[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Abzugssicherung für eine Handfeuerwaffe,
insbesondere für eine halbautomatische Langwaffe. Im Weiteren betrifft die Erfindung
eine Handfeuerwaffe mit der erfindungsgemäßen Abzugsvorrichtung.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, Schusswaffen, insbesondere Langwaffen,
durch eine mechanische Sicherung vor ungewolltem Betätigen eines Abzugs und Abfeuern
der Schusswaffe zu schützen. Neben Handhabungsfehlern können auch Stürze der Schusswaffen
oder mechanische Mängel an der Waffe zu einem ungewollten Auslösen eines Schusses
führen. Neben der Abzugssicherung wird alternativ eine Stangensicherung, eine Schlaghebel-
bzw. Schlagbolzensicherung oder eine Kombinationen aus diesen Grundvarianten eingesetzt.
Allen Sicherungen liegt zu Grunde, dass spezielle mechanische Komponenten in einer
Sicherheitsstellung arretiert werden und/oder den direkten Kontakt zu benachbarten
mechanischen Komponenten oder einer Baugruppe verhindern. Eine Abzugssicherung blockiert
in der Sicherheitsstellung über eine Mechanik den Abzug der Schusswaffe. Dabei verhindert
sie bei der gespannten Schusswaffe eine Energieübertragung von einer Abzugsbaugruppe
über eine Schlaghebelbaugruppe zu einem einen Schuss auslösenden Schlagstück oder
einem Schlagbolzen. Die Energie wird in einem gespannten Zustand der Schusswaffe durch
ein Vorspannen von technischen Federn, wie beispielsweise einer Abzugsfeder und einer
Schlagfeder, bereitgestellt. Die Abzugssicherung besteht beispielsweise aus einer
Sicherungswelle, die eine Steuerkurve trägt und über einen Betätigungshebel in zwei
Stellungen verdrehbar ist. Dabei behindert die Sicherungswelle eine Schwenkbewegung
eines Abzugshebels am Abzug in der Sicherheitsstellung. Die Abzugssicherung ist zumeist
so konzipiert, dass die Schusswaffe in dem gespannten Zustand, also bei gespannter
Schlaghebelfeder und gespannter Abzugsfeder, ge- bzw. entsichert werden kann. Nach
Abschlag der Waffe verändert der Abzugshebel seine Position und greift mit einem seiner
Enden in der Weise in die Steuerkurve ein, dass eine Rückbewegung der Sicherungswelle
in die Sicherheitsstellung nicht mehr möglich ist. Somit besteht ein erhöhtes Risiko
für Mensch und Umgebung, beispielsweise durch fehlgezündete, in der Schusswaffe verbleibende
Munition. Es ist von Interesse, zum Beispiel im militärischen oder weidmännischem
Einsatz, eine Waffensicherung bereitzustellen, die auch in einer entspannten Waffenstellung
in die Sicherheitsstellung bewegt werden kann, um die Schusswaffe anschließend gefahrlos
spannen zu können.
[0003] Die
DE 20 2007 004 747 U1 zeigt eine Sicherheitsvorrichtung einer Schusswaffe mit mindestens einem Schlaghebel
und einer Schlagfeder, welche als Schlaghebelsicherung ausgebildet ist. Eine Zündvorrichtung
ist zwischen einer Sicherungsstellung und einer Feuerstellung hin und her verschiebbar.
In der Sicherungsstellung ist die Zündvorrichtung von einem Zündstift soweit entfernt,
dass kein mechanischer Zugriff möglich ist. Diese Sicherheitsvorrichtung soll eine
kraftarme Bedienung bei gespannter und ungespannter Schlagfeder ermöglichen. Dabei
kann eine Blockade der Mechanik oder ein Ausfall der Sicherungsvorrichtung dazu führen,
dass die gesamte Schusswaffe unbrauchbar wird.
[0004] Aus der
DE 20 2011 004 556 U1 ist eine Abzugseinrichtung für Schusswaffen mit einem Schlaghebel, einem Abzug und
einem walzenförmigen Sicherungselement einer Abzugssicherung bekannt. Das Sicherungselement
ist drehbar gelagert und kann in zwei Stellungen verdreht werden. In Sicherheitsstellung
blockiert die Abzugssicherung den Abzug und in einer Feuerstellung gibt sie den Abzug
frei. Ein drehbar gelagerter Abzugsstollen ist zwischen Abzug und Schlaghebel angeordnet
und wird durch eine Abzugsfeder in Richtung Schlaghebel energetisch beaufschlagt.
