[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Systems für einen thermodynamischen
Kreisprozess gemäß Anspruch 1, eine Steuereinrichtung für ein System für einen thermodynamischen
Kreisprozess gemäß Anspruch 11, ein System für einen thermodynamischen Kreisprozess
gemäß Anspruch 12 und eine Anordnung aus einer Brennkraftmaschine und einem entsprechenden
System gemäß Anspruch 13.
[0002] Systeme der hier angesprochenen Art und Verfahren zu deren Betrieb sind von den Dokumenten
US 2011/239961 A1,
JP H01 189401 A und
US 6 957 630 B1 bekannt. Typischerweise weist ein solches System einen Kreislauf auf, entlang dessen
durch eine Speisepumpe ein Arbeitsmedium gefördert wird. Dieses wird in einem Verdampfer
verdampft und einer Expansionseinrichtung zugeführt, in welcher es expandiert wird.
Hierbei wird durch das Arbeitsmedium in dem Verdampfer aufgenommene Wärme teilweise
in mechanische Arbeit umgewandelt. Im Anschluss an die Expansion wird das Arbeitsmedium
in einem Kondensator abgekühlt, insbesondere kondensiert, worauf es wiederum der Speisepumpe
zugeführt wird. Ein typischer Kreisprozess für ein solches System ist der Clausius-Rankine-Kreisprozess.
Eine Abwandlung hiervon stellt der organische Rankine-Kreisprozess dar, bei welchem
typischerweise ein organisches Arbeitsmedium verwendet wird, welches bei einem niedrigeren
Temperaturniveau verdampft werden kann als Wasser. Somit eignet sich der organische
Rankine-Kreisprozess in besonderer Weise zur Abwärmenutzung, beispielsweise im industriellen
Bereich oder zur Abwärmenutzung von Brennkraftmaschinen, oder auch zu einem Einsatz
in Geothermiekraftwerken. Es sind Systeme bekannt, bei welchen der Verdampfer mehrflutig
ausgebildet ist. Dies kann zum einen dazu dienen, mehrere Wärmequellen in den Kreisprozess
einbeziehen zu können, zum anderen kann auch ein mehrflutiger Aufbau eines einzigen,
integralen Verdampfers herstellungsbedingt vorteilhaft sein. Bei einem solchen Parallelbetrieb
mehrerer Verdampferfluten besteht allerdings das Problem einer erhöhten Anfälligkeit
für thermodynamische Instabilitäten. Insbesondere kann die sogenannte Ledinegg-Instabilität
auftreten: Wenn in einer der Verdampferfluten frühzeitig die Verdampfung einsetzt,
steigt der Druckabfall in dieser Flut stark an. Dies wiederum hat zur Folge, dass
der Durchfluss durch diese Verdampferflut aufgrund der Druckverhältnisse stark abnimmt,
wodurch sich der Effekt weiter verstärkt. Eine Wärmeübertragung in dem Verdampfer
wird stark reduziert, da die betroffene Verdampferflut praktisch vollständig blockiert
wird. Somit sinken der Wirkungsgrad und die Leistungsabgabe des Systems. Zudem besteht
die Gefahr einer unzulässigen Überhitzung des Arbeitsmediums in der blockierten Flut.
In diesem Fall können auch Ablagerungen entstehen, welche die Wärmeübertragung im
Verdampfer dauerhaft herabsetzen und so die Energieausbeute des Gesamtsystems langfristig
reduzieren. Wenn die blockierte Verdampferflut schlagartig wieder mit Arbeitsmedium
durchströmt wird, kann es zu einem Thermoschock und damit zu einer irreversiblen Schädigung
zumindest der betroffenen Verdampferflut, wenn nicht sogar des gesamten Verdampfers
kommen.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betreiben eines
Systems für einen thermodynamischen Kreisprozess zu schaffen, wobei das System trotz
eines mehrflutigen Verdampfers eine reduzierte Neigung zu thermodynamischen Instabilitäten
zeigt, so dass das Verfahren einen stabilen und sicheren Betrieb des Systems ermöglicht.
Der Erfindung liegt weiterhin die Aufgabe zugrunde, eine Steuereinrichtung für ein
System, ein System für einen thermodynamischen Kreisprozess und eine Anordnung aus
einer Brennkraftmaschine und einem solchen System zu schaffen, wobei ebenfalls eine
verringerte Neigung zu thermodynamischen Instabilitäten erzielt und ein sicherer Betrieb
bei hoher Leistungsausbeute gewährleistet wird.
[0004] Die Aufgabe wird gelöst, indem ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 geschaffen
wird. Im Rahmen des Verfahrens wird ein System für einen thermodynamischen Kreisprozess
mit einem mehrflutigen Verdampfer betrieben, wobei der Verdampfer mindestens zwei
Verdampferfluten aufweist. Die Verdampferfluten werden gemäß einer ersten Ausführungsform
des Verfahrens bezüglich wenigstens eines Betriebsparameters der einzelnen Verdampferfluten
aneinander angeglichen. Insbesondere werden die Verdampferfluten bezüglich des wenigstens
einen Betriebsparameters gleichgestellt. Dadurch wird verhindert, dass die verschiedenen
Verdampferfluten sich zu stark voneinander abweichenden Betriebszuständen entwickeln,
wodurch zugleich das Risiko minimiert wird, dass eine der Verdampferfluten instabil
wird, insbesondere eine Ledinegg-Instabilität aufweist.
[0005] Alternativ wird gemäß einer zweiten Ausführungsform des Verfahrens ein Druckabfall
über dem Verdampfer geregelt. Auf diese Weise ist es möglich, zu jedem Zeitpunkt und
in jedem Betriebspunkt des Systems zu gewährleisten, dass mindestens ein für einen
sicheren Betrieb des Systems minimal notweniger Differenzdruck oder Druckabfall über
dem Verdampfer vorliegt. Es hat sich nämlich gezeigt, dass das System umso stabiler
ist, je größer der Gesamtdruckabfall über dem Verdampfer ist. Allerdings ist der minimal
sicherzustellende Gesamtdruckabfall abhängig von einem Betriebspunkt des Systems,
insbesondere von einer Überhitzung des Arbeitsmediums stromabwärts des Verdampfers.
Dabei zeigt sich, dass das System immer weniger zu Instabilitäten neigt, je größer
die Überhitzung des Arbeitsmediums ist, je weiter das System also von der Sattdampfkurve
des Arbeitsmediums entfernt betrieben wird. Daher kann der minimal vorzugebende Gesamtdruckabfall
kleiner gewählt werden, je höher das Arbeitsmedium am Verdampferaustritt oder stromabwärts
des Verdampfers überhitzt ist. Generell zeigt sich auch, dass bei höherem Gesamtdruckabfall
Unterschiede im Druckabfall über die einzelnen Verdampferfluten prozentual weniger
ins Gewicht fallen, sodass bereits insoweit eine höhere Stabilität gegeben ist, wenn
der Druckabfall über dem Verdampfer größer ist. Insgesamt kann so also durch eine
geeignete Regelung des Druckabfalls über dem Verdampfer die Neigung des Systems zu
Instabilitäten, insbesondere zur Ledinegg-Instabilität, verringert werden. Wie bereits
angedeutet, wird dabei der Druckabfall bevorzugt in Abhängigkeit von einem Betriebspunkt
des Systems auf einen geeigneten Soll-Druckabfall geregelt.
[0006] Der Druckabfall über dem Verdampfer insgesamt wird hier und im Folgenden auch als
Gesamtdruckabfall bezeichnet. Hiervon zu unterscheiden ist der Druckabfall über den
einzelnen Verdampferfluten, der sich durch Verdampferflut-individuelle Schwankungen
von dem Gesamtdruckabfall unterscheiden kann.
[0007] Es wird besonders eine dritte Ausführungsform des Verfahrens bevorzugt, bei der sowohl
die Verdampferfluten bezüglich wenigstens eines Betriebsparameters der einzelnen Verdampferfluten
aneinander angeglichen, insbesondere gleichgestellt werden, als auch ein Druckabfall
über dem Verdampfer geregelt wird. Auf diese Weise kann besonders effizient die Neigung
des Systems zu Instabilitäten, insbesondere zur Ledinegg-Instabilität, reduziert und
ein sicherer Betrieb bei hoher Leistungsausbeute gewährleistet werden. Dabei ist bevorzugt
ein übergeordneter Regelkreis zur Regelung des Gesamtdruckabfalls vorgesehen, wobei
durch eine unterlagerte Regelung die Angleichung oder Gleichstellung der Verdampferfluten
erreicht wird.
[0008] Es wird auch eine Ausführungsform des Verfahrens bevorzugt, die sich dadurch auszeichnet,
dass die Verdampferfluten bezüglich eines Durchflusses von Arbeitsmedium aneinander
angeglichen werden. Insbesondere werden die Verdampferfluten bezüglich des Durchflusses
gleichgestellt. Dabei ist mit dem Begriff "Durchfluss" insbesondere ein Massenstrom
des Arbeitsmediums durch die Verdampferfluten angesprochen. Es wird so bevorzugt sichergestellt,
dass auf jede Verdampferflut stets der gleiche Anteil des Gesamtmassenstroms des Arbeitsmediums
in dem System entfällt. Der Gesamtmassenstrom wird dabei wiederum bevorzugt durch
eine Fördereinrichtung, insbesondere durch die Förderleistung der Fördereinrichtung,
die bevorzugt als Speisepumpe ausgebildet ist, vorgegeben. Indem die Durchflüsse durch
die einzelnen Verdampferfluten einander angeglichen beziehungsweise gleichgestellt
werden, wird sichergestellt, dass keine der Verdampferfluten instabil werden und insbesondere
vollständig blockieren kann. Zugleich wird gewährleistet, dass jede Verdampferflut
in etwa die gleiche Wärmemenge in dem Verdampfer aufnimmt. Dadurch kann es nicht zu
einer Überhitzung einzelner Verdampferfluten kommen. In dieser Ausführungsform des
Verfahrens wird also der Durchfluss von Arbeitsmedium durch die einzelnen Verdampferfluten
als Betriebsparameter verwendet, bezüglich dessen die Verdampferfluten aneinander
angeglichen werden.
