[0001] Die Erfindung betrifft eine Baggerschaufel mit einer Siebeinheit, umfassend eine
erste Öffnung mit einer Aufnahme für Schüttgut und eine zweite Öffnung, wobei die
Siebeinheit die Baggerschaufel nach unten abschließt und die zwei Öffnungen an zwei
Enden der Baggerschaufel angeordnet sind.
[0002] Darüber hinaus betrifft die Erfindung eine Verwendung einer solchen Baggerschaufel.
[0003] Schüttgut ist ein stückiges, körniges Gemisch aus Baustoffen wie Steinen unterschiedlicher
Korngrößen. Im Bereich einer Baustelle wird Schüttgut in der Regel mit der Baggerschaufel
eines Baggers transportiert. Oftmals soll Schüttgut nicht nur transportiert, sondern
darüber hinaus abhängig von dessen Korngrößen in verschiedene Anteile davon getrennt
bzw. sortiert werden. Um große Massen in relativ kurzer Zeit zu trennen, sind dazu
Baggerschaufeln mit einer Siebeinheit in Verwendung.
[0004] Aus dem Stand der Technik sind solche Baggerschaufeln mit einer Siebeinheit bekannt.
In einer einfachen Variante einer Baggerschaufel mit einer Siebeinheit ist ein unterer
Teil dieser als Sieb ausgebildet, also mit Aussparungen vorgesehen. Damit ist Schüttgut
zwar rasch trennbar, allerdings nur in zwei verschiedene Anteile unterschiedlicher
Korngrößen.
[0005] Weitere aus dem Stand der Technik bekannte Baggerschaufeln mit einer Siebeinheit
umfassen mehrere zueinander bewegbar gelagerte Einzelteile sowie mehrere Siebeinheiten.
Die in der
US 5,743,030 A offenbarte Baggerschaufel umfasst beispielsweise zwei Siebeinheiten, wobei mit einer
davon Vibrationsbewegungen ausführbar sind. Diese Varianten von Baggerschaufeln haben
den Nachteil, dass die bewegbar gelagerten Einzelteile fehleranfällig sind, da Bestandteile
des Schüttgutes zwischen diesen stecken bleiben können und die Baggerschaufeln deswegen
öfters gewartet werden bzw. Teile davon ausgetauscht werden müssen.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Baggerschaufel mit einer Siebeinheit anzugeben,
welche ein einfaches, jedoch effizientes Sortieren von Schüttgut ermöglicht.
[0007] Weiter ist es Aufgabe der Erfindung, eine Verwendung einer solchen Baggerschaufel
anzugeben.
[0008] Die erste Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass zumindest eine zweite
Siebeinheit vorgesehen ist, welche ein Volumen der Baggerschaufel in zwei Bereiche
unterteilt, wobei die zweite Siebeinheit oberhalb der ersten Siebeinheit von dieser
beabstandet angeordnet ist.
[0009] Ein mit der Erfindung erzielter Vorteil ist insbesondere darin zu sehen, dass durch
die zumindest eine zweite Siebeinheit Schüttgut in einer einfachen Weise in zumindest
drei Anteile mit unterschiedlichen Korngrößen trennbar ist. Weiter sind die einzelnen
Bestandteile der Baggerschaufel ortsfest gelagert; es sind keine beweglich gelagerten
Bestandteile vorhanden. Infolgedessen ist die Baggerschaufel robust und wartungsarm.
Die zwei Enden der Baggerschaufel sind dabei vorne und hinten an der Baggerschaufel
angeordnet, wobei diese sich etwa gegenüberliegen. Erfindungsgemäß können auch mehr
als zwei Siebeinheiten vorgesehen sein, um Schüttgut in mehr als drei Anteile unterschiedlicher
Korngrößen zu unterteilen, wobei die einzelnen Siebeinheiten etwa parallel zueinander
angeordnet sein können. Sind mehrere Siebeinheiten vorgesehen, kann es günstig sein,
wenn hydraulisch bewegbare Klappen vorgesehen sind, welche je nach Ausrichtung der
Baggerschaufel Öffnungen in dieser verschließen oder freigeben, um ein einzelnes Ausleeren
eines Bereiches zu ermöglichen. Ein in der Baggerschaufel befindliches Schüttgut ist
mittels Schwenkbewegungen derselben durch die zumindest zwei übereinander angeordneten
Siebeinheiten siebbar. Die Schwenkbewegung wird dabei von einem am Baggerstiel angebrachten
hydraulischen Stempel durchgeführt, wobei die Baggerschaufel am Baggerstiel befestigbar
ist. Die Siebeinheiten sind dabei vorzugsweise aus demselben Material gefertigt wie
die restliche Baggerschaufel, wobei sich dafür ein Stahl besonders gut eignet.
