[0001] Ofenanlagen für Metalle können aus einem feststehenden Schmelzofen mit einer Warmhaltekammer
und einem kippbaren Warmhalte- oder Gießofen bestehen. Hierbei fließt das verflüssigte
Metall durch eine Überführungsrinne aus der Warmhaltekammer des feststehenden Ofens
in den kippbaren Ofen.
Die Längsachse der Überführungsrinne liegt hierbei beispielsweise in der Kippachse
des kippbaren Ofens.
[0002] Da die Metallmenge in der Überführungsrinne gering ist, besteht die Gefahr, dass
das Metall in der Rinne erstarrt, wenn relativ kalte Umgebungsluft durch Undichtigkeiten
an der Übergangsstelle zwischen den Öfen in die Rinne gelangt. Da aufgrund der Gasdruckverhältnisse
in den Öfen meist ein Unterdruck herrscht, ist es vorteilhaft, die Verbindungsrinne
zwischen den beiden Öfen gasdicht gegen die Umgebung auszuführen.
[0003] Dies hat sich allerdings in der Praxis als schwierig erwiesen, da bei der Gestaltung
der Dichtung beachtet werden muss, dass die beiden Öfen aufgrund thermischer Dehnung
ihre Position zueinander leicht verändern können. Dies gilt sowohl für den Aufheizprozess
der Öfen aus dem kalten Zustand als auch für die thermische Dehnung im Betrieb aufgrund
wechselnder Ofentemperaturen. Ferner sind Ungenauigkeiten bei der Positionierung der
beiden Öfen während der Aufstellung und Montage zu beachten. Schließlich müssen die
Dichtungen auch vorzugsweise leicht auswechselbar sein, und dies nicht nur im abgekühlten
Zustand der Öfen, sondern auch im aufgeheizten Betriebszustand.
[0004] Die deutsche Offenlegungsschrift
DE 25 53 697 bezieht sich auf einen Metallschmelzofen mit einem Kanal, der dadurch gekennzeichnet
ist, dass der Boden des Kanals schräg abfällt und zur Ausbildung des Kanalbodens zu
einer Schmelzkammer mit einem Hochleistungsbrenner bestückt ist, wobei das im Kanalinneren
nach unten fallende Material einer Aufprallerhitzung durch das vom Hochleistungsbrenner
injizierte Verbrennungsgas mit hoher Temperatur und großer Geschwindigkeit unterworfen
und im geschmolzenen Zustand in eine mit der Schmelzkammer verbundene Heizkammer überführt
wird, und dass die Heizkammer von Stützwalzen abgestützt ist zum gemeinsamen Hinund
Herbewegen der Heizkammer und der Schmelzkammer.
[0005] Die deutsche Auslegeschrift
DE 1088 194 bezieht sich auf eine Vorrichtung für die Kokille eines unter Vakuum durch Kippen
abgießenden Induktionsofens, bei dem ein Kokillenwechsel unmittelbar nach dem Abguss
ausführbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Einlauf der Kokille zur Aufrechterhaltung
des Vakuums bis zum Erkalten des abgegossenen Materials ein vakuumdicht schließender
Verschluss angeordnet ist.
[0006] Die
WO 2013/117821 A1 betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Gießrinne, die einen Strömungskanal
umfasst. Außerdem bezieht sich die
WO 2013/117821 A1 auf die Verwendung der vorgenannten Gießrinne bei der Metallproduktion.
[0007] Es liegt der vorliegenden Erfindung daher die Aufgabe zugrunde, eine Ofenanlage bzw.
eine entsprechende Überführungsrinne zwischen zwei relativ zueinander beweglichen
Öfen zu schaffen, bei der Toleranzschwankungen, Temperaturausdehnungen sowie Relativbewegungen
der Öfen zueinander möglich sind, ohne dass Schmelze der Umgebungsrinne mit zu viel
Umgebungsluft in Berührung kommt.
