[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bewegen einer an einem Möbelkorpus bewegbar
aufgenommenen Faltklappe gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Möbel.
[0002] Auf dem Gebiet des Möbelbaus sind Vorrichtungen zum Bewegen einer Faltklappe, die
an einem Möbelkorpus bewegbar aufgenommen ist, in verschiedensten Ausführungen bekannt.
Die Faltklappe besteht dabei aus wenigstens zwei miteinander gelenkig verbundenen
Klappenelementen. Eine derartige Vorrichtung ist regelmäßig mit einer Krafteinheit
ausgestattet, die über einen im montierten Zustand an einem ersten Klappenelement
angeordneten Stellarm das Öffnen der Faltklappe durch Krafteinwirkung zumindest unterstützt.
[0003] Außerdem ist für eine Faltklappe häufig ein zweiter Stellarm vorgesehen, der im montierten
Zustand mit einem zweiten Klappenelement verbunden ist, um zum Beispiel unkontrollierte,
insbesondere schwingende Bewegungen des zweiten Klappenelements zu vermeiden. Des
Weiteren ist bekannt zumindest einen der Stellarme aus mehreren Stellarmabschnitten
zusammenzusetzen, wobei zum Beispiel zwei Stellarmabschnitte durch eine Verstelleinrichtung
miteinander verbunden sein können.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde eine Vorrichtung zum Bewegen einer Faltklappe
bereitzustellen, deren Einstellbarkeit verbessert ist.
[0005] Die Aufgabe wird mit einer Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Bevorzugte und vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0007] Die Erfindung geht von einer Vorrichtung zum Bewegen einer an einem Möbelkorpus bewegbar
aufgenommenen Faltklappe aus wenigstens zweigelenkig verbundenen Klappenelementen
mit einer Krafteinheit aus, die über einen im montierten Zustand an einem ersten Klappenelement
angeordneten Stellarm das Öffnen der Faltklappe durch Krafteinwirkung zumindest unterstützt.
Die Vorrichtung ist mit einem zweiten Stellarm, der im montierten Zustand mit einem
zweiten Klappenelement verbunden ist, ausgestattet. Dabei umfasst wenigstens einer
der beiden Stellarme zwei Stellarmabschnitte, die über eine Verstelleinrichtung miteinanderverbunden
sind.
Der Kern der Erfindung besteht darin, dass an einem ersten Stellarmabschnitt ein Verstellelement
mit einer spiralförmigen Verstellkontur drehbar gelagert ist, wobei an einem zweiten
Stellarmabschnitt eine Eingreifstruktur ausgebildet ist, die zum Eingreifen in die
Verstellkontur ausgebildet ist.
[0008] Die Verstellkontur kann beispielsweise derart spiralförmig ausgebildet sein, dass
einem Drehsinn entsprechend aufeinanderfolgende Eingreifpositionen an der Verstellkontur
einen zunehmenden Abstand von einer vorgegebenen Drehachse aufweisen, wobei sich der
Abstand beispielsweise proportional zu einem im Drehsinn zunehmenden Verdrehwinkel
vergrößern kann. Hierbei ist ein Bezugs- bzw. Mittelpunkt der spiralförmigen Verstellkontur,
insbesondere ein Ausgangspunkt der Spiralform vorzugsweise in der Drehachse des Verstellelements
angeordnet.
[0009] Die Eingreifstruktur kann derart eingreifen, dass ein Abschnitt der Eingreifstruktur
an einem Abschnitt der Verstellkontur punkt- und/oder linienförmig anliegt. Außerdem
kann die Eingreifstruktur derart ausgebildet sein, dass sie an der spiralförmigen
Verstellstruktur flächig z.B. über einen Winkelabschnitt um eine Drehachse des Verstellelements
erstreckt anliegt. Vorzugsweise sind dabei seitlich begrenzende Flächenbereiche der
Verstellkontur für ein Abstützen der Eingreifstruktur vorgesehen. Die Verstelleinrichtung
lässt sich dadurch relativ einfach selbsthemmend ausbilden, wobei eine Belastung am
Stellarm ein unbeabsichtigtes Verdrehen des Verstellelements sowohl bei einer Einstellungsänderung
am Stellarm als auch nach einer Fixierung einer Einstellung verhindern kann.
