[0001] Die Erfindung betrifft ein Beschichtungssystem zum Beschichten von Gegenständen mit
- a) einer Applikationseinrichtung;
- b) einem Versorgungssystem, mittels welchem der Applikationseinrichtung über einen
Strömungsweg wenigstens ein flüssiges Material zuführbar ist.
[0002] Bei vom Markt her bekannten Beschichtungssystemen der eingangs genannten Art wird
die Applikationseinrichtung, bei der es sich bei Lackiervorgängen beispielsweise um
einen Hochrotationszerstäuber oder eine Spritzpistole handeln kann, mit flüssigen
Materialien versorgt. Dabei kann es sich einerseits um flüssige Beschichtungsmaterialien,
insbesondere um Lacke, handeln, welche auf einen zu beschichtenden Gegenstand appliziert
werden.
[0003] Andererseits durchströmen auch Lösemittel, Spülmittel oder Trennmittel den Strömungsweg
zur Applikationseinrichtung und werden gegebenenfalls auch von dieser abgegeben. So
müssen beispielsweise bei einem Materialwechsel die Material führenden Kanäle und
Leitungen von dem zuvor genutzten Lack gereinigt werden, wozu ein Spülmittel durch
die entsprechenden Kanäle und Leitungen gefördert wird. Beispielsweise wird im Falle
einer Lackieranlage für einen solchen Materialwechsel eine Wechseleinrichtung für
Beschichtungsmaterialien, d.h. dann also eine Farbwechseleinrichtung, eingesetzt,
wenn es im normalen Betrieb häufiger vorkommt, dass für die Beschichtung eines Gegenstandes
ein anderer Lack verwendet werden soll als derjenige Lack, mit welchem ein vorhergehender
Gegenstand lackiert wurde.
[0004] Um Lackverluste und die benötigten Spülmittelmengen möglichst gering zu halten, wird
häufig die so genannte Molchtechnik eingesetzt, bei welcher die Beschichtungsmaterialien
oder das Spülmittel mit Hilfe von Molchen durch die Kanäle und Leitungen geschoben
werden. Hierbei wird der Molch zwischen zwei Molchstationen hin- und herbewegt, von
denen eine nahe an der Applikationseinrichtung und die andere nahe an der Wechseleinrichtung
angeordnet ist.
[0005] Neben Lacken können auch andere Beschichtungsmaterialien mit unterschiedlichen Applikationseinrichtungen
aufgetragen werden, beispielsweise Konservierungsmittel wie Wachse, Einzelkomponenten
von Mehrkomponenten-Klebstoffen oder gegebenenfalls sogar hochviskose Stoffe wie Dichtungsmaterialien.
[0006] Ohne weitere Maßnahmen werden die flüssigen Materialien bei einer Temperatur durch
den Strömungsweg geführt, welche der Umgebungstemperatur oder der entspricht, mit
welcher die Materialien in das Leitungssystem eingebracht werden. Üblicherweise werden
insbesondere Lacke, aber auch Spülmittel, in einem Lackversorgungsraum in Behältern
vorgehalten und dort auf eine Vorgabetemperatur temperiert, die möglichst auch bei
der Abgabe des Materials durch die Applikationseinrichtung vorliegend sollte, bevor
die Materialien in das Leitungssystem eingebracht werden. Hierzu wird das Material
abhängig von seine Ausgangstemperatur und der gewünschten Zieltemperatur erwärmt oder
abgekühlt.
[0007] Bei seinem Weg durch das Leitungssystem zur Applikationseinrichtung kann sich die
Temperatur des Materials jedoch unter dem Einfluss der Umgebungstemperatur ändern.
