[0001] Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine.
[0002] Beim Drucken eines Druckauftrages wird die Druckmaschine aus unterschiedlichen Gründen
(z.B. Waschen des Gummituches, Bogenstapelwechsel) angehalten. Während dieser Unterbrechungen
wird das Farbprofil auf den Walzen in unerwünschter Weise vergleichmäßigt und die
Farbe reagiert mit der Luft bzw. verliert Feuchte. Bei dem Wiederanlaufen führt dies
dann zu sogenannter Anlaufmakulatur, d.h., zu fehlerhaft bedruckten Bogen, die nicht
verkauft werden können. Um die unerwünschte Vergleichmäßigung des Farbprofils zu verhindern,
werden mechanische Lösungen (z.B. Farbwerkswalzengruppen-Trennung während der Druckunterbrechung,
Stillsetzen der Reiberwalzen-Changierbewegung während der Druckunterbrechung) eingesetzt.
Diese haben den Nachteil, dass sie einerseits technisch aufwendig sind, andererseits
z.B. bei UV-Farben zu Ringbildung im Farbwerk führen. Ebenso wird die verdunstete
Feuchte nicht ersetzt, die Farbe nicht erneuert.
[0003] In
DE4312229C2 ist ein Verfahren beschrieben, mit dem bei einem Druckauftrags-Wechsel eine dem Fortdruck
nahe Farbverteilung erreicht wird. Bei dem Druckauftrags-Wechsel wird eine Druckplatte
des vorhergehenden Druckauftrags gegen eine Druckplatte des nachfolgenden Druckauftrags
gewechselt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein weiteres Verfahren zum Betreiben einer
Druckmaschine anzugeben.
[0005] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine wird bei einer
von einem Not-Stopper verschiedenen Druckunterbrechung innerhalb eines Druckauftrags
in einem ersten Verfahrensschritt ein Farbprofil in einem Farbwerk zumindest teilweise
abgebaut, indem die Farbzufuhr unterbrochen und bei unterbrochener Farbzufuhr eine
bestimmte Anzahl von Bogen bedruckt wird und dabei ein Zylinder eine bestimmte Anzahl
von Umdrehungen ausführt, und in einem zweiten Verfahrensschritt das Farbprofil wieder
vollständig aufgebaut, indem die Farbzufuhr wieder aufgenommen und ein Farbeinlauf
ohne das Bedrucken derselben bestimmten Anzahl von Bogen durchgeführt wird und dabei
der Zylinder dieselbe bestimmte Anzahl von Umdrehungen ausführt.
[0007] Mit dem Zylinder ist ein Formzylinder, ein Gummizylinder (Offsetzylinder) oder ein
Gegendruckzylinder des Druckwerks, zu dem das Farbwerk gehört, gemeint, aber keine
Walze des Farbwerks oder eines möglicherweise beigeordneten Feuchtwerks.
[0008] Die bestimmte Anzahl von Bogen kann z. B. 15 betragen, so dass in dem ersten Schritt
noch 15 Bogen ohne Zufuhr von Farbe aus einem Farbkasten bedruckt werden, bevor die
Druckabstellung erfolgt. Bei der Druckabstellung wird der Gummituchzylinder vom Gegendruckzylinder
weg verstellt.
[0009] Der Einlauf der Farbe aus dem Farbkasten im zweiten Verfahrensschritt ist abgeschlossen,
nachdem die bestimmte Anzahl von "imaginären" Bogen - 15 Bogen im gegebenen Beispiel
- durch die Druckmaschine gefördert worden sind. Mit den imaginären Bogen sind Bogen
gemeint, die aufgrund der Zylinderumdrehungen eines oder mehrerer Gegendruckzylinder
und eines oder mehrerer Transportzylinder hätten gefördert werden können, wenn bei
dem Farbeinlauf ein Bogenanleger aktiv wäre und die Zylinder mit den Bogen versorgt
hätte, was aber nicht der Fall war.
