[0001] Die Erfindung betrifft ein hydraulisches Antriebssystem eines Flurförderzeug, wobei
das Antriebsystem eine Arbeitshydraulik aufweist, die einen Hubantrieb und zumindest
einem Nebenantrieb umfasst, wobei zur Versorgung des Hubantriebs und des zumindest
einen Nebenantriebs eine im Fördervolumen verstellbare Verstellpumpe vorgesehen ist,
die zum Antrieb mit einem Verbrennungsmotor in Wirkverbindung steht, wobei die installierte
hydraulische Leistung der Verstellpumpe größer als die Nennleistung des Verbrennungsmotors
ist.
[0002] Zur Versorgung der Arbeitshydraulik von Flurförderzeugen, beispielsweise Gabeistapiern,
ist es bereits bekannt, eine im Fördervolumen verstellbare Verstellpumpe mit einem
Druckregler und einem Förderstromregler einzusetzen, die als Load-Sensing-geregelte
Verstellpumpen bezeichnet werden. Das an die Verstellpumpe von dem Verbrennungsmotor
zu übertragende maximal Antriebsdrehmoment ist durch bauliche Gegebenheiten begrenzt,
beispielsweise durch eine zwischen dem Verbrennungsmotor und der Verstellpumpe angeordnete
Kupplung oder einen die Verstellpumpe antreibenden Nebenabtrieb des Verbrennungsmotors.
Das zu übertragende maximale Antriebsdrehmoment entspricht dem Produkt aus dem maximalen
Fördervolumen, d.h. der Verdrängermenge pro Umdrehung, und dem maximalen Systemdruck
der Verstellpumpe. Der maximale Systemdruck wird in der Regel bei derartigen Antriebssystemen
mittels eines Druckbegrenzungsventils abgesichert. Bei einem Flurförderzeugen tritt
der Effekt auf, dass bei kalten Druckmitteltemperaturen, beispielsweise nach dem Betriebsstart
des Flurförderzeugs bei kalten Umgebungsbedingungen, ein Hebenbetrieb des Hubantriebs
mit maximalem Systemdruck und maximalem Fördervolumen erfolgt. Das maximale Fördervolumen
der Verstellpumpe ist somit anhand des maximal zu übertragenden Antriebsdrehmoments
und des maximalen Systemdruckes auszulegen und zu begrenzen. Im betriebswarmen Zustand
mit aufgewärmtem Druckmittel bzw. bei Teillast des Hubantriebs liegt der zum Heben
einer Last erforderliche Druck ca. 15% bis 85% unterhalb des von dem Druckbegrenzungsventil
abgesicherten maximalen Systemdrucks. Hierbei ist nachteilig, dass ca. 15% bis 85%
des maximal zur Verfügung stehenden Antriebsdrehmomentes nicht in Form von Fördervolumen
der Verstellpumpe genutzt werden. Als Folge hiervon ergibt sich, dass aufgrund des
begrenzten Fördervolumens der Verstellpumpe der Verbrennungsmotor beim Heben einer
Last mittels des Hubantriebs der Verbrennungsmotor mit einer hohen Drehzahl betrieben
werden muss, um das begrenzte Fördervolumen der Verstellpumpe zu kompensieren.
