt
und das explosive Gemisch gezündet werden (siehe Figur 6f).
[0155] Auf diese Weise wird verhindert, dass die Behälterhülle 314 vor dem Ausstossen derselbigen
aus dem Schutzrohr 312 mit dem explosiven Gemisch gefüllt und dieses gezündet werden
kann. Der beschriebene Endschalter 336 ist jedoch kein zwingendes Merkmal dieser Ausführungsform.
[0156] Sobald die Behälterhülle 314 vollständig mit dem explosiven Gasgemisch gefüllt ist,
wird dieses über die Zündeinrichtung gezündet und zur Explosion gebracht.
[0157] Das Schutzrohr 312 kann nach erfolgter Explosion wieder aus der Verbrennungskammer
zurück in das Schleusenrohr 350 gezogen werden. Die Durchtrittsöffnung wird über die
Schiebereinrichtung 354 wieder verschlossen. Der Überdruck im Schleusenrohr 350 wird
entsprechend abgebaut, entweder über die Sperrluftzufuhrmittel 353 oder durch Öffnen
des Schleusenrohres 350 beim Lösen der Verbindung zwischen den beiden Befestigungsflanschen
341, 351.
[0158] Die Ausführungsform nach Figur 5a-5g und 6a-6f eignet sich insbesondere zur Reinigung
von Verbrennungskammern mit Überdruck. Dank dieser Reinigungsvorrichtung wird verhindert,
dass beim Einführen der Reinigungslanze in die Verbrennungskammer heisse Verbrennungsgase
wegen des Überdrucks durch die Durchtrittsöffnung nach aussen gelangen.
1. Reinigungsvorrichtung (1, 51) zum Entfernen von Ablagerungen in Behältnissen mittels
Explosionstechnologie. umfassend eine Reinigungslanze (2, 52) mit einem griffseitigen
und einem reinigungsseitigen Endabschnitt (15, 16; 65, 66), wobei die Reinigungslanze
(2, 52, ) einen Zufuhrkanal (4, 54) mit einer am reinigungsseitigen Endabschnitt (16,
66) angeordneten Behälteranschlussvorrichtung (17, 67), an welcher eine flexible,
einen Aufnahmeraum ausbildende Behälterhülle (14, 64) anbringbar ist, sowie ein Schutzrohr
(12, 62) mit einem Aufnahmeraum für eine Behälterhülle (14, 64) zwecks Abschirmung
der Behälterhülle (14, 64) nach aussen, enthält,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Zufuhrkanal (4, 54) entlang der Längsachse (L) der Reinigungslanze (2, 52) relativ
zum Schutzrohr (12, 62) aus einer ersten Position, in welcher eine an der Behälteranschlussvorrichtung
(17, 67) angebrachte Behälterhülle (14, 64) gegenüber der Umgebung durch das Schutzrohr
(12, 62) abgeschirmt ist, in eine zweite Position, in welcher die Behälterhülle (14,
64) aus der Abschirmung durch das Schutzrohr (12, 62) hervortritt, verschiebbar angeordnet
ist.
2. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schutzrohr (12) oder ein mit dem Schutzrohr (12) verbundenes Führungsrohr (26)
als Schieberohr ausgebildet ist, welches entlang der Längsachse (L) relativ zum Zufuhrkanal
(4) an der Reinigungslanze (2) verschiebbar geführt ist.
3. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Zufuhrkanal (4, 54) von einem Aussenrohr (5, 55) umhüllt ist, wobei zwischen
dem Zufuhrkanal (4, 54) und dem Aussenrohr (5, 55) bevorzugt ein Kühlkanal (18, 68),
insbesondere ein ringförmiger Kühlkanal (18, 68), ausgebildet wird.
4. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Zufuhrkanal (4, 54) ein rohrförmiger Leitungskörper, insbesondere ein Zufuhrrohr
ist.
5. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Schutzrohr (12) und/oder das mit diesem verbundene Führungsrohr (26) auf dem
Aussenrohr (5) entlang der Längsachse (L) verschiebbar geführt ist.
6. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Aussenrohr (55) mehrteilig aus wenigstens einem ersten und zweiten Aussenrohrabschnitt
(55a, 55b) ausgebildet ist, und das Schutzrohr (62) mit dem zweiten Aussenrohrabschnitt
(55b) verbunden ist, wobei die wenigstens zwei Aussenrohrabschnitte (55a, 55b) in
Längsrichtung (L) teleskopartig ineinander gleitend verschiebbar sind.
7. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Aussenrohrabschnitt (55a) mit einem Endabschnitt in den zweiten Aussenrohrabschnitt
(55b) geschoben ist, oder der zweite Aussenrohrabschnitt (55b) mit einem Endabschnitt
in den ersten Aussenrohrabschnitt (55a) geschoben ist.
8. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsvorrichtung Betätigungsmittel aufweist, über welche der Zufuhrkanal
manuell oder automatisiert entlang der Längsachse L relativ zum Schutzrohr bzw. Führungsrohr
verschoben werden kann.
9. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsvorrichtung (1, 51, 301) ein direkt oder indirekt an der Wand (31,
81, 331) des Behältnisses befestigbares Einführbauteil (33, 72, 340) mit einem Führungsrohrabschnitt
umfasst, durch welchen die Reinigungslanze (2, 52, 302)verschiebbar geführt werden
kann.
10. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Zufuhrkanal (4, 54) vom griffseitigen (15, 65) zum reinigungsseitigen Endabschnitt
(16, 66) verläuft, und die Reinigungslanze (2, 52) am griffseitigen Endabschnitt (15,
65) Mittel zum Zuführen des explosionsfähigen Gemisches oder Komponenten davon zum
Zufuhrkanal (4, 54) aufweist.
11. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Aussenrohr (55a) über Zentrierelemente (80), welche radial entlang des Aussenumfanges
des Zufuhrrohres (54) angeordnet sind, gegenüber dem Zufuhrrohr (54) zentriert ist.
12. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass am Schutzrohr (12) am Führungsrohr oder an einem Aussenrohrabschnitt (55b) ein Einschubbegrenzungselement
(24) angeordnet ist, welches als Einschubbegrenzung für das Schutzrohr (12) beim Einschieben
der Reinigungslanze (2) in ein Behältnis dient.
13. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsvorrichtung (1) ein Einführbauteil in Form eines Einbaustutzens (33)
mit einem Führungsrohrabschnitt zum Einbau in die Wand bzw. einer Öffnung in der Wand
eines zu reinigenden Behältnisses umfasst, in welchem die Reinigungslanze (2) verschiebbar
geführt werden kann.
14. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungslanze (2, 52, 302) eine Endschalter-Einrichtung (36, 86336) umfasst,
welche beim insbesondere teleskopartigen Zusammenschieben zweier Rohrkörper (5, 26;
55a, 55b; 305, 326) bei Erreichen eines bestimmten Verschiebemasses, insbesondere
bei Erreichen einer definierten Endposition, ein Steuersignal auslöst.
15. Verfahren zum Entfernen von Ablagerungen in Behältnissen mittels Explosionstechnologie
unter Verwendung einer Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
- Anbringen einer Behälterhülle (14, 64) an der Behälteranschlussvorrichtung (17,
67) am reinigungsseitigen Endabschnitt (16, 66) der Reinigungslanze (2, 52);
- Verschieben des Schutzrohres (12, 62) relativ zum Zufuhrkanal (4, 54) unter Aufnahme
der Behälterhülle (14, 64) im Aufnahmeraum des Schutzrohres (12, 62);
- Einführen der Reinigungslanze (2, 52) mit ihrem reinigungsseitigen Endabschnitt
(16, 66) in den Innenraum eines zu reinigenden Behältnisses;
- Verschieben des Schutzrohres (12, 62) relativ zum Zufuhrkanal (4, 54) unter Freigabe
der Behälterhülle (14, 64);
- Befüllen der Behälterhülle (14, 64) mit einem explosionsfähigen Gemisch oder mit
dessen Komponenten;
- Zünden des explosionsfähigen Gemisches in der Behälterhülle (14, 64).