[0009] Alternativ oder zusätzlich werden die einzelnen Verdampferfluten bezüglich einer
Temperatur des Arbeitsmediums stromabwärts eines Verdampfungsbereichs der einzelnen
Verdampferfluten aneinander angeglichen oder gleichgestellt. Bevorzugt wird hier eine
Temperatur des Arbeitsmediums im Bereich eines Austritts aus den Verdampferfluten
herangezogen. Dabei zeigt sich, dass die entsprechende Temperatur charakteristisch
ist für die in der einzelnen Verdampferflut aufgenommene Wärme, wobei eine Gleichstellung
der Temperaturen eine Gleichstellung des thermodynamischen Zustands des Arbeitsmediums
in den Fluten und damit letztlich auch eine Gleichstellung des Massenstroms durch
die einzelnen Verdampferfluten gewährleistet. Vorteilhaft an der Verwendung einer
Temperatur des Arbeitsmediums als Betriebsparameter der einzelnen Verdampferfluten
im Rahmen des Verfahrens ist, dass Temperatursensoren im Bereich der Austritte aus
den Verdampferfluten ohnehin zur Überwachung des Systems vorgesehen sind, sodass auf
zusätzlich, teure Sensorik und insbesondere zusätzliche Durchflusssensoren verzichtet
werden kann. Allerdings ist diese Vorgehensweise nur möglich, wenn das System mit
Überhitzung des Arbeitsmediums betrieben wird, da ansonsten die Temperaturen stromabwärts
des Verdampfungsbereichs in den Verdampferfluten durch den dort herrschenden Druck
bestimmt sind. Sofern keine sehr ausgeprägte Ungleichverteilung zwischen den Verdampferfluten
vorliegt, wobei eine einzelne Flut nicht innerhalb des Zweiphasengebiets betrieben
wird, liegen dann keine Abweichungen in den Temperaturen der einzelnen Fluten vor.
[0010] Demgegenüber kann die Angleichung der Verdampferfluten bezüglich des Durchflusses
von Arbeitsmedium sowohl bei einem Betrieb des Systems mit überhitztem Arbeitsmedium
als auch bei einem Betrieb des Systems im Nassdampfgebiet angewendet werden. Darüber
hinaus kann die Angleichung mit Bezug auf mithilfe von Durchflusssensoren gemessene
Durchflüsse genauer und damit stabiler sein als die relativ indirekte Angleichung
auf der Grundlage der Temperatur des Arbeitsmediums.
[0011] Es wird auch eine Ausführungsform des Verfahrens bevorzugt, die sich dadurch auszeichnet,
dass der Druckabfall über dem Verdampfer durch Ansteuern von Stellelementen geregelt
wird, wobei die Stellelemente den einzelnen Verdampferfluten zugeordnet sind. Solche
Stellelemente sind typischerweise ohnehin vorgesehen, um Durchtrittsquerschnitte durch
die einzelnen Verdampferfluten getrennt voneinander variieren zu können. Es bedarf
also insoweit zur Regelung des Druckabfalls keiner gesonderten Bauteile.
[0012] Es wird auch eine Ausführungsform des Verfahrens bevorzugt, die sich dadurch auszeichnet,
dass die Stellelemente als Ventile ausgebildet sind. Insbesondere ist es möglich,
Standardventile zu verwenden, sodass die Durchtrittsquerschnitte durch die einzelnen
Verdampferfluten - bevorzugt unabhängig voneinander - in einfacher und kostengünstiger
Weise eingestellt werden können.
[0013] Es wird auch ein Ausführungsbeispiel des Verfahrens bevorzugt, das sich dadurch auszeichnet,
dass die Verdampferfluten aneinander angeglichen werden, indem Stellgrößen für Stellelemente
variiert werden, wobei die Stellelemente den einzelnen Verdampferfluten jeweils zugeordnet
sind und einen Durchfluss durch die Verdampferfluten begrenzen. Die Stellelemente
sind vorzugsweise als Ventile ausgebildet. Insofern handelt es sich bevorzugt um die
bereits zuvor erwähnten Stellelemente, mit denen vorzugsweise auch der Druckabfall
über den Verdampfer geregelt wird. Die Stellgrößen geben eine Funktionsstellung der
verschiedenen Stellelemente vor, sodass letztlich der Durchfluss durch die einzelnen
Verdampferfluten mittels Vorgabe der Stellgrößen bestimmt werden kann. Es ist möglich,
dass die Stellgrößen in Abhängigkeit von einem Durchfluss von Arbeitsmedium durch
die einzelnen Fluten und/oder abhängig von einer Temperatur des Arbeitsmediums stromabwärts
eines Verdampfungsbereichs der einzelnen Verdampferfluten variiert werden, um die
Verdampferfluten in Hinblick auf wenigstens einen dieser Betriebsparameter gleichzustellen.
Die Variation der auf die Stelleinrichtungen wirkenden Stellgrößen zur Variation der
Funktionsstellungen der Stellelemente bedingt einen sowohl einfachen als auch kostengünstigen
Aufbau des Systems und zugleich eine sehr genaue Anwendung des Verfahrens.
[0014] Es wird auch eine Ausführungsform des Verfahrens bevorzugt, die sich dadurch auszeichnet,
dass die Stellgrößen so renormiert werden, dass ein mit einem größten Wert der Stellgrößen
angesteuertes Stellelement maximal geöffnet ist. Aus einem Angleichungsalgorithmus
oder einer Regelung zur Gleichstellung der verschiedenen Verdampferfluten resultiert
für jede Verdampferflut eine Stellgröße, wobei von diesen verschiedenen Stellgrößen
wiederum eine einen größten Wert aufweist. Dieser entspricht im Regelfall nicht einem
größtmöglichen Wert für die Stellgröße, welcher mit einer maximalen Öffnung des Stellelements
korrespondiert. Werden die so ermittelten Stellgrößen unverändert an die Stellelemente
weitergeleitet, bedeutet dies, dass diese insgesamt eine kleinere Öffnung aufweisen,
als es für die Gleichstellung erforderlich wäre. Dies bedeutet einen höheren Druckabfall
über dem Verdampfer und somit eine geringere Leistungsausbeute des Systems, insbesondere
da die Fördereinrichtung mehr Arbeit leisten muss, um einen vorgegebenen Massenstrom
durch den Verdampfer zu fördern. Im Rahmen der Renormierung wird nun der größte ermittelte
Wert der Stellgrößen auf den größtmöglichen Wert gesetzt, welcher einer maximalen
Öffnung des Stellelements entspricht. Die übrigen, kleineren Stellgrößen werden entsprechend
der Veränderung des größten Werts linear skaliert. Somit weisen die einzelnen Werte
der Stellgrößen vor und nach der Renormierung dieselben Verhältnisse zueinander auf,
wodurch die Verdampferfluten weiterhin angeglichen oder gleichgestellt sind. Die Gleichstellung
erfolgt nun aber bei einem geringeren Druckabfall über dem Verdampfer, weil alle Stellelemente
weiter geöffnet sind, als sie dies ohne Renormierung wären. Dementsprechend wird die
Gesamteffizienz des Systems und dessen Leistungsabgabe erhöht, insbesondere da nun
die Fördereinrichtung unter Aufwendung geringerer Arbeit den vorherbestimmten Massenstrom
durch den Verdampfer fördern kann.
[0015] Vorzugsweise werden im Rahmen des Verfahrens Stellelemente mit linearer Kennlinie
verwendet, insbesondere Ventile mit linearer Ventil-Kennlinie. Hierdurch ist die zuvor
beschriebene Renormierung in besonders einfacher Weise möglich, wobei eine einfache,
lineare Skalierung der verschiedenen Stellgrößen konstante Verhältnisse der verschiedenen
durch die Stellelemente eingestellten Durchtrittsquerschnitte gewährleistet.
[0016] Es wird auch ein Verfahren bevorzugt, das sich dadurch auszeichnet, dass die Stellgrößen
durch die Regelung des Druckabfalls verändert werden. Die Druckabfallregelung wirkt
also bevorzugt auf die im Rahmen der Angleichung der Verdampferfluten berechneten
Stellgrößen und verändert deren Werte, um den Druckabfall zu regeln. Insbesondere
begrenzt dabei die Regelung des Druckabfalls die Stellgrößen. Dies ist besonders bevorzugt
dann der Fall, wenn die Stellgrößen renormiert werden, bevor sie an die Stellelemente
weitergeleitet werden. Es wird dann nämlich im Rahmen der Angleichung der Verdampferfluten
stets eines der Stellelemente maximal weit geöffnet. Es ist so nicht mehr möglich,
im Rahmen der Druckabfallregelung den Druckabfall über dem Verdampfer zu verringern,
da eine weitere Öffnung der Stellelemente nicht mehr ohne Veränderung der Verhältnisse
der Durchtrittsquerschnitte durch die einzelnen Verdampferfluten zueinander möglich
ist. Eines der Stellelemente, nämlich das maximal weit geöffnete, kann nicht mehr
weiter geöffnet werden, wodurch eine Art Sättigung des Angleichverhaltens erreicht
ist. Es ist aber im Rahmen der Druckabfallregelung möglich, den Druckabfall über dem
Verdampfer zu begrenzen, indem die Stellgrößen für die einzelnen Stellelemente durch
die Druckabfallregelung begrenzt, insbesondere reduziert werden. Dies bedeutet jedoch
nur scheinbar eine Einschränkung: Wie bereits zuvor beschrieben, ist es nämlich für
einen sicheren Betrieb des Systems wichtig, dass ein minimaler Druckabfall über dem
Verdampfer eingehalten wird, dessen Wert typischerweise von wenigstens einem Betriebsparameter
des Systems, mithin von einem Betriebspunkt des Systems abhängt. Daher bedarf es im
Rahmen der Druckabfallregelung keiner Verringerung des Druckabfalls, wohl aber einer
Möglichkeit, diesen durch Begrenzen der Stellgrößen und damit Androsseln der Stellelemente
zu erhöhen. Insbesondere durch Begrenzen der verschiedenen Stellgrößen um einen gleichen
Differenzwert beziehungsweise durch ein gleiches Androsseln der verschiedenen Stellelemente
wird bei linearen Kennlinien deren Verhältnis untereinander und somit die Angleichung
der verschiedenen Verdampferfluten nicht gestört oder verändert.