Die spezielle Formgebung des Abzugsstollens und dessen Anordnung in der Abzugseinrichtung
erlauben auch bei abgeschlagener Waffe, das Sicherungselement in Sicherheitsstellung
zu bewegen. Nachteilig ist jedoch eine aufwändige Montage zusätzlicher Einzelteile
an der Abzugseinrichtung, die zudem zu einem erhöhten Ausfallrisiko führen. Ein Ausfall
des Abzugsstollens kann sogar zur Unbrauchbarkeit der Schusswaffe führen.
[0005] Die
DE 10 2007 004 588 B3 zeigt ein Steuerelement für einen um eine Schwenkachse beweglichen Schlaghebel einer
Waffe, der in seiner Spannstellung über eine Rastfläche mit einer Gegenfläche eines
Auslöseelements, beispielsweise einem Abzugsstollen am Abzugshebel, verrastbar ist.
Am Schlaghebel ist ein Steuerkurvenabschnitt vorgesehen, der in einer von der Spannstellung
abweichenden Schwenkstellung des Schlaghebels an einer Steuerfläche des Auslöseelements
angreift und dieses in einer entsicherten Stellung hält.
[0006] Aus der
DE 10 2006 048 436 B4 ist eine Abzugseinrichtung für eine Feuerwaffe, insbesondere für ein Selbstlade-Militärgewehr
bekannt, welche ein Abzugszüngel, ein mit dem Abzugszüngel verbundenes Abzugsstollenteil
und mindestens eine auf das Abzugsstollenteil einwirkende Abzugsfeder umfasst. Bei
dieser Abzugseinrichtung ist der Abzugszüngel vom Abzugsstollenteil gesondert zwischen
zwei Anschlägen angeordnet, von denen der eine die Bewegung des Abzugszüngels relativ
zum Abzugsstollenteil nach vorne, der andere nach hinten verhindert. Zwischen den
beiden Anschlägen ist eine kurze Bewegung des Abzugszüngels relativ zum Abzugsstollenteil
möglich.
[0007] Die
DE 1 453 913 A zeigt einen Abzugsmechanismus für automatische und halbautomatische Feuerwaffen mit
einem zwischen einer Spannfeder und Feuerstellungen angeordneten Hammer. Ein Abzug
dient zum Steuern des Arbeitens des Hammers. Ein Feuerstoß-Steuermechanismus dient
dazu, bei einer einzelnen Betätigung des Abzuges einen Feuerstoß mit einer vorbestimmten
Anzahl von Schüssen abzufeuern. Der Feuerstoß-Steuermechanismus verbindet wahlweise
den Abzug und den Hammer zwecks selbsttätigen Arbeitens des Hammers.
[0008] Aus dem Stand der Technik ist eine Vielzahl an Lösungen zur Sicherung einer Waffe
bekannt. Verschiedene Sicherungsarten zeigen dabei unterschiedliche Lösungsansätze,
die je nach Art der Schusswaffe bevorzugt eingesetzt werden. Dabei zeigen die Sicherungen
einen erhöhten Montageaufwand durch zusätzliche mechanische Teile und ein erhöhtes
Risiko für Defekte und Ausfälle. Übliche Abzugssicherungen mit drehbarem Sicherungselement
zeigen den Nachteil, in entspanntem Zustand der Waffe nicht gesichert werden zu können
und/oder bei Ausfall der Sicherung zur Unbrauchbarkeit der Waffe zu führen.
[0009] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht ausgehend vom Stand der Technik darin,
eine kostengünstige Abzugssicherung mit geringem Montageaufwand zur Verfügung zu stellen,
die ein Sichern des Abzugs auch in entspanntem Zustand der Waffe gestattet und im
Falle eines Defekts der Sicherung nicht zur Schussunfähigkeit der Waffe führt.
[0010] Die genannte Aufgabe wird durch eine Abzugssicherung gemäß dem beigefügten Anspruch
1 gelöst. Die Aufgabe wird weiterhin gelöst durch eine Handfeuerwaffe gemäß dem beigefügten
nebengeordneten Anspruch 10.