[0010] Die bestimmte Anzahl der Umdrehungen des Zylinders ist mit der bestimmten Anzahl
von Bogen korreliert und z. B. mit letzterer gleich. Im gegebenen Beispiel beträgt
die bestimmte Anzahl von Umdrehungen des Zylinders also 15. Im Fall, dass der Zylinder
ein Gegendruckzylinder ist, wird die Korrelation zwischen einerseits dem Fördern der
Bogen beim Farbprofilabbau oder dem Fördern der imaginären Bogen (Nicht-Fördern von
Bogen) beim Farbeinlauf und andererseits den Zylinderumdrehungen noch deutlicher,
weil der Gegendruckzylinder bekanntlich ein Zylinder zum Transportieren von Bogen
ist.
[0011] Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, dass damit die eingangs geschilderten
Probleme gelöst werden können und Anlaufmakulatur reduziert werden kann.
[0012] Bei einer Weiterbildung ist die Druckunterbrechung ein Anhalten zur Farbmessung oder
- regelung beim Einrichten oder ein Anhalten zum Waschen eines Gummituchs oder ein
Anhalten aufgrund von Makulatur im Fortdruck oder ein Anhalten nach Erreichen eines
OK-Bogens beim Einrichten und vor dem Starten des Fortdrucks oder ein Anhalten bei
einem Bogenstapelwechsel oder eine vorhersehbare Druckpause.
[0013] Beim vor dem Fortdruck erfolgenden Einrichten der Maschine werden Druckqualitäts-Parameter,
z. B. der Farbauftrag, auf den Bogen gemessen und ausgehend vom Ergebnis der Messung
Einstellungen korrigiert, z. B. Einstellungen der Dosiereinrichtung am Farbkasten.
Zur Vermeidung von Makulatur kann es zweckmäßig sein, während der Messung und/oder
des Nachjustierens vorübergehend nicht zu drucken.
[0014] Während des Druckauftrags können Zwischenreinigungen des Gummizylinders erforderlich
sein, z. B. wenn sich darauf viel Papierstaub von den Bogen angesammelt hat. Diese
Zwischenreinigungen können regelmäßig oder bedarfsweise durchgeführt werden. Es kann
passieren, dass im laufenden Fortdruck Makulatur entsteht und erkannt wird. Solche
Makulatur kann z. B. durch Störungen im Feuchtwerk verursacht werden. Zum Beseitigen
der Störungen ist eine Druckunterbrechung erforderlich, wozu die Druckmaschine angehalten
wird.
[0015] Beim Einrichten der Druckmaschine für einen Druckauftrag werden unvermeidlich einige
Bogen Makulatur gedruckt, bis der erste Bogen gedruckt worden ist, dessen Druckqualität
akzeptabel ist. Dieser Bogen wird OK-Bogen genannt. Nach dem Erreichen des OK-Bogens
können weitere Einrichtearbeiten erforderlich sein, bevor der Fortdruck beginnt. Für
solche Einrichtearbeiten ist die Druckunterbrechung zwischen OK-Bogen und Fortdruck
erforderlich.
[0016] Bei einem umfangreichen Druckauftrag kann es erforderlich sein, den Bogenanleger
der Druckmaschine mit einem Nachschub von unbedruckten Leerbogen zu versorgen und
bedruckte Druckbogen aus dem Bogenausleger zu entfernen, um darin Platz für nachfolgende
zu schaffen. Die dafür erforderlichen Stapelwechsel können grundsätzlich entweder
im Non-Stop-Betrieb oder während einer Druckunterbrechung erfolgen. Nur der letztgenannte
der beiden Fälle erfordert eine Druckunterbrechung und ist deshalb im Zusammenhang
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren relevant.
[0017] Die Bearbeitung eines Druckauftrags kann sich über mehrere Arbeitsschichten erstrecken.
Der dazwischen liegende Schichtwechsel und auch Erholungspausen sind bezüglich ihres
Eintrittszeitpunktes vorhersehbare oder planbare Druckunterbrechungen. Im Gegensatz
dazu ist ein Not-Stopper keine vorhersehbare oder planbare Druckunterbrechung. Die
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren im Zusammenhang stehende Druckunterbrechung ist
eine von einem Not-Stopper verschiedene Druckunterbrechung.
[0018] Bei einer weiteren Weiterbildung wird in dem ersten Verfahrensschritt die Bewegung
einer Walze stillgesetzt, um die Farbzufuhr zu unterbrechen.