[0003] Um diese Nachteile zu vermeiden, ist es bereits aus der gattungsgemäßen
DE 10 2007 035 341 A1 bekannt, eine überdimensionierte Verstellpumpe einzusetzen, deren installierte hydraulische
Leistung größer als die Nennleistung des Verbrennungsmotors ist. Die überdimensionierte
Verstellpumpe ist somit im Fördervolumen übergroß ausgeführt. Bei Verwendung einer
überdimensionierten Verstellpumpe ist es erforderlich, bei einem Anstieg des Leistungsbedarfs
das Fördervolumen der Verstellpumpe zu verringern.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein hydraulisches Antriebssystem
der eingangs genannten Gattung mit einer im Fördervolumen übergroßen Verstellpumpe
zu Verfügung zu stellen, bei dem die Anpassung des Fördervolumens der Verstellpumpe
auf einfache Weise erfolgt.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Verstellpumpe zur Einstellung
des Fördervolumens eine Stelleinrichtung aufweist, die mit einer Leistungsbegrenzungseinrichtung
versehen ist. Mit einer überdimensionierten und im Fördervolumen übergroßen Verstellpumpe,
deren Stelleinrichtung eine Leistungsbegrenzungseinrichtung aufweist, kann mit geringem
Bauaufwand erzielt werden, dass im Hebenbetrieb des Hubantriebs eine Drehzahlreduzierung
des Verbrennungsmotors bei gleichzeitig erhöhter Hebengeschwindigkeit realisiert werden
kann. Hierdurch ist eine Erhöhung der Umschlagsleistung des Flurförderzeugs bei verringerter
Drehzahl des Verbrennungsmotors und somit bei verringertem Kraftstoffverbrauch und
verringertem Geräuschniveau möglich. Die Anpassung des Fördervolumens der Verstellpumpe
an den Leistungsbedarf und somit die Begrenzung der Leistung der Verstellpumpe erfolgt
hierbei von der Verstellpumpe selbst mittels der Leistungsbegrenzungseinrichtung.
[0006] Vorteilhafterweise ist die Leistungsbegrenzungseinrichtung als Leistungsregler ausgebildet,
der in Abhängigkeit von dem Systemdruck des Antriebssystems das Fördervolumen der
Verstellpumpe derart verändert, dass das Antriebsdrehmoment der Verstellpumpe konstant
ist. Mit einem derartigen Leistungsregler, der in Abhängigkeit vom Systemdruck das
Fördervolumen und somit den Förderstrom der Verstellpumpe derart steuert, dass das
Produkt aus Förderstrom und Druck konstant gehalten wird, kann auf einfache Weise
eine Leistungsbegrenzung und somit eine Drehmomentbegrenzung erzielt werden. Weiterhin
wird ermöglicht, mit einer überdimensionierten Verstellpumpe im Teillastbereich das
maximal zu übertragenden Antriebsdrehmoment auszunutzen, um eine erhöhte Hubgeschwindigkeit
bei gleichzeitig verringerter Drehzahl des Verbrennungsmotors zu erzielen.
[0007] Bevorzugt ist die Leistungsbegrenzungseinrichtung der Stelleinrichtung derart eingestellt,
dass ab einem vorgegebenen Grenzwert der am Hubantrieb anstehenden anzuhebenden Last
die Leistungsbegrenzung der Leistungsbegrenzungseinrichtung wirksam wird. Die Leistungsbegrenzung
durch Reduzierung des Fördervolumens der Verstellpumpe setzt somit ab dem vorgegebenen
Grenzwert der am Hubantrieb anzuhebenden Last ein.
[0008] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist eine elektronische Steuereinrichtung
vorgesehen, die eingangsseitig mit einer die aufgenommene Last der Hubantriebs erfassenden
Sensoreinrichtung in Wirkverbindung steht und ausgangsseitig mit einer Drehzahlstelleinrichtung
des Verbrennungsmotors in Wirkverbindung steht, wobei die elektronische Steuereinrichtung
derart ausgebildet ist, dass oberhalb des Grenzwerts der am Hubantrieb anstehenden
anzuhebenden Last die Drehzahl des Verbrennungsmotors angehoben wird, um eine vorgegebene
Hubgeschwindigkeit zu erzielen. In Verbindung mit einer Sensoreinrichtung kann von
einer elektronischen Steuereinrichtung auf einfache Weise das Erreichen des Grenzwertes
der am Hubantrieb anstehenden anzuhebenden Last ermittelt werden, bei dem die Leistungsbegrenzung
durch Reduzierung des Fördervolumens der Verstellpumpe einsetzt. Bei einsetzender
Leistungsbegrenzung der Verstellpumpe kann somit von der elektronischen Steuereinrichtung
auf einfache Weise die Drehzahl des Verbrennungsmotors angehoben werden, um das reduzierte
Fördervolumen der Verstellpumpe durch eine Drehzahlanhebung des Verbrennungsmotors
zu kompensieren und über alle Lasten von Null bis zur Maximallast eine gleichbleibende
Hubgeschwindigkeit zu erzielen.