[0010] Um Schüttgut über die Aufnahme aufzunehmen, ist vorteilhaft vorgesehen, dass ein
oberer Bereich am vorderen Ende mit der ersten Öffnung ausgebildet ist, wobei der
obere Bereich nach unten mit der zweiten Siebeinheit begrenzt ist und oben ein Mittel
zur Befestigung an einem Baggerstiel aufweist. Eine Entleerung des oberen Bereiches
erfolgt bei entsprechender Ausrichtung der Baggerschaufel ebenfalls über die erste
Öffnung. Die erste Öffnung schließt dabei oberhalb der Aufnahme an diese an. An einer
Oberseite des oberen Bereiches ist dieser derart ausgebildet, dass die Baggerschaufel
am Baggerstiel eines Baggers anbringbar ist. Der Baggerstiel schließt an dessen anderem
Ende an einen Baggerarm des Baggers an. Besonders vorteilhaft kann vorgesehen sein,
dass die Oberseite des oberen Bereiches so ausgebildet ist, dass die Baggerschaufel
an jeden beliebigen Baggerstiel mit möglichst wenig Arbeitsaufwand anbringbar ist,
beispielsweise mit einem Bolzen.
[0011] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Aufnahme einen unteren Bereich an einem
vorderen Ende abschließt, wobei der untere Bereich von oben und unten mit den Siebeinheiten
begrenzt ist. Der untere Bereich ist somit unterhalb des oberen Bereiches angeordnet.
Dadurch ist Schüttgut in den oberen Bereich aufnehmbar, ohne dass Anteile davon in
den unteren Bereich gelangen und diesen ungewollt mit Schüttgut großer Korngrößen
verunreinigen. Weiter ist dadurch die Aufnahme so ausgebildet, dass über diese in
einem Schritt viel Schüttgut in den oberen Bereich aufnehmbar ist. Im unteren Bereich
ist Schüttgut gelagert, welches bereits durch die zweite Siebeinheit vom oberen in
den unteren Bereich gesiebt ist.
[0012] Mit Vorteil vorgesehen ist, dass der untere Bereich an einem hinteren Ende mit der
zweiten Öffnung ausgebildet ist, um den unteren Bereich zu entleeren bzw. Schüttgut
davon auszuscheiden. Dazu ist es günstig, wenn die Baggerschaufel entsprechend ausgerichtet
ist. Das hintere Ende ist dabei gegenüber der Aufnahme angeordnet.
[0013] Günstig ist es, wenn der obere Bereich am hinteren Ende geschlossen oder verschließbar
ausgebildet ist. Dadurch ist sichergestellt, dass kein versehentliches Ausscheiden
von Schüttgut aus dem oberen Bereich über eine zusätzliche Öffnung erfolgt. Am vorderen
Ende ist der obere Bereich offen ausgebildet, um Schüttgut über die Aufnahme aufzunehmen.
