Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Erfassung des Kraftstoffdrucks für einen
Kraftstoffinjektor nach dem Oberbegriff der beiden unabhängigen Vorrichtungsansprüche.
Ferner betrifft die Erfindung einen Kraftstoffinjektor oder eine Kraftstoffzuführleitung
zu einem Kraftstoffinjektor mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0002] Eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff der beiden unabhängigen Vorrichtungsansprüche
ist aus der Praxis bereits bekannt und umfasst ein als Drucksensor ausgebildetes Piezoelement,
das an einer Außenseite eines Kraftstoffinjektors nahe einer in dem Injektorgehäuse
des Kraftstoffinjektors ausgebildeten Zulaufbohrung angeordnet ist. Die Zulaufbohrung
verbindet eine mit dem Kraftstoffinjektor hydraulisch gekoppelte Kraftstoffzuführleitung
mit einem innerhalb des Injektorgehäuses ausgebildeten Hochdruckraum, in dem sich
auch die Düsennadel befindet. Die bekannte Vorrichtung ist dabei mit ihrem Messelement
im Bereich eines geradlinigen Abschnitts der Zulaufbohrung angeordnet, wobei die Wanddicke
zwischen der Zulaufbohrung und der Außenseite des Injektorgehäuses, an der sich das
als Piezoelement ausgebildete Messelement befindet, relativ dünn ausgebildet ist.
Dadurch lässt sich beispielsweise eine in der Wand des Injektorgehäuses auftretende
Verformung aufgrund einer Druckspannung bei einer Druckerhöhung in der Zulaufbohrung
detektieren, die typischerweise dann auftritt, wenn nach dem Einspritzen des Kraftstoffs
aus dem Hochdruckraum in einen Brennraum einer Brennkraftmaschine die Düsennadel die
Einspritzöffnungen wieder verschließt. Das Erfassen des Öffnungs- bzw. Schließzeitpunkts
der Düsennadel ermöglicht es insbesondere, über die Lebensdauer des Einspritzventils
auftretende Mengenstreuungen durch eine entsprechende korrigierte Ansteuerung des
Kraftstoffinjektors auszugleichen. Zur Detektion der angesprochenen Druckänderungen
in der Zulaufbohrung des Injektorgehäuses ist das Piezoelement mittels einer Vorspanneinrichtung
gegen das Injektorgehäuse gepresst. Eine derartige Spanneinrichtung stellt einen zusätzlichen
konstruktiven, die Herstellkosten des Kraftstoffinjektors verteuernde Maßnahme dar.
Darüber hinaus wird dadurch die Baugröße des Kraftstoffinjektors vergrößert, sodass
bei gegebenen Einbauverhältnissen üblicherweise ein Einsatz eines derartigen Kraftstoffinjektors,
ohne bauliche Änderungen an der Verbrennungsmaschine vorzunehmen, nicht möglich ist.
Die bekannte Vorrichtung ist deshalb insbesondere für Laborzwecke geeignet.
[0003] Aus der
DE 10 2008 055 053 A1 der Anmelderin ist darüber hinaus eine Vorrichtung zum Messen des Kraftstoffdrucks
in einem Kraftstoffeinspritzventil bekannt, bei der eine radiale Aufweitung eines
Düsenkörpers mittels einer den Düsenkörper radial umgebenden Messeinrichtung erfasst
wird. Das als Messhülse ausgebildete Messelement verwendet hierzu insbesondere Dehnmessstreifen.
Auch die aus der
DE 10 2008 055 053 A1 bekannte Vorrichtung ist üblicherweise nicht dazu geeignet, in eine bestehende Brennkraftmaschine
eingesetzt zu werden, da die Baugröße des Kraftstoffinjektors im Bereich des Düsenkörpers
vergrößert ist.
