(19)
(11) EP 2 937 307 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.10.2015  Patentblatt  2015/44

(21) Anmeldenummer: 15163350.0

(22) Anmeldetag:  13.04.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B66F 9/22(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA

(30) Priorität: 22.04.2014 DE 102014105659

(71) Anmelder: STILL GmbH
22113 Hamburg (DE)

(72) Erfinder:
  • Schwab, Markus
    23879 Mölln (DE)

(74) Vertreter: Geirhos, Johann 
Geirhos & Waller Partnerschaft Patent- und Rechtsanwälte Landshuter Allee 14
80637 München
80637 München (DE)

   


(54) HYDRAULISCHES ANTRIEBSSYSTEM EINES FLURFÖRDERZEUGS


(57) Ein hydraulisches Antriebssystem (1) eines Flurförderzeug, wobei das Antriebsystem (1) eine Arbeitshydraulik (2) aufweist, die einen Hubantrieb (3) und zumindest einem Nebenantrieb (4; 5; 6) umfasst, wobei zur Versorgung des Hubantriebs (3) und des zumindest einen Nebenantriebs (4; 5; 6) eine im Fördervolumen verstellbare Verstellpumpe (15) vorgesehen ist. Die Verstellpumpe (15) weist zur Einstellung des Fördervolumens eine Stelleinrichtung (25) auf, die mit einer Leistungsbegrenzungseinrichtung (32) als Leistungsregler (33) versehen ist. Die Leistungsbegrenzungseinrichtung (32) ist eingestellt, dass ab einem vorgegebenen Grenzwert (LGRENZ) einer am Hubantrieb (3) anstehenden anzuhebenen Last (L) die Leistungsbegrenzung der Leistungsbegrenzungseinrichtung (32) wirksam wird. Das Antriebsystem weist eine elektronsiche Steuereinrichtung (36) auf, die zwischen einer die Last (L) der Hubantrieb (3) erfassenden Sensoreinrichtung (36) und einer Drehzahleinrichtung (37) des Verbrennungsmotors (16) in Wirkverbindung steht und ist ausgebildet, dass oberhalb des Grenzwerts (LGRENZ) die Drehzahl des Verbrennungsmotors (16) angehoben wird, um eine vorgegebene Hubgeschwindigkeit zu erzielen.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein hydraulisches Antriebssystem eines Flurförderzeug, wobei das Antriebsystem eine Arbeitshydraulik aufweist, die einen Hubantrieb und zumindest einem Nebenantrieb umfasst, wobei zur Versorgung des Hubantriebs und des zumindest einen Nebenantriebs eine im Fördervolumen verstellbare Verstellpumpe vorgesehen ist, die zum Antrieb mit einem Verbrennungsmotor in Wirkverbindung steht, wobei die installierte hydraulische Leistung der Verstellpumpe größer als die Nennleistung des Verbrennungsmotors ist.

[0002] Zur Versorgung der Arbeitshydraulik von Flurförderzeugen, beispielsweise Gabeistapiern, ist es bereits bekannt, eine im Fördervolumen verstellbare Verstellpumpe mit einem Druckregler und einem Förderstromregler einzusetzen, die als Load-Sensing-geregelte Verstellpumpen bezeichnet werden. Das an die Verstellpumpe von dem Verbrennungsmotor zu übertragende maximal Antriebsdrehmoment ist durch bauliche Gegebenheiten begrenzt, beispielsweise durch eine zwischen dem Verbrennungsmotor und der Verstellpumpe angeordnete Kupplung oder einen die Verstellpumpe antreibenden Nebenabtrieb des Verbrennungsmotors. Das zu übertragende maximale Antriebsdrehmoment entspricht dem Produkt aus dem maximalen Fördervolumen, d.h. der Verdrängermenge pro Umdrehung, und dem maximalen Systemdruck der Verstellpumpe. Der maximale Systemdruck wird in der Regel bei derartigen Antriebssystemen mittels eines Druckbegrenzungsventils abgesichert. Bei einem Flurförderzeugen tritt der Effekt auf, dass bei kalten Druckmitteltemperaturen, beispielsweise nach dem Betriebsstart des Flurförderzeugs bei kalten Umgebungsbedingungen, ein Hebenbetrieb des Hubantriebs mit maximalem Systemdruck und maximalem Fördervolumen erfolgt. Das maximale Fördervolumen der Verstellpumpe ist somit anhand des maximal zu übertragenden Antriebsdrehmoments und des maximalen Systemdruckes auszulegen und zu begrenzen. Im betriebswarmen Zustand mit aufgewärmtem Druckmittel bzw. bei Teillast des Hubantriebs liegt der zum Heben einer Last erforderliche Druck ca. 15% bis 85% unterhalb des von dem Druckbegrenzungsventil abgesicherten maximalen Systemdrucks. Hierbei ist nachteilig, dass ca. 15% bis 85% des maximal zur Verfügung stehenden Antriebsdrehmomentes nicht in Form von Fördervolumen der Verstellpumpe genutzt werden. Als Folge hiervon ergibt sich, dass aufgrund des begrenzten Fördervolumens der Verstellpumpe der Verbrennungsmotor beim Heben einer Last mittels des Hubantriebs der Verbrennungsmotor mit einer hohen Drehzahl betrieben werden muss, um das begrenzte Fördervolumen der Verstellpumpe zu kompensieren.

