[0001] Die Erfindung betrifft eine Nachbehandlungsmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1, sowie ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 8.
[0002] Derartige Baumaschinen sind beispielsweise aus der
US 2007/0286679 oder der
DE 102011003271 A bekannt, und zwar in Form einer Nachbehandlungsmaschine, mit der eine neu erstellte
Betonfahrbahn einer Straßenoberfläche mit Hilfe z.B. eines Bürstenaggregates texturiert
werden kann und mit Hilfe eines Sprühaggregates anschließend mit einem flüssigen Nachbehandlungsmittel
besprüht werden kann (
EP 1841637 A).
[0003] Bei der Herstellung einer Betondecke, insbesondere beim Bau von Betonfahrbahndecken,
wird der Beton in der Regel von einem Gleitschaltungsfertiger form- und lagegerecht
eingebaut und dazu mit einer Glätteinrichtung, z. B. einem Querglätter, geglättet.
In einigen Fällen wird zusätzlich ein Längsglätter eingesetzt.
[0004] Vor dem Aufbringen des Nachbehandlungsmittels durch die Nachbehandlungsmaschine muss
die Decke noch eine abschließende Oberflächenbearbeitung mit einer dem Verwendungszweck
entsprechenden Oberflächentextur erhalten. Dadurch soll die Griffigkeit und der Fahrkomfort
erhöht, sowie das Reifen-Fahrbahn-Geräusch vermindert werden.
[0005] Hinsichtlich der Texturierung der Betonoberflächen bestehen bei den Auftraggebern
unterschiedliche Anforderungen hinsichtlich der Art der aufzubringenden Textur.
[0006] Dadurch kann es erforderlich sein, dass die Nachbehandlungsmaschinen zeitaufwändig
umgerüstet werden müssen, um je nach Wunsch des Auftraggebers eine gewünschte Texturierung
zu erzielen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die Umbausätze separat bereitgehalten
werden müssen.
[0007] Die
DE 10 2011 003 271 A beschreibt eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Erzeugen einer Rillenstruktur mit
einer Schneidwalze, die unter einem bestimmten Winkel zur Arbeitsrichtung an einem
frei in Querrichtung verschieblichen Schlitten aufgehangen ist. Die Schneidwalze kann
damit bei Vorwärts- oder Rückwärtsfahrt der Maschine schräg zur Fahrbahn verlaufende
Rillen erzeugen.
[0008] Durch Drehung der Arbeitsrichtung der Schneidwalze und Zurückfahren der Nachbehandlungsmaschine
kann eine zweite Rillenstruktur erzeugt werden, deren Rillen die erste Rillenstruktur
schneiden.
[0009] Wird die Maschine zurückgefahren oder soll ein anderer Winkel der Schneidwalze zur
Arbeitsrichtung eingestellt werden, muss die Schneidwalze angehoben werden.
[0010] Eine Koordination von Geschwindigkeiten ist nicht erforderlich.
[0011] Aus der
US 7,517,171 ist eine Nachbehandlungsmaschine bekannt, die eine schräg zur Fahrbahn verlaufende
Texturierung ermöglicht, bei der die Texturiereinrichtung auf einem quer zur Fahrbahn
verfahrbaren Schlitten angeordnet ist und die Texturiereinrichtung in Arbeitsrichtung
hin- und zurückbewegt werden kann. Die Nachbehandlungsmaschine wird dabei nicht bewegt.
Eine Steuerung koordiniert die Schlittenbewegung in Querrichtung der Maschine mit
der Bewegung des Texturierelementes in Arbeitsrichtung. Auch bei diesem Stand der
Technik ist ein erheblicher apparativer Aufwand notwendig, um gewünschte Texturieraufgaben
zu erfüllen. Nachteilig ist dabei, dass der Texturierwinkel nur in geringem Umfang
verändert werden kann.
[0012] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Nachbehandlungsmaschine sowie
ein Verfahren zum nachträglichen Bearbeiten von frisch gefertigten Betonschichten
zu schaffen, die in einfacher Weise unterschiedliche Texturieraufgaben ohne zeitaufwändige
Umrüstzeiten und ohne großen apparativen Aufwand ausführen können.