[0014] Mit Vorteil ist weiter vorgesehen, dass Aussparungen in der zweiten Siebeinheit größer
sind als Aussparungen in der ersten Siebeinheit. Dadurch sind jene Anteile des Schüttgutes,
welche kleine, durch Aussparungen beider Siebeinheiten durchpassende Korngrößen aufweisen,
nach unten ausscheidbar, sofern die Baggerschaufel hin- und herbewegt wird. Anteile
des Schüttgutes mit mittleren Korngrößen treten durch die Aussparungen in der zweiten
Siebeinheit hindurch, sind aber zu groß, um durch die Aussparungen in der ersten Siebeinheit
durchzupassen und werden somit im unteren Bereich gesammelt. Diese Anteile des Schüttgutes
sind über die zweite Öffnung am hinteren Ende aus der Baggerschaufel ausscheidbar,
wobei dies an einem anderen Ort erfolgen kann, als die Ausscheidung der Anteile des
Schüttgutes mit kleinen Korngrößen. Der restliche Anteil des Schüttgutes, welcher
Korngrößen aufweist, welche größer sind als die Aussparungen in der zweiten Siebeinheit,
wird im oberen Bereich gesammelt und über die erste Öffnung am vorderen Ende wieder
ausgeschieden. Die Aussparungen können dabei jede beliebige Form aufweisen, beispielsweise
können diese rund oder eckig ausgebildet sein. Weiter können die Aussparungen beispielsweise
als Löcher eines austauschbaren Siebeinsatzes ausgebildet sein.
[0015] Von Vorteil ist es, wenn der untere Bereich kleinvolumiger ausgebildet ist als der
obere Bereich. Dadurch ist es möglich, viel Schüttgut in einem Schritt in den oberen
Bereich aufzunehmen und in weiterer Folge nach Korngrößen zu sortieren. Sind mehr
als zwei Siebeinheiten vorgesehen, kann es nützlich sein, dass sich ein Volumen der
durch diese abgetrennten Bereiche von oben nach unten verkleinert, da sich die Masse
des Schüttgutes häufig nach dem Sieben durch jede Siebeinheit verringert.
[0016] Entsprechend den vorstehend dargelegten Vorteilen weist ein Bagger vorzugsweise eine
schwenkbar gelagerte erfindungsgemäße Baggerschaufel auf.
[0017] Eine Verwendung einer erfindungsgemäßen Baggerschaufel erfolgt mit Vorteil zum Trennen
von Schüttgut in zumindest drei Fraktionen mit unterschiedlichen Korngrößen.
[0018] Weitere Merkmale, Vorteile und Wirkungen ergeben sich aus dem nachfolgend dargestellten
Ausführungsbeispiel. In den Zeichnungen, auf welche dabei Bezug genommen wird, zeigen:
Fig. 1 einen Bagger mit einer erfindungsgemäßen Baggerschaufel bei einer Aufnahme
von Schüttgut;
Fig. 2 einen Bagger mit einer erfindungsgemäßen Baggerschaufel beim Sieben von Schüttgut;
Fig. 3 einen Bagger mit einer erfindungsgemäßen Baggerschaufel beim Entleeren eines
oberen Bereiches;
Fig. 4 einen Bagger mit einer erfindungsgemäßen Baggerschaufel beim Entleeren eines
unteren Bereiches;
Fig. 5 eine Verteilung von Schüttgut nach einem Siebprozess.
[0019] Fig. 1 zeigt einen Bagger B mit einer an dessen Baggerstiel BS angebrachten erfindungsgemäßen
Baggerschaufel 1 mit einer Siebeinheit 2a. Die Baggerschaufel 1 ist dabei vorzugsweise
schwenkbar gelagert und befindet sich in einer ersten Position zur Aufnahme von Schüttgut
S mit Anteilen unterschiedlicher Korngrößen. Gemäß Fig.1 nimmt die Baggerschaufel
1 Schüttgut S auf, welches Korngrößen zwischen 0 mm und X mm aufweist, also beliebig
groß ausgebildet ist. Das Aufnehmen des Schüttgutes S erfolgt über eine Aufnahme 4
und über eine darüber angeordnete erste Öffnung 3a bzw. Aufnahmeöffnung. Aufgenommenes
Schüttgut S ist als Gesamtes vor einer Durchführung eines Siebens in einem oberen
Bereich 6a gelagert. Die erste Öffnung 3a und die Aufnahme 4 sind an einem vorderen
Ende 5a der Baggerschaufel 1 angeordnet. Ein hinteres Ende 5b ist etwa gegenüber dem
vorderen Ende 5a angeordnet. Der obere Bereich 6a ist dabei am hinteren Ende 5b geschlossen
oder verschließbar ausgebildet, um aufgenommenes Schüttgut S nicht unbeabsichtigt
über das hintere Ende 5b auszuscheiden. Weiter ist oberhalb des oberen Bereiches 6a
die Baggerschaufel 1 bevorzugt schwenkbar am Baggerstiel BS des Baggers B gelagert,
wobei der Baggerstiel BS an einem Baggeram angebracht ist.