[0011] Die Erfindung stellt eine Abzugssicherung für eine Handfeuerwaffe, insbesondere für
eine halbautomatische Langwaffe, zur Verfügung. Die Abzugssicherung lässt sich sowohl
in einer gespannten, als auch in einer ungespannten Waffenstellung von einer Abschussstellung
in eine Sicherheitsstellung bewegen. Dabei ist die Abzugssicherung an einen um eine
Abzugsachse schwenkbaren Abzugshebel anschlagbar, der hier bevorzugt als ein einziges
Bauteil ausgebildet ist und aus dem Gebiet der Waffenkunde bekannte Teile, wie eine
Abzugsstange, ein Abzugsblatt und ein Abzugszüngel vereint. Ein Abschnitt des Abzugshebels,
welcher der Abzugsstange entspricht, ist in einer Längsrichtung der Schusswaffe ausgerichtet.
Befindet sich die Schusswaffe in einer Gebrauchshaltung, ist bevorzugt ein mit der
Abzugsstange verbundenes, halbmondförmiges Abzugszüngel in bekannter Weise unterhalb
der Abzugstange angeordnet. Dabei ist das von der Abzugsstange beabstandete Ende des
Abzugszüngels in eine Schussrichtung ausgerichtet. In einem gespannten Zustand der
Handfeuerwaffe blockiert die Sicherungswelle in der Sicherheitsstellung den Abzugshebel,
während sie in der Abschussstellung den Abzugshebel freigibt.
[0012] Neben bekannten Komponenten, wie einer Sicherungswelle, die eine Steuerkurve trägt,
und einem Betätigungshebel zum Verdrehen der Sicherungswelle von der Sicherheitsstellung
in die Abschussstellung und zurück weist die erfindungsgemäße Abzugssicherung mindestens
ein zusätzliches federkraftbelastetes Abstandshalteelement auf. Dabei ist das Abstandshalteelement
bevorzugt durch einen Schenkel einer Schenkelfeder gebildet, welche bevorzugt zwei
der Schenkel besitzt. Das Abstandshalteelement liegt bevorzugt in Längsrichtung des
Abzugshebels auf dem Abzugshebel auf. Dabei ist das Abstandshalteelement bzw. die
Schenkelfeder in Richtung der Sicherungswelle bevorzugt von der Abzugsachse beabstandet
gelagert. Entsprechend erstreckt sich das Abstandshalteelement bzw. die Schenkelfeder
in Richtung Sicherungswelle und endet zwischen der Sicherungswelle und dem Abzugshebel
oder hinter der Sicherungswelle. Während sich bei aus dem Stand der Technik bekannten
Abzugssicherungen der Abzugshebel in gesicherter Waffenstellung in direktem Kontakt
zur Sicherungswelle befindet, ist bei der erfindungsgemäßen Abzugssicherung das Abstandshalteelement
als ein Verbindungselement zwischen der Sicherungswelle und dem Abzugshebel angeordnet.
Der direkte Kontakt zwischen dem Abzugshebel und der in der Sicherheitsstellung befindlichen
Sicherungswelle ist zumindest im gespannten Zustand der Handfeuerwaffe nicht möglich.
Das Abstandshalteelement ist zumindest in die Richtung der Achse der Sicherungswelle
bewegbar und kann mindestens zwei von Positionen der Sicherungswelle abhängige Stellungen
einnehmen. Dabei befindet sich das Abstandshalteelement im gespannten Zustand der
Handfeuerwaffe bevorzugt nicht im Eingriff der Steuerkurve der in der Abschussstellung
befindlichen Sicherungswelle und die das Abstandshalteelement belastende Federkraft
ist bevorzugt minimal.
[0013] Befindet sich die Handfeuerwaffe im gespannten Zustand und befindet sich die Sicherungswelle
in ihrer Sicherheitsstellung, so ist das federkraftbelastete Abstandshalteelement
zwischen dem Abzugshebel und der Sicherungswelle angeordnet, wodurch ein Schwenken
des Abzugshebels zur Sicherungswelle blockiert ist. Das Abstandshalteelement gleicht
einem Abstand zwischen der Sicherungswelle und dem Abzugshebel aus, wobei kein Abzugsabstand
verbleibt.