[0013] Zur Lösung dieser Aufgabe dienen die Merkmale des Anspruchs 1 bzw. 8.
[0014] Die Erfindung sieht in vorteilhafter Weise vor, dass eine Steuerungseinheit die Fahrgeschwindigkeit
und/oder die Verfahrgeschwindigkeit der Texturiereinrichtung während einer Vorwärts-
oder Rückwärtsfahrt erfasst und die Fahrgeschwindigkeit und/oder die Verfahrgeschwindigkeit
in Abhängigkeit eines gewünschten Texturierwinkels steuert, wobei sich der Texturierwinkel
aus dem Verhältnis der Geschwindigkeiten ergibt. Die Steuerung kann demzufolge die
Fahrgeschwindigkeit messen und in Abhängigkeit eines gewünschten Texturierwinkels
die Verfahrgeschwindigkeit der Texturiereinrichtung während der Vorwärts- oder Rückwärtsfahrt
in Querrichtung steuern oder die Verfahrgeschwindigkeit der Texturiereinrichtung erfassen
und die Fahrgeschwindigkeit steuern. Außerdem besteht die Möglichkeit, beide Geschwindigkeiten
in Abhängigkeit des gewünschten Texturierwinkels zu steuern.
[0015] Die Steuerungseinheit kann bei vorgegebener Verfahrgeschwindigkeit der Texturierungswerkzeuge
die Fahrgeschwindigkeit steuern oder bei vorgegebener Fahrgeschwindigkeit die Verfahrgeschwindigkeit
der Texturierungswerkzeuge steuern.
[0016] Die Steuerungseinheit kann Mittel zur Eingabe eines gewünschten Texturierungswinkels
aufweisen.
[0017] Detektoren können die Fahrgeschwindigkeit des Maschinenrahmens in Längsrichtung und
die Verfahrgeschwindigkeit der Texturiereinrichtung in Querrichtung messen und die
Messignale an die Steuerung übertragen.
[0018] Die Texturiereinrichtung kann eine Quertexturiereinrichtung sein und weist vorzugsweise
eine feste, sich in Fahrtrichtung erstreckende Länge auf.
[0019] Die Texturiereinrichtung kann auch eine sich in Fahrtrichtung erstreckende veränderliche
Länge aufweisen, indem z.B. Verlängerungselemente anbringbar sind.
[0020] Die Texturiereinrichtung kann auch eine Längstexturiereinrichtung sein, bei der die
Texturierwerkzeuge in Querrichtung mit einer vorgebbaren Geschwindigkeit verfahrbar
sind.
[0021] Die Texturierwerkzeuge sind vorzugsweise auswechselbar, wobei auch der Abstand der
Texturierwerkzeuge variabel sein kann.
[0022] Die Texturierwerkzeuge einer Längstexturiereinrichtung können quer zur Fahrtrichtung
endlos umlaufen.
[0023] Werden die Texturierwerkzeuge in einer horizontalen Ebene endlos geführt, in der
sie ständig mit der Betonschicht im Eingriff sind, erzeugen die in Fahrtrichtung vorderen
Texturierwerkzeuge eine Texturierung unter einem vorgegebenen, relativ zu der Fahrtrichtung
positiven Winkel und die in Fahrtrichtung hinteren Texturierwerkzeuge eine Texturierung
unter dem gleichen, relativ zu der Fahrtrichtung negativen Winkel.
[0024] Werden die rücklaufenden Texturierwerkzeuge angehoben zurückgeführt oder in einer
vertikalen oder in einer zur Oberfläche der Betonschicht schrägen Ebene endlos geführt,
in der sie während des Rücklaufs nicht die Betonschicht berühren, kann eine reine
Schrägtexturierung ausgeführt werden.
[0025] Je nach Dienstleistungsauftrag kann demzufolge die Nachbehandlungsmaschine allein
aufgrund der Steuerung ohne Umrüstung so gesteuert werden, dass flexibel beliebige
Texturierungsmuster aufgebracht werden können.