[0003] Um diese Nachteile zu vermeiden, ist es bereits aus der gattungsgemäßen DE 10 2007 035 341 A1 bekannt, eine überdimensionierte Verstellpumpe einzusetzen, deren installierte hydraulische Leistung größer als die Nennleistung des Verbrennungsmotors ist. Die überdimensionierte Verstellpumpe ist somit im Fördervolumen übergroß ausgeführt. Bei Verwendung einer überdimensionierten Verstellpumpe ist es erforderlich, bei einem Anstieg des Leistungsbedarfs das Fördervolumen der Verstellpumpe zu verringern.

[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein hydraulisches Antriebssystem der eingangs genannten Gattung mit einer im Fördervolumen übergroßen Verstellpumpe zu Verfügung zu stellen, bei dem die Anpassung des Fördervolumens der Verstellpumpe auf einfache Weise erfolgt.

[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Verstellpumpe zur Einstellung des Fördervolumens eine Stelleinrichtung aufweist, die mit einer Leistungsbegrenzungseinrichtung versehen ist. Mit einer überdimensionierten und im Fördervolumen übergroßen Verstellpumpe, deren Stelleinrichtung eine Leistungsbegrenzungseinrichtung aufweist, kann mit geringem Bauaufwand erzielt werden, dass im Hebenbetrieb des Hubantriebs eine Drehzahlreduzierung des Verbrennungsmotors bei gleichzeitig erhöhter Hebengeschwindigkeit realisiert werden kann. Hierdurch ist eine Erhöhung der Umschlagsleistung des Flurförderzeugs bei verringerter Drehzahl des Verbrennungsmotors und somit bei verringertem Kraftstoffverbrauch und verringertem Geräuschniveau möglich. Die Anpassung des Fördervolumens der Verstellpumpe an den Leistungsbedarf und somit die Begrenzung der Leistung der Verstellpumpe erfolgt hierbei von der Verstellpumpe selbst mittels der Leistungsbegrenzungseinrichtung.

[0006] Vorteilhafterweise ist die Leistungsbegrenzungseinrichtung als Leistungsregler ausgebildet, der in Abhängigkeit von dem Systemdruck des Antriebssystems das Fördervolumen der Verstellpumpe derart verändert, dass das Antriebsdrehmoment der Verstellpumpe konstant ist. Mit einem derartigen Leistungsregler, der in Abhängigkeit vom Systemdruck das Fördervolumen und somit den Förderstrom der Verstellpumpe derart steuert, dass das Produkt aus Förderstrom und Druck konstant gehalten wird, kann auf einfache Weise eine Leistungsbegrenzung und somit eine Drehmomentbegrenzung erzielt werden. Weiterhin wird ermöglicht, mit einer überdimensionierten Verstellpumpe im Teillastbereich das maximal zu übertragenden Antriebsdrehmoment auszunutzen, um eine erhöhte Hubgeschwindigkeit bei gleichzeitig verringerter Drehzahl des Verbrennungsmotors zu erzielen.