[0014] Die Steuerkurve ist durch mindestens eine zumindest abschnittsweise spiralartig ausgebildete
Ausnehmung in der Sicherungswelle gebildet. Zur Ausbildung der Spiralartigkeit besitzt
die Ausnehmung zumindest eine in der Sicherungswelle verlaufende Seitenfläche, welche
gegenüber der Achse der Sicherungswelle geneigt ist. Diese spiralartig ausgebildete
Seitenfläche muss sich zumindest über einen Bruchteil einer Umdrehung um die Achse
der Sicherungswelle erstrecken; bevorzugt mindestens eine achtel Umdrehung und bevorzugt
weniger als eine viertel Umdrehung. Die Spiralform besitzt bevorzugt dieselbe Achse
wie die Sicherungswelle. Dabei weist die Ausnehmung beispielsweise mindestens zwei
Tiefen und beispielsweise zwei Breiten auf, wobei eine erste Breite in eine zweiten
Breite und eine erste Tiefe in eine zweite Tiefe übergeht. Dabei entspricht die erste
Tiefe einem kleineren und die zweite Tiefe einem größeren Wellendurchmesser der Sicherungswelle.
Benachbart zu einem die Ausnehmung aufweisenden axialen Abschnitt der Sicherungswelle
befindet sich ein axialer Abschnitt der Sicherungswelle, der bevorzugt als eine Vollwelle
ausgebildet ist. Durch die zumindest abschnittsweise spiralartig ausgebildete Ausnehmung
sind Vollwellenabschnitte und Abschnitte der Ausnehmung abwechselnd auf der Sicherungswelle
angeordnet. Mindestens einer der Vollwellenabschnitte ist an seinem Übergang zu der
spiralartigen Ausnehmung bzw. zu dem spiralartig ausgebildeten Abschnitt der Ausnehmung
bevorzugt so geformt, dass er beim Drehen der Sicherungswelle von der Abschussstellung
in die Sicherheitsstellung bei entspannter Waffenstellung das Abstandshalteelement
erfasst und axial verdrängt.
[0015] Befindet sich die Schusswaffe im gespannten Zustand und in ungesicherter Waffenstellung,
so befindet sich die Sicherungswelle in der Abschussstellung, sodass die Ausnehmung
dem Abstandshalteelement zugewandt ist. Dabei kann es sich um einen umfänglichen Abschnitt
der Ausnehmung handeln, der nicht spiralartig ausgebildet ist. Bevorzugt ist im gespannten
Zustand und in ungesicherter Waffenstellung ein Abschnitt der Ausnehmung dem Abstandshalteelement
zugewandt, welcher einen kreissegmentförmigen Querschnitt besitzt. Befindet sich die
Schusswaffe in Gebrauchshaltung, so befindet sich die Ausnehmung bevorzugt mit der
ersten Tiefe und der ersten Breite oberhalb des Abstandshalteelements. Der Abzugshebel
befindet sich in einer ersten Schwenkstellung. Dabei gleicht das Abstandshalteelement
nur einen ersten Teil eines Abstandes zwischen der Sicherungswelle und dem Abzugshebel
aus. Es verbleibt zumindest ein Abzugsabstand zwischen dem Abzugshebel und der Sicherungswelle,
sodass der Abzugshebel schwenkbar ist, wodurch die Handfeuerwaffe schussfähig ist.
[0016] Befindet sich die Handfeuerwaffe in Gebrauchshaltung und in gespannter und gesicherter
Waffenstellung, so ist die Sicherungswelle in der Sicherheitsstellung, nämlich in
einer Drehstellung, in der sich bevorzugt einer der Vollwellenabschnitte oberhalb
des Abstandshalteelements befindet. Der Abzugshebel befindet sich in der ersten Schwenkstellung.
Der Abzugsabstand zwischen der Sicherungswelle und dem Abstandshalteelement ist in
diesem Zustand nicht vorhanden. In dieser Stellung ist der Abzugshebel nicht schwenkbar
und die Handfeuerwaffe gesichert.
[0017] Sobald ein Schuss mit der Handfeuerwaffe abgefeuert ist, befindet sie sich in entspannter
und ungesicherter Waffenstellung. Der Abzugshebel befindet sich in einer zweiten Schwenkstellung,
wobei der Abstand zwischen dem Abzugshebel und der Sicherungswelle gegenüber der ersten
Schwenkstellung verkleinert ist. Die Sicherungswelle befindet sich noch in der Abschussstellung,
nämlich in einer Drehstellung, in der sich die Ausnehmung bevorzugt mit der ersten
Tiefe und der ersten Breite oberhalb des Abstandshalteelements befindet. Dabei gleicht
das Abstandshalteelement nur einen Teil eines veränderten Abstands zwischen der Sicherungswelle
und dem Abzugshebel aus. Es verbleibt zumindest der Abzugsabstand zwischen dem Abzugshebel
und der Sicherungswelle, sodass der Abzugshebel weiterhin schwenkbar ist.
