[0001] Stapel aus Produkteinheiten wie beispielsweise aus einzelnen Rollen oder auch zu
einem Turm übereinandergestapelten Rollen müssen beim Versand gegen die produktqualität-beeinträchtigende
Einflüsse beim Transport oder bei der innerbetrieblichen Handhabung geschützt werden.
[0002] Nach dem Stand der Technik kann gemäß der
DE3120215 mit Schrumpffolie gearbeitet werden. Nachteilig ist dabei allerdings die Tatsache,
dass der Schrumpf der Verpackungsfolie mit Hitze ausgelöst wird. Hat man ein temperatursensitives
Gut wie beispielsweise Polypropylenvlies zu verpacken, kann diese Verpackungsart thermische
Schädigungen am eigentlichen Produkt nach sich ziehen.
[0003] Häufig werden daher sogenannte stretchverpackte Produktstapel hergestellt. Figur
2 zeigt einen schematischen Aufbau einer derartigen Verpackung:
[0004] Ein Produktstapel (4) wird aus einzelnen Rollen gebildet, die übereinander zu einem
Turm gestapelt sind. Die Oberseite und die Unterseite des Produktstapels (4) werden
mit sogenannten Ronden (1) und (1a) abgedeckt. Der Begriff Ronden steht dabei für
Stanzlinge aus Karton oder Kunststoff, die einen Durchmesser aufweisen, der gleich
dem des Produktstapels oder minimal geringer ist. Die Außenseite (5) des Produktstapels
(4) wird während eines sogenannten Stretchprozesses mit einzelnen Lagen einer hochdehnfähigen
Verpackungsfolie, der Stretchfolie (2a), umhüllt. Dabei wird darauf geachtet, dass
die dabei gebildeten Folienlagen (2) auch einen Teil der Oberseite und der Unterseite
des Produktstapels (4) ausgehend von der Kante am Übergang von der Außenseite (5)
zur Ober- bzw. Unterseite überdeckt.
[0005] Man bezeichnet diese Überdeckung üblicherweise als "Overstretch" (6). Je größer der
Overstretch (6) ist, umso besser sind die Verpackungsronden (1) und (1 a) am Produktstapel
(4) verankert.
[0006] Üblicherweise werden derartige Produktstapel (4) palettenfrei transportiert, sodass
die Unterseite eines verpackten Produktstapels (4) durch die Bewegungsvorgänge beim
Lagern, beim Verladen und ähnlichen Handhabungsvorgängen einer extremen mechanischen
Belastung ausgesetzt ist. Häufig kommt es beispielsweise vor, dass ein verpackter
Produktstapel (4) vom Gabelstapler nicht ausreichend hoch angehoben wird und die die
Unterseite bildende Lage über den Boden geschleift wird. In der Folge wird durch diese
Schubbelastung der Overstretch (6) mechanisch durch Reibung zerstört und die Übergangskante
zwischen Unterseite und Außenseite freigelegt. Häufig fallen dabei auch die Ronden
(1a) ab, sodass Verschmutzungen und Beschädigungen des eigentlich zu schützenden Produktes
die Folge sind. Das Produkt wird dadurch unbrauchbar, da es entweder mechanisch beschädigt
ist oder es verschmutzt wird und aufgrund dessen auch nicht mehr verwendbar ist.
[0007] Eine weitere, dem Stand der Technik zu entnehmende Arbeitsweise ist die Verwendung
von Ronden als Bodenlage, welche über aus der Grundfläche sternförmig herausragende
Laschen haben. Diese Laschen werden beim Stretchprozess an der Kante zwischen Außenseite
und Unterseite des Produktstapels (4) umgefalzt und tragen dadurch zu einer weiteren
Sicherung der Ronde auf der Unterseite bei. Nachteilig ist hier, dass die Umfalzung
auch nur in einem bestimmten Umfang möglich ist. Vergrößert sich im beschriebenen
Fall der Durchmesser einer Rolle, so kommt es dazu dass die Unterseite nicht mehr
vollends von der Ronde bedeckt ist und zwischen den eingeschnitten Laschen das Produkt
frei liegt. Verschmutzungen sind die Folge.