[0007] Bevorzugt ist die Leistungsbegrenzungseinrichtung der Stelleinrichtung derart eingestellt, dass ab einem vorgegebenen Grenzwert der am Hubantrieb anstehenden anzuhebenden Last die Leistungsbegrenzung der Leistungsbegrenzungseinrichtung wirksam wird. Die Leistungsbegrenzung durch Reduzierung des Fördervolumens der Verstellpumpe setzt somit ab dem vorgegebenen Grenzwert der am Hubantrieb anzuhebenden Last ein.

[0008] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist eine elektronische Steuereinrichtung vorgesehen, die eingangsseitig mit einer die aufgenommene Last der Hubantriebs erfassenden Sensoreinrichtung in Wirkverbindung steht und ausgangsseitig mit einer Drehzahlstelleinrichtung des Verbrennungsmotors in Wirkverbindung steht, wobei die elektronische Steuereinrichtung derart ausgebildet ist, dass oberhalb des Grenzwerts der am Hubantrieb anstehenden anzuhebenden Last die Drehzahl des Verbrennungsmotors angehoben wird, um eine vorgegebene Hubgeschwindigkeit zu erzielen. In Verbindung mit einer Sensoreinrichtung kann von einer elektronischen Steuereinrichtung auf einfache Weise das Erreichen des Grenzwertes der am Hubantrieb anstehenden anzuhebenden Last ermittelt werden, bei dem die Leistungsbegrenzung durch Reduzierung des Fördervolumens der Verstellpumpe einsetzt. Bei einsetzender Leistungsbegrenzung der Verstellpumpe kann somit von der elektronischen Steuereinrichtung auf einfache Weise die Drehzahl des Verbrennungsmotors angehoben werden, um das reduzierte Fördervolumen der Verstellpumpe durch eine Drehzahlanhebung des Verbrennungsmotors zu kompensieren und über alle Lasten von Null bis zur Maximallast eine gleichbleibende Hubgeschwindigkeit zu erzielen.

[0009] Zweckmäßigerweise ist die Sensoreinrichtung als ein den Druck des Hubantriebs erfassender Drucksensor ausgebildet. Mit einem den Druck des Hubantriebs erfassenden Drucksensor kann mit geringem Bauaufwand die Last ermittelt werden.

[0010] Gemäß einer zweckmäßigen Weiterbildung der Erfindung umfasst die Stelleinrichtung der Pumpe weiterhin einen Druckregler und einen Förderstromregler. Mit dem Druckregler kann auf einfache Weise eine Druckabschneidung erzielt werden. Ein Förderstromregler, beispielsweise ein Load-Sensing-Regler, ermöglicht auf einfache Weise eine Anpassung des Fördervolumens an die Last.

[0011] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand des in den schematischen Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Hierbei zeigt
Figur 1
den Schaltplan eines erfindungsgemäßen hydraulischen Antriebssystems,
Figur 2
ein Diagramm des Fördervolumens über den Druck einer leistungsbegrenzten Verstellpumpe des erfindungsgemäßen Antriebssystems und
Figur 3
ein Diagramm der Drehzahl des Verbrennungsmotors über die Last des Hubantriebs eines erfindungsgemäßen Antriebssystems.


[0012] In der Figur 1 ist ein Schaltplan eines erfindungsgemäßen hydraulischen Antriebssystems 1 eines Flurförderzeugs dargestellt.

[0013] Das Antriebssystem 1 weist eine Arbeitshydraulik 2 auf, die einen Hubantrieb 3 und zumindest einen Nebenantrieb 4, 5, 6 umfasst. Der Hubantrieb 3 umfasst zumindest einen hydraulischen Hubzylinder, der mit einem nicht näher dargestellten Lastaufnahmemittel der Flurförderzeugs zum Heben und Senken einer Last L in Verbindung steht.

[0014] Die Arbeitshydraulik 2 umfasst neben dem Hubantrieb 3 noch mindestens einen Nebenantrieb 4, 5, beispielsweise einen Neigeantrieb eines Hubgerüstes und/oder einen Seitenschieberantrieb für das Lastaufnahmemittel. Ein weiterer Nebenantrieb 6 ist von einem Lüfterantrieb, beispielsweise einem eine Lüfterrad antreibenden Hydraulikmotor, eines Kühlsystems 7 gebildet.

