TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Portionierbehälter zur Getränkzubereitung
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. des Anspruchs 2 und eine Kapsel mit einem
solchen Portionierbehälter.
STAND DER TECHNIK
[0002] Aus der
WO 03/059778 ist eine Kapsel zur Zubereitung von Heissgetränken bekannt geworden, welche inwendig
- in einem distalen Bereich - eine flexible, konvex nach oben gegen die Kapselmitte
geformte Scheibe mit einem Dorn aufweist. Der Dorn ist gegen ein beabstandetes distales
Ende der Kapsel gerichtet. Durch Druckbeaufschlagung der Kapselkammer verformt sich
diese flexible Scheibe; der darauf befindliche Dorn wird gegen das distale Ende der
Kapsel gedrückt und perforiert schlussendlich die distale Kapselwand und schafft so
einen Durchbruch zum Abfluss des in der Kapsel zubereiteten Getränks.
[0003] Diese Kapsel hat den Nachteil, dass sie aufwändig in der Herstellung ist, da sie
aus zusammenzufügenden Einzelteilen besteht. Überdies wird das Getränkepulver bei
der Zubereitung stark komprimiert, was zu einem unerwünschten Hemmnis des Flusses
des Wassers führen kann.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0004] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Portionierbehälter anzugeben,
welcher einfacher herstellbar ist. Überdies ist es eine Aufgabe, einen Portionierbehälter
bereitzustellen, welcher einen besseren Durchfluss bei der Extraktion erlaubt.
[0005] Diese Aufgaben werden durch einen Portionierbehälter nach Anspruch 1 gelöst. Demgemäss
werden die Aufgaben durch einen Portionierbehälter für ein Getränkeschüttgut zur Zubereitung
eines Getränks, insbesondere eines Heissgetränks, umfassend: eine den Portionierbehälter
lateral begrenzende Wandung; eine den Portionierbehälter distal begrenzende Bodenplatte;
wobei durch die Wandung und die Bodenplatte eine vorzugsweise becherförmige Schüttgutkammer
zur Aufnahme einer dosierten Menge des Getränkeschüttguts gebildet ist; und wobei
zumindest ein vorzugsweise zentraler Bereich der Bodenplatte derart zwischen einer
ersten und einer zweiten Bodenposition axial beweglich relativ zur Wandung angebracht
ist, dass ein Volumen der Schüttgutkammer variabel ist, dadurch gelöst, dass die Bodenplatte
ein proximal abragendes, starres Übertragungselement zur besagten axialen Bewegung
der Bodenplatte beim bestimmungsgemässen Gebrauch aufweist.
[0006] Es ist hier denkbar, dass die Bodenplatte flexibel ausgestaltet und derart direkt
an der Wandung befestigt ist, dass sie durch das Übertragungselement zwischen einer
ersten Bodenposition in einer zweite Bodenposition unter Deformation der Bodenplatte
bewegbar ist. So kann die Bodenplatte in der ersten Bodenposition bspw. mit ihrem
Zentrum in einer konvexen Ausbildung gegen das Innere der Schüttgutkammer gebogen
sein und durch Umformung in eine konkave Ausbildung in die zweite Bodenposition überführt
werden, sodass das Zentrum vom Inneren der Schüttgutkammer weggebogen ist. Bevorzugterweise
ist die Bodenplatte jedoch derart ausgebildet, dass sie bei der axialen Bewegung der
Bodenplatte zwischen der ersten und zweiten Bodenposition im Wesentlichen formstabil
ist. Im letzten Fall ist dann vorzugsweise ein Bewegungsabschnitt vorgesehen, welcher
die Bodenplatte und die Wandung verbindet und die axiale Bewegung der Bodenplatte
relativ zur Wandung zulässt. Der Bewegungsabschnitt ist vorzugsweise umlaufend um
die Bodenplatte bzw. Wandung ausgebildet.
[0007] Diese Aufgaben werden auch durch einen Portionierbehälter nach Anspruch 2 gelöst.
Demgemäss werden die Aufgaben durch einen Portionierbehälter für ein Getränkeschüttgut
zur Zubereitung eines Getränks, umfassend: eine den Portionierbehälter lateral abschliessende
Wandung; eine den Portionierbehälter distal begrenzende Bodenplatte; wobei durch die
Wandung und die Bodenplatte eine Schüttgutkammer zur Aufnahme einer dosierten Menge
des Getränkeschüttguts gebildet ist; dadurch gelöst, dass die Bodenplatte derart an
der Wandung festgemacht ist, dass ein Randbereich der Bodenplatte zwischen einer ersten
und einer zweiten Bodenposition relativ zur Wandung axial beweglich ist.
[0008] Die proximale Seite ist die Seite der Fluidzuführung aus der Zubereitungsvorrichtung,
die distale Seite jene der Getränkeabführung. Die proximale Seite der Bodenplatte
ist also gegen das Innere der Schüttgutkammer gerichtet; die distale Seite ist gegen
das Äussere der Schüttgutkammer, entgegen der proximalen Richtung gerichtet. Die Axialrichtung,
die L-Richtung, läuft entlang der Symmetrieachse der Wandung, von der proximalen Seite
zur distalen Seite. Die laterale Richtung läuft senkrecht von der Axialrichtung weg.
[0009] Getränkeschüttgut ist vorzugsweise Kaffee-, Schokoladen-, Tee, und/oder Milchpulver.
Der Portionierbehälter kann allenfalls auch für bei im Wesentlichen Raumtemperatur
gelartige oder insbesondere dickflüssige Flüssigkeiten verwendet werden.
[0010] Vorzugsweise ist der Portionierbehälter mit der Wandung, der Bodenplatte und einem
Bewegungsabschnitt zwischen der Bodenplatte und der Wandung als ein einstückiges,
becherförmiges Stück geformt. Der Portionierbehälter kann bspw. ein Spritzgusselement
sein. Dies erlaubt eine besonders kostengünstige Herstellung. Insbesondere kann der
Portionierbehälter aus einem Polymer wie Polypropylen, Polyethylen, aus Polylactiden
(PAL) oder anderen sinter- und/oder formbaren Werkstoffen mit ähnlichen Eigenschaften
bestehen. Eine bevorzugte Materialstärke der Wandung beträgt zumindest im Bereich
der flächigen Strukturen etwa 0.4 bis 1 Millimeter.
[0011] Der Bewegungsabschnitt verbindet die Bodenplatte mit bzw. an der Wandung und ist
vorzugsweise derart umlaufend ausgebildet, dass ein gesamter Bereich zwischen der
Wandung und der Bodenplatte fluiddicht (insbesondere für Wasser) ist. Die Bodenplatte
kann also als Scheibe ausgebildet sein.
[0012] Dieser vorzugsweise vollständig umlaufende Bewegungsabschnitt kann ein gefalteter
Abschnitt, insbesondere ein faltenbalgartiger Abschnitt sein, welcher aufgrund von
geringerer Materialstärke und/oder Materialart im Vergleich zur Bodenplatte flexibel
ist. Vorzugsweise verbindet der Bewegungsabschnitt die Wandung und die Bodenplatte
wasserdicht.
[0013] In einer Weiterbildung ist der Bewegungsabschnitt in einem distalen Endabschnitt
an der Wandung und randseitig an der Bodenplatte angebracht. Dadurch kann der Bewegungsabschnitt
in seiner Ausdehnung minimal gehalten werden.
[0014] Es sind zumindest abschnittweise runde, insbesondere vollständig kreisrunde oder
auch andere, bspw. vieleckige Querschnitte der Wandung bzw. der Schüttgutkammer denkbar,
je nachdem wie der Querschnitt eines Kapselkäfigs einer Zubereitungsvorrichtung gestaltet
ist. Die Bodenplatte weist dann vorzugweise die gleiche Querschnittsgestalt auf.
[0015] Die Wandung kann also zwischen einer proximalen Oberkante und einer distalen Unterkante
einen Raum umgeben, in welchem die Schüttgutkammer gebildet ist, welche dann distal
durch die Bodenplatte begrenzt wird. Die Wandung kann die Form eines Zylinders, eines
Kegelstumpfs, eines Quaders o.ä. ausbilden und einen entsprechend geformten Hohlraum
als Schüttgutkammer ausbilden. Besonders bevorzugt ist, wenn die Wandung ein Hohlzylinder
ausbildet.
[0016] Vorzugsweise befindet sich die Bodenplatte in der ersten Bodenposition im Hohlraum
der Wandung (also bezüglich der Axialrichtung zwischen der Oberkante und der Unterkante
der Wandung). Die Bodenplatte in der ersten Bodenposition kann, bspw. mit ihrem Randbereich,
bündig mit der Unterkante der Wandung sein oder 2 bis 15 Millimeter von der Unterkante
der 20 bis 30 Millimeter, insbesondere etwa 24 Millimeter hohen Wandung (ohne Laschen)
gegen das Kammerinnere verschoben liegen. In der zweiten Bodenposition kann die Bodenplatte
über den Bewegungsabschnitt mit der Wandung verbunden 3 bis 10 Millimeter, insbesondere
etwa 5 Millimeter distal von der Wandung beabstandet sein (also nicht zwischen der
Wandung, nämlich distal der Unterkante der Wandung). In der zweiten Bodenposition
steht die Bodenplatte vorzugsweise über die Wandung ab. Alternativerweise kann die
Bodenplatte auch in der ersten Bodenposition ausserhalb der Wandung sein. Im letzteren
Fall kann der Durchmesser der Bodenplatte einen kleineren, gleichen oder grösseren
Durchmesser der Hohlraum aufweisen. Alternativerweise kann die Bodenplatte in beiden
Bodenpositionen im Hohlraum sein. Vorzugsweise ragt ein Aufstechelement (das Dornelement,
s. unten) distal über die Unterkante der Wandung.