[0008] Problematisch ist bei Verpackungen nach dem Stand der Technik auch der Umstand, dass
derartig verpackte Produktstapel beim Aufnehmen vom Boden anschließenden Absetzen
auf den Boden, bspw. beim Umlagern oder Versenden häufig Verschmutzungen an der Außenseite
zwischen Stretchfolie und der Produktoberfläche aufweisen. Dies wird, wie in Figur
2 dargestellt, durch minimal zu großen Durchmesser der Ronden (1a) verursacht. Die
Ronden stehen über die Außenkante des Produktstapels (4) heraus. Durch die Spannung
der Stretchfolie (2a) beim Erzeugen des Overstretches (6) wird die Ronde (1a) zusammengedrückt
und versucht dieser Stauchbelastung auszuweichen. Dabei kann es passieren, dass die
Stretchfolie an der Kante der Ronde aufgeschnitten wird oder aber die Ronde wird verformt.
Dies wiederum kann zur Faltenbildung innerhalb der Rondenfläche führen oder zu einer
durch Verformung aus der Ebene heraus, dem sogenanntem "Balgen" führen.
[0009] Im Falle des Balgens wird beim Aufnehmen eines so verpackten Produktstapels (4) von
der Ebene durch die dann einsetzende Balgbildung Luft über den Übergang des Overstretches
(6) zur Ronde (1a) eingesaugt. Schmutzpartikel werden dabei zwangsweise mit eingesaugt.
Beim Absetzen wird die zuvor eingesaugte Luft allerdings nicht wieder über diesen
Weg ausgeblasen, sondern, da der Produktstapel (4) wieder auf dem Boden steht - entlang
der Außenseite zwischen Stretchfolie (2) und Produktoberfläche verteilt. Auch hier
wird das Produkt durch die Verschmutzungen teilweise oder komplett unbrauchbar.
[0010] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, die genannten Nachteile des Standes
der Technik zu vermeiden. Gelöst wird die Aufgabe durch die im Anspruch 1 genannten
Merkmale. Sinnvolle Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen 2 bis 9 genannt.
[0011] Ein Verfahren zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Verpackung ist in Anspruch
10 genannt.
[0012] Der erfindungsgemäßen Verpackung liegt die Idee zugrunde, anstatt der üblichen, steifen
Papp- oder Kunststoffronden als Bodenlage (3) eine mechanisch stabiles und trotzdem
flexibles Material (3a) zu verwenden. Dabei wird der Durchmesser oder die Kantenlänge
der Bodenlage (3) bewusst größer als der zu bedeckende Durchmesser oder die Kantenlänge
der abzudeckenden Seite gewählt.
[0013] Durch die Verwendung einer erfindungsgemäßen Bodenlage (3) ist es des Weiteren möglich
Durchmesserunterschiede auszugleichen und der Balgbildung vorzubeugen.
[0014] Erfindungsgemäß wird analog zum in die Ober- oder Unterseite hineinragenden Overstretch
(6) der Stretchfolie (2a) auch mit der Bodenlage (3) ein Überstand (7) erzeugt, der
in die Außenseite (5) des Produktstapels (4) hineinragt.
[0015] Die Länge des in die Außenseite (4) hineinragenden Überstands (7) ist dabei in Abhängigkeit
von der Flexibilität des für die Bodenlage (3) verwendeten Materials (3a) zu wählen.
[0016] Figur 3 zeigt den zur Ermittlung der Flexibilität angewandten Test schematisch.
[0017] Als Flexibilität im Sinne der vorliegenden Erfindung wird die Überhanglänge (12)
bezeichnet, die sich an einem Messstreifen (15) des Materials (3a), wenn nach Testmethode
"WSP 090.1.R4(12)" getestet, ergibt.
[0018] Die vorstehend genannte Testmethode, wie auch die im späteren aufgezeigte "WSP 080.6.R4
(12)" und die "WSP 110.4.R4 (12)" sind erhältlich bei EDANA, Avenue Herrmann Debroux
46-B-1160, Brussels, Belgien, www.edana.org.
