[0001] Die vorliegende Patentanmeldung nimmt die Priorität der deutschen Patentanmeldung
DE 10 2014 207 162.3 in Anspruch, deren Inhalt durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird.
[0002] Die Erfindung betrifft eine Profil-Keder-Tuch-Anordnung und insbesondere eine Markisenanordnung
mit den im Oberbegriff des Patentanspruches 1 angegebenen Merkmalen.
[0003] Eine derartige Profil-Keder-Tuch-Anordnung in Form einer Markisenanordnung ist aus
der
US 5 002 111 A bekannt und weist ein Profil, insbesondere ein Ausfallprofil einer Markisenanordnung,
mit einer Kedergasse sowie ein Tuch, insbesondere Markisentuch, mit einem in der Kedergasse
zu fixierenden Keder-Hohlsaum auf, wobei im Keder-Hohlsaum ein dessen Mündungsbereich
freilassender Keder sitzt. Ein Tuchdübel ist mit einem Kopf und einem Schaft versehen
und in den Mündungsbereich des Keder-Hohlsaums mit seinem Schaft eingesetzt. Mittels
einer den Schaft in seinem Kopfbereich transversal durchsetzenden Spannschraube ist
der Tuchdübel in der Kedergasse unter Festklemmen des Keder-Hohlsaums fixiert.
[0004] Insbesondere bei einer starken Krafteinwirkung auf das Markisentuch, wie dies beispielsweise
bei Windschlägen oder einer Wassersackbildung der Fall ist, kann durch den extremen
Zug am Markisentuch die Fixierkraft des Dübels überwunden werden und sich das Tuch
vom Dübel lösen. Damit würde sich das Tuch in der Keder-Gasse im Ausfallprofil raffen,
was das Erscheinungsbild und die Gebrauchstüchtigkeit der Markise erheblich beeinträchtigt.
[0005] Zur Verbesserung der Fixierung des Keder-Hohlsaums weist der in der vorgenannten
Druckschrift gezeigte Tuchdübel deshalb an seinem Schaftende eine knollenartige Verdickung
auf, mit der der davon beaufschlagte Abschnitt des Keder-Hohlsaums in den Öffnungsschlitz
der Kedergasse hineingedrückt und an dieser Stelle eine Erhöhung der Fixierkraft erzielt
werden soll. Aufgrund der relativ kurzen und glattflächigen Auslegung dieses bekannten
Tuchdübels dürften allerdings nach wie vor Verbesserungen des Tuchdübels hinsichtlich
der erzielbaren Haltekräfte für das Tuch anzustreben sein.
[0006] Eine etwas abweichende Konstruktion zeigt die
EP 0 984 115 A2, bei der der Keder über die gesamte Länge des Keder-Hohlsaumes verläuft und eine
klemmenartige Halteeinrichtung den Keder mitsamt Keder-Hohlsaum untergreift. Mit einer
Spannschraube in einem Kopf dieser Halteeinrichtung wird diese in der Kedergasse fixiert.
Hier besteht wohl die Problematik, dass sich der Halter beim Anziehen der Spannschraube
in sich deformieren kann, womit der möglichst großflächige Kontakt mit dem Keder und
Keder-Hohlsaum nicht mehr gewährleistet und damit die Fixierung in ihrer Zuverlässigkeit
verbesserungsbedürftig erscheint.
[0007] Aus der
DE 20 2000 012 799 U1 ist eine Arretiereinrichtung zur Befestigung eines Saumes eines Markisentuchs in
Form eines Dübels bekannt, bei der eine Spannschraube zu Befestigung des Dübels in
der Kedergasse des Markisen-Ausfallprofils durch einen Gewindestift mit einem Innensechskant
gebildet ist.
[0008] Die nachveröffentlichte
DE 10 2013 203 645 A1 zeigt einen solchen Markisendübel, bei dem der Schaft im Bereich seiner Spitze mit
in Umfangsrichtung umlaufenden, im Profil sägezahnartigen Sicherungsrippen versehen
ist.