[0008] Dies betrifft zunächst eine Überführungsrinne mit Bewegungsausgleichseinrichtung
zum Überleiten von Schmelze zwischen zwei zueinander beweglichen Öfen, enthaltend:
- ein Abdichtungsmodul zum dichten Axialausgleich von Bewegungen zwischen mindestens
einem Ofen und der Überführungsrinne sowie
- ein Radialdichtungsmodul zum dichtenden Radialausgleich von Bewegungen zwischen mindestens
einem Ofen und der Überführungsrinne, wobei
- das Radialdichtungsmodul beweglich bezüglich des Axialdichtungsmoduls gelagert ist.
[0009] Die Dichtheit zwischen der Überführungsrinne und einem austrittsseitigen Ofenflansch
kann also durch zwei Dichtungen erreicht werden. Dies ist zunächst die im Axialdichtungsmodul
angebrachte Dichtung, die beispielsweise gegen eine zylindrische Oberfläche der Überführungsrinne
abdichtet. Sie voll zieht dabei axiale Relativbewegungen zwischen den Öfen; die Abdichtung
bleibt also bei axialen Relativbewegungen erhalten. Diese Dichtung führt vorzugsweise
auch eine Kippbewegung (beispielsweise im Winkelbereich zwischen 0° und 90°, vorzugsweise
im Bereich zwischen 30° und 50°, beispielsweise 40°) des kippbaren Ofens mit aus und
gleitet dabei in Umfangsrichtung auf der beispielsweise zylindrischen Oberfläche der
Überführungsrinne.
[0010] Das zweite Dichtungsmodul, ein Radialdichtungsmodul, dichtet beispielsweise plan
gegen eine ebene Kontaktfläche/Dichtfläche in radialer Richtung ab. Hierbei wird ein
Axialversatz bzw. eine radiale Relativbewegung zwischen den Öfen ausgeglichen (die
Abdichtung bleibt also auch bei radialen Relativbewegungen erhalten). Die Möglichkeit
eines axialen Versatzes wird durch die bewegliche Lagerung (beispielsweise schwimmende
Anordnung) des Radialdichtungsmoduls bezüglich des Axialdichtungsmoduls erreicht.
[0011] Mit einer beispielhaften Anordnung sind Ausgleichsbewegungen in radialer Richtung
bis 50 mm, beispielsweise bis 20 mm und in axialer Richtung von ca. ± 100 mm, beispielsweise
± 50 mm, möglich, ohne dass eine der Dichtungen den Kontakt zu ihrer Anlagefläche
verlässt.
[0012] In einer beispielhaften Ausbildung kann mittels eines Mitnehmernockens das schwimmend/beweglich
gelagerte Radialdichtungsmodul in der gewünschten Winkellage gehalten werden, so dass
Wartung und Austausch von allen Teilen immer in der vorgesehenen Lage möglich ist.
[0013] Es kann also festgestellt werden, dass nicht nur die Schnittstelle von Überführungsrinne
zum Axialdichtungsmodul, sondern auch von Axialdichtungsmodul zum Radialdichtungsmodul
und vom Radialdichtungsmodul zum Ofen gasdicht ist, so dass insgesamt eine gasdichte
Verbindung beider Öfen selbst bei Relativbewegung der Öfen gegeben ist.
[0014] Die Erfindung betrifft außerdem eine Ofenanlage, enthaltend die oben genannte Überführungsrinne
mit Bewegungsausgleichseinrichtung, wobei die Ofenanlage mindestens zwei relativ zueinander
bewegliche Öfen aufweist. Im Folgenden werden Weiterbildungen der oben beschriebenen
Gegenstände gemäß den abhängigen Patentansprüchen beschrieben.
[0015] Eine vorteilhafte Weiterbildung sieht vor, dass das Abdichtungsmodul unmittelbar
an die Überführungsrinne angrenzt. Dies ist insbesondere in Fällen sinnvoll, bei denen
die Außenfläche der Überführungsrinne entsprechende Oberflächengüte aufweist. Alternativ
kann hier die Überführungsrinne auch dichtend ummantelt sein, so dass in diesem Fall
sich das Axialdichtungsmodul dann an die Ummantelung anschließt.