[0009] Zweckmäßigerweise ist die Sensoreinrichtung als ein den Druck des Hubantriebs erfassender
Drucksensor ausgebildet. Mit einem den Druck des Hubantriebs erfassenden Drucksensor
kann mit geringem Bauaufwand die Last ermittelt werden.
[0010] Gemäß einer zweckmäßigen Weiterbildung der Erfindung umfasst die Stelleinrichtung
der Pumpe weiterhin einen Druckregler und einen Förderstromregler. Mit dem Druckregler
kann auf einfache Weise eine Druckabschneidung erzielt werden. Ein Förderstromregler,
beispielsweise ein Load-Sensing-Regler, ermöglicht auf einfache Weise eine Anpassung
des Fördervolumens an die Last.
[0011] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand des in den schematischen
Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Hierbei zeigt
- Figur 1
- den Schaltplan eines erfindungsgemäßen hydraulischen Antriebssystems,
- Figur 2
- ein Diagramm des Fördervolumens über den Druck einer leistungsbegrenzten Verstellpumpe
des erfindungsgemäßen Antriebssystems und
- Figur 3
- ein Diagramm der Drehzahl des Verbrennungsmotors über die Last des Hubantriebs eines
erfindungsgemäßen Antriebssystems.
[0012] In der Figur 1 ist ein Schaltplan eines erfindungsgemäßen hydraulischen Antriebssystems
1 eines Flurförderzeugs dargestellt.
[0013] Das Antriebssystem 1 weist eine Arbeitshydraulik 2 auf, die einen Hubantrieb 3 und
zumindest einen Nebenantrieb 4, 5, 6 umfasst. Der Hubantrieb 3 umfasst zumindest einen
hydraulischen Hubzylinder, der mit einem nicht näher dargestellten Lastaufnahmemittel
der Flurförderzeugs zum Heben und Senken einer Last L in Verbindung steht.
[0014] Die Arbeitshydraulik 2 umfasst neben dem Hubantrieb 3 noch mindestens einen Nebenantrieb
4, 5, beispielsweise einen Neigeantrieb eines Hubgerüstes und/oder einen Seitenschieberantrieb
für das Lastaufnahmemittel. Ein weiterer Nebenantrieb 6 ist von einem Lüfterantrieb,
beispielsweise einem eine Lüfterrad antreibenden Hydraulikmotor, eines Kühlsystems
7 gebildet.
[0015] Der Hubantrieb 3 und die Nebenverbraucher 4, 5 sind mittels Steuerventilen, beispielsweise
in Zwischenstellungen drosselnden Wegeventilen, steuerbar, die in einem Steuerventilblock
8 zusammengefasst sind. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist ein Steuerventil
10 zur Steuerung der Senkenbewegung und der Hebenbewegung des Hubantriebs 2 dargestellt.
Zur Steuerung der Nebenverbraucher 4, 5 ist jeweils ein Steuerventil 12, 13 in dem
Steuerventilblock 8 angeordnet. Zur Steuerung des Lüfterantriebs 6 kann ebenfalls
ein Steuerventil 14 vorgesehen sein, das ebenfalls bevorzugt in dem Steuerventilblock
8 angeordnet ist.
[0016] Zur Versorgung der Arbeitshydraulik 2 ist eine im Fördervolumen einstellbare Verstellpumpe
15 vorgesehen, die zum Antrieb mit einem Verbrennungsmotor 16 in Wirkverbindung steht.
Die Verstellpumpe 15 ist im offenen Kreislauf betrieben, die Druckmittel mittels einer
Ansaugleitung 17 aus einem Behälter 18 ansaugt und in eine Förderleitung 19 fördert,
die zu dem Steuerventilblock 8 geführt ist und an die Steuerventile 10-14 der Verbraucher
angeschlossen sind. Von dem Steuerventilblock 8 führt eine Rücklaufleitung 21 zu dem
Behälter 18.
