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(11) |
EP 2 945 831 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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28.12.2016 Patentblatt 2016/52 |
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Anmeldetag: 07.01.2014 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2014/050137 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2014/114485 (31.07.2014 Gazette 2014/31) |
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VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUR ETCS -L1 - UND/ODER -L2 - ZUGBEEINFLUSSUNG
METHOD AND APPARATUS FOR ETCS L1 AND/OR L2 - TRAIN CONTROL
PROCÉDÉ ET DISPOSITIF DE COMMANDE AUTOMATIQUE DE TRAINS PAR ETCS DE NIVEAUX L1 ET/OU
L2
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
25.01.2013 DE 102013201224
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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25.11.2015 Patentblatt 2015/48 |
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Patentinhaber: Siemens Aktiengesellschaft |
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80333 München (DE) |
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Erfinder: |
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- KANITZ-PROTZNER, Sabine
38302 Wolfenbüttel (DE)
- STUTZBACH, Joachim
38302 Wolfenbüttel (DE)
- BAUDER, Michael
38547 Calberlah (DE)
- OPP, Wolfgang
38170 Schöppenstedt (DE)
- LÖWE, Josef
38122 Braunschweig (DE)
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Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 1 498 338 EP-A1- 2 216 230 DE-A1-102008 045 050
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EP-A1- 1 892 171 WO-A1-2009/138059
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur ETCS (European Train Control System) -L1
(Level 1)- und/oder -L2 (Level 2)- Zugbeeinflussung, wobei aus einer stellwerkseitigen
Datenbasis abgeleitete MA (Movement Authority/Fahrterlaubnis), mittels RBC (Radio
Block Center) über Signalbalisengruppen oder per Funk an die Züge übertragen werden
sowie eine diesbezügliche Vorrichtung.
[0002] Ein ETCS-L1/L2-Zugbeeinflussungssystem mit Stellwerk, RBC sowie Balisenzugbeeinflussung
und/oder Funkzugbeeinflussung, wobei Datentelegramme, die eine MA umfassen, an die
Züge übertragen werden, ist aus der
DE 10 2008 045 050 A1 bekannt.
[0003] Voraussetzung für einen sicheren Fahrbetrieb ist, dass bei der MA-Ermittlung und
-Erteilung jeder Fahrtbegriff und damit auch jede durch das RBC erteilte MA nur für
genau einen einzigen Zug wirken darf. In Level 1 ist dieser Grundsatz durch die direkte
Aufnahme der Fahrtinformation an der Signalbalisengruppe des jeweiligen Signals durch
den Zug selbst gewährleistet. Dieser direkte Bezug zwischen Fahrtbegriff eines Signals
und Zug geht bei Level 2 mangels physischer Signale verloren. Statt dessen wird bei
der Funkzugbeeinflussung durch Zuordnungs- und Zuweisungsverfahren des RBC sichergestellt,
dass der Fahrtbegriff eines - quasi virtuellen - Signals dem korrekten Zug als MA
erteilt wird. Dennoch ist es möglich, dass ein Zug eine MA empfängt, die für einen
anderen Zug bestimmt ist. Ursache dafür ist, dass es an der Schnittstelle zwischen
Stellwerk und RBC zu Problemen mit der Reihenfolgerichtigkeit der Stellwerksmeldungen
kommen kann. Die Reihenfolgerichtigkeit der Stellwerksmeldungen und damit der MA-Erteilungen
kann aufgrund der Verfahren zur Verarbeitung der Zustandsmeldungen, insbesondere durch
Modul- bzw. Rechner- oder Stellwerksgrenzen elektronischer Stellwerke oder an Fernsteuerungen
von Relaisstellwerken, nicht immer garantiert werden.