[0017] Es wird auch eine Ausführungsform des Verfahrens bevorzugt, die sich dadurch auszeichnet,
dass ein Soll-Durchfluss für das Arbeitsmedium durch die einzelnen Verdampferfluten
berechnet wird, indem der gesamte Massenstrom im System dividiert wird durch die Anzahl
der Verdampferfluten. Die gewährleistet eine Gleichstellung der Fluten, wobei jede
einzelne Verdampferflut den gleichen Anteil des Gesamtmassenstroms des Arbeitsmediums
als Sollvorgabe aufgeprägt erhält. Der Gesamtmassenstrom wird dabei bevorzugt durch
die Fördereinrichtung, insbesondere durch die Förderleistung der Fördereinrichtung,
bevorzugt durch die Drehzahl der Speisepumpe, vorgegeben. Es ist möglich, dass als
Gesamtmassenstrom ein Vorgabewert für die Fördereinrichtung herangezogen wird. Alternativ
ist es möglich, dass die Förderleistung der Fördereinrichtung erfasst und hieraus
ein Gesamtmassenstrom in dem System bestimmt, insbesondere berechnet wird. Besonders
bevorzugt ist jedoch ein Durchflusssensor, vorzugsweise in Form einer Messturbine,
stromabwärts der Fördereinrichtung vorgesehen, der so angeordnet und ausgebildet ist,
dass durch ihn der Gesamtmassenstrom in dem System erfassbar ist. Jedenfalls wird
der Gesamtmassenstrom bevorzugt herangezogen und durch die Anzahl der Verdampferfluten
dividiert, um die Sollvorgabe für jede Verdampferflut zu bestimmen, die insoweit dann
für jede der Verdampferfluten identisch ist.
[0018] Es wird auch eine Ausführungsform des Verfahrens bevorzugt, die sich dadurch auszeichnet,
dass eine Soll-Temperatur des Arbeitsmediums stromabwärts eines Verdampfungsbereichs
der einzelnen Verdampferfluten als Mittelwert über die verschiedenen Temperaturen
des Arbeitsmediums stromabwärts der Verdampfungsbereiche der einzelnen Verdampferfluten
berechnet oder als mittlere Temperatur des Arbeitsmediums stromabwärts der Verdampferfluten
separat gemessen wird. Es ist also möglich, dass in jeder Verdampferflut stromabwärts
eines Verdampfungsbereichs, insbesondere im Bereich eines Flutaustritts aus der Verdampferflut,
die Temperatur des Arbeitsmediums gemessen wird. Aus den verschiedenen Temperaturmesswerten
der einzelnen Verdampferfluten wird ein Mittelwert berechnet, der dann als Soll-Temperatur
im Rahmen des Verfahrens verwendet wird. Dabei werden die einzelnen Verdampferfluten
auf die Soll-Temperatur hin angeglichen oder gleichgestellt. Alternativ wird eine
mittlere Temperatur des Arbeitsmediums stromabwärts der Verdampferfluten, vorzugsweise
stromabwärts einer Zusammenführung der verschiedenen Verdampferfluten, gemessen und
als Sollvorgabe im Rahmen des Verfahrens verwendet. Auf beide Weisen ist es möglich,
den thermodynamischen Zustand des Arbeitsmediums in den einzelnen Verdampferfluten
gleichzustellen. Letztlich läuft auch dies bevorzugt auf eine Gleichstellung des Durchflusses
in den verschiedenen Verdampferfluten hinaus, da dieser als wesentlicher Parameter
eine Überhitzung des Arbeitsmediums in den Verdampferfluten bestimmt.
[0019] Während die Aufprägung eines Soll-Durchflusses für die einzelnen Verdampferfluten
eine besonders genaue Regelung ermöglicht und auch bei Betrieb des Systems im Nassdampfgebiet
möglich ist, kann eine Angleichung der Verdampferfluten auf eine Soll-Temperatur besonders
einfach und kostengünstig durchgeführt werden, insbesondere weil auf teure Durchflusssensoren,
die bevorzugt als Messturbinen ausgebildet sind, verzichtet werden kann.
[0020] Es wird auch eine Ausführungsform des Verfahrens bevorzugt, die sich dadurch auszeichnet,
dass ein Soll-Druckabfall über dem Verdampfer abhängig von wenigstens einem Betriebsparameter
des Systems aus einem Kennfeld ausgelesen wird. Es hat sich gezeigt, dass der für
die Leistungsausbeute und Stabilität des Systems einzuhaltende Druckabfall über dem
Verdampfer von dessen Betriebspunkt abhängt. Ein zu geringer Druckabfall führt dabei
zu Systeminstabilitäten, während ein zu hoher Druckabfall die gesamte Effizienz des
Systems und dessen Leistungsabgabe reduziert, insbesondere da die Fördereinrichtung
gegen einen unnötig hohen Druckabfall im Verdampfer anarbeiten muss. Insoweit existiert
für jeden Betriebspunkt des Systems ein optimaler Soll-Druckabfall, der bevorzugt
betriebspunktabhängig in einem Kennfeld hinterlegt ist. Der wenigstens eine Betriebsparameter
ist vorzugsweise ausgewählt aus einer Gruppe bestehend aus einem Massenstrom in dem
System, einer Temperatur des Arbeitsmediums stromabwärts des Verdampfers oder am Verdampferaustritt,
und einer Überhitzung des Arbeitsmediums stromabwärts des Verdampfers oder am Verdampferaustritt.
Besonders bevorzugt ist das Kennfeld aufgespannt über dem Massenstrom des Arbeitsmediums
und der Überhitzung desselben. Es beschreibt den minimal vorzugebenden Differenzdruck
über dem Verdampfer, der eingehalten werden soll, um einen sicheren Betrieb des Systems
zu gewährleisten. Dabei sollen in den einzelnen Verdampferfluten aufgrund nicht genau
gleichzeitig auftretender Übergänge in den dampfförmigen Zustand auftretende Druckschwankungen
gegenüber dem vorgegebenen Druckabfall nicht zu einem instabilen Systemverhalten führen.
Insbesondere sollen diese Druckschwankungen prozentual gegenüber dem Gesamtdruckabfall
über den Verdampfer nicht ins Gewicht fallen. Der Gesamtdruckabfall wird dann - wie
bereits beschrieben - bevorzugt durch Androsseln der einzelnen Stellelemente der Verdampferfluten
vorgegeben.
[0021] Es wird auch eine Ausführungsform des Verfahrens bevorzugt, die sich dadurch auszeichnet,
dass das System mit einer Überhitzung des Arbeitsmediums betrieben wird. In diesem
Fall werden die einzelnen Verdampferfluten vorzugsweise bezüglich einer Temperatur
des Arbeitsmediums stromabwärts des Verdampfungsbereichs angeglichen, insbesondere
gleichgestellt, wobei auf diese Weise der thermodynamische Zustand des Arbeitsmediums
in den einzelnen Verdampferfluten und letztlich auch der Durchfluss durch die Verdampferfluten
gleichgestellt werden kann. Dabei kann auf teure Durchflusssensoren verzichtet werden.
Wird eine der Verdampferfluten beispielsweise aufgrund der Ledinegg-Instabilität weniger
stark mit Arbeitsmedium durchströmt als die anderen Verdampferfluten, kommt es in
dieser Flut zu einer stärkeren Überhitzung des Arbeitsmediums. Die Überhitzung kann
daher als Kriterium für das Androsseln der Stellelemente verwendet werden. Eine Angleichung
der Temperaturen des Arbeitsmediums bewirkt bei gegebenem Druck stromabwärts des Verdampfers
ohne weiteres auch eine Angleichung der verschiedenen Überhitzungen. Es ist aber möglich,
dass auch der Druck stromabwärts des Verdampfers erfasst und zur Bestimmung der Überhitzung
herangezogen wird. Dabei bestimmt dieser Druck die Lage des Siedepunkts des Arbeitsmediums
in dem Verdampfer und damit die Überhitzung bei gegebener Temperatur.
[0022] Es wird auch eine Ausführungsform des Verfahrens bevorzugt, bei welcher das System
im Nassdampfgebiet betrieben wird. In dem Verdampfer wird das Arbeitsmedium also nicht
überhitzt, sondern es wird Sattdampf im Gemisch mit flüssigen Anteilen des Arbeitsmediums
erzeugt. Die Temperatur im Verdampfer und stromabwärts des Verdampfers hängt dann
in vorherbestimmter Weise von dem Druck stromabwärts des Verdampfers ab, sodass sie
nicht zur Gleichstellung der verschiedenen Verdampferfluten herangezogen werden kann.
Daher erfolgt in diesem Fall bevorzugt eine Gleichstellung bezüglich des Durchflusses
durch die einzelnen Verdampferfluten. Der Betrieb des Systems im Nassdampfgebiet kann
gleichwohl insbesondere in Zusammenhang mit einer Abwärmerückgewinnung sinnvoll sein,
weil so gegebenenfalls höhere Leistungsausbeuten des Systems möglich sind, als wenn
dieses im Regime der Überhitzung betrieben wird.