[0019] Bei dieser Walze kann es sich um eine Farbkastenwalze oder eine Heberwalze handeln.
Die Heberwalze pendelt periodisch zwischen der Farbkastenwalze und einer Farbwerkswalze
- vorzugsweise einer Reiberwalze - hin und her, um von ersterer auf letztere die Farbe
zu übertragen. Dabei tritt die Heberwalze abwechseln mit der Farbkastenwalze und der
Farbwerkswalze in Abrollkontakt. Ist die zum Unterbrechen der Farbzufuhr stillzusetzende
Walze eine Heberwalze, wird deren Pendelbewegung stillgesetzt. Ist die stillzusetzende
Walze eine Farbkastenwalze, wird deren Rotationsbewegung stillgesetzt.
[0020] Bei einer weiteren Weiterbildung werden in dem ersten Verfahrensschritt sämtliche
Farbzonen einer Dosiereinrichtung geschlossen, um besagte Farbzufuhr zu unterbrechen.
Die Dosiereinrichtung ist am Farbkasten angeordnet und umfasst eine mit der Farbkastenwalze
parallele Reihe von Dosierelementen, welche als Dosierexzenter, Dosierschieber, Dosierzungen,
oder Dosierhebel ausgebildet sein können. Pro Farbzone ist ein Dosierelement angeordnet.
Durch das Verstellen des jeweiligen Dosierelements zu der Farbkastenwalze hin wird
ein dazwischen liegender Dosierspalt geschlossen, so dass durch diesen hindurch die
Farbkastenwalze keine Farbe mehr aus dem Farbkasten heraus fördern kann. Um die Farbzufuhr
in dem ersten Verfahrensschritt zu unterbrechen, werden die Dosierspalte in allen
vorhandenen Farbzonen vollständig geschlossen.
[0021] Bei einer weiteren Weiterbildung changieren während der Druckunterbrechung eine oder
mehrere Reiberwalzen ununterbrochen weiter. Die einzige oder jede Reiberwalze führt
die Hin- und Herbewegung entlang der Walzenrotationsachse sowohl im ersten als auch
im zweiten Verfahrensschritt aus. Eine Vorrichtung, z. B. Schaltkupplung, zum für
die Zeit der Druckunterbrechung erfolgenden Stillsetzen der Changierbewegung kann
entfallen, wodurch die Herstellkosten der Druckmaschine verringert werden.
[0022] Bei einer weiteren Weiterbildung wird die im ersten Verfahrensschritt bedruckte bestimmte
Anzahl von Bogen als Gutbogen verwendet. Obwohl diese Bogen ohne Farbzufuhr aus dem
Farbkasten gedruckt worden sind, ist ihre Druckqualität hinreichend gut, so dass diese
Bogen keine Makulaturbogen sind und nicht ausgesondert werden.
[0023] Bei einer weiteren Weiterbildung wird vor und nach der Druckunterbrechung mit ein
und derselben Druckform oder Druckplatte gedruckt. Innerhalb der Druckunterbrechung
erfolgt kein Druckplattenwechsel. Demgemäß ist die Druckunterbrechung keine zwischen
zwei unterschiedlichen Druckaufträgen liegende Druckunterbrechung.
[0024] Funktionell und konstruktiv vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich auch aus der
nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels und der dazu gehörenden Zeichnung.
[0025] Darin zeigt:
- Figur 1
- eine Druckmaschine,
- Figur 2
- ein Produktionsablaufdiagramm für die Druckmaschine in Figur 1 und
- Figur 3
- ein Farbprofil im Farbwerk der Druckmaschine in Figur 1.
[0026] In Figur 1 ist eine Druckmaschine zum Bedrucken von Bogen ausschnittsweise dargestellt.