[0009] Ausgehend von den geschilderten Problemen des Standes der Technik liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, eine Profil-Keder-Tuch-Anordnung der gattungsgemäßen Art so
zu verbessern, dass sich eine deutlich erhöhte Klemmkraft und zuverlässige Fixierung
eines Tuches in der Kedergasse eines Profils ergibt.
[0010] Diese Aufgabe wird laut Kennzeichnungsteil des Anspruches 1 dadurch gelöst, dass
der Schaft des unverspannten Tuchdübels in der von der Dübellängsachse und der Spannschraubenlängsachse
aufgespannten Ebene gebogen ist und sich beim Anziehen der Spannschraube um deren
in die Kedergasse eingeführten Kopf als Drehlager unter Generierung einer Klemmkraft
auf den Tuch-Hohlsaum zunehmend gerade richtet.
[0011] Durch diese spezielle Formgebung wird erreicht, dass sich der Schaft des Tuchdübels
beim Festziehen aus seiner gebogenen Konfiguration in einen gerade gestreckten Zustand
"deformiert", wobei die durch die Eigenelastizität des Dübels generierte Deformationskraft
für ein wirkungsvolles Einklemmen des Keder-Hohlsaums mit der Kedergasse hervorruft.
Gleichzeitig wird durch das Geraderichten des Schaftes ein definierterer Kontaktbereich
zwischen dem Schaft des Tuchdübels und der Kedergasse, insbesondere den Rändern deren
Öffnungsschlitzes, erzielt, so dass eine zuverlässige Fixierung mit hoher Klemmkraft
gewährleistet ist.
[0012] In den abhängigen Ansprüchen sind bevorzugte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen
Profil-Keder-Tuch-Anordnung angegeben. So kann die Biegung im unverspannten Zustand
des Tuchdübels so bemessen sein, dass die Auslenkung der Schaftspitze gegenüber der
Richtung der Längsachse an der Schaftwurzel zwischen 5% und 20%, vorzugsweise zwischen
8% und 15% sowie besonders bevorzugt etwa 10% der Schaftlänge entspricht. Ein anderer
Ansatz für die Bemessung der Biegung des Tuchdübels im unverspannten Zustand besteht
z.B. darin, die Auslenkung der Schaftspitze gegenüber der Richtung der Längsachse
an der Schaftwurzel bezogen auf den Durchmesser des Schaftes in einem Bereich zwischen
40% und 100%, vorzugsweise 50% und 80%, besonders bevorzugt 60% des Durchmessers des
Schaftes auszulegen.
[0013] Beide vorgenannten Auslegungskriterien für die Biegung des Tuchdübels im unverspannten
Zustand stellen günstige Kompromisse zwischen der Erzeugung einer ausreichend hohen
Fixierkraft bei zuverlässigem Erreichen des gerade gerichteten Zustands des Tuchdübels
dar.
[0014] Zur weiteren Verbesserung der Fixierung des Tuchdübels und insbesondere um ein Abziehen
des Keder-Hohlsaums vom Tuchdübel, beispielsweise unter Windeinfluss auf das Tuch,
zu verhindern, sind in Umfangsrichtung umlaufende, im Profil sägezahnartig ausgebildete,
entgegen der Abzugsrichtung des Keder-Hohlsaums gerichtete Sicherungsrippen am Dübelschaft
vorzusehen. Diese bewirken gewissermaßen ein Verkrallen des Tuchdübels mit dem Keder-Hohlsaum
des Tuches insbesondere im verspannten Zustand.
[0015] Durch das erfindungsgemäß vorgesehene Geraderichten des Dübelschaftes beim Anziehen
der Spannschraube ist der Schaft entgegen seiner Eigenelastizität im verspannten Endzustand
derart gerade gerichtet, dass bevorzugterweise der Tuch-Hohlsaum zwischen den gegenüberliegenden
Kanten des Öffnungsschlitzes der Kedergasse und dem Schaft des Tuchdübels jeweils
in einem Linienkontakt über die volle Schaftlänge festgeklemmt ist. Dies stellt eine
Optimierung der Fixierung des Tuches in der Kedergasse dar, die mit den bisherigen
Dübelkonstruktionen so nicht erzielbar war.