[0017] Das Kühlsystem 7 kann zur Kühlung des Verbrennungsmotors 16 und/oder zur Kühlung
des Druckmittels der Arbeitshydraulik 2 dienen.
[0018] Die Verstellpumpe 15 weist zur Einstellung des Fördervolumens eine Stelleinrichtung
25 auf, die mit einer Fördervolumeneinstellvorrichtung 26 der Verstellpumpe 15 in
Wirkverbindung steht. Die Verstellpumpe 15 kann als Axialkolbenmaschine in Schrägscheibenbauweise
ausgebildet sein, bei der die Fördervolumeneinstellvorrichtung 26 als in der Neigung
verstellbare Schrägscheibe ausgebildet ist.
[0019] Die Stelleinrichtung 25 der Verstellpumpe 15 weist einen Druckregler 30 und einen
Förderstromregler 31 auf. Der Druckregler 30 ist derart ausgeführt, dass das Fördervolumen
der Verstellpumpe 15 bei Erreichen eines eingestellten Förderdrucks begrenzt bzw.
verringert wird, so dass der Druckregler 30 den maximalen Förderdruck der Verstellpumpe
begrenzt. Der Förderstromregler 31 ist derart ausgeführt, dass das Fördervolumen der
Verstellpumpe in Abhängigkeit von dem höchsten Lastdruck der angesteuerten Verbraucher
gesteuert ist, so dass die Verstellpumpe 15 bedarfsgerecht den von den angesteuerten
Verbrauchern angeforderten Förderstrom in der Förderleitung 19 liefert.
[0020] Erfindungsgemäß umfasst die Stelleinrichtung 25 der Verstellpumpe 15 weiterhin eine
Leistungsbegrenzungseinrichtung 32.
[0021] Die Leistungsbegrenzungseinrichtung 32 ist als Leistungsregler 33 ausgebildet, der
derart ausgeführt ist, dass in Abhängigkeit von dem in der Förderleitung 19 anstehenden
Förderdruck der Verstellpumpe 15 und somit von dem Systemdruck des Antriebssystems
1 das Fördervolumen der Verstellpumpe 15 derart geregelt ist, dass das Antriebsdrehmoment,
das dem Produkt aus dem Fördervolumen und dem Förderdruck der Verstellpumpe 15 entspricht,
der Verstellpumpe 15 konstant ist.
[0022] Die Leistungsbegrenzungseinrichtung 32 der Stelleinrichtung 25 ist derart eingestellt
ist, dass ab einem vorgegebenen Grenzwert der am Hubantrieb 3 anstehenden anzuhebenden
Last L, die Leistungsbegrenzung und somit die Drehmomentbegrenzung der Leistungsbegrenzungseinrichtung
32 wirksam wird.
[0023] Bei der Erfindung ist eine elektronische Steuereinrichtung 35 vorgesehen, die eingangsseitig
mit einer die aufgenommene Last L der Hubantriebs 3 erfassenden Sensoreinrichtung
36 in Wirkverbindung steht und ausgangsseitig mit einer Drehzahlstelleinrichtung 37
des Verbrennungsmotors 16 in Wirkverbindung steht. Die elektronische Steuereinrichtung
35 ist derart ausgebildet, dass oberhalb des Grenzwerts der am Hubantrieb 3 anstehenden
anzuhebenden Last L die Drehzahl des Verbrennungsmotors 15 angehoben wird, um eine
vorgegebene Hebengeschwindigkeit zu erzielen.
[0024] Die Sensoreinrichtung 36 ist bevorzugt als ein den Druck des Hubantriebs 3 erfassender
Drucksensor 38 ausgebildet.
[0025] Die Ausführung der Verstellpumpe 15 mit einer Leistungsbegrenzungseinrichtung 32
ermöglicht es, die installierte hydraulische Leistung der Verstellpumpe 15 größer
als Nennleistung des Verbrennungsmotors 15 auszuführen, d.h. die Verstellpumpe 15
zu überdimensionieren.