[0016] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Axialdichtung des Axialdichtungsmoduls bzw. der
Radialdichtung des Radialdichtungsmoduls sieht vor, dass mindestens eine, vorzugsweise
beide Dichtungen als Einlegedichtungen ausgeführt sind. Hierzu weisen das Axialdichtungsmodul
bzw. das Radialdichtungsmodul entsprechende Nuten auf, in die eine vorzugsweise umlaufende
Dichtungsschnur einlegbar ist. Dies ist insbesondere für Wartungszwecke und den Austausch
der Dichtung sinnvoll, da eine Dichtungsschnur einfacher montierbar ist als ein geschlossener
Dichtungsring.
[0017] Es ist vorteilhaft möglich, dass das Radialdichtungsmodul direkt an einem vorzugsweise
beweglichen Ofen anordenbar ist, d. h., dass mittels eines Flansches das Radialdichtungsmodul
direkt an dem beweglichen Ofen befestigt ist.
[0018] Vorteilhaft ist, dass das Radialdichtungsmodul dichtend an eine Anlagefläche des
Axialdichtungsmoduls anliegt. Durch eine entsprechende Bearbeitung der Oberfläche
bzw. durch die Gestaltung der Größe der Anlagefläche kann hierbei über einen großen
Toleranzbereich hinweg eine dichtende Auflage ermöglicht werden.
[0019] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung sieht vor, dass das Radialdichtungsmodul
mehrteilig ist. Hierbei ist es insbesondere möglich, das Radialdichtungsmodul radial
zu teilen, so dass die Montierbarkeit bzw. Austauschbarkeit im Betrieb erleichtert
ist.
[0020] Eine weitere Weiterbildung sieht vor, dass das Radialdichtungsmodul einen Andrückbügel
zum Klemmen des Axialdichtungsmoduls aufweist. Hierdurch kann die Dichtwirkung beeinflusst
werden und außerdem ein leichter Austausch der Dichtungen ermöglicht werden. In einer
Ausführungsform kann hierbei der andere Bügel auch federnd gelagert sein, um beispielsweise
Undichtigkeiten, die sonst im Laufe der Zeit durch Oberflächenabnutzung etc. entstehen
könnten, zu vermeiden.
[0021] Eine weitere Ausführungsform sieht vor, dass im Bereich der Berührfläche zwischen
Andrückbügel und Axialdichtungsmodul mindestens eine ballige Fläche zur Kontaktverringerung
vorgesehen ist. Das heißt, dass entweder am Andrückbügel oder am Axialdichtungsmodul
eine ballige Fläche ausgearbeitet ist, über die der Hauptkontakt hergestellt wird.
Darüber hinaus ist es möglich, dass der Andrückbügel rund ist, streifenförmig ist
oder beispielsweise U-förmig ist.
[0022] Eine weitere Weiterbildung sieht vor, dass die Überführungsrinne mehrteilig ausgeführt
ist, wobei diese vorzugsweise aus einem Überführungsrinnenkörper sowie einer Abdeckung
besteht. Vorteil hierbei ist, dass eine solche Überführungsrinne leichter herstellbar
ist; mit relativ einfachen Maßnahmen ist also eine durchgehende zylindrische Außenfläche
als gute Anlagefläche für die Axialdichtung herstellbar.
[0023] Eine weitere Ausführungsform sieht vor, dass die Überführungsrinne und die Bewegungsausgleichseinrichtung
so ausgeführt sind, dass die beiden Öfen nebeneinanderstellbar sind. Hierdurch kann
eine Überführung von Schmelze nach dem Überlaufprinzip besonders leicht gestaltet
werden; die geometrischen und Kraftverhältnisse sind hier außerdem unterschiedlich
zu beispielsweise übereinander stehenden Öfen, bei denen ein Überführungsrohr senkrecht
angeordnet ist.
[0024] Vorteilhafte Ausführungsformen der Ofenanlage sehen vor, dass mindestens zwei zueinander
bewegliche Öfen vorgesehen sind, wobei ein erster Ofen als feststehender Schmelzofen
mit einem Warmhaltebecke und der zweite Ofen als kippbarer Gießofen ausgeführt sein
kann. Hierbei ist die Bewegungsausgleichseinrichtung so ausgeführt, dass der Gießofen
kippbar ist und dass in jeglichem Bewegungszustand (sei es toleranzbedingte Axialverschiebung,
wärmebedingte Axial-/Radialverschiebung oder Kippung des Gießofens) das Innere der
Überführungsrinne immer im Wesentlichen gasdicht abgeschlossen ist.