Der Ausschnitt zeigt Teile eines Druckwerks für den planografischen Offsetdruck. Ein
Formzylinder 1 mit einer Druckplatte 2 wird durch ein Farbwerk 3 eingefärbt. Das Farbwerk
3 umfasst einen Farbkasten 4 mit einer Dosiereinrichtung 5 und einer Farbkastenwalze
6. Eine Heberwalze 7 schwingt von der Farbkastenwalze 6 zu einer Reiberwalze 8 und
zurück. Die Farbe wird von dem Formzylinder 1 auf einen Gummizylinder 9 und von diesem
auf die Bogen übertragen. Die Farbzonenöffnungen der Dosiereinrichtung 5, die Rotationsbewegung
der Farbkastenwalze 6 und die Pendelbewegung der Heberwalze 7 werden von einer Steuereinrichtung
10 gemäß deren Programmierung gesteuert.
[0027] In Figur 2 ist ein Arbeitsablauf schematisch dargestellt. Die Druckmaschine bearbeitet
zuerst einen ersten Druckauftrag 11 und danach einen zweiten Druckauftrag 12. Bei
jedem Druckauftrag 11, 12 erfolgt in einem ersten Auftrags-Schritt die Montage 11.1,
12.1 der Druckplatte 2 auf den Formzylinder 1, in einem zweiten Auftrags-Schritt 11.2,
12.2 das Einrichten des Farbwerks 3, in einem dritten Auftrags-Schritt 11.3, 12.3
der Auflagendruck und in einem vierten Auftrags-Schritt die Demontage 11.4, 12.4 der
Druckplatte 2 von dem Formzylinder 1. Die Druckplatte 2, welche in den Auftrags-Schritten
11.1, 11.4 des ersten Druckauftrags 11 montiert und demontiert wird, ist bezüglich
ihres Druckbildes verschieden von jener Druckplatte 2, welche in den Auftrags-Schritten
12.1, 12.4 des zweiten Druckauftrags 12 montiert und demontiert wird.
[0028] Bei dem Einrichten des Farbwerks 3 in dem zweiten Auftrags-Schritt 11.2 des ersten
Druckauftrags 11 tritt regelmäßig oder in vorhersehbarer Weise eine Druckunterbrechung
13 auf, bei welcher während eines Abschnitts E (vgl. Figur 3) der Bogentransport der
Druckmaschine unterbrochen ist.
[0029] Die Steuereinrichtung 10 steuert das Farbwerk 3 derart, dass während eines Abschnitts
A (vgl. Figur 3) der Druckunterbrechung 13 keine Farbe mehr aus dem Farbkasten 4 auf
die Reiberwalze 8 übertragen wird, wobei die Steuereinrichtung 10 eine der drei folgenden
Varianten programmgemäß realisiert:
Bei der ersten Variante steuert die Steuereinrichtung 10 die Dosiereinrichtung 5 derart
an, dass deren Dosierelemente in sämtlichen Farbzonen so nah zur Farbkastenwalze 6
hin verstellt werden, dass in dem Abschnitt A durch die rotierende Farbkastenwalze
6 in keiner Farbzone mehr Farbe aus dem Farbkasten 4 heraus gefördert wird. In jeder
Farbzone wird also die sogenannte Farbzoneneinstellung "Null" eingestellt. Die Steuereinrichtung
10 steuert die Stellmotoren der Dosierelemente dementsprechend an.
[0030] Bei der zweiten Variante steuert die Steuereinrichtung 10 die Farbkastenwalze 6 derart
an, dass sich diese nicht mehr dreht. Aufgrund des rotativen Stillstands der Farbkastenwalze
6 fördert diese in dem Abschnitt A der Druckunterbrechung 13 keine Farbe aus dem Farbkasten
4 heraus. Die Steuereinrichtung 10 steuert dazu einen Motor der Farbkastenwalze 6
oder eine Schaltkupplung, über welche die Farbkastenwalze 10 mit dem Motor verbunden
ist, entsprechend dem in der Steuereinrichtung 10 ablaufenden Programm an.
[0031] Bei der dritten Variante steuert die Steuereinrichtung 10 die Heberwalze 7 derart
an, dass diese keine Pendelbewegung mehr ausführt. Während des Abschnitts A der Druckunterbrechung
13 kann sich die Heberwalze 7 in Abrollkontakt nur mit der Farbkastenwalze 6 (und
nicht mit der Reiberwalze 8) oder in Abrollkontakt nur mit der Reiberwalze 8 (und
nicht mit der Farbkastenwalze 6) oder außer Kontakt mit beiden Walzen 6, 8 befinden.