[0004] Dieses Problem ist in der einzigen figürlichen Darstellung veranschaulicht. Nach
Weiterfahrt des Zuges Z2 ist es möglich, dass die Fahrtstellung des Signals S1 vor
dem Haltfall von Signal S2 gemeldet wird, das heißt, dass die Reihenfolge der Meldungen
M1 und M2 vertauscht ist. Dadurch ist es möglich, dass ein dem Zug Z2 nachfolgender
Zug Z1 eine L1- oder L2-MA empfängt, die über das Signal S2 hinausgeht, obwohl der
Fahrtbegriff an Signal S2 für den Zug Z2 bestimmt war. Die erste Meldung M1, bei der
beide Signale S1 und S2 auf FAHRT stehen, kann zu einer gefährlichen Situation führen,
da der nachfolgende Zug Z1 in den möglicherweise noch durch den vorausfahrenden Zug
Z2 besetzten Gleisabschnitt hinter dem Signal S2 einfahren könnte. Erst die nach M1
erfolgte zweite Meldung M2 bezüglich der Signalstellungen von S1 und S2 würde zu einem
sicheren Betrieb führen. Die Meldungen M1 und M2 sind folglich in der falschen Reihenfolge
stellwerkseitig an das RBC weitergeleitet worden.
[0005] Der Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, die signaltechnische Sicherheit
bei ETCS-Strecken mit L1-Zugbeein-flussung und/oder L1/L2-Mischbetrieb und/oder L2-Zugbeeinflussung
vollständig bezüglich Meldevertauschungen herzustellen.
[0006] Verfahrensgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass RBC-seitig eine MA-Aktualisierungssperre
oder eine MA-Wiederholungssperre für an L2-Züge vergebene MA die Abfahrt oder Weiterfahrt
eines Zuges trotz Signalbegriff FAHRT verzögert, wenn Stellwerksmeldungen bezüglich
des Signalbegriffs an das RBC in falscher zeitlicher Reihenfolge möglich sind.
[0007] Gemäß Anspruch 7 wird die Aufgabe auch dadurch gelöst, dass das RBC erste Mittel
zum Setzen einer MA-Aktualisierungssperre und/oder zweite Mittel zum Setzen einer
MA-Wiederholungssperre für an L2-Züge vergebene MA aufweist.
[0008] Auf diese Weise ist sichergestellt, dass jeder Fahrtbegriff und damit auch jede durch
das RBC erteilte MA eindeutig nur für einen einzigen, ganz bestimmten Zug gilt. Voraussetzung
ist natürlich, dass der Signalbegriff im Stellwerk korrekt gebildet wird und nur die
zeitliche Abfolge der Meldungen an die Schnittstelle zum RBC nicht garantiert werden
kann.
[0009] Eine vom Stellwerk gemeldete FAHRT-Stellung eines Startsignals, das heißt ein Wechsel
von HALT auf FAHRT an diesem Signal bedeutet immer, dass mindestens die erste Fahrstraße,
nämlich der erste Signalisierungsabschnitt ab dem Startsignal, also der Fahrweg bis
zum nächsten Signal, für dieses Startsignal gesichert ist. Damit ist eine sofortige
Freigabe dieser Teil-MA bezüglich der ersten Fahrstraße für einen Zug möglich.
[0010] Die MA-Aktualisierungssperre wirkt in der Auswertung der Stellwerksmeldungen nur
bei Wechsel des Signalbegriffs von HALT auf FAHRT, wenn die Gefahr besteht, dass ein
nachfolgender Zug für das gleiche Signal eine MA erteilt bekommen könnte. Die Meldung
des Signalbegriffs HALT wird hingegen immer sofort ausgewertet. Nur MA-Freigaben beziehungsweise
Verlängerungen von MA werden verzögert. HALT wird ohne Verzögerung wirksam.
[0011] Neben der MA-Aktualisierungssperre ist die MA-Wiederholungssperre ein weiterer Mechanismus,
um falsche Reihenfolge von Stellwerksmeldungen im RBC für L2-Betrieb zu berücksichtigen.
Die MA-Wiederholungssperre für L2-MA bewirkt, dass jeder Fahrtbegriff an einem Signal
nur ein einziges Mal zur Erteilung der L2-MA verwendet werden kann. Wurde einem Zug
eine Fahrterlaubnis an einem Signal erteilt, setzt das RBC an diesem Signal die MA-Wiederholungssperre
und wertet es in Bezug auf andere Züge nachfolgend als in HALT stehend. Die MA-Wiederholungssperre
wird sowohl für die MA-Ermittlung, beispielsweise bei über mehrere Meldeabschnitte
zusammengesetzte oder erweiterte MA, als auch für die MA-Erteilung ausgewertet.