[0026] Die Nennleistung des Verbrennungsmotors 16 stellt sich bei Nenndrehzahl des Verbrennungsmotors
16 ein. Die installierte hydraulische Leistung der Verstellpumpe 15 ergibt sich rechnerisch
aus dem Produkt des maximalen Förderstroms (Fördervolumen multipliziert mit der Nenndrehzahl)
und des maximalen Systemdrucks. Dadurch wird es ermöglicht, das maximale Fördervolumen
der Verstellpumpe 16 derart zu wählen, dass bei Nenndrehzahl des Verbrennungsmotors
16 der sich rechnerisch aus dem Produkt des maximalen Fördervolumens und der Nenndrehzahl
ergebende Förderstrom der Verstellpumpe 16 den in der Arbeitshydraulik 2 maximal erforderlichen
Volumenstrom übersteigt. Die im maximalen Fördervolumen überdimensionierte und übergroße
Verstellpumpe 16 kann somit dazu genutzt werden, bei der Betätigung der Verbraucher
der Arbeitshydraulik 2 die Drehzahl des Verbrennungsmotors 16 gegenüber der Nenndrehzahl
zu reduzieren, um Kraftstoff zu sparen und ein verringertes Geräuschniveau zu erzielen.
[0027] Die Erfindung wird anhand der Figur 2 und der Figur 3 näher erläutert.
[0028] In der Figur 2 ist anhand von Diagrammen die Leistungsbegrenzung und somit die Drehmomentbegrenzung
der erfindungsgemäßen leistungsbegrenzten und in dem maximalen Fördervolumen überdimensionierten
Verstellpumpe 15 dargestellt.
[0029] In den Diagrammen der Figur 2 ist hierbei auf der Abszisse jeweils das Fördervolumen
Q der Verstellpumpe 15 und auf der Ordinate der Systemdruck p dargestellt.
[0030] In der Figur 2 ist mit durchgezogenen Linien das maximale mögliche Fördervolumen
Q
1max der Verstellpumpe 15 bei einem Systemdruck p
1 für ein maximal zulässiges Antriebsdrehmoment M dargestellt. Das maximal zulässige
Antriebsdrehmoment M berechnet sich aus dem Produkt des Druckes p
1 und dem Fördervolumen Q
1max.
[0031] Mit gestrichelten Linien ist in der Figur 2 das maximale mögliche Fördervolumen Q
2max der Verstellpumpe 15 bei einem Druck p
2, der kleiner als der Druck p
1 ist, für ein gleichgroßes maximal zulässiges Antriebsdrehmoment M dargestellt.
[0032] Mit strichpunktierten Linien ist in der Figur 2 das maximale mögliche Fördervolumen
Q
3max der Verstellpumpe 15 bei einem Druck p
3, der kleiner als der Druck p
2 ist, für ein gleichgroßes maximal zulässiges Antriebsdrehmoment M dargestellt.
[0033] Die erfindungsgemäße leistungsgeregelte Verstellpumpe 15 ermöglicht es somit, bei
einem niedrigen Systemdruck p das Fördervolumen Q zu erhöhen - wie in der Figur 2
durch die Pfeile 40, 41 verdeutlicht ist -, um das maximal zulässige Antriebsdrehmoment
auszunutzen.
[0034] In der Figur 3 ist anhand eines Diagrammen die Drehzahl des Verbrennungsmotors 16
mit der erfindungsgemäßen leistungsbegrenzten und in dem maximalen Fördervolumen überdimensionierten
Verstellpumpe 15 über die Last L des Hubantriebs 3 für unterschiedliche konstante
Hubgeschwindigkeiten des Hubantriebs 3 dargestellt.
[0035] In dem Diagramm der Figur 3 ist hierbei auf der Abszisse die Last L des Hubantriebs
3 und auf der Ordinate die Drehzahl n des Verbrennungsmotors 16 dargestellt.
