GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine meißelnde Handwerkzeugmaschine, insbesondere
mit einem elektro-pneumatischen Schlagwerk.
[0002] US 2010/0012337 offenbart einen Schlaghammer mit einem Elektromotor und einem pneumatischen Schlagwerk.
Das Schlagwerk hat einen topfförmigen Erreger, der von einem Exzenterrad längs einer
Schlagachse vor- und zurückbewegt wird. Das Exzenterrad greift an einer Mantelfläche
des Erregers an. Ein kolbenförmiger Schläger ist in dem Erreger eingesetzt. Zwischen
dem Boden des Erregers und dem Schläger ist eine pneumatische Kammer abgeschlossen,
die eine den Schläger an den Erreger ankoppelnde Luftfeder bildet.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
[0003] Die erfindungsgemäße Handwerkzeugmaschine hat eine Werkzeugaufnahme zum Aufnehmen
eines Werkzeugs längs einer Arbeitsachse. Ein pneumatisches Schlagwerk hat einen durch
einen senkrecht zur Arbeitsachse orientierten Boden abgeschlossenen, topfförmigen
Erreger, einen in dem Erreger angeordneten kolbenförmigen Schläger und eine zwischen
in dem Erreger dem Schläger und dem Boden abgeschlossene pneumatische Kammer. Ein
Exzenter ist von einem Motor um eine Drehachse angetrieben. Ein Exzenterfinger ist
einem Kurbelradius von der Drehachse beabstandet. Der Exzenterfinger koppelt an einen
Angriff an dem topfförmigen Erreger an. Ein Abstand des Angriffs von dem Boden ist
doppelt bis sechsfach so lang wie der Kurbelradius.
[0004] Der Exzenterfinger ist nahe des Schlagpunkts, wenn der Schläger in dem Schlagpunkt
auf einen Döpper oder das Werkzeug aufschlägt. Dies begünstigt die Stabilität und
Laufruhe des Erregers bei dem seitlichen außeraxialen Angriff. Die Drehachse ist vorzugsweise
zwischen dem ein- und zweifachen des Kurbelradius vor dem Schlagpunkt angeordnet.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0005] Die nachfolgende Beschreibung erläutert die Erfindung anhand von exemplarischen Ausführungsformen
und Figuren. In den Figuren zeigen:
Fig. 1 einen Bohrhammer
[0006] Gleiche oder funktionsgleiche Elemente werden durch gleiche Bezugszeichen in den
Figuren indiziert, soweit nicht anders angegeben.
AUSFÜHRUNGSFORMEN DER ERFINDUNG
[0007] Fig. 1 zeigt als Beispiel einer meißelnden Handwerkzeugmaschine schematisch einen
Bohrhammer
1. Der Bohrhammer
1 hat eine Werkzeugaufnahme
2, in welche ein Schaftende
3 eines Werkzeug, z.B. eines des Bohrers
4, eingesetzt werden kann. Einen primären Antrieb des Bohrhammers
1 bildet ein Motor
5, welcher ein Schlagwerk
6 und eine Abtriebswelle
7 antreibt. Ein Batteriepaket
8 oder eine Netzleitung versorgt den Motor
5 mit Strom. Ein Anwender kann den Bohrhammer
1 mittels eines Handgriffs
9 führen und mittels eines Systemschalters
10 den Bohrhammer
1 in Betrieb nehmen. Im Betrieb dreht der Bohrhammer
1 den Bohrer
4 kontinuierlich um eine Arbeitsachse
11 und kann dabei den Bohrer
4 in Schlagrichtung
12 längs der Arbeitsachse
11 in einen Untergrund schlagen. Das Schlagwerk
6 und vorzugsweise die weiteren Antriebskomponenten sind innerhalb eines Maschinengehäuses
13 angeordnet.
[0008] Das Schlagwerk
6 ist ein pneumatisches Schlagwerk
6. Ein Erreger
14 ist in einer ein oder mehrteiligen Führungshülse
15 längs der Arbeitsachse
11 geführt. Der Erreger
14 ist topfförmig ausgebildet. Der Erreger
14 setzt sich im Wesentlichen aus einem zylindrischen Rohr
16 und einem das Rohr
16 verschließenden Boden
17 zusammen. Ein kolbenförmiger Schläger
18 des Schlagwerks
6 ist in den Erreger
14 eingesetzt. Der Schläger
18 kann in dem Erreger 14 längs der Arbeitsachse
11 gleiten. Der Schläger
18 schließt luftdicht mit dem Rohr
16 ab, so dass sich zwischen dem Erreger
14 und dem Boden
17 eine pneumatische Kammer
19 ausbildet. Der Schläger
18 schlägt in Schlagrichtung
12 auf eine Schlagfläche
20 eines Döppers
21 auf. Der Döpper
21 überträgt den Schlag auf den Bohrer
4. Der Döpper
21 hat im Betrieb eine definierte Stellung, so dass die Schlagfläche
20 des Döppers
21 einen Schlagpunkt des Schlägers
18 festlegt.