[0012] In der figürlich dargestellten Situation kann nach Weiterfahrt von Zug Z2 aufgrund
von Meldungsverzögerungen des Stellwerks aus RBC-Sicht das Signal S1 FAHRT melden,
bevor die Meldung HALT von Signal S2 eintrifft. Die MA-Wiederholungssperre am Signal
S2 sorgt dann dafür, dass das RBC das Signal S2 trotz FAHRT-Stellung für den Zug Z1
mit HALT bewertet und diesem Zug Z1 nur eine MA bis Signal S2 erteilt. Die MA-Wiederholungssperre
wirkt nur, wenn mindestens der vorausfahrende Zug Z2 durch das RBC in ETCS-L2, das
heißt mit Funkzugbeeinflussung, geführt wird.
[0013] Gemäß Anspruch 2 ist vorgesehen, dass die MA-Aktualisierungssperre durch Umschalten
des Signalbegriffs von FAHRT auf HALT oder durch Ablauf einer projektierten Verzögerungszeit
gelöscht wird. Nach Ablauf der projektierten Verzögerungszeit kann angenommen werden,
dass die Meldungen wieder korrekt den Zustand des Stellwerks abbilden. Das bedeutet,
dass der Meldezustand stabil ist und keine Änderungen zu erwarten sind. Signalisiert
dann das Zielsignal der betrachteten Teilfahrstraße, in der Figur das Signal S2 für
den Zug Z1, immer noch FAHRT, kann davon ausgegangen werden, dass dieser den realen
Zustand darstellt.
[0014] Anhand der Eigenschaften der RBC-Schnittstelle zum Stellwerk kann ermittelt werden,
mit welchen zeitlichen Abfolgen an der Schnittstelle gerechnet werden muss, beziehungsweise
für welchen Zeitraum ein falsches Abbild der Zustände möglich ist. Aus diesem Zeitraum
kann die zu projektierende Verzögerungszeit für die MA-Aktualisierungssperre abgeleitet
werden. Die maximale Verzögerungszeit ist dabei auch abhängig von der Stellwerksbauform
beziehungsweise der Anbindung des Stellwerks über Fernsteuerungen oder Anpass-/Koppelrechner.
Bei Ablauf der Verzögerungszeit wird die gespeicherte aktive MA des betrachteten Signals
wieder zur MA-Ermittlung verwendet. Neben der zentralen Projektierung der Verzögerungszeit
für die MA-Aktualisierungssperre kann diese auch für ein RBC explizit deaktiviert
werden.
[0015] Die MA-Wiederholungssperre wird gemäß Anspruch 3 nach jeder Erteilung einer L2-MA
gesetzt und durch Umschalten des Signalbegriffs von FAHRT auf HALT gelöscht. Im Regelfall
wird die MA-Wiederholungssperre erst aufgehoben, wenn das Signal tatsächlich auf HALT
umschaltet und der Zug am Signal vorbeigefahren ist. Ein zweiter Zug kann deshalb
erst dann eine Fahrterlaubnis vom gleichen Signal erhalten, wenn die MA-Wiederholungssperre
an diesem Signal gelöscht wurde und das Signal wieder in HALT steht. Im Gegensatz
zur MA-Aktualisierungssperre wird die MA-Wiederholungssperre, die nur für ETCS-L2,
das heißt für Funkzugbeeinflussung, vorgesehen ist, nicht projektiert, da nach jeder
Vorbeifahrt eines Zuges ohnehin sofort von FAHRT auf HALT umgeschaltet wird.
[0016] Erfolgen die Umschaltung des Signals von FAHRT auf HALT aufgrund der Verarbeitung
im Stellwerk und die Bewegung des Zuges aufgrund der Position Reports zeitverzögert
zueinander, kann an mehreren aufeinander folgenden Signalen die MA-Wiederholungssperre
gesetzt werden.