[0023] Es wird eine Ausführungsform des Verfahrens bevorzugt, die sich dadurch auszeichnet,
dass in dem System ein organischer Rankine-Kreisprozess (ORC-Prozess) durchgeführt
wird. In dem System wird also bevorzugt ein ORC-Prozess betrieben. Dieser Kreisprozess
eignet sich insbesondere zur stationären Anwendung, beispielsweise in Geothermie-Kraftwerken,
oder zur Abwärmenutzung, insbesondere in industriellen Anlagen oder in Verbindung
mit Brennkraftmaschinen.
[0024] Die Aufgabe wird auch gelöst, indem eine Steuereinrichtung für ein System zum Betreiben
eines thermodynamischen Kreisprozesses mit den Merkmalen des Anspruchs 13 geschaffen
wird. Die Steuereinrichtung ist eingerichtet zum Angleichen verschiedener Verdampferfluten
bezüglich wenigstens eines Betriebsparameters der einzelnen Verdampferfluten aneinander,
und/oder zur Regelung eines Druckabfalls über dem Verdampfer. Besonders bevorzugt
ist die Steuereinrichtung eingerichtet zur Durchführung eines Verfahrens nach einer
der zuvor beschriebenen Ausführungsformen. Damit verwirklichen sich für die Steuereinrichtung
die Vorteile, die bereits in Zusammenhang mit dem Verfahren erläutert wurden.
[0025] Vorzugsweise ist die Steuereinrichtung zur Durchführung eines solchen Verfahrens
eingerichtet, indem es in eine elektronische Struktur, insbesondere eine Hardware
der Steuereinrichtung, fest implementiert ist. Alternativ ist vorgesehen, dass in
die Steuereinrichtung ein Computerprogrammprodukt geladen ist, welches Anweisungen
aufweist, aufgrund derer ein solches Verfahren durchführbar ist, wenn das Computerprogrammprodukt
auf der Steuereinrichtung läuft.
[0026] Vorzugsweise weist die Steuereinrichtung eine Schnittstelle zu wenigstens einem Sensor
zur Erfassung eines Betriebsparameters der einzelnen Verdampferfluten auf, insbesondere
zu den Verdampferfluten jeweils separat zugeordneten Durchflusssensoren und/oder zu
den Verdampferfluten jeweils separat zugeordneten Temperatursensoren. Alternativ oder
zusätzlich weist die Steuereinrichtung vorzugsweise eine Schnittstelle zu einem Differenzdrucksensor
zur Erfassung eines Druckabfalls über dem Verdampfer, oder zu zwei Drucksensoren auf,
von denen ein erster stromaufwärts des Verdampfers und ein zweiter stromabwärts des
Verdampfers angeordnet ist, wobei ein Druckabfall über dem Verdampfer als Differenz
zwischen den Messwerten der beiden Sensoren bestimmt werden kann. Die Steuereinrichtung
weist bevorzugt eine Schnittstelle zu den einzelnen Verdampferfluten jeweils zugeordneten
Stellelementen auf, um einen Durchtrittsquerschnitt durch die Verdampferfluten individuell
beeinflussen zu können. Die Steuereinrichtung weist bevorzugt eine Schnittstelle zu
einem Durchflusssensor auf, der stromaufwärts einer Aufteilung des Arbeitsmediums
auf die einzelnen Verdampferfluten und stromabwärts einer Fördereinrichtung zur Förderung
des Arbeitsmediums entlang eines Kreislaufs des Systems angeordnet ist. In diesem
Fall ist durch die Steuereinrichtung mithilfe des Durchflusssensors ein Gesamtmassenstrom
des Arbeitsmediums in dem Kreislauf erfassbar. Alternativ oder zusätzlich weist die
Steuereinrichtung vorzugsweise eine Schnittstelle zu der Fördereinrichtung auf, um
deren Förderleistung vorzugeben und/oder zu erfassen, wobei auch auf diese Weise eine
Information über den Gesamtmassenstrom im System erhalten werden kann.
[0027] Die Aufgabe wird auch gelöst, indem ein System für einen thermodynamischen Kreisprozess,
insbesondere zum Betreiben eines thermodynamischen Kreisprozesses, mit den Merkmalen
des Anspruchs 12 geschaffen wird. Das System weist einen mehrflutigen Verdampfer auf,
der mindestens zwei Verdampferfluten aufweist. Jeder Verdampferflut ist ein Stellelement
zugeordnet, das angeordnet und eingerichtet ist zur Variation eines Durchtrittsquerschnitts
durch die zugeordnete Verdampferflut. Weiterhin weist das System eine Steuereinrichtung,
insbesondere eine Steuereinrichtung nach einem der zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiele,
auf, wobei die Steuereinrichtung mit den Stellelementen wirkverbunden und eingerichtet
ist, um durch Variation von Stellgrößen für die Stellelemente die Verdampferfluten
bezüglich wenigstens eines Betriebsparameters aneinander anzugleichen und/oder einen
Druckabfall über dem Verdampfer zu regeln. In Zusammenhang mit dem System verwirklichen
sich die Vorteile, die bereits in Zusammenhang mit dem Verfahren und der Steuereinrichtung
erläutert wurden. Vorzugsweise ist in jeder Verdampferflut ein Stellelement stromaufwärts
eines Verdampfungsbereichs der Verdampferflut angeordnet. Insbesondere ist es möglich,
dass das Stellelement vor einem Verdampfereintritt angeordnet ist. Die Stellelemente
sind mit der Steuereinrichtung zur Ansteuerung und insbesondere zur Durchführung des
Verfahrens wirkverbunden.
[0028] Das System weist - in Strömungsrichtung des Arbeitsmediums entlang eines Kreislaufs
gesehen - eine Fördereinrichtung, die bevorzugt als Speisepumpe ausgebildet ist, den
Verdampfer, eine Expansionseinrichtung, und einen Kondensator auf. Weiterhin weist
das System bevorzugt in jeder Verdampferflut einen dieser zugeordneten Temperatursensor
auf. Alternativ oder zusätzlich ist jeder Verdampferflut bevorzugt ein Durchflusssensor
angeordnet. Die verschiedenen Sensoren sind mit der Steuereinrichtung wirkverbunden.
Die Durchflusssensoren sind vorzugsweise stromaufwärts der Stellelemente angeordnet.
Die Temperatursensoren sind vorzugsweise stromabwärts des Verdampfungsbereichs, insbesondere
stromabwärts eines Austritts der einzelnen Fluten aus dem Verdampfer, angeordnet.
[0029] Das System weist weiterhin bevorzugt einen Differenzdrucksensor mit einer ersten
Messstelle stromaufwärts des Verdampfers und stromaufwärts einer Aufteilung auf die
einzelnen Verdampferfluten, und mit einer zweiten Messstelle stromabwärts des Verdampfers
und bevorzugt stromabwärts einer Zusammenführung der einzelnen Verdampferfluten auf,
der mit der Steuereinrichtung wirkverbunden ist, um einen über dem Verdampfer abfallenden
Druckabfall zu messen. Alternativ ist es möglich, dass stromaufwärts des Verdampfers
und stromabwärts des Verdampfers an den zuvor erläuterten Messstellen jeweils ein
Drucksensor angeordnet ist, wobei der Druckabfall als Differenz der Messwerte der
beiden Drucksensoren in der Steuereinrichtung berechenbar ist, welche zu diesem Zweck
mit den beiden Drucksensoren wirkverbunden ist. Vorzugsweise weist das System auch
einen Temperatursensor stromabwärts der Zusammenführung der Verdampferfluten hinter
dem Verdampfer auf. Mit diesem ist dann eine mittlere Temperatur des Arbeitsmediums
nach Zusammenführen der einzelnen Fluten messbar.
[0030] Außerdem weist das System bevorzugt einen Durchflusssensor stromaufwärts der Aufteilung
auf die einzelnen Verdampferfluten und stromabwärts der Fördereinrichtung auf, der
mit der Steuereinrichtung zur Erfassung eines Gesamtmassenstroms in dem System wirkverbunden
ist. Die Steuereinrichtung ist außerdem bevorzugt mit der Fördereinrichtung zur Vorgabe
und/oder Erfassung von deren Förderleistung wirkverbunden.
[0031] Die Fördereinrichtung ist vorzugsweise als drehzahlgeregelte Speisepumpe ausgebildet.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des Systems ist die Expansionseinrichtung
als volumetrisch arbeitende Expansionsmaschine, insbesondere als Hubkolbenmaschine,
als Flügelzellenmaschine, als Roots-Expander oder als Scroll-Expander ausgebildet.
Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel ist die Expansionseinrichtung
als Schraubenexpander ausgebildet. Dabei hat sich herausgestellt, dass ein Schraubenexpander
gerade in Zusammenhang mit einem ORC-Prozess besonders günstige Eigenschaften und
eine hohe Leistungsausbeute aufweist. Dies gilt ganz besonders dann, wenn das System
im Nassdampfgebiet betrieben wird. Der Schraubenexpander ist allerdings auch bei einem
Betrieb des Systems mit Überhitzung des Arbeitsmediums vorteilhaft einsetzbar. Alternativ
ist es auch möglich, dass die Expansionseinrichtung als Strömungsmaschine, insbesondere
Turbine, ausgebildet ist.
[0032] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des Systems ist die Expansionseinrichtung
- bevorzugt über eine Welle - mit einem Generator wirkverbunden, durch den die in
der Expansionseinrichtung freigesetzte mechanische Arbeit in elektrische Energie umwandelbar
ist. Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, dass die in der Expansionseinrichtung
freigesetzte mechanische Arbeit als solche weiterverwendet wird, beispielsweise zur
Unterstützung einer Brennkraftmaschine.
[0033] Das System ist vorzugsweise eingerichtet zur Durchführung eines organischen Rankine-Kreisprozesses.