[0016] Aber auch für den Fall, dass der Dübel zur Fixierung des Tuches nicht vollständig
in seinen gerade gerichteten Endzustand übergeführt wird, ergibt sich eine verbesserte
Fixierung. Der Schaft beaufschlagt dann nämlich das Tuch mit punktförmigen Klemmstellen
nahe seines Kopfes und seiner Spitze. Dies steht im Unterschied zu herkömmlichen Dübeln,
die in solchen Fällen lediglich für eine Punktlast vor dem Dübelkopf, also sehr nahe
am Tuchrand sorgen. Damit genügt eine relativ geringe Kraft und Verschiebung des Tuches,
um den Dübeleingriff zu lösen.
[0017] Um eine wirkungsvolle Übertragung des Anzugmomentes der Spannschraube auf den Dübelschaft
zu dessen Geraderichten zu erreichen, kann vorzugsweise die Rotationsachse der Spannschraube
mit der Dübellängsachse einen stumpfen, sich in Biegerichtung des Schaftes öffnenden
Winkel bilden. Damit ist auch zu gewährleisten, dass beim Einstecken des Tuchdübels
in den Keder-Hohlsaum der Kopf des Dübels so in der Kedergasse positioniert werden
kann, dass die Spannschraube im Wesentlichen rechtwinklig zur Längsachse der Kedergasse
positioniert werden kann und damit optimal für ein Betätigungswerkzeug zugänglich
ist.
[0018] Gemäß weiterer bevorzugter Ausführungsformen kann die Spannschraube durch einen Gewindestift
mit innenliegendem Mitnahmeprofil für ein Werkzeug, insbesondere mit einem Innensechskant
oder Innensechsrund, gebildet sein. Die Spannschraube ist damit optimal an ihren Einsatzort
angepasst und gleichzeitig einfach zu betätigen.
[0019] Durch die ferner mögliche Zuspitzung der Spannschraube an ihrem einschraubseitigen
Ende ist die Verankerung des Dübels in der Kedergasse weiter verbessert.
[0020] Vorzugsweise kann der Kopf des Tuchdübels ferner im Mündungsbereich der Gewindebohrung
für die Spannschraube mit einem Widerlagervorsprung versehen sein, der in seinen Abmessungen
an die Breite des Öffnungsschlitzes der Kedergasse angepasst ist und dementsprechend
sich abstützend in den Öffnungsschlitz der Kedergasse eingreifen kann. Damit ist zum
einen ein Drehlagerbereich für den Kopf definiert, der sich beim Festziehen der Spannschraube
und dem Geraderichten des Tuchdübels um eine quer zur Rotationsachse der Spannschraube
liegende Achse in sich verdreht. Darüber hinaus führt der Widerlagervorsprung dazu,
dass der Tuchdübel in der korrekten Rotationsstellung in den Keder-Hohlsaum eingeführt
wird, damit anschließend beim Geraderichten des Schaftes die zu den Längskanten des
Schlitzes der Kedergasse parallele Endposition des Tuchdübels erreicht wird.
[0021] Schließlich kann es vorgesehen sein, dass der Kopf des Tuchdübels über den Umfang
des Schaftes zur Bildung einer Anschlagkante für den Tuch-Hohlsaum hinausragt. Damit
wird verhindert, dass während der Montage des Tuchdübels dieser zu weit in den Hohlsaum
des Tuches hineingesteckt wird.
[0022] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der beigefügten Zeichnungen. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines Tuchdübels,
- Fig. 2
- eine Ansicht einer Profil-Keder-Tuch-Anordnung,
- Fig. 3
- eine vergrößerte Ansicht der Einzelheit III gemäß Fig. 2,
- Fig. 4
- einen Schnitt der Profil-Keder-Tuch-Anordnung gemäß Schnittlinie IV-IV nach Fig. 3,
- Fig. 5a, 5b und 5c
- Ansichten der Profil-Keder-Tuch-Anordnung analog Fig. 3 in entspanntem Zustand (a)
des Tuchdübels, während des Anziehens (b) der Spannschraube und in gespanntem (c)
Zustand,
- Fig. 6a, 6b und 6c
- Schnitte der Profil-Keder-Tuch-Anordnung analog den Schnittlinien VI-VI in Fig. 5a,
5b und 5c, sowie
- Fig. 7a, 7b und 7c
- Schnitte der Profil-Keder-Tuch-Anordnung analog den Schnittlinien VII-VII in Fig.