Darüber hinaus kann bei unterschiedlichen Applikations- oder Betriebsprozessen eine
gegenüber der Umgebungstemperatur höhere oder niedrigere Gebrauchstemperatur der Materialien
zu positiven Effekten führen. So können die meisten üblichen Spülmittel bei höheren
Temperaturen mehr Verunreinigungen aufnehmen, als es bei einer demgegenüber geringeren
Temperatur möglich ist. Auch bei den Beschichtungsmaterialien kann ein gegenüber der
Umgebungstemperatur erhöhte oder verringerte Temperatur wünschenswert sein.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, ein Beschichtungssystem der eingangs
genannten Art zu schaffen, welches diesen Gedanken Rechnung trägt.
[0009] Diese Aufgabe wird bei dem Beschichtungssystem der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass
c) eine Temperieranordnung vorhanden ist, durch welche das wenigstens eine flüssige
Material in dem Strömungsweg und/oder der Applikationsvorrichtung in wenigstens einem
Temperierbereich temperierbar ist.
[0010] Erfindungsgemäß können also flüssige Materialien, sei es flüssiges Beschichtungsmaterial
oder Spülmittel oder ein sonstiges flüssiges Material, innerhalb des Strömungsweges,
vorzugsweise auf seinem Weg zur Applikationseinrichtung, oder in der Applikationseinrichtung
selbst auf eine gewünschte Solltemperatur temperiert werden. Temperieren kann sowohl
ein Erwärmen als auch ein Abkühlen bedeuten.
[0011] Auf diese Weise kann die Temperatur des zu applizierenden Materials akkurat eingestellt
werden. Beispielsweise könnte ein Unilack bei einem bestimmten Applikationsprozess
beste Applikationseigenschaften bei einer Materialtemperatur von 20°C haben, während
ein Metalliclack optimal bei einer Materialtemperatur von 22°C verarbeitet werden
kann.
[0012] Durch die Temperieranordnung kann auch bei einem Farbwechsel rasch auf die geänderten
Temperaturanforderungen reagiert und die gewünschte und für ein möglichst optimales
Beschichtungsergebnis erforderliche Materialtemperatur eingestellt werden.
[0013] Heutzutage hat es sich etabliert, dass nicht appliziertes Beschichtungsmaterial,
welches sich noch in den Leitungen zur Applikationseinrichtung befindet, wieder in
seine Materialquelle zurückgefördert wird, um die Lackverluste zu minimieren. Auch
dabei wird der Strömungsweg von Materialien und insbesondere von Spülmittel durchströmt,
welches sich dann jedoch auch in die von der Applikationseinrichtung abliegende Richtung
bewegen kann. In diesem Fall ist es vorteilhaft, wenn in die Versorgungsleitungen
zurückgegebenes Material auf etwa die Temperatur gebracht wird, wie das Material in
der Materialquelle. So kann das Material derart temperiert werden, dass es mit seiner
Ausgangstemperatur wieder in die Materialquelle zurückströmt.
[0014] In den meisten Fällen wird eine Erwärmung des flüssigen Materials erforderlich sein,
da sich dieses ausgehend von einer Ausgangstemperatur auf dem Strömungsweg zur Applikationseinrichtung
wieder etwas abkühlt. Daher ist es insbesondere günstig, wenn in dem wenigstens einen
Temperierbereich eine Temperiereinheit mit einem Temperierelement angeordnet ist.
So kann eine sichere Erwärmung oder Abkühlung des Materials sichergestellt werden.
[0015] Um die Temperatur des flüssigen Materials nachverfolgbar zu überwachen, umfasst die
Temperiereinheit vorzugsweise wenigstens einen Temperatursensor, welcher stromauf
oder stromab des Temperierelements angeordnet ist.
[0016] Es ist besonders effektiv, wenn ein Temperierbereich an oder in der Applikationseinrichtung
angeordnet ist. So kann die
[0017] Temperatur kurz vor dem Moment der Abgabe durch die Applikationseinrichtung eingestellt
und gegebenenfalls überwacht werden.
[0018] Wenn die Applikationseinrichtung eine Ausgangsendleitung umfasst, ist es günstig,
wenn an dieser das Temperierelement der Temperiereinheit angeordnet ist.