Offenbarung der Erfindung
[0004] Ausgehend von dem dargestellten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, eine Vorrichtung zur Erfassung des Kraftstoffdrucks für einen Kraftstoffinjektor
nach dem Oberbegriff der beiden unabhängigen Ansprüche derart weiterzubilden, dass
diese dazu geeignet ist, mit möglichst einfachem Aufwand in bestehende Kraftstoffinjektoren
integriert bzw. an diesen angebracht zu werden, oder aber unabhängig vom Kraftstoffinjektor
in einem Kraftstoffzuführsystem für den Kraftstoffinjektor angeordnet zu werden. Dadurch
soll insbesondere ein Einsatz einer gattungsgemäßen Vorrichtung ohne größere bauliche
Veränderungen an der Brennkraftmaschine ermöglicht werden.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einer Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 dadurch gelöst, dass die Kraftstoffzuführeinrichtung im Bereich des Messelements
(Piezoelement) einen gekrümmt oder geknickt ausgebildeten Strömungsweg für den Kraftstoff
ausbildet. Die Erfindung macht sich dabei die Idee zunutze, dass bei einer Druckerhöhung
in einem gekrümmt ausgebildeten Strömungsweg das den Kraftstoff führende Element dazu
neigt, sich gerade auszurichten. Dieser Effekt lässt sich beispielhaft verdeutlichen,
indem der Wasserdruck in einem in Bogenform ausgebildeten, frei liegenden Gartenschlauch
erhöht wird, worauf der Gartenschlauch dazu tendiert, seine Krümmung zu reduzieren.
Die hydraulischen Kräfte, die zu einer Reduzierung der Krümmung des Strömungswegs
führen, erzeugen in der den Strömungsweg für den Kraftstoff begrenzenden Wand eine
mechanische Spannung und damit eine Verformung, die mittels des angesprochenen Piezoelements
detektiert werden kann. Hierzu ist es, im Gegensatz zum Stand der Technik nicht erforderlich,
das Piezoelement durch eine entsprechende Spanneinrichtung gegen die Wand der Kraftstoffzuführeinrichtung
vorzuspannen bzw. anzuordnen. Vielmehr genügt es, sicherzustellen, dass eine steife
bzw. flächige Verbindung zwischen dem Piezoelement bzw. dessen Messoberfläche und
der Wand der den Kraftstoff führenden Kraftstoffzuführeinrichtung vorhanden ist.
[0006] Vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Erfassung eines
Kraftstoffdrucks für einen Kraftstoffinjektor sind in den Unteransprüchen aufgeführt.
[0007] In einer ersten konstruktiven Umsetzung des erfindungsgemäßen Gedankens wird vorgeschlagen,
die Vorrichtung unmittelbar dem Kraftstoffinjektor zuzuordnen bzw. mit diesem zu verbinden.
Dabei ist es vorgesehen, dass die Kraftstoffzuführeinrichtung als ein in dem Injektorgehäuse
ausgebildeter Zulaufkanal ausgebildet ist, der in den Hochdruckraum mündet, dass der
Zulaufkanal zwei, in einem Winkel zueinander angeordnete Bohrungsabschnitte aufweist,
die den Strömungsweg für den Kraftstoff ausbilden, und dass das Messelement im Übergangsbereich
zwischen den beiden Bohrungsabschnitten angeordnet ist. Derartige, in einem Winkel
zueinander angeordnete Bohrungsabschnitte in dem Zulaufkanal zu dem Hochdruckraum
in dem Injektorgehäuse ergeben sich beispielsweise beim Übergang zwischen verschiedenen
Gehäuseelementen des Injektorgehäuses. Dadurch ist es nicht erforderlich, einen speziell
für den Zweck der Erfassung des Kraftstoffdrucks ausgebildeten Zulaufkanal auszubilden,
vielmehr kann ein bereits vorhandener Zulaufkanal ohne zusätzlichen Mehraufwand bzw.
ohne das Erfordernis einer konstruktiven Änderung an einem bestehenden Kraftstoffinjektor
verwendet werden.