[0009] Der Erreger
14 wird von einem Exzenter
22 längs der Arbeitsachse
11 periodisch vor- und zurückbewegt. Der Exzenter
22 ist über ein Getriebe mit dem Motor
5 gekoppelt. Der Exzenter
22 ist hat beispielsweise eine Scheibe, die um eine Drehachse
23 von dem Motor
5 gedreht wird. Auf der Scheibe ist ein Exzenterfinger
24 um einen Kurbelradius
25 versetzt zu der Drehachse
23 angeordnet. Der Exzenterfinger
24 greift über ein Pleuel
26 an einen Angriff
27, z.B. einen Zapfen, an dem Erreger
14 an. Die periodische Bewegung des Erregers
14 überträgt die pneumatische Kammer
19 auf den Schläger
18. Der Schläger
18 oszilliert längs der Arbeitsachse
11 zwischen dem Schlagpunkt, in welchem der Schläger
18 auf den Döpper
21 aufschlägt, und einem Wendepunkt, in welchem die pneumatische Kammer
19 stark komprimiert ist. Der Erreger
14 erreicht auf Grund der Dynamik des pneumatischen Schlagwerks
6 seine in Schlagrichtung
12 am weitesten vorgerückte Stellung in etwa, wenn der Schläger
18 im Schlagpunkt ist.
[0010] Der Angriff
27 des Erregers
14 ist einseitig, asymmetrisch und versetzt zu der Arbeitsachse
11. Entsprechend übt der Exzenter
22 ein Drehmoment auf den Erreger
14 aus. Die Belastungen sind abhängig von der Phase des Schlagwerks
6. Während des Schlags ist das Drehmoment gering, da hierbei typischerweise der Erreger
14 den vorderen Wendepunkt erreicht hat. Die höchsten Belastungen treten auf, wenn der
Erreger
14 auf halben Weg vor dem Wendepunkt ist. Der Erreger
14 hat hier die höchste Geschwindigkeit, die pneumatische Kammer
19 ist am stärksten komprimiert und demzufolge wird der Schläger
18 am stärksten beschleunigt. Die Gegenkraft wird in den Exzenter
22 eingeleitet. Der Exzenterfinger
24 ist in der Stellung außerhalb der von der der Drehachse
23 und der Arbeitsachse
11 aufgespannten Ebene, woraus eine hohe Querbelastung resultiert. Die Anordnung des
Exzenters
22 ermöglicht die Führungshülse
15 so anzuordnen, dass diese die Querbelastungen auffängt. Die Führungshülse
15 umschließt vorzugsweise ringförmig das Raumvolumen, in welchem sich der Schläger
18 im Wendepunkt befindet. Die Drehachse
23 des Exzenters
22 liegt dazu zwischen ein und zwei Kurbelradien
25 in Schlagrichtung
12 vor dem Schlagpunkt. Bei der dargestellten Ausführungsform mit einem Pleuel
26 ergibt sich, dass der Angriff
27 zwischen dem vier- und sechsfachen des Kurbelradius
25 von dem Boden
17 entfernt ist. Alternativ zu einem Pleuel
26 kann der Erregerzylinder ein quer zur Arbeitsachse
11 verlaufendes Langloch als Angriff
27 aufweisen, hierbei ist, ohne dem Pleuel
26, der Abstand
28 etwa das doppelte bis vierfache des Kurbelradius
25.
[0011] Die Abtriebswelle
7 ist in Schlagrichtung
12 nach dem Erreger
14 angeordnet. Die Abtriebswelle
7 kann beispielsweise ein auf ihr angeordnetes Kegelrad
29 aufweisen, welches mit einem von dem Motor
5 angetriebenen Kegelrad
30 kämmt. Eine Überlastkupplung kann in die Abtriebswelle
7 integriert sein. Beispielsweise überträgt das Kegelrad
29 ein Drehmoment mittelbar über eine Scheibe auf die Abtriebswelle
7. Die Scheibe sich bei einer erhöhten Drehmoment von dem Kegelrad
29 lösen, beispielsweise durch eine axiale Auslenkung gegen eine Feder
31.
[0012] Der Motor
5 ist senkrecht zu der Arbeitsachse
11 orientiert, d.h. die Motorachse
30 ist senkrecht zu der Arbeitsachse
11. Vorzugsweise liegt die Motorachse
32 nahe einer Ebene senkrecht zu der Arbeitsachse
11, welche durch den Schlagpunkt verläuft. Der Abstand ist geringer als ein Kurbelradius
25.
1. Handwerkzeugmaschine (1) mit
einer Werkzeugaufnahme (2) zum Aufnehmen eines Werkzeugs (4) längs einer Arbeitsachse
(11),
einem pneumatischen Schlagwerk (6), das einen durch einen senkrecht zur Arbeitsachse
(11) orientierten Boden (17) abgeschlossenen, topfförmigen Erreger (14), einen in
dem Erreger (14) angeordneten kolbenförmigen Schläger (18) und eine zwischen in dem
Erreger (14) dem Schläger (18) und dem Boden (17) abgeschlossene pneumatische Kammer
(19) aufweist,
einem Motor (5),
einem Exzenter (22), der um eine Drehachse (23) von dem Motor (5) angetrieben ist
und einen Exzenterfinger (24) in einem Kurbelradius (25) von der Drehachse (23) aufweist,
wobei der Exzenterfinger (24) in einen Angriff (27) an dem topfförmigen Erreger (14)
ankoppelt,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Abstand (28) des Angriffs (27) von dem Boden (17) doppelt bis sechsfach so lang
wie der Kurbelradius (25) ist.
2. Handwerkzeugmaschine (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Angriff (27) einseitig, an einer Außenseite eines Rohrs (16) des topfförmigen
Erregers (14) ist.
3. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schläger (18) in einem Schlagpunkt in Schlagrichtung (12) auf einen Döpper (21)
oder das Werkzeug (4) aufschlägt und die Drehachse (23) um weniger als das zweifache
des Kurbelradius (25) in Schlagrichtung (12) vor dem Schlagpunkt angeordnet ist.
4. Handwerkzeugmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Pleuel (26) den Exzenterfinger (24) mit dem Angriff (27) verbindet.