[0036] Mit der Linie 50 ist ein Verlauf der Drehzahl n des Verbrennungsmotors 16 unter Verwendung
einer Verstellpumpe des Standes der Technik mit einem Druckregler und einem Förderstromregler
für eine konstante erste Hubgeschwindigkeit dargestellt. Für die Erzielung der konstanten
ersten Hubgeschwindigkeit ist der Verbrennungsmotor 16 mit der Nenndrehzahl n
Nenn zu betreiben.
[0037] Mit der Linie 51 ist ein Verlauf der Drehzahl des Verbrennungsmotors 16 unter Verwendung
einer erfindungsgemäßen leistungsbegrenzten und in dem maximalen Fördervolumen überdimensionierten
Verstellpumpe 15 für eine konstante zweite Hubgeschwindigkeit dargestellt, die größer
als die erste Hubgeschwindigkeit ist. Für die Erzielung der konstanten zweiten Hubgeschwindigkeit
ist der Verbrennungsmotor 16 mit der Drehzahl n
1 zu betreiben, die geringer als die Nenndrehzahl n
Nenn ist. Die Linie 52 zeigt einen Verlauf der Drehzahl des Verbrennungsmotors 16 unter
Verwendung einer erfindungsgemäßen leistungsbegrenzten und in dem maximalen Fördervolumen
überdimensionierten Verstellpumpe 15 für eine konstante dritte Hubgeschwindigkeit,
die größer als die zweite Hubgeschwindigkeit ist. Für die Erzielung der konstanten
dritten Hubgeschwindigkeit ist der Verbrennungsmotor 16 mit der Drehzahl n
2 zu betreiben, die höher als die Drehzahl n
1 und geringer als die Nenndrehzahl n
Nenn ist. Die Linie 53 zeigt einen Verlauf der Drehzahl des Verbrennungsmotors 16 unter
Verwendung einer erfindungsgemäßen leistungsbegrenzten und in dem maximalen Fördervolumen
überdimensionierten Verstellpumpe 15 für eine konstante vierte Hubgeschwindigkeit,
die größer als die dritte Hubgeschwindigkeit ist. Für die Erzielung der konstanten
vierten Hubgeschwindigkeit ist der Verbrennungsmotor 16 mit der Drehzahl n
3 zu betreiben, die höher als die Drehzahl n
2 und geringer als die Nenndrehzahl n
Nenn ist.
[0038] Aus den Drehzahlverläufen der Linien 51-53 wird deutlich, dass ab dem vorgegebenen
Grenzwert L
Grenz der am Hubantrieb 3 anstehenden anzuhebenden Last L die Leistungsbegrenzung der Leistungsbegrenzungseinrichtung
32 der erfindungsgemäßen Verstellpumpe 15 wirksam wird und das das Fördervolumen der
Verstellpumpe 15 verringert wird. Bis zu dem Grenzwert L
Grenz der Last L wird der Verbrennungsmotor 16 mit der für die entsprechende Hubgeschwindigkeit
erforderlichen Drehzahl n
1 bzw. n
2 bzw. n
3 betrieben. Oberhalb des Grenzwertes L
Grenz der Last L wird die Drehzahl des Verbrennungsmotors 16 ausgehend von der Drehzahl
n
1 bzw. n
2 bzw. n
3 angehoben, um bei wirksamer Leistungsbegrenzung der erfindungsgemäßen Verstellpumpe
15 den Effekt der Leitungsbegrenzung (Verringerung des Fördervolumens) auf die Hubgeschwindigkeit
zu kompensieren und die entsprechende konstante Hubgeschwindigkeit zu erzielen. Die
Anhebung der Drehzahl des Verbrennungsmotors 16 erfolgt mittels der elektronischen
Steuereinrichtung 35, die anhand der Sensoreinrichtung 36 das Erreichen des Grenzwertes
L
Grenz der Last L ermittelt und die Drehzahlstelleinrichtung 37 des Verbrennungsmotors 16
entsprechend ansteuert.
[0039] Mit der erfindungsgemäßen leistungsbegrenzten und somit drehmomentbegrenzten Verstellpumpe
15 wird es ermöglicht, im Hebenbetrieb des Hubantriebs 3 die Drehzahl des Verbrennungsmotors
16 deutlich zu reduzieren - wie in der Figur 3 durch den Pfeil 42 verdeutlicht ist
-, wodurch sich eine Reduzierung der Geräusche des Verbrennungsmotors 16 und eine
Verringerung des Kraftstoffverbrauchs erzielen lässt.