[0025] Eine vorteilhafte Ausführungsform sieht hierbei vor, dass die Überführungsrinne fest
an einem feststehenden Ofen befestigt ist und die Bewegungsausgleichseinrichtung an
einem beweglichen Ofen einseitig fest verbunden, beispielweise angeflanscht ist.
[0026] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen werden in abhängigen Ansprüchen beschrieben.
[0027] Im Folgenden wird die Erfindung in mehreren Ausführungsbeispielen anhand von Zeichnungen
erklärt. Es zeigen:
- Fign. 1a-1d
- Ansichten einer erfindungsgemäßen Ofenanlage,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch eine erfindungsgemäße Überführungsrinne mit Bewegungsausgleichseinrichtung
nach Detailschnitt A-A gemäß Fig. 1b,
- Fign. 3a-3f
- verschiedene Relativbewegungszustände.
[0028] Figur 1a zeig einen ersten Ofen 3, der als feststehender Schmelzofen mit einem Warmhaltebecken
ausgeführt ist. Hieran schließt ist ein zweiter Ofen 4 an, der als kippbarer Gießofen
ausgeführt ist. Aus Figur 1a ist zu sehen, dass der Ofen 3 neben dem Ofen 4 angeordnet
ist. Der Ofen 4 ist um eine Kippachse 11 schwenkbar bzw. kippbar.
[0029] Figur 1b zeigt eine Draufsicht der erfindungsgemäßen Ofenanlage aus Figur 1a.
[0030] Ergänzend zeigen die Figuren 1c und 1d perspektivische Darstellungen der Ofenanlage
in unterschiedlichen Bewegungszuständen. In Figur 1c ist der Ofen 4 waagerecht ausgerichtet,
in Figur 1d ist der Ofen 4 um die Kippachse 11 gekippt, um Schmelze abgeben zu können.
Der Kippwinkel beträgt hier beispielhaft ca. 40°.
[0031] Im Folgenden wird detailliert auf die zwischen den beiden Öfen 3 und 4 befindliche
Überführungsrinne 1 mit Bewegungsausgleichseinrichtung 2 eingegangen. Diese ermöglicht
ein im Wesentlichen gasdichtes Überleiten von Schmelze aus dem Ofen 3 in den Ofen
4, unabhängig von Montagetoleranzen, Temperaturausdehnungen und Kippzustand des Ofens
4 bezüglich der Kippachse 11. Zur besseren Verdeutlichung ist ein stark vergrößerter
Detailschnitt A-A gemäß Figur 1b in Figur 2 zu sehen.
[0032] Figur 2 zeigt die Überführungsrinne 1 sowie die Bewegungsausgleichseinrichtung 2
im Querschnitt. Hierbei ist die Überführungsrinne 1 an dem Ofen 3 befestigt und die
Bewegungsausgleichseinrichtung 2 an dem kippbaren Ofen 4 angeflanscht. Beide Öfen
sind nebeneinander angeordnet, so dass nach dem Überlaufprinzip Schmelze von dem Ofen
3 in den Ofen 4 überführt werden kann. Die Überführungsrinne 1 ist hierbei im Wesentlichen
gasdicht gegenüber der Umgebung.
[0033] Figur 2 zeigt also eine Überführungsrinne 1 mit Bewegungsausgleichseinrichtung 2
zum Überleiten von Schmelze zwischen zueinander beweglichen Öfen 3 und 4, enthaltend:
- a) ein Axialdichtungsmodul 5 zum dichtenden Axialausgleich von Bewegungen zwischen
dem Ofen 4 und der Überführungsrinne 1 sowie
- b) ein Radialdichtungsmodul 6 zum dichtenden Radialausgleich von Bewegungen zwischen
dem Ofen 4 und der Überführungsrinne 1, wobei
- c) das Radialdichtungsmodul 6 beweglich bezüglich des Axialdichtungsmoduls 5 gelagert
ist.