[0008] Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Messelement an der Außenseite des Injektorgehäuses
angeordnet ist. Dadurch ist insbesondere keine hydraulische Abdichtung im Bereich
des Messelements erforderlich, so dass dieses relativ einfach und somit preiswert
herstellbar ausgebildet werden kann. Darüber hinaus wird bei einer derartigen Ausgestaltung
auch innerhalb des Injektorgehäuses kein zusätzlicher Bauraum benötigt, um das Messelement
aufzunehmen.
[0009] Zur Verbindung des Messelements mit dem Injektorgehäuse ist es in einer bevorzugten
Weiterbildung des Erfindungsgedankens vorgesehen, dass das Messelement mittels einer
stoffschlüssigen Verbindung mit dem Injektorgehäuse verbunden ist. Insbesondere kommen
dafür hochtemperaturfeste Klebstoffe in Frage.
[0010] In einer gegenüber der Anordnung der Vorrichtung an dem Kraftstoffinjektor alternativen
Ausgestaltung der Erfindung ist es vorgesehen, dass das Messelement im Bereich einer
mit dem Kraftstoffinjektor hydraulisch verbindbaren Kraftstoffzuführleitung angeordnet
ist, die die Kraftstoffzuführeinrichtung ausbildet. Diese Lösung hat insbesondere
den Vorteil, dass weder der Kraftstoffinjektor hinsichtlich seiner Baugröße oder konstruktiven
Gestaltung gegenüber dem Stand der Technik verändert werden muss, noch dass zusätzlicher
Einbauraum am Einbauort des Kraftstoffinjektors in der Brennkraftmaschine benötigt
wird. Insbesondere ist eine derartige Lösung der Anordnung der Vorrichtung somit auch
beispielsweise für eine nachträgliche oder optionale Anordnung geeignet. Dieser Grundgedanke
der Erfindung macht sich die Idee zunutze, dass die Verbindung zwischen einem Kraftstoffspeicher
(Rail) und dem Kraftstoffinjektor mittels einer starren Verbindungsleitung erfolgt,
die in einem Winkel zueinander angeordnete Abschnitte aufweist, um das Rail mit dem
jeweiligen Kraftstoffinjektor zu verbinden.
[0011] In einer ersten konkreten Ausgestaltung dieses alternativen Erfindungsgedankens ist
es vorgesehen, dass das Messelement unmittelbar, ggf. unter Zwischenlage einer Verbindungsschicht,
an der Außenseite der Kraftstoffzuführleitung angeordnet ist. Diese Lösung hat insbesondere
den Vorteil, dass an der bestehenden Kraftstoffzuführleitung keinerlei bauliche Veränderungen
vorgenommen werden müssen. Die Verbindung zwischen dem Messelement und der Kraftstoffzuführleitung
erfolgt in Analogie zur Verbindung des Messelements mit dem Injektorgehäuse bevorzugt
durch eine stoffschlüssige Verbindung.
[0012] Alternativ ist es jedoch auch möglich, das Messelement im Bereich eines in die Kraftstoffzuführleitung
einsetzbaren Adapterelements anzuordnen. Eine derartige Lösung hat insbesondere den
Vorteil, dass der Einbauort bzw. der Anbauort des Messelements nicht zwangsläufig
an in der Kraftstoffzuführleitung ausgebildete, in einem Winkel bzw. gekrümmt angeordnete
Abschnitte geknüpft ist. Vielmehr kann das Adapterelement auch in einem geradlinigen
Abschnitt der Verbindungsleitung eingesetzt werden, wobei das Adapterelement in diesem
Fall derart ausgebildet ist, dass der Kraftstoff innerhalb des Adapterelements in
einem gekrümmt bzw. in einem Winkel zueinander stehenden Abschnitten geführt wird.