[0017] Es wird bevorzugt, dass der Hohlraum zylinderförmig mit einem Durchmesser bis zu
4 Zentimeter, insbesondere etwa 3.2 Zentimeter ist und ein Durchmesser der Bodenplatte
vergleichsweise kleiner (bspw. 2 bis 3 Zentimeter, insbesondere etwa 2.4 Zentimeter)
als der Durchmesser dieses Hohlraums ist.
[0018] Der Randbereich der Bodenplatte, welche eine distale und eine proximale Oberfläche
aufweist, erstreckt sich im Bereich entlang des Umfangs der Bodenplatte. Der Randbereich
ist vorzugsweise etwa 2 bis 3 Millimeter breit. Die Bodenplatte kann mit einem Zentrum
in die distale Richtung ausgewölbt sein, so dass das Zentrum eine distale Spitze der
Platte bildet. Der Randbereich kann gegenüber der Plattenfläche in die proximale Richtung
um 30 bis 90 Grad, insbesondere etwa 80 Grad abgeknickt ausgestaltet sein.
[0019] Vorzugsweise weist die Bodenplatte ein proximal in die Kammer abragendes, starres
Übertragungselement zur besagten axialen Bewegung der Bodenplatte beim bestimmungsgemässen
Gebrauch mit der Zubereitungsmaschine auf. Dieses Übertragungselement kann insbesondere
im Wesentlichen finger-, rohr- oder stabförmig ausgebildet sein und ist vorzugsweise
mittig auf der Platte und sich in axialer Richtung erstreckend angebracht. Das allenfalls
über Längsrippen versteifte Übertragungselement erlaubt eine stösselartige Schiebe-
bzw. Zugbewegung der Bodenplatte relativ zur Wandung. Vorzugsweise ist das Übertragungselement
derart ausgebildet und befestigt, vorzugsweise einstückig mit der Bodenplatte ausgeformt,
dass es also auch auf Zug in die proximale Richtung und auf Druck entlang des Übertragungselements
beweglich macht. Vorzugsweise ist das Übertragungselement monolithisch ausgeformt
und vorzugsweise mittig auf der Bodenplatte angeordnet. Vorzugsweise ragt das Übertragungselement
proximal über eine Oberkante die Wandung, wenn sich die Bodenplatte in der ersten
Bodenposition befindet.
[0020] Diese insbesondere über das Übertragungselement kontrollierte Bewegung der Bodenplatte
bewirkt, dass sich das in der Kammer befindliche Zubereitungsgut deutlich weniger
vorkomprimiert. Somit ist ein besserer Durchfluss einer Flüssigkeit durch das Zubereitungsgut
möglich.
[0021] Das Übertragungselement ist vorzugsweise derart ausgeformt, dass nach dem Einlegen
der Kapsel mit dem Portionierbehälter in den Kapselkäfig der Zubereitungsmaschine
das Übertragungselement beim Schliessen der Maschine durch die Schliessbewegung derart
bewegt wird, dass die sich in der ersten Bodenposition befindliche Bodenplatte das
Volumen der Schüttgutkammer vergrössernd in die zweite Bodenposition geführt wird.
Beim Einlegen in die Maschine wird dem Zubereitungsgut mehr Platz zur Verfügung gestellt.
Dies ist bei aufquellendem Gut besonders vorteilhaft und erlaubt, dass der Portionierbehälter
bei der Kammerbefüllung ein geringeres Kammertotvolumen (also nicht durch Gut aufgefülltes
Volumen) aufweist. Herstellerseitig ist damit also eine optimale Befüllung der Kammer
möglich.
[0022] Die Schüttgutkammer weist bei sich in erster Bodenposition befindlicher Bodenplatte
ein erstes Volumen und bei sich in zweiter Bodenposition befindlichen Bodenplatte
ein zweites Volumen auf. Eine Volumenänderung der Schüttgutkammer vom ersten Volumen
zum zweiten Volumen bei besagter axialer Bewegung der Bodenplatte von der ersten Bodenposition
in die zweite Bodenposition beträgt vorzugsweise mindestens 10%, vorzugsweise mindestens
15% oder 20%, insbesondere mindestens 25% oder 30% des ersten Volumens der Schüttgutkammer.
Diese Volumenvariabilität erlaubt also ein minimales Kammervolumen beim Abfüllen des
Portionierbehälters mit dem Zubereitungsgut, was ein verbessertes Handling bei der
Befüllung mit Schüttgut ermöglicht und eine Volumenvergrösserung für den Extraktionsprozess.
[0023] Eine Materialstärke der Wandung kann 0.1 bis 1 Millimeter betragen. Die Bodenplatte
kann etwa doppelt so stark oder stärker sein.
[0024] Durch geeignete Perforationsmittel auf der distalen Oberfläche der Bodenplatte (z.B.
ein Dornelement oder eine Anordnung von Dornelementen, s. unten) und korrespondierende
Ausgestaltung einer den Portionierbehälter umgebenden und einen Aromaschutz bereitstellende
Kapselhülle kann die Kapsel beim Schliessen der Zubereitungsmaschine und der dadurch
hervorgerufenen Verlagerung der Bodenplatte aus der ersten in die zweite Bodenposition
vorbestimmt automatisch aufgestochen werden, bevor ein Fluid in die Kammer injiziert
wird. Es ist somit kein Druckaufbau im Kapselinnenraum zum lokalen Brechen der Hülle
zwecks Entnahme des zubereiteten Getränks notwendig. Durch die Schliessbewegung der
Maschine wird die Kapselhülle automatisch perforiert. Eine übermässige Verdichtung
des Zubereitungsguts und die damit einhergehende ausgeprägte Störung der Durchströmung
des Zubereitungsguts mit dem durch die Maschine zugeführten Fluid werden damit verhindert.
[0025] Bevorzugt wird, dass der Portionierbehälter derart ausgeformt, dass die Wandung zumindest
bei der besagten axialen Bewegung der Bodenplatte beim Schliessen der Maschine im
Wesentlichen formfest bleibt. Dadurch kann eine gezielte Anstechbewegung zum Anstechen
des distalen Endabschnitts der Kapsel mit der Bodenplatte ausgeführt werden und/oder
der Druck des Übertragungselements optimal aufgefangen werden. Die Formstabilität
der Wandung ermöglicht, dass die Bodenplatte, welche vorzugsweise ebenfalls im Wesentlichen
formstabil ist, an der Wandung geführt ist und erlaubt damit eine präzise Bewegung
der Bodenplatte.
[0026] Besonders bevorzugt ist also eine zumindest bei der besagten axialen Bewegung der
Bodenplatte formstabile Wandung und formstabile Bodenplatte, wobei die Wandung und
die Bodenplatten über einen Bewegungsabschnitt verbunden sind. Hierbei wird bevorzugt,
dass der Bewegungsabschnitt die Bodenplatte bei sich in der ersten Bodenposition befindlichen
Bodenplatte in einer ersten Faltlage und bei sich in der zweiten Bodenposition befindlichen
Bodenplatte in einer zweiten Faltlage liegend relativ beweglich zueinander verbindet.
Der Bewegungsabschnitt kann also vorzugsweise von einer Faltlage in eine zweite Faltlage
und zurück gefaltet werden. Vorzugsweise ist die Axialbewegung von der ersten Bodenposition
in die zweite Bodenposition eine Parallelbewegung der Bodenplatte in L-Richtung, sodass
die Bodenplatte in der ersten Bodenposition parallel zur Bodenplatte in der zweiten
Bodenposition liegt. Besonders bevorzugt ist der Bewegungsabschnitt umfangsseitig
um die Bodenplatte symmetrisch aufgebaut, insbesondere gefaltet. Grundsätzlich kann
der Bewegungsabschnitt auch ermöglichen, durch Druck oder Zug auf einen Abschnitt
des Randabschnitts der Platte die Platte nur mit diesem Abschnitt in die eine Bodenposition
zu bringen, während der umfangseitig gegenüberliegende Abschnitt des Randabschnitts
in der anderen Bodenposition verbleibt. Dies wäre dann keine Parallelbewegung. Vorzugsweise
wird der Druck oder Zug auf die Platte zur Änderung der Bodenposition jedoch mittig,
also zentrumsnah auf die Platte ausgeübt, sodass die ganze Bodenplatte eine Parallelbewegung
ausführt.