[0034] Die Überführungsrinne 1 ist hierbei zweiteilig ausgeführt, nämlich aus einem Überführungsrinnenkörper
1a sowie einer Abdeckung 1b. So wird gewährleistet, dass ein einfach herzustellender
Überführungsrinnenkörper, ergänzt um die Abdeckung 1b, eine zylindrische Außenfläche
bildet, an der eine Axialdichtung 7 axial verschiebbar und um die Kippachse 11 verdrehbar
angelegt ist. Die Axialdichtung 7 ist als Einlegeschnur ausgeführt, die in einer Nut
des Axialdichtungsmoduls 5 angeordnet ist und die zylindrische Außenfläche der Überführungsrinne
1 dichtend umgibt. Das Axialdichtungsmodul ist mit einem Mitnehmernocken 12 versehen,
der in eine entsprechende Nut des Radialdichtungsmoduls 6 eingreift. Hierdurch wird
gewährleistet, dass bei einem Drehen des Radialdichtungsmoduls 6, das an dem Ofen
4 angeflanscht ist, das Axialdichtungsmodul 5 mitbewegt wird. Mittels des Mitnehmernockens
wird erreicht, dass die Dichtungsmodule mit den Dichtschüren in der gewünschten Winkellage
gehalten werden, so dass Wartung und Austausch von allen Teilen immer in der vorgesehenen
Lage möglich ist.
[0035] Das Axialdichtungsmodul 5 hat an seiner zu dem Ofen 4 weisenden Seite eine Anlagefläche
9. An diese Anlagefläche 9 schmiegt sich eine Radialdichtung 8, die in einer entsprechenden
Nut des Radialdichtungsmoduls 6 angebracht ist. Hierdurch wird, unabhängig von dem
Bewegungszustand des Axialdichtungsmoduls 5 zu dem Axialdichtungsmodul 6, die Dichtheit
gewährleistet. Das heißt, dass eine gasdichte Trennung des Inneren des kippbaren Gießofens
4 von dem Außenraum gegeben ist; dies wird durch die Radialdichtung 8 und die Axialdichtung
7, unabhängig vom Bewegungszustand der Öfen 3 und 4 zueinander, gewährleistet.
[0036] Die Bewegungsausgleichseinrichtung 2, zu der im Wesentlichen die Axialdichtungsmodule
5 und 6 sowie die entsprechenden Dichtungen gehören, ist sehr leicht montierbar bzw.
selbst im Betrieb demontierbar, so dass die entsprechenden Dichtungen leicht ausgetauscht
werden können. Hierzu hat die Bewegungsausgleichseinrichtung 2 auch einen Andrückbügel
10, der das Axialdichtungsmodul 5 gegen das Radialdichtungsmodul 6 presst, um hier
eine gute Dichtwirkung der Radialdichtung 8 zu erreichen. Im Bereich zwischen Andrückbügel
10 und Radialdichtungsmodul 6 ist die Oberfläche des Radialdichtungsmoduls 6 ballig
ausgeführt, um hier geringere Reibkräfte bei den Relativbewegungen zu erzielen. Alternativ
kann auch hier eine federnde Lagerung vorgesehen sein. Der Andrückbügel 10 ist im
Wesentlichen U-förmig ausgebildet.
[0037] Figur 3a zeigt eine perspektive Ansicht der Überführungsrinne 1 mit der Bewegungsausgleichseinrichtung
2. Die perspektivische Ansicht ist aus Richtung des Ofens 4 gezeigt, d. h., dass nach
vorne herausstehende Ende der Überführungsrinne 1 ragt in der montierten Version,
wie beispielsweise die Figuren 1a-1d zeigen, in den kippbaren Gießofen 4.
[0038] Zur Verdeutlichung der Funktionalität der Bewegungsausgleichseinrichtung 2 sind die
Figuren 3b-3f beigefügt. Diese zeigen für unterschiedliche Bewegungszustände zwischen
den Öfen die Stellung der Überführungsrinne 1 bezüglich der Bewegungsausgleichseinrichtung
2. Zur Erklärung sei gesagt, dass die Schnittführung für jede dieser Figuren durch
das vordere Ende der Überführungsrinne verläuft, wie dies in den Figuren 3b-3f gezeigt
ist.