Darüber hinaus hat eine derartige Ausbildung den besonderen Vorteil, dass die zur
Detektion der Druckänderungen vorgesehenen Abschnitte der Kraftstoffführung speziell
angepasst werden können, beispielsweise durch einen besonders großen Winkel, in dem
die kraftstoffführenden Bereiche zueinander angeordnet sind, um bei einer Druckänderung
ein besonders großes Spannungssignal am Piezoelement erzeugen zu können.
[0013] In einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung gemäß dem Kennzeichenteil des zweiten
unabhängigen Vorrichtungsanspruchs ist es vorgesehen, dass das Messelement im Bereich
einer mit dem Kraftstoffinjektor hydraulisch verbindbaren Kraftstoffzuführleitung
angeordnet ist, dass das Messelement im Bereich eines in die Kraftstoffzuführleitung
einsetzbaren Adapterelements angeordnet ist, und dass das Adapterelement eine von
dem Kraftstoffdruck elastisch deformierbare Membran aufweist, in deren Bereich das
Messelement angeordnet ist. Eine derartige Ausbildung des Messelements hat den Vorteil
einer besonders guten Erfassung von Druckschwankungen bzw. die Möglichkeit, auch relativ
geringe Druckschwankungen erfassen zu können.
[0014] Die Erfindung umfasst auch einen Kraftstoffinjektor oder eine Kraftstoffzuführleitung
zu einem Kraftstoffinjektor mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0015] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung.
[0016] Diese zeigt in:
- Fig. 1
- einen Teilbereich eines mit einer ersten erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Erfassung
eines Kraftstoffdrucks ausgebildeten Kraftstoffinjektors in einem Längsschnitt,
- Fig. 2 und Fig. 3
- stark vereinfachte Darstellungen einer alternativen Anordnung eines Messelements zur
Erfassung des Kraftstoffdrucks in einer Zuführleitung zwischen einem Kraftstoffspeicher
und einem Kraftstoffinjektor,
- Fig. 4 und Fig. 5
- eine modifizierte Anordnung bzw. Ausbildung eines Messelements, das in einem Adapterelement
in einer Kraftstoffzuführleitung angeordnet ist, jeweils im Längsschnitt und
- Fig. 6
- eine Diagramm über den Verlauf der Einspritzmenge, des in einer Zuführleitung herrschenden
Drucks sowie einer von dem Messelement erzeugten Spannung während eines Einspritzzyklus.
[0017] Gleiche Elemente bzw. Elemente mit gleicher Funktion sind in den Figuren mit den
gleichen Bezugsziffern versehen.
[0018] In der Fig. 1 ist der in einem nicht gezeigten Brennraum einer selbstzündenden Brennkraftmaschine
zugewandte Endbereich eines Kraftstoffinjektors 10 dargestellt. Der Kraftstoffinjektor
10 dient dem Einspritzen von Kraftstoff in den Brennraum der Brennkraftmaschine und
ist Bestandteil eines an sich bekannten Common-Rail-Einspritzsystems.
[0019] Der Kraftstoffinjektor 10 weist ein Injektorgehäuse 11 auf, das beispielhaft, und
nicht einschränkend, einen dem Brennraum der Brennkraftmaschine zugewandten Düsenkörper
12 sowie einem mit dem Düsenkörper 12 verbundenen, sich axial an die Düsenkörper 12
anschließendes, mehrteilig ausgebildete Restgehäuse 17 mit Gehäuseelementen 13a, 13b
umfasst. In dem Düsenkörper 12 sind mehrere Einspritzöffnungen 14 ausgebildet. Weiterhin
ist in dem Düsenkörper 12 eine im Wesentlichen sacklochförmige Ausnehmung 15 ausgebildet,
in der entlang einer Längsachse 16 eine Düsennadel 18 hubbeweglich angeordnet ist.