[0020] Fig. 2 zeigt die erfindungsgemäße Baggerschaufel 1, welche an einem Bagger B angeordnet
ist, beim Sieben von Schüttgut, was durch Schwenkbewegungen der Baggerschaufel 1 erfolgen
kann. Die Schwenkbewegungen werden hydraulisch und ohne Rütteln mittels eines am Baggerstiel
BS angebrachten Löffelzylinders ausgeführt, welcher dessen Bewegung auf die Baggerschaufel
1 überträgt. Die Baggerschaufel 1 umfasst zwei übereinander angeordnete Siebeinheiten
2a, 2b, welche ein Volumen der Baggerschaufel 1 in zwei Bereiche 6a, 6b unterteilen.
Die Siebeinheiten 2a, 2b weisen in Fig. 2 nicht dargestellte unterschiedlich große
Aussparungen 7 auf, wobei diese beliebig ausgebildet sein können, z. B. als runde
oder eckige Löcher. Weiter können auch Siebeinsätze vorgesehen sein. Erfindungsgemäß
kann die Baggerschaufel 1 auch mehr als zwei Siebeinheiten 2a, 2b umfassen, abhängig
davon, in wie viele Anteile unterschiedlicher Korngrößen Schüttgut S unterteilt werden
soll. Dazu kann es günstig sein, wenn hydraulisch verschließbare Öffnungen vorgesehen
sind, um ein einzelnes Entleeren jedes Bereiches sicherzustellen. Dabei kann vorgesehen
sein, dass eine Größe der Aussparungen 7 beim Baggerstiel BS beginnend von oben nach
unten abnimmt. Für Fig. 2 heißt dies, dass die Aussparungen 7 in einer zweiten Siebeinheit
2b größer ausgebildet sind als jene in einer ersten Siebeinheit 2a. Somit erfolgt
ein Sieben des Schüttgutes S von oben nach unten. Anteile des Schüttgutes S, welche
eine kleinere Korngröße aufweisen als die Aussparungen 7 in der zweiten Siebeinheit
2b und in der ersten Siebeinheit 2a groß sind, gelangen durch beide Bereiche 6a, 6b
über beide Siebeinheiten 2a, 2a hindurch und sind in Richtung Boden aus der Baggerschaufel
1 ausscheidbar. Die ausgeschiedenen Anteile können dabei beispielsweise Korngrößen
zwischen 0 mm und 16 mm umfassen. Anteile des Schüttgutes S, welche eine mittlere
Korngröße aufweisen, welche kleiner ist als die Aussparungen 7 in der zweiten Siebeinheit
2b, gelangen vom oberen Bereich 6a über die zweite Siebeinheit 2b in einen unteren
Bereich 6b. Diesen oberen Bereich 6a können diese Anteile des Schüttgutes S nicht
nach unten verlassen, da die Aussparungen 7 in der ersten Siebeinheit 2a kleiner sind
als die Korngrößen des Schüttgutes S. Somit bleibt dieser Anteil vorerst im unteren
Bereich 6b. Anteile des Schüttgutes S mit einer Korngröße, welche größer ist als die
Aussparungen 7 in der zweiten Siebeinheit 2b, werden durch keine der Siebeinheiten
2a, 2b gesiebt und bleiben vorerst im oberen Bereich 6a. Der obere Bereich 6a ist
dabei üblicherweise großvolumiger ausgebildet als der untere Bereich 6b, da eine Masse
des Schüttgutes S häufig nach jeder Siebeinheit 2a, 2b abnimmt.