[0019] Alternativ oder ergänzend kann ein Temperierelement an einem Abschnitt einer Versorgungsleitung
für Beschichtungsmaterial angeordnet sein, welcher durch die Applikationseinrichtung
verläuft.
[0020] Es kann außerdem vorteilhaft sein, wenn wenigstens ein Temperierbereich an oder in
dem Strömungsweg angeordnet ist.
[0021] Im Hinblick auf einen oben angesprochenen Wechsel von Material ist es günstig, wenn
der Strömungsweg eine Ventileinrichtung umfasst, welche von mehreren Materialquellen
mit flüssigem Material gespeist wird und an oder in welcher wenigstens ein Temperierbereich
angeordnet ist. In diesem Fall kann die Temperatur von Material unmittelbar bei Eintritt
in den Strömungsweg eingestellt werden.
[0022] Es kann von Vorteil sein, wenn der Strömungsweg wenigstens einen Kolbendosierer umfasst,
an oder in welchem ein Temperierbereich angeordnet ist. Mit Hilfe eines Kolbendosierers
kann Material auf effektive Weise zur Applikationseinrichtung gefördert werden. Ein
Kolbendosierer weist in der Regel einen Arbeitsraum auf, dessen Querschnitt größer
als zu- oder abführende Leitungen ist. Daher ist es günstig, wenn dort die Temperatur
eingestellt werden kann.
[0023] Es ist außerdem vorteilhaft, wenn
- a) an oder in einer Versorgungsleitung zwischen dem Kolbendosierer und der Applikationseinrichtung
ein Temperierbereich angeordnet ist;
und/oder
- b) an oder in einer Zuführleitung zwischen dem Kolbendosierer und einer Materialquelle
ein Temperierbereich angeordnet ist.
[0024] Für eine effektive Reinigung der Applikationseinrichtung ist diese vorzugsweise mit
einer Spüleinrichtung verbunden, mittels welcher der Applikationseinrichtung über
eine Spülmittelleitung Spülmittel zuführbar ist. Um das Spülmittel zu temperieren
und dadurch eine besserer Spülwirkung zu erreichen ist es in diesem Fall günstig,
wenn
a) an oder in der Spüleinrichtung ein Temperierbereich angeordnet ist;
und/oder
b) an oder in der Spülmittelleitung ein Temperierbereich angeordnet ist.
[0025] Im Hinblick auf eine Erwärmung des Materials ist es von Vorteil, wenn die Temperiereinheit
eine Heizeinheit und das Temperierelement ein Heizelement ist.
[0026] Vorzugsweise ist dann die Heizeinheit eine induktive Heizeinheit, welche als Heizelement
eine Heizspule umfasst, welche einen Abschnitt des Strömungsweges und/oder der Applikationseinrichtung
umgibt, so dass die Heizspule von flüssigem Material durchströmbar ist.
[0027] Alternativ oder ergänzend kann die Temperiereinheit als Temperierelement eine Wärmetauschereinheit
oder ein Peltierelement umfassen.
[0028] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- schematisch das Layout eines Beschichtungssystems, bei welchem flüssige Medien mittels
eines Heizsystems erwärmt werden können, das eine oder mehrere Heizeinheiten umfasst;
- Figuren 2A, 2B und 2C
- schematisch drei alternative Anordnungen zum Erfassen der Temperatur eines Mediums
in einer Applikationsvorrichtung.
[0029] In Figur 1 bezeichnet 10 insgesamt ein Beschichtungssystem zum Applizieren von Beschichtungsmaterialien
auf Gegenstände 12, die vorliegend als Fahrzeugkarosserien 14 veranschaulicht sind.
Ein Gegenstand 12 ist an einer Tragstruktur 16 befestigt, die im Falle von Fahrzeugkarosserien
14 beispielsweise als so genannter Skid 18 ausgebildet ist.