[0017] Die MA-Wiederholungssperre wird im Regelfall durch die HAlT-Stellung des Signals
und die Vorbeifahrt des Zuges gelöscht. Zusätzlich kann die MA-Wiederholungssperre
auch gelöscht werden, wenn das davor liegende Signal mit gesetzter MA-Wiederholungssperre
auf HALT umschaltet und dieser HALT-Fall im Rahmen der Halt-Fallbearbeitung als zugbewirkt
erkannt wird. In dieser Situation ist die MA-Wiederholungssperre nicht mehr erforderlich,
weil das betreffende Signal selbst auch nicht mehr Bestandteil einer MA ist.
[0018] Gemäß Anspruch 4 ist vorgesehen, dass für alle Fahrwegelemente, für die Stellwerksmeldungen
in falscher Reihenfolge nicht möglich sind, Gruppenidentifikationen im Stellwerk projektiert
werden, wobei die Gruppenidentifikationen von Start-und Zielsignal, für den Fall,
dass beide Signale FAHRT signalisieren, miteinander verglichen werden und nur bei
Nicht-übereinstimmung der Gruppenidentifikationen der beiden Signale die MA-Aktualisierungssperre
gesetzt wird. Auf diese Weise ist es möglich, die MA-Aktualisierungssperre wirklich
nur dann zu setzen, wenn auch ein Reihenfolgefehler der Stellwerksmeldungen möglich
ist. Mit der Gruppenidentifikation werden Stellwerks-Elemente zu einer Gruppe zusammengefasst,
innerhalb derer keine Abweichungen in der Meldereihenfolge möglich sind beziehungsweise
angenommen werden müssen. Das betrifft zum Beispiel alle Stellwerks-Elemente, die
durch einen Rechner eines elektronischen Stellwerks gesteuert und überwacht werden.
Stellwerks-Elemente umfassen dabei alle Signale und Fahrwegelemente, welche üblicherweise
bereits bei der Projektierung im Stellwerk mit Gruppenidentifikationen gekennzeichnet
werden. Diese Gruppenidentifikationen sind Bestandteil der Meldeschnittstelle zwischen
Stellwerk und RBC.
[0019] Können aufgrund des Meldeverhaltens beziehungsweise der Übertragungstechnik keine
Gruppen mit definiertem Meldeverhalten gebildet werden und muss angenommen werden,
dass sich in allen Meldungen Verzögerungen ergeben können, wird für alle Elemente
eine eindeutig festgelegte Gruppenidentifikation definiert. Anhand der Meldedaten
des Stellwerks erfasst das RBC bei Systemstart und beim Aufrüsten der Stellwerksdaten
die Gruppenidentifikationen der einzelnen Elemente. Kann die Schnittstelle beziehungsweise
das angeschlossene Stellwerk keine Gruppenidentifikationen liefern, bleiben die eindeutig
festgelegten Gruppenidentifikationen im RBC bestehen.
[0020] Meldet das Startsignal eines Fahrweges einen FAHRT-Begriff und zeigt zu diesem Zeitpunkt
auch das Zielsignal einen FAHRT-Begriff, vergleicht das RBC die Gruppenidentifikationen
von Start- und Zielsignal dieses Fahrweges miteinander. Die MA-Aktualisierungssperre
wird am Zielsignal gesetzt, wenn die Gruppenidentifikationen unterschiedlich sind
oder Start- und Zielsignal die eindeutig festgelegten Gruppenidentifikationen aufweisen.
Nur, wenn Start- und Zielsignal die gleiche Gruppenidentifikation, jedoch ungleich
der eindeutig festgelegten aufweisen, wird die MA-Aktualisierungssperre nicht gesetzt.