[0039] Hierbei zeigt Figur 3b einen Verkippungszustand des kippbaren Gießofens 4 bezüglich
des feststehenden Ofens 3. Diese Verkippung ist im Wesentlichen eine reine Kippbewegung
um die Achse 11, d. h., es sind keine weiteren axialen oder radialen Verschiebungen
gezeigt.
[0040] Die Figuren 3c und 3d zeigen ungekippte Zustände, bei denen jedoch die Überführungsrinne
1 bezüglich der Bewegungsausgleichseinrichtung 2 seitlich in unterschiedliche Extrempositionen
verschoben ist. Die Figuren 3e und 3f zeigen entsprechende Extrema in vertikaler Richtung
zwischen der Überführungsrinne 1 und der Bewegungsausgleichseinrichtung 2.
[0041] Insgesamt kann also gesagt werden, dass durch die erfindungsgemäße Überführungsrinne
1 mit Bewegungsausgleichseinrichtung 2 sowohl axiale Verschiebungszustände (d. h.
in Richtung der Kippachse 11 bzw. der Überführungsrinne 1) wie auch Kippzustände sowie
radiale Verschiebungszustände, wie sie beispielsweise in den Figuren 3c-3f dargestellt
sind, ausgleichbar sind.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 1
- Überführungsrinne
- 1a
- Überführungsrinnenkörper
- 1b
- Abdeckung
- 2
- Bewegungsausgleichseinrichtung
- 3
- erster Ofen
- 4
- zweiter Ofen
- 5
- Axialdichtungsmodul
- 6
- Radialdichtungsmodul
- 7
- Axialdichtung
- 8
- Radialdichtung
- 9
- Anlagefläche
- 10
- Andrückbügel
- 11
- Kippachse
- 12
- Mitnehmernocken
1. Überführungsrinne (1) mit Bewegungsausgleichseinrichtung (2) zum Überleiten von Schmelze
zwischen zwei zueinander beweglichen Öfen (3, 4), enthaltend:
ein Axialdichtungsmodul (5) zum dichtenden Axialausgleich von Bewegungen zwischen
mindestens einem Ofen (4) und der Überführungsrinne (1) sowie
ein Radialdichtungsmodul (6) zum dichtenden Radialausgleich von Bewegungen zwischen
mindestens einem Ofen (4) und der Überführungsrinne (1), wobei
das Radialdichtungsmodul (6) beweglich bezüglich des Axialdichtungsmoduls (5) gelagert
ist.
2. Überführungsrinne mit Bewegungsausgleichseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Axialdichtungsmodul (5) unmittelbar an die Überführungsrinne (1) angrenzt.
3. Überführungsrinne mit Bewegungsausgleichseinrichtung (2) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Axialdichtung (7) des Axialdichtungsmoduls (5) als Einlegedichtung ausgeführt
ist.
4. Überführungsrinne mit Bewegungsausgleichseinrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Radialdichtungsmodul (6) direkt an einem beweglichen Ofen (4) anordenbar ist.
5. Überführungsrinne mit Bewegungsausgleichseinrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Radialdichtung (8) des Radialdichtungsmoduls (6) als Einlegedichtung ausgeführt
ist.
6. Überführungsrinne mit Bewegungsausgleichseinrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Radialdichtungsmodul (6) dichtend an einer Anlagefläche (9) des Axialdichtungsmoduls
(5) anliegt.
7. Überführungsrinne mit Bewegungsausgleichseinrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Radialdichtungsmodul (6) mehrteilig ist.
8. Überführungsrinne mit Bewegungsausgleichseinrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Radialdichtungsmodul (6) einen Andrückbügel (10) zum Klemmen des Axialdichtungsmoduls
(5) aufweist.
9. Überführungsrinne mit Bewegungsausgleichseinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Andrückbügel (10) federnd gelagert ist.