[0015] Der Hubantrieb 3 und die Nebenverbraucher 4, 5 sind mittels Steuerventilen, beispielsweise in Zwischenstellungen drosselnden Wegeventilen, steuerbar, die in einem Steuerventilblock 8 zusammengefasst sind. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist ein Steuerventil 10 zur Steuerung der Senkenbewegung und der Hebenbewegung des Hubantriebs 2 dargestellt. Zur Steuerung der Nebenverbraucher 4, 5 ist jeweils ein Steuerventil 12, 13 in dem Steuerventilblock 8 angeordnet. Zur Steuerung des Lüfterantriebs 6 kann ebenfalls ein Steuerventil 14 vorgesehen sein, das ebenfalls bevorzugt in dem Steuerventilblock 8 angeordnet ist.

[0016] Zur Versorgung der Arbeitshydraulik 2 ist eine im Fördervolumen einstellbare Verstellpumpe 15 vorgesehen, die zum Antrieb mit einem Verbrennungsmotor 16 in Wirkverbindung steht. Die Verstellpumpe 15 ist im offenen Kreislauf betrieben, die Druckmittel mittels einer Ansaugleitung 17 aus einem Behälter 18 ansaugt und in eine Förderleitung 19 fördert, die zu dem Steuerventilblock 8 geführt ist und an die Steuerventile 10-14 der Verbraucher angeschlossen sind. Von dem Steuerventilblock 8 führt eine Rücklaufleitung 21 zu dem Behälter 18.

[0017] Das Kühlsystem 7 kann zur Kühlung des Verbrennungsmotors 16 und/oder zur Kühlung des Druckmittels der Arbeitshydraulik 2 dienen.

[0018] Die Verstellpumpe 15 weist zur Einstellung des Fördervolumens eine Stelleinrichtung 25 auf, die mit einer Fördervolumeneinstellvorrichtung 26 der Verstellpumpe 15 in Wirkverbindung steht. Die Verstellpumpe 15 kann als Axialkolbenmaschine in Schrägscheibenbauweise ausgebildet sein, bei der die Fördervolumeneinstellvorrichtung 26 als in der Neigung verstellbare Schrägscheibe ausgebildet ist.

[0019] Die Stelleinrichtung 25 der Verstellpumpe 15 weist einen Druckregler 30 und einen Förderstromregler 31 auf. Der Druckregler 30 ist derart ausgeführt, dass das Fördervolumen der Verstellpumpe 15 bei Erreichen eines eingestellten Förderdrucks begrenzt bzw. verringert wird, so dass der Druckregler 30 den maximalen Förderdruck der Verstellpumpe begrenzt. Der Förderstromregler 31 ist derart ausgeführt, dass das Fördervolumen der Verstellpumpe in Abhängigkeit von dem höchsten Lastdruck der angesteuerten Verbraucher gesteuert ist, so dass die Verstellpumpe 15 bedarfsgerecht den von den angesteuerten Verbrauchern angeforderten Förderstrom in der Förderleitung 19 liefert.

[0020] Erfindungsgemäß umfasst die Stelleinrichtung 25 der Verstellpumpe 15 weiterhin eine Leistungsbegrenzungseinrichtung 32.

[0021] Die Leistungsbegrenzungseinrichtung 32 ist als Leistungsregler 33 ausgebildet, der derart ausgeführt ist, dass in Abhängigkeit von dem in der Förderleitung 19 anstehenden Förderdruck der Verstellpumpe 15 und somit von dem Systemdruck des Antriebssystems 1 das Fördervolumen der Verstellpumpe 15 derart geregelt ist, dass das Antriebsdrehmoment, das dem Produkt aus dem Fördervolumen und dem Förderdruck der Verstellpumpe 15 entspricht, der Verstellpumpe 15 konstant ist.

[0022] Die Leistungsbegrenzungseinrichtung 32 der Stelleinrichtung 25 ist derart eingestellt ist, dass ab einem vorgegebenen Grenzwert der am Hubantrieb 3 anstehenden anzuhebenden Last L, die Leistungsbegrenzung und somit die Drehmomentbegrenzung der Leistungsbegrenzungseinrichtung 32 wirksam wird.