[0021] Die Auswertung der Gruppenidentifikationen bezieht sich nur auf die Meldungen der
Start- und Zielsignale. Meldeverzögerungen können sich jedoch auch zwischen dem Startsignal
und den Fahrwegelementen, beispielsweise Weichen, eines Fahrweges ergeben, sofern
diese Fahrwegelemente verschiedenen Gruppenidentifikationen angehören. Das RBC geht
davon aus, dass durch die Auswertung der einzelnen Fahrwegelemente bereits zu einem
sehr frühen Zeitpunkt der Fahrstraßenbildung die eigentliche MA-Ermittlung starten
kann, so dass Verzögerungen zwischen den Signalen liegender Fahrwegelemente, beispielsweise
bezüglich der Weichenlage, nur mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit angenommen werden
müssen. Sollte es trotzdem aufgrund größerer Meldeverzögerungen dazu kommen, dass
Änderungen, beispielsweise der Weichenlage, erst nach erteilter MA eintreffen, nimmt
das RBC für das Startsignal kurzzeitig den HALT-Begriff an und startet die MA-Ermittlung
neu. Nach Abschluss der MA-Ermittlung und weiterhin gemeldetem FAHRT-Begriff werden
die neuen MA-Daten verwendet. Durch zwischenzeitliche Annahme des HALT-Begriffs werden
die regulären Funktionen zur Bearbeitung eines Signalhaltfalls gestartet.
[0022] Gemäß Anspruch 5 ist vorgesehen, dass die MA-Aktualisierungssperre nicht gesetzt
wird, wenn bereits die MA-Wiederholungssperre gesetzt ist. Diese Situation tritt ein,
wenn bereits eine L2-MA erteilt wurde, da dann grundsätzlich automatisch die MA-Wiederholungssperre
aktiviert wird. Eine zusätzliche MA-Aktualisierungssperre, die unnötig ist, wird somit
vermieden.
[0023] Zur Bildung zusammengesetzter beziehungsweise erweiterter MA ist gemäß Anspruch 6
vorgesehen, dass ein Signal mit gesetzter MA-Aktualisierungssperre oder MA-Wiederholungssperre
als HALT signalisierend gewertet wird. Damit wird, insbesondere bei L1/L2-Mischbetrieb,
die Ausgabe einer zu langen MA, das heißt einer zu viele Signalisierungsabschnitte
und Signale umfassenden MA am davor liegenden Signal, verhindert, obwohl für weitere
Signale eine MA erteilt ist, die jedoch mit einer MA-Aktualisierungssperre oder einer
MA-Wiederholungssperre belegt sind.
1. Verfahren zur ETCS (European Train Control System) -L1 (Level 1) und/oder -L2 (Level
2) - Zugbeeinflussung, wobei aus einer stellwerkseitigen Datenbasis abgeleitete MA
(Movement Authority/Fahrterlaubnis), mittels RBC (Radio Block Center) über Signalbalisengruppen
oder per Funk an die Züge (Z1, Z2) übertragen werden,
dadurch gekennzeichnet, dass RBC-seitig eine MA-Aktualisierungssperre oder eine MA-Wiederholungssperre für an
L2-Züge (Z1, Z2) vergebene MA die Abfahrt oder Weiterfahrt eines Zugs (Z1, Z2) trotz
Signalbegriff FAHRT verzögert, wenn Stellwerksmeldungen (M1, M2) bezüglich des Signalbegriffs
an das RBC in falscher zeitlicher Reihenfolge möglich sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die MA-Aktualisierungssperre durch Umschalten des Signalbegriffs von FAHRT auf HALT
oder durch Ablauf einer projektierten Verzögerungszeit gelöscht wird.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die MA-Wiederholungssperre nach jeder Erteilung einer L2-MA gesetzt und durch Umschalten
des Signalbegriffs von FAHRT auf HALT gelöscht wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für alle Fahrwegelemente, für die Stellwerksmeldungen (M1, M2) in falscher Reihenfolge
nicht möglich sind, Gruppenidentifikationen im Stellwerk projektiert werden, wobei
die Gruppenidentifikationen von Start- und Zielsignal (S1, S2) für den Fall, dass
beide Signale (S1, S2) FAHRT signalisieren, miteinander verglichen werden und nur
bei Nichtübereinstimmung der Gruppenidentifikationen der beiden Signale (S1, S2) die
MA-Aktualisierungssperre gesetzt wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die MA-Aktualisierungssperre nicht gesetzt wird, wenn bereits die MA-Wiederholungssperre
gesetzt ist.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Bildung erweiterter MA ein Signal mit gesetzter MA-Aktualisierungssperre oder
MA-Wiederholungssperre als HALT signalisierend gewertet wird.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das RBC erste Mittel zum Setzen einer MA-Aktualisierungssperre und/oder zweite Mittel
zum Setzen einer MA-Wiederholungssperre für an L2-Züge vergebene MA aufweist.