[0027] In einer Weiterbildung weist die Wandung an einer Aussenseite axial verlaufende,
nach aussen gerichtete und umfangseitig um die Wandung verteilt angeordnete Distanzrippen
auf. Diese erlauben, dass der Portionierbehälter mit einem vordefinierten Schüttgutkammervolumen
optimal in eine Kapselhülle von vorbestimmter Form eingefügt werden kann. Durch Anpassung
der Geometrie dieser Rippen kann das Schüttgutvolumen auf die Art des Schüttguts angepasst
werden (bspw. Milchpulver, Kaffeepulver und/oder Schokoladenpulver). Die Distanzrippen
können sich von einem distalen Ende der Wandung bis zur ersten oder letzten Auskragungsstufe
des ersten, proximal liegenden Ringraumes erstrecken. Sie können auch distal über
ein distales Ende der Wandung ragen, bspw. um 1 bis 3 Millimeter. Die Distanzrippen
verleihen der Wandung verbesserte Stabilität zur Führung der besagten axialen Bewegung
der Bodenplatte. Anstelle der Distanzrippen können auch andere Distanzelemente, wie
bspw. Distanzfinger, verwendet werden.
[0028] Beim bestimmungsgemässen Gebrauch des Portionierbehälters in einer Kapsel in einer
Maschine kann durch die Druckbeaufschlagung der Schüttgutkammer durch den Fluideintrag
die oben beschriebene Struktur des Portionierbehälters derart belastet sein, dass
die Distanzrippen in radialer Richtung zumindest teilweise kollabieren. Beim Injizieren
einer heissen Flüssigkeit kann die Erwärmung beim Kollabieren der Rippen und der Ausdehnung
der Wandung zusätzlich helfen. Vorzugsweise dehnt sich die Wandung nur und bildet
hierbei keine Risse aus. Dies erlaubt, dass sich das durch Fluidaufnahme vergrössernde
Volumen des aufquellenden Schüttguts weitgehend ungehindert weiterausdehnen kann.
Damit kann ein Flüssigkeitsrückstau aufgrund einer übermässigen Verdichtung des Schüttguts
im Portionierbehälter weiter vermieden werden.
[0029] Demzufolge kann der Portionierbehälter also derart ausgebildet sein, dass bei der
Getränkezubereitung eine zweistufige Vergrösserung der Schüttgutkammer stattfindet.
In einer ersten Stufe ist die Kammer durch Verlagerung der Bodenplatte beim Schliessen
der Maschine nach Kapseleinlage vergrösserbar. Wenn das Fluid danach unter hohem Druck
von bis zu 15 bar in die Kammer gedrückt wird, ist die Kammer in einer zweiten Stufe
vergrösserbar. Der Portionierbehälter ist hierzu derart flexibel aufgebaut, dass die
Distanzrippen zumindest teilweise unter diesem Druck und einer allenfalls vorhandenen
Wärmeeinwirkung durch ein erhitztes Fluid (bspw. 80-95 Grad Celsius warmes Wasser)
kollabieren und sich die Wandung radial und der Bewegungsabschnitt zwischen Wandung
und Bodenplatten entsprechend ausdehnen, bis sie über die Kapselhülle am Kapselkäfig
der Maschine anliegen. In der zweiten Stufe kann das Volumen nochmals um bis zu 30%
bis 100%, insbesondere etwa 50% zunehmen.
[0030] Die Volumenvergrösserung (erste Stufe und/oder zweite Stufe) erlaubt eine sanftere
Extraktion des Getränks, indem Raum für die Ausdehnung des aufquellenden Schüttguts
geschaffen wird.
[0031] In einer Weiterbildung sind die Bodenplatte und das Übertragungselement einstückig
ausgeformt, insbesondere durch Spritzguss hergestellt. Dies erlaubt eine effiziente
Herstellung und eine genügend starke und zweckoptimierte Verbindung der beiden Elemente.
[0032] In einer Weiterbildung ist die Bodenplatte als Filterelement ausgebildet und weist
eine Vielzahl von Durchgangslöchern von der proximalen Plattenseite zu einer distalen
Plattenseite auf. Die Durchgangslöcher verlaufen vorzugsweise in L-Richtung, können
jedoch auch gegen die Plattenmitte geneigt oder senkrecht zur Plattenoberfläche verlaufen.
Vorzugsweise verkleinert sich ein Durchmesser der Durchgangslöcher in der Längsrichtung
(bspw. von 0.8 Millimeter auf 0.5 Millimeter); die Durchgangslöcher sind also vorzugsweise
konisch in L-Richtung oder in distaler Richtung zulaufend geformt. Das derart vorgefertigte
Filterelement macht es unnötig, weitere Perforationselemente in der Kapsel vorzusehen,
um die Bodenplatte durch Perforation beim bestimmungsgemässen Gebrauch zum Filterelement
zu machen. Dadurch wird der Gebrauch der Kapsel zuverlässiger und deren Aufbau einfacher.
[0033] In einer Weiterbildung weist die Bodenplatte auf der distalen Plattenseite eine Vielzahl
von zwischen den Durchgangslöchern verlaufenden Labyrinthstegen zur Bildung einer
druckvermindernden Durchflussstrecke mit einer Gegenfläche der Kapselhülle auf. Dadurch
kann ein Flusspfad des zubereiteten, von der proximalen Oberfläche der Platte durch
einen Durchgangsloch auf die distale Plattenoberfläche tretenden Getränks unter vorbestimmtem
Rückstau, welcher eine Zubereitung des Getränks bei einem vorbestimmten Druck in der
Schüttgutkammer erlaubt, erfolgen. Die Labyrinthstege sind vorzugsweise etwa 0.5 Millimeter
stark und etwa ebenso hoch. Die Stege sind vorzugsweise auf konzentrischen Kreisen
angeordnet und erstrecken sich vorzugsweise im Wesentlichen über etwa einen jeweiligen
Viertelkreis. Eine radial gerichtete Lücke zwischen den Stegen kann etwa 1 bis 2 Millimeter
betragen. Auf einem Kreis angeordnete Stege können umfangseitig etwa 1 bis 2 Millimeter
beabstandet sein und eine Durchgangslücke bilden. Es können 2 bis 8, insbesondere
4 konzentrische und radial durchbrochene Stegringe vorgesehen sein. Die Kreissegmente
von unmittelbar radial benachbarten Kreissegmenten sind vorzugsweise versetzt zueinander
angeordnet. Bevorzugt wird eine Versetzung um 45 Grad, sodass die Durchgangslücken
auf die Höhe der Mitte des zugeordneten, radial unmittelbar benachbarten Kreissegmentes
zu liegen kommen. Diese Stege versteifen die Bodenplatte zusätzlich.
[0034] Die Bodenplatte ist also vorzugsweise derart ausgebildet (Materialstärke und/oder
Struktur), dass sie beim bestimmungsgemässen Gebrauch im Wesentlichen formfest ist.
[0035] In einer Weiterbildung weist die Bodenplatte ein distal abragendes und vorzugsweise
gegenüberliegend des Übertragungselements angeordnetes Dornelement auf. Dieses Dornelement
ist vorzugsweise stromlinienförmig ausgebildet. Das Dornelement kann einen spitzbogenförmigen
Längsquerschnitt aufweisen. Damit ist das distale Dornelement, welches zum Anstechen
des distalen Kapselabschnitts zwecks Auslass des zubereiteten Getränks dient, in der
Kapsel selbst und nicht in der zugehörigen Maschine untergebracht.
[0036] In einer Weiterbildung ist das Dornelement von einer Vielzahl von distal von der
Bodenplatte abragenden und sich beabstandet zueinander aneinanderreihenden distalen
Laschenelementen umgeben. Diese distalen Laschenelemente sind vorzugsweise kranzartig
entlang eines Kreises auf der Bodenplatte angeordnet und etwa 2 bis 4 Millimeter,
insbesondere 3 Millimeter breit und etwa 4 bis 7, insbesondere 5 oder 6 Millimeter
hoch (in L-Richtung). Vorzugsweise sind die distalen Laschenelemente auf einem Kreis
angeordnet und paarweise um einen etwa 1 bis 2 Millimeter breiten Schlitz beabstandet.
Dieser Schlitz kann sich in distaler Richtung um 10% bis 100% verbreitern. Durch diese
kranzartige Anordnung wird zwischen dem Dornelement und den dieses umgebende distalen
Laschenelementen ist ein durch die Schlitze zugänglicher distaler Ringraum gebildet,
so dass das zubereitete Getränk durch diesen Ringraum am vorzugsweise stromlinienförmig
ausgebildeten Dorn entlang nach aussen läuft, unter Bildung eines einzelnen Flüssigkeitsstrahls.
Der Dorn überragt die distalen Laschenelemente vorzugsweise um etwa 0.5 bis 1 Millimeter.
Diese distalen Laschenelemente verhindern ein Auffächern des sich vom Dornelement
in distaler Richtung lösenden und so aus der Kapsel austretenden Getränkestrahls.
Damit ist eine gezielte Abgabe des zubereiteten Getränks in den Trinkbecher möglich.
Durch die spezielle Gestaltung der Kapsel mit den distalen Laschenelementen und dem
Dorn, vorzugsweise im Zusammenspiel mit der Kapselhülle, wird das fertige Getränk
aus der Kapsel entnehmbar, ohne dass die Maschine durch das Getränk verschmutzt und
daher reinigungsbedürftig wird.
