Stand der Technik
[0001] Vorrichtungen zum Bewegen eines an einem Möbelkorpus bewegbar aufgenommenen Möbelteils,
wie zum Beispiel eine Möbelklappe, eine Möbeltüre oder eine Möbelschublade sind bekannt.
Derartige Vorrichtungen wirken zwischen dem Möbelkorpus und dem Möbelteil und sind
als Beschläge, Scharniere oder Führungen ausgestaltet, um ein Herausbewegen des Möbelteils
aus einer Schließposition am Möbelkorpus in Richtung einer Öffnungsstellung des Möbelteils
und zurück in die Schließposition zu ermöglichen. Bei schwenkbaren Möbelklappen, die
aus zwei gelenkig verbunden zusammenwirkenden Klappensegmenten bestehen, ist die Vorrichtung
in der Regel komplexer ausgebildet als bei Einfachklappen.
[0002] Des Weiteren können bei den genannten Vorrichtungen Dämpferanordnungen zur Bewegungsdämpfung
des Möbelteils beim Öffnen bzw. Schließen vorhanden sein.
Aufgabe und Vorteile der Erfindung
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einleitend skizzierte Vorrichtungen bzw.
entsprechende Möbel im Hinblick auf eine vorteilhafte Bewegungscharakteristik und
insbesondere bezüglich einer universellen Verwendung der Vorrichtung in einer Grundbauform
für unterschiedlich gestaltete bzw. dimensionierte Möbelteile technisch und wirtschaftlich
zu verbessern.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Ansprüche gelöst. Die abhängigen Ansprüche
betreffen vorteilhafte Varianten der Erfindung.
[0005] Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung zum Bewegen eines an einem Möbelkorpus
bewegbar aufgenommenen Möbelteils wie einer Möbelklappe, wobei die Vorrichtung einen
mit dem Möbelteil koppelbaren schwenkbaren Tragarm und eine Dämpferanordnung zur Dämpfung
der Bewegung des bewegbaren Möbelteils aufweist, wobei die Dämpferanordnung einen
Dämpfer mit einem Dämpfergehäuse umfasst, und wobei für eine Dämpfwirkung der Dämpferanordnung
ein zeitweiser Kontakt des Dämpfers mit einem bewegbaren Gegenabschnitt der Vorrichtung
erfolgt, und wobei im montierten Zustand der Vorrichtung eine Bewegung des Gegenabschnitts
abhängig von einer Bewegung des Möbelteils erfolgt. Die Erfindung betrifft insbesondere
eine Möbelvorrichtung bzw. einen Möbelbeschlag wie einen Möbel-Klappenbeschlag. Die
Möbelvorrichtung dient insbesondere zur Bewegung eines relativ zum Möbelkorpus schwenkbaren
Möbelteils. Die mit der Vorrichtung bereitstellbare Bewegung des Möbelteils kann aber
auch linear erfolgen, wie dies bei einer Schublade der Fall ist.
[0006] Über die am betreffenden Möbel montierte erfindungsgemäße Vorrichtung ist das Möbelteil
am Möbelkorpus aufgenommen. Über das Zusammenwirken des Dämpfers mit dem Gegenabschnitt
der Vorrichtung ist die Bewegung des Möbelteils dämpfbar bzw. abbremsbar, da die Bewegung
des Gegenabschnitts der Vorrichtung mit der Bewegung des Möbelteils gekoppelt ist.
Der Gegenabschnitt kann zum Beispiel mit einem bei der Möbelteilbewegung schwenkbaren
Arm der Vorrichtung zusammenwirken bzw. Teil des Arms sein.
[0007] Der Dämpfer der Dämpferanordnung ist insbesondere ein separates an der Vorrichtung
angebrachtes Dämpferbauteil, der zum Beispiel als Fluiddämpfer wie ein Luft- oder
Öldämpfer ausgebildet ist. Das bewegbare Möbelteil ist zum Beispiel eine Möbelklappe
mit genau einem Klappenelement bzw. eine Einfachklappe oder eine Faltklappe mit zwei
oder mehreren gelenkig verbundenen Klappenelementen.
[0008] Die Dämpferanordnungen dient dazu, in der Vorrichtung integriert, die Bewegung des
bewegbaren Möbelteils beim Erreichen einer Schließ- und/oder Öffnungsposition zu dämpfen
bzw. abzubremsen. Dadurch lassen sich unerwünschte Anschlaggeräusche und/oder Beschädigungen
am Möbel bzw. der Vorrichtung vermeiden.
[0009] Der Kern der Erfindung liegt darin, dass Abschaltmittel zur Abschaltung der Dämpfwirkung
der Dämpferanordnung derart ausgebildet sind, dass das Dämpfergehäuse in eine vorgebbare
Ausrichtung an der Vorrichtung bringbar ist und/oder dass das Dämpfergehäuse und ein
dazu bewegbares Dämpferglied wie ein Dämpferkolben des Dämpfer in einer zueinander
zusammengeschobenen Stellung festgehalten sind, wobei der Dämpfer bei der Bewegung
des Möbelteils in keinen Funktionskontakt mit dem bewegbaren Gegenabschnitt der Vorrichtung
gelangt. Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird eine universell für sämtliche
möglichen Anwendungsfälle geeignete Vorrichtung in einer Grundbauform bereitgestellt,
die neben dem Betrieb mit einer gedämpften Bewegung des Möbelteils auch für Betriebsfälle
verwendbar ist, in denen keine Dämpfwirkung gewünscht bzw. nötig ist. Dies ist vorteilhaft,
da in der Regel erst am Aufstellort des Möbels bzw. beim Zusammenbau des Möbels die
konkrete Einbausituation feststeht und damit die Entscheidung zu treffen ist, ob überhaupt
eine Dämpferwirkung mit der Vorrichtung bereitgestellt werden soll. Für den Fall,
dass keine Dämpferwirkung gewünscht ist, kann mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
die vorgesehene Dämpfanordnung passiviert bzw. die Dämpfwirkung unterbunden werden.
Dies ist vorteilhaft in einem Arbeitsschritt bzw. ggf. von Hand möglich.
[0010] Außerdem ist es vorteilhaft, dass die Abschaltmittel zur Abschaltung der Dämpfwirkung
der Dämpferanordnung derart gestaltet sind, die Dämpfwirkung der Dämpferanordnung
jederzeit wieder einzurichten, so dass für andere Betriebssituationen eine Dämpfwirkung
mit dem Dämpfer zuschaltbar ist. Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann der Dämpfer
vorteilhaft an der Vorrichtung verbleiben und muss nicht von der Vorrichtung abgenommen
bzw. entfernt werden, um die Dämpffunktion der Dämpferanordnung zu unterbinden.
[0011] Vorteilhaft ist die Unterbindung der Dämpffunktion einfach möglich, z. B. von einer
vorgebbaren Ausrichtung des Dämpfers an der Vorrichtung abhängig, zum Beispiel in
der Art einer Parkposition. Die Parkposition kann sich vorteilhaft nur geringfügig,
zum Beispiel mit einem Verstellweg im Millimeterbereich bzw. über wenige Winkelgrade,
von einer anderen Ausrichtung des Dämpfers bei einer eingerichteten Dämpffunktion
unterscheiden. Eine geringe Verstellung der Ausrichtung des Dämpfers an der Vorrichtung
reicht hierfür vorteilhaft aus. Dazu muss eine entsprechende Verstellmöglichkeit des
Dämpfers eingerichtet sein, zum Beispiel um den Dämpfer linear entlang einer achse
und/oder drehbar um eine Achse zu verstellen. Bevorzugt ist nur in einer vorgebbaren
räumlichen Ausrichtung des Dämpfers die Abschaltung der Dämpfwirkung einrichtbar,
in anderen möglichen Ausrichtungen des Dämpfers ist die Dämpffunktion eingerichtet,
ggf. mit der Möglichkeit, jeweils unterschiedliche Dämpfwirkungen des einen Dämpfers
bereitzustellen.
[0012] In der zusammengeschobenen und festgehaltenen Situation von Dämpfergehäuse und Dämpferglied,
also bei abgeschalteter Dämpfwirkung, stellt ein gegebenenfalls mögliches Berühren
oder Entlangleiten von Abschnitten des zusammengeschobenen Dämpfers an dem Gegenabschnitt
keinen Funktionskontakt des Dämpfers dar, da hierdurch keine Dämpffunktion des Dämpfers
auslösbar ist. Ein Funktionskontakt des Dämpfers liegt nur dann vor, wenn ein Kontakt
des Dämpfers mit dem Gegenabschnitt einen Dämpfvorgang durch eine Relativbewegung
von Dämpfergehäuse und Dämpferglied auslöst. Ein Funktionskontakt des Dämpfers liegt
insbesondere nicht vor, wenn zum Beispiel durch Reibungseffekte von abschnitten außen
am zusammengeschobenen Dämpfer mit dem Gegenabschnitt ein vernachlässigbar geringer
Bruchteil der Bewegungsenergie des Gegenabschnitts und damit des bewegbaren Möbelteils
z. B. in thermische Energie umgewandelt wird.
[0013] An der Vorrichtung kann gegebenenfalls eine Krafteinheit vorhanden sein, z. B. ein
wiederholend ladbarer und entladbarer Kraftspeicher mit Federmitteln wie z. B. wenigstens
eine Schraubenfeder, wobei die Krafteinheit im montierten Zustand der Vorrichtung
eine Öffnungsbewegung und/oder Schließbewegung des Möbelteils durch Krafteinwirkung
zumindest unterstützt oder ggf. überwiegend bestimmt.
[0014] Der Dämpfer ist vorteilhaft auf die Krafteinheit abgestimmt. So kann der von der
Krafteinheit auf das Möbelteil ausgeübten Kraft zur Bewegungsunterstützung beim Öffnen
oder Schließen des Möbelteils in einem gewünschten Maß entgegengewirkt werden. Die
Wirkung des Dämpfers erfolgt über einen zur Wirkung der Krafteinheit vergleichsweise
kurzen Bewegungsweg bei der Bewegung des Möbelteils, insbesondere wirkt der Dämpfer
nur in einer vergleichsweise kurzen Phase vor Erreichen der endgültigen Schließ- und/oder
Öffnungsstellung des Möbelteils relativ zum Möbelkorpus. Die Krafteinheit ist in der
Regel hingegen über eine wesentlich längere Phase der Möbelteil-Bewegung wirksam.
[0015] Weiter ist es vorteilhaft, dass die Abschaltmittel ausgestaltet sind, das Dämpfergehäuse
und das Dämpferglied in einer zueinander zusammengeschobenen Stellung zu halten, wenn
das Dämpfergehäuse die vorgebbare Ausrichtung an der Vorrichtung einnimmt, welche
sich von zumindest einer anderen Ausrichtung unterscheidet, in welcher mit dem Dämpfer
eine Dämpfung der Bewegung des bewegbaren Möbelteils möglich ist. Damit kann lediglich
durch eine geringe Ausrichtungsveränderung des Dämpfergehäuses die Dämpferfunktion
bestimmt bzw. ausgeschaltet oder zugeschaltet werden.
[0016] Umfasst der Dämpfer ein Dämpfergehäuse und einen dazu verschieblichen Dämpferkolben,
ist es vorteilhaft, dass in einer zusammengeschobenen Stellung des Dämpfergehäuses
und des Dämpferkolbens die Dämpfwirkung passiviert bzw. außer Kraft gesetzt ist. Denn
diese Stellung ist bei dem Dämpfer ohnehin einrichtbar. Der Dämpfer kann in der zusammengeschobenen
Stellung des Dämpfergehäuses und des Dämpferglieds nicht dämpfen, da er aufgrund der
zusammengeschobenen Situation in keinen Kontakt mit dem Gegenabschnitt der Vorrichtung
gelangen kann. Selbst wenn der zusammengeschobene Dämpfer in einen Kontakt mit dem
Gegenabschnitt kommen würde, könnte keine Relativbewegung von Dämpfergehäuse und Dämpferglied
und damit keine Dämpfung stattfinden, da eine Relativbewegung von Dämpfergehäuse und
Dämpferglied für eine maßgebliche Dämpfwirkung des betreffenden Dämpfers unabdingbar
notwendig ist.
[0017] Vorteilhafterweise umfassen die Abschaltmittel ein Hebelelement mit einer Einhakkontur,
wobei die Einhakkontur zum Einhaken an einem auf die Einhakkontur abgestimmten Abschnitt
am Dämpfer ausgebildet ist. Das Hebelelement bewirkt in einem Einhakkontakt am Dämpfer,
dass die Dämpfwirkung der Dämpferanordnung aufgehoben ist. Demgemäß ist das Hebelelement
verstellbar insbesondere über einen vorgebbaren Winkel um eine Drehachse versetzbar
bzw. schwenkbar. Das Hebelelement ist im Nahbereich des Dämpfers z. B. neben dem Dämpfer
an der Vorrichtung positioniert, so dass die Einhakkontur mit einem dazu passenden
Abschnitt des zusammengeschobenen Dämpfers zusammenwirken kann. Die Einhakkontur ist
in ihrer Form auf einen komplementär geformten Abschnitt am Dämpfer insbesondere am
Dämpferkolben bzw. dem zum jeweils anderen Teil bewegbaren Teil des Dämpfers abgestimmt.
Das Hebelelement ist so gestaltet, dass das Einhaken nur in einem zusammengeschobenen
Zustand von Dämpfergehäuse und Dämpferglied möglich ist, so dass mit dem Einhaken
der zusammengeschobene Zustand von Dämpfergehäuse und Dämpferglied gehalten wird.
[0018] Vorteilhafterweise ist das Hebelelement als zweiarmiger Hebel ausgebildet, mit einem
ersten Hebelarm, an dem die Einhakkontur vorhanden ist, was einfach und platzsparend
bereitstellbar ist.
[0019] Eine vorteilhafte Modifikation des Erfindungsgegenstandes zeichnet sich dadurch aus,
dass das Hebelelement als zweiarmiger Hebel ausgebildet ist, mit einem zweiten Hebelarm,
an dem ein Abstützabschnitt vorhanden ist, über den das Hebelelement in der Einhakposition
des Hebelelements abstützbar ist. Mit dem vom ersten Hebelarm sich unterscheidenden
zweiten Hebelarm lässt sich das Hebelelement durch Abstützung mit dem Abstützabschnitt
in der beim Einhaken am Dämpfer eingenommenen Position fixieren. Dabei können über
den Abstützabschnitt Kräfte auf das Hebelelement übertragen bzw. von diesem abgeführt
werden.
[0020] Es ist überdies von Vorteil, dass Verstellmittel zur Verstellung einer Ausrichtung
der Dämpferanordnung an der Vorrichtung vorgesehen sind, womit der Dämpfer in eine
vorgebbare Abschaltstellung bringbar ist, in welcher die Dämpfwirkung der Dämpferanordnung
mit den Abschaltmitteln abschaltbar ist. Insbesondere ist mit den Verstellmitteln
das Dämpfergehäuse in die für die Abschaltung notwendige vorgebbare Ausrichtung an
der Vorrichtung bringbar. Gegebenenfalls sind die Verstellmittel in den Abschaltmitteln
integriert. Insbesondere sind die Abschaltmittel so abgestimmt, dass wenn der Dämpfer
bzw. das Dämpfergehäuse in der Abschaltstellung ist, das Dämpfergehäuse und das Dämpferglied
bei einer Bewegung des Möbelteils, insbesondere in Schließrichtung, zwangsweise in
eine zusammengeschobene Stellung gelangen und dann mit dem Hebelelement durch Einhaken
in der zusammengeschobene Stellung gehalten bleiben. Damit ist die Dämpfwirkung des
Dämpfers aufgehoben, solange, bis diese zusammengeschobene Situation des Dämpfers
wieder aufgehoben wird.
[0021] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die Verstellmittel
zur Verstellung der Ausrichtung der Dämpferanordnung an der Vorrichtung ausgebildet,
um die Dämpferanordnung in unterschiedliche Stellungen zu bringen, wobei abhängig
von der Ausrichtung der Dämpferanordnung in der jeweiligen Stellung ein Maß der mit
der Dämpferanordnung bereitstellbaren Dämpfwirkung vorgebbar ist. Damit kann mit den
Verstellmitteln nicht nur die Abschaltstellung des Dämpfers eingerichtet werden, sondern
es können weitere unterschiedliche Ausrichtungen der Dämpferanordnung vorgegeben werden.
Die Weiteren unterschiedliche Ausrichtungen der Dämpferanordnung unterscheiden sich
insbesondere darin, dass jeweils eine andere Dämpfwirkung mit der Dämpferanordnung
realisierbar ist. Dabei können die Abschaltmittel in der Regel nicht wirksam werden.
Beispielsweise kann vorteilhaft eine stärkere Dämpfwirkung bei einem schwereren bewegbaren
Möbelteil bzw. eine schwächere Dämpfwirkung bei einem leichteren Möbelteil bereitgestellt
werden. Die jeweiligen Ausrichtungen der Dämpferanordnung können sich zum Beispiel
in einer Kontaktstrecke des Dämpfers mit dem Gegenabschnitt der Vorrichtung in einen
Funktionskontakt bei einer Öffnungs- oder Schließbewegung des Möbelteils unterscheiden.
Eine längere Kontaktstrecke bewirkt eine stärkere Dämpfung der Bewegung des Möbelteils
als bei einer kürzeren Kontaktstrecke.
[0022] Auch ist es von Vorteil, dass die Abschaltmittel eine als separates Bauteil ausgebildete
Blockiereinheit umfassen, mit einem linear versetzbaren Blockierstift, der außen am
Dämpfer in Eingriff bringbar ist, um das Dämpfergehäuse und das Dämpferglied in einer
zueinander zusammengeschobenen Stellung zu halten. Die Blockiereinheit ist so abgestimmt,
dass insbesondere nur in einer vorgegebenen Ausrichtung des Dämpfers bzw. des Dämpfergehäuses
an der Vorrichtung bzw. in der Abschaltstellung des Dämpfers der Blockierstift am
Dämpfer in Eingriff bringbar ist. Damit wird ausgeschlossen, dass eine z. B. versehentliche
Blockierung der Dämpfwirkung durch Einwirken mit dem Blockierstift stattfindet, wenn
der Dämpfer eine Ausrichtung aufweist, in welcher eine Dämpfwirkung bereitgestellt
sein soll, wobei diese Ausrichtung sich von der Ausrichtung in der Abschaltstellung
des Dämpfers unterscheidet.
[0023] Weiter ist es vorteilhaft, dass der Blockierstift durch Federmittel vorgespannte
linear verschieblich an der Blockiereinheit aufgenommen ist. Damit kann eine vorgebbare
Federkraft auf den Blockierstift wirken und damit die Blockierung des Dämpfers sicher
eingerichtet sein und erhalten bleiben.
[0024] Zudem ist es von Vorteil, dass Schaltmittel zur wahlweisen Arretierung des Blockierstifts
in einer eingefahrenen Stellung in der Blockiereinheit und zur Aufhebung der Arretierung
vorgesehen sind. Diese Maßnahme ermöglicht ein einfaches wahlweises Blockieren des
Dämpfers durch die Blockiereinheit. Wenn der Blockierstift in der Blockiereinheit
bzw. dessen Gehäuse eingefahren arretiert ist, kann der Blockierstift den Dämpfer
nicht erreichen und damit kann auch keine Abschaltung der Dämpfwirkung stattfinden.
Die Arretierung des Blockierstifts kann von außen zum Beispiel von einer Person von
Hand schnell und einfach eingerichtet bzw. aufgehoben werden.
[0025] Die Erfindung betrifft außerdem ein Möbel mit einem an einem Möbelkorpus aufgenommenen
Möbelteil, wie beispielsweise eine Möbelklappe, Möbeltüre oder Möbelschublade, wobei
das Möbelteil in eine Öffnungsrichtung und in eine Schließrichtung relativ zum Möbelkorpus
bewegbar ist, wobei eine erfindungsgemäße Vorrichtung gemäß einer der oben genannten
Ausbildungen vorgesehen ist. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist insbesondere als
Oberklappenbeschlag ausgestaltet.
[0026] In diesem Zusammenhang ist es von Vorteil, dass das Möbelteil als Möbelklappe mit
wenigstens zwei gelenkig verbundenen Klappenelementen ausgebildet ist. Insbesondere
bei Möbeln mit Oberklappen können diese mit zwei oder mehr gelenkig verbundenen Faltklappen
am Möbel realisiert sein, welche im geöffneten Zustand der Möbelklappe räumlich kompakter
ausgerichtet werden können als eine gleich große Möbelklappe aus einem Stück.
Figurenbeschreibung
[0027] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung sind anhand zweier Ausführungsbeispiele
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung näher erläutert.
[0028] Im Einzelnen zeigen:
- Figur 1
- eine erste erfindungsgemäße Vorrichtung von der Seite im an einer Seitenwand eines
Möbelkorpus und einer Falt-Möbelklappe montierten Zustand bei vollständig geöffneter
Falt-Möbelklappe,
- Figur 2
- einen Ausschnitt der Anordnung gemäß Figur 1 bei geschlossener Falt-Möbelklappe,
- Figur 3
- die Anordnung gemäß Figur 2 jedoch mit abgeschalteter Dämpfwirkung einer Dämpferanordnung,
- Figur 4
- die gemäß Figur 3 dargestellte Anordnung bei geöffneter Falt-Möbelklappe,
- Figur 5
- eine vergrößerte perspektivische Einzelansicht eines Detailbauteils der Vorrichtung
gemäß der Figuren 1 bis 4,
- Figuren 6 bis 8
- vergrößert dargestellte Ausschnitte der Vorrichtung gemäß Figur 1 bis 5 in unterschiedlichen
Betriebszuständen,
- Figur 9
- eine weitere erfindungsgemäße Vorrichtung für eine Einfach-Möbelklappe in einem ausgeschwenkten
Zustand von der Seite mit nicht abgeschalteter Dämpfwirkung einer Dämpferanordnung
der Vorrichtung,
- Figur 10
- die Anordnung gemäß Figur 9 mit abgeschalteter Dämpfwirkung,
- Figur 11
- die Anordnung gemäß Figur 9 in einem eingeschwenkten Zustand,
- Figur 12
- die Anordnung gemäß Figur 11 mit abgeschalteter Dämpfwirkung,
- Figur 13
- eine Blockiereinheit gemäß der Vorrichtung aus den Figuren 9 bis 12 in Explosionsdarstellung
und
- Figur 14
- die Blockiereinheit gemäß Figur 13 im zusammengebauten und nicht wirksamen Zustand.
[0029] Für sich entsprechende Elemente der beiden unterschiedlichen Ausführungsvarianten
der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind teils die gleichen Bezugszeichen verwendet.
[0030] Figur 1 zeigt einen Teil eines Möbels 1 mit einem Möbelkorpus 2, von dem lediglich
eine Seitenwand 3 von zwei gleichartigen vertikalen Seitenwänden gezeigt ist. Der
Möbelkorpus 2 umfasst zwischen den Seitenwänden ein horizontales unteres Bodenteil
4 und ein oberes Deckelteil 5. Außerdem ist eine gegebenenfalls vorhandene Rückwand
des Möbelkorpus 2 ebenfalls nicht dargestellt. Innen an der Seitenwand 3 ist unterhalb
des Deckelteils 5 eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Bewegen einer Falt-Möbelklappe
6 montiert, welche als Möbelbeschlag bzw. als Klappenbeschlag 7 zum Verschwenken der
Falt-Möbelklappe 6 relativ zum Möbelkorpus 2 ausgebildet ist. Mit der Falt-Möbelklappe
6 kann eine vorderseitige Öffnung 2a des Möbelkorpus 2 abgedeckt oder freigegeben
werden, so dass bei geöffneter Falt-Möbelklappe 6 gemäß Figur 1 ein Innenvolumen des
Möbelkorpus 2 von vorne gemäß Richtung P1 zugänglich ist.
[0031] Zur sicheren Halterung und Bewegung der Falt-Möbelklappe 6 am Möbelkorpus 2 ist innen
an der gegenüberliegenden nicht dargestellten Seitenwand in der Regel ein weiterer
zwischen dem Möbelkorpus 2 und der Falt-Möbelklappe 6 wirkender Klappenbeschlag vorhanden,
der dem Klappenbeschlag 7 in Aufbau und Funktion entspricht.
[0032] Die Falt-Möbelklappe 6 ist aus zwei Klappenelementen mit einer oberen Faltklappe
8 und einer unteren Faltklappe 9 aufgebaut. Zwischen dem unteren Bereich der Faltklappe
8 und dem oberen Bereich der Faltklappe 9 ist innenseitig eine Gelenkanordnung 10
vorhanden, über welche die Faltklappen 8 und 9 miteinander gelenkig verbunden sind.
[0033] Der erfindungsgemäße Klappenbeschlag 7, der als Mehrfachgelenk hier beispielsweise
als 7-Gelenk ausgebildet ist, weist ein an der Innenseite der Seitenwand 3 montiertes
Beschlagteil 7a und ein innen an einer oberen Faltklappe 8 angebrachtes Halteteil
7b mit dazwischen wirkenden Gelenkelementen auf. Die Gelenkelemente umfassen gelenkig
wirkende Tragarme 17 und 18 und Zwischenarme 19 und 20, welche zur Schwenkbewegung
der oberen Faltklappe 8 dienen.
[0034] Anstelle des Klappenbeschlags 7 könnte grundsätzlich auch ein Klappenbeschlag, der
als 4-Gelenk aufgebaut ist, vorgesehen sein.
[0035] Des Weiteren umfasst der Klappenbeschlag 7 zur beweglichen Führung der unteren Faltklappe
9 einen Stellarm 21, der gelenkig einerseits korpusseitig und andererseits über ein
Haltegelenk 22 innenseitig an der unteren Faltklappe 9 aufgenommen ist.
[0036] Außerdem ist der Klappenbeschlag 7 mit einer Dämpferanordnung mit einem Dämpfer 12
und einer Krafteinheit 11 zur kraftunterstützten Bewegung einer Öffnungs- und/oder
Schließbewegung der Falt-Möbelklappe 6 versehen. Die mit drei Schraubenfedern bestückte
Krafteinheit 11 ist nicht näher erläutert.
[0037] Die Dämpferanordnung dient zur Dämpfung der Schließ- und/oder Öffnungsbewegung der
Falt-Möbelklappe 6 mittels des Klappenbeschlags 7, insbesondere vor Erreichen einer
vollständig geöffneten bzw. geschlossenen Endstellung der Falt-Möbelklappe 6 relativ
zum Möbelkorpus 2, was Figur 1 bzw. Figur 2 zeigt.
[0038] Die Dämpferanordnung weist insbesondere einen Fluiddämpfer wie beispielsweise einen
Gas- oder Öldämpfer auf. Der Dämpfer 12 umfasst ein Dämpfergehäuse 13 und einen dazu
relativ verschieblichen Dämpferkolben 14. Des Weiteren ist ein Lagergehäuse 15 vorgesehen,
in dem das Dämpfergehäuse 13 und damit der Dämpfer 12 verschieblich am Beschlagteil
7a gelagert ist. Diesbezüglich sind zusätzlich Verstellmittel 16 zur Verstellung der
räumlichen Ausrichtung des Lagergehäuses 15 samt dem Dämpfer 12 vorhanden. Das Lagergehäuse
15 ist mittels eines Schwenklagers schwenkbar am Beschlagteil 7a gelagert. Die Verstellmittel
16 umfassen ein Verstellelement 16a, das mit dem Lagergehäuse 15 bewegungsgekoppelt
ist, so dass die Verstellung mit einer Schwenkbewegung des Lagergehäuses 15 erfolgt,
wobei eine Schwenkbewegung des Verstellelements auf das Lagergehäuse übertragbar ist,
womit der Dämpfer 12 in verschiedene Ausrichtungen bringbar ist. Hierfür weisen die
Verstellmittel 16 eine kreuzschlitzförmige Eingreifkontur 16b für einen Kreuzschlitzschraubendreher
auf, mit dem das Verstellelement 16a und damit der Dämpfer 12 in seiner Ausrichtung
am Beschlagteil 7a verstellbar ist.
[0039] Die komplett geöffnete Falt-Möbelklappe 6 zeigt Figur 1, wobei die obere Faltklappe
8 zur Horizontalen etwas nach oben abgewinkelt ist und die untere Faltklappe 9 über
die Gelenkanordnung 10 bezogen auf die Vertikale etwas nach innen Richtung Möbelkorpus
2 geneigt ausgerichtet ist. Im komplett geschlossenen Zustand der Falt-Möbelklappe
6, gemäß Figur 2 sind die Faltklappen 8 und 9 fluchtend zueinander vertikal ausgerichtet.
[0040] Figur 2 zeigt die geschlossene Falt-Möbelklappe 6, wobei die Dämpfwirkung des Dämpfers
12 nicht abgeschaltet ist. Beim Schließen der Falt-Möbelklappe 6 gemäß der Figuren
6 und 7 gelangt der ausgefahrene Dämpferkolben 14 mit einer vorderen Stirnseite 14a
in Anlagekontakt mit einem langgestreckten Gegenabschnitt 33, der sich mit dem schwenkenden
Zwischenarm 19 mitbewegt. Der Gegenabschnitt 33 bewegt sich dabei an der Stirnseite
14a vorbei und drückt dabei den Dämpferkolben 14 in das Dämpfergehäuse hinein (s.
Figur 7), womit die Dämpfwirkung des Dämpfers 12 bereitgestellt ist.
[0041] Figur 3 zeigt ebenfalls die geschlossene Falt-Möbelklappe 6, jedoch im abgeschalteten
Zustand des Dämpfers 12, wobei ein Hakenbauteil 23, welches in der Nähe der Dämpferanordnung
12 an einer Achse 34 vorhanden ist, an einer Fase 24 am im Dämpfergehäuse 13 eingeschobenen
bzw. eingefahrenen Dämpferkolben 14 in Einhakkontakt ist (s. Figur 8). Das Hakenbauteil
23 weist hierzu an einem ersten Hebelarm 23a eine zur Form der Fase 24 abgestimmte
bzw. komplementäre Hakenform mit einer Vertiefung V auf.
[0042] Mit dem Einhaken des Hakenbauteils 23 an der Fase 24 wird der im Dämpfergehäuse 13
zumindest nahezu vollständig eingeschobene Dämpferkolben 14 in der eingeschobenen
Stellung zum Dämpfergehäuse 13 gehalten, so dass der Dämpfer 12 inaktiviert bzw. abgeschaltet
ist und keine Dämpfwirkung entfalten kann.
[0043] Um ausgehend von der geschlossenen Falt-Möbelklappe 6 gemäß Figur 6 die Dämpfwirkung
des Dämpfers 12 abzuschalten, muss das Lagergehäuse 15 in Richtung P2 etwas im Uhrzeigersinn
versetzt werden, was durch ein Verdrehen des Verstellelements 16 entgegen dem Uhrzeigersinn
gemäß P3 eingerichtet wird. Damit ist die Abschaltung der Dämpfwirkung des Dämpfers
12 gemäß Figur 8 aktiviert, wobei die Fase 24 von der Einhakkontur des Hebelarms 23a
erfasst wird und der eingeschobene Dämpferkolben 14 festgehalten wird. In dieser räumlichen
Ausrichtung des Dämpfers 12 bzw. mit dem eingeschobenen Dämpferkolben 14, der nicht
wieder ausfahren kann, wenn der Gegenabschnitt 33 beim nächsten Öffnungsvorgang der
Falt-Möbelklappe 6 von der Stirnseite 14a wegbewegt wird, ist keine Dämpfwirkung mehr
möglich. Denn die zurückversetzte Stirnseite 14a kann bei einem nächsten Schließvorgang
der Falt-Möbelklappe 6 nicht vom Gegenabschnitt 33 weggedrückt werden bzw. es ist
kein in das Dämpfergehäuse 13 einfahrender Dämpfungshub des Dämpferkolbens 14 und
damit keine Dämpfwirkung möglich, da die Dämpfwirkung nur durch das Einschieben des
ausgefahrenen Dämpferkolbens 14 erzielbar ist.
[0044] Soll ausgehend von der abgeschalteten Dämpfwirkung des Dämpfers 12 gemäß Figur 8
die Dämpfwirkung wieder eingerichtet werden, muss lediglich das Verstellelement 16a
im Uhrzeigersinn bzw. entgegen der Richtung P3 etwas verdreht werden, womit das Lagergehäuse
15 und damit der Dämpfer 12 mit dem Dämpferkolben 14 bzw. der Fase 14a von der Hakenkontur
des Hakenbauteils 13 gelöst wird und der Dämpferkolben 14 durch Rückstellmittel des
Dämpfers 12 selbsttätig relativ zum Dämpfergehäuse 13 ausgefahren wird. Dies entspricht
dem Zustand gemäß Figur 6.
[0045] Figur 5 zeigt das an der Achse 34 angebrachte Hakenbauteil 23 perspektivisch in Einzelansicht,
das mit einem zweiten Hebelarm 23b in seiner Position gesichert ist. Über einen Abstützabschnitt
41 am freien Ende des Hebelarms 23b stützt sich das Hakenbauteil 23 unter einer Hebelwirkung
an einer Stelle ab, welche entfernt von der Achse 34 ist, insbesondere an einer Stelle
am oder nahe beim Dämpfer 12. Damit ist das Hakenbauteil 23 ggf. durch eine geringfügige
elastische Verbiegung des Hebelarms 23b vorgespannt gegen ein Verdrehen gesichert,
so dass sich der an der Fase 24 eingehakte Hebelarm 23a nicht von der Fase 24 lösen
kann, was ohne Abstützwirkung des Hebelarms 23b beispielsweise aufgrund von Vibrationen
nicht ausgeschlossen wäre.
[0046] Die Figuren 9 bis 14 zeigen eine zweite erfindungsgemäße Variante eines Klappenbeschlags
35 für eine um eine horizontale Achse schwenkbare einteilige Möbelklappe, die an einem
Möbelkorpus aufnehmbar ist.
[0047] Der Klappenbeschlag 35 ist konstruktiv mit dem Klappenbeschlag 7 vergleichbar, da
der Klappenbeschlag 35 jedoch für eine Einfach-Möbelklappe ausgebildet ist, fehlt
verglichen mit dem Klappenbeschlag 7 neben einer Gelenkanordnung für die Anbindung
einer unteren Faltklappe ein Stellarm und ein mit diesem verbundenes Haltegelenk,
die im ersten Ausführungsbeispiel gemäß der Figuren 1 bis 8 der unteren Faltklappe
9 zugeordnet sind.
[0048] Entsprechend dem Klappenbeschlag 7 umfasst der Klappenbeschlag 35 Tragarme 17, 18,
Zwischenarme 19, 20, einen Dämpfer 36 und eine Krafteinheit 37. Der Dämpfer 36 ist
entsprechend dem Dämpfer 12 aufgebaut, ebenso die Krafteinheit 37 und die Krafteinheit
11.
[0049] Die Abschaltmittel des Klappenbeschlags 35 umfassen anstelle eines Hakenbauteils
gemäß Figur 5 eine Blockierbaugruppe 25 mit einem Gehäuse 26, das eine Sackloch-Bohrung
27 mit einer Schraubenfeder 28 aufweist, einem in der Bohrung 27 linear verschieblichen
Stößel 29 und einem Stellstift 30. Der Stößel 29 ist über die Schraubenfeder 28 federbelastet
in der Bohrung 27 untergebracht, wobei die Schraubenfeder 28 zwischen einer Rückwand
der Bohrung 27 und einer rückseitigen Stirnseite 29a des Stößels 29 in der Bohrung
27 vorgespannt aufgenommen ist. Der Stößel 29 ist mit dem Stellstift 30, welcher durch
ein quer zur Längsachse des Stößels 29 durchgreifendes Steckloch 29b im hinteren Teil
des Stößels 29 ragt, definiert am Gehäuse 26 gehalten. Das Steckloch 29b ist in der
Höhe bzw. quer zur Länge des Stößels 29 als Langloch ausgestaltet, so dass der Stellstift
30 in dem Steckloch 29b eine obere und untere Position einnehmen kann. In der oberen
Position des Stellstifts 30 ist der Stößel 29 in der Bohrung begrenzt verschiebbar.
[0050] Der Stößel 29 kann unterschiedlich weit in der Bohrung 27 versenkt sein bzw. aus
der Bohrung 27 vorstehen, wobei in einer in der Bohrung 27 vorgebbaren fixierbaren
eingerückten Stellung nur eine vordere Spitze des Stößels 29 mit einem verjüngend
ausgestalteten Einsteckabschnitt, der beispielhaft als schnabelartige Einrastnase
31 gestaltet ist, aus der Bohrung 27 hervorschaut, was die Figuren 9, 11 und 14 zeigen.
Dabei wirkt eine Federkraft der komprimierten Schraubenfeder 28 auf die hintere Stirnseite
29a des Stößels 29. Die Vorgabe der Stößelstellung erfolgt mit dem Stellstift 30 der
mit dem Stößel 29 so weit nach hinten im Gehäuse 26 verschiebbar ist, bis der Stellstift
30 eine hintere Anschlagstellung am Gehäuse 26 erreicht. In der Anschlagstellung wird
der Stellstift 30 nach unten in die untere Position gebracht, wobei der Stellstift
30 in einer nach unten vertieften Rastkerbe 39 einer Kulissenführung 38 im Gehäuse
26 unter Wirkung der Federkraft der zusammengedrückten Schraubenfeder 28 gehalten
ist und somit auch der Stößel 29 im Gehäuse 26 eingerückt verharrt. Damit ist die
an dem Klappenbeschlag 35 angebrachte Blockierbaugruppe 25 inaktiviert bzw. eine Abschaltung
der Dämpfwirkung des Dämpfers 36 ist nicht eingerichtet (siehe Figuren 9 bzw. 11).
[0051] Die lineare Verstellung bzw. Bewegung des Stößels 29 in der Bohrung und die Lösung
bzw. Arretierung des Stößels 29 am Gehäuse 26 ist durch den Überstand des Stellstifts
30 beidseits des Gehäuses 26 ohne Weiteres z. B. manuell von einer Person vornehmbar.
[0052] Zur Aktivierung der Abschaltmittel bzw. zur Abschaltung der Dämpfwirkung des Dämpfers
36 wird der Stellstift 30 aus der in der Rastkerbe 39 gehaltenen Stellung (s. Figur
9 bzw. 11) nach oben gedrückt, womit die Schraubenfeder 28 den Stößel 29 federbelastet
nach vorne in Richtung P4 drückt (s. Figur 14). Damit wird die Einrastnase 31 so weit
nach vorne bewegt, bis die Spitze der Einrastnase 31 den Dämpferkolben 14 bzw. eine
außen am Dämpfergehäuse 13 entlanggleitender hüllen- bzw. lappenartigen Abschnitt
40 des Dämpferkolben 14 erreicht und in eine zur Einrastnase 31 passend ausgebildete
Einrastöffnung 32 am Abschnitt 40 einrastet, wobei durch Einrasten der Einrastnase
31 in der Einrastöffnung 32 der Dämpferkolben 14 im Dämpfergehäuse 13 vollständig
eingeschoben fixiert ist, womit die Dämpfwirkung des Dämpfers 36 abgeschaltet ist
(siehe Figur 10 und 12).
[0053] Durch Verschieben des Stellstifts 30 bis zur Rastkerbe 39 und anschließendem Versetzen
nach unten in die Rastkerbe 39 ist diese Abschaltung wieder aufhebbar.
Bezugszeichenliste:
[0054]
- 1
- Möbel
- 2
- Möbelkorpus
- 2a
- Öffnung
- 3
- Seitenwand
- 4
- Bodenteil
- 5
- Deckelteil
- 6
- Falt-Möbelklappe
- 7
- Klappenbeschlag
- 7a
- Beschlagteil
- 7b
- Halteteil
- 8
- Faltklappe
- 9
- Faltklappe
- 10
- Gelenkanordnung
- 11
- Krafteinheit
- 12
- Dämpfer
- 13
- Dämpfergehäuse
- 14
- Dämpferkolben
- 14a
- Stirnseite
- 15
- Lagergehäuse
- 16
- Verstellmittel
- 16a
- Verstellelement
- 16b
- Eingreifkontur
- 17
- Tragarm
- 18
- Tragarm
- 19
- Zwischenarm
- 20
- Zwischenarm
- 21
- Stellarm
- 22
- Haltegelenk
- 23
- Hakenbauteil
- 23a, 23b
- Hebelarm
- 24
- Fase
- 25
- Blockierbaugruppe
- 26
- Gehäuse
- 27
- Bohrung
- 28
- Schraubenfeder
- 29
- Stößel
- 29a
- Stirnseite
- 29b
- Steckloch
- 30
- Stellstift
- 31
- Einrastnase
- 32
- Einrastöffnung
- 33
- Gegenabschnitt
- 34
- Achse
- 35
- Klappenbeschlag
- 36
- Dämpfer
- 37
- Krafteinheit
- 38
- Kulissenführung
- 39
- Rastkerbe
- 40
- Abschnitt
- 41
- Abstützabschnitt
1. Vorrichtung zum Bewegen eines an einem Möbelkorpus (2) bewegbar aufgenommenen Möbelteils
wie einer Möbelklappe (6), wobei die Vorrichtung (7, 35) einen mit dem Möbelteil (6)
koppelbaren schwenkbaren Tragarm (17, 18) und eine Dämpferanordnung zur Dämpfung der
Bewegung des bewegbaren Möbelteils (6) aufweist, wobei die Dämpferanordnung einen
Dämpfer (12, 36) mit einem Dämpfergehäuse (13) umfasst, wobei für eine Dämpfwirkung
der Dämpferanordnung ein zeitweiser Kontakt des Dämpfers (12, 36) mit einem bewegbaren
Gegenabschnitt (33) der Vorrichtung (7, 35) erfolgt, und wobei im montierten Zustand
der Vorrichtung (7, 35) eine Bewegung des Gegenabschnitts (33) abhängig von einer
Bewegung des Möbelteils (6) erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass Abschaltmittel zur Abschaltung der Dämpfwirkung der Dämpferanordnung derart ausgebildet
sind, dass das Dämpfergehäuse (13) in eine vorgebbare Ausrichtung an der Vorrichtung
(7, 35) bringbar ist und/oder dass das Dämpfergehäuse (13) und ein dazu bewegbares
Dämpferglied wie ein Dämpferkolben (14) des Dämpfers (12, 36) in einer zueinander
zusammengeschobenen Stellung festgehalten sind, wobei der Dämpfer (12, 36) bei der
Bewegung des Möbelteils (6) in keinen Funktionskontakt mit dem bewegbaren Gegenabschnitt
(33) der Vorrichtung gelangt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschaltmittel ausgestaltet sind, das Dämpfergehäuse (13) und das Dämpferglied
in einer zueinander zusammengeschobenen Stellung zu halten, wenn das Dämpfergehäuse
(13) die vorgebbare Ausrichtung an der Vorrichtung (7, 35) einnimmt, welche sich von
zumindest einer anderen Ausrichtung unterscheidet, in welcher mit dem Dämpfer (12,
36) eine Dämpfung der Bewegung des bewegbaren Möbelteils (6) möglich ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschaltmittel ein Hebelelement (23) mit einer Einhakkontur umfassen, wobei die
Einhakkontur V zum Einhaken an einem auf die Einhakkontur abgestimmten Abschnitt (24)
am Dämpfer (12, 36) ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Hebelelement (23) als zweiarmiger Hebel ausgebildet ist, mit einem ersten Hebelarm
(23a), an dem die Einhakkontur V vorhanden ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Hebelelement (23) als zweiarmiger Hebel ausgebildet ist, mit einem zweiten Hebelarm
(23b), an dem ein Abstützabschnitt (41) vorhanden ist, über den das Hebelelement (23)
in der Einhakposition des Hebelelements (23) abstützbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Verstellmittel (16) zur Verstellung einer Ausrichtung der Dämpferanordnung an der
Vorrichtung (7, 35) vorgesehen sind, womit der Dämpfer (12, 36) in eine vorgebbare
Abschaltstellung bringbar ist, in welcher die Dämpfwirkung der Dämpferanordnung mit
den Abschaltmitteln abschaltbar ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellmittel (16) zur Verstellung der Ausrichtung der Dämpferanordnung an der
Vorrichtung (7, 35) ausgebildet sind, um die Dämpferanordnung in unterschiedliche
Stellungen zu bringen, wobei abhängig von der Ausrichtung der Dämpferanordnung in
der jeweiligen Stellung ein Maß der mit der Dämpferanordnung bereitstellbaren Dämpfwirkung
vorgebbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschaltmittel eine als separates Bauteil ausgebildete Blockiereinheit (25) umfassen,
mit einem linear versetzbaren Blockierstift (29), der außen am Dämpfer (36) in Eingriff
bringbar ist, um das Dämpfergehäuse (13) und das Dämpferglied in einer zueinander
zusammengeschobenen Stellung zu halten.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Blockierstift (29) durch Federmittel (28) vorgespannt linear verschieblich an
der Blockiereinheit (25) aufgenommen ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Schaltmittel (30, 39) zur wahlweisen Arretierung des Blockierstifts (29) in einer
eingefahrenen Stellung in der Blockiereinheit (25) oder zur Aufhebung der Arretierung
vorgesehen sind.
11. Möbel (1) mit einem an einem Möbelkorpus (2) aufgenommenen Möbelteil, das in eine
Öffnungsrichtung und in eine Schließrichtung relativ zum Möbelkorpus (2) bewegbar
ist, wobei eine Vorrichtung (7, 35) nach einem der vorhergehenden Ansprüche vorhanden
ist.
12. Möbel nach Anspruch 11 dadurch gekennzeichnet, dass das Möbelteil als Möbelklappe (6) mit zwei gelenkig verbundenen Klappenelementen
(8, 9) ausgebildet ist.