[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Beheizen des Fahrgastraumes und/oder
Fahrstandes von Schienenfahrzeugen mit einem Heizgerät, das von Zuluft durchströmt
wird, die von einem Ventilator gefördert wird.
[0002] Ziel vorliegender Erfindung ist es, die entstehende Abwärme für die Beheizung des
Fahrgastraumes und/oder Fahrstandes von Schienenfahrzeugen zu nutzen.
[0003] Erreicht wird dies dadurch, dass im Zuluftstrom ein an den Kühlkreislauf mindestens
eines Motors angeschlossener Kühlwasser-Wärmetauscher angeordnet ist.
[0004] Der Kühlwasser-Wärmetauscher arbeitet unabhängig vom Kältemittel-Kreislauf des Heizgerätes
und liefert zusätzlich oder auch nur alleine Wärme zum Beheizen des Fahrgastraumes
und/oder Fahrstandes. Für den Transport der erwärmten Luft in das Fahrzeug ist der
Zuluftventilator des Heizgerätes verantwortlich.
[0005] Bei einer zweckmäßigen Ausführungsform der Erfindung ist das Heizgerät der Kondensator
einer Wärmepumpe.
[0006] Zweckmäßig ist der Kühlwasser-Wärmetauscher im Zuluftstrom vor dem Kondensator angeordnet.
Steht zu wenig Motorabwärme zur Verfügung, wird die Wärmepumpe zusätzlich in Betrieb
genommen, um die vom Kühlwasser-Wärmetauscher vorgewärmte Luft durch den Kondensator
der Wärmepumpe auf die gewünschte Temperatur zu bringen.
[0007] Im Rahmen der Erfindung ist es zusätzlich möglich, dass der Verdampfer der Wärmepumpe
über eine Luftleitung mit der Abwärme aus Bauteilen des Schienenfahrzeuges und/oder
dessen Fortluft beaufschlagt ist. Dabei wird die Abwärme nicht gleich auf den Zuluftstrom
übertragen. Vielmehr wird die Abwärme, die über Luft als Trägermedium transportiert
wird, zum Verdampfer der Wärmepumpe geleitet und dort die Wärmeenergie zunächst auf
den Kältekreislauf der Wärmepumpe übertragen. Dadurch wird das Temperaturniveau der
Wärmepumpe noch erhöht.
[0008] Im Rahmen der Erfindung ist es auch möglich, dass das Heizgerät ein elektrisches
Heizregister ist.
[0009] Nachstehend ist die Erfindung an Hand zweier in den Zeichnungen dargestellter Ausführungsbeispiele,
auf welche die Erfindung jedoch keineswegs beschränkt ist, näher beschrieben. Dabei
zeigen:
Fig. 1 das Schaltbild einer erfindurigsgemäßen Vorrichtung mit einem an den Kühlkreislauf
zweier Motoren angeschlossenem Kühlwasser-Wärmetauscher;
Fig. 2 eine Vorrichtung nach Fig. 1 mit zusätzlich an den Verdampfer der Wärmepumpe
angeschlossener Luftleitung, mit der Abwärme aus dem Schienenfahrzeug transportiert
wird.
[0010] Gemäß beiden Ausführungsbeispielen ist eine Wärmepumpe 1 angeordnet. Deren Verdichter
8 komprimiert das gasförmige Kältemittel, das nun unter hohem Druck zum Kondensator
(Innenwärmetauscher) 2 strömt.
[0011] Im Kondensator 2 gibt das Kältemittel Wärme an die Raumluft ab und wird dadurch verflüssigt.
Der Ventilator 6 fördert die erwärmte Zuluft in den Fahrgastraum.
[0012] Im flüssigen und weiter unter hohem Druck stehenden Zustand fließt das Kältemittel
zum Expansionsventil 10. Dieses senkt den Druck schlagartig ab, was nicht nur ein
Abkühlen des Kältemittels zur Folge hat, es beginnt außerdem zu verdampfen. Im Verdampfer
(Außenwärmetauscher) 3 nimmt das Kältemittel Wärme aus der Umgebungsluft auf, bis
es vollständig verdampft ist. Der Ventilator 7 fördert Luft durch den Verdampfer 3.
[0013] Die Abwärme wird durch Integration eines separaten Kühlwasser-Wärmetauschers 4, der
unabhängig vom Kreislauf der Wärmepumpe 1 funktioniert, genutzt. Der zusätzliche Kühlwasser-Wärmetauscher
4 ist an den Kühlkreislauf einer oder wie im Beispiel mehrerer Motoren 5 angeschlossen.