5a, 5b und 5c.
[0023] Wie aus den Fig. 1 bis 4 deutlich wird, weist die in Fig. 4 ausschnittsweise gezeigte
Profil-Keder-Tuch-Anordnung ein Profil 1 z.B. in Form eines Ausfallprofils einer Markise
auf, an das in Profillängsrichtung verlaufend über eine Stegbrücke 2 (Fig. 2) eine
übliche Kedergasse 3 einstückig angeformt ist. Ein beispielsweise als Markisentuch
fungierendes Tuch 4 ist an seinem profilseitigen Ende mit einem Keder-Hohlsaum 5 versehen,
mit dem das Tuch 4 in der Kedergasse 3 in üblicher Weise mit Hilfe eines im Hohlsaum
5 sitzenden Keders 6 festgelegt ist. Letzterer lässt den Mündungsbereich 7 des Keder-Hohlsaums
5 frei, um Raum für einen Tuchdübel 8 zum Einstecken in den Keder-Hohlsaum 5 zu lassen.
Dieser Tuchdübel 8 weist einen im Querschnitt runden, langgestreckten Schaft 9 und
einen mehrkantigen, blockartigen Kopf 10 auf. Der Tuchdübel 8 ist dabei einstückig
aus einem Kunststoffmaterial, wie beispielsweise PA6.6GF gefertigt. Quer zur Längsachse
L des Dübels 8 ist der Kopf 10 von einer Gewindebohrung 11 durchsetzt, in der eine
Spannschraube 12 in Form eines Gewindestifts mit Innensechskant 13 einschraubbar ist.
Das dem Innensechskant 13 abgewandte Ende der Spannschraube 10 ist als kegelförmige
Spitze 14 ausgestaltet. Die Gewindebohrung 11 ist so im Kopf 10 angelegt, dass die
Schraubenlängsachse S mit der Längsachse L des Dübels einen stumpfen, sich in Biegerichtung
B des Schaftes 9 öffnenden Winkel W in der Größenordnung von etwa 100° bildet. Ferner
ist der Kopf 10 des Tuchdübels 8 im Mündungsbereich 7 der Gewindebohrung 11 für die
Spannschraube 12 mit einem Widerlagervorsprung 18 versehen, dessen Breite quer zur
Dübellängsachse L etwas geringer als der Öffnungsschlitz 19 der Kedergasse 3 ist.
Dadurch kann der Widerlagervorsprung 18 sich abstützend in diesen Öffnungsschlitz
19 der Kedergasse eingreifen, wie im Folgenden noch näher erörtert wird.
[0024] Wie insbesondere aus Fig. 1 und 6a erkennbar ist, ist der Schaft 9 des Tuchdübels
8 in seinem unverspannten Zustand in der von der Dübellängsachse L und der Längsachse
S der Spannschraube 12 aufgespannten Ebene E (siehe Fig. 3) leicht gebogen. Die Auslenkung
A an der Spitze 15 des Schaftes 9 gegenüber der Richtung der Längsachse L an der Wurzel
16 des Schaftes 9 ist dabei so gewählt, dass sie etwa 10% der Länge 1 des Schaftes
9 entspricht. Bezogen auf den Durchmesser D des Schaftes 9 beträgt diese Auslenkung
A etwa 60% davon.
[0025] Wie besonders aus Fig. 1 deutlich wird, ist der Schaft 9 des Tuchdübels 8 mit über
seine Länge verteilten Sicherungsrippen 17 versehen, die in Umfangsrichtung um den
Schaft 9 herum verlaufen und im Profil sägezahnartig ausgebildet sind. Die Spitzen
der Sicherungsrippen 17 zeigen dabei entgegen der Abzugsrichtung Z des Tuches 4 vom
Tuchdübel 8, so dass durch die Sicherungsrippen 17 eine Hemmung oder Sperrung gegen
ein Abziehen des Tuchs 4 vom Dübel 8 erzielt wird.