[0026] Eine zur Aufbringung einer Texturierung quer verfahrbare Arbeitseinrichtung kann
vorzugsweise eine Quertexturiereinrichtung sein, die in eine Ruheposition verfahrbar
ist, in der die Quertexturiereinrichtung außer Eingriff mit der Betonschicht ist.
[0027] Die Quertexturiereinrichtung ist vorzugsweise auf einer Schienenführung quer zur
Arbeitsrichtung hin und her verfahrbar, die an mindestens einem seitlichen Ende jenseits
der Breite der Betonschicht einen Höhenversatz aufweist, der die Quertexturiereinrichtung
an diesem Ende in die Ruheposition anhebt. In der angehobenen Position ist sichergestellt,
dass die Quertexturiereinrichtung weder mit der Betonschicht noch mit anderen Aggregaten
in Berührung kommt.
[0028] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, dass der Maschinenrahmen
parallel zur Arbeitsrichtung verlaufende Längsträger und quer zur Arbeitsrichtung
verlaufende Querträger aufweist, wobei die quer zur Arbeitsrichtung verlaufenden Querträger
zur variablen Einstellung der Spurweite der Laufwerke und zur Anpassung an die Breite
der Betonschicht teleskopierbar sind.
[0029] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Arbeitseinrichtungen eine Längssprüheinrichtung
und/oder eine über die Arbeitsbreite der Betonfahrbahn hin und her verfahrbare Quersprüheinrichtung
aufweisen.
[0030] Es kann vorgesehen sein, dass die Quersprüheinrichtung in der Betriebsposition in
Verlängerung der Quertexturiereinrichtung vorzugsweise in Arbeitsrichtung nacheilend
oder einseitig oder beidseitig neben der Quertexturiereinrichtung angeordnet und mit
der Quertexturiereinrichtung gemeinsam bewegbar ist.
[0031] Der Maschinenrahmen kann von zwei einzelnen jeweils seitlich angeordneten längeren
Laufwerken getragen werden, oder von insgesamt vier Laufwerken, wobei auf jeder Seite
des Maschinenrahmens zwei hintereinander fahrende Laufwerke angeordnet sein können.
Die Laufwerke sind über Hubsäulen mit dem Maschinenrahmen verbunden über die eine
Höhenverstellung des Maschinenrahmens relativ zum Boden erfolgen kann.
[0032] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Quer- oder Längstexturiereinrichtungen Werkzeuge
aufweisen, die mit einem Schnellwechselsystem befestigt sind. Auf diese Weise ist
es möglich, die Werkzeuge ohne lange Rüstzeiten auszuwechseln, oder defekte Werkzeuge
ohne nennenswerten Zeitverlust auszuwechseln.
[0033] Die Erfindung sieht gemäß einem Verfahren zum nachträglichen Bearbeiten von frisch
gefertigten Betonschichten in vorteilhafter Weise vor, dass in Abhängigkeit eines
gewünschten Texturierwinkels die Fahrgeschwindigkeit und/oder die Verfahrgeschwindigkeit
der Texturiereinrichtung erfasst und während einer Vorwärts- oder Rückwärtsfahrt die
Fahrgeschwindigkeit und/oder die Verfahrgeschwindigkeit der Texturiereinrichtung in
Querrichtung gesteuert wird, wobei sich der Texturierwinkel aus dem Verhältnis der
Geschwindigkeiten ergibt.
[0034] Vorzugsweise wird bei vorgegebener Verfahrgeschwindigkeit der Texturierungswerkzeuge
die Fahrgeschwindigkeit gesteuert oder bei vorgegebener Fahrgeschwindigkeit die Verfahrgeschwindigkeit
der Texturierungswerkzeuge in einem von dem eingestellten Texturierwinkel vorgegebenen
Verhältnis gesteuert.
[0035] Durch das Einbringen einer Quertexturierung über eine Strecke vorgegebener Länge
in einer Fahrtrichtung und anschließend über eine sich anschließende weitere Strecke
gleicher Länge in einer entgegengesetzten Fahrtrichtung können aufeinanderfolgende
Texturierungen unter einem Texturierwinkel in gleicher Richtung in die Betonschicht
eingebracht werden.