10. Überführungsrinne mit Bewegungsausgleichseinrichtung nach einem der Ansprüche 8 oder
9, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Berührfläche zwischen Andrückbügel (10) und Axialdichtungsmodul (5)
mindestens eine ballige Fläche zur Kontaktverringerung vorgesehen ist.
11. Überführungsrinne mit Bewegungsausgleichseinrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Überführungsrinne (1) mehrteilig ausgeführt ist, wobei diese vorzugsweise aus
einem Überführungsrinnenkörper (1a) sowie einer Abdeckung (1b) besteht.
12. Überführungsrinne mit Bewegungsausgleichseinrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Überführungsrinne und die Bewegungsausgleichseinrichtung so ausgeführt sind,
dass die beiden Öfen (3, 4) nebeneinanderstellbar sind.
13. Ofenanlage, enthaltend eine Überführungsrinne mit Bewegungsausgleichseinrichtung nach
einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Ofenanlage mindestens zwei relativ zueinander
bewegliche Öfen (3, 4) aufweist.
14. Ofenanlage nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Öfen der Ofenanlage als feststehender Schmelzofen (3) mit einem Warmhaltebecken
sowie als kippbarer Gießofen (4) ausgeführt sind.
15. Ofenanlage nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Überführungsrinne an einem feststehenden Ofen (3) befestigt ist und die Bewegungsausgleichseinrichtung
mit einem beweglichen Ofen (4) einseitig fest verbunden ist.
1. A transfer launder (1) with movement compensation means (2) for transferring melt
between two furnaces (3, 4) which are movable relative to each other, containing:
an axial sealing module (5) for the sealing axial compensation of movements between
at least one furnace (4) and the transfer launder (1), and also
a radial sealing module (6) for the sealing radial compensation of movements between
at least one furnace (4) and the transfer launder (1), wherein
the radial sealing module (6) is mounted to be movable with respect to the axial sealing
module (5).
2. A transfer launder with movement compensation means according to Claim 1, characterised in that the axial sealing module (5) immediately adjoins the transfer launder (1).
3. A transfer launder with movement compensation means (2) according to one of the preceding
claims, characterised in that an axial seal (7) of the axial sealing module (5) is embodied as an inlay seal.
4. A transfer launder with movement compensation means according to one of the preceding
claims, characterised in that the radial sealing module (6) can be arranged directly on a movable furnace (4).
5. A transfer launder with movement compensation means according to one of the preceding
claims, characterised in that a radial seal (8) of the radial sealing module (6) is embodied as an inlay seal.
6. A transfer launder with movement compensation means according to one of the preceding
claims, characterised in that the radial sealing module (6) lies in sealing manner against a bearing surface (9)
of the axial sealing module (5).
7. A transfer launder with movement compensation means according to one of the preceding
claims, characterised in that the radial sealing module (6) is a multi-part one.
8. A transfer launder with movement compensation means according to one of the preceding
claims, characterised in that the radial sealing module (6) has a pressure clamp (10) for clamping the axial sealing
module (5).
9. A transfer launder with movement compensation means according to Claim 8, characterised in that the pressure clamp (10) is resiliently mounted.
10. A transfer launder with movement compensation means according to one of Claims 8 or
9, characterised in that at least one crowned surface for reducing contact is provided in the region of the
contact surface between the pressure clamp (10) and the axial sealing module (5).
11. A transfer launder with movement compensation means according to one of the preceding
claims, characterised in that the transfer launder (1) is designed to be multi-part, it preferably consisting of
a transfer launder body (1a) and a cover (1b).
12. A transfer launder with movement compensation means according to one of the preceding
claims, characterised in that the transfer launder and the movement compensation means are embodied such that the
two furnaces (3, 4) can be placed next to one another.
13. A furnace installation, containing a transfer launder with movement compensation means
according to one of the preceding claims, wherein the furnace installation has at
least two furnaces (3, 4) which are movable relative to each other.
14. A furnace installation according to Claim 13, characterised in that the furnaces of the furnace installation are embodied as a stationary melting furnace
(3) with a heat retention basin and also as a tiltable casting furnace (4).