[0030] Das Beschichtungssystem umfasst eine Applikationseinrichtung 20. Vorliegend wird
beispielhaft ein Beschichtungssystem 10 für Lacke beschrieben. In diesem Fall kann
die Applikationseinrichtung 20 beispielsweise eine Spritzpistole oder ein Hochrotationszerstäuber
22 sein, wie es an und für sich bekannt ist.
[0031] Die Applikationseinrichtung 20 ist mit einer Versorgungsleitung 24 eines insgesamt
mit 26 bezeichneten Versorgungssystems verbunden, wobei die Versorgungsleitung 24
zu einem nur sehr schematisch gezeigten Kolbendosierer 28 des Versorgungssystems 26
führt, wie er an und für sich bekannt ist. Der Kolbendosierer 28 ist seinerseits über
eine Zuführleitung 30 mit einer Ventileinrichtung 32 verbunden, welche beim vorliegenden
Ausführungsbeispiel als Wechseleinrichtung 34 für Beschichtungsmaterialien ausgebildet
ist und ihrerseits aus mehreren Materialquellen 36 mit Fluidmaterial gespeist wird,
wie es ebenfalls an und für sich bekannt ist.
[0032] Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel gibt es fünf Materialquellen 36 in Form von
Ringleitungen 36.1 bis 36.5, es können jedoch auch weniger oder auch beträchtlich
mehr solcher Ringleitungen vorhanden sein, deren Anzahl durchaus bei 50 und darüber
liegen kann. Bei den durch die Ringleitungen 36.1 bis 36.5 angebotenen Fluidmaterialien
kann es sich neben unterschiedlichen Beschichtungsmaterialien, insbesondere unterschiedlichen
Lacken, auch um Druckluft und Spülmittel handeln. Bei der Applikation von Lacken ist
die Wechselvorrichtung 34 somit eine Farbwechseleinrichtung 38.
[0033] Der Applikationseinrichtung 20 kann außerdem aus einer Spüleinrichtung in Form eines
Spülblocks 40 Druckluft über eine gesonderte Druckluftleitung 42 und Spülmittel über
eine gesonderte Spülmittelleitung 44 zugeführt werden. Der Spülblock 40 verbindet
hierfür wahlweise die Druckluftleitung 42 mit einer Druckluftquelle 46 und/oder die
Spülmittelleitung 42 mit einer Spülmittelquelle 48, so dass der Applikationseinrichtung
20 wahlweise Druckluft oder Spülmittel oder beides zugeführt werden kann.
[0034] Die Versorgungsleitung 24, der Kolbendosierer 28, die Zuführleitung 30 und die Ventileinrichtung
32 bilden gemeinsam einen Strömungsweg für Materialien von den Materialquellen 36
zur Applikationseinrichtung 20.
[0035] Die Beschichtung der Gegenstände 12 erfolgt in einer Beschichtungszone 50, welche
beispielsweise durch eine nicht eigens gezeigte Beschichtungskabine begrenzt ist.
Die Betriebsatmosphäre in dieser Beschichtungszone 50 wird in an und für sich bekannter
Weise konditioniert und insbesondere im Hinblick auf die Feuchtigkeit und die vorhandene
Lösemittelkonzentration sowie die Temperatur überwacht. Zu diesem Zweck kann, wie
es in Figur 1 gezeigt ist, eine Sensoreinrichtung 52 vorhanden sein, welche die gewünschten
Parameter überwacht und von der exemplarisch ein Sensor 54 gezeigt ist.
[0036] In Abwandlung kann die Betriebsatmosphäre in der Beschichtungszone 52 auch auf der
Grundlage von Daten erfasst werden, die bei vorhergehenden Konditioniervorgängen für
Luft ermittelt werden, die der Beschichtungszone zugeführt werden soll. In der Regel
strömt konditionierte Luft aus einem Plenum von oben nach unten durch die Beschichtungszone
50 hindurch und nimmt dabei Overspray auf, der so aus der Beschichtungszone 50 abgeführt
wird.