[0036] Im Folgenden werden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Ausführungsbeispiele der
Erfindung näher erläutert.
[0037] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Nachbehandlungsmaschine nach dem Stand der Technik,
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht der Nachbehandlungsmaschine gemäß Fig. 1,
- Fig. 3
- eine quer verfahrbare Quertexturiereinrichtung mit koordinierten Geschwindigkeiten
der Nachbehandlungsmaschine und der Quertexturiereinrichtung,
- Fig. 4
- das Ausführungsbeispiel der Fig. 3 nach Abschluss der Querbewegung der Quertexturiereinrichtung,
- Fig. 5
- das Vorfahren der Nachbehandlungsmaschine nach Abschluss des unter Vorwärtsfahrt erstellten
ersten Texturierabschnitts,
- Fig. 6
- das Fertigen des zweiten Texturierabschnitts unter Rückwärtsfahrt der Nachbehandlungsmaschine,
- Fig. 7
- den Abschluss des zweiten Texturierabschnitts,
- Fig. 8
- das Vorfahren der Nachbehandlungsmaschine nach Abschluß des zweiten Texturierabschnitts,
und
- Fig. 9
- ein Ausführungsbeispiel einer Längstexturiereinrichtung mit in Querrichtung verfahrbaren
Texturierwerkzeugen.
[0038] Fig. 1 zeigt schematisch eine Nachbehandlungsmaschine 1 in Form einer Bürstensprühmaschine
wie sie aus der
EP 1 841 637 A bekannt ist. Die Nachbehandlungsmaschine 1 kann eine neu gefertigte Betonschicht
10, z. B. eine Straßenoberfläche mit Hilfe eines Quertexturiereinrichtung 3, z. B.
einem Bürstenaggregat, texturieren und mit Hilfe eines Sprühaggregats anschließend
mit einem flüssigen Nachbehandlungsmittel besprühen.
[0039] Der Maschinenrahmen 2 weist eine für einen Transport auf einem Transportfahrzeug
geeignete Tiefe auf, so dass die Maschine auf dem Transportfahrzeug auf einer Straße
zum Einsatzort transportiert werden kann. Der Maschinenrahmen mit Quer- und Längsträgern
18,28 weist im Vergleich zur Tiefe ein Vielfaches der Breite auf, wobei zur Anpassung
an eine bestimmte Fahrbahnbreite beispielsweise Verbreiterungselemente einsetzbar
sind oder der Maschinenrahmen 2 teleskopierbar ist. Dabei kann in der in Fig. 1 gezeigten
Arbeitsstellung eine Fahrbahnbreite von beispielsweise bis zu 18 m überbrückt werden.
Die Arbeitsrichtung ist in den jeweiligen Zeichnungen durch einen Pfeil 50 angedeutet.
[0040] Die Nachbehandlungsmaschine 1 weist ein Fahrwerk mit mehreren Rädern und/oder Kettenlaufwerken
4 auf, die den Maschinenrahmen 2 über Hubsäulen 8 höhenverstellbar tragen.
[0041] Die Verwendung von insgesamt vier Laufwerken 4 an den seitlichen Enden der Nachbehandlungsmaschine
1 hat den Vorteil einer höheren Stabilität, wobei die Anordnung der Arbeitseinrichtungen,
insbesondere der Texturiereinrichtungen 3 in Fahrtrichtung 50 mittig zwischen den
Laufwerken 4 den Vorteil hat, dass der Einfluss von Massenträgheitskräften auf den
Maschinenrahmen 2 beim Anfahren oder Abbremsen der Nachbehandlungsmaschine 1 minimiert
werden. Darüber hinaus wirken sich dennoch stattfindende leichte Nickbewegungen weniger
stark auf die Position der Texturierungseinrichtung relativ zur Betonfläche aus.
[0042] Die Räder oder Kettenlaufwerke 4 können insbesondere im Falle von vier Kettenlaufwerken
4 von einer in Fig. 1 gezeigten Arbeitsstellung in eine Transportstellung mit Hilfe
eines Schwenkgetriebes überführt werden. In der Arbeitsstellung, wie in Fig. 1 gezeigt,
verlaufen die Kettenlaufwerke 4 parallel zu Längsträgern 28 des Maschinenrahmens 2.