1. A cleaning device (1, 51) for removing deposits in receptacles by way of blasting
technology, comprising a cleaning lance (2, 52) with a grip-side and with a cleaning-side
end section (15, 16; 65, 66), wherein the cleaning lance (2, 52) comprises a feed
channel (4, 54) with a container connection device (17, 67) which is arranged on the
cleaning-side end section (16, 66) and on which a flexible container envelope (14,
64) forming a receiving space can be attached, as well as a protective tube (12, 62)
with a receiving space for a container envelope (14, 16) for the propose of shielding
the container envelope (14, 64) to the outside,
characterised in that
the feed channel (4, 54) is displaceably arranged along the longitudinal axis (L)
of the cleaning lance (2, 52) relative to the protective tube (12, 62), from a first
position, in which a container envelope (14, 64) attached on the container connection
device (17, 67) is shielded with respect to the environment by the protective tube
(12, 62), into a second position, in which the container envelope (14, 64) projects
out of the shielding through the protective tube (12, 62).
2. A cleaning device according to claim 1, characterised in that the protective tube (12) or a guide tube (26) which is connected to the protective
tube (12) is designed as a sliding tube, which is displaceably guided on the cleaning
lance (2) along the longitudinal axis (L) relative to the feed channel (4).
3. A cleaning device according to claim 1 or 2, characterised in that the feed channel (4, 54) is enveloped by an outer tube (5, 55), wherein preferably
a cooling channel (18, 68), in particular an annular cooling channel (18, 68) is formed
between the feed channel (4, 54) and the outer tube (5, 55).
4. A cleaning device according to one of the claims 1 to 3, characterised in that the feed channel (4, 5) is a tubular conduit body, in particular a feed tube.
5. A cleaning device according to one of the claims 3 to 4, characterised in that the protective tube (12) and/or the guide tube (26) which is connected to this is
displaceably guided along the longitudinal axis (L) on the outer tube (5).
6. A cleaning device according to one of the claims 1 to 5, characterised in that the outer tube (55) is designed in a multi-part manner of at least one first and
a second outer tube section (55a, 55b), and the protective tube (62) is connected
to the second outer tube section (55b), wherein the at least two outer tube sections
(55a, 55b) are slidingly telescopically displaceable in one another in the longitudinal
direction (L).
7. A cleaning device according to claim 6, characterised in that the first outer tube section (55a) is pushed with an end section into the second
outer tube section (55b), or the second outer tube section (55b) is pushed with an
end section into the first outer tube section (55a).
8. A cleaning device according to one of the claims 1 to 7, characterised in that the cleaning device comprises actuation means, via which the feed channel can be
displaced along the longitudinal axis L relative to the protective tube or guide tube,
in a manual or automated manner.
9. A cleaning device according to one of the claims 1 to 8, characterised in that the cleaning device (1, 51, 301) comprises an insertion component (33, 72, 340) which
can be fastened directly or indirectly on the wall (31, 81, 331) of the receptacle
and is with a guide tube section, through which the cleaning lance (2, 52, 302) can
be displaceably guided.
10. A cleaning device according to one of the claims 1 to 9, characterised in that the feed channel (4, 54) runs from the grip-side (15, 65) to the cleaning-side end
section (16, 66), and the cleaning lance (2, 52) on the grip-side end section (15,
65) comprises means for feeding the explosive mixture or components thereof, to the
feed channel (4, 54).
11. A cleaning device according to one of the claims 3 to 10, characterised in that the outer tube (55a) is centred with respect to the feed tube (54) via centring elements
(80) which are arranged radially along the outer periphery of the feed tube (54).
12. A cleaning device according to one of the claims 1 to 11, characterised in that an insertion limitation element (24) which serves as an insertion limitation for
the protective tube (12) on inserting the cleaning lance (2) into a receptacle is
arranged on the protective tube (12), on the guide tube or on an outer tube section
(55b).
13. A cleaning device according to one of the claims 9 to 12, characterised in that the cleaning device (1) comprises an insertion component in the form of an installation
piece (33) with a guide tube section for installation into the wall or an opening
in the wall, of a receptacle to be cleaned, in which section the cleaning lance (2)
can be displaceably guided.