[0026] Der Kopf 10 des Tuchdübels 8 ist schließlich so ausgestaltet, dass er über den Umfang
des Schaftes 9 hinausragt und somit eine Anschlagkante 20 für den Keder-Hohlsaum 5
des Tuches 4 bildet.
[0027] Die Befestigung des Tuches 4 in der Kedergasse 3 wird nun insbesondere anhand der
Fig. 5 bis 7 jeweils mit den Einzelschritten a = Tuchdübel 8 entspannt, b = Anziehen
der Spannschraube 12 und c = Tuchdübel gespannt erörtert.
[0028] In üblicher Weise wird das Tuch 4 mit seinem Keder-Hohlsaum 5 über den Öffnungsschlitz
19 in die Kedergasse 3 eingeführt und der Keder 6 in den Keder-Hohlsaum 5 eingeschoben.
Dabei verbleibt in den Mündungsbereichen 7 des Keder-Hohlsaums 5 an dessen Enden jeweils
ein Freiraum, in den der Tuchdübel 8 in seinem unverspannten, also gebogenen Ausgangszustand
mit seinem Schaft 9 eingeschoben wird, bis er mit der Anschlagkante 20 des Kopfes
10 am Ende des Keder-Hohlsaums 5 anschlägt. Der Kopf 10 des Tuchdübels 8 befindet
sich dabei ebenfalls in der Kedergasse 3, wobei der Widerlagervorsprung 18 in den
Öffnungsschlitz 19 der Kedergasse 3 eingreift - siehe Fig. 5a, 6a und 7a.
[0029] Wie aus den Fig. 5b, 6b und 7b hervorgeht, wird anschließend die Spannschraube 12
angezogen und damit in den Kopf 10 des Tuchdübels 8 zunehmend eingeschraubt, so dass
schließlich die Spitze 14 der Spannschraube 12 sich am Grund der Kedergasse 3 abstützt
und bei einem weiteren Anziehen der Spannschraube 12 der Kopf 10 um den Widerlagervorsprung
18 als Drehlager im Uhrzeigersinn bezogen auf die Fig. 6 und 7 verschwenkt wird. Dabei
geraten zuerst die seitlichen Bereiche des Schaftes 9 kurz vor seinem Kopf 10 und
vor seinem freie Ende in Anlage an die Seitenkanten 21, 22 des Öffnungsschlitzes 19,
so dass hier bereits an punktförmigen Beaufschlagungszonen P1, P2 (siehe Fig. 4 und
6b) das Tuch 4 mit seinem Keder-Hohlsaum 5 gegen die Seitenkanten 21, 22 des Öffnungsschlitzes
19 mit hoher Kraft geklemmt wird. Mit zunehmendem Anziehen der Spannschraube 12 und
weiterem Verschwenken des Kopfes 10 des Tuchdübels richtet sich der Schaft 9 des Tuchdübels
8 zunehmend entgegen seiner Eigenelastizität gerade, bis er praktisch auf seiner gesamten
Länge unter Einklemmen des Tuchs 4 mit seinem Keder-Hohlsaum 5 in einem Linienkontakt
an den gegenüberliegenden Seitenkanten 21, 22 des Öffnungsschlitzes 19 der Kedergasse
3 anliegt. Alle Sicherungsrippen 17 liegen dann auch an dem Keder-Hohlsaum 5 an (siehe
Fig. 7c), so dass eine optimale Fixierung des Tuches 4 in der Kedergasse 3 gegen eine
Verschiebung erzielt ist.
1. Profil-Keder-Tuch-Anordnung, insbesondere Markisenanordnung, umfassend
- ein Profil (1), insbesondere Ausfallprofil einer Markisenanordnung, mit einer Kedergasse
(3),
- ein Tuch (4), insbesondere Markisentuch, mit einem in der Kedergasse (3) zu fixierenden
Keder-Hohlsaum (5), wobei im Keder-Hohlsaum (5) ein dessen Mündungsbereich (7) frei
lassender Keder (6) sitzt, und
- einen Tuchdübel (8) mit einem Kopf (10) und einem Schaft (9), welcher Tuchdübel
(8) in den Mündungsbereich (7) des Keder-Hohlsaums (5) mit seinem Schaft (9) eingesetzt
und mittels einer seinen Kopf (10) transversal durchsetzenden Spannschraube (12) in
der Kedergasse (3) fixiert ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Schaft (9) des unverspannten Tuchdübels (8) in der von der Dübellängsachse (L)
und der Spannschraubenlängsachse (S) aufgespannten Ebene (E) gebogen ist und sich
beim Anziehen der Spannschraube (12) um deren in die Kedergasse (3) eingeführten Kopf
(10) als Drehlager unter Generierung einer Klemmkraft auf den Keder-Hohlsaum (5) zunehmend
gerade richtet.