Die Steuereinrichtung 10 steuert dazu einen Motor der Heberwalze 7 oder eine Schaltkupplung,
über welche die Heberwalze 7 mit dem Motor verbunden ist, entsprechend dem in der
Steuereinrichtung 10 ablaufenden Programm an.
[0032] Bei allen drei Varianten ist in dem Programm der Steuereinrichtung 10 vorgesehen,
dass durch das Auslösen der Druckunterbrechung 13 automatisch die Unterbrechung der
Farbzufuhr aus dem Farbkasten 4 auf die Reiberwalze 8 ausgelöst wird und die Farbzufuhr
während des gesamten Abschnitts A unterbrochen bleibt und dass durch das Beenden (Druckstart)
der Druckunterbrechung 13 automatisch ein Farbeinlauf der Farbe aus dem Farbkasten
4 in das restliche Farbwerk 3 erfolgt. Der Druckstart wird durch den Bediener per
Knopfdruck ausgelöst. Der Farbeinlauf erfolgt in einem zeitlichen Abschnitt D (vgl.
Figur 3) und bei dem Farbeinlauf rotiert die Farbkastenwalze 6, pendelt die Heberwalze
7 und sind nicht mehr alle Dosierelemente der Dosiereinrichtung 5 in der Farbzoneneinstellung
"Null". Die Dosierelemente können während des Farbeinlaufs auf ein zonales Dosierprofil
(Farbeinlauf-Dosierprofil) eingestellt sein, welches sich von einem zonalen Dosierprofil
(Fortdruck-Dosierprofil) unterscheidet, auf welches die Dosierelemente im Fortdruck
nach dem Farbeinlauf eingestellt sind. Das Farbeinlauf-Dosierprofil kann bezüglich
des Fortdruck-Dosierprofils invers sein, so dass beim Farbeinlauf-Dosierprofil zum
einen jene Dosierelemente mehr geschlossen sind, die beim Fortdruck-Dosierprofil mehr
geöffnet sind, und zum anderen jene Dosierelemente mehr geöffnet sind, die beim Fortdruck-Dosierprofil
mehr geschlossen sind. Das Farbeinlauf-Dosierprofil dient dazu, eine druckbildgerechte
und dem Fortdruck-Dosierprofil entsprechende, stabile Farbführung schneller zu erreichen.
[0033] Die Heberwalze 7 ist in einem Hebel drehbar gelagert, der in einem Gelenk schwenkbar
gelagert ist. Im Druckbetrieb und in einem Abschnitt D (vgl. Figur 3) der Druckunterbrechung
13 treibt der Motor der Heberwalze 7 über ein Kurvengetriebe den Hebel an, so dass
dieser um das Gelenk hin und her schwenkt, um die Pendelbewegung der Heberwalze 7
hervorzurufen.
[0034] In Figur 3 ist ein Schichtdicke-Zeit-Diagramm der Schichtdicke eines Farbprofils
14 in dem Farbwerk 3 dargestellt. Der Abschnitt A besteht aus einem Abschnitt B und
einem Abschnitt C und wird automatisch oder durch den Bediener per Knopfdruck ausgelöst.
Im gesamten Abschnitt A ist die Farbzufuhr gemäß einer der drei erläuterten Varianten
unterbrochen. Im Abschnitt B werden die Bogen durch die Transportzylinder und die
Gegendruckzylinder nach wie vor transportiert, vom Bogenanleger zum Bogenausleger
und dabei durch das dargestellte Druckwerk. Dabei werden die Bogen in dem Druckwerk
bedruckt und wird - weil kein Farbnachschub aus dem Farbkasten 4 erfolgt - infolgedessen
die im Farbwerksbereich zwischen Heberwalze 7 und Formzylinder 1 befindliche Farbmenge
verringert.
[0035] Das sich in diesem Farbwerksbereich befindende Farbprofil 14 wird im Abschnitt B
von einer Gesamtschichtdicke 15 um eine Aufbauschichtdicke 16 auf eine Grundschichtdicke
17 reduziert. Die Grundschichtdicke 17 ist unabhängig von der zu druckenden Flächendeckung
und auf allen Walzen des Farbwerksbereichs gleichmäßig. Die Aufbauschichtdicke 16
wird durch das bereits erläuterte Fortdruck-Dosierprofil der Dosiereinrichtung 5 bestimmt
und ist abhängig von der zu druckenden Flächendeckung in den verschiedenen Farbzonen
und nicht gleichmäßig auf den Walzen: Innerhalb des Walzenzugs nimmt die Aufbauschichtdicke
16 aufgrund der Farbspaltung von der Reiberwalze 8 zu Farbauftragswalzen hin ab. Deshalb
wird die Aufbauschichtdicke 16 auch als Farbkeil bezeichnet.
[0036] Die im Abschnitt B bedruckten Bogen, deren Anzahl 14 (Wenn die Heberwalze 7 halbtourig
ist, d. h., eine Pendelschwingung pro 2 Umdrehungen des Formzylinders 1 ausführt.)
oder 15 (Wenn die Heberwalze 7 dritteltourig ist, d. h., eine Pendelschwingung pro
3 Umdrehungen des Formzylinders 1 ausführt.) betragen kann, sind Gutbogen und werden
nicht als Makulatur aus dem Bogenstapel im Bogenausleger oder vor der Auslage auf
diesen Stapel ausgesondert. In dem Abschnitt C ist die Aufbauschichtdicke 16 in besagtem
Farbwerksbereich durch das Drucken der 14 oder 15 Bogen komplett abgebaut und befindet
sich darin nur noch die Grundschichtdicke 17. In dem Abschnitt C erfolgt kein Bogentransport
mehr in der Druckmaschine und werden die im Zusammenhang mit der Druckunterbrechung
13 stehenden Arbeiten, z. B. die Farbmessung und die Farbreglung, vom Bediener ausgeführt.
[0037] In dem Abschnitt C rotieren die Walzen des Farbwerksbereichs einschließlich der Reiberwalze
8, um durch Farbspaltung die rheologischen Eigenschaften der in dem Farbwerksbereich
befindlichen thixotropen Farbe konstant zu halten. Weil im Abschnitt D der Farbeinlauf
durchgeführt wird, ist es nicht erforderlich, die axiale Changierbewegung der Reiberwalze
8 (und weiterer Reiberwalzen des Farbwerks 3) während des Abschnitts C stillzusetzen.
Sonst erforderliche Mittel zum Stillsetzen der Changierbewegung, z. B. Schaltkupplungen,
können entfallen, wodurch die Herstellungskosten für die Druckmaschine sinken. Die
Aufbauschicht 16, welche im Abschnitt B durch das Drucken der 14 oder 15 Bogen ohne
Farbzufuhr abgebaut und im Abschnitt D durch den Farbeinlauf wieder aufgebaut wird,
ist Träger der druckbildgerechten Farbverteilung in den Farbzonen - der zonalen Farbverteilung.
Aus erläuterten Gründen besteht bei dem erfindungsgemäßen Verfahren keine Gefahr,
dass die zonale Farbverteilung durch die axiale Changierbewegung der Reiberwalze(n)
vergleichmäßigt, "verrieben" wird.
[0038] Ein Abschnitt E besteht aus dem Abschnitt C und dem sich daran anschließenden Abschnitt
D. In dem gesamten Abschnitt E erfolgt kein Bogentransport durch die Druckmaschine
und das Druckwerk. Die Transportzylinder und die Gegendruckzylinder der Druckmaschine
rotieren während des Abschnitts D, aber ohne dabei Bogen zu transportieren. Der Abschnitt
D dauert exakt so viele Zylinderumdrehungen des Formzylinders 1, des Gummizylinders
9, der Transportzylinder und der Gegendruckzylinder wie der Abschnitt B. Bezüglich
der zeitlichen Dauer können sich die Abschnitte B und D aber voneinander unterscheiden,
z. B., wenn sie sich bezüglich der Zylinderdrehzahlen oder Zylindergeschwindigkeiten
voneinander unterscheiden. Am Ende des Abschnitts D, welches auch das Ende des Abschnitts
E ist, ist durch den Farbeinlauf die Aufbauschicht 16 wieder komplett aufgebaut und
setzt programmgesteuert der Bogentransport und Druckbetrieb wieder ein. Ab diesem
Zeitpunkt werden die Bogen in dem Druckwerk wieder bedruckt.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Formzylinder
- 2
- Druckplatte
- 3
- Farbwerk
- 4
- Farbkasten
- 5
- Dosiereinrichtung
- 6
- Farbkastenwalze
- 7
- Heberwalze
- 8
- Reiberwalze
- 9
- Gummizylinder
- 10
- Steuereinrichtung
- 11
- erster Druckauftrag
- 12
- zweiter Druckauftrag
- 11.1, 12.1
- erster Auftrags-Schritt
- 11.2, 12.2
- zweiter Auftrags-Schritt
- 11.3, 12.3
- dritter Auftrags-Schritt
- 11.4, 12.4
- vierter Auftrags-Schritt
- 13
- Druckunterbrechung
- 14
- Farbprofil
- 15
- Gesamtschichtdicke
- 16
- Aufbauschichtdicke
- 17
- Grundschichtdicke
- A - E
- Abschnitt
1. Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine,
wobei bei einer von einem Not-Stopper verschiedenen Druckunterbrechung (13) innerhalb
eines Druckauftrags (11)
in einem ersten Verfahrensschritt ein Farbprofil (14) in einem Farbwerk (3) zumindest
teilweise abgebaut wird, indem die Farbzufuhr unterbrochen und bei unterbrochener
Farbzufuhr eine bestimmte Anzahl von Bogen bedruckt wird und dabei ein Zylinder (1),
welcher ein Formzylinder, ein Gummizylinder oder ein Gegendruckzylinder eines Druckwerks,
zu dem das Farbwerk (3) gehört, ist, eine bestimmte Anzahl von Umdrehungen ausführt
und
in einem zweiten Verfahrensschritt das Farbprofil (14) wieder vollständig aufgebaut
wird, indem die Farbzufuhr wieder aufgenommen und ein Farbeinlauf ohne das Bedrucken
derselben bestimmten Anzahl von Bogen durchgeführt wird und dabei der Zylinder (1)
dieselbe bestimmte Anzahl von Umdrehungen ausführt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
wobei die Druckunterbrechung (13)
ein Anhalten zur Farbmessung oder -regelung beim Einrichten ist oder
ein Anhalten zum Waschen eines Gummituchs ist oder
ein Anhalten aufgrund von Makulatur im Fortdruck ist oder
ein Anhalten nach Erreichen eines OK-Bogens beim Einrichten und vor dem Starten des
Fortdrucks ist oder
ein Anhalten bei einem Bogenstapelwechsel ist oder
eine vorhersehbare Druckpause ist.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2,
wobei in dem ersten Verfahrensschritt die Bewegung einer Walze, welche eine Farbkastenwalze
(6) oder eine Heberwalze (7) ist, stillgesetzt wird, um die Farbzufuhr zu unterbrechen.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
wobei die Walze eine Farbkastenwalze (6) ist.
5. Verfahren nach Anspruch 3,
wobei die Walze eine Heberwalze (7) ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2,
wobei in dem ersten Verfahrensschritt alle Farbzonen einer Dosiereinrichtung (5) geschlossen
werden, um die Farbzufuhr zu unterbrechen.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
wobei während der Druckunterbrechung (13) eine oder mehrere Reiberwalzen (8) des Farbwerks
(3) axial changieren.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
wobei die im ersten Verfahrensschritt bedruckte bestimmte Anzahl von Bogen als Gutbogen
verwendet werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
wobei vor und nach der Druckunterbrechung mit ein und derselben Druckplatte (2) gedruckt
wird.
1. Method for operating a printing press,
wherein upon an interruption (13) of the printing process other than an emergency
stop during a print job (11),
in a first step, an ink profile (14) in an inking unit (3) is at least partly evened
out by interrupting the supply of ink and printing a defined number of sheets while
the ink supply is interrupted and by having a cylinder (1) that is a forme cylinder,
a blanket cylinder, or an impression cylinder of a printing unit that the inking unit
(3) belongs to, carry out a defined number of revolutions in the process, and
wherein in a second step, the ink profile (14) is completely built up again by resuming
the supply of ink and carrying out a reintroduction of ink without printing on the
same defined number of sheets while the cylinder (1) carries out the same defined
number of revolutions in the process.