[0010] Das Verstellelement und insbesondere eine Drehachse des Verstellelements ist vorzugsweise
ortsfest bezüglich des ersten Stellarmabschnitts gelagert. Die Eingreifstruktur ist
am zweiten Stellarmabschnitt vorzugsweise ortsfest ausgebildet.
[0011] Die Verstellkontur ist an einer Stirnseite des Verstellelements vorzugsweise zwischen
zwei parallelen Ebenen ausgebildet, die senkrecht zu einer Verstelldrehachse gelegen
sind. Dadurch ist eine Verschiebung der Eingreifstruktur entlang - z.B. parallel -
der Drehachse des Verstellelements vermeidbar, wenn das Verstellelement bezüglich
der Eingreifstruktur gedreht wird.
[0012] Des Weiteren kann die spiralförmige Verstellkontur in Form einer wendelförmigen Rampe
ausgebildet sein, die sich mit z.B. abnehmendem Abstand von der Drehachse des Verstellelements
axial zunehmend erstreckt und um die Drehachse umlaufend ausgebildet ist. Dadurch
lässt sich z.B. eine vergleichsweise große Kontakt- bzw. Stützfläche zwischen der
Eingreifstruktur und dem Verstellelement bereitstellen.
[0013] Eine äußere Ebene kann dabei eine Reibfläche bereitstellen, an die eine Druckfläche
für eine Fixierung einer Winkelstellung des Verstellelements anpressbar ist. Die Druckfläche
kann z.B. eine Seitenfläche eines der Stellarmabschnitte sein, die der äußeren Ebene
des Verstellelements zugewandt anbringbar ist. Beispielsweise kann durch ein Anziehen
einer Schraube, mit der sich die beiden Stellarmabschnitte verbinden lassen, die Seitenfläche
des Stellarmabschnitts abschnittsweise an die äußere Ebene angedrückt sein. Außerdem
kann die Druckfläche ein Oberflächenbereich der Eingreifstruktur sein.
[0014] Um eine platzsparende, stabile Form des Verstellelements zu erreichen, kann das Verstellelement
eine vorzugsweise kreisförmige Scheibe umfassen, an der die spiralförmige Verstellkontur
an einer Stirnseite stegförmig hervorstehend ausgebildet ist. Dadurch lässt sich das
Verstellelement vergleichsweise einfach mit einer Verstellkontur ausbilden, die über
mehr als eine Drehung verstellbar ist.
[0015] Vorzugsweise ist die Stirnseite mit der stegförmigen Verstellkontur eine kreisscheibenförmige,
ebene Fläche, die nur im Bereich der Verstellkontur von einer ebenen Ausbildung abweicht.
Dadurch lässt sich die Verstelleinrichtung vergleichsweise platzsparend ausbilden.
Der Mittelpunkt der Spirale ist vorzugsweise konzentrisch zur kreisscheibenförmigen
Stirnfläche ausgebildet. Dadurch ist das Verstellelement aus verschiedenen Ausgangspositionen
zumindest näherungsweise mit einem gleichen Drehmoment verstellbar. Die kreisscheibenförmige
Stirnfläche kann z.B. eine Stirnfläche einer zylindrischen Scheibe sein, deren Mantelfläche
vorteilhaft für eine drehbare Lagerung nutzbar ist. Dadurch ist eine zusätzliche Struktur
für eine drehbare Lagerung wie z.B. ein Lagerzapfen verzichtbar.
[0016] Je nach Stellung des Verstellelements kann die Eingreifstruktur am zweiten Stellarmabschnitt
mit einem Verstellkonturabschnitt unterschiedlicher Neigung zusammenwirken. Dementsprechend
ist die Eingreifstruktur am zweiten Stellarmabschnitt vorzugsweise ein Zapfen beziehungsweise
nockenförmiger bzw. zapfenförmiger Vorsprung mit einem kreis- oder ellipsenförmigen
Querschnitt. Dadurch lässt sich bei einem Verstellen vorteilhaft ein Verklemmen der
Eingreifstruktur an der spiralförmigen Verstellkontur verringern.
[0017] Des Weiteren kann das Verstellelement eine Scheibe umfassen, an der die spiralförmige
Verstellkontur an einer Stirnseite als nutförmige Vertiefung ausgebildet ist. Hierfür
kann die Eingreifstruktur ebenfalls als Zapfen beziehungsweise noppenförmiger Vorsprung
mit kreis- oder ellipsenförmigen Querschnitt ausgebildet sein. Das Verstellelement
lässt sich auf diese Weise vergleichsweise stabil und mit einem vergleichsweise geringen
Bewegungsspiel für die Eingreifstruktur ausbilden. Des Weiteren kann an der Stirnseite
mit der Verstellkontur vorteilhaft eine größere Kontaktfläche zum Fixieren des Verstellelementes
bereitgestellt werden.
[0018] Eine bevorzugte Ausführung der Erfindung besteht darin, dass an einer Stirnseite
des Verstellelements, die zur Stirnseite der Verstellkontur entgegengesetzt angeordnet
ist, ein Lagerzapfen insbesondere zentral hervorstehend ausgebildet ist. Damit kann
das Verstellelement vergleichsweise stabil gelagert sein. Wenn ein Lagerzapfen nur
an der Stirnseite ausgebildet ist, die am Verstellelement der Seite mit der Verstellkontur
entgegengesetzt liegt, lässt sich vorteilhaft vermeiden, dass die spiralförmige Verstellkontur
zugunsten eines Lagerzapfen auf der gleichen Stirnseite verkürzt ist und dadurch ein
Verstellbereich des Verstellelements verringert ist. Der Lagerzapfen kann dabei in
einer Länge hervorstehend ausgebildet sein, dass der Lagerzapfen in eine Öffnung beziehungsweise
Ausnehmung eines Stellarmabschnitts hineinreicht und insbesondere hindurchreicht.
[0019] Der Lagerzapfen hat vorzugsweise einen kleineren Durchmesser als die Scheibe, damit
ein überstehender Randabschnitt der Stirnseite mit dem Lagerzapfen als Druckfläche
zum Beispiel zur Fixierung einer Winkelstellung des Verstellelements zur Verfügung
steht. Dabei lässt sich außerdem eine Verstellbarkeit des Verstellelements erleichtern.
[0020] Des Weiteren ist es bevorzugt, dass an einer Stirnseite des Verstellelements, die
zur Stirnseite der Verstellkontur entgegengesetzt gelegen ist, und insbesondere am
Lagerzapfen ein Eingriff für ein Verstellwerkzeug ausgebildet ist. Verstelleinrichtung
weist dadurch einen vorteilhaft einfachen Aufbau auf.
[0021] Des Weiteren kann an der Stirnseite des Verstellelements, an der die Verstellkontur
ausgebildet ist, ein Lagerzapfen zentral aus der Stirnseite hervorstehen. Insbesondere
wenn an der Stirnseite der Verstellkontur und an einer am Verstellelement entgegengesetzten
Stirnseite jeweils ein Lagerzapfen hervorstehend ausgebildet ist, kann das Verstellelement
damit zum Beispiel symmetrisch drehbar gelagert sein, um Verschleiß erhöhende Krafteinwirkungen
zu reduzieren.
[0022] Eine Winkelstellung des Verstellelements ist vorzugsweise mit einer Schraubverbindung
der beiden Stellarmabschnitte fixierbar, die vorzugsweise neben dem Verstellelement
angeordnet ist. Vorzugsweise ist die Schraubverbindung dazu vorgesehen, einen Flächenabschnitt
eines Elements des Stellarms derart mit dem Verstellelement in reibschlüssigen Kontakt
zu bringen, dass das Verstellelement nicht mehr verdrehbar ist. Hierfür können auch
mehrere Schraubverbindungen vorhanden sein.
[0023] Um eine vergleichsweise einfache stufenlose Verstellung durch die Verstelleinrichtung
zu ermöglichen, ist an einem der Stellarmabschnitte eine insbesondere gewindelose
Durchstecköffnung der Schraubverbindung als Langloch ausgebildet, das insbesondere
in Längsrichtung des zweiten Stellarms erstreckt ist. Dabei ist das Langloch bezüglich
einer Verstellrichtung in einer solchen Länge ausgebildet, dass eine Schraube für
eine Fixierung der Verstelleinrichtung im Langloch verschiebbar positioniert ist,
d.h. nicht im Langloch anschlägt, wenn das Verstellelement in einem Drehsinn entlang
der Verstellkontur überdreht wird, d.h. wenn das Verstellelement weiter gedreht wird,
als sich die Verstellkontur in Richtung des Drehsinns erstreckt. Dadurch sind Beschädigungen
an der Verstellkontur und an der Eingreifstruktur durch Überdrehen des Verstellelements
vermeidbar.
[0024] Damit die Vorrichtung vorteilhaft für verschiedene Ausführungen von Faltklappen einsetzbar
ist, ist an einem der Stellarmabschnitte eine Reihe von mehreren Bohrungen für zumindest
eine Schraubverbindung des Stellarmabschnitts ausgebildet, die insbesondere mit einem
an wenigstens eine Fixierschraube angepassten Innengewinde versehen sind.
Die benachbarte Bohrungen zum Einschrauben der Fixierschraube sind in einer Längsrichtung
des Stellarms vorzugsweise in einem Abstand z.B. eines maximalen Verstellwegs des
Verstellelements und insbesondere einem doppelten maximalen Verstellweg angeordnet.
Dabei ermöglicht die Anordnung der Bohrungen zum Einschrauben der Fixierschraube eine
Grobeinstellung des Stellarms, die mit der Verstelleinrichtung durch Drehen des Verstellelements
für eine Feineinstellung abstimmbar ist.
[0025] Die Verstelleinrichtung kann einen Lagerkörper umfassen, der das Verstellelement
senkrecht zur Verstelldrehachse umgibt, wobei der Lagerkörper zur Anordnung zwischen
den Stellarmabschnitten vorgesehen ist. Dabei kann der Lagerkörper vorteilhaft zur
Fixierung oder auch zur Grobpositionierung des Verstellelements beitragen. Des Weiteren
lassen sich dadurch die Verstelleinrichtung und der Stellarm stabiler ausbilden, weil
nicht nur das Verstellelement stützstellend zwischen den beiden Stellarmabschnitten
bereitstellt.
[0026] Das Verstellelement kann im Lagerkörper derart gelagert sein, dass das Verstellelement
in Richtung der Verstelldrehachse an wenigstens einer Seite des Lagerkörpers über
dessen Oberfläche hinausragt. Dadurch lässt sich das Verstellelement, insgesamt mit
dessen Stirnseiten vorteilhaft zwischen dem Lagerkörper und zum Beispiel einem der
Stellarmabschnitte zur Fixierung festklemmen.
[0027] Außerdem ist es bevorzugt, dass die Stellarmabschnitte mit der Verstelleinrichtung
entlang einer geraden Längsachse des Stellarms zueinander verstellbar sind. Durch
die einfache und überschaubare Wirkung einer Längenänderung ist dabei ein Einstellen
eines Stellarms erleichtert.
[0028] Die Erfindung wird nachfolgend an mehreren Ausführungsbeispielen mit Hilfe der Zeichnungen
beschrieben.
[0029] Es zeigen:
- Figur 1
- eine seitliche Schnittansicht eines Möbelfachs mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Figur 2
- eine schematische perspektivische Explosionsansicht eines Stellhebels,
- Figur 3
- eine vergrößerte Ansicht eines Ausschnitts aus der Figur 2,
- Figur 4
- eine vergrößerter Ausschnitt aus der Figur 5,
- Figur 5
- eine schematische perspektivische Explosionsansicht eines Stellarms eines zweiten
Ausführungsbeispiels der Erfindung,
- Figur 6
- eine schematische, perspektivische Ansicht des Stellarms im zusammengesetzten Zustand.
[0030] In der Figur 1 ist ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Möbels gezeigt.
Dabei ist in der Figur 1 ausschnittsweise ein Möbelfach 2 des Möbels 1 gezeigt an
dem eine mehrteilige Möbelklappe 3 mit einer Stellvorrichtung 4 angebracht ist, um
die Möbelklappe für ein Öffnen oder Schließen beweglich am Möbelfach 2 anzubringen.
Die Möbelklappe 3 ist zweiteilig ausgebildet, und umfasst ein erstes Klappenelement
3a und ein zweites Klappenelement 3b.
[0031] Die Stellvorrichtung 4 umfasst ein Montageelement 4a sowie einen ersten Stellarm
6a und einen zweiten Stellarm 6b, wobei die beiden Stellarme 6a und 6b schwenkbar
am Montageelement 4a gelagert sind. Am Montagelement 4a ist des Weiteren ein Energiespeicher
4b angebracht, der über eine Hebelmechanik Kräfte auf z.B. den Stellarm 6a übertragen
kann.
[0032] Das Montageelement 4a ist an einer Seitenwand 2c des Möbelfachs 2 nahe einer Möbeldecke
2a befestigt und zum Beispiel angeschraubt.
[0033] Der erste Stellarm 6a ist mit dem oberen Klappenelement 3a fest verbunden, wobei
der Stellarm 6a vorzugsweise dazu ausgelegt ist, Gewichtskräfte der beiden Möbelplatten
3a und 3b sowie das Scharnier 5 auf das Montageelement 4a zu übertragen.
[0034] Der zweite Stellarm 6b ist mit dem zweiten Klappenelement 3b über ein Drehlager 7
beweglich verbunden. Der Stellarm 6b ist dabei vorgesehen, dass zweite Klappenelement
3b beim Schließen in eine vorgegebene Schließposition zu führen und dort zu halten.
Eine weitere Aufgabe des Stellarms 6b besteht darin, beim Öffnen der Möbelklappe 3
eine unkontrolliertes Schwingen des Klappenelements 3b am Klappenelement 3a zu vermeiden,
insbesondere wenn das zweite Klappenelement 3b frei schwenkbar, d.h. ohne eine Einwirkung
eines dämpfenden Drehmoments durch das Scharnier 5 mit dem oberen Klappenelement 3a
verbunden ist. Der Stellarm 6b ist hierbei derart ausgebildet und insbesondere verstellbar,
dass das zweite Klappenelement 3b eine vorgegebene Schließposition wiederholbar erreichen
kann und eine Bewegungsführung durch den Stellarm 6b sich gegebenenfalls nachjustieren
lässt.
[0035] Der Stellarm 6b des ersten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist in den Figuren 2 und 3 gezeigt. Der Stellarm 6b ist aus einem ersten Stellarmabschnitt
8b und einem zweiten Stellarmabschnitt 8a zusammengesetzt, wobei durch Verbinden der
Stellarmabschnitte 8a und 8b eine Gesamtlänge des Stellarms 6b erreicht wird. Der
zweite Stellarmabschnitt 8a weist an einem freistehenden, gebogenen Endbereich eine
Bohrung 8c auf, die für eine drehbare Anbringung des Stellarmabschnitts 8a mit einer
zylindrischen Federhülse 10 am Drehlager 7 vorgesehen ist. Am ersten Stellarmabschnitt
8b ist eine Bohrung 8d an einem abgewinkelten Endbereich ausgebildet, der für eine
schwenkbare Verbindung des Stellarms 6b am Montageelement 4a vorgesehen ist.
[0036] Am ersten Stellarmabschnitt 8b ist eine Aussparung 11 ausgebildet, in die sich ein
Endabschnitt des zweiten Stellarmabschnittes 8a, an dem die Bohrung 9a ausgebildet
ist, einlegen lässt. Die Aussparung 11 ist dabei derart an einem Querschnitt des Stellarmabschnitts
8a angepasst, dass sich der Stellarmabschnitt 8a vorzugsweise bündig mit einem Oberflächenbereich
12 des Stellarmabschnitts 8b einlegen lässt und in der Aussparung 11 parallel zu einer
Längsachse L des Stellarmabschnitts 8b verschiebbar ist. Dadurch ist der Stellarmabschnitt
8a zumindest teilweise formschlüssig mit dem Stellarmabschnitt 8b verbunden, um Stellkräfte
vom Montageelement 4a auf das Klappenelement 3b zu übertragen.
[0037] Zur Befestigung des zweiten Stellarmabschnitts 8a am ersten Stellarmabschnitt 8b
ist eine Schraube 13 vorgesehen, die sich von einer in der Ansicht der Figur 3 nicht
sichtbaren Seite des Stellarmabschnittes 8b, die am Stellarmabschnitt 8b zum Oberflächenabschnitt
12 entgegengesetzt gelegen ist, durch eine Bohrung 9b in der Form eines Langlochs
hindurchstecken und in die Bohrung 9a einschrauben lässt. Neben der Bohrung 9a sind
am Stellarmabschnitt 8a entlang einer Längsachse des Stellarmabschnitts 8a eine Reihe
von nockenförmigen Vorsprüngen 14 ausgebildet, die beispielsweise durch Einstanzungen
an der Seitenfläche 15 an einer der Seitenfläche 15 gegenüberliegenden Seite hervorgedrückt
sein können. Die Vorsprünge 14 sind dazu vorgesehen, in ein Verstellelement 16 im
Bereich einer spiralförmigen Verstellkontur 17, die stegförmig an einer kreisförmigen
Stirnseite des Verstellelements 16 hervorsteht, einzugreifen.
[0038] Das Verstellelement 16 mit der spiralförmigen Verstellkontur 17 ist in einer im Wesentlichen
kreisförmigen Ausnehmung 18 gelagert, an der die Aussparung 11 am Stellarmabschnitt
8b zusätzlich vertieft ist. Von einem Mittelpunkt der Ausnehmung 18 ausgehend ist
in Richtung der Längsachse die Ausnehmung 18 durch eine Ausbuchtung 18a erweitert,
um den Vorsprüngen 14 bei einer Verstellung des Verstellelements 16 einen zusätzlichen
Bewegungsraum bereitzustellen.
[0039] Wenn die durch die längliche Bohrung 9b hindurchgesteckte Schraube 13 an der Bohrung
9a noch nicht festgezogen ist, liegt der Stellarmabschnitt 9a lose bzw. locker an
dem Verstellelement 16 an. Dabei kann die stegförmige Verstellkontur 17 in den Bereich
der Aussparung 11 in einer Höhe hineinragen, die sich durch ein Festziehen der Schraube
13 vorzugsweise derart reduzieren lässt, dass der Endabschnitt des Stellarmabschnitts
8a in der Aussparung 11 eingebettet liegt. Bei festgezogener Schraube 13 kann ein
dem Verstellelement 16 zugewandter Oberflächenabschnitt des Stellarmabschnitts 8a,
an dem die nockenförmigen Vorsprünge 14 ausgebildet sind, das Verstellelement 16 an
der Verstellkontur 17 durch Reibungskraftschluss festsetzen. Dabei liegen die nockenförmigen
Vorsprünge 14 seitlich an der stegförmigen Verstellkontur 17 an, wodurch sie in Richtung
der Längsachse an der stegförmigen Verstellkontur 17 abgestützt sein können.
[0040] Bei gelöster Schraube 13 lässt sich das Verstellelements 16 innerhalb der Ausnehmung
18 um den Mittelpunkt 16a des Verstellelements 16 verdrehen und dadurch ein Bereich
der stegförmigen Verstellkontur 17 für eine Abstützung der nockenförmigen Vorsprünge
14 einstellen. Dadurch ist stufenlos eine von mehreren verschiedenen Positionen des
Stellarmabschnitts 8a gegenüber dem Stellarmabschnitt 8b entlang der Längsachse L
wählbar, die sich durch ein Festziehen der Schraube 13 fixieren lässt.
[0041] Für ein Verstellen des Verstellelements 16 ist an der Ausnehmung 18 eine kreisförmig
durchbrochene Öffnung 19 ausgebildet, durch die das Verstellelement 16 in einem zusammengesetzten
Zustand des Stellarms 6b von außen erreichbar ist. Dabei kann an einer in den Figuren
2 und 3 nicht sichtbaren Stelle des Verstellelements 16 beispielsweise ein schlitzförmiger
Eingriff ausgebildet sein, mit dem das Verstellelement 16 mit Hilfe eines Schraubendrehers
verstellbar ist.
[0042] Die Verbindung der Stellarmabschnitte 8a und 8b in der Aussparung 11 des ersten Stellarmabschnitts
8b bietet den Vorteil, dass dadurch Biegekräfte am Stellarm 6b vom Stellelement 16
und der Schraube 13 ferngehalten sind. Dadurch lässt sich vorteilhaft vermeiden, dass
das Stellelement 16 und die Schraube 13 durch z.B. Scheerkräfte beschädigt werden.
[0043] Ein Stellarm 6b eines zweiten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Stellvorrichtung
4 ist in den Figuren 4, 5 und 6 gezeigt.
[0044] Der Stellarm 6b weist einen ersten Stellarmabschnitt 8b und einen separaten zweiten
Stellarmabschnitt 8a auf. Am Stellarmabschnitt 8b ist eine Aussparung 11 ausgebildet,
die an einen z.B. rechteckigen Querschnitt eines geraden Endabschnitts des Stellarmabschnitts
8a angepasst ist, um den Stellarmabschnitt 8a zumindest teilweise formschlüssig mit
dem Stellarmabschnitt 8b zu verbinden. Durch die formschlüssig an den Stellarmabschnitt
8a angepasste Aussparung 11 sind Biegebelastung an der Verbindung der Stellarmabschnitte
8a und 8b entlang einer Längsachse L übertragbar, wodurch eine erhöhte Stabilität
des Stellarms 6b erreichbar ist.
[0045] Am Stellarmabschnitt 8b sind im Bereich der Aussparung 11 eine Vielzahl von Bohrungen
9b ausgebildet, wobei vorzugsweise jede Bohrung mit einem Innengewinde versehen ist,
in das eine Fixierschraube 13 einschraubbar ist. Die Fixierschraube 16 weist eine
solche Länge auf, dass sich die Fixierschraube 13 in einer der Bohrungen 9b am Stellarmabschnitt
8b festziehen lässt, wenn die Fixierschraube 13 durch eine Bohrung 9c einer Klemmplatte
20 sowie durch eine Bohrung 9a am geraden Endabschnitt des Stellarmabschnitts 8a durchgesteckt
ist.
[0046] Die Klemmplatte 20 ist des Weiteren für eine Aufnahme des Verstellelements 16 ausgebildet,
das mit einem zylindrischen Vorsprung 16b durch eine Öffnung 19 der Klemmplatte 20
hindurch reicht. Der zylindrische Vorsprung 16b und die Öffnung 19 für eine ortsfeste,
drehbare Lagerung des Verstellelements 16 zwischen der Klemmplatte 20 und dem Stellarmabschnitt
8a ausgebildet, wenn die Klemmplatte 20 mit der Fixierschraube 13 am Stellarmabschnitt
8b locker verbunden ist. Durch ein Festziehen der Fixierschraube 13 ist das Verstellelement
16 zwischen der Klemmplatte 20 und dem Stellarmabschnitt 8a eingespannt und reibschlüssig
gegen Veränderungen einer Stellung, insbesondere einer Drehstellung festgesetzt. An
einer dem Stellarmabschnitt 8a zugewandten Seite weist das Stellelement 16 eine spiralförmige
Verstellkontur 17 auf, die beispielsweise wie die in Figur 3 gezeigte stegförmig ausgeführt
sein kann.
[0047] Entlang einer Längsachse L' sind am Stellarmabschnitt 8a nockenförmige Vorspünge
14 als Eingreifstruktur neben der Bohrung 9a ausgebildet. Die nockenförmigen Vorsprünge
sind zum Eingriff in die Verstellkontur 17 des Verstellelements 16 vorgesehen, wenn
der Stellarm 6b wie z.B. in Figur 6 gezeigt zusammengesetzt ist. Damit der Stellarmabschnitt
8a mit Hilfe der Vorsprünge 14 und dem Verstellelement 16 gegenüber dem Stellarmabschnitt
8b verstellbar ist, ist die Bohrung 9a zumindest in Richtung der Längsachse L' mit
einem Durchmesser ausgebildet, der einen Durchmesser der Fixierschraube 13 und vorzugsweise
einen Stellweg umfasst, um den die Vorsprünge 14 beim Eingriff mit dem Verstellelement
16 versetzbar sind.
Bezugszeichenliste:
[0048]
- 1
- Möbel
- 2
- Staufach
- 2a
- Deckenplatte
- 2b
- Boden
- 2c
- Staufachwand
- 3
- Möbelklappe
- 3a
- Klappenelement
- 3b
- Klappenelement
- 4
- Stellvorrichtung
- 4a
- Montageelement
- 4b
- Energiespeicher
- 5
- Scharnier
- 6a
- Stellarm
- 6b
- Stellarm
- 7
- Drehlager
- 8a
- Stellarmabschnitt
- 8b
- Stellarmabschnitt
- 8c
- Bohrung
- 8d
- Bohrung
- 9a
- Bohrung
- 9b
- Bohrung
- 9c
- Bohrung
- 10
- Drehlagerzapfen
- 11
- Aussparung
- 12
- Seitenfläche
- 13
- Schraube
- 14
- Vorsprung
- 15
- Seitenfläche
- 16
- Verstellelement
- 16a
- Mittelpunkt
- 16b
- Vorsprung
- 17
- Verstellkontur
- 18
- Ausnehmung
- 18a
- Ausbuchtung
- 19
- Öffnung
- 20
- Klemmplatte
1. Vorrichtung (4) zum Bewegen einer an einem Möbelkorpus (2) bewegbar aufgenommenen
Faltklappe (3) aus wenigstens zwei gelenkig verbundenen Klappenelementen (3a, 3b)
mit einer Krafteinheit (4b),
die über einen im montierten Zustand an einem ersten Klappenelement (3a) angeordneten
Stellarm (6a) das Öffnen der Faltklappe durch Krafteinwirkung zumindest unterstützt,
und mit einem zweiten Stellarm (6b), der im montierten Zustand mit einem zweiten Klappenelement
(3b) verbunden ist, wobei wenigstens einer der beiden Stellarme (6a, 6b) zwei Stellarmabschnitte
(8a, 8b) umfasst, die über eine Verstelleinrichtung (14, 16) miteinander verbunden
sind, dadurch gekennzeichnet,
dass an einem ersten Stellarmabschnitt (8b) ein Verstellelement (16) mit einer spiralförmigen
Verstellkontur (17) drehbar gelagert ist und wobei an einem zweiten Stellarmabschnitt
(8a) eine Eingreifstruktur (14) ausgebildet ist, die zum Eingreifen in die Verstellkontur
(17) ausgebildet ist.
2. Vorrichtung (4) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellkontur (17) an einer Stirnseite des Verstellelements (16) zwischen zwei
parallelen Ebenen, die senkrecht zu einer Verstelldrehachse gelegen sind, ausgebildet
ist.
3. Vorrichtung (4) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstellelement (16) eine Scheibe umfasst, an der die spiralförmige Verstellkontur
(17) an einer Stirnseite stegförmig hervorstehend ausgebildet ist.
4. Vorrichtung (4) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstellelement (16) eine Scheibe umfasst, an der die spiralförmige Verstellkontur
(17) an einer Stirnseite als nutförmige Vertiefung ausgebildet ist.
5. Vorrichtung (4) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Stirnseite des Verstellelements (16), die entgegengesetzt zur Stirnseite
der Verstellkontur (17) angeordnet ist, ein Lagerzapfen (16b) zentral hervorstehend
ausgebildet ist.
6. Vorrichtung (4) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Stirnseite des Verstellelements (16), die entgegengesetzt zur Stirnseite
der Verstellkontur (17) gelegen ist, und insbesondere am Lagerzapfen (16b) ein Eingriff
für ein Verstellwerkzeug ausgebildet ist.
7. Vorrichtung (4) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Stirnseite des Verstellelements (16), an der die Verstellkontur (17) ausgebildet
ist, ein Lagerzapfen zentral aus der Stirnseite hervorsteht.
8. Vorrichtung (4) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Winkelstellung des Verstellelements (16) mit einer Schraubverbindung (9a, 9b,
9c, 13) der beiden Stellarmabschnitte (8a, 8b) fixierbar ist.
9. Vorrichtung (4) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine gewindelose Durchstecköffnung (9a, 9b, 9c) der Schraubverbindung (9a, 9b, 9c,
13) an einem der Stellarmabschnitte (8a, 8b) als Langloch ausgebildet ist, das insbesondere
in einer Längsrichtung des entsprechenden Stellarms (6a, 6b) erstreckt ist.
10. Vorrichtung (4) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einem der Stellarmabschnitte (8a, 8b) eine Reihe von mehreren Bohrungen (9b) für
zumindest eine Schraubverbindung (9a, 9b, 9c, 13) der Stellarmabschnitte (8a, 8b)
ausgebildet ist, die insbesondere mit einem an die Fixierschraube (13) angepassten
Innengewinde versehen sind.
11. Vorrichtung (4) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstelleinrichtung (14, 16) einen Lagerkörper (8b, 20) umfasst, der das Verstellelement
(16) senkrecht zur Verstelldrehachse umgibt, wobei der Lagerkörper zur Anordnung an
den Stellarmabschnitten (8a, 8b) vorgesehen ist.
12. Vorrichtung (4) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstellelement (16) im Lagerkörper (8b, 20) derart gelagert ist, dass das Verstellelement
(16) in Richtung der Verstelldrehachse an wenigstens einer Seite des Lagerkörpers
(20) über dessen Oberfläche hinausragt.
13. Vorrichtung (4) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellarmabschnitte (8a, 8b) mit der Verstelleinrichtung (14, 16) entlang einer
geraden Längsachse L des Stellarms (6a, 6b) zueinander verstellbar sind.
14. Möbel (1) mit einer Vorrichtung (4) nach einem der vorgenannten Ansprüche.