In der in der Fig. 1 dargestellten, abgesenkten Position der Düsennadel 18 verschließt
diese die Einspritzöffnungen 14 mittelbar unter Ausbildung eines Dichtsitzes 19 an
der Innenseite des Düsenkörpers 12. Der den Einspritzöffnungen 14 abgewandte Endbereich
21 der Düsennadel 18 taucht in eine ebenfalls im Bereich des Düsenkörpers 12 angeordnete
Steuerraumhülse 22 ein. Die Steuerraumhülse 22 stützt sich auf der den Einspritzöffnungen
14 abgewandten Seite mit ihrer Stirnfläche an der gegenüberliegenden Stirnfläche des
Gehäuseelements 13b ab. Zwischen der dem Gehäuseelement 13b abgewandten Stirnseite
der Steuerraumhülse 22 und einem radial umlaufenden Bund 23 der Düsennadel 18 stützt
sich eine als Druckfeder ausgebildete Schließfeder 25 ab, die die Düsennadel 18 in
ihre, die Einspritzöffnungen 14 verschließende Stellung kraftbeaufschlagt.
[0020] Von der Innenwand der Steuerraumhülse 22 sowie den gegenüberliegenden Stirnseiten
der Düsennadel 18 und des Gehäuseelements 13b ist ein Steuerraum 26 begrenzt, der
über eine Ablaufbohrung 27 in einen nicht dargestellten Niederdruckbereich des Kraftstoffinjektors
10 hydraulisch druckentlastbar ist. Über eine Beeinflussung des Drucks im Steuerraum
26 wird in an sich bekannter Art und Weise die Bewegung der Düsennadel 18 gesteuert.
Hierzu ist die Ablaufbohrung 27 über ein in der Fig. 1 dargestelltes Ventilglied in
an sich bekannter Art und Weise verschließbar bzw. zu öffnen. Die Betätigung des Ventilglieds
erfolgt in ebenfalls bekannter Art und Weise beispielsweise durch einen Magnetaktuator
oder einen Piezoaktuator.
[0021] Die Ausnehmung 15 in dem Düsenkörper 12 begrenzt einen Hochdruckraum 28, der über
einen Zulaufkanal 30 und eine Kraftstoffzuführleitung 60 mit einer Hochdruckquelle
31 (Rail) verbunden ist. Der Zulaufkanal 30 weist zwei Bohrungsabschnitte 32, 33 auf,
die in einem Winkel α zueinander angeordnet sind. Während der Bohrungsabschnitt 32,
der im Gehäuseelement 13a ausgebildet ist, parallel zur Längsachse 16 verläuft, neigt
sich der zweite, in dem Gehäuseelement 13b befindliche Bohrungsabschnitt 33 in Richtung
zum Hochdruckraum 28 hin.
[0022] Der Steuerraum 26 ist hydraulisch mit dem Hochdruckraum 28 verbunden. Hierzu ist
in der Steuerraumhülse 22 eine radial umlaufende Ringnut 34 ausgebildet, die über
eine Verbindungsbohrung 35 in dem Steuerraum 26 mündet. Die Ringnut 34 ist hydraulisch
über einen Spaltfilter 36 mit dem Hochdruckraum 28 verbunden.
[0023] Erfindungswesentlich ist die Anordnung bzw. Ausbildung einer Vorrichtung 50 zur Erfassung
des Kraftstoffdrucks in dem Zulaufkanal 30. Hierzu weist die Vorrichtung 50 ein als
Piezoelement 51 ausgebildetes Messelement 52 auf, das an der äußeren Umfangswand des
Injektorgehäuses 11 im Übergangsbereich zwischen den beiden Gehäuseelementen 13a,
13b angeordnet ist. Insbesondere ist die Anordnung des Messelements 52 derart, dass
sich dieses in Höhe der Knickstelle zwischen den beiden Bohrungsabschnitten 32, 33
befindet. Die Verbindung des Messelements 52 mit dem Injektorgehäuse 11 erfolgt vorzugsweise
durch eine stoffschlüssige Verbindung, insbesondere durch eine wärmebeständige Kleberschicht
54. Das Piezoelement 51 ist über eine elektrisch Anschlussleitung 55 mit einer nicht
gezeigten Steuereinrichtung gekoppelt, die zumindest mittelbar der Ansteuerung des
Kraftstoffinjektors 10 dient.