[0037] In einer Weiterbildung ist der Portionierbehälter also derart ausgestaltet, dass
die axiale Bewegung der Bodenplatte mit dem Dornelement als Anstechbewegung zum Perforieren
einer gegengeordneten zweiten Schutzfolie nutzbar ist und/oder wobei die Bodenplatte
gewölbt (d.h. konkav in die distale Richtung oder proximale Richtung ausgewölbt) ausgebildet
ist. Die Wölbungshöhe beträgt vorzugsweise etwa 1 bis 10 Millimeter, insbesondere
etwa 5 Millimeter. Ist die Platte starr für eine Parallelbewegung der Platte ausgebildet,
so ist sie vorzugsweise in beiden Plattenpositionen nach aussen (bezüglich der Kapsel)
gewölbt; ist die Platte hingegen elastisch ausgebildet und wird die Bewegung der Platte
durch Umformung der Platte erreicht, ist die Platte vorzugsweise in der ersten Plattenposition
nach innen (bezüglich der Kapsel) gewölbt und in der zweiten Plattenposition weniger
nach innen gewölbt, vorzugsweise nach aussen gewölbt.
[0038] In einer Weiterbildung sind die distalen Laschenelemente derart um das Dornelement
angeordnet, dass dornelementseitige Mündungen von sich durch die Labyrinthstege erstreckenden
und vom jeweiligen Durchgangsloch zu den distalen Laschenelementen reichenden Flusspfaden
jeweils mittig auf ein distales Laschenelement gerichtet sind. Das zwischen den Labyrinthstegen
gegen die distalen Laschenelemente austretende Fluid muss also einen Teil eines distalen
Laschenelements umfliessen, um in den distalen Ringraum zum Dornelement zum Austritt
gelenkt zu werden. Dies verhindert einen zu schnellen Eintrag von Flüssigkeit zwischen
die distalen Laschenelemente, was die Getränkestrahlausbildung stören könnte.
[0039] Überdies ist bevorzugt, wenn die Wandung einen proximalen, lateral nach aussen gerichteten
Flansch zum Eingriff mit der Zubereitungsmaschine aufweist. Vorzugsweise wird der
Flansch durch eine stufenweise Auskragung der Wandung bereitgestellt. Eine Höhe der
Wandung vom distalen Ende zur ersten Stufe der Auskragung kann etwa 1 bis 2 Zentimeter,
insbesondere etwa 1.6 Zentimeter betragen. Zwischen dem Flansch und der Schüttgutkammer
ist ein in radialer Richtung etwa 5 Millimeter breiter und ebenso tiefer, allenfalls
gestufter proximaler Ringraum gebildet. Der Flansch stelle einer proximale Flanschfläche
bereit, welche sich von einem proximalen, radialen Ende des proximalen Ringraums etwa
4 bis 5 Millimeter in radialer Richtung nach ausser erstreckt. Darauf kann eine Folie
angeschweisst werden. Der proximale Ringraum umläuft ein proximales Ende der Schüttgutkammer.
Zwischen dem proximalen Ringraum und der Schüttgutkammer ist eine Vielzahl von proximal
abragender und beabstandet zueinander aneinandergereihter proximaler Laschenelemente
angeordnet, welche in der Verlängerung der vorzugsweise geradzylindrigen, distal der
Auskragung befindlichen Wandung stehen. Diese proximalen Laschenelemente sind etwa
4 bis 7 Millimeter, insbesondere etwa 6 Millimeter lang (in L-Richtung), etwa 2 bis
5, insbesondere 3 Millimeter breit und jeweils paarweise durch etwa 0.5 bis 1 Millimeter
breite Schlitze beabstandet. Durch diese Schlitze ist ein Flüssigkeitseintrag vom
proximalen Ringraum umfangseitig verteilt zwischen den proximalen Laschenelementen
in die Schüttgutkammer möglich. Vorzugsweise weisen die proximalen Laschenelemente
die Krümmung der Wandung des Portionierbehälters auf.
[0040] Vorzugsweise ist der hierin beschriebene Portionierbehälter einstückig geformt, insbesondere
durch ein Spritzgussverfahren hergestellt.
[0041] Zudem ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Kapsel mit einem erfindungsgemässen
Portionierbehälter anzugeben.
[0042] Diese Aufgabe wird durch eine Kapsel umfassend einen Portionierbehälter wie oben
beschrieben und eine vorzugsweise sauerstoffdichte Kapselhülle zur Aufnahme des Portionierbehälters
erreicht.
[0043] Die Kapselhülle kann hierbei den Portionierbehälter vorständig umschliessen und in
den Bereichen, welche durchstochen werden sollen, dieses Durchstechen durch eine entsprechende
kleine Materialstärke ermöglichen. Es ist denkbar, eine Materialschwächung in diesen
zur Durchstechung vorgesehenen Bereichen vorzusehen.
[0044] Alternativ kann die Kapselhülle eine proximale Eintrittsöffnung und distale Austrittsöffnung
aufweisen, wobei die proximale Eintrittsöffnung durch eine vorzugsweise sauerstoffdichte,
durch Maschinenelemente durchstechbare erste Schutzfolie und die distale Austrittsöffnung
durch eine vorzugsweise sauerstoffdichte, durch das Dornelement bzw. die distalen
Laschenelemente perforierbare zweite Schutzfolie abgeschlossen sind, wobei die Kapsel
derart ausgestaltet ist, dass durch Überführung der Bodenplatte aus der ersten Bodenposition
in die zweite Bodenposition die zweite Schutzfolie durch das Dornelement perforierbar
ist.
[0045] Ein Verlagerungsweg der Bodenplatte zwischen der ersten und der zweiten Bodenposition
kann etwa 2 bis 6 Millimeter betragen. Eine Länge des Übertragungselements ist vorzugsweise
derart gewählt, dass das Übertragungselement von der Bodenplatte in erster Bodenposition
bis an die erste Schutzfolie reicht, vorzugsweise diese Folie leicht nach aussen spannt,
sodass die Folie die proximale Eintrittsöffnung der Kapselhülle konvex überspannt.
Eine Überragungshöhe über eine durch den Flansch gebildete Flanschfläche kann 1 bis
3 Millimeter betragen. Befindet sich die Bodenplatte in der zweiten Bodenposition,
so liegt das proximale Ende des Übertragungselements vorzugsweise etwa 1 bis 3 Millimeter
unter der durch den Flansch gebildeten Fläche.
[0046] Durch die sauerstoffdichte Ausgestaltung der Kapselhülle und der ersten und zweiten
Schutzfolie ist eine optimale Aufbewahrung, insbesondere was den Aromaschutz betrifft,
des sich in der Schüttgutkammer befindlichen Getränkepulvers, bspw. Kaffee, möglich.
Die Kapselhülle kann bspw. aus einem tiefziehbarem, sauerstoffdichten, mehrschichtigen
Folienmaterial. Eine Lage dieses Folienmaterials kann insbesondere aus einem Polymermaterial
mit guten Sauerstoffbarriereeigenschaften, vorzugsweise aus EthylenVinylalkohol-Copolymer
(EVOH) gefertigt sein; andere Lagen können insbesondere aus Polypropylen und/oder
Polyethylen gefertigt sein. Eine bevorzugte Materialstärke der Wandung beträgt zumindest
im Bereich der flächigen Strukturen etwa 0.3 bis 1.1 Millimeter. Der Portionierbehälter
kann damit aus einem nicht sauerstoffdichten Material hergestellt sein. Damit muss
die Kapsel nicht noch zusätzlich in einen gasdichten Beutel eingeschweisst werden.
[0047] Die Schutzfolien können insbesondere aus Aluminium oder einem anderen Material, insbesondere
aus einer mehrlagigen und sauerstoffdichten Folie gefertigt sein.