[0018] Durch einen Wechsel der Sicherungswelle von deren Abschussstellung in deren Sicherungsstellung
wird im entspannten Zustand der Handfeuerwaffe durch die spiralartige Ausnehmung bzw.
durch den spiralartig ausgebildeten umfänglichen Abschnitt der Ausnehmung das Abstandshalteelement
axial bezogen auf die Sicherungswelle entgegen der Federkraft in einen axialen Sperrbereich
verdrängt. In dem Sperrbereich gleicht das Abstandshalteelement einen veränderten
Abstand zwischen dem Abzugshebel und der Sicherungswelle aus und es verbleibt kein
Abzugsabstand, sodass ein Schwenken des Abzugshebels zur Sicherungswelle blockiert
ist. Bei diesem Wechsel von der entspannten ungesicherten in die entspannte gesicherte
Waffenstellung verbleibt der Abzugshebel in der zweiten Schwenkstellung ein. Dabei
wird das Abstandshalteelement in der Ausnehmung bevorzugt von der ersten Breite und
der ersten Tiefe in die zweite Breite mit der zweiten Tiefe geführt und verbleibt
unter Federkraftbeaufschlagung in der Ausnehmung.
[0019] Im gespannten Zustand der Handfeuerwaffe ist eine Bewegung des Abstandshalteelementes
gegenüber der in der Sicherungsstellung befindlichen Sicherungswelle aus dem Sperrbereich
in Richtung der Federkraft freigegeben, sodass sich das Abstandshalteelement aus dem
Sperrbereich zurückbewegt und ein Schwenken des Abzugshebels zu der in ihrer Sicherungsstellung
befindlichen Sicherungswelle blockiert. Der Abzugshebel nimmt beim Überführen der
Handfeuerwaffe von der entspannten gesicherten Waffenstellung in die gespannte gesicherte
Waffenstellung wieder die erste Schwenkstellung ein. Der Abstand zwischen Sicherungswelle
und Abzugshebel ist somit vergrößert. Das Abstandshalteelement nimmt daraufhin durch
seine Federeigenschaften seine Grundstellung wieder ein, indem es beispielsweise aus
der Ausnehmung mit der zweiten Breite herausgleitet und sich axial zurückbewegt. Die
Federkraft bewirkt, dass das Abstandshalteelement die axiale Position im Sperrbereich,
in die es zuvor verdrängt wurde, wieder verlässt. Im Ergebnis befindet es sich bevorzugt
außerhalb der Ausnehmung zwischen dem Vollwellenabschnitt und dem Abzugshebel. Die
Handfeuerwaffe ist gefahrlos in den gesicherten gespannten Zustand überführt.
[0020] Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Abzugssicherung besteht darin, dass
die Handfeuerwaffe auch in abgeschlagener Waffenstellung in einen Sicherungszustand
gebracht werden kann. Dies erlaubt auch bei einem Zündversagen ein gefahrloses Sichern
der Handfeuerwaffe. Vorteilhaft ist auch, dass die Handfeuerwaffe auch bei defekter
Abzugssicherung schussfähig bleibt.
[0021] Das Abstandshalteelement dient zum Halten eines Abstandes und bildet daher einen
Abstandshalter. Das Abstandshalteelement ist bevorzugt durch einen beweglichen Schenkel
gebildet, wobei ein Querschnitt des Schenkels den zu haltenden Abstand bestimmt. Der
Querschnitt des Schenkels ist bevorzugt kreisförmig, sodass der Durchmesser des Querschnittes
dem zu haltenden Abstand gleicht. Das Abstandshalteelement ist bevorzugt schwenkbar,
sodass die Bewegbarkeit durch eine Schwenkbarkeit gebildet ist. Das Abstandshalteelement
ist bevorzugt um eine erste Achse und um eine zweite zur ersten Achse senkrechte Achse
schwenkbar, wobei die erste Achse senkrecht zur Achse der Sicherheitswelle und senkrecht
zur Erstreckungsrichtung des Abzugshebels angeordnet ist, während die zweite Achse
parallel zur Achse der Sicherheitswelle angeordnet ist. Das federkraftbelastete Abstandshalteelement
ist durch eine Federkraft belastet, welche bevorzugt nur das Schwenken um die erste
Achse beaufschlagt.