In der Transportstellung verlaufen die Kettenlaufwerke 4 parallel zur Längserstreckung
des Maschinenrahmens 2, also um 90° verschwenkt und quer zu den Längsträgern 28.
[0043] Die Kettenlaufwerke 4 sind hydraulisch angetrieben, lenkbar und höhenverstellbar.
[0044] Fig. 2 zeigt eine perspektivische Ansicht der Nachbehandlungsmaschine 1. Auf der
in Fahrtrichtung 50 linken Seite befindet sich die Antriebseinheit 22 mit einem Bedienpult
mit einer Steuereinheit 24. Beide sind auf einer Plattform 20 des Maschinenrahmens
2 angeordnet, die begehbar ist und auf ihrer der Antriebseinheit 22 gegenüberliegenden
Seite einen Sprühmitteltank 26 aufweist.
[0045] Die Quersprüheinrichtung 6 ist wie beim Stand der Technik an einem quer über die
Betonschicht 10 bzw. die Fahrbahnbreite verfahrbaren Querantrieb befestigt. Desweiteren
ist an dem Querantrieb die Quertexturiereinrichtung 3, z. B. aus einem Bürstenaggregat,
befestigt. Die Quertexturiereinrichtung 3 ist dabei, wie am besten aus Fig. 3a ersichtlich,
in einem schienengeführten mit einem Querantrieb versehenen Schlitten über die Breite
der Betonschicht 10 geführt.
[0046] Die Schienenführung des Schlittens ist zu diesem Zweck in einem Bereich seitlich
neben der Betonschicht 10 um einen vorgegebenen Betrag angehoben, so dass die Quertexturiereinrichtung
3 neben der Betonschicht 10 bzw. Fahrbahn in einen angehobenen Zustand in eine Ruheposition
überführt werden kann.
[0047] Die Quersprüheinrichtung 6, wie sie in der Fig. 2 dargestellt ist, ist abnehmbar
an dem Querantrieb befestigt. Sie kann demzufolge bei Umstellung auf eine Längssprüheinrichtung
7 von dem Querantrieb gelöst werden. In Fig. 2 ist eine Längssprüheirichtung 7 in
einem hochgeklappten deaktivierten Zustand gezeigt.
[0048] Fig. 3 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem sich die Quertexturiereinrichtung
3 parallel zur Fahrtrichtung 50 erstreckt und beispielsweise aus einem Bürstenaggregat
oder aus einer anderen Quertexturiereinrichtung mit vertikal nach unten abstehenden
Texturierwerkzeugen 30, z.B. starren Stiften, besteht. Die Quertexturiereinrichtung
3 ist in etwa mittig zwischen den vorderen und hinteren Kettenlaufwerken 4 angeordnet
und zwischen zwei Endpositionen quer zur Fahrtrichtung verfahrbar. Bei dieser Querbewegung
behält die Quertexturiereinrichtung ihre Orientierung parallel zur Arbeitsrichtung
50 bei. Die Querbewegungsrichtung 40 ist orthogonal zu der Fahrtrichtung 50, wobei
die Nachbehandlungsmaschine 1 während der Texturierung vorwärts oder rückwärts verfahren
werden kann. Fig. 3 zeigt demzufolge eine Texturierung, bei der die Quertexturiereinrichtung
3 während der Vorwärtsfahrt der Nachbehandlungsmaschine 1 nach rechts bewegt wird.
Mit Hilfe der Steuereinheit 24 kann die Vorwärtsgeschwindigkeit in Fahrtrichtung 50
und die Querantriebsgeschwindigkeit der Quertexturiereinrichtung koordiniert werden,
so dass sich aus dem Verhältnis der Geschwindigkeiten ein einstellbarer Texturierwinkel
ergibt.