2. Profil-Keder-Tuch-Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im unverspannten Zustand des Tuchdübels (8) seine Biegung so bemessen ist, dass die
Auslenkung (A) der Schaftspitze (15) gegenüber der Richtung der Längsachse (L) an
der Schaftwurzel (16) zwischen 5 % und 20 %, vorzugsweise zwischen 8 % und 15 %, besonders
bevorzugt 10 % der Schaftlänge (l) entspricht.
3. Profil-Keder-Tuch-Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im unverspannten Zustand des Tuchdübels (8) seine Biegung so bemessen ist, dass die
Auslenkung (A) der Schaftspitze (15) gegenüber der Richtung der Längsachse (L) an
der Schaftwurzel (16) zwischen 40 % und 100 %, vorzugsweise zwischen 50 % und 80 %,
besonders bevorzugt 60 % des Durchmessers (D) des Schaftes (9) entspricht.
4. Profil-Keder-Tuch-Anordnung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (9) des Tuchdübels (8) mit in Umfangsrichtung umlaufenden, im Profil sägezahnartig
entgegen der Abzugsrichtung (Z) des Keder-Hohlsaums (5) hemmenden Sicherungsrippen
(17) versehen ist.
5. Profil-Keder-Tuch-Anordnung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im verspannten Endzustand des Tuchdübels (8) dessen Schaft (9) entgegen seiner Eigenelastizität
derart gerade gerichtet ist, dass der Keder-Hohlsaum (5) zwischen den gegenüberliegenden
Kanten (21, 22) des Öffnungsschlitzes (19) der Kedergasse (3) und dem Schaft (9) des
Tuchdübels (8) jeweils in einem Linienkontakt über die volle Schaftlänge (l) festgeklemmt
ist.
6. Profil-Keder-Tuch-Anordnung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegung des Tuchdübels (8) derart ausgelegt ist, dass während des Verspannens
des Tuchdübels (8) entgegen seiner Eigenelastizität dessen Schaft (9) den Keder-Hohlsaum
(5) zwischen den gegenüberliegenden Kanten (21, 22) des Öffnungsschlitzes (19) der
Kedergasse (3) einerseits und kopf- und endnahen seitlichen Beaufschlagungszonen (P1,
P2) am Schaft (9) des Tuchdübels (8) andrerseits jeweils in einem Punktkontakt über
die volle Schaftlänge (l) festklemmt.
7. Profil-Keder-Tuch-Anordnung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schraubenlängsachse (S) der Spannschraube (12) mit der Dübellängsachse (L) einen
stumpfen, sich in Biegerichtung (B) des Schaftes (9) öffnenden Winkel (W) bildet.
8. Profil-Keder-Tuch-Anordnung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannschraube (12) durch einen Gewindestift mit innen liegendem Mitnahmeprofil
für ein Werkzeug, insbesondere Innensechskant (13) oder Innensechsrund, gebildet ist.
9. Profil-Keder-Tuch-Anordnung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannschraube (12) an ihrem einschraubseitigen Ende (14) zugespitzt ist.
10. Profil-Keder-Tuch-Anordnung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopf (10) des Tuchdübels (8) im Mündungsbereich der Gewindebohrung (11) für die
Spannschraube (12) mit einem Widerlagervorsprung (18) versehen ist, der sich abstützend
in den Öffnungsschlitz (19) der Kedergasse (3) eingreift.
11. Profil-Keder-Tuch-Anordnung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopf (10) des Tuchdübels (8) über den Umfang des Schaftes (9) zur Bildung einer
Anschlagkante (20) für den Keder-Hohlsaum (5) hinausragt.