[0037] Die Applikationseinrichtung 20, der Kolbendosierer 28, die Ventileinrichtung 32 und
der Spülblock 40 werden mit Hilfe einer Steuereinheit 56 angesteuert, was in Figur
1 durch gestrichelte Linien veranschaulicht ist. Auch die Sensoreinrichtung 52 kommuniziert
mit der Steuereinheit 56, welche abhängig von der erhaltenen Sensorinformation nicht
eigens gezeigte Einrichtungen steuert, durch welche die Betriebsatmosphäre in der
Beschichtungszone 50 eingestellt werden kann.
[0038] Im Laufe der Betriebszeit setzt sich Overspray auf der Außenfläche der Applikationseinrichtung
20 ab, weshalb diese in regelmäßigen Abständen gereinigt werden muss. Hierfür ist
eine Reinigungsvorrichtung 58 mit einem Aufnahmestutzen 60 vorhanden, in dessen Innenraum
die Applikationseinrichtung 20 hinein geführt und gleichsam eingetaucht werden kann.
In den Innenraum des Aufnahmestutzens 60 kann über eine Spülmittelleitung 62 und hier
nicht eigens gezeigte Sprühdüsen Spülmittel eingeblasen werden, welches die Applikationseinrichtung
20 benetzt und vorhandene Verunreinigungen abspült. Das mit Verunreinigungen beladene
Spülmittel fließt nach unten in dem Aufnahmestutzen 60 ab, wo es über eine Ablassleitung
62 abgeführt wird. Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel ist der Aufnahmestutzen 60
insgesamt trichterförmig ausgebildet.
[0039] Das Beschichtungssystem 10 umfasst nun einen oder mehrere Temperierbereiche 66 an
oder in dem Strömungsweg 24, 28, 30, 32, in denen fluide Medien in dem Strömungsweg
24, 28, 30, 32 und/oder der Applikationsvorrichtung 20 erwärmt oder abgekühlt werden
können. Insbesondere können in dem oder den Temperierbereichen 66 flüssigen Materialien
in dem Strömungsweg 24, 28, 30, 32 des Beschichtungssystems 10 erwärmt oder abgekühlt
werden. Hierfür ist in jedem Temperierbereich 66 jeweils eine Temperiereinheit 67
mit einem Temperierelement 68 vorhanden.
[0040] Eine Temperierung kann je nach Anwendungsfall und Bedarf grundsätzlich für alle in
den Leitungen geführten Medien erwünscht sein, also für Beschichtungsmaterialien,
insbesondere Lacke, sowie Lösemittel, Spülmittel, Trennmittel und auch Luft, die bei
der Beschichtung von Gegenständen erforderlich sind.
[0041] Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel ist als Temperiereinheit 67 eine Heizeinheit
69 einer Temperieranordnung 70 vorhanden. Ein Temperierbereich 66 ist in diesem Fall
folglich ein Heizbereich.
[0042] Die Figuren 1 und 2 zeigen zusammenfassend eine Vielzahl von Temperierbereichen 66.1
bis 66.9. Das Beschichtungssystem 10 kann alternativ zu allen gezeigten Temperierbereichen
66 jedoch auch nur einen einzigen der gezeigten Temperierbereiche 66 oder einige der
gezeigten Temperierbereiche 66 aufweisen. Die gezeigten und nachfolgend erläuterten
Temperierbereiche 66 können somit jeweils alternativ oder ergänzend zueinander vorhanden
sein.