[0021] Fig. 3 zeigt einen Bagger B mit der erfindungsgemäßen Baggerschaufel 1 beim Entleeren
eines oberen Bereiches 6a. Das Schüttgut S, welches sich im oberen Bereich 6a befindet,
ist bei geeigneter Ausführung einer Schwenkbewegung der Baggerschaufel 1 über die
erste Öffnung 3a wieder ausscheidbar. Im Gegensatz dazu tritt das Schüttgut S, welches
sich, wie in Fig. 3 dargestellt, im unteren Bereich 6b befindet, bei dieser Position
der Baggerschaufel 1 nicht aus dieser hinaus, da der untere Bereich 6b am vorderen
Ende 5a mit der Aufnahme 4 verschlossen ist. Ein Ausleeren des Schüttgutes S mit großen
Korngrößen erfolgt bevorzugt beabstandet vom Schüttgut S mit kleinen Korngrößen. Über
die erste Öffnung 3a sind beispielsweise Anteile des Schüttgutes S mit Korngrößen
zwischen 32 mm und X mm ausscheidbar.
[0022] Fig. 4 zeigt einen Bagger B mit der erfindungsgemäßen Baggerschaufel 1 beim Entleeren
eines unteren Bereiches 6b. Am hinteren Ende 5b ist der obere Bereich 6a geschlossen
oder verschließbar ausgebildet, um ein Austreten von Schüttgut S am hinteren Ende
5b zu verhindern. Im Gegensatz dazu ist der untere Bereich 6b am hinteren Ende 5b
mit einer zweiten Öffnung 3b ausgebildet. Dadurch ist Schüttgut S, welches sich im
unteren Bereich 6b befindet, bei geeigneter Ausrichtung der Baggerschaufel 1 durch
die zweite Öffnung 3b ausscheidbar. Über die zweite Öffnung 3b sind beispielsweise
Anteile des Schüttgutes S ausscheidbar, welche Korngrößen zwischen 16 mm und 32 mm
aufweisen. Dieses Ausscheiden erfolgt wiederum bevorzugt beabstandet von den anderen
beiden Anteilen des Schüttgutes S.
[0023] Die Baggerschaufel 1 und die Siebeinheiten 2a, 2b sind bevorzugt aus demselben Material
gefertigt. Besonders geeignet ist dafür ein Stahl, welcher gegenüber schweren und
kantigen Anteilen von Schüttgut S robust ist und wenig abgenutzt wird.
[0024] Soll Schüttgut S mithilfe einer erfindungsgemäßen Baggerschaufel 1 gesiebt werden,
wird dieses in einem ersten Schritt vom Bagger B mit den Siebeinheiten 2a, 2b über
die Aufnahme 4 und die erste Öffnung 3a in den oberen Bereich 6a aufgenommen. Bei
einer Ausführung einer Schwenkbewegung, welche 1 mittels eines am Baggerstiel BS angebrachten
hydraulischen Stempels durchgeführt wird, wird die Baggerschaufel 1 hin- und herbewegt
und das Schüttgut S wird durch die zweite Siebeinheit 2b gesiebt, wobei Anteile des
Schüttgutes S, welche größer ausgebildet sind als die Aussparungen 7 in der zweiten
Siebeinheit 2b, im oberen Bereich 6a verbleiben und bei geeigneter Ausrichtung der
Baggerschaufel 1 über die erste Öffnung 3a wieder ausgeschieden werden können, wobei
die erste Öffnung 3a am vorderen Ende 5a der Baggerschaufel 1 angeordnet ist. Die
restlichen Anteile des Schüttgutes S gelangen in den unteren Bereich 6b, welcher von
oben und von unten mit den Siebeinheiten 2a, 2b begrenzt wird. Bei einer Schwenkbewegung
der Baggerschaufel 1 treten wiederum nur diese Anteile des Schüttgutes S durch die
erste Siebeinheit 2a hindurch, welche kleiner ausgebildet sind als die Aussparungen
7 in dieser groß sind, wobei die Aussparungen 7 der ersten Siebeinheit 2a kleiner
ausgebildet sind als diese in der zweiten Siebeinheit 2b. Somit werden kleine Anteile
des Schüttgutes S bei Ausführung einer Schwenkbewegung der Baggerschaufel 1 durch
beide Siebeinheiten 2a, 2b nach unten ausgeschieden. Der untere Bereich 6b kann bei
geeigneter Ausrichtung der Baggerschaufel 1 über die zweite Öffnung 3b entleert werden,
welche am hinteren Ende 5b der Baggerschaufel 1 angeordnet ist. Die Entleerung der
zwei Bereiche 6a, 6b erfolgt dabei bevorzugt an voneinander beabstandeten Plätzen.