[0023] Bei der Erfindung ist eine elektronische Steuereinrichtung 35 vorgesehen, die eingangsseitig mit einer die aufgenommene Last L der Hubantriebs 3 erfassenden Sensoreinrichtung 36 in Wirkverbindung steht und ausgangsseitig mit einer Drehzahlstelleinrichtung 37 des Verbrennungsmotors 16 in Wirkverbindung steht. Die elektronische Steuereinrichtung 35 ist derart ausgebildet, dass oberhalb des Grenzwerts der am Hubantrieb 3 anstehenden anzuhebenden Last L die Drehzahl des Verbrennungsmotors 15 angehoben wird, um eine vorgegebene Hebengeschwindigkeit zu erzielen.

[0024] Die Sensoreinrichtung 36 ist bevorzugt als ein den Druck des Hubantriebs 3 erfassender Drucksensor 38 ausgebildet.

[0025] Die Ausführung der Verstellpumpe 15 mit einer Leistungsbegrenzungseinrichtung 32 ermöglicht es, die installierte hydraulische Leistung der Verstellpumpe 15 größer als Nennleistung des Verbrennungsmotors 15 auszuführen, d.h. die Verstellpumpe 15 zu überdimensionieren.

[0026] Die Nennleistung des Verbrennungsmotors 16 stellt sich bei Nenndrehzahl des Verbrennungsmotors 16 ein. Die installierte hydraulische Leistung der Verstellpumpe 15 ergibt sich rechnerisch aus dem Produkt des maximalen Förderstroms (Fördervolumen multipliziert mit der Nenndrehzahl) und des maximalen Systemdrucks. Dadurch wird es ermöglicht, das maximale Fördervolumen der Verstellpumpe 16 derart zu wählen, dass bei Nenndrehzahl des Verbrennungsmotors 16 der sich rechnerisch aus dem Produkt des maximalen Fördervolumens und der Nenndrehzahl ergebende Förderstrom der Verstellpumpe 16 den in der Arbeitshydraulik 2 maximal erforderlichen Volumenstrom übersteigt. Die im maximalen Fördervolumen überdimensionierte und übergroße Verstellpumpe 16 kann somit dazu genutzt werden, bei der Betätigung der Verbraucher der Arbeitshydraulik 2 die Drehzahl des Verbrennungsmotors 16 gegenüber der Nenndrehzahl zu reduzieren, um Kraftstoff zu sparen und ein verringertes Geräuschniveau zu erzielen.

[0027] Die Erfindung wird anhand der Figur 2 und der Figur 3 näher erläutert.

[0028] In der Figur 2 ist anhand von Diagrammen die Leistungsbegrenzung und somit die Drehmomentbegrenzung der erfindungsgemäßen leistungsbegrenzten und in dem maximalen Fördervolumen überdimensionierten Verstellpumpe 15 dargestellt.

[0029] In den Diagrammen der Figur 2 ist hierbei auf der Abszisse jeweils das Fördervolumen Q der Verstellpumpe 15 und auf der Ordinate der Systemdruck p dargestellt.

[0030] In der Figur 2 ist mit durchgezogenen Linien das maximale mögliche Fördervolumen Q1max der Verstellpumpe 15 bei einem Systemdruck p1 für ein maximal zulässiges Antriebsdrehmoment M dargestellt. Das maximal zulässige Antriebsdrehmoment M berechnet sich aus dem Produkt des Druckes p1 und dem Fördervolumen Q1max.

[0031] Mit gestrichelten Linien ist in der Figur 2 das maximale mögliche Fördervolumen Q2max der Verstellpumpe 15 bei einem Druck p2, der kleiner als der Druck p1 ist, für ein gleichgroßes maximal zulässiges Antriebsdrehmoment M dargestellt.

[0032] Mit strichpunktierten Linien ist in der Figur 2 das maximale mögliche Fördervolumen Q3max der Verstellpumpe 15 bei einem Druck p3, der kleiner als der Druck p2 ist, für ein gleichgroßes maximal zulässiges Antriebsdrehmoment M dargestellt.

[0033] Die erfindungsgemäße leistungsgeregelte Verstellpumpe 15 ermöglicht es somit, bei einem niedrigen Systemdruck p das Fördervolumen Q zu erhöhen - wie in der Figur 2 durch die Pfeile 40, 41 verdeutlicht ist -, um das maximal zulässige Antriebsdrehmoment auszunutzen.

[0034] In der Figur 3 ist anhand eines Diagrammen die Drehzahl des Verbrennungsmotors 16 mit der erfindungsgemäßen leistungsbegrenzten und in dem maximalen Fördervolumen überdimensionierten Verstellpumpe 15 über die Last L des Hubantriebs 3 für unterschiedliche konstante Hubgeschwindigkeiten des Hubantriebs 3 dargestellt.