[0024] Die Funktionsweise des soweit beschriebenen Kraftstoffinjektors 10 sowie der Vorrichtung
50 wird wie folgt erläutert: In der in der Fig. 1 dargestellten, abgesenkten Stellung
der Düsennadel 18 verschließt diese die Einspritzöffnungen 14. Dadurch wird ein Abgeben
von Kraftstoff über die Einspritzöffnungen 14 verhindert. Weiterhin ist der Ablaufkanal
27 verschlossen, so dass auch kein Abfluss von Kraftstoff aus dem Steuerraum 26 in
den Niederdruckbereich des Kraftstoffinjektors 10 erfolgt. Es herrscht somit in dem
Steuerraum 26, dem Hochdruckraum 28 sowie dem Zulaufkanal 30 mit seinen beiden Bohrungsabschnitten
32, 33 zumindest im Wesentlichen der gleiche Druck (Systemdruck). Eine Ansteuerung
des Kraftstoffinjektors 10 bzw. des Aktuators zur Steuerung des Abflusses von Kraftstoff
aus dem Steuerraum 26 in den Niederdruckbereich des Kraftstoffinjektors 10 bewirkt,
dass der in Schließrichtung herrschende hydraulische Druck in dem Steuerraum 26 reduziert
wird, worauf die Düsennadel 28 entgegen der Federkraft der Schließfeder 25 von dem
Dichtsitz 19 abhebt. Dadurch strömt Kraftstoff aus dem Hochdruckraum 28 und die Einspritzöffnungen
14 in den Brennraum der Brennkraftmaschine ab. Gleichzeitig strömt zum Ausgleich für
den über die Einspritzöffnungen 14 abgegebenen Kraftstoff Kraftstoff über den Zulaufkanal
30 in den Hochdruckraum 28 nach, wobei der Druck in dem Zulaufkanal 30, im Vergleich
zu geschlossener Düsennadel 18, reduziert ist. Um den Einspritzvorgang zu stoppen,
wird der Ablaufkanal 27 durch Deaktivierung des Aktuators des Kraftstoffinjektors
10 verschlossen. Darauf erhöht sich der hydraulische Druck in dem Steuerraum 26, worauf
die Düsennadel 18 in Richtung ihres Sitzes 19 bewegt wird. Bei der Abwärtsbewegung
der Düsennadel 18 in Richtung ihres Dichtsitzes 19 erhöht sich sowohl der hydraulische
Druck in dem Hochdruckraum 28 als auch in dem Zulaufkanal 30 infolge der geringer
werdenden Einspritzmenge von Kraftstoff über die Einspritzöffnungen 14. Dieser sich
erhöhende hydraulische Druck in dem Zulaufkanal 30 wird mittels der Vorrichtung 50
bzw. mittels des Piezoelementes 51 erkannt, da in den dem Piezoelement 51 zugewandten
Wandbereichen des Injektorgehäuses 11 Druckspannungen aufgrund einer Verformung des
Zulaufkanals 30 erzeugt werden, was durch die Pfeile 58, 59 verdeutlicht sein soll.
Diese Druckspannungen übertragen sich auf das Piezoelement 51 und erzeugen dort durch
eine entsprechende Anordnung bzw. Orientierung des Piezoelements 51 zu den Bohrungsabschnitten
32, 33 eine Signalspannung, die der Steuereinrichtung des Kraftstoffinjektors 10 als
Eingangssignal zugeführt wird. Sobald die Düsennadel 18 auf ihren Dichtsitz 19 aufsitzt,
findet im Wesentlichen keine weitere Drucksteigerung mehr statt, so dass auch kein
Spannungssignal mehr durch das Piezoelement 51 erzeugt wird. Der Verlauf des Spannungssignals
des Piezoelements 51 kann daher als Indiz für die Schließbewegung der Düsennadel 18
in Richtung ihres Dichtsitzes 19 verwendet werden.