[0048] Zur Herstellung der Kapsel wird der einstückig gespritzte Portionierbehälter in einer
Füllmaschine industriell mit dem Schüttgut gefüllt. Das Schüttgut wird hierbei in
der Schüttgutkammer komprimiert. Die Kapselhülle mit gefülltem Portionierbehälter
wird sauerstoffdicht verschlossen (Schutzfolie(n) werden angeschweisst). Wird diese
Kapsel dann in die Zubereitungsmaschine eingelegt und die Maschine geschlossen, so
perforieren Anstechelemente der Maschine die erste Schutzfolie und das Dornelement
des Portionierbehälters perforiert die zweite Schutzfolie aufgrund der oben beschriebenen
Bewegung der Bodenplatte. Das Volumen der Kapsel vergrössert sich durch Verlagerung
der Bodenplatte. Damit kann dann das Fluid, insbesondere Wasser, durch die Perforationen
der ersten Schutzfolie in die Kapsel eindringen, dort mit dem aufquellenden Getränkeschüttgut
wechselwirken, durch die perforierte Bodenplatte gefiltert werden und als fertiges
Getränk durch die Perforation der zweiten Schutzfolie auslaufen. Durch den von der
Maschine aufgebauten Druck in der Schüttgutkammer und allenfalls die Wärme des Fluides
(bspw. 80 bis 95 Grad Celsius warmes Wasser) kollabieren die Distanzrippen und die
Wandung und der Bewegungsabschnitt der Wandung mit der Bodenplatte dehnen sich aus
und kommen an der am Kapselkäfig anliegenden Kapselhülle zum Anliegen. Dadurch wird
dem aufquellenden Schüttgut weiterer Raum zur Verfügung gestellt. Somit ist eine sanfte
Extraktion bei optimalem Fluiddurchfluss gewährleistet.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0049] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnungen
beschrieben, die lediglich zur Erläuterung dienen und nicht einschränkend auszulegen
sind. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- in perspektivischer Ansicht von unten eine bevorzugte Ausführungsform eines Portionierbehälters
mit einer Bodenplatte in einer ersten Bodenposition;
- Fig. 2
- in perspektivischer Ansicht von oben den Portionierbehälter nach Fig. 1;
- Fig. 3
- einen Längsschnitt durch eine Kapsel mit einem Portionierbehälter nach Fig. 1 mit
der Bodenplatte in der ersten Bodenposition;
- Fig. 4
- einen Längsschnitt durch eine Kapsel mit einem Portionierbehälter nach Fig. 1 mit
der Bodenplatte in der zweiten Bodenposition;
- Fig. 5
- die Kapsel nach Fig. 3 eingelegt in eine schematisch dargestellte Zubereitungsmaschine,
wobei die Zubereitungsmaschine noch nicht geschlossen ist; und
- Fig. 6
- die Kapsel nach Fig. 4 eingelegt in eine schematisch dargestellte Zubereitungsmaschine,
wobei die Zubereitungsmaschine geschlossen ist.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0050] Figur 1 zeigt einen Portionierbehälter 10 nach einer bevorzugten Ausführungsform mit einer
hohlzylinderabschnittförmigen, sich entlang einer Längsrichtung L erstreckenden Wandung
11, welche zur distalen Seite (d.h. in Fig. 1 oben in Richtung L) mit einer Bodenplatte
13 verschlossen ist. Die Bodenplatte 13 ist an einem distalen freien Endabschnitt
111 der Wandung 11, in einem durch die Wandung 11 gebildeten Zylinderraum festgemacht.
[0051] Figur 2 zeigt den Portionierbehälter 10 nach Fig. 1 aus proximaler Richtung (d.h. von unten).
Wiederum ist die Wandung 11 erkennbar, welche eine in besagtem Zylinderraum gebildete
Schüttgutkammer 20 radial begrenzt. Die Bodenplatte 13 begrenzt die Schüttgutkammer
20 in distaler Richtung. Der Portionierbehälter 10 ist also becherartig geformt, wobei
die Schüttgutkammer 20 zur Aufnahme des Getränkepulver, also bspw. des Kaffee-, Schokoladen-
oder Milchpulvers dient. Die Schüttgutkammer 20 hat die Form eines geraden Zylinderabschnitts
und erstreckt sich vom proximalen Ende der Wandung 11 bis zur Bodenplatte 13.
[0052] Auf einer Aussenfläche 110 der Wandung 11 sind axial, also in L-Richtung verlaufende,
flächig oder gleichwirkend ausgestaltete Distanzrippen 112 angebracht. Diese Distanzrippen
112 verjüngen sich radial in distaler Richtung, so dass die Distanzrippen 112 im Wesentlichen
dreiecksförmig ausgebildet sind und in der radial abragenden Höhe, gegen das distale
Ende des Portionierbehälters 10 zu abnehmen. Die Distanzrippen 112 sind umfangsseitig
um die Wandung in regelmässigen Abständen angeordnet. Sie reichen vom proximalen Ende
der Wandung 11 bis zu deren distalen Ende 111, also im Wesentlichen über die gesamte
Höhe in L-Richtung des Behälters 10. Die Distanzrippen 112 dienen der optimalen Lage
des Portionierbehälters 10 in der unten beschriebenen Kapselhülle 5 und sind derart
ausgestaltet, dass sie durch den Extraktionsprozess kollabierbar sind.
[0053] Am proximalen Ende des Behälters 10 ist ein Flansch 12 angebracht, welcher durch
eine stufenweise Auskragung der Wandung 11 im Proximalbereich des Behälters 10 gebildet
ist. Der Flansch 12 dient der Verbindung mit der erwähnten Kapselhülle 5 und mit einer
Kapselkäfig einer Extraktions- oder Zubereitungsmaschine 2, in welche die Kapsel 1
zur Getränkzubereitung eingelegt wird. Überdies kann eine erste Schutzfolie 61 auf
diesen Flansch geschweisst werden.
[0054] Die Wandung 11 weitet sich stufenweise zum Flansch 12 aus. In der proximalen Verlängerung
des die Schüttgutkammer 20 bildenden Abschnitts der Wandung 11 (d.h. des oben erwähnten
geraden Abschnitts der zylinderförmigen Wandung) erstrecken sich proximal in L-Richtung
abragende proximale Laschenelemente 114. Diese proximalen Laschenelemente 114 sind
kranzförmig auf einem den Querschnitt des geraden Zylinderabschnitts beschreiben Kreis
angeordnet. Die im Wesentlichen plattenartigen proximalen Laschenelemente 114 sind
hierbei derart relativ zueinander angeordnet, dass jeweils zwischen zwei benachbarten
Laschenelementen 114 ein Schlitz 116 ausgebildet ist. In anderen Worten ist ein proximaler
freier Endabschnitt der Wandung 11 mit axialen Schlitzen 116 versehen, womit die proximalen
Laschenelement 114 bereitgestellt sind. Die Auskragung der Wandung 11 setzt am Fusse
der Laschenelement 114 an, womit sich da die Wandung 11 sich dort in die Laschenelement
114 und den Flansch 12 aufteilt.
[0055] Diese Schlitze 116 sind etwas weniger als 1 Millimeter breit, wobei die Laschenelemente
114 einige Millimeter, insbesondere etwa 3 bis 4 Millimeter breit und etwa 6 Millimeter
lang sind. Zudem sind die plattenartigen proximalen Laschenelemente 114 derart um
die L-Richtung gewölbt, dass Sie dem kreisförmigen Querschnitt der Wandung 11 folgen.
Die proximalen freien Enden 115 der Laschenelemente 114 sind jeweils plan geschnitten
und stellen senkrecht zur L-Richtung liegende, freie Stirnflächen bereit, sodass sie
mit einer proximal gerichteten Fläche des Flansches 12 fluchten. Somit kann die erste
Schutzfolie 61 auf den Stirnseiten der freien Enden 115 der Laschenelementen 114 und
auf dem Flansch 12 angeschweisst werden.
[0056] Die Auskragung der Wandung 11 erstreckt sich radial vom Fuss der Laschenelemente
114 nach aussen, stufenweise in proximaler und radialer Richtung und mündet schliesslich
in den Flansch 12. Somit ist zwischen dem Flansch 12 und den proximalen Laschenelementen
114 ein durchgehender proximaler Ringraum 15 ausgebildet. Dieser proximale Ringraum
15 (gestuft bis etwa 5 Millimeter tief und gestuft bis zu 5 Millimeter breit) ist
somit durch die gestufte Auskragung und die proximalen Laschenelemente 114 definiert
und wird durch die erste Schutzfolie 61 abgeschlossen. Der Ringraum 15 ist durch die
Schlitze 116 fluidisch mit der Schüttgutkammer 20 verbunden. Wird nun die erste Schutzfolie
61 auf dem Flansch 12 und den freien Enden 115 der Laschenelemente 114 angeschweisst,
so kann der Flüssigkeitseintrag zur Zubereitung des Getränks direkt in diesen Ringraum
15 erfolgen, sodass der Ringraum 15 die eingeströmte Flüssigkeit umfangsseitig um
die ganze Schüttgutkammer 20 verteilt und durch die Schlitze 116 dann gleichverteilt
in die Schüttgutkammer 20 einleitet. Somit ist eine gleichmässige Einströmung der
Zubereitungsflüssigkeit gewährleistet.
[0057] Zwischen den Distanzrippen 112 sind Freiräume 117 ausgebildet, welche jeder durch
einen Abschnitt der Aussenfläche 110, einen Abschnitt der distal gerichteten Seite
des Flanschs 12 und jeweils zwei benachbarte Distanzrippen 112 begrenzt sind. In der
Ausführungsform gemäss den vorliegenden Figuren sind zwölf äquidistant verteilte Distanzrippen
112 vorgesehen. Es können mehr oder weniger Distanzrippen 112 vorgesehen sein, abhängig
von deren Dicke, Form und Stabilität.
[0058] Die Bodenplatte 13 weist eine proximale Oberfläche 137 und distale Oberfläche 138
auf (s. Fig. 3). Auf der distalen Oberfläche 138 sind distal abragende Labyrinthstege
130 angeordnet, welche eine Labyrinthstruktur auf der Bodenplatte 13 bilden. Diese
Labyrinthstege 130 sind hierbei derart ausgeformt, dass sie Kreisbogensegmente bilden,
welche sich jeweils gruppenweise aneinanderreihen und pro Gruppe einen von vier konzentrischen
Kreis aufspannen. Diese Kreise sind äquidistant konzentrisch um ein Zentrum der Platte
13 angeordnet. Aufgrund der Beabstandung der etwa viertelkreisförmigen Kreisbogensegmente
sind umfangseitige Durchbrüche oder Lücken 1300 in radialer Richtung vorhanden. Hierbei
sind die Labyrinthstege 130 nun derart angeordnet, dass die Kreisbogensegmente verschiedener
Gruppen jeweils versetzt zueinander in radialer Richtung verlaufen, so dass die Durchbrüche
1300 nicht auf einer Linie zum Zentrum der Platte 13 liegen. Befindet sich die Bodenplatte
13 in der zweiten Bodenposition (s. Fig. 4) so bildet sie mit der Kapselhülle 5 eine
druckvermindernde Durchflussstrecke für das Fluid.
[0059] Zwischen den Labyrinthstegen 130 der verschiedenen konzentrisch angeordneten Kreise
sind jeweils Durchgangsbohrungen 131 vorgesehen, welche von der distalen Oberfläche
138 der Bodenplatte 13 durchgehend bis zur proximalen Oberfläche 137 verlaufen (s.
bspw. Fig. 3). Die Durchgangslöcher 131 sind jeweils in den durch die Labyrinthstege
130 freigelassenen konzentrischen Kreisbereichen der Bodenplatte 13 angeordnet. Vorteilhafterweise
verengt sich eine lichte Weite der Durchgangsöffnungen in L-Richtung. Die Durchgangslöcher
131 also zwischen den benachbarten Labyrinthstegen 130 verschiedener Gruppen angeordnet
und derart bemessen, dass bei den typischerweise herrschenden Druckverhältnisse ein
Flüssigkeitsdurchtrag durch die Bodenplatte 13 optimal gewährleistet ist, während
das Schüttgut bzw. Getränkepulver nicht durch diese Durchgangslöcher 131 dringen kann.
Die Bodenplatte 13 wirkt somit als Filter, wobei auf der distalen Oberfläche 138 eine
Labyrinthstruktur zur Dichtung mit einer Gegenseite angebracht ist. Vorzugsweise sind
diese Durchgangslöcher 131 bereits vorgefertigt im Portionierbehälter 10 und müssen
nicht durch Perforation bei der Zubereitung des Getränks erzeugt werden.
[0060] Vorzugsweise ist die Bodenplatte 13 konkav nach aussen, das heisst in distaler Richtung,
gewölbt. Diese Auswölbung in L-Richtung erlaubt eine grössere Siebfläche und eine
bessere Abführung der durch die Löcher 131 durchtretenden Flüssigkeit. Die Platte
13 ist überdies komplementär zum gegenüberliegenden Abschnitt der Kapselhülle 5 geformt,
wobei letztere komplementär zum Kapselkäfig 3 geformt ist. Überdies weist ein Randbereich
139 einen proximal um etwa 80 Grad zur Plattenoberfläche 138, 139 abknickenden Kragen
1390 auf (s. Fig. 3). Dieser Kragen 1390 weist also eine stärker gegen den Monolithen
14 geneigte Kegelstumpfmantelfläche auf als ein Zentralbereich der Bodenplatte 13.
[0061] Im Zentrum der Bodenplatte 13 ist auf der distalen Seite 138 ein stromlinienförmiges
Dornelement 143 angeordnet, welches derart bemessen ist, dass eine Perforation in
einer zugeordneten Schutzfolie 62 eine Grösse aufweist, welche ein optimales Ausfliessen
der Zubereitungsflüssigkeit gewährleistet.
[0062] In unmittelbarer Nähe um den Dorn 143 sind distale Laschenelemente 144 angeordnet,
wobei diese ebenfalls einen Kreis um das Dornelement 143 bilden, so dass zwischen
den distalen Laschenelementen 144 und dem Dornelement 143 ein weiterer distaler Ringraum
16 gebildet ist. Der distale Ringraum 16 ist etwa 2 Millimeter breit und 5 Millimeter
hoch. Das Dornelement 143 überragt mit dessen Spitze in distaler Richtung die Laschenelemente
144 um etwa einen halben Millimeter. Die Laschenelemente 144 sind ebenfalls derart
gewölbt ausgebildet, dass sie dem Kreis um das Dornelement 143 folgen und jeweils
so angeordnet, dass zwischen zwei benachbart stehenden distalen Laschenelementen 144
jeweils ein etwa 1 bis 2 Millimeter breiten, in diese Richtung sich verbreiternden
Schlitz 146 freigelassen ist. Hierbei sind die Schlitze 146 derart angeordnet, dass
sie mittig auf die unmittelbar benachbarten Labyrinthstege 130 ausgerichtet sind.
Somit ist gewährleistet, dass die aus dem Labyrinth austretende Zubereitungsflüssigkeit
nicht direkt auf den Dorn 143 fliesst, sondern um die Laschenelemente 144 fliessen
muss, um zu dem Schlitz 146 zu gelangen und entlang des Dornelementes 143 durch eine
durch dieses Dornelement 143 eingebrachte Perforation auszufliessen.
[0063] In Fig. 2 ist zudem ein starres, sich in L-Richtung erstreckendes Übertragungselement
14 dargestellt, welches stösselartig und zentral in der Schüttgutkammer 20 angeordnet
und mit der Bodenplatte 13 verbunden ist. Der Monolith 14 ist hierbei gegenüberliegend
des Dornelementes 143 angeordnet. Der Monolith 14 ist weiter derart ausgestaltet,
dass aus proximaler Richtung auf den Monolith 14 gedrückt werden kann, um distal wirkenden
Druck auf die Bodenplatte 13 auszuüben. Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist
der Monolith als Stab mit Verstärkungsrippen ausgebildet, wie in Fig. 2 dargestellt.
Diese Verstärkungsrippen verlaufen in axialer Richtung und erhöhen eine Knickstabilität
des Monoliths 14.
[0064] Die Bodenplatte 13 ist axial beweglich an der Wandung 11 befestigt. Figur 1 zeigt
die axial bewegliche Bodenplatte 13 in einer ersten Bodenposition, wobei eine Länge
des Monoliths 14 derart bemessen ist, dass ein proximales Ende des Monoliths 14 über
die Proximalflächen des Flansches 12 ragt, wenn sich die Bodenplatte 13 in der ersten
Bodenposition befindet (s. Fig. 3).
[0065] Figur 3 zeigt den Portionierungsbehälter 10 nach den Figuren 1 und 2 im Querschnitt, wobei
dieser in eine Kapselhülle 5 eingesetzt ist, welche komplementär zum Portionierungsbehälter
10 bzw. komplementär zum Kapselkäfig 3 (s. Figuren 5 und 6) ausgeformt ist. Aus Fig.
3 geht hervor, dass die Distanzrippen 112 jeweils bündig mit der Innenseite an einer
lateralen Wandung 50 der Kapselhülle 5 anliegen. Somit schliesst die Kapselhülle 5
die Freiräume 117 zwischen den Distanzrippen 112 in radialer Richtung ab.
[0066] Figur 3 zeigt ebenfalls, wie die Bodenplatte 13 an der Wandung 11 festgemacht ist.
Hierfür ist ein flexibler, gefalteter Bewegungsabschnitt 136 vorgesehen, welcher randseitig
an der Platte 13 befestigt ist und über eine Faltung direkt über einen Verbindungsabschnitt
132 an der Wandung 11 innenseitig befestigt ist. Der flexible Bewegungsabschnitt 136
ist hierbei so ausgestaltet, dass er flexibler als die Bodenplatte 13 ist. In der
vorliegenden Ausführungsform ist eine Dicke der Bodenplatte 13 so gewählt, dass diese
beim Gebrauch im Wesentlichen formfest verbleibt, während sich der Bewegungsabschnitt
136 aufgrund einer relativ zur Bodenplatte 13 verringerten Materialdicke (etwa ein
Drittel der Bodenplatte 13) aus der ersten Faltlage gemäss Fig. 3 in eine zweite Faltlage
gemäss
Figur 4 bewegt werden kann, indem die Bodenplatte 13 aus der ersten Bodenposition in die
zweite Bodenposition gemäss Fig. 4 gestossen wird. Die Stossbewegung kann über den
Monolithen 14 ausgeführt werden. Gleichzeitig ist der Befestigungsbereich 136 eine
vorzugsweise fluiddicht abschliessende Lage, welche die Bodenplatte 13 umfangseitig
durchgehend an der Wandung 11 befestigt, so dass ein fluiddichter Becher entsteht.
[0067] Die Aktuation der Bewegung der Bodenplatte 13 aus der ersten Bodenposition in die
zweite Bodenposition kann also über das Aktuationselement, d.h. den Monolithen 14
ausgeführt werden. Hierzu wird in distaler Richtung auf das proximale freie Ende des
Monolithen 14 gedrückt, sodass die Kraft auf die Bodenplatte übertragen wird, welche
einstückig mit dem Monolithen 14 gefertigt ist, was dazu führt, dass die Bodenplatte
13 sich relativ zur Wandung 11 in distaler Richtung verschiebt und dabei den Bewegungsabschnitt
136 aus der ersten Konfiguration gemäss Fig. 3 in die Konfiguration gemäss Fig. 4
bewegt.