[0035] In dem Diagramm der Figur 3 ist hierbei auf der Abszisse die Last L des Hubantriebs 3 und auf der Ordinate die Drehzahl n des Verbrennungsmotors 16 dargestellt.

[0036] Mit der Linie 50 ist ein Verlauf der Drehzahl n des Verbrennungsmotors 16 unter Verwendung einer Verstellpumpe des Standes der Technik mit einem Druckregler und einem Förderstromregler für eine konstante erste Hubgeschwindigkeit dargestellt. Für die Erzielung der konstanten ersten Hubgeschwindigkeit ist der Verbrennungsmotor 16 mit der Nenndrehzahl nNenn zu betreiben.

[0037] Mit der Linie 51 ist ein Verlauf der Drehzahl des Verbrennungsmotors 16 unter Verwendung einer erfindungsgemäßen leistungsbegrenzten und in dem maximalen Fördervolumen überdimensionierten Verstellpumpe 15 für eine konstante zweite Hubgeschwindigkeit dargestellt, die größer als die erste Hubgeschwindigkeit ist. Für die Erzielung der konstanten zweiten Hubgeschwindigkeit ist der Verbrennungsmotor 16 mit der Drehzahl n1 zu betreiben, die geringer als die Nenndrehzahl nNenn ist. Die Linie 52 zeigt einen Verlauf der Drehzahl des Verbrennungsmotors 16 unter Verwendung einer erfindungsgemäßen leistungsbegrenzten und in dem maximalen Fördervolumen überdimensionierten Verstellpumpe 15 für eine konstante dritte Hubgeschwindigkeit, die größer als die zweite Hubgeschwindigkeit ist. Für die Erzielung der konstanten dritten Hubgeschwindigkeit ist der Verbrennungsmotor 16 mit der Drehzahl n2 zu betreiben, die höher als die Drehzahl n1 und geringer als die Nenndrehzahl nNenn ist. Die Linie 53 zeigt einen Verlauf der Drehzahl des Verbrennungsmotors 16 unter Verwendung einer erfindungsgemäßen leistungsbegrenzten und in dem maximalen Fördervolumen überdimensionierten Verstellpumpe 15 für eine konstante vierte Hubgeschwindigkeit, die größer als die dritte Hubgeschwindigkeit ist. Für die Erzielung der konstanten vierten Hubgeschwindigkeit ist der Verbrennungsmotor 16 mit der Drehzahl n3 zu betreiben, die höher als die Drehzahl n2 und geringer als die Nenndrehzahl nNenn ist.

[0038] Aus den Drehzahlverläufen der Linien 51-53 wird deutlich, dass ab dem vorgegebenen Grenzwert LGrenz der am Hubantrieb 3 anstehenden anzuhebenden Last L die Leistungsbegrenzung der Leistungsbegrenzungseinrichtung 32 der erfindungsgemäßen Verstellpumpe 15 wirksam wird und das das Fördervolumen der Verstellpumpe 15 verringert wird. Bis zu dem Grenzwert LGrenz der Last L wird der Verbrennungsmotor 16 mit der für die entsprechende Hubgeschwindigkeit erforderlichen Drehzahl n1 bzw. n2 bzw. n3 betrieben. Oberhalb des Grenzwertes LGrenz der Last L wird die Drehzahl des Verbrennungsmotors 16 ausgehend von der Drehzahl n1 bzw. n2 bzw. n3 angehoben, um bei wirksamer Leistungsbegrenzung der erfindungsgemäßen Verstellpumpe 15 den Effekt der Leitungsbegrenzung (Verringerung des Fördervolumens) auf die Hubgeschwindigkeit zu kompensieren und die entsprechende konstante Hubgeschwindigkeit zu erzielen. Die Anhebung der Drehzahl des Verbrennungsmotors 16 erfolgt mittels der elektronischen Steuereinrichtung 35, die anhand der Sensoreinrichtung 36 das Erreichen des Grenzwertes LGrenz der Last L ermittelt und die Drehzahlstelleinrichtung 37 des Verbrennungsmotors 16 entsprechend ansteuert.