1. Method for ETCS (European Train Control System) -L1 (Level 1) and/or -L2 (Level 2)
train control, wherein MA (Movement Authority) derived from a database at the signal
box is transmitted to the train (Z1, Z2) by means of RBC (Radio Block Centre) via
signal balise groups or by radio,
characterised in that
at the RBC an MA update block or an MA repetition block for MA allocated to L2 trains
(Z1, Z2) delays the departure or
further travel of a train (Z1, Z2), in spite of signal aspect PROCEED, if signal box
notifications (M1, M2) regarding the signal aspect sent to the RBC in an incorrect
chronological order are possible.
2. Method according to claim 1,
characterised in that
the MA update block is nullified by switching the signal aspect from PROCEED to STOP
or upon expiry of a configured delay time.
3. Method according to one of the preceding claims, characterised in that
the MA repetition block is set after any L2-MA is issued and
is nullified by switching the signal aspect from PROCEED to STOP.
4. Method according to one of the preceding claims, characterised in that
for all track elements, for which signal box notifications (M1, M2) in an incorrect
order are not possible, group identifications are configured in the signal box, wherein
the group identifications of the start and destination signal (S1, S2) are compared
against one another for the event that both signals (S1, S2) signal to PROCEED, and
the MA update block is only set if the group identifications of the two signals (S1,
S2) do not match.
5. Method according to one of the preceding claims, characterised in that
the MA update block is not set if the MA repetition block is already set.
6. Method according to one of the preceding claims, characterised in that
to form extended MA a signal with MA update block or MA repetition block set is evaluated
as signalling a STOP.
7. Apparatus for carrying out the method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the RBC has first means for setting an MA update block and/or second means for setting
an MA repetition block for MA allocated to L2 trains.
1. Procédé de commande automatique de trains ETCS (European Train Control system) - L1
(Level 1) et/ou -L2 (Level 2) - dans lequel on transmet aux trains (21, Z2), par des
groupes de balises de signalisation ou par radio, des MA (Movment Authority/ autorisation
de circulation) déduites d'une base de données du côté d'un poste d'aiguillage au
moyen d'un RBC (Radio Block Center),
caractérisé en ce que, du côté du RBC, une barrière de mise à jour de MA ou une barrière de répétition
de MA pour une MA donnée aux trains L2 (Z1, Z2) retarde le départ ou la poursuite
de la marche d'un train (Z1, Z2) en dépit d'un aspect de signal FAHRT, si des indications
(M1, M2) du poste d'aiguillage concernant l'aspect du signal, sont possibles suivant
une succession fausse dans le temps au RBC.
2. Procédé suivant la revendication 1,
caractérisé en ce que l'on fait cesser la barrière à la mise à jour de MA en commutant l'aspect du signal
de FAHRT à HALT ou en faisant expirer un temps de retard planifié.
3. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on met la barrière à la répétition de MA après chaque attribution d'une MA-L2 et
on la fait cesser par commutation de l'aspect du signal de FAHRT à HALT.
4. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, pour tous les éléments de trajet, pour lesquels des messages (M1, M2) du poste d'aiguillage
ne sont pas possibles suivant une succession fausse, on planifie des identifications
de groupe dans le poste d'aiguillage, les identifications de groupe de signal (S)
de départ et de signal (S2) de destination étant comparées entre elles dans le cas
où les deux signaux (S1, S2) signalent FAHRT et la barrière à la mise à jour de MA
n'étant mise que s'il n'y a pas coïncidence des identifications de groupe des deux
signaux (S1, S2).
5. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la barrière à la mise à jour de MA n'est pas mise si la barrière à la répétition
de MA est déjà mise.
6. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, pour former une MA plus étendue, on évalue un signal comme signalant HALT ayant
une barrière à la mise à jour ou une barrière à la répétition de MA qui est mise.
7. Dispositif pour effectuer le procédé suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le RBC a des premiers moyens de mise d'une barrière de mise à jour de MA et/ou des
deuxièmes moyens de mise d'une barrière de répétition de MA pour des MA données à
des trains L2.

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