[0043] Die Temperiereinheiten 67 können außerdem einen jeweiligen Temperatursensor 72 umfassen,
um die Temperatur des Mediums zu erfassen. Der Übersichtlichkeit halber ist ein Temperatursensor
72 lediglich in den Figuren 2A, 2B und 2C gezeigt. Im Zusammenspiel mit der Steuerung
56 können so ein oder mehrere Regelkreise ausgebildet sein, durch welche die Ist-Temperatur
eines Materials auf eine Soll-Temperatur eingestellt werden kann. Alle vorhandenen
Temperatursensoren 72 können über die Steuerung 56 ausgelesen werden, so dass im laufenden
Betrieb bei mehreren Temperiereinheiten 67 entlang des Strömungsweges 24, 28, 30,
32 ein Temperaturprofil des flüssigen Materials zwischen Materialquelle 36 bis zum
Ausgang der Applikationseinrichtung 20 erstellt werden kann.
[0044] Die Heizeinheiten 69 sind als induktive Heizeinheiten konzipiert, deren Temperierelement
68 ein Heizelement 74 in Form jeweils einer Heizspule ist, welche im Weiteren ebenfalls
mit dem Bezugszeichen 74 bezeichnet wird und welche die jeweilige Material führende
Leitung oder einen jeweiligen Material führenden Bereich, d.h. allgemein einen Abschnitt
des Leitungssystems 24, 28, 30, 32, 36 und/oder der Applikationseinrichtung 20, umgibt,
so dass die Heizspule 74 von flüssigem Materialpassiert werden kann. Von den Heizspulen
74 der einzelnen Heizeinheiten 69 sind nur einige mit einem Bezugszeichen versehen.
Bei nicht eigens gezeigten Abwandlungen kann das jeweilige Heizelement einer Heizeinheit
69 auch anders ausgebildet sein. Beispielsweise kommt auch eine Strahlungsquelle in
Betracht.
[0045] Alternativ oder ergänzend können auch Temperierelemente 68 vorhanden sein, welche
grundsätzlich erwärmen und abkühlen können. Hierfür kann ein Temperierelement 68 beispielsweise
eine Wärmetauschereinheit oder insbesondere ein Peltierelement sein, deren Technik
an und für sich bekannt ist. Auch reine Kühlelemente können vorhanden sein.
[0046] Abhängig von der Art und Weise und der Anordnung der Temperierelemente 68 im Strömungsweg
24, 28, 30, 32 kann das Material kann das zu temperierende Material auf seinem Weg
zur Applikationseinrichtung kaskadenartig auf die gewünschte Zieltemperatur eingestellt
werden.
[0047] Die Energieversorgung der einzelnen Heizeinheiten ist der Übersichtlichkeit halber
nicht eigens gezeigt. Die jeweils vorhandenen Heizeinheiten 69 werden ebenfalls von
der Steuereinheit 56 koordiniert.
[0048] Ein erster Temperierbereich 66.1 ist nun an oder in der Applikationsvorrichtung 20
definiert, so dass über die Applikationsvorrichtung 20 abzugebende Medien kurz vor
der Abgabe auf die gewünschte Temperatur erwärmt werden können. In den Figuren 2A
bis 2C ist die Applikationseinrichtung 20 detaillierter gezeigt. Wie dort zu erkennen
ist, laufen die Versorgungsleitung 24 des Versorgungssystems 26 und die von dem Spülblock
40 kommenden Druckluft- und Spülmittelleitung 42 bzw. 44 mit Teilabschnitten 24a,
42a und 44a innerhalb der Applikationseinrichtung 20 in einem Umstellventil 76 zusammen,
von dem eine Ausgangsendleitung 78 zum Ausgang der Applikationseinrichtung 20 führt.
[0049] Bei der Variante gemäß Figur 2A ist die Heizspule 74 der Heizeinheit 69.1 an dem
Versorgungsleitungsabschnitt 24a nahe dem Umstellventil 74 angeordnet. Der Temperatursensor
72 ist dort stromauf der Heizspule 74 positioniert, so dass die Temperatur des heranströmenden
Medium erfasst werden kann.
[0050] Bei der Variante gemäß Figur 2B ist der Temperatursensor 72 dagegen stromab der Heizspule
74 angeordnet, so dass die Temperatur des gerade erwärmten Medium erfasst werden kann.