[0068] In der zweiten Bodenposition gemäss Fig. 4 setzt sich die siebartig ausgestattete
Bodenplatte 13 an eine durch einen distalen Kegelstupf in der distalen Wandung 50
in der Kapselhülle 5 gegenüberliegende Gegenseite, sodass die Labyrinthstege 130 zur
Anlage an der Innenseite der Kapselhülle 5 gelangen. Dadurch ist eine druckvermindernde
Durchflussstrecke ausgebildet und die Zubereitungsflüssigkeit, welche durch die Durchgangslöcher
131 aus der Schüttgutkammer 20 durch die Bodenplatte 13 treten, können entlang der
Flusspfade in radialer Richtung zwischen den Labyrinthstegen 130 gegen die distalen
Laschenelemente 144 fliessen, dort werden sie dann gegen die Schlitze 146 umgelenkt,
gelangen schliesslich in den distalen Ringraum 16 um das Dornelement 143 und von dort
nach draussen.
[0069] Die Kapselhülle 5 weist weiter einen proximalen Flansch 51 auf, in welchen der proximale
Flansch 12 des Portionierungsbehälters 10 in eine Ausnehmung gemäss Figuren 3 und
4 einsetzbar ist. In distaler Richtung verjüngt sich die Kapselhülle 5 mit der Wandung
50, wobei sich am distalen Ende der Kegelstumpf mit einer distalen Ausbuchtung 54
anschliesst. Diese Ausbuchtung 54 stellt einen Raum 53 bereit, in welchen die Laschenelemente
144 und das Dornelement 143 bei der Verlagerung des Bodenplatte n13 aus der ersten
Bodenposition in die zweite Bodenposition eindringen. Ein distales Ende der Ausbuchtung
54 ist durch eine zweite Schutzfolie 62 abgedeckt. Diese zweite Schutzfolie 62 ist
vorzugsweise, wie die ganze Kapselhülle 5 und die erste Schutzfolie 61, sauerstoffdicht
ausgebildet, so dass ein optimaler Aromaschutz für das Schüttgut in der Schüttgutkammer
20 bereitgestellt ist. Wird nun die Bodenplatte 13 in die zweite Bodenposition geführt,
so durchdringt das Dornelement 143 mit dessen distaler Spitze das zweite Folienelement
6 und stellt einen Durchfluss nach aussen bereit, sodass das durch die Durchgangslöcher
131 dringende und über die druckvermindernde Durchflussstrecke in den distalen Ringraum
16 eindringende Fluid aus der Kapsel 1 entweichen kann. Um dieses Durchdringen zu
verbessern, sind die freien distalen Enden der distalen Laschenelemente 144 zudem
angeschrägt, d.h. derart scharf ausgebildet, dass das Durchdringen der Folie durch
die von der Höhe her zurückversetzten Spitzen der distalen Laschenelemente 144 unterstützt
wird.
[0070] Befindet sich die Bodenplatte 13 in der ersten Bodenposition, so ist also ein Raum
52 zwischen der distalen Oberfläche 138 und der Innenseite des Kegelstumpfes 54 bereitgestellt.
Durch die Verlagerung der Bodenplatte 13 aus der ersten Bodenposition in die zweite
Bodenposition wird ein Volumen der Schüttgutkammer 20 um etwa 20% bis 30% vergrössert.
[0071] Dies wird dadurch erreicht, dass die Bodenplatte 13 im Wesentlichen in axialer Richtung
verschieblich durch den Raum 52 geführt wird und sich dadurch die Schüttgutkammer
20 volumenmässig vergrössert. Durch die faltenbalgartige Ausgestaltung des Bewegungsbereichs
136 mit einem wandseitigen Abschnitt 132, einem proximal gerichteten zweiten Abschnitt
133, einem radial traversierenden dritten Abschnitt 134 und einem distal zur Randseite
139 der Bodenplatte 13 zurückkehrenden vierten Abschnitt 135, wird nicht nur die notwendige
die Beweglichkeit zum Eindringen der Bodenplatte in Raum 52 gewährleistet, sondern
auch, dass die Zubereitungsflüssigkeit lediglich über den Durchtritt durch die Löcher
131 in der Bodenplatte 13 nach aussen dringen kann.
[0072] Figuren 5 und
6 zeigen die oben beschriebene Kapsel 1 eingelegt in die stilisiert dargestellte Zubereitungsmaschine
2. Die Maschine 2 umfasst einen Kapselkäfig 3, welcher komplementär zur Kapsel 1 ausgebildet
ist. Der Kapselkäfig 3 weist eine proximale Einlegeöffnung 31 auf, über welche die
Kapsel 1 in den Kapselkäfig 3 einführbar ist. Der Kapselkäfig 3 weist überdies eine
distale Abflussöffnung 32 auf, durch welche das zubereitete, aus der Kapsel 3 ausfliessende
Getränk nach aussen treten kann. Die Maschine 2 umfasst weiter ein Schliesselement
4, mittels welchem der Kapselkäfig 3 proximal verschliessbar ist. Dieses Schliesselement
4 schliesst der Kapselkäfig 3 umfangseitig vollständig ab und weist einen Kanal 40
mit einem gegen den Kapselkäfig 3 gerichteten Anstechelement 41. Das Anstechelement
41 ist hohl und angespitzt und vorgesehen, um die Zubereitungsflüssigkeit, also insbesondere
Wasser, von der Zubereitungsmaschine 2 durch Kanal 40 in die Kapsel 1 zu leiten. Dazu
ist der Kanal 40 und das Anstechelement 41 so seitlich angeordnet und ausgebildet,
dass des Anstechelement 41 bei geschlossener Maschine 2 (s. Fig. 6) die Schutzfolie
61 durchsticht und die Zubereitungsflüssigkeit direkt in den proximalen Ringraum 15
einführbar ist. Überdies weist das Schliesselement 4 ein Stempelelement 42 auf, welches
ausgebildet ist, um das Übertragungselement 14 aus beim Schliessen des Schliesselements
4 in die distale Richtung zu drücken, sodass die Bodenplatte 13 aus der ersten Bodenposition
(s. Figuren 3 und 5) in die zweite Bodenposition (s. Figuren 4 und 6) überführbar
ist. Das Stempelelement 41 stellt im Wesentlichen eine Anschlagfläche für das Übertragungselement
14 bereit, sodass die Schliessbewegung zum Schliessen des Kapselkäfigs 3 teilweise
auf die Bodenplatte 13 zu deren Verlagerung übertragbar ist.
[0073] In
Figur 5 ist die Maschine 2 noch nicht geschlossen. Das Schliesselement 4 ist in einer Offenstellung
und das erste Stempelelement 42 ist beabstandet zum Übertragungselement 14, welches
sich unter der aufgewölbten Schutzfolie 61 distal des Stempelelements 4 befindet.
Auch das seitlich angebrachte Anstechelement 41 ist beabstandet zur Schutzfolie 61,
und zwar in L-Richtung proximal vom proximalen Ringraum 15.
[0074] Nun kann die Maschine 2 geschlossen werden. Entsprechend wird das Schliesselement
4 aus der Offenstellung nach Fig. 5 in die Schliessstellung nach
Figur 6 geführt. Dabei durchsticht das Anstechelement 41 die Schutzfolie 61 und ragt mit
einer distalen Mündungsöffnung in den proximalen Ringraum 15 zum Flüssigkeitseintrag.
Das Stempelelement 42 kontaktiert bei der Schliessbewegung das Übertragungselement
14 über die aufgewölbte Schutzfolie 61 und drückt das Übertragungselement 14 unter
Eindellung der Schutzfolie 61 in distal in die L-Richtung, sodass die Bodenplatte
13 aus der ersten in die zweite Bodenposition gebracht wird. Ist das Schliesselement
4 in Schliessstellung nach Fig. 6, so ist das System bereit für den Flüssigkeitseintrag
und die Extraktion des Getränks durch Austrittsöffnung 32.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0075]
| 1 |
Kapsel |
137 |
proximale Plattenseite |
| 2 |
Extraktionsmaschine |
138 |
distale Plattenseite |
| 3 |
Kapselkäfig |
139 |
Randbereich von 13 |
| 31 |
Einlegeöffnung |
1390 |
Kragen von 139 |
| 32 |
Abflussöffnung |
|
|
| 4 |
Schliesselement |
14 |
starres Übertragungselement |
| 40 |
Kanal |
141 |
proximaler Abschnitt von 14 |
| 41 |
Anstechelement |
142 |
distaler Abschnitt von 14 |
| 42 |
Stempelelement |
143 |
strömungsförmiger Dorn |
| |
|
144 |
distales Laschenelement |
| 10 |
Portionierbehälter |
145 |
freies Ende von 144 |
| 11 |
Wandung |
146 |
Schlitz |
| 111 |
distaler Abschnitt von 11 |
|
|
| 110 |
Aussenwand von 11 |
15 |
proximaler Ringraum |
| 113 |
Innenwand von 11 |
16 |
distaler Ringraum |
| 114 |
proximales Laschenelement |
|
|
| 115 |
freies Ende von 114 |
20 |
S chüttgutkammer |
| 116 |
Schlitz |
|
|
| 117 |
Freiraum |
5 |
Kapselhülle |
| 12 |
Flansch |
50 |
Umwandung |
| |
|
51 |
Flansch |
| 13 |
Bodenplatte |
52 |
distale Ausnehmung |
| 130 |
Labyrinthsteg |
53 |
Ausbuchtung |
| 1300 |
dornelementseitiger Durchbruch |
54 |
Mündungsstumpf |
| 55 |
proximale Eintrittsöffnung |
| 131 |
Durchgangsloch |
56 |
distale Austrittsöffnung |
| 132 |
erster Abschnitt von 136 |
|
|
| 133 |
zweiter Abschnitt von 136 |
61 |
erste Schutzfolie |
| 134 |
dritter Abschnitt von 136 |
62 |
zweite Schutzfolie |
| 135 |
vierter Abschnitt von 136 |
|
|
| |
|
L |
Axialrichtung |
| 136 |
Bewegungsabschnitt |
|
|
1. Portionierbehälter (10) für ein Getränkeschüttgut zur Zubereitung eines Getränks,
umfassend:
eine den Portionierbehälter (10) lateral begrenzende Wandung (11);
eine den Portionierbehälter (10) distal begrenzende Bodenplatte (13);
wobei durch die Wandung (11) und die Bodenplatte (13) eine Schüttgutkammer (20) zur
Aufnahme einer dosierten Menge des Getränkeschüttguts gebildet ist; und wobei
zumindest ein vorzugsweise zentraler Bereich der Bodenplatte (13) derart zwischen
einer ersten und einer zweiten Bodenposition axial beweglich relativ zur Wandung (11)
angebracht ist, dass ein Volumen der Schüttgutkammer (20) variabel ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Bodenplatte (13) ein proximal abragendes, starres Übertragungselement (14) zur
besagten axialen Bewegung der Bodenplatte (13) beim bestimmungsgemässen Gebrauch aufweist.
2. Portionierbehälter (10) für ein Getränkeschüttgut zur Zubereitung eines Getränks,
umfassend:
eine den Portionierbehälter (10) lateral begrenzende Wandung (11);
eine den Portionierbehälter (10) distal begrenzende Bodenplatte (13);
wobei durch die Wandung (11) und die Bodenplatte (13) eine Schüttgutkammer (20) zur
Aufnahme einer dosierten Menge des Getränkeschüttguts gebildet ist;
dadurch gekennzeichnet, dass
die Bodenplatte (13) derart an der Wandung (11) festgemacht ist, dass ein Randbereich
(139) der Bodenplatte (13) zwischen einer ersten und einer zweiten Bodenposition relativ
zur Wandung (11) axial beweglich ist.
3. Portionierbehälter (10) nach Anspruch 2, wobei die Bodenplatte (13) ein proximal abragendes,
starres Übertragungselement (14) zur besagten axialen Bewegung der Bodenplatte (13)
beim bestimmungsgemässen Gebrauch aufweist.
4. Portionierbehälter (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche 1 oder 3, wobei die
Bodenplatte (13) und das Übertragungselement (14) einstückig ausgeformt sind.
5. Portionierbehälter (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Bodenplatte
(13) als Filterelement ausgebildet ist und eine Vielzahl von Durchgangslöchern (131)
von einer proximalen Plattenseite (137) zu einer distalen Plattenseite (138) aufweist.
6. Portionierbehälter (10) dem vorangehenden Anspruch, wobei die Bodenplatte (13) auf
der distalen Plattenseite (138) eine Vielzahl von zwischen den Durchgangslöchern (131)
verlaufenden Labyrinthstegen (130) zur Bildung einer druckvermindernden Durchflusstrecke
mit einer Gegenfläche aufweist.
7. Portionierbehälter (10) nach einem der Ansprüche 1 oder 3 bis 6, wobei das Übertragungselement
(14) starr ausgebildet und vorzugsweise mittig auf der Bodenplatte (13) angeordnet
ist und/oder wobei das Übertragungselement (14) proximal über die Wandung (11) ragt,
wenn sich die Bodenplatte (13) in der ersten Bodenposition befindet.
8. Portionierbehälter (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Bodenplatte
(13) über einen umlaufenden Bewegungsabschnitt (136) mit der Wandung (11) verbunden
ist.
9. Portionierbehälter (10) dem vorangehenden Anspruch, wobei der Bewegungsabschnitt (136)
in einem distalen Endabschnitt (111) an der Wandung (11) und randseitig an der Bodenplatte
(13) angebracht ist.
10. Portionierbehälter (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Bodenplatte
(13) derart ausgebildet ist, dass sie bei der besagten axialen Bewegung im Wesentlichen
formfest ist.
11. Portionierbehälter (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Schüttgutkammer
(20) bei sich in erster Bodenposition befindlicher Bodenplatte (13) ein erstes Volumen
und bei sich in zweiter Bodenposition befindlichen Bodenplatte (13) ein zweites Volumen
aufweist, wobei eine Volumenänderung der Schüttgutkammer (20) bei besagter axialer
Bewegung der Bodenplatte (13) vom ersten Volumen zum zweiten Volumen mindestens 10%,
vorzugsweise mindestens 15% oder 20%, insbesondere mindestens 25% oder 30% des ersten
Volumens der Schüttgutkammer (20) beträgt.
12. Portionierbehälter (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, welcher derart ausgebildet
ist, dass die Wandung (11) bei der besagten axialen Bewegung der Bodenplatte (13)
im Wesentlichen formfest bleibt.
13. Portionierbehälter (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Wandung
(11) axial verlaufende, nach aussen gerichtete und umfangseitig um die Wandung (11)
verteilt angeordnete Distanzrippen (112) aufweist.
14. Portionierbehälter (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Bodenplatte
(13) ein distal abragendes und vorzugsweise gegenüberliegend des Übertragungselements
(14) angeordnetes Dornelement (143) aufweist.
15. Portionierbehälter (10) nach dem vorangehenden Anspruch, wobei das Dornelement (143)
von einer Vielzahl von distal von der Bodenplatte (13) abragenden und sich beabstandet
zueinander aneinanderreihenden distalen Laschenelementen (144) umgeben ist, wobei
die distalen Laschenelemente (144) vorzugsweise kranzartig entlang eines Kreis auf
der Bodenplatte (13) um das Dornelement (143) angeordnet sind.
16. Portionierbehälter (10) einem der beiden vorangehenden Ansprüche, welcher derart ausgestaltet
ist, dass die axiale Bewegung der Bodenplatte (13) mit dem Dornelement (143) als Anstechbewegung
zum Perforieren einer gegengeordneten zweiten Schutzfolie (62) nutzbar ist
17. Portionierbehälter (10) nach einem der beiden vorangehenden Ansprüche, wobei die Bodenplatte
(13) gewölbt ausgebildet ist.
18. Portionierbehälter (10) nach einem der beiden vorangehenden Ansprüche, wobei die distalen
Laschenelemente (144) derart um das Dornelement (143) angeordnet sind, dass dornelementseitige
Mündungen (1300) von durch die Labyrinthstege (130) gebildeten und vom jeweiligen
Durchgangsloch (131) zu den distalen Laschenelementen (144) reichende Flusspfade jeweils
mittig auf ein distales Laschenelement (144) gerichtet sind.
19. Portionierbehälter (10) nach dem vorangehenden Anspruch, wobei die Wandung (11) einen
proximalen, lateral nach aussen gerichteten Flansch (12) aufweist, wobei zwischen
dem Flansch (12) und der Schüttgutkammer (20) ein die Schüttgutkammer (20) umlaufender
proximaler Ringraum (15) gebildet ist, wobei zwischen dem proximalen Ringraum (15)
und der Schüttgutkammer (20) eine Vielzahl von proximal abragenden und beabstandet
zueinander aneinandergereihten proximalen Laschenelementen (114) angeordnet ist, sodass
ein Flüssigkeitseintrag in den proximalen Ringraum (15) umfangseitig verteilt zwischen
den proximalen Laschenelementen (114) in die Schüttgutkammer (20) einbringbar ist.
20. Portionierbehälter (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, welcher einstückig
geformt, vorzugsweise mit einem Spritzgussverfahren hergestellt ist.
21. Kapsel (1) umfassend einen Portionierbehälter (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche
und eine vorzugsweise sauerstoffdichte Kapselhülle (5) zur Aufnahme des Portionierbehälters
(10).
22. Kapsel (1) nach dem vorangehenden Anspruch, wobei die Kapselhülle (5) eine proximale
Eintrittsöffnung (55) und distale Austrittsöffnung (60) aufweist, wobei die proximale
Eintrittsöffnung (55) durch eine vorzugsweise sauerstoffdichte erste Schutzfolie (61)
und die distale Austrittsöffnung (56) durch eine vorzugsweise sauerstoffdichte zweite
Schutzfolie (62) abgeschlossen sind, wobei die Kapsel (1) derart ausgestaltet ist,
dass durch Überführung der Bodenplatte (13) aus der ersten Bodenposition in die zweite
Bodenposition die zweite Schutzfolie (62) perforierbar ist.
23. Kapselsystem mit einer Zubereitungsmaschine (2) und einer Kapsel (3) nach einem der
Ansprüche 21 oder 22 zur Zubereitung eines Getränks.