[0025] Bei einem Klassifizierungsprozess kann dann der in Fig. 5 dargestellte Zustand der
Klassifizierung des Schüttgutes S erreicht werden. Erfindungsgemäß kann das Schüttgut
S in Bereiche unterschiedlicher Korngrößen unterteilt werden, abhängig davon wie groß
die Aussparungen 7 in den Siebeinheiten 2a, 2b ausgebildet sind. In Fig. 5 sind drei
Fraktionen von Schüttgut S mit je unterschiedlichen Korngrößen dargestellt, welche
beispielhaft gewählt sind. Eine vierte Fraktion umfasst durchmischtes Schüttgut S,
welches vor dem Sieben von der Baggerschaufel 1 aufgenommen wird.
[0026] Die Vorteile der erfindungsgemäßen Baggerschaufel 1 sind insbesondere in der einfachen,
jedoch sehr effizienten Möglichkeit zu sehen, Schüttgut S in mehr als zwei Anteile
mit unterschiedlichen Korngrößen zu sortieren. Dazu ist es notwendig, dass zumindest
zwei Siebeinheiten 2a, 2b vorgesehen sind, welche übereinander angeordnet sind. Die
Baggerschaufel 1 umfasst dabei keine beweglich gelagerten Teile und ist dadurch langlebig,
robust und wartungsarm. Eine Lagerung der Baggerschaufel 1 an einem Baggerstiel BS
eines Baggers B erfolgt vorzugsweise mit einem Bolzen oder dergleichen, sodass die
erfindungsgemäße Baggerschaufel 1 mittels Schnellwechselmechanismus an jeden beliebigen
Bagger B anbringbar ist.
1. Baggerschaufel (1) mit einer Siebeinheit (2a), umfassend eine erste Öffnung (3a) mit
einer Aufnahme (4) für Schüttgut (S) und eine zweite Öffnung (3b), wobei die Siebeinheit
(2a) die Baggerschaufel (1) nach unten abschließt und die zwei Öffnungen (3a, 3b)
an zwei Enden (5a, 5b) der Baggerschaufel (1) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine zweite Siebeinheit (2b) vorgesehen ist, welche ein Volumen der Baggerschaufel
(1) in zwei Bereiche (6a, 6b) unterteilt, wobei die zweite Siebeinheit (2b) oberhalb
der ersten Siebeinheit (2a) von dieser beabstandet angeordnet ist.
2. Baggerschaufel (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein oberer Bereich (6a) am vorderen Ende (5a) mit der ersten Öffnung (3a) ausgebildet
ist, wobei der obere Bereich (6a) nach unten mit der zweiten Siebeinheit (2b) begrenzt
ist und oben ein Mittel zur Befestigung an einem Baggerstiel (BS) aufweist.
3. Baggerschaufel (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (4) einen unteren Bereich (6b) an einem vorderen Ende (5a) abschließt,
wobei der untere Bereich (6b) von oben und unten mit den Siebeinheiten (2a, 2b) begrenzt
ist.
4. Baggerschaufel (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der untere Bereich (6b) an einem hinteren Ende (5b) mit der zweiten Öffnung (3b)
ausgebildet ist.
5. Baggerschaufel (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der obere Bereich (6a) am hinteren Ende (5b) geschlossen oder verschließbar ausgebildet
ist.
6. Baggerschaufel (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass Aussparungen (7) in der zweiten Siebeinheit (2b) größer sind als Aussparungen (7)
in der ersten Siebeinheit (2a).
7. Baggerschaufel (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der untere Bereich (6b) kleinvolumiger ausgebildet ist als der obere Bereich (6a).
8. Bagger (B), aufweisend eine schwenkbar gelagerte Baggerschaufel (1) nach einem der
Ansprüche 1 bis 7.
9. Verwendung einer Baggerschaufel (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 zum Trennen von
Schüttgut (S) in zumindest drei Fraktionen mit unterschiedlichen Korngrößen.