14. A cleaning device according to one of the claims 1 to 13, characterised in that the cleaning lance (2, 52, 302) comprises an end-switch device (36, 86) which activates
a control signal with the in particular telescopic sliding-together of two tube bodies
(5, 26, 55a, 55b; 305, 326) on reach a certain degree of displacement, in particular
on reaching a defined end position.
15. A method for removing deposits in receptacles by way of blasting technology amid the
use of a cleaning device according to one of the claims 1 to 14,
characterised by the following steps:
- attaching a container envelope (14, 16) on the container connection device (17,
67) at the cleaning-side end section (16, 66) of the cleaning lance (2, 52);
- displacing the protective tube (12, 62) relative to the feed channel (4, 54) whilst
receiving the container envelope (14, 64) in the receiving space of the protective
tube (12, 62);
- inserting the cleaning lance (2, 52) with its cleaning-side end section (16, 66)
into the interior of a receptacle to be cleaned;
- displacing the protective tube (12, 62) relative to the feed channel (4, 54) amid
the release of the container envelope (14, 64);
- filling the container envelope (14, 64) with an explosive mixture or its components;
- igniting the explosive mixture in the container envelope (14, 64).
1. Ensemble de nettoyage (1, 51) destiné à retirer des dépôts dans des récipients en
utilisant une technique d'explosion,
l'ensemble présentant une lance de nettoyage (2, 52) dotée d'une partie d'extrémité
côté poignée et d'une partie d'extrémité côté nettoyage (15, 16; 65, 66),
la lance de nettoyage (2, 52) contenant un canal d'amenée (4, 54) présentant un ensemble
(17, 67) de raccordement au récipient disposé sur la partie d'extrémité (16, 66) côté
nettoyage et sur lequel une enveloppe flexible (14, 64) de récipient formant un espace
de réception peut être placée, ainsi qu'un tube de protection (12, 62) doté d'un espace
de réception pour une enveloppe de récipient (14, 64) servant à protéger l'enveloppe
de récipient (14, 64) vis-à-vis de l'extérieur,
caractérisé en ce que
le canal d'amenée (4, 54) est disposé de manière à pouvoir coulisser par rapport au
tube de protection (12, 62) le long d'un axe longitudinal (L) de la lance de nettoyage
(2, 52) depuis une première position dans laquelle une enveloppe de récipient (14,
64) placée sur l'ensemble (17, 67) de raccordement de récipient est protégée vis-à-vis
de l'environnement par le tube de protection (12, 62), jusque dans une deuxième position
dans laquelle l'enveloppe de récipient (14, 64) déborde hors de la protection par
le tube de protection (12, 62).
2. Ensemble de nettoyage selon la revendication 1, caractérisé en ce que le tube de protection (12) ou un tube de guidage (26) relié au tube de protection
(12) sont configurés comme tube coulissant guidé de manière à pouvoir coulisser sur
la lance de nettoyage (2) par rapport au canal d'amenée (4) le long de l'axe longitudinal
(L).
3. Ensemble de nettoyage selon les revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que le canal d'amenée (4, 54) est entouré par un tube extérieur (5, 55), de préférence
un canal de refroidissement (18, 68), en particulier un canal annulaire de refroidissement
(18, 68), étant formé entre le canal d'amenée (4, 54) et le tube extérieur (5, 55).
4. Ensemble de nettoyage selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le canal d'amenée (4, 54) est un corps tubulaire de conduit, en particulier un tube
d'amenée.
5. Ensemble de nettoyage selon l'une des revendications 3 à 4, caractérisé en ce que le tube de protection (12) et/ou le tube de guidage (26) relié à ce dernier sont
guidés à coulissement le long de l'axe longitudinal (L) sur le tube extérieur (5).
6. Ensemble de nettoyage selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le tube extérieur (55) est réalisé en plusieurs pièces constituées d'au moins une
première et une deuxième section (55a, 55b) de tube extérieur, en ce que le tube de protection (62) est relié à la deuxième section (55b) de tube extérieur
et en ce que les deux ou plusieurs sections (55a, 55b) du tube extérieur peuvent coulisser télescopiquement
l'une dans l'autre dans le sens de la longueur (L).