2. Method according to claim 1,
wherein the interruption (13) of the printing process is
a machine stop for color measurement or color control purposes while the press is
being set up or
a machine stop to wash a blanket or
a machine stop due to defective sheets in the production run or
a machine stop once an ok sheet has been achieved while the press is being set up
and before the production run starts or
a machine stop to carry out a sheet stack change or
a foreseeable printing break.
3. Method according to any one of claims 1 to 2,
wherein in the first step, the movement of a roller that is an ink fountain roller
(6) or a vibrator roller (7) is stopped to interrupt the supply of ink.
4. Method according to claim 4,
wherein the roller is an ink fountain roller (6).
5. Method according to claim 3,
wherein the roller is a vibrator roller (7).
6. Method according to one of claims 1 to 2, wherein in the first step all ink zones
of a metering device (5) are closed to interrupt the supply of ink.
7. Method according to any one of claims 1 to 6,
wherein during the interruption (13) of the printing process one or more distributor
rollers (8) of the inking unit (3) reciprocate in an axial direction.
8. Method according to any one of claims 1 to 7, wherein the defined number of sheets
that are printed in the first step are used as acceptable sheets.
9. Method according to any one of claims 1 to 8,
characterized in
that one and the same printing plate (2) is used in the printing process before and after
the interruption of the printing process.
1. Procédé pour l'exploitation d'une machine à imprimer,
caractérisé par le fait qu'il se produit, en cas d'interruption de l'impression (13) due à un arrêt d'urgence
dans le cadre d'une commande d'impression (11),
dans une première étape, une suppression au moins partielle d'un profil d'encrage
(14) dans un dispositif d'encrage (3), par interruption de l'alimentation en encre,
faisant que, avec l'arrivée d'encre interrompue, il y a impression d'un nombre défini
de feuilles, et qu'un cylindre (1), qui peut être un cylindre porte-forme, un cylindre
porte-blanchet ou un cylindre de contre-pression d'un groupe d'impression, dont fait
partie le dispositif d'encrage (3), effectue un nombre défini de rotations et,
dans une deuxième étape du procédé, un rétablissement complet du profil d'encrage
(14), avec reprise de l'alimentation en encre et exécution d'un préencrage sans l'impression
du même nombre de feuilles défini, le cylindre (1) exécutant alors le même nombre
défini de rotations.
2. Procédé selon la revendication 1,
pour lequel l'interruption de l'impression (13)
est un arrêt de la mesure ou du contrôle des couleurs lors de la mise en route ou
un arrêt pour le lavage d'un blanchet ou
un arrêt dû à des macules en cours de production ou
un arrêt après avoir obtenu une feuille correcte lors de la mise en route et avant
le démarrage de la production ou
un arrêt lors d'un changement de pile de feuilles ou
une pause d'impression prévisible.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 à 2,
pour lequel, durant la première étape du procédé, le déplacement d'un cylindre, pouvant
être un cylindre d'encrier (6) ou un rouleau preneur (7), est arrêté pour interrompre
l'alimentation en encre.
4. Procédé selon la revendication 3,
pour lequel le cylindre est un cylindre d'encrier (6).
5. Procédé selon la revendication 3,
pour lequel le cylindre est un rouleau preneur (7).
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 2,
pour lequel, durant la première étape du procédé, toutes les zones d'encrage d'un
dispositif de dosage (5) sont fermées pour interrompre l'alimentation en encre.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6,
pour lequel, durant l'interruption de l'impression (13) un ou plusieurs rouleau(x)
distributeur(s) (8) du dispositif d'encrage (3) changent axialement.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7,
pour lequel, durant la première étape du procédé, un nombre défini de feuilles imprimées
sont utilisées comme bonnes feuilles.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8,
pour lequel, avant et après l'interruption de l'impression, l'impression est effectuée
avec une seule et même plaque d'impression (2).