[0051] Bei der Variante gemäß Figur 2C befindet sich die Heizspule 74 an der Ausgangsendleitung
78, so dass jedes durch die Leitungen 24, 42 oder 44 zugeführte Medium erwärmt werden
kann. Der Temperatursensor 72 ist dort beispielhaft wieder stromauf der Heizspule
74 angeordnet, kann jedoch auch stromab davon vorgesehen sein.
[0052] Bei einer Abwandlung kann sowohl stromauf als auch stromab des Heizelementes, vorliegend
der Heizspule 74, jeweils ein Temperatursensor 72 angeordnet sein. So kann sowohl
die Temperatur von zur Heizeinheit 69 strömendem Material als auch von Material, das
von der Heizeinheit 69 wegströmt, erfasst werden.
[0053] Bei allen Heizeinheiten 69 kann der zugehörige Temperatursensor 72 entsprechend stromauf
oder stromab der jeweiligen Heizspule 74 angeordnet sein, wobei die Anordnung stromab
bevorzugt ist, da so die erreichte Temperatur des Mediums unmittelbar erfasst werden
kann.
[0054] Ein weiterer Temperierbereich 66.2 mit Heizeinheit 69.2 ist an oder in der Versorgungsleitung
24 vorhanden. Ein Temperierbereich 66.3 ist an oder in dem Kolbendosierer 28 und eine
weitere Temperierbereich 66.4 an oder in der Zuführleitung 30 zwischen der Ventileinrichtung
32 und dem Kolbendosierer 28. Bei dem Kolbendosierer 28 umgibt die dortige Heizspule
74 die mit 28a bezeichnete Kolbenkammer des Kolbendosierers 28.
[0055] Ein an oder in der Ventileinrichtung 32 gezeigter Temperierbereich 66.5 zeigt eine
Heizeinheit 69.5, die exemplarisch für eine oder mehrere Heizeinheiten 69 steht, mit
denen Material aus den Materialquellen 36 unmittelbar bei Eintritt in die Ventileinrichtung
32 erwärmt werden können.
[0056] Ein an oder in dem Spülblock 40 gezeigter Temperierbereich 66.6 zeigt eine Heizeinheit
69.6, die exemplarisch für eine oder mehrere Heizeinheiten 69 steht, mit denen Material
aus der Druckluftquelle 46 bzw. der Spülmittelquelle 48 unmittelbar bei Eintritt in
den Spülblock 40 erwärmt werden können. Alternativ oder ergänzend ist ein Temperierbereich
69.7 an oder in der vom Spülblock 40 jeweils abgehenden Druckluftleitung 42 bzw. Spülmittelleitung
44 vorhanden.
[0057] Ein weiterer Temperierbereich 66.8 ist an der Spülmittelleitung 62 der Reinigungsvorrichtung
58 vorgesehen, so dass dort appliziertes Reinigungsmittel erwärmt werden kann. Alternativ
oder ergänzend ist an dem Aufnahmestutzen 60 ein Temperierbereich 66.9 definiert.
[0058] Durch die Möglichkeit, die Medien im laufenden Betrieb des Beschichtungssystems 10
in individuellen Temperierbereichen 66 zu erwärmen, können unter anderem Ressourcen
eingespart werden. Dies gilt vor allem im Hinblick auf Spül- und Lösemittel, welche
beim Durchströmen der zugehörigen Leitungen erwärmt werden können, da diese bei höheren
Temperaturen mehr Verunreinigungen aufnehmen können als bei demgegenüber geringeren
Temperaturen. Aber auch bei Beschichtungsmaterialien hat die Verarbeitungstemperatur
der Materialien einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Beschichtungsergebnis,
so dass hier individuell für verschiedenen Beschichtungsmaterialien unterschiedlichen
Temperaturanpassungen vorgenommen werden können.
[0059] Mit den Temperiereinheiten 67 kann auch immer Luft oder ein anderes gasförmiges Medium
in dem Strömungsweg 24, 28, 30, 32 oder der Applikationseinrichtung 20 temperiert
werden, wenn dies erforderlich oder wünschenswert ist.
1. Beschichtungssystem zum Beschichten von Gegenständen mit
a) einer Applikationseinrichtung (20);
b) einem Versorgungssystem (26), mittels welchem der Applikationseinrichtung (20)
über einen Strömungsweg (24, 28, 30, 32) wenigstens ein flüssiges Material zuführbar
ist;
dadurch gekennzeichnet, dass
c) eine Temperieranordnung (70) vorhanden ist, durch welche das wenigstens eine flüssige
Material in dem Strömungsweg (24, 28, 30, 32) und/oder der Applikationsvorrichtung
(20) in wenigstens einem Temperierbereich (66) temperierbar ist.
2. Beschichtungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem wenigstens einen Temperierbereich (66) eine Temperiereinheit (67) mit einem
Temperierelement (68) angeordnet ist.
3. Beschichtungssystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperiereinheit (67) wenigstens einen Temperatursensor (72) umfasst, welcher
stromauf oder stromab des Temperierelements (68) angeordnet ist.
4. Beschichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Temperierbereich (66.1) an oder in der Applikationseinrichtung (20)
angeordnet ist.
5. Beschichtungssystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Applikationseinrichtung (20) eine Ausgangsendleitung (78) umfasst, an der das
Temperierelement (68) der Temperiereinheit (67) angeordnet ist.
6. Beschichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Temperierelement (68) an einem Abschnitt (24a) einer Versorgungsleitung (24)
für Beschichtungsmaterial angeordnet ist, welcher durch die Applikationseinrichtung
(20) verläuft.
7. Beschichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Temperierbereich (66) an oder in dem Strömungsweg (24, 28, 30, 32)
angeordnet ist.
8. Beschichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Strömungsweg (24, 28, 30, 32) eine Ventileinrichtung (32) umfasst, welche von
mehreren Materialquellen (36) mit flüssigem Material gespeist wird und an oder in
welcher wenigstens ein Temperierbereich (66.5) angeordnet ist.
9. Beschichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis8, dadurch gekennzeichnet, dass der Strömungsweg (24, 28, 30, 32) wenigstens einen Kolbendosierer (28) umfasst, an
oder in welchem ein Temperierbereich (66.3) angeordnet ist.
10. Beschichtungssystem nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) an oder in einer Versorgungsleitung (24) zwischen dem Kolbendosierer (28) und der
Applikationseinrichtung (20) ein Temperierbereich (66.2) angeordnet ist;
und/oder
b) an oder in einer Zuführleitung (30) zwischen dem Kolbendosierer (28) und einer
Materialquelle (36) ein Temperierbereich (66.4) angeordnet ist.
11. Beschichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Applikationseinrichtung (20) mit einer Spüleinrichtung (40) verbunden ist, mittels
welcher der Applikationseinrichtung (20) über eine Spülmittelleitung (42) Spülmittel
zuführbar ist, wobei
a) an oder in der Spüleinrichtung (40) ein Temperierbereich (66.6) angeordnet ist;
und/oder
b) an oder in der Spülmittelleitung (42) ein Temperierbereich (66.7) angeordnet ist.
12. Beschichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperiereinheit (67) eine Heizeinheit (69) und das Temperierelement (68) ein
Heizelement (74) ist.
13. Beschichtungssystem nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinheit (69) eine induktive Heizeinheit ist und als Heizelement eine Heizspule
(74) umfasst, welche einen Abschnitt des Strömungsweges (24, 28, 30, 32) und/oder
der Applikationseinrichtung (20) umgibt, so dass die Heizspule (74) von flüssigem
Material durchströmbar ist.
14. Beschichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperiereinheit (67) als Temperierelement (68) eine Wärmetauschereinheit oder
ein Peltierelement umfasst.