7. Ensemble de nettoyage selon la revendication 6, caractérisé en ce que la première section (55a) de tube extérieur est passée par une section d'extrémité
dans la deuxième section (55b) de tube extérieur ou en ce que la deuxième section (55b) de tube extérieur est passée par une section d'extrémité
dans la première section (55a) de tube extérieur.
8. Ensemble de nettoyage selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que l'ensemble de nettoyage présente des moyens d'actionnement par lesquels le canal
d'amenée peut être glissé manuellement ou de manière automatique par rapport au tube
de protection ou au tube de guidage le long de l'axe longitudinal (L).
9. Ensemble de nettoyage selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que l'ensemble de nettoyage (1, 51, 301) comporte un composant d'insertion (33, 72, 340)
apte à être fixé directement ou indirectement sur la paroi (31, 81, 331) du récipient
et doté d'une section tubulaire de guidage par laquelle la lance de nettoyage (2,
52, 302) peut être guidée à coulissement.
10. Ensemble de nettoyage selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que le canal d'amenée (4, 54) s'étend de la section d'extrémité côté poignée (15, 65)
à la section d'extrémité côté nettoyage (16, 66) et en ce que sur la section d'extrémité côté poignée (15, 65), la lance de nettoyage (2, 52) présente
des moyens permettant d'amener le mélange explosif ou des composants de ce dernier
dans le canal d'amenée (4, 54).
11. Ensemble de nettoyage selon l'une des revendications 3 à 10, caractérisé en ce que le tube extérieur (55a) est centré par rapport au tube d'amenée (54) par des éléments
de centrage (80) disposés radialement le long de la périphérie extérieure du tube
d'amenée (54).
12. Ensemble de nettoyage selon l'une des revendications 1 à 11, caractérisé en ce qu'un élément (24) de limitation d'insertion est disposé sur le tube de protection (12),
sur le tube de guidage ou sur une section (55b) du tube extérieur et sert de limite
d'insertion pour le tube de protection (12) lors de l'insertion de la lance de nettoyage
(2) dans un récipient.
13. Ensemble de nettoyage selon l'une des revendications 9 à 12, caractérisé en ce que l'ensemble de nettoyage (1) comporte un composant d'insertion qui présente la forme
d'une tubulure de montage (33) dotée d'une section de tube de guidage, pour l'insertion
dans la paroi ou l'ouverture ménagée dans la paroi d'un récipient à nettoyer, et dans
lequel la lance de nettoyage (2) peut être guidée à coulissement.
14. Ensemble de nettoyage selon l'une des revendications 1 à 13, caractérisé en ce que la lance de nettoyage (2, 52, 302) présente un dispositif de commutateur de fin de
course (36, 86, 336), qui, en particulier lorsque deux corps tubulaires (5, 26; 55a,
55b; 305, 326) sont assemblés de manière télescopique, déclenche un signal de commande
lorsqu'une dimension définie de coulissement est atteinte et en particulier lorsqu'une
position d'extrémité définie est atteinte.
15. Procédé d'élimination de dépôts dans des récipients par une technique d'explosion
en recourant à un ensemble de nettoyage selon l'une des revendications 1 à 14,
caractérisé par les étapes suivantes :
placement d'une enveloppe de récipient (14, 64) sur l'ensemble (17, 67) de raccordement
de récipient de la section d'extrémité côté nettoyage (16, 66) de la lance de nettoyage
(2, 52),
déplacement du tube de protection (12, 62) par rapport au canal d'amenée (4, 54) en
placer l'enveloppe de récipient (14, 64) dans l'espace de réception du tube de protection
(12, 62),
insertion de la lance de nettoyage (2, 52) par sa section d'extrémité côté nettoyage
(16, 66) dans l'espace intérieur d'un récipient à nettoyer,
déplacement du tube de protection (12, 62) par rapport au canal d'amenée (4, 54) en
libérer l'enveloppe de récipient (14, 64),
remplissage de l'enveloppe de récipient (14, 64) par un mélange explosif ou ses composants,
et
allumage du mélange explosif placé dans l'enveloppe de récipient (14, 64).