Als Energieträger in diesem Kreislauf kommen gängige Motor-Kühlflüssigkeiten zum Einsatz.
[0014] Durch den Ventilator 6 wird kalte Frisch- oder kühle Mischluft angesaugt und durch
beide Wärmetauscher 2 und 4 gedrückt. Steht genügend Motorabwärme zur Verfügung, kann
die Luft direkt über den Kühlwasser-Wärmetauscher 4 erwärmt und in den Fahrgastraum
geblasen werden. Die Wärmepumpe 1 und damit der Innenwärmetauscher 2 (Kondensator)
bleiben ausgeschaltet und somit funktionslos. Der Kühlwasser-Wärmetauscher 4 wird
im Zuluftstrom vor dem Kondensator 2 angeordnet. Steht nämlich zu wenig Motorabwärme
zur Verfügung wird die Wärmepumpe 1 zusätzlich in Betrieb genommen, um die vom Kühlwasser-Wärmetauscher
4 vorgewärmte Luft durch den Kondensator 2 auf die gewünschte Temperatur zu bringen.
[0015] Steht gar keine Motorabwärme zur Verfügung, übernimmt die Wärmepumpe 1 über den Kondensator
2 alleine die Heizung der Zuluft, der Kühlwasser-Wärmetauscher 4 bleibt funktionslos.
[0016] Zusätzlich kann der Kühlwasser-Wärmetauscher 4 bei Umkehr der Betriebsart der Wärmepumpe
auf Klimaanlage auch als Vereisungsschutz für den Innenwärmetauscher (=Verdampfer
im Klimaanlagenbetrieb) 2 genutzt werden. Dadurch kann von einem Einsatz eines energieintensiven
Bypasses als Vereisungsschutz abgesehen werden.
[0017] Die Regelung aller Vorgänge erfolgt über die Steuerung 9.
[0018] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 wird die Abwärme 12, die über Luft als Trägermedium
transportiert wird, zum Verdampfer 3 der Wärmepumpe 1 geleitet. Dort wird die Wärmeenergie
zunächst auf den Kreislauf der Wärmepumpe 1 übertragen, wodurch das Temperaturniveau
noch erhöht wird.
[0019] Die Abwärme kann hiebei von beliebig vielen Geräten/Bauteilen (Traktionsumrichter,
Hilfbetriebsumrichter, Bremswiderstand) verwendet werden. Neben vorhandenen Abwärmen
kann auch die warme Fortluft 11 aus dem Fahrzeug verwendet werden und deren Wärmeenergie
rekuperiert werden. Es ist auch eine Kombination aus beiden Quellen möglich.
[0020] Ist die Wärmepumpe 1 umschaltbar auf einen Klimaanlagenbetrieb, so müssen die Luftkanäle,
welche die Abwärme zum Außenwärmetauscher (=Verdampfer im Wärmepumpenbetrieb) 3 führen,
mit Klappen 13 versehen sein, damit im Klimaanlagenbetrieb die Abwärme nicht zum Außenwärmetauscher
(=Kondensator im Klimaanlagenbetrieb) 3 gelangt.
[0021] Abhängig von der Wärmemenge, die der Wärmepumpe zusätzlich zugeführt werden kann,
kann auch der energieintensive Vereisungsschutz bei tiefen Umgebungstemperaturen übergangen
bzw. stark reduziert werden.
[0022] Im Rahmen der Erfindung sind zahlreiche Abänderungen möglich. So könnte, wie eingangs
schon ausgeführt, statt der Wärmepumpe 1 bzw. deren Kondensator 2 ein elektrisches
Heizregister angeordnet werden.
1. Vorrichtung zum Beheizen des Fahrgastraumes und/oder Fahrstandes von Schienenfahrzeugen,
mit einem Heizgerät (2), das von Zuluft durchströmt wird, die von einem Ventilator
(6) gefördert wird, dadurch gekennzeichnet, dass im Zuluftstrom ein an den Kühlkreislauf mindestens eines Motors (5) angeschlossener
Kühlwasser-Wärmetauscher (4) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Heizgerät der Kondensator (2) eine Wärmepumpe (1) ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kühlwasser-Wärmetauscher (4) im Zuluftstrom vor dem Kondensator (2) angeordnet
ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Verdampfer (3) der Wärmepumpe (1) über eine Luftleitung mit der Abwärme (12)
aus Bauteilen des Schienenfahrzeuges und/oder dessen Fortluft (11) beaufschlagt ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Heizgerät ein elektrisches Heizregister ist.