[0019] Bei diesem Test mit einem Cantilever Biegetester, beispielsweise einem Testgerät
Typ "Shirley Stiffness Tester" wird ein Streifen (15) des zu prüfenden Materials (3a)
der Breite 25mm mit dem Messlineal (14) abgedeckt und mit dem Messlineal (14) zusammen
über die Messkante des Testgeräts geschoben. Durch das Eigengewicht des Teststreifens
(15) wird dieser durch die Schwerkraft nach unten gebogen. Wird ein Biegewinkel (13)
von 41,5° erreicht, wird die Überhanglänge (12) am Messlineal (14) der Testeinrichtung
in cm abgelesen und notiert.
[0020] Der Test wird mit Teststreifen (15) durchgeführt, die in Fertigungsrichtung, quer
zur Fertigungsrichtung und in einem Winkel von 45° zur Fertigungsrichtung des die
Bodenlage (3) bildenden Materials (3a) entnommen wurden.
[0021] Sollte das zu testende Material (3a) unterschiedliche Oberflächen aufweisen, wie
für die erfindungsgemäße Bodenlage (3) bevorzugt, muss der Teststreifen (15) so auf
die Messoberfläche gelegt werden, dass die später die Außenseite der Bodenlage (3)
bildende Oberfläche des Materials (3a) nach oben zeigt und mit dem Messlineal (14)
abgedeckt wird.
[0022] Dem Stand der Technik entsprechende Materialien, wie beispielsweise Wellpappronden
der Firma Liebensteiner, Typ 1.30e bs weiß, sind mit den methodengemäß ausgerüsteten
Prüfeinrichtungen nicht messbar, da sich mit diesen Prüfeinrichtungen Überhanglängen
bis maximal 30cm ermitteln lassen , sich an den untersuchten Mustern bei diesem Überhang
noch keinerlei Durchbiegung einstellte. Tatsächlich liegen derartige, dem Stand der
Technik entsprechende Materialien bei größer 80cm.
[0023] Erfindungsgemäß für die Bodenlage (3) einsetzbare flexible Materialien (3a) weisen
daher geringe Überhanglängen auf. Erfindungsgemäße Materialien (3a) haben gemäß der
vorstehend beschriebenen Prüfmethode Flexibilitäten im Bereich von 5 bis 30 cm, bevorzugt
im Bereich von 8 bis 20cm. Höhere Flexibilitäten geben Probleme bei Anwendung der
nachfolgend beschriebenen Verpackungsmethoden und bringen auch keine Weiteren Vorteile
bezüglich der mechanischen Beständigkeit.
[0024] Bei geringeren Flexibilitäten ist, wenn man im unteren Bereich des erfindungsgemäßen
Überstands (7) arbeitet, die Gefahr, dass die Bodenlage (3) herausgerissen wird, deutlich
erhöht.
[0025] Die Flexibilität des die Bodenlage (3) bildenden Materials (3a) ist bei der Erzeugung
eines erfindungsgemäß verpackten Produktstapels (4) von entscheidender Bedeutung.
[0026] Wie der Figur 4, einem prinzipiellen Weg wie man eine erfindungsgemäße Verpackung
herstellen kann, zu entnehmen ist, wird die spätere Bodenlage (3) in der Auflegestation
(9) zunächst zentriert auf die Oberseite des Produktstapels (4) gelegt. Durch die
Flexibilität des die Bodenlage (3) bildenden Materials (3a) faltet sich der über die
Kanten des Produktstapels hinausragende Anteil der Bodenlage (3) an der Kante selbstständig
und bildet den Überstand (7). Dabei sind keine weiteren Hilfsmittel wie bspw. Falteinrichtungen
oder Luftgebläse notwendig, das Falten geschieht rein durch die auf den Überstand
wirkende Schwerkraft.
[0027] Die Länge des Überstands (7) muss dabei mindestens das Anderthalbfache der in cm
ermittelten Flexibilität des die Bodenlage 3 bildenden Materials (3a) betragen. Liegt
der Überstand (7) geringer, kommt es bei der nachfolgenden Stretchung zu Problemen
mit der Fixierung der Bodenlage (3). Auch ist dann die Gefahr gegeben, dass die erfindungsgemäße
Bodenlage (3) aufgrund mechanischer Schubbelastungen bei der Handhabung herausgezogen
wird.
[0028] Erfindungsgemäß bevorzugt werden Längen des Überstands (7) im Bereich des doppelten
bis zum fünffachen Wert der Flexibilität des die Bodenlage (3) bildenden Materials
(3a).
[0029] Anschließend wird der so erzeugte Produktstapel einer handelsüblichen Stretcheinrichtung
(10) zugeführt. Der Produktstapel wird mit einzelnen Lagen der Stretchfolie (2a) umhüllt.
Dazu kann entweder der Produktstapel (4) selbst in Rotation versetzt werden oder aber
die Spendeeinheit (10) für die Stretchfolie (2a) rotiert um den Produktstapel (4).
Während der Rotation bewegt sich die Spendeeinheit mehrmals auf und ab. Dabei werden
einzelne Lagen aus Stretchfolie (2a) spiralförmig übereinander abgelegt und bilden
nach Abschluss dieses Vorgangs in ihrer Gesamtheit die Folienlagen (2).
[0030] Die Anlage ist dabei so eingestellt, dass sich der Overstretch (6) sowohl am oberen
Ende als auch am unteren Ende des Produktstapels (4) ergibt.
[0031] Abschließend wird der so verpackte Produktstapel (4) in einer Drehstation (11) um
180° gedreht, sodass die die Bodenlage (3) nun auf der dem Boden zugewandten Seite
des Produktstapels(4) zu liegen kommt.
[0032] Erfindungsgemäße für die Bodenlage (3) einsetzbare Materialien (3a) haben wie bereits
vorstehend aufgezeigt, eine Flexibilität im Bereich von 5 bis 25cm. Die Flexibilität
muss in dem Material (3a) homogen vorhanden sein. Dies bedeutet, dass das die Bodenlage
(3) bildende Material (3a) in Fertigungsrichtung, quer zur Fertigungsrichtung und
in einem Winkel von 45° zur Fertigungsrichtung annähernd gleiche Überhanglängen (12)
aufweist. Diese Eigenschaft ist wichtig um ein gleichmäßiges Falten um die Kanten
speziell bei runden Produktstapeln (4) zu erzielen.
[0033] Geeignet für die Bodenlage (3) sind alle Arten von flexiblen, flächigen, wasserdichten
und mechanisch belastbaren Materialien (3a) mit den vorerwähnten Eigenschaften.
[0034] Wasserdicht im Sinne der vorliegenden Erfindung bedeutet, das das Material (3a) einen
Wert für die Wassersäule (ermittelt nach "WSP 080.6.R4 (12)") von größer 1000mm Wassersäule
aufweist.
[0035] Mechanische belastbar im Sinne der vorliegenden Erfindung bedeutet, das das Material
(3a) entlang oder quer zur Fertigungsrichtung des Materials (3a) eine Reißkraft von
größer 200N/25mm (ermittelt nach "WSP 110.4.R4 (12)", Option A) aufweist.
[0036] Erfindungsgemäß bevorzugt werden mehrlagige Laminate von Folien mit Geweben, wobei
Laminate aus Folien mit Bändchengeweben am meisten bevorzugt werden.
[0037] Zweilagige Laminate aus einem Bändchengewebe auf der einen Seite und einer Folienlage
auf der anderen Seite bringen für die erfindungsgemäße Verpackung weitere Vorteile.
[0038] Derartige Aufbauten, wie beispielsweise unter der Produktbezeichnung BE113 von Lenzing
Plastics, Lenzing, Österreich erhältlich, bestehen aus einer LD-Polyethylen-Folie
mit 35 g/m
2, welche mittels direkt auf ein 78g/m
2 Bändchengewebe aus HD-Polyethylen extrudiert und dadurch verbunden wurde. Dieses
Material weist Flexibilitäten in Fertigungsrichtung ca.8,5 cm, quer zur Fertigungsrichtung
von ca.8,4cm und in einem Winkel von 45° zur Fertigungsrichtung von ca. 8,2cm auf.
Dabei wurde, gemäß dem Testaufbau aus Figur 3 die Seite mit dem Bändchengewebe in
Richtung des Messlineals (14) gelegt. Eine derartiges Aufbau hat des Weiteren eine
mechanische Beständigkeit von 255N/25mm in Fertigungsrichtung und von 330N/25mm quer
zur Fertigungsrichtung. Die Wasserdichtheit liegt bei größer 3000mm/WS.
[0039] Werden derartige Laminate als Materialien (3a) für die Bodenlage (3) verwendet, so
wird das Material (3a) auf dem Produktstapel (4) so platziert, dass die Folienseite
zum Produktstapel (4) hin zeigt und die Seite mit dem Bändchengewebe nach außen. Erfindungsgemäß
werden die Abmessungen der Bodenlage (3) so bemessen, dass sich dabei ein Überstand
(7) der Bodenlage (3) in Höhe von 30 cm bildet, was dem 3,6-fachen der Flexibilität
des die Bodenlage (3) bildenden Materials (3a) entspricht.
[0040] Das Bändchengewebe erhöht aufgrund der Oberflächenstruktur die Haftung an Oberflächen
wie beispielsweise auf Böden, was beispielsweise wichtig für den Transport im LKW
ist, da die Produktstapel (4) weniger zum Verschieben neigen. Weiterhin wird auch
die Gefahr, dass die Bodenlage (3) herausgerissen wird, aufgrund der erhöhten Reibung.
deutlich verringert.
[0041] Des Weiteren bilden die Schuss- und Kettfäden des Bändchengewebes im Bereich des
Overstretches (6) und des Überstands(7) eine mechanische Barriere für Schmutzpartikel.
Sollte es zum Aufbalgen des Produktstapels (4) kommen, werden die Schmutzpartikel
in den Strukturen des Bändchengewebes zurückgehalten.
[0042] Die erfindungsgemäße Verpackung für Produktstapel kann mittels der folgenden Verfahrensschritte
erzeugt werden. Dabei wird die Beschreibung des Verfahrens an der Verpackungslinie
eines Produktstapels gezeigt, welcher aus einzelnen Rollen besteht und am Schluss
einen zylindrischen Produktstapel ergibt.
Der in Figur 4 auf dem Produktstapel (4) eingezeichnete Pfeil zeigt dabei immer in
Richtung der späteren Oberseite des Produktstapels (4).
Schritt a: eine vorbestimmte Anzahl von Einzelrollen, welche den Produktstapel (4) bildet, fährt
liegend auf einen Kipptisch (8) an die vorgelegte Ronde (1).
Schritt b: der Kipptisch (8) wird um 90° gedreht, sodass die Ronde (1) unterhalb des Produktstapels
(4) zu liegen kommt.
Schritt c: der Produktstapel (4) fährt auf einer Rollenbahn stehend unter den Deckblattaufleger
(9). Dort wird die Bodenlage (3) zentriert auf die Oberseite des Produktstapels (4)
aufgelegt. Die über die Grundfläche des Produktstapels hinausragenden Flächenteile
der Bodenlage (3) falten sich entlang der Kante des Produktstapels (4) und bilden
den Überstand (7).
Schritt d: der Produktstapel (4) wird der Stretcheinheit (10) zugeführt. Dort wird mittels einer
umlaufenden Folienspendeeinheit die Stretchfolie (2a) um den Produktstapel (4) um
die Folienlagen (2) zu bilden. Die Einstellung der Stretcheinheit (9) ist dabei so
gewählt, dass sich der Overstretch (6) ergibt und dadurch die Decklage (1) und die
Bodenlage (3) fixiert werden.
Schritt e: erfindungsgemäß wird der verpackte Produktstapel (4) nun der Drehstation (11) zugeführt.
In der Drehstation (11) wird der Produktstapel (4) erfindungsgemäß um 180° gedreht,
sodass die Bodenlage (3) nun auf der Unterseite und die Decklage (1) an der Oberseite
des Produktstapels (4) zu liegen kommt.
Schritt f: der so hergestellte und verpackte erfindungsgemäß ausgeführte Produktstapel (4) kann
der weiteren Handhabung zugeführt werden.
[0043] Nach diesem Verfahren und unter Verwendung der beschriebenen Materialien erfindungsgemäß
hergestellte Produktstapel zeichnen sich durch eine hohe mechanische Belastbarkeit
aus und tragen daher zur Verminderung von Transport- und Handhabungsschäden bei. Sie
leisten dadurch einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung
in Produktion und Logistik.
Bezugszeichen:
[0044]
- 1a
- - Decklage
- 1a
- - überstehende Decklage
- 2
- - Folienlagen
- 2a
- - Stretchfolie
- 3
- - Bodenlage
- 3a
- - Material der Bodenlage
- 4
- - Produktstapel
- 5
- - Außenseite
- 6
- - Overtretch
- 7
- - Überstand
- 8
- - Kippstation
- 9
- - Auflageeinheit für Bodenlage (3)
- 10
- - Stretcheinheit
- 11
- - Drehstation
- 12
- - Überhanglänge
- 13
- - Biegewinkel
- 14
- - Messlineal
- 15
- - Teststreifen
1. Palettenfreie Verpackung eines Produktstapels (4) bestehend aus einer Decklage (1),
einer Bodenlage (3) und den Produktstapel (4) umschließenden Folienlagen (2), wobei
die Folienlagen (2) die Decklage (1) und die Bodenlage (3) auf dem Produktstapel (4)
fixieren
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Bodenlage (3) aus einem flexiblen Material (3a) besteht und
- die Bodenlage (3) die Kanten des Produktstapels (4) mit einem Überstand (7) umschließt.
2. Verpackung gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der der Überstand (7) der Bodenlage (3) mindestens das Anderthalbfache der Flexibilität
des die Bodenlage (3) bildenden Materials (3a) beträgt.
3. Verpackung gemäß einem der vorgehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
- der der Überstand (7) der Bodenlage (3) mindestens das Doppelte der Überhanglänge
(14) des die Bodenlage (3) bildenden Materials (3a) beträgt.
4. Verpackung gemäß einem der vorgehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
- der der Überstand (7) der Bodenlage (3) mindestens das Vierfache der Überhanglänge
(14) des die Bodenlage (3) bildenden Materials (3a) beträgt.
5. Verpackung gemäß einem der vorgehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Bodenlage (3) aus einem flexiblen, wasserdichten, mechanischen Belastungen gegenüber
beständigen Material (3a) besteht.
6. Verpackung gemäß einem der vorgehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Außenseite der Bodenlage (3) eine Strukturierung aufweist.
7. Verpackung gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Bodenlage (3) aus einem flexiblen Verbund einer Folie mit einem Bändchengewebe
besteht.
8. Verpackung gemäß einem der vorgehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Produktstapel (4) eine zylindrische Form aufweist.
9. Verpackung gemäß einem der vorgehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Produktstapel (4) quaderförmig ist.
10. Verfahren zur Herstellung einer palettenfreien Verpackung eines Produktstapels (4)
bestehend aus einer Decklage (1), einer Bodenlage (3) und den Produktstapel umschließenden
Folienlagen (2) umfassend die Verfahrensschritte Ablegen eines Produktstapels (4)
auf die Decklage (1), Auflegen der Bodenlage (3) auf die Oberseite des Produktstapels
(4), Umhüllen des Produktstapels (4) mit Folienlagen (2), wobei als letzter Verfahrensschritt
der Produktstapel (4) um 180° gedreht wird, sodass die Decklage (1) die Oberseite
und die Bodenlage (3) die Unterseite des Produktstapels (14) bildet.