[0025] Der oben beschriebene Sachverhalt ist in der Fig. 6 während eines Einspritzzyklus
des Kraftstoffinjektors 10 dargestellt. Insbesondere erkennt man über der Zeit t ein
Spannungssignal U des Piezoelements 51, den Druck P innerhalb des Hochdruckraums 28
bzw. des Zulaufkanals 30, sowie eine Durchflussrate Q durch die Einspritzöffnungen
14. Ab dem Öffnen der Düsennadel 18 bzw. beim Abheben der Düsennadel 18 von ihrem
Dichtsitz 19 zum Zeitpunkt t
1 wird von dem Piezoelement 51 ein negatives Spannungssignal U erzeugt. Zwischen den
Zeitpunkten t
2 und t
3 ist der hydraulische Druck in dem Zulaufkanal 30 im Wesentlichen konstant, da die
in den Hochdruckraum 28 nachströmende Kraftstoffmenge der über den Einspritzöffnungen
14 abströmenden Kraftstoffmenge entspricht. Ab dem Zeitpunkt t
3 beginnt der Druck P in dem Hochdruckraum 28 bzw. dem Zulaufkanal 30 wieder auf seinen
ursprünglichen Wert zu steigen, da zu diesem Zeitpunkt die Schließbewegung der Düsennadel
18 beginnt. Die damit einhergehende Druckerhöhung in dem Zulaufkanal 30 wird mittels
des Piezoelements 51 detektiert, welches einen positiven Spannungsimpuls U erzeugt.
[0026] Bei den in den Fig. 2 und 3 abgewandelten Ausführungsformen der Erfindung ist die
Vorrichtung 50 zwischen der Hochdruckquelle 31 und dem Kraftstoffinjektor 10a angeordnet,
wobei es wesentlich ist, dass die Vorrichtung 50 getrennt vom Kraftstoffinjektor 10a
im Bereich der Kraftstoffzuführleitung 60 angeordnet ist. Die Kraftstoffzuführleitung
60 weist bei dem in der Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel einen gekrümmt ausgebildeten
Bereich 61 mit einem Krümmungsradius r auf. Das Piezoelement 51 a ist auf der konvexen
Seite des Abschnitts 61 unter Zwischenlage einer Klebeschicht 54a mit dem Abschnitt
61 verbunden.
[0027] Bei dem in der Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Piezoelement 51a
demgegenüber im Bereich eines, in die Kraftstoffzuführleitung 60 zwischengeschalteten
Adapterelements 65 angeordnet. Diese Ausführungsform hat den Vorteil, dass die Kraftstoffführung
im Bereich des Adapterelements 65 speziell zur möglichst guten Detektierung von Druckschwankungen
durch das Piezoelement 51 a angepasst sein kann, beispielsweise durch einen kleineren
Krümmungsradius r bzw. in einem stärkeren Winkel zueinander geneigten Bohrungsabschnitten
zur Kraftstoffführung.
[0028] Zuletzt in den Fig. 4 und 5 ein alternatives Ausführungsbeispiel dargestellt, bei
dem unter Verwendung eines Adapterelements 70, das ebenfalls in die Kraftstoffzuführleitung
60 zu dem Kraftstoffinjektor 10a integriert ist, das Piezoelement 51 b an einer Außenfläche
des Adapterelements 70 angeordnet ist. Das Adapterelement 70 weist einen mit dem hydraulischen
Druck beaufschlagten Abzweig 71 auf, der von einer Hochdruckmembran 72 begrenzt ist.
Die Hochdruckmembran 72 ist wiederum in Wirkverbindung mit dem Piezoelement 51 b angeordnet.