Dieser ist dabei besonders geeignet zur Abwärmenutzung in stationären oder mobilen
Anwendungen, insbesondere zur Abwärmenutzung in industriellen Prozessen oder zur Nutzung
von Abwärme einer Brennkraftmaschine.
[0034] Besonders bevorzugt ist das System eingerichtet zur Nutzung der Abwärme einer Brennkraftmaschine.
Dabei ist es möglich, in dem System die von Abgas der Brennkraftmaschine umfasste
Abwärme und/oder die von einem Kühlmittel der Brennkraftmaschine umfasste Abwärme
zu nutzen.
[0035] Die Aufgabe wird auch gelöst, indem eine Anordnung mit den Merkmalen des Anspruchs
13 geschaffen wird. Diese weist eine Brennkraftmaschine und ein System nach einem
der zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiele auf, wobei das System mit der Brennkraftmaschine
zur Nutzung von deren Abwärme wirkverbunden ist. Dabei ist es möglich, dass dem Verdampfer
des Systems Abgas der Brennkraftmaschine zur Nutzung der darin umfassten Abwärme zugeleitet
wird. Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, dass dem Verdampfer des Systems Kühlmittel
der Brennkraftmaschine zur Nutzung der darin umfassten Abwärme zugeleitet wird. Insoweit
bestehen entsprechende Wirkverbindungen zwischen der Brennkraftmaschine und dem Verdampfer
des Systems.
[0036] Die Anordnung ist bevorzugt als mobile Anordnung ausgebildet, wobei die Brennkraftmaschine
besonders bevorzugt dem Antrieb eines Kraftfahrzeugs, insbesondere eines schweren
Landfahrzeugs, eines Schienenfahrzeugs oder besonders bevorzugt eines Wasserfahrzeugs,
insbesondere eines Schiffes, und ganz besonders eines Fährschiffes dient. Es ist aber
auch möglich, dass die Anordnung stationär genutzt wird, beispielsweise zur stationären
Stromerzeugung, insbesondere zur Deckung eines Notstrom- oder Spitzenlastbedarfs.
Auch zum Antrieb stationärer Aggregate wie beispielsweise Pumpen ist die Brennkraftmaschine
der Anordnung geeignet.
[0037] Es ist möglich, dass die in der Expansionseinrichtung des Systems gewandelte mechanische
Energie unmittelbar der Brennkraftmaschine zu deren Unterstützung zugeführt wird,
wobei sie beispielsweise direkt auf eine Kurbelwelle der Brennkraftmaschine übertragen
wird. Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, dass von einem mit der Expansionseinrichtung
wirkverbundenen Generator erzeugte elektrische Energie über einen Elektromotor der
Kurbelwelle der Brennkraftmaschine wieder zugeführt wird. Alternativ oder zusätzlich
ist es möglich, dass von einem mit der Expansionseinrichtung wirkverbundenen Generator
erzeugte elektrische Energie in ein Stromnetz eingespeist wird, beispielsweise in
ein Bordnetz eines mit der Brennkraftmaschine ausgerüsteten Kraftfahrzeugs, oder in
ein separates Stromnetz.
[0038] Jedenfalls kann die Gesamteffizienz der Brennkraftmaschine durch die Beiordnung des
Systems gesteigert werden.
[0039] Die Brennkraftmaschine der Anordnung ist vorzugsweise als Hubkolbenmotor ausgebildet.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel dient die Brennkraftmaschine dem Antrieb
insbesondere schwerer Land- oder Wasserfahrzeuge, beispielsweise von Minenfahrzeugen,
Zügen, wobei die Brennkraftmaschine in einer Lokomotive oder einem Triebwagen eingesetzt
wird, oder von Schiffen. Auch ein Einsatz der Brennkraftmaschine zum Antrieb eines
der Verteidigung dienenden Fahrzeugs, beispielsweise eines Panzers, ist möglich. Ein
Ausführungsbeispiel der Brennkraftmaschine wird vorzugsweise auch stationär, beispielsweise
zur stationären Energieversorgung im Notstrombetrieb, Dauerlastbetrieb oder Spitzenlastbetrieb
eingesetzt, wobei die Brennkraftmaschine in diesem Fall vorzugsweise einen Generator
antreibt. Auch eine stationäre Anwendung der Brennkraftmaschine zum Antrieb von Hilfsaggregaten,
beispielsweise von Feuerlöschpumpen auf Bohrinseln, ist möglich. Weiterhin ist eine
Anwendung der Brennkraftmaschine im Bereich der Förderung fossiler Roh- und insbesondere
Brennstoffe, beispielswiese Öl und/oder Gas, möglich. Auch eine Verwendung der Brennkraftmaschine
im industriellen Bereich oder im Konstruktionsbereich, beispielsweise in einer Konstruktions-
oder Baumaschine, zum Beispiel in einem Kran oder einem Bagger, ist möglich. Die Brennkraftmaschine
ist vorzugsweise als Dieselmotor, als Benzinmotor, als Gasmotor zum Betrieb mit Erdgas,
Biogas, Sondergas oder einem anderen geeigneten Gas, ausgebildet. Insbesondere wenn
die Brennkraftmaschine als Gasmotor ausgebildet ist, ist sie für den Einsatz in einem
Blockheizkraftwerk zur stationären Energieerzeugung geeignet.
[0040] Die Beschreibung des Verfahrens einerseits und der Steuereinrichtung, des Systems
und der Anordnung andererseits sind komplementär zueinander zu verstehen. Merkmale
der Steuereinrichtung, des Systems oder der Anordnung, die explizit oder implizit
in Zusammenhang mit dem Verfahren beschreiben wurden, sind bevorzugt einzeln oder
miteinander kombiniert Merkmale eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Steuereinrichtung,
des Systems oder der Anordnung. Verfahrensschritte, die explizit oder implizit in
Zusammenhang mit der Steuereinrichtung, dem System oder der Anordnung beschrieben
wurden, sind bevorzugt einzeln oder miteinander kombiniert Schritte einer bevorzugten
Ausführungsform des Verfahrens. Das Verfahren zeichnet sich bevorzugt durch wenigstens
einen Verfahrensschritt aus, der durch wenigstens ein Merkmal der Steuereinrichtung,
des Systems oder der Anordnung bedingt ist. Die Steuereinrichtung, das System oder
die Anordnung zeichnen sich bevorzugt durch wenigstens ein Merkmal aus, welches durch
wenigstens einen Verfahrensschritt des Verfahrens bedingt ist.
[0041] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer Anordnung aus einer
Brennkraftmaschine und einem System;
- Figur 2
- eine schematische Darstellung eines ersten Details einer Ausführungsform des Verfahrens,
nämlich einer Durchflussregelung für eine einzelne Verdampferflut, und
- Figur 3
- eine schematische Darstellung eines zweiten Details der Ausführungsform des Verfahrens
gemäß Figur 2, nämlich insbesondere eine Gleichstellung der Verdampferfluten und eine
Regelung eines Druckabfalls über dem Verdampfer.
[0042] Fig. 1 zeigt eine Anordnung 1, welche eine Brennkraftmaschine 3 und ein System 5
für einen thermodynamischen Kreisprozess aufweist. Dabei sind das System 5 und die
Brennkraftmaschine 3 derart miteinander wirkverbunden, dass Abwärme der Brennkraftmaschine
3 in dem System 5 nutzbar ist, indem die Abwärme der Brennkraftmaschine 3 einem Verdampfer
7 des Systems 5 zugeführt wird. Dabei handelt es sich bevorzugt um Abwärme aus dem
Abgas der Brennkraftmaschine 3, welches dem Verdampfer 7 zugeführt wird. Alternativ
oder zusätzlich ist es möglich, dass in dem Verdampfer 7 Abwärme aus Kühlmittel der
Brennkraftmaschine 3 genutzt wird.
[0043] Das System 5 weist einen Kreislauf 9 für ein Arbeitsmedium auf. Das System 5 ist
dabei bevorzugt eingerichtet zur Durchführung eines ORC-Prozesses, wobei besonders
bevorzugt als Arbeitsmedium Ethanol verwendet wird.
[0044] In Strömungsrichtung des Arbeitsmediums entlang des Kreislaufs 9 gesehen sind - in
dieser Reihenfolge - eine Fördereinrichtung 11, der Verdampfer 7, eine Expansionseinrichtung
13 und ein Kondensator 15 angeordnet. Die Expansionseinrichtung 13, die bevorzugt
als Schraubenexpander ausgebildet ist, ist mit einem Generator 17 wirkverbunden, sodass
in der Expansionseinrichtung 13 gewandelte mechanische Arbeit durch den Generator
17 in elektrische Energie wandelbar ist.
[0045] Das Arbeitsmedium wird durch die Fördereinrichtung 11 entlang des Kreislaufs 9 zunächst
durch den Verdampfer gefördert, wo es Abwärme der Brennkraftmaschine 3 aufnimmt, und
wobei es bevorzugt verdampft wird. Anschließend wird das Arbeitsmedium in der Expansionseinrichtung
13 expandiert, wobei es mechanische Arbeit leistet. Anschließend wird das Arbeitsmedium
in dem Kondensator 15 wieder abgekühlt, bevorzugt kondensiert, und erneut der Fördereinrichtung
11 zugeführt.
[0046] Der Verdampfer 7 ist mehrflutig ausgebildet. Bei dem konkret dargestellten Ausführungsbeispiel
weist er vier Verdampferfluten 19.1, 19.2, 19.3, 19.4 auf. Das von der Fördereinrichtung
11 geförderte Arbeitsmedium wird stromaufwärts des Verdampfers 7 in einer Aufteilung
21 auf die einzelnen Verdampferfluten 19 aufgeteilt, welche stromabwärts des Verdampfers
7 in einer Zusammenführung 23 wieder zusammengeführt werden. Ein Verdampfungsbereich
25 der Verdampferfluten 19 ist in dem Verdampfer 7 angeordnet.
[0047] Problematisch bei einem derartigen, mehrflutigen Verdampfer ist, dass dieser zu thermodynamischen
Instabilitäten, insbesondere zur sogenannten Ledinegg-Instabilität neigt. Dabei setzt
in einer der Verdampferfluten 19 frühzeitig die Verdampfung ein, wobei dort der Druckabfall
über die Verdampferflut 19 schlagartig stark ansteigt. Dadurch nimmt der Durchfluss
durch diese Verdampferflut 19 stark ab, wodurch sich der Effekt weiter verstärkt.
Die Wärmeübertragung in dem Verdampfer 7 wird so insgesamt stark reduziert, weil quasi
eine Flut vollständig blockiert ist. Eine unzulässige Überhitzung des Arbeitsmediums
in der blockierten Verdampferflut 19 kann die Folge sein. Dies kann wiederum Ablagerungen
nach sich ziehen, welche die Wärmeübertragung in dem Verdampfer 7 dauerhaft herabsetzen,
wodurch die Energieausbeute des Gesamtsystems reduziert wird. Wird die blockierte
Verdampferflut 19 schlagartig wieder mit Arbeitsmedium durchströmt, kann es durch
Thermoschock zu einer irreversiblen Schädigung des Verdampfers 7 kommen.
[0048] Um die Neigung des Systems 5 zu thermodynamischen Instabilitäten, insbesondere zur
Ledinegg-Instabilität zu verringern, ist eine Steuereinrichtung 27 vorgesehen, die
ausgebildet ist zum Angleichen der Verdampferfluten 19 bezüglich wenigstens eines
Betriebsparameters aneinander, insbesondere zur Gleichstellung der Verdampferfluten
19 bezüglich des Betriebsparameters, und/oder zur Regelung eines Druckabfalls über
dem Verdampfer 7. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Steuereinrichtung
27 in besonders bevorzugter Weise eingerichtet sowohl zur Angleichung der Verdampferfluten
19 bezüglich des wenigstens einen Betriebsparameters als auch zur Regelung des Druckabfalls
über dem Verdampfer 7.
[0049] Dabei ist bevorzugt vorgesehen, dass die Verdampferfluten 19 bezüglich eines Durchflusses
von Arbeitsmedium einander angeglichen werden. Hierzu weist jede der Verdampferfluten
19 einen Durchflusssensor 29.1, 29.2, 29.3, 29.4 auf, wobei die Durchflusssensoren
29 vorzugsweise stromabwärts der Aufteilung 21 und stromaufwärts des Verdampfers 7
angeordnet sind. Weiterhin weist das System 5 einen Gesamtdurchflusssensor 31 auf,
der stromabwärts der Fördereinrichtung 11 und stromaufwärts der Aufteilung 21 vorgesehen
ist, sodass mittels des Gesamtdurchflusssensors 31 ein Gesamtmassenstrom in dem Kreislauf
9 erfassbar ist. Die Steuereinrichtung 27 ist sowohl mit den Durchflusssensoren 29
als auch mit dem Gesamtdurchflusssensor 31 wirkverbunden. Alternativ oder zusätzlich
ist es möglich, dass der Gesamtmassenstrom in der Steuereinrichtung 27 aus der Förderleistung
der Fördereinrichtung 11 berechenbar ist, oder dass der Gesamtmassenstrom durch die
Steuereinrichtung 27 vorgegeben und die Fördereinrichtung 11 bezüglich ihrer Förderleistung
entsprechend angesteuert wird. Jedenfalls wird bevorzugt ein Soll-Durchfluss für das
Arbeitsmedium durch die einzelnen Verdampferfluten 19 von der Steuereinrichtung 27
berechnet, indem der Gesamtmassenstrom dividiert wird durch die Anzahl der Verdampferfluten
19, hier also durch vier. Der Durchfluss durch die einzelnen Verdampferfluten 19 wird
dann auf diesen Soll-Durchfluss geregelt.
[0050] Jeder Verdampferflut ist ein Stellelement 33.1, 33.2, 33.3, 33.4 angeordnet, mit
welchem ein Durchtrittsquerschnitt der zugeordneten Verdampferflut 19 veränderbar
ist. Die Stellelemente 33 sind vorzugsweise als Ventile ausgebildet. Sie sind mit
der Steuereinrichtung 27 wirkverbunden und werden von dieser zur Angleichung der Verdampferfluten
19 aneinander angesteuert.
[0051] Alternativ oder zusätzlich zu einer Gleichstellung der Verdampferfluten 19 bezüglich
des Durchflusses von Arbeitsmedium ist bevorzugt eine Gleichstellung bezüglich der
Temperatur des Arbeitsmediums stromabwärts des Verdampferbereichs 25 vorgesehen. Hierzu
sind in den Verdampferfluten 19 Temperatursensoren 35.1, 35.2, 35.3, 35.4 angeordnet.
Diese sind vorzugsweise stromabwärts des Verdampfers 7 beziehungsweise des Verdampfungsbereichs
25 und stromaufwärts der Zusammenführung 23 angeordnet. Eine Soll-Temperatur für die
Angleichung der Verdampferfluten 19 wird dabei vorzugsweise als Mittelwert der Messwerte
der einzelnen Temperatursensoren 35.1, 35.2, 35.3, 35.4 berechnet. Alternativ ist
es allerdings auch möglich, dass als Soll-Temperatur eine stromabwärts der Zusammenführung
23 mittels eines Gesamttemperatursensors 37 erfasste Mitteltemperatur verwendet wird.
Die Temperatursensoren 35 und/oder der Gesamttemperatursensor 37 sind mit der Steuereinrichtung
27 wirkverbunden. Unabhängig davon, ob die Gleichstellung der Verdampferfluten 19
bezüglich des Durchflusses oder bezüglich der Temperatur des Arbeitsmediums erfolgt,
wirkt die Steuereinrichtung 27 jedenfalls zur Gleichstellung auf die Stellelemente
33.
[0052] Um den Druckabfall über dem Verdampfer 7 regeln zu können, ist bei dem hier dargestellten
Ausführungsbeispiel des Systems 5 ein erster Drucksensor 39 stromaufwärts des Verdampfers
7 und auch stromaufwärts der Aufteilung 21 angeordnet, wobei ein zweiter Drucksensor
41 stromabwärts des Verdampfers 7 und auch stromabwärts der Zusammenführung 23 angeordnet
ist. Der Druckabfall über dem Verdampfer 7 ist dabei als Differenz der Messwerte des
ersten Drucksensors 39 und des zweiten Drucksensors 41 berechenbar. Hierzu sind die
Drucksensoren 39, 41 mit der Steuereinrichtung 27 wirkverbunden. Diese wirkt auch
zur Regelung des Druckabfalls auf die Stellelemente 33.
[0053] Alternativ ist es möglich, dass anstelle der Drucksensoren 39, 41 ein Differenzdrucksensor
vorgesehen ist, welcher unmittelbar einen Differenzdruck messen kann. Dieser ist dann
bevorzugt mit einer ersten Messstelle am Ort des ersten Drucksensors 39 und mit einer
zweiten Messstelle am Ort des zweiten Drucksensors 41 verbunden.
[0054] Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung eines Details einer Ausführungsform des
Verfahrens, hier nämlich insbesondere ein Regelglied 43 zur Regelung des Durchflusses
durch eine der Verdampferfluten 19.1, 19.2, 19.3, 19.4. Für jede dieser Verdampferfluten
19 ist bevorzugt ein solches Regelglied 43 vorgesehen, wobei es genügt, dessen Funktion
für eine der Verdampferfluten 19 zu beschreiben. In das Regelglied 43 geht ein Soll-Wert
45 ein, der entweder ein Soll-Durchfluss oder eine Soll-Temperatur ist. Der Soll-Durchfluss
ist vorzugsweise berechnet als Gesamtmassenstrom in dem Kreislauf 9 dividiert durch
die Anzahl der Verdampferfluten 19. Die Soll-Temperatur ist vorzugsweise berechnet
als Mittelwert der Messwerte der Temperatursensoren 35.1, 35.2, 35.3, 35.4, oder sie
ist der Messwert des Gesamttemperatursensors 37. In das Regelglied 43 geht außerdem
ein entsprechender Ist-Wert 47 ein, der entweder ein Ist-Wert für den Durchfluss für
die konkret betrachtete Verdampferflut 19.1, 19.2, 19.3, 19.4 oder aber eine mithilfe
des der Flut zugeordneten Temperatursensors 35.1, 35.2, 35.3, 35.4 gemessene Temperatur
des Arbeitsmediums stromabwärts des Verdampfungsbereichs 25 in dieser Flut 19.1, 19.2,
19.3, 19.4 darstellt. Weiterhin geht in das Regelglied 43 eine Ist-Stellgröße 49 für
das der konkret betrachteten Verdampferflut 19 zugeordnete Stellelement 33 ein.
[0055] Diese Eingangswerte werden in einem Rechenglied 51 unter Berücksichtigung einer Charakteristik
des betrachteten Stellelements 33, insbesondere von dessen Kennlinie, miteinander
verrechnet, woraus als Ausgabewert eine Differenz-Stellgröße 53 resultiert. Diese
geht in einen Regler 55 ein, der schließlich eine Soll-Stellgröße 57 ausgibt.
[0056] Fig. 3 zeigt ein zweites Detail der Ausführungsform des Verfahrens gemäß Figur 2.
Hier sind die Regelglieder 43.1, 43.2, 43.3, 43.4 für die verschiedenen Verdampferfluten
19 dargestellt, die jeweils in der gemäß Figur 2 erläuterten Form ausgebildet sind
und entsprechend die Soll-Stellgrößen 57.1, 57.2, 57.3, 57.4 ausgeben. Es zeigt sich,
dass die Stellelemente 33 nicht unmittelbar mit den Soll-Stellgrößen 57 angesteuert
werden. Vielmehr werden diese zuvor in einem Renormierungsglied 59 renormiert, wobei
diejenige der Soll-Stellgrößen 57.1, 57.2, 57.3, 57.4, welche den größten Wert aufweist,
auf den maximal zulässigen Wert zur Ansteuerung der Stellelemente 33 gesetzt wird,
sodass das mit dieser größten Soll-Stellgröße angesteuerte Stellelement 33 seine maximal
mögliche Öffnung aufweist. Die übrigen Stellgrößen 57 werden entsprechend skaliert,
sodass ihre Verhältnisse untereinander gleich bleiben. Dies ist insbesondere möglich,
wenn die Stellelemente 33 lineare Kennlinien aufweisen. Aus dem Renormierungsglied
59 resultieren die renormierten Soll-Stellgrößen 61.1, 61.2, 61.3, 61.4. Würde sich
das Verfahren in der Gleichstellung der Verdampferfluten 19 erschöpfen, würden nun
die Stellelemente 33 mit den renormierten Soll-Stellgrößen 61 angesteuert. Durch die
Renormierung in dem Renormierungsglied 59 wäre dann gewährleistet, dass sich bei gegebenen
Massenstrom in dem Kreislauf 9 ein minimaler Druckabfall über dem Verdampfer 7 einstellt,
da die Verdampferfluten 19 - unter der Bedingung ihrer Gleichstellung - maximal weite
Durchtrittsquerschnitte am Ort der Stellelemente 33 aufweisen.
[0057] Um die Stabilität des Systems 5 allerdings weiter zu erhöhen, ist eine Druckabfallregelung
für den Druckabfall über dem Verdampfer 7 vorgesehen. Hierzu ist ein Kennfeld 63 über
einem Gesamtmassenstrom 65, der bevorzugt durch den Gesamtdurchflusssensor 31 bestimmt
wird, und einem weiteren Betriebsparameter 67 des Systems 5 aufgespannt, wobei das
Kennfeld 63 Werte für einen minimal vorzugebenden Druckabfall oder Soll-Druckabfall
69 in Abhängigkeit von dem Gesamtmassenstrom 65 und dem Betriebsparameter 67 aufweist.
Als Betriebsparameter 67 wird vorzugsweise eine Temperatur des Arbeitsmediums stromabwärts
des Verdampfers 7, insbesondere am Verdampferaustritt, nämlich die zuvor ermittelte
Mitteltemperatur oder die separat mithilfe des Gesamttemperatursensors 37 gemessene
Temperatur, und/oder ein Druck des Arbeitsmediums stromabwärts des Verdampfers 7,
insbesondere am Verdampferaustritt, und/oder eine Überhitzung des Arbeitsmediums stromabwärts
des Verdampfers 7, insbesondere am Verdampferaustritt verwendet. Dabei ist über die
Temperatur, den Druck und/oder die Überhitzung ein thermodynamischer Zustand des Arbeitsmediums
stromabwärts des Verdampfers 7, insbesondere am Verdampferaustritt, erfassbar, wobei
der vorzugebende Soll-Druckabfall 69 von diesem thermodynamischen Zustand abhängt.
[0058] In einem Differenzglied 71 werden ein Ist-Druckabfall 73, der bevorzugt mittels der
Drucksensoren 39, 41 gemessen wird, und der Soll-Druckabfall 69 miteinander verrechnet,
woraus eine Soll-Ist-Abweichung 75 resultiert. Diese wird in einem Rechenglied 77
unter Berücksichtigung des Systemverhaltens des Systems 5, insbesondere unter Berücksichtigung
der Kennlinien der Stellelemente 33, umgerechnet in eine globale Differenzstellgröße
79. Diese wird wiederum durch einen Regler 81 umgerechnet in eine Begrenzungsvorgabe
83, welche letztlich durch ein Verteilglied 85 Differenzgliedern 87.1, 87.2, 87.3,
87.4 zugeführt wird. Dort werden die renormierten Soll-Stellgrößen 61 mit den Begrenzungsvorgaben
83 verrechnet, woraus sich letztlich resultierende Stellgrößen 89.1, 89.2, 89.3, 89.4
ergeben. Mit diesen resultierenden Stellgrößen 89 werden dann schließlich die Stellelemente
33 angesteuert. Die Begrenzungsvorgabe 83 bewirkt dabei ein Androsseln der Stellelemente
33, sodass mittels der Druckabfallregelung der Druckabfall über dem Verdampfer 7 durch
Androsseln der Stellelemente 33 erhöht werden kann, wenn dies betriebspunktabhängig
erforderlich ist, um die Stabilität des Systems zu gewährleisten.
[0059] Somit zeigt sich insgesamt, dass mithilfe des Verfahrens, der Steuereinrichtung,
des Systems und der Anordnung eine Neigung zu Instabilitäten, insbesondere zur Ledinegg-Instabilität,
besonders bevorzugt durch eine Kombination der Gleichstellung der einzelnen Verdampferfluten
19 mit der Druckabfallregelung deutlich vermindert werden kann. Hierdurch wird ein
sicherer Betrieb des Systems 5 möglich. Dies erlaubt letztlich den Aufbau eines großen
Verdampfers 7 aus kleineren, gegebenenfalls standardisierten Verdampfer-Blöcken, was
eine wirtschaftliche Nutzung mehrerer Verdampferfluten möglich macht und gegebenenfalls
günstiger ist als die Entwicklung eines entsprechenden, großen Verdampfers mit einer
einzigen Flut. Das hier vorgeschlagene Verfahren ist außerdem auf eine beliebige Anzahl
von Verdampferfluten skalierbar.
1. Verfahren zum Betreiben eines Systems (5) für einen thermodynamischen Kreisprozess
mit einem mehrflutigen Verdampfer (7), der mindestens zwei Verdampferfluten (19.1,
19.2,19.3,19.4) aufweist, wobei die Verdampferfluten (19.1,19.2,19.3,19.4) bezüglich
wenigstens eines Betriebsparameters der einzelnen Verdampferfluten (19.1,19.2,19.3,19.4)
aneinander angeglichen werden, und/oder wobei ein Druckabfall über dem Verdampfer
(7) geregelt wird,
wobei die Verdampferfluten (19.1,19.2,19.3,1.9.4) aneinander angeglichen werden, indem
Stellgrößen für Stellelemente (33.1,33.2,33.3,33.4), welche einen Durchfluss durch
die Verdampferfluten (19.1,19.2,19.3,19.4) begrenzen, und welche den einzelnen Verdampferfluten
(19.1,19.2,19.3,19.4) zugeordnet sind, variiert werden,
dadurch gekennzeichnet, dass die Stellgrößen so renormiert werden, dass ein mit einem größten Wert der Stellgrößen
angesteuertes Stellelement (33.1,33.2,33.3,33.4) maximal geöffnet ist..
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdampferfluten (19.1,19.2,19.3,19.4) bezüglich eines Durchflusses von Arbeitsmedium
und/oder bezüglich einer Temperatur des Arbeitsmediums stromabwärts eines Verdampfungsbereichs
(25) der einzelnen Verdampferfluten (19.1,19.2,19.3,19.4) aneinander angeglichen werden.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckabfall über dem Verdampfer (7) durch Ansteuern von den einzelnen Verdampferfluten
(19.1,19.2,19.3,19.4) zugeordneten Stellelementen (33.1,33.2,33.3,33.4) geregelt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellelemente (33.1,33.2,33.3,33.4) als Ventile ausgebildet sind.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellgrößen durch die Regelung des Druckabfalls verändert, insbesondere begrenzt
werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Soll-Durchfluss für das Arbeitsmedium durch die einzelnen Verdampferfluten (19.1,19.2,19.3,19.4)
als Gesammassenstrom im System (5) dividiert durch die Anzahl der Verdampferfluten
(19.1,19.2,19.3,19.4) berechnet wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Soll-Temperatur für das Arbeitsmedium stromabwärts des Verdampfungsbereichs
(25) als Mittelwert über die Temperatur des Arbeitsmediums stromabwärts des Verdampfungsbereichs
(25) der einzelnen Verdampferfluten (19.1,19.2,19.3,19.4) berechnet, oder als mittlere
Temperatur separat gemessen wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Soll-Druckabfall abhängig von wenigstens einem Betriebsparameter des Systems
(5) aus einem Kennfeld (63) ausgelesen wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das System (5) mit Überhitzung des Arbeitsmediums oder im Nassdampfgebiet betrieben
wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem System (5) ein organischer Rankine-Krcisprozess durchgeführt wird.
11. Steuereinrichtung (27) für ein System (5) für einen thermodynamischen Kreisprozess
mit einem mehrflutigen Verdampfer (7), wobei die Steuereinrichtung (27) eingerichtet
ist zum Angleichen von Verdampferfluten (19.1,19.2,19.3,19.4) bezüglich wenigstens
eines Betriebsparameters der einzelnen Verdampferfluten (19.1,19.2,19.3,19.4) aneinander
und/oder wobei die Steuereinrichtung (27) eingerichtet ist zur Regelung eines Druckabfalls
über dem Verdampfer (7), wobei die Steuereinrichtung eingerichtet ist zur Durchführung
eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 10.