[0039] Mit der erfindungsgemäßen leistungsbegrenzten und somit drehmomentbegrenzten Verstellpumpe 15 wird es ermöglicht, im Hebenbetrieb des Hubantriebs 3 die Drehzahl des Verbrennungsmotors 16 deutlich zu reduzieren - wie in der Figur 3 durch den Pfeil 42 verdeutlicht ist -, wodurch sich eine Reduzierung der Geräusche des Verbrennungsmotors 16 und eine Verringerung des Kraftstoffverbrauchs erzielen lässt.

[0040] Mit der erfindungsgemäßen leistungsbegrenzten und somit drehmomentbegrenzten Verstellpumpe 15 wird es ebenfalls ermöglicht, die Verstellpumpe 15 zu überdimensionieren, so dass erhöhte Hubgeschwindigkeiten und somit eine erhöhte Umschlagsleistung des Flurförderzeugs erzielt werden.

[0041] Mit der überdimensionierten und im Fördervolumen übergroßen erfindungsgemäßen Verstellpumpe 15 wird es ebenfalls ermöglicht, bei einem parallelen Betrieb des Hubantriebs 3 im Hebenbetrieb und eines Nebenantriebs 4-6, beispielsweise des Lüfterantriebs, die Leistungsverluste zu kompensieren, so dass eine Verringerung der Hebengeschwindigkeit durch die abgeforderte Leistung des Nebenantriebs vermieden werden kann.


Ansprüche

1. Hydraulisches Antriebssystem (1) eines Flurförderzeug, wobei das Antriebsystem (1) eine Arbeitshydraulik (2) aufweist, die einen Hubantrieb (3) und zumindest einem Nebenantrieb (4; 5; 6) umfasst, wobei zur Versorgung des Hubantriebs (3) und des zumindest einen Nebenantriebs (4; 5; 6) eine im Fördervolumen verstellbare Verstellpumpe (15) vorgesehen ist, die zum Antrieb mit einem Verbrennungsmotor (16) in Wirkverbindung steht, wobei die installierte hydraulische Leistung der Verstellpumpe (15) größer als die Nennleistung des Verbrennungsmotors (16) ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellpumpe (15) zur Einstellung des Fördervolumens eine Stelleinrichtung (25) aufweist, die mit einer Leistungsbegrenzungseinrichtung (32) versehen ist.
 
2. Hydraulisches Antriebssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Leistungsbegrenzungseinrichtung (32) als Leistungsregler (33) ausgebildet ist, der in Abhängigkeit von dem Systemdruck (p) des Antriebssystems (1) das Fördervolumen der Verstellpumpe (15) derart verändert, dass das Antriebsdrehmoment der Verstellpumpe (15) konstant ist.
 
3. Hydraulisches Antriebssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Leistungsbegrenzungseinrichtung (32) der Stelleinrichtung (25) derart eingestellt ist, dass ab einem vorgegebenen Grenzwert (LGrenz) der am Hubantrieb (3) anstehenden anzuhebenden Last (L) die Leistungsbegrenzung der Leistungsbegrenzungseinrichtung (32) wirksam wird.
 
4. Hydraulisches Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine elektronische Steuereinrichtung (35) vorgesehen ist, die eingangsseitig mit einer die aufgenommene Last (L) der Hubantriebs (3) erfassenden Sensoreinrichtung (36) in Wirkverbindung steht und ausgangsseitig mit einer Drehzahlstelleinrichtung (37) des Verbrennungsmotors (16) in Wirkverbindung steht, wobei die elektronische Steuereinrichtung (35) derart ausgebildet ist, dass oberhalb des Grenzwerts (LGrenz) der am Hubantrieb (3) anstehenden anzuhebenden Last (L) die Drehzahl (n) des Verbrennungsmotors (16) angehoben wird, um eine vorgegebene Hubgeschwindigkeit zu erzielen.
 
5. Hydraulisches Antriebssystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrichtung (36) als ein den Druck des Hubantriebs erfassender Drucksensor (38) ausgebildet ist.
 
6. Hydraulisches Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtung (25) der Verstellpumpe (15) einen Druckregler (30) und einen Förderstromregler (31) umfasst.
 
7. Hydraulisches Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Nebenantrieb (6) als Lüfterantrieb eines Kühlsystems (7) ausgebildet ist.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente