[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Crimpverbindung gemäss
dem Oberbegriff von Anspruch 1. Weiterhin betrifft die Erfindung eine Crimpeinrichtung
zur Herstellung einer solchen Crimpverbindung.
[0002] Unter "Crimpen" versteht man die Herstellung einer nicht lösbaren elektrischen und
mechanischen Verbindung (Crimpverbindung) durch plastische Deformation zwischen einem
Leiter und einem Crimpkontakt. Crimpeinrichtungen sind häufig Bestandteil von Kabelkonfektioniervorrichtungen
zum Konfektionieren von elektrischen Kabeln, bei welchem die Kabel abgelängt, abisoliert
und dann mit einer Crimppresse ein Crimpkontakt auf das abisolierte Leiterende des
Kabels gebracht wird. Die bekannten Crimpeinrichtungen enthalten Kabelgreifer, mit
denen die Kabelenden zur Crimppresse geführt werden. Sobald der Kabelgreifer die endgültige
axiale Position über dem Crimpkontakt erreicht hat, verbleibt er bis zum Abschluss
des Crimpvorgangs in unveränderter axialer Position und wird gegebenenfalls unter
Verwendung eines mit dem Pressteil der Crimppresse verbundenen Absenkers abgesenkt.
Derartige Crimpeinrichtungen sind beispielsweise aus der
EP 1 447 888 A1 bekannt geworden. Die bekannten Crimpeinrichtungen haben sich in der Praxis für konventionelle
Kabel, die Leiter oder Litzen aus Kupfer enthalten, gut bewährt. Seit einiger Zeit
erfreuen sich aus Kosten- und Gewichtsgründen elektrische Kabel mit Leitern aus Aluminium
wachsender Beliebtheit. Vor allem bei den letztgenannten Kabeln können Probleme beim
Crimpen mit herkömmlichen Verfahren und Vorrichtungen auftreten. So kann es beim Crimpen
von Kabeln mit Leitern oder Litzen aus Aluminium passieren, dass das Litzenmaterial
derart stark in Richtung der Kabelachse verformt wird, dass es zu einem Ausknicken
des Kabels zwischen Crimp-Stelle und Kabelgreifer kommt. Diese unerwünschte Längenausdehnung
des Kabels kann eine bleibende Verformung des Kabels bewirken.
[0003] Es ist deshalb eine Aufgabe der Erfindung, die Nachteile des Bekannten zu vermeiden
und insbesondere ein Verfahren zur Herstellung einer Crimpverbindung und eine Crimpeinrichtung
zu schaffen, mit der die nachteiligen Folgen der unerwünschten Längenausdehnung des
Kabels beim Crimpen wenigstens reduziert werden können.
[0004] Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren mit den Merkmalen von Anspruch 1 gelöst. Das
Verfahren zur Herstellung der Crimpverbindung umfasst als ersten Schritt das Zuführen
des Kabelendes zur Crimppresse. Für den Zuführvorgang wird ein Greifer eingesetzt,
der das Kabelende erfasst und entlang der Längsrichtung des Kabels bzw. in Richtung
der Kabelachse das Kabel bewegen kann. Der Greifer kann je nach Bauart zusätzlich
eine Schwenkbewegung um eine vertikale Rotationsachse vollziehen. Nach Beendigung
des Zuführvorgangs befindet sich das Kabel mit dem vorzugsweise vorgängig schon abisolierten
Kabelende in der richtigen axialen Position. Danach wird das Kabelende beispielsweise
durch Verfahren eines Pressteils der Crimppresse in vertikaler Richtung mit dem Crimpkontakt
verbunden. Dadurch, dass während dem Crimpvorgang der Greifer zur Kompensation der
Längenausdehnung des Kabels in Folge der plastischen Verformung des Leiters beim Crimpen
passiv oder aktiv entlang der Kabelachse des Kabels in einer Rückstellbewegung (d.h.
in Gegenrichtung zur vorgängig erwähnten Zuführbewegung) bewegt wird, können die unerwünschten
Auswirkungen der Längenausdehnung beim Crimpen auf einfache Art und Weise vermieden
werden. Ein Ausknicken des Kabelstücks zwischen der Verbindungsstelle und Einwirkungsort
durch den Greifer kann praktisch ausgeschlossen werden.
[0005] Zum Zuführen des Kabelendes zur Crimppresse kann der Greifer unter Verwendung eines
Aktuators in axialer Richtung bewegt werden. Als Aktuatoren kommen mechanische, pneumatische
oder hydraulische Systeme in Frage. Zur Kompensation der Längenausdehnung des Kabels
beim Crimpen kann der Aktuator derart eingestellt werden, dass er eine Rückstellbewegung
entsprechend der Längenausdehnung des Kabels beim Crimpen zulässt. Über ein entsprechendes
Steuersignal kann beispielsweise der Aktuator angewiesen werden, die Rückstellbewegung
aktiv auszuführen.
[0006] Wenn als Aktuator ein Elektromotor vorgesehen ist, mit dem der Greifer axial bewegbar
ist und mit dem ein vorbestimmtes Haltemoment auf den Greifkopf aufbringbar ist, kann
es vorteilhaft sein, dass zum Zulassen der Rückstellbewegung der Elektromotor derart
in einen der Rückstellbewegung zugeordneten Kompensationsmodus angesteuert wird, dass
das Haltemoment herabgesetzt wird. Dank dem reduzierten Haltemoment ist es einfach
möglich, eine passive Bewegung des Greifers in Gegenrichtung zur Zuführbewegung unter
Ausnutzung der im Kabel auftretenden longitudinalen Kräfte durch die Leitermaterialdeformationen
beim Crimpen zu bewirken.
[0007] Wenn die Crimpeinrichtung - beispielsweise an Stelle eines Elektromotors - einem
Pneumatikzylinder als Aktuator aufweist, kann es vorteilhaft sein, wenn der Druck
im Zylinder abgesenkt wird, wodurch zur Kompensation der Längenausdehnung eine Rückstellbewegung
des Greifers zugelassen werden kann.
[0008] Beispielsweise unter Verwendung eines Berührungssensors oder mittels Weg- und/oder
Zeiterfassung kann eine Berührung zwischen Crimpkontakt und dem verfahrbaren Pressteil
der Crimppresse ermittelt werden. Alternativ könnte die Crimp-Kraft beispielsweise
unter Verwendung eines Kraftsensors gemessen werden. Der Kompensationsmodus wird gestartet,
sobald die Berührung zwischen Crimpkontakt und Pressteil festgestellt oder sobald
ein vorbestimmter Wert für die Crimp-Kraft überschritten wird.
[0009] Gemäss einer weiteren Ausführungsform kann der Greifer während dem Crimpvorgang durch
Aktivierung eines Antriebs oder eines anderen Aktuators aktiv zum Durchführen der
Rückstellbewegung bewegt werden. Diese aktive Betriebsweise ist insbesondere dann
vorteilhaft, wenn sehr dünne oder wenig steife Kabel verwendet werden, da die für
das Bewegen des Greifers zu überwindenden Reibungs- und Trägheitskräfte zu gross sind
und das Kabel trotz dem Absenken des vorgängig beschriebenen Haltemoments ausknicken
könnte.
[0010] Vorteilhaft kann es sein, wenn der Greifer um einen vorbestimmten Kompensationsweg
bewegt wird. Der Kompensationsweg kann rechnerisch ermittelt werden. Es ist aber auch
denkbar, den Kompensationsweg testweise zu ermitteln.
[0011] Bevorzugt wird der Greifer im Vergleich zur Antriebsleistung, die beispielsweise
für den Zuführvorgang massgeblich ist, im Hinblick auf die Kompensation der Längenausdehnung
des Kabels beim Crimpen mit reduzierter Antriebsleistung bewegt, wodurch eine schonende
Behandlung des Kabels sichergestellt werden kann.
[0012] Besonders vorteilhaft kann es sodann sein, wenn die Zugkraft auf das Kabel bei der
Rückstellbewegung zur Kompensation der Längenausdehnung des Kabels gemessen und überwacht
wird. Auf diese Weise lässt sich ein unerwünschtes Überstrecken des Kabels beim Kompensationsschritt
verhindern.
[0013] In vorrichtungsmässiger Hinsicht zeichnet sich die Erfindung dadurch aus, dass der
Greifer wenigstens abschnittsweise während des Crimpvorgangs, bei dem ein in vertikaler
Richtung verfahrbares Pressteil der Crimppresse gegen das Kabelende bewegt wird, in
axialer Richtung beweglich oder bewegbar ist. Der Greifer ist Bestandteil einer Zuführeinheit
zum Zuführen des Kabelendes zur Crimppresse. Der Greifer ist für den Zuführvorgang
in axialer Richtung entlang der Kabelachse bewegbar. Die Crimpeinrichtung umfasst
weiterhin eine Crimppresse, wobei die Crimppresse ein antreibbares und in vertikaler
Richtung verfahrbares Pressteil aufweist, mit dem das Kabelende des Kabels mit dem
Crimpkontakt verbunden werden kann.
[0014] In einer ersten Ausführungsform kann der Greifer derart ausgeführt sein, dass er
zu Beginn des Crimpvorgangs axial feststehend ist und erst nach einer ersten vertikalen
Bewegung des Pressteiles axial beweglich oder axial bewegbar ist. Unter Beginn des
Crimpvorgangs wird vorliegend der Zeitpunkt verstanden, ab dem der verfahrbare Pressteil
der Crimppresse von einer Ausgangsposition eine Absenkbewegung ausführt. Die erste
vertikale Bewegung des Pressteils endet beispielsweise mit Berührung des Crimpkontakts
durch den Pressteil der Crimppresse.
[0015] Die Crimpeinrichtung kann einen ansteuerbaren Greifer enthalten, der neben einem
Zuführmodus zum Zuführen des Kabelendes zur Crimppresse und gegebenenfalls zum Abisolieren
des Kabelendes in einem Kompensationsmodus betreibbar ist, bei dem zur Kompensation
der Längenausdehnung des Kabels beim Crimpen der Greifer in axialer Richtung beweglich
oder bewegbar ist. Der Greifer kann demnach auch als Abzugsgreifer zum Abisolieren
des Kabelendes eingesetzt werden.
[0016] Die Zuführeinheit kann einen Aktuator zum axialen Bewegen des Greifers umfassen.
Die Crimpeinrichtung kann Steuermittel zum Ansteuern des Aktuators umfassen. Dabei
sind die Steuermittel derart ausgestaltet, dass zur Kompensation der Längenausdehnung
des Kabels beim Crimpen der Aktuator eine Rückstellbewegung entsprechend der Längenausdehnung
des Kabels zulässt.
[0017] Die Zuführeinheit kann als Aktuator einen Elektromotor zum axialen Bewegen des Greifers
aufweisen, mit dem ein vorbestimmtes Haltemoment auf den Greifer aufbringbar ist.
Der Elektromotor kann weiter eine Motorsteuerung aufweisen, mit der das Haltemoment
zum Zulassen der Rückstellbewegung für die Kompensation der Längenausdehnung temporär
herabsetzbar ist.
[0018] Die Zuführeinheit kann als Linearantrieb mit Ritzel und Zahnstange ausgebildet sein,
wobei der Ritzel vorzugsweise über einen Servomotor antreibbar ist. Mit einem solchen
Servomotor kann die gewünschte axiale Position des Greifers präzise angesteuert werden.
Der Servomotor, der direkt oder über ein Getriebe mit dem Ritzel verbunden ist, kann
ein genau bestimmbares Haltemoment auf das Ritzel aufbringen. Über die Motorsteuerung
lässt sich das Haltemoment einfach reduzieren, wodurch die Rückstellbewegung zur Kompensation
der Längenausdehnung des Kabels beim Crimpen einfach und effizient ermöglicht wird.
[0019] Ein weiterer Aspekt der Erfindung kann ein Computerprogrammprodukt betreffen, das,
wenn es in den Speicher einer Steuerung für den Crimp-Prozess geladen ist, die Funktion
des Verfahrens ausführt, wie es vorgängig beschrieben wurde.
[0020] Weitere Einzelmerkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispieles und aus den Zeichnungen. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht mit Teilschnittdarstellung einer Crimpeinrichtung,
- Figur 2
- eine Draufsicht auf eine Zuführeinheit mit einem Greifer für die Crimpeinrichtung
gemäss Figur 1,
- Figur 3
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemässen Crimpeinrichtung, und
- Figur 4
- der Ablauf eines Crimpvorgangs mit grafischen Darstellungen für die Pressenposition
der Crimppresse sowie Steuersignal und Haltemoment des den Greifer antreibenden Servomotors.
[0021] Figur 1 zeigt eine insgesamt mit 1 bezeichnete Crimpeinrichtung zur Herstellung von
Crimpverbindungen. Die Crimpeinrichtung 1 umfasst eine Crimppresse 2, die ein über
einen Elektromotor antreibbares und in vertikaler Richtung verfahrbares Pressteil
6 aufweist, mit dem ein Kabelende eines Kabels 3 mit einem Crimpkontakt 9 verbindbar
ist. Die Längsachse des Kabels 3 ist mit x bezeichnet. Das Pressteil 6 weist einen
Schlitten auf, an dessen Unterseite ein Werkzeughalter angeordnet ist. Der Werkzeughalter
trägt ein Crimpwerkzeug, an dem ein Crimpstempel zum Verpressen des Crimpkontaktes
mit dem Kabelende angeordnet ist. Dieser Crimpstempel wirkt in an sich bekannter Art
und Weise mit einem Amboss zusammen, der das Gegenstück zum Crimpstempel bildet. Betreffend
konstruktive Details wird beispielhaft auf die in
EP 1 351 349 A1 oder
EP 1 447 888 A1 gezeigten Crimpeinrichtungen verwiesen. Das Kabel 3 wird von einem Greifer 4 gehalten.
Der Greifer 4 weist einen Greiferkopf mit gegeneinander beweglichen Greiferbacken
16 zum Erfassen des Kabels 3 auf. Die Greiferbacken können zum Beispiel pneumatisch
betätigbar sein. Der Greiferkopf mit den Greiferbacken 16 ist vertikal beweglich gegenüber
einem Greiferarm 15 des Greifers 4 gelagert. In der Darstellung gemäss Figur 1 befindet
sich das Pressteil 6 in einer untersten Position, in der der Crimpkontakt 9 vollständig
mit dem Leiter des Kabelendes des Kabels 3 verpresst wurde. Die hierfür notwendige
Schliessbewegung des Pressteils 6 ist mit einem Pfeil k angedeutet. Der Greiferkopf
mit den Greiferbacken 16 lässt sich über einen Absenker 12, der mit dem Schlitten
des Pressteils 6 starr verbunden ist, vertikal bewegen.
[0022] Da der Greifer 4 während des Crimpvorgangs gemäss den bekannten Verfahren in Bezug
auf die Kabelachse x feststeht, kann es passieren, dass das Kabelstück, welches zwischen
Greiferbacken 16 und Crimp-Werkzeug eingeklemmt ist, infolge Längenausdehnung des
Kabels durch die Deformation des Leitermaterials sich auswölbt. Diese Kabelwölbung
des Kabelstücks ist in Figur 1 andeutungsweise dargestellt und mit 23 bezeichnet.
Bei zu grosser Auswölbung kann es zu einem Ausknicken des Kabels kommen, wodurch das
fertiggestellte Kabel als fehlerhaft gilt und für den vorgesehenen Verwendungszweck
nicht mehr gebraucht werden kann. Um dies zu vermeiden, wurde die nachfolgend beschriebene
Lösung entwickelt.
[0023] Figur 2 zeigt eine Zuführeinheit mit einem Greifer 4 zum Zuführen des Kabelendes
zu einer (hier nicht dargestellten) Crimppresse. Der Greifer 4 weist einen Greiferarm
15 auf, an dessen vorderem Ende der Greiferkopf mit den Greiferbacken 16 angeordnet
ist. Die Zuführbewegung ist mit einem Pfeil f angedeutet. Der Greifer 4 verfügt über
einen Aktuator, mit dem der Greiferkopf in x-Richtung hin und her bewegbar ist. Dieser
Verstellmechanismus für die axiale Bewegung des Greifers umfasst ein antreibbares
Ritzel 13, welches mit einer am Greiferarm 15 befestigten Zahnstange 14 zusammenwirkt.
Weiterhin ist in Figur 2 erkennbar, dass der gesamte Greifer 4 um eine vertikale Achse
schwenkbar ist. Die axiale Richtung x wird - wie etwa aus Figur 2 ersichtlich ist
- durch das Kabelende festgelegt. Bei ausgeschwenktem Kabelende kann der hintere Teil
des Kabels eine andere Ausrichtung haben. Die x-Achse entspricht auch Maschinenachse
der Crimppresse (vgl. Fig. 1). Für die Schwenkbewegung weist die Zuführeinrichtung
ein antreibbares Ritzel 17 und einen Zahnriemen 22 auf. Die beiden Motoren für die
Schwenkbewegung und für die axiale Zuführbewegung verfügen zur Positionsrückführung
über Winkelencoder. Die Gegenrichtung zur Zuführbewegung ist mit einem Pfeil e angedeutet.
Mit dem Greifer 4 lässt sich auch das Abziehen der Isolation beim Abisolieren realisieren.
Der Greifer 4 kann folglich auch Bestandteil einer Abzugsachse für einen vorgelagerten
Abzugsvorgang zum Erstellen eines abisolierten Kababelendes sein.
[0024] Zur Herstellung der Crimpverbindung muss zunächst das Kabelende des Kabels 3 mittels
eines Greifers 4 zur Crimppresse 2 zugeführt werden. Die Zuführbewegung in axialer
Richtung x ist mit dem Pfeil f angedeutet. Das so zugeführte Kabel 3 ist nun bereit
für den Crimpvorgang. Das Kabel mit dem vorgängig abisolierten Kabelende befindet
sich in der richtigen axialen Position Während dem Crimpvorgang, bei dem das (hier
nicht dargestellte) Pressteils der Crimppresse in vertikaler Richtung gegen das Kabelende
und den Crimpkontakt verfahren wird , wird der Greifer zur Kompensation der Längenausdehnung
des Kabels in Folge der plastischen Verformung des Leiters beim Crimpen passiv oder
aktiv entlang der Kabelachse des Kabels in Gegenrichtung e zur Zuführbewegung bewegt.
Diese durch den Pfeil e angedeutete Rückstellbewegung stellt sicher, dass das unerwünschte
Ausknicken des Kabelstücks zwischen der Verbindungsstelle und Einwirkungsort durch
den Greifer ausgeschlossen werden kann. Die unerwünschten Auswirkungen der Längenausdehnung
beim Crimpen lassen sich so vermeiden.
[0025] Figur 3 zeigt die Crimpeinrichtung 1 in einer stark schematisierten Darstellung.
Die Crimppresse 2 weist ein vertikal verfahrbares Pressteil 6 auf, das über den Motor
24 antreibbar ist. Die Crimppresse ist mit einer Crimpkraftüberwachung ausgerüstet,
welche die Crimpkraft über den Weg erfassen kann. Das Pressteil 6 ist mit einem Kraftsensor
19 bestückt, mit dem die Crimpkraft gemessen werden kann. Weiterhin ist es über den
Encoder 20 möglich, den Weg w für die Absenkbewegung des Pressteils 6 zu erfassen.
Zusätzlich oder alternativ könnte die Crimppresse auch über ein Linearmesssystem am
Pressenschlitten verfügen. Der Greifer 4 lässt sich mit Hilfe der Motorsteuerung 10
derart ansteuern, dass der Greifer 4 zur Kompensation der Längenausdehnung des Kabels
beim Crimpen in einer Rückstellbewegung (Pfeil e) axial beweglich oder bewegbar ist
(Kompensationsmodus).
[0026] Figur 4 betrifft eine Konfiguration, bei der der Greifer zur Kompensation der Längenausdehnung
des Kabels beim Crimpen passiv in einer Rückstellbewegung bewegt wird. Das erste Kurvendiagramm
zeigt die vertikale Position des Pressteils der Crimppresse (Pressenposition w) in
Abhängigkeit der Zeit t. Das mittlere Kurvendiagramm betrifft die Ansteuerung des
Greifers während des Crimpvorgangs. Mit S ist das Steuersignal für den Greifer bezeichnet.
Das untere Kurvendiagramm zeigt schliesslich das Haltemoment H des Servomotors für
die axiale Bewegung des Greifers in Abhängigkeit der Zeit t. Zu Beginn des Crimpvorgangs
t
0 ist der Greifer axial feststehend. Erst nach einer ersten vertikalen Bewegung des
Pressteils lässt der Greifer sich axial bewegen. Dieser Zeitpunkt ist mit t
1 bezeichnet. Der Zeitpunkt t
1 kann etwa dem Zeitpunkt der Beaufschlagung des Crimpkontaktes und/oder des Leiters
des Kabels durch das Pressteil sein. Zum Zeitpunkt t
1 wird der mit dem Ritzel verbundene Servomotor über ein Steuersignal S angewiesen,
das Haltemoment H von 100% auf zum Beispiel 5% zu reduzieren. Je nach Motorentyp und
zu crimpenden Kabel könnte es auch schon ausreichen, das Haltemoment von 100% auf
30% zu reduzieren. Das reduzierte Haltemoment ermöglicht nun die gewünschte Rückstellbewegung
zur Kompensation der Längenausdehnung des Kabels beim Crimpen. Das Steuersignal wird
bis zum Zeitpunkt t
2 aufrecht erhalten (Steuerung auf "on"), danach wird wieder der ursprüngliche Haltemoment
eingestellt (Haltemoment H = 100%). Wie aus Figur 4 hervorgeht, kann sich der Zeitpunkt
t
2 etwa in der Hälfte der Aufwärtsbewegung des Pressteils 6 befinden. Mit t
3 ist der Zeitpunkt bezeichnet, in dem sich das Pressteil wieder in seiner ursprünglichen
Ausgangsposition befindet.
[0027] Alternativ ist auch eine Ausgestaltung vorstellbar, bei der der Greifer während dem
Crimpvorgang durch Aktivierung eines Antriebs oder Aktuators aktiv bewegt wird. Der
Greifer wird dabei vorteilhaft um einen vorbestimmten Kompensationsweg bewegt. Weiterhin
muss der Greifer im Kompensationsmodus vorteilhaft derart betrieben werden, dass die
Antriebsleistung gegenüber der Antriebsleistung für den Zuführvorgang reduziert ist.
Für eine sichere Verfahrensweise soll schliesslich die Zugkraft auf das Kabel bei
der Rückstellbewegung zur Kompensation der Längenausdehnung des Kabels beim Crimpen
gemessen und überwacht werden.
1. Verfahren zur Herstellung einer Crimpverbindung mit folgenden Schritten:
a) Zuführen eines Kabelendes eines Kabels (3) mittels eines Greifers (4) zu einer
Crimppresse (2),
b) Verbinden des Kabelendes mit einem Crimpkontakt (9), dadurch gekennzeichnet, dass
während dem Crimpvorgang gemäss Schritt b der Greifer (4) zur Kompensation der Längenausdehnung
des Kabels beim Crimpen entlang der Kabelachse (x) des Kabels (3) in einer Rückstellbewegung
(e) bewegt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Zuführen des Kabelendes zur Crimppresse (2) der Greifer (4) unter Verwendung
eines Aktuators in axialer Richtung entlang der Kabelachse (x) bewegt wird und dass
zur Kompensation der Längenausdehnung des Kabels beim Crimpen der Aktuator derart
eingestellt wird, dass der Aktuator die Rückstellbewegung (e) entsprechend der Längenausdehnung
zulässt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Aktuator ein Elektromotor (5) zum axialen Bewegen des Greifers (4) vorgesehen
ist, mit dem ein vorbestimmtes Haltemoment auf den Greifer (4) aufbringbar ist, wobei
zum Zulassen der Rückstellbewegung der Elektromotor (5) derart angesteuert wird, dass
das Haltemoment des Elektromotors herabgesetzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass mittels Weg- und/oder Zeiterfassung eine Berührung zwischen Crimpkontakt (9) und
einem verfahrbaren Pressteil (6) der Crimppresse (2) ermittelt wird oder dass die
Crimpkraft gemessen wird, und dass die Rückstellbewegung (e) gestartet oder zugelassen
wird, sobald die Berührung zwischen Crimpkontakt (9) und Pressteil (6) festgestellt
oder sobald ein vorbestimmter Wert für die Crimpkraft überschritten wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Greifer (4) während dem Crimpvorgang gemäss Schritt b durch Aktivierung eines
Antriebs oder Aktuators aktiv bewegt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Greifer (4) um einen vorbestimmten Kompensationsweg bewegt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Greifer (4) im Vergleich zur Antriebsleistung für den Zuführvorgang gemäss Schritt
a mit reduzierter Antriebsleistung bewegt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugkraft auf das Kabel (3) bei der Rückstellbewegung (e) zur Kompensation der
Längenausdehnung des Kabels gemessen und überwacht wird.
9. Crimpeinrichtung zur Herstellung einer Crimpverbindung mit
- einer Crimppresse (2),
- einer Zuführeinheit (8) mit einem Greifer (4) zum Zuführen des Kabelendes zur Crimppresse
(2), wobei der Greifer (4) für den Zuführvorgang in axialer Richtung entlang der Kabelachse
(x) bewegbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der Greifer (4) wenigstens abschnittsweise während des Crimpvorgangs, bei dem ein
in vertikaler Richtung verfahrbares Pressteil (6) der Crimppresse gegen das Kabelende
bewegt wird, in axialer Richtung (x) beweglich oder bewegbar ist.
10. Crimpeinrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Greifer (4) derart ausgeführt ist, dass er zu Beginn des Crimpvorgangs axial
feststehend ist und erst nach einer ersten vertikalen Bewegung des Pressteils (6)
axial beweglich oder axial bewegbar ist.
11. Crimpeinrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen ansteuerbaren Greifer (4) enthält, der neben einem Zuführmodus zum Zuführen
des Kabelendes zur Crimppresse und gegebenenfalls zum Abisolieren des Kabelendes in
einem Kompensationsmodus betreibbar ist, bei dem zur Kompensation der Längenausdehnung
des Kabels beim Crimpen der Greifer (4) in axialer Richtung (x) beweglich oder bewegbar
ist.
12. Crimpeinrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführeinheit (8) einen Aktuator zum axialen Bewegen des Greifers (4) umfasst,
und dass die Crimpeinrichtung (1) Steuermittel (10) zum Ansteuern des Aktuators umfasst,
wobei die Steuermittel derart ausgestaltet sind, dass zur Kompensation der Längenausdehnung
des Kabels beim Crimpen der Aktuator eine Rückstellbewegung (e) entsprechend der Längenausdehnung
zulässt.
13. Crimpeinrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführeinheit (8) einen Elektromotor (5) zum axialen Bewegen des Greifers (4)
aufweist, mit dem ein vorbestimmtes Haltemoment auf den Greifer (4) aufbringbar ist,
wobei der Elektromotor eine Motorsteuerung (10) aufweist, mit der das Haltemoment
temporär herabsetzbar ist.
14. Crimpeinrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführeinheit (8) als Linearantrieb mit Ritzel (13) und Zahnstange (14) ausgebildet
ist, wobei der Ritzel (13) vorzugsweise über einen Servomotor (5) antreibbar ist.
15. Crimpeinrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Crimpeinrichtung (1) ein System zum Erfassen der Crimpkraft aufweist.