15. A furnace installation according to Claim 13 or 14, characterised in that the transfer launder is fastened to a stationary furnace (3) and the movement compensation
means is connected securely to a movable furnace (4) on one side.
1. Chenal de transfert (1) avec un dispositif de compensation de mouvement (2) pour le
transfert de fonte entre deux fours (3, 4) mobiles l'un par rapport à l'autre, comprenant
:
un module d'étanchéité axiale (5) pour la compensation axiale étanche de mouvements
entre au moins un four (4) et le chenal de transfert (1) ainsi que
un module d'étanchéité radiale (6) pour la compensation radiale étanche de mouvements
entre au moins un four (4) et le chenal de transfert (1),
le module d'étanchéité radiale (6) étant logé de manière mobile par rapport au module
d'étanchéité axiale (5).
2. Chenal de transfert avec un dispositif de compensation de mouvement selon la revendication
1, caractérisé en ce que le module d'étanchéité axiale (5) est directement adjacent au chenal de transfert
(1).
3. Chenal de transfert avec un dispositif de compensation de mouvement (2) selon l'une
des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un joint d'étanchéité axial (7) du module d'étanchéité axiale (5) est conçu comme
un joint d'étanchéité inséré.
4. Chenal de transfert avec un dispositif de compensation de mouvement selon l'une des
revendications précédentes, caractérisé en ce que le module d'étanchéité radiale (6) peut être disposé directement sur un four mobile
(4).
5. Chenal de transfert avec un dispositif de compensation de mouvement selon l'une des
revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un joint d'étanchéité radial (8) du module d'étanchéité radiale (6) est conçu comme
un joint d'étanchéité inséré.
6. Chenal de transfert avec un dispositif de compensation de mouvement selon l'une des
revendications précédentes, caractérisé en ce que le module d'étanchéité radiale (6) s'appuie de manière étanche contre une surface
d'appui (9) du module d'étanchéité axiale (5).
7. Chenal de transfert avec un dispositif de compensation de mouvement selon l'une des
revendications précédentes, caractérisé en ce que le module d'étanchéité radiale (6) est constitué de plusieurs parties.
8. Chenal de transfert avec un dispositif de compensation de mouvement selon l'une des
revendications précédentes, caractérisé en ce que le module d'étanchéité radiale (6) comprend un étrier de pression (10) pour le serrage
du module d'étanchéité axiale (5).
9. Chenal de transfert avec un dispositif de compensation de mouvement selon la revendication
8, caractérisé en ce que l'étrier de pression (10) est logé de manière élastique.
10. Chenal de transfert avec un dispositif de compensation de mouvement selon l'une des
revendications 8 ou 9, caractérisé en ce que, au niveau de la surface de contact entre l'étrier de pression (10) et le module
d'étanchéité axiale (5), est prévue au moins une surface bombée afin de réduire le
contact.
11. Chenal de transfert avec un dispositif de compensation de mouvement selon l'une des
revendications précédentes, caractérisé en ce que le chenal de transfert (1) est constitué de plusieurs parties, ce chenal de transfert
étant de préférence constitué d'un corps de chenal de transfert (1a) et d'un couvercle
(1b).
12. Chenal de transfert avec un dispositif de compensation de mouvement selon l'une des
revendications précédentes, caractérisé en ce que le chenal de transfert et le dispositif de compensation de mouvement sont conçus
de façon à ce que les deux fours (3, 4) peuvent être positionnés l'un à côté de l'autre.
13. Installation de four, comprenant un chenal de transfert avec un dispositif de compensation
de mouvement selon l'une des revendications précédentes, l'installation de four comprenant
au moins deux fours (3, 4) mobiles l'un par rapport à l'autre.
14. Installation de four selon la revendication 13, caractérisée en ce que les fours de l'installation de four sont conçus comme un four de fusion fixe (3)
avec une cuve chauffante ainsi qu'un four de coulée basculant (4).
15. Installation de four selon la revendication 13 ou 14, caractérisée en ce que le chenal de transfert est fixé à un four fixe (3) et le dispositif de compensation
de mouvement est relié fermement d'un seul côté avec un four mobile (4).