[0040] Mit der erfindungsgemäßen leistungsbegrenzten und somit drehmomentbegrenzten Verstellpumpe
15 wird es ebenfalls ermöglicht, die Verstellpumpe 15 zu überdimensionieren, so dass
erhöhte Hubgeschwindigkeiten und somit eine erhöhte Umschlagsleistung des Flurförderzeugs
erzielt werden.
[0041] Mit der überdimensionierten und im Fördervolumen übergroßen erfindungsgemäßen Verstellpumpe
15 wird es ebenfalls ermöglicht, bei einem parallelen Betrieb des Hubantriebs 3 im
Hebenbetrieb und eines Nebenantriebs 4-6, beispielsweise des Lüfterantriebs, die Leistungsverluste
zu kompensieren, so dass eine Verringerung der Hebengeschwindigkeit durch die abgeforderte
Leistung des Nebenantriebs vermieden werden kann.
1. Hydraulisches Antriebssystem (1) eines Flurförderzeug, wobei das Antriebsystem (1)
eine Arbeitshydraulik (2) aufweist, die einen Hubantrieb (3) und zumindest einem Nebenantrieb
(4; 5; 6) umfasst, wobei zur Versorgung des Hubantriebs (3) und des zumindest einen
Nebenantriebs (4; 5; 6) eine im Fördervolumen verstellbare Verstellpumpe (15) vorgesehen
ist, die zum Antrieb mit einem Verbrennungsmotor (16) in Wirkverbindung steht, wobei
die installierte hydraulische Leistung der Verstellpumpe (15) größer als die Nennleistung
des Verbrennungsmotors (16) ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellpumpe (15) zur Einstellung des Fördervolumens eine Stelleinrichtung (25)
aufweist, die mit einer Leistungsbegrenzungseinrichtung (32) versehen ist.
2. Hydraulisches Antriebssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Leistungsbegrenzungseinrichtung (32) als Leistungsregler (33) ausgebildet ist,
der in Abhängigkeit von dem Systemdruck (p) des Antriebssystems (1) das Fördervolumen
der Verstellpumpe (15) derart verändert, dass das Antriebsdrehmoment der Verstellpumpe
(15) konstant ist.
3. Hydraulisches Antriebssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Leistungsbegrenzungseinrichtung (32) der Stelleinrichtung (25) derart eingestellt
ist, dass ab einem vorgegebenen Grenzwert (LGrenz) der am Hubantrieb (3) anstehenden anzuhebenden Last (L) die Leistungsbegrenzung
der Leistungsbegrenzungseinrichtung (32) wirksam wird.
4. Hydraulisches Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine elektronische Steuereinrichtung (35) vorgesehen ist, die eingangsseitig mit
einer die aufgenommene Last (L) der Hubantriebs (3) erfassenden Sensoreinrichtung
(36) in Wirkverbindung steht und ausgangsseitig mit einer Drehzahlstelleinrichtung
(37) des Verbrennungsmotors (16) in Wirkverbindung steht, wobei die elektronische
Steuereinrichtung (35) derart ausgebildet ist, dass oberhalb des Grenzwerts (LGrenz) der am Hubantrieb (3) anstehenden anzuhebenden Last (L) die Drehzahl (n) des Verbrennungsmotors
(16) angehoben wird, um eine vorgegebene Hubgeschwindigkeit zu erzielen.
5. Hydraulisches Antriebssystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrichtung (36) als ein den Druck des Hubantriebs erfassender Drucksensor
(38) ausgebildet ist.
6. Hydraulisches Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtung (25) der Verstellpumpe (15) einen Druckregler (30) und einen
Förderstromregler (31) umfasst.
7. Hydraulisches Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Nebenantrieb (6) als Lüfterantrieb eines Kühlsystems (7) ausgebildet ist.