12. System für einen thermodynamischen Kreisprozess, mit einem mehrflutigen Verdampfer
(7), der mindestens zwei Verdampferfluten (19.1,19.2,19.3,19.4) aufweist, wobei jeder
Verdampferflut (19.1,19.2,19.3,19.4) ein Stellelement (33.1,33.2,33.3,33.4) zugeordnet
ist, das angeordnet und eingerichtet ist zur Variation eines Durchtrittsquerschnitts
durch die zugeordnete Verdampferflut (19.1,1.2,19.3,19.4), und mit einer Steuereinrichtung
(27)nach Anspruch 11, die mit den Stellelementen (33.1,33.2,33.3,33.4) wirkverbunden
und eingerichtet ist, um durch Variation von Stellgrößen für die Stellelemente (33.1,33.2,33.3,33.4)
die Verdampferfluten (19.1,19.2,19.3,19.4) bezüglich wenigstens eines Betriebsparameters
der einzelnen Verdampferfluten (19.1,19.2,19.3,19.4) aneinander anzugleichen und/oder
einen Druckabfall über dem Verdampfer (7) zu regeln.
13. Anordnung, mit einer Brennkraftmaschine (3) und einem System (5) zur Durchführung
eines thermodynamischen Kreisprozesses, dadurch gekennzeichnet, dass das System ausgebildet ist nach Anspruch 12.
1. Method for operating a system (5) for a thermodynamic cycle process having a multi-channel
evaporator (7) which has at least two evaporator channels (19.1, 19.2, 19.3, 19.4),
wherein the evaporator channels (19.1, 19.2, 19.3, 19.4) are assimilated with one
another with regard to at least one operating parameter of the individual evaporator
channels (19.1, 19.2, 19.3, 19.4), and/or wherein a pressure drop across the evaporator
(7) is regulated, wherein the evaporator channels (19.1, 19.2, 19.3, 19.4) are assimilated
with one another through variation of control variables for setting elements (33.1,
33.2, 33.3, 33.4) which limit a throughflow through the evaporator channels (19.1,
19.2, 19.3, 19.4) and which are assigned to the individual evaporator channels (19.1,
19.2, 19.3, 19.4), characterized in that the control variables are renormalized such that a setting element (33.1, 33.2, 33.3,
33.4) actuated with the greatest value of the control variables is opened to a maximum
extent.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the evaporator channels (19.1, 19.2, 19.3, 19.4) are assimilated with one another
with regard to a throughflow of working medium and/or with regard to a temperature
of the working medium downstream of an evaporation region (25) of the individual evaporator
channels (19.1, 19.2, 19.3, 19.4).
3. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the pressure drop across the evaporator (7) is regulated through actuation of setting
elements (33.1, 33.2, 33.3, 33.4) assigned to the individual evaporator channels (19.1,
19.2, 19.3, 19.4).
4. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the setting elements (33.1, 33.2, 33.3, 33.4) are in the form of valves.
5. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the control variables are varied, in particular limited, through the regulation of
the pressure drop.
6. Method according to one of the preceding claims, characterized in that a setpoint throughflow for the working medium through the individual evaporator channels
(19.1, 19.2, 19.3, 19.4) is calculated as a total mass flow in the system (5) divided
by the number of evaporator channels (19.1, 19.2, 19.3, 19.4).
7. Method according to one of the preceding claims, characterized in that a setpoint temperature for the working medium downstream of the evaporation region
(25) is calculated as a mean value for the temperature of the working medium downstream
of the evaporation region (25) of the individual evaporator channels (19.1, 19.2,
19.3, 19.4) or is separately measured as an average temperature.
8. Method according to one of the preceding claims, characterized in that a setpoint pressure drop is read out, as a function of at least one operating parameter
of the system (5), from a characteristic map (63).
9. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the system (5) is operated with superheating of the working medium or in the wet-steam
region.
10. Method according to one of the preceding claims, characterized in that an organic Rankine cycle process is performed in the system (5).
11. Control device (27) for a system (5) for a thermodynamic cycle process having a multi-channel
evaporator (7), wherein the control device (27) is set up for assimilating evaporator
channels (19.1, 19.2, 19.3, 19.4) with one another with regard to at least one operating
parameter of the individual evaporator channels (19.1, 19.2, 19.3, 19.4), and/or wherein
the control device (27) is set up for regulating a pressure drop across the evaporator
(7), wherein the control device is set up for carrying out a method according to one
of Claims 1 to 10.
12. System for a thermodynamic cycle process having a multi-channel evaporator (7) which
has at least two evaporator channels (19.1, 19.2, 19.3, 19.4), wherein each evaporator
channel (19.1, 19.2, 19.3, 19.4) is assigned a setting element (33.1, 33.2, 33.3,
33.4) which is arranged and set up for variation of a throughflow cross section through
the associated evaporator channel (19.1, 19.2, 19.3, 19.4), and having a control device
(27) according to Claim 11 which is operatively connected to the setting elements
(33.1, 33.2, 33.3, 33.4) and which is set up for assimilating the evaporator channels
(19.1, 19.2, 19.3, 19.4) with one another with regard to at least one operating parameter
of the individual evaporator channels (19.1, 19.2, 19.3, 19.4), and/or for regulating
a pressure drop across the evaporator (7), through variation of control variables
for the setting elements (33.1, 33.2, 33.3, 33.4).
13. Arrangement having an internal combustion engine (3) and having a system (5) for carrying
out a thermodynamic cycle process, characterized in that the system is designed according to Claim 12.
1. Procédé pour faire fonctionner un système (5) pour un processus en circuit fermé thermodynamique
comprenant un évaporateur à plusieurs flux (7), qui présente au moins deux flux d'évaporateur
(19.1, 19.2, 19.3, 19.4), les flux d'évaporateur (19.1, 19.2, 19.3, 19.4) étant équilibrés
les uns aux autres par rapport à au moins un paramètre de fonctionnement des flux
d'évaporateur individuels (19.1, 19.2, 19.3, 19.4), et/ou une chute de pression en
travers de l'évaporateur (7) étant régulée,
les flux d'évaporateur (19.1, 19.2, 19.3, 19.4) étant équilibrés les uns aux autres
en faisant varier des grandeurs de commande pour des éléments de commande (33.1, 33.2,
33.3, 33.4) qui limitent un écoulement à travers les flux d'évaporateur (19.1, 19.2,
19.3, 19.4) et qui sont associés aux flux d'évaporateur individuels (19.1, 19.2, 19.3,
19.4),
caractérisé en ce que les grandeurs de commande sont renormées de telle sorte qu'un élément de commande
(33.1, 33.2, 33.3, 33.4) commandé avec une valeur maximale des grandeurs de commande
soit ouvert au maximum.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les flux d'évaporateur (19.1, 19.2, 19.3, 19.4) sont équilibrés les uns aux autres
par rapport à un écoulement de fluide de travail et/ou par rapport à une température
du fluide de travail en aval d'une région d'évaporation (25) des flux d'évaporateur
individuels (19.1, 19.2, 19.3, 19.4).
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la chute de pression en travers de l'évaporateur (7) est régulée par commande d'éléments
de commande (33.1, 33.2, 33.3, 33.4) associés aux flux d'évaporateur individuels (19.1,
19.2, 19.3, 19.4).
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les éléments de commande (33.1, 33.2, 33.3, 33.4) sont réalisés sous forme de soupapes.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les grandeurs de commande sont modifiées, notamment limitées, par régulation de la
chute de pression.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un écoulement de consigne pour le fluide de travail à travers les flux d'évaporateur
individuels (19.1, 19.2, 19.3, 19.4) est calculé en tant que débit massique total
dans le système (5) divisé par le nombre des flux d'évaporateur (19.1, 19.2, 19.3,
19.4).
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une température de consigne pour le flux de travail en aval de la région d'évaporation
(25) est calculée en tant que valeur moyenne par le biais de la température du fluide
de travail en aval de la région d'évaporation (25) des flux d'évaporateur individuels
(19.1, 19.2, 19.3, 19.4), ou est mesurée séparément sous forme de température moyenne.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une chute de pression de consigne dépendant d'au moins un paramètre de fonctionnement
du système (5) est lue à partir d'un champ caractéristique (63).
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le système (5) fonctionne avec une surchauffe du fluide de travail ou dans une plage
de vapeur humide.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un processus en cycle de Rankine organique est mis en oeuvre dans le système (5).
11. Dispositif de commande (27) pour un système (5) pour un processus en circuit fermé
thermodynamique comprenant un évaporateur à plusieurs flux (7), le dispositif de commande
(27) étant prévu pour équilibrer les uns aux autres les flux d'évaporateur (19.1,
19.2, 19.3, 19.4) par rapport à au moins un paramètre de fonctionnement des flux d'évaporateur
individuels (19.1, 19.2, 19.3, 19.4) et/ou le dispositif de commande (27) étant prévu
pour réguler une chute de pression en travers de l'évaporateur (7), le dispositif
de commande étant prévu pour mettre en oeuvre un procédé selon l'une quelconque des
revendications 1 à 10.
12. Système pour un processus en circuit fermé thermodynamique, comprenant un évaporateur
à plusieurs flux (7), qui présente au moins deux flux d'évaporateur (19.1, 19.2, 19.3,
19.4), à chaque flux d'évaporateur (19.1, 19.2, 19.3, 19.4) étant associé un élément
de commande (33.1, 33.2, 33.3, 33.4) qui est disposé et prévu pour faire varier une
section transversale de passage à travers le flux d'évaporateur associé (19.1, 19.2,
19.3, 19.4) et comprenant un dispositif de commande (27) selon la revendication 11,
qui est en liaison fonctionnelle avec les éléments de commande (33.1, 33.2, 33.3,
33.4) et qui est prévu, par variation de grandeurs de commande pour les élément de
commande (33.1, 33.2, 33.3, 33.4), pour équilibrer les uns aux autres les flux d'évaporateur
(19.1, 19.2, 19.3, 19.4) par rapport à au moins un paramètre de fonctionnement des
flux d'évaporateur individuels (19.1, 19.2, 19.3, 19.4) et/ou pour réguler une chute
de pression en travers de l'évaporateur (7).
13. Agencement comprenant un moteur à combustion interne (3) et un système (5) pour mettre
en oeuvre un processus en circuit fermé thermodynamique, caractérisé en ce que le système est réalisé selon la revendication 12.