[0049] Ist ein gleichbleibender Texturierwinkel für die gesamte Breite der Betonschicht
10 erwünscht, wird ein bestimmtes Verhältnis zwischen Fahrgeschwindigkeit der Nachbehandlungsmaschine
1 und die Querbewegungsgeschwindigkeit der Quertexturiereinrichtung in der Steuereinheit
24 eingestellt. Es versteht sich, dass die Querbewegungsgeschwindigkeit der Quertexturiereinrichtung
3 in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit der Nachbehandlungsmaschine 1 eingestellt
werden kann, oder auch umgekehrt.
[0050] Beispielsweise kann die Fahrgeschwindigkeit des Querantriebs für die Quertexturiereinrichtung
3 in einfacher Weise durch Anschläge für die Quertexturiereinrichtung 3 auf der linken
und rechten Seite der Nachbehandlungsmaschine 1 erfasst werden, indem die Zeitdauer
für die Querbewegung über die Breite der Betonschicht 10 gemessen wird.
[0051] Selbstverständlich können auch Daten aus dem Querantrieb zur Bestimmung der Geschwindigkeit
in Querbewegungsrichtung 40 verwendet werden.
[0052] Schließlich ist es auch möglich, sowohl die Fahrgeschwindigkeit als auch die Quergeschwindigkeit
der Quertexturiereinrichtung gemeinsam in Abhängigkeit vom eingestellten Texturierwinkel
zu steuern.
[0053] Dadurch, dass das Geschwindigkeitsverhältnis während der Quertexturierung auch verändert
werden kann, ist es schließlich auch möglich, ein Texturiermuster mit unterschiedlichen
Texturierwinkeln in die Betonschicht 10 einzubringen.
[0054] Fig. 4 zeigt den Abschluss eines ersten Texturierabschnittes, nachdem die Quertexturiereinrichtung
3 die Betonschicht 10 vollständig überquert hat.
[0055] Dann besteht die Möglichkeit, dass die Nachbehandlungsmaschine um die Länge der Quertexturiereinrichtung
3 vorfährt (Fig. 5) und wie aus Fig. 6 ersichtlich ist, unter Rückwärtsfahrt den nächsten
Texturierabschnitt erzeugt, der parallel zu dem ersten bereits gefertigten Texturierabschnitt
verläuft.
[0056] Die Steuereinheit kann hierbei so konfiguriert sein, dass die Maschine nach Abschluss
eines Texturierabschnitts automatisch um einen Fahrweg, der der Länge der Texturierungseinrichtung
entspricht nach vorne gefahren wird.
[0057] Fig. 7 zeigt die Situation, in der der zweite Texturierabschnitt abgeschlossen ist
und Fig. 8 die Situation, in der die Nachbehandlungsmaschine 1 um die Länge der Quertexturiereinrichtung
3 erneut vorfährt, um den nächsten Texturierabschnitt zu erzeugen. Es versteht sich,
dass die Texturierung auch überlagert werden kann, indem die Texturierabschnitte wiederholt
überfahren werden, und zwar unter einem anderen Texturierwinkel, so dass beispielsweise
Rautenmuster erzeugt werden können.
[0058] Fig. 9 zeigt ein Ausführungsbeispiel mit einer Längstexturiereinrichtung, bei der
die in Richtung Betonschicht 10 vorstehenden Texturierwerkzeuge 30 kontinuierlich
in Querbewegungsrichtung 40 bewegt werden. Dabei erstreckt sich die Längstexturiereinrichtung
5 über die gesamte Breite der Betonschicht 10 quer zur Fahrtrichtung 50. Seitlich
außerhalb der Betonschicht 10 können die Texturierwerkzeuge 30 zurückgeführt werden.
Die Texturierwerkzeuge 30 können beispielsweise auch in einer anderen, in Fig. 9 nicht
ersichtlichen Ausführungsform in einer vertikalen Ebene umlaufen, so dass die rücklaufenden
Texturierwerkzeuge 30 außer Eingriff mit der Betonschicht 10 sind.
[0059] Im Falle der Bewegung der Texturierwerkzeuge 30 in einer horizontalen Ebene durchlaufen
die rücklaufenden Texturierwerkzeuge 30 erneut die Betonschicht 10 in entgegengesetzter
Richtung, so dass bei kontinuierlicher Vorwärtsfahrt der Nachbehandlungsmaschine 1
mit der Längstexturiereinrichtung ein Rautenmuster erzeugt werden kann.
[0060] Laufen die Texturierwerkzeuge 30 in einer zur Oberfläche der Betonschicht 10 schrägverlaufenden
Ebene, besteht die Möglichkeit, nur die in eine Querrichtung bewegten Texturierwerkzeuge
30 in Eingriff mit der Betonschicht 10 zu bringen, während die in Gegenrichtung rücklaufenden
Texturierwerkzeuge 30 außer Eingriff mit der Betonschicht 10 sein können.
[0061] Die Texturiereinrichtungen können eine Schnellwechseleinrichtung für Werkzeuge aufweisen,
so dass in kurzer Zeit unterschiedliche Bürsten oder Werkzeuge, z. B. Stahlzinken
oder Kunststoffbürsten zum Einsatz kommen können.
1. Nachbehandlungsmaschine (1) zum Nachbearbeiten von frisch gefertigten Betonschichten
(10), insbesondere sich in Fahrtrichtung (50) längs erstreckenden Betonfahrbahnen,
einer vorgegebenen Breite, mit einem von Laufwerken (4) getragenen Maschinenrahmen
(2), mit
- mindestens einer quer zur Arbeitsrichtung (50) verfahrbaren Texturiereinrichtung
(3, 5) zum Aufbringen einer Texturierung mit mehreren Texturierwerkzeugen (30) in
die noch nicht ausgehärtete Oberfläche der Betonschicht (10), und mit
- einer Steuerungseinheit (24) zum Einstellen der Fahrgeschwindigkeit in Fahrtrichtung
(50),
dadurch gekennzeichnet,dass
die Steuerungseinheit (24) die Fahrgeschwindigkeit und/oder die Verfahrgeschwindigkeit
der Texturiereinrichtung (3,5) erfasst und während einer Vorwärts- oder Rückwärtsfahrt
die Fahrgeschwindigkeit und/oder die Verfahrgeschwindigkeit der Texturiereinrichtung
(3,5) in Querrichtung (40) in Abhängigkeit eines gewünschten Texturierwinkels steuert,
wobei sich das Verhältnis der Geschwindigkeiten aus dem Texturierwinkel ergibt.
2. Nachbehandlungsmaschine (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinheit (24) bei vorgegebener Verfahrgeschwindigkeit der Texturierungswerkzeuge
(30) die Fahrgeschwindigkeit steuert oder bei vorgegebener Fahrgeschwindigkeit die
Verfahrgeschwindigkeit der Texturierungswerkzeuge (30) steuert.
3. Nachbehandlungsmaschine (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinheit (24) Mittel zur Eingabe eines gewünschten Texturierungswinkels
aufweist.
4. Nachbehandlungsmaschine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Detektoren die Fahrgeschwindigkeit des Maschinenrahmens (2) in Fahrtrichtung (50)
und die Verfahrgeschwindigkeit der Texturiereinrichtung (3,5) in Querrichtung messen
und die Messignale an die Steuerungseinheit (24) übertragen.
5. Nachbehandlungsmaschine (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Texturiereinrichtung eine Quer- oder Längstexturiereinrichtung (3,5) ist, bei
der die Texturierwerkzeuge (30) in Querrichtung mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit
verfahrbar sind.
6. Nachbehandlungsmaschine (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Texturierwerkzeuge (30) der Längstexturiereinrichtung (5) quer zur Fahrtrichtung
(50) endlos umlaufen.
7. Nachbehandlungsmaschine (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Texturierwerkzeuge (30) der Längstexturiereinrichtung (5) in einer horizontalen
Ebene endlos umlaufen und die in Fahrtrichtung (50) vorderen Texturierwerkzeuge (30)
eine Texturierung unter einem vorgegebenen relativ zu der Fahrtrichtung (50) positiven
Winkel erzeugen und die in Fahrtrichtung (50) hinteren Texturierwerkzeuge (30) eine
Texturierung unter dem gleichen relativ zu der Fahrtrichtung (50) negativen Winkel
erzeugen.
8. Verfahren zum nachträglichen Bearbeiten von frisch gefertigten Betonschichten (10),
insbesondere sich in Arbeitsrichtung (50) längserstreckenden Betonfahrbahnen einer
vorgegebenen Breite, mit einer selbstfahrenden Nachbehandlungsmaschine (1) mit mindestens
einer quer zur Arbeitsrichtung (50) verfahrbaren Texturiereinrichtung (3, 5) mit Texturierwerkzeugen
(30), die auf die Betonschicht (10) einwirken, wobei die Nachbehandlungsmaschine (1)
mit einer einstellbaren Fahrgeschwindigkeit bewegt wird,
dadurch gekennzeichnet,dass
die Fahrgeschwindigkeit und/oder die Verfahrgeschwindigkeit der Texturiereinrichtung
erfasst wird und während einer Vorwärts- oder Rückwärtsfahrt die Fahrgeschwindigkeit
und/oder die Verfahrgeschwindigkeit der Texturiereinrichtung in Querrichtung in Abhängigkeit
eines gewünschten Texturierwinkels gesteuert wird, wobei sich das einzustellende Verhältnis
der Geschwindigkeiten aus dem Texturierwinkel ergibt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass bei vorgegebener Verfahrgeschwindigkeit der Texturierungswerkzeuge (30) die Fahrgeschwindigkeit
gesteuert wird oder bei vorgegebener Fahrgeschwindigkeit die Verfahrgeschwindigkeit
der Texturierungswerkzeuge (30) in einem von dem eingestellten Texturierwinkel vorgegebenen
Verhältnis gesteuert wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine Quertexturierung über eine Strecke vorgegebener Länge in einer Fahrtrichtung
(50) und anschließend über eine sich anschließende weitere Strecke gleicher Länge
in einer entgegengesetzten Fahrtrichtung aufeinanderfolgende Texturierungen unter
einem gleichen Texturierwinkel in die Betonschicht (10) eingebracht werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Nachbehandlungsmaschine (1) unter Verwendung einer Quertexturiereinrichtung kontinuierlich
in Fahrtrichtung (50) bewegt wird und eine Texturierung unter zwei unterschiedlichen
Texturierwinkeln bei der kontinuierlichen Hin- und Her-Bewegung der Quertexturiereinrichtung
(3) erzeugt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Nachbehandlungsmaschine (1) unter Verwendung einer Quertexturiereinrichtung (3)
kontinuierlich in Fahrtrichtung (50) bewegt wird und das Verhältnis von Länge der
Quertexturiereinrichtung (3) und Fahrgeschwindigkeit der Nachbehandlungsmaschine (1)
in einem derartigen Verhältnis zueinander stehen, dass sich die Texturierungen bei
der kontinuierlichen Hin- und Her-Bewegung der Quertexturiereinrichtung (3) symmetrisch
überlappen.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Texturierung unter Verwendung einer Längstexturiereinrichtung (5) mit kontinuierlich
in Querrichtung verfahrbaren Texturierwerkzeugen (30) erzeugt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Texturierwerkzeuge (30) im Wesentlichen quer zur Fahrtrichtung (50) in einer
endlosen Schleife kontinuierlich umlaufen, wobei die rücklaufenden Texturierwerkzeuge
(30) außer Eingriff mit der Betonschicht (10) gebracht werden.
15. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Texturierwerkzeuge (30) im wesentlichen quer zur Fahrtrichtung (50) in einer
endlosen Schleife in einer horizontalen Ebene kontinuierlich umlaufen, wobei durch
die in Fahrtrichtung (50) vorderen Texturierwerkzeuge (30) eine Texturierung unter
einem vorgegebenen, relativ zu der Fahrtrichtung (50) positiven Winkel erzeugt wird
und durch die in Fahrtrichtung (50) in entgegengesetzter Richtung zu den vorderen
Texturierwerkzeugen (30) bewegten hinteren Texturierwerkzeuge (30) eine Texturierung
unter dem gleichen, relativ zu der Fahrtrichtung (50) negativen Winkel erzeugt wird.