Entsprechend der Darstellung der Fig. 5 findet bei einer Druckerhöhung eine Deformation
bzw. Verformung der Hochdruckmembran 72 statt, die mittels des Piezoelements 51 b
detektierbar ist.
[0029] Der soweit beschriebene Kraftstoffinjektor 10 bzw. die Vorrichtung 50 kann in vielfältiger
Art und Weise abgewandelt bzw. modifiziert werden, ohne vom Erfindungsgedanken abzuweichen.
1. Vorrichtung (50) zur Erfassung eines Kraftstoffdrucks (P) für einen Kraftstoffinjektor
(10; 10a) mit einem als Piezoelement (51; 51a) ausgebildeten Messelement (52) zur
Erfassung des Kraftstoffdrucks (P), wobei das Messelement (52) dazu ausgebildet ist,
eine Verformung einer den Strömungsweg begrenzenden Wand einer Kraftstoffzuführeinrichtung
zu einem in einem Injektorgehäuse (11) ausgebildeten Hochdruckraum (28) zu detektieren,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kraftstoffzuführeinrichtung im Bereich des Messelements (52) einen gekrümmt oder
geknickt ausgebildeten Strömungsweg für den Kraftstoff ausbildet.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kraftstoffzuführeinrichtung als ein in dem Injektorgehäuse (11) ausgebildeter
Zulaufkanal (30) ausgebildet ist, der in den Hochdruckraum (28) mündet, dass der Zulaufkanal
(30) zwei, in einem Winkel (α) zueinander angeordnete Bohrungsabschnitte (32, 33)
aufweist, die den Strömungsweg für den Kraftstoff ausbilden, und dass das Messelement
im Übergangsbereich zwischen den beiden Bohrungsabschnitten (32, 33) angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Messelement (52) an der Außenseite des Injektorgehäuses (11) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Messelement (52) mittels einer stoffschlüssigen Verbindung, insbesondere mittels
einer Kleberschicht (54), mit dem Injektorgehäuse (11) verbunden ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Messelement (52) im Bereich einer mit dem Kraftstoffinjektor (10a) hydraulisch
verbindbaren Kraftstoffzuführleitung (60) angeordnet ist, die die Kraftstoffzuführeinrichtung
ausbildet.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Messelement (52) unmittelbar, ggf. unter Zwischenlage einer Verbindungsschicht,
an der Außenseite der Kraftstoffzuführleitung (60) angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach einem der Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Messelement (52) im Bereich eines in die Kraftstoffzuführleitung (60) einsetzbaren
Adapterelements (65) angeordnet ist.
8. Vorrichtung (50) zur Erfassung eines Kraftstoffdrucks (P) für einen Kraftstoffinjektor
(10a), mit einem als Piezoelement (51 b) ausgebildeten Messelement (52) zur Erfassung
des Kraftstoffdrucks (P), wobei das Messelement (52) dazu ausgebildet ist, eine Verformung
in einer den Strömungsweg begrenzenden Wand einer Kraftstoffzuführeinrichtung zu einem
in einem Injektorgehäuse (11) ausgebildeten Hochdruckraum (28) zu detektieren,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Messelement (52) im Bereich einer mit dem Kraftstoffinjektor (10a) hydraulisch
verbindbaren Kraftstoffzuführleitung (60) angeordnet ist, dass das Messelement (52)
im Bereich eines in die Kraftstoffzuführleitung (60) einsetzbaren Adapterelements
(70) angeordnet ist, und dass das Adapterelement (70) eine von dem Kraftstoffdruck
(P) elastisch deformierbare Membran (72) aufweist, in deren Bereich das Messelement
(52) angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Messelement (52) dazu ausgebildet ist bzw. derart angeordnet ist, Verformungen
aufgrund von Druckspannungen zu erfassen.
10. Kraftstoffinjektor (10) oder Kraftstoffzuführleitung (60) zu einem Kraftstoffinjektor
(10a) mit einer Vorrichtung (50) nach einem der Ansprüche 1 bis 9.