[0022] Bevorzugt ist das Abstandshalteelement durch ein Federelement gebildet.
[0023] Bei bevorzugten Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Abzugssicherung ist das Abstandshalteelement
durch einen Schenkel einer Schenkelfeder gebildet. In einer bevorzugten Variante ist
die Schenkelfeder U-förmig mit mindestens zwei Schenkeln ausgelegt. Die Schenkelfeder
kann als ein handelsübliches Standardteil kostengünstig erworben werden. Hohe Herstellungskosten
für spezielle Einzelteile sind zur erfindungsgemäßen Ausführung nicht notwendig. Dabei
ist die Schenkelfeder leicht zu montieren und bei einem Bruch schnell und unkompliziert
austauschbar.
[0024] Grundsätzlich kann das mindestens eine Abstandshalteelement Teil einer Feder sein
oder durch eine zusätzliche Feder belastet sein.
[0025] Das Abstandshalteelement bzw. das Federelement ist vorzugsweise aus einem Federstahldraht,
einem Edelstahldraht oder einem verzinktem Federstahldraht gefertigt. Federmaterialien
dieser Art gehören zu den handelsüblichen Federmaterialien und können im Auswahlverfahren
leicht berücksichtigt werden.
[0026] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform sind die Sicherungswelle und das
Abstandhalteelement, bezogen auf die Gebrauchshaltung der Waffe, oberhalb des Abzugshebels
angeordnet. Dabei sind die Sicherungswelle und das Abstandshalteelement an dem, einem
Schlaghebel gegenüberliegenden Ende des Abzugshebels angeordnet.
[0027] Das Abstandshalteelement bzw. die Abstandshalteelemente werden beim Wechsel der Sicherungswelle
von deren Abschussstellung in deren Sicherungsstellung durch die spiralartig ausgebildete
Ausnehmung bzw. durch den spiralartig ausgebildeten Abschnitt der Ausnehmung axial
über einen Bereich des Abzugshebels verschoben, der bevorzugt eben ist, sodass ein
gleicher Abstand zur Achse der Sicherungswelle gewährleistet ist. Allerdings kann
bei alternativen bevorzugten Ausführungsformen dieser Bereich des Abzugshebels unterschiedliche
Höhen aufweisen, insbesondere im Sperrbereich.
[0028] Vorteilhaft ist es, die Sicherungswelle rechtwinklig zur Längsrichtung des Abzugshebels
anzuordnen. Die Sicherungswelle ist kürzer dimensionierbar und damit gewichtsärmer,
und der Betätigungshebel ist nah an der Handfeuerwaffe platzierbar, was eine gute
Handhabung der Handfeuerwaffe erlaubt, da keine Waffenteile von der Handfeuerwaffe
abstehen.
[0029] Bei Ausführungsformen, bei welchen die Abstandshalteelemente durch die Schenkel einer
U-förmigen Schenkelfeder gebildet sind, ist der Vollwellenabschnitt der Sicherungswelle
durch die beiden axial benachbarte spiralartig ausgebildeten Ausnehmung bzw. durch
die beiden spiralartig ausgebildeten Abschnitte der Ausnehmungen bevorzugt keilförmig
ausgeführt. Durch diese Form wird ein sicheres Mitnehmen der beiden Schenkel bei der
axialen Verdrängung der Abstandshalteelemente erreicht.
[0030] Besonders bevorzugt sind die Steuerkurve und das Abstandshalteelement jeweils paarig
ausgebildet. In diesem Fall sind die beiden Abstandshalteelemente bevorzugt durch
die beiden Schenkel einer U-förmigen Schenkelfeder gebildet. Die doppelte Führung
der beiden Schenkel sichert die Funktion der Abzugssicherung zusätzlich. Die beiden
Schenkel werden jeweils durch eine der beiden Steuerkurven, d. h. durch eine der beiden
Ausnehmungen geführt. Die Steuerkurven sind bevorzugt spiegelsymmetrisch zueinander
ausgebildet. Durch einen Wechsel der Sicherungswelle von deren Abschussstellung in
deren Sicherungsstellung werden durch die beiden spiralartig ausgebildeten Ausnehmungen
bzw. durch die beiden spiralartig ausgebildeten Abschnitte der Ausnehmungen die beiden
Schenkel der U-förmigen Schenkelfeder entgegen ihrer Federkraft bevorzugt auseinander,
d. h. voneinander weg gedrängt.
[0031] In einer vorteilhaften Ausführungsform besteht die Sicherungswelle aus Metall oder
Kunststoff. Metallausführungen können, auch durch geeignete Oberflächenbehandlung,
verschleißfester ausgebildet sein, während Kunststoffausführungen ein geringeres Gewicht
aufweisen und kostengünstig, zum Beispiel durch ein Spritzgussverfahren, hergestellt
werden können. Je nach Anwendungsfall kann das geeignete Material gewählt werden.
[0032] Der Abzugshebel einer erfindungsgemäßen Abzugseinheit kann ggf. einzelne Komponenten,
wie eine Abzugsstange, ein Abzugsblatt und ein Abzugszüngel umfassen. Die erfindungsgemäße
Abzugseinheit ist mit der erfindungsgemäßen Abzugssicherung ausgestattet.
[0033] In einer weiteren Ausführungsform hat es sich als günstig erwiesen, den Abzugshebel
mit mindestens einem Niederhalteelement auszubilden. Das Niederhalterelement sichert
die Position des Abstandshalteelementes auf dem Abzugshebel und verhindert, dass sich
das Abstandshalteelement in einer ungünstigen Stellung vom Abzugshebel abhebt. Insofern
zwei der Abstandshalteelemente als Schenkel einer U-förmigen Schenkelfeder gegeben
sind, so sind bevorzugt zwei der Niederhalteelemente ausgebildet, die jeweils an einer
Seite des Abzugshebels angeordnet sind.
[0034] In einer weiteren möglichen Ausführungsform kann ein tunnelförmiger Niederhalter
ausgebildet sein, durch den die Schenkel der U-förmigen Schenkelfeder hindurchgesteckt
sind. Eine solche Ausführung sichert die Schenkelposition auch im Fall eines Bruchs
der Schenkelfeder. Es besteht somit die Möglichkeit, dass mindestens einer der beiden
Schenkel der Schenkelfeder funktionsfähig erhalten bleibt und die Handfeuerwaffe weiterhin
voll funktionsfähig verwendbar ist.
[0035] Der Betätigungshebel besteht bevorzugt aus einem Metall oder aus einem Kunststoff.
Kunststoffausführungen haben ein geringeres Gewicht und sind, wie die Sicherungswelle
kostengünstig, zum Beispiel durch Spritzgussverfahren, herstellbar. Betätigungshebel
aus Metall sind, auch durch mögliche geeignete Oberflächenbehandlung, verschleißfester
als Kunststoff ausbildbar und können eine höhere Bruchfestigkeit haben. Gerade im
militärischen Einsatz, in welchem mit rustikalen Umgebungs- und Handhabungsbedingungen
zu rechnen ist, kann die Metallausführung von Vorteil sein.
[0036] Die erfindungsgemäße Handfeuerwaffe umfasst die erfindungsgemäße Abzugssicherung,
insbesondere als Komponente der erfindungsgemäßen Abzugseinheit. Bevorzugt umfasst
die erfindungsgemäße Handfeuerwaffe bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen
Abzugssicherung. Auch weist die erfindungsgemäße Handfeuerwaffe bevorzugt solche Merkmale
auf, die im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Abzugssicherung beschrieben sind.
Die erfindungsgemäße Handfeuerwaffe ist bevorzugt durch eine halbautomatische Langwaffe
gebildet.
[0037] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
der bevorzugten Ausführungsform, unter Bezugnahme auf die Zeichnung. Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine Abzugseinheit in einer ersten perspektivischen Ansicht in einer entspannten ungesicherten
Waffenstellung mit einer erfindungsgemäßen Abzugssicherung;
- Fig. 2:
- die Abzugseinheit gemäß Fig. 1 in einer Seitenansicht;
- Fig. 3:
- die Abzugseinheit gemäß Fig. 1 in einer zweiten perspektivischen Ansicht in einer
entspannten gesicherten Waffenstellung;
- Fig. 4:
- die Abzugseinheit gemäß Fig. 3 in einer Seitenansicht;
- Fig. 5:
- die in Fig. 1 gezeigte Abzugssicherung in einer perspektivischen Ansicht in ungesicherter
Waffenstellung;
- Fig. 6:
- die in Fig. 1 gezeigte Abzugssicherung in einer perspektivischen Ansicht in gesicherter
Waffenstellung;
- Fig. 7:
- die Abzugseinheit gemäß Fig. 3 in einer perspektivischen Ansicht mit Darstellung eines
axial verdrängten Federelements;
- Fig. 8:
- die in Fig. 7 gezeigte Abzugseinheit in einer perspektivischen Ansicht in gespannter
und gesicherter Waffenstellung mit dem Federelement in nicht verdrängtem Zustand;
und
- Fig. 9:
- die in Fig. 7 gezeigte Abzugseinheit in einer seitlichen Ansicht in gespannter und
entsicherter Waffenstellung.
[0038] Fig. 1 und Fig. 2 zeigen eine bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Abzugssicherung 01 für Schusswaffen, insbesondere für Langwaffen, mit einem abstandshaltenden
Federelement 02 in einer Abzugseinheit 03. Fig. 1 stellt die Abzugseinheit 03 in einer
perspektivischen Ansicht dar. Fig. 2 zeigt die Abzugseinheit 03 ergänzend aus einer
Seitenansicht. Die Abzugssicherung 01 zeigt eine Sicherungswelle 04 mit einem Betätigungshebel
10, mit dem die Sicherungswelle 04 verdrehbar ist. Der Betätigungshebel 10 ist zwischen
seinen Stellungen hin und her schwenkbar. Die Abzugseinheit 03 ist in einer entspannten
ungesicherten Waffenstellung dargestellt. Die Sicherungswelle 04 weist zwei spiegelsymmetrisch
gleich dimensionierte Steuerkurven 05 auf, die in Form von Ausnehmungen 11 die Sicherungswelle
04 mit jeweils einem spiralartig ausgebildeten umfänglichen Abschnitt umlaufen. Dabei
umlaufen die Steuerkurven 05 gegeneinander gespiegelt die Sicherungswelle 04. Ein
axialer Abschnitt der Sicherungswelle 04, der zwischen den axialen Abschnitten der
Ausnehmungen 11 angeordnet ist, ist als eine Vollwelle 12 ausgebildet. Dabei weist
jede der beiden Ausnehmungen 11 zwei Tiefen und zwei Breiten auf.
[0039] Fig. 1 und Fig. 2 zeigen jeweils weiterhin einen Abzugshebel 13, der um eine Abzugsachse
14 schwenkbar ist, einen Unterbrecher 19 und einen schwenkbaren Schlaghebel 20. Der
Abzugshebel 13 befindet sich in einer ersten Schwenkstellung, die der entspannten
Waffenstellung entspricht. Der Betätigungshebel 10 und die Sicherungswelle 04 befinden
sich in einer ersten Drehstellung, die der ungesicherten Waffenstellung, d. h. einer
Feuerstellung bzw. Abschussstellung der Schusswaffe entspricht. In Gebrauchshaltung
der Waffe befindet sich die Sicherungswelle 04 oberhalb des Abzugshebels 13 und des
Federelements 02. Dabei ist sie quer zur Längsrichtung des Abzugshebels 13 angeordnet
und befindet sich an dem Ende des Abzugshebels 13, das dem Schlaghebel 20 gegenüberliegt.
[0040] Das abstandshaltende Federelement 02, das in dieser bevorzugten Ausführung als U-förmige
Schenkelfeder mit zwei Federschenkeln ausgebildet ist, liegt in Längsrichtung des
Abzugshebels 13 auf dem Abzugshebel 13 auf. Das Federelement 02 ist an demjenigen
Ende, an dem die beiden Federschenkel verbunden sind, zwischen dem Abzugshebel 13
und dem Unterbrecher 19, und in Richtung der Sicherungswelle 04 zur Abzugsachse 14
beabstandet, schwenkbar gelagert. Das andere Ende des Federelements 02 ist zwischen
der Sicherungswelle 04 und dem Abzugshebel 13 angeordnet, wo es einen Abstandshalter
zwischen der Sicherungswelle 04 und dem Abzugshebel 13 bildet. In dieser Darstellung
befindet es sich in einer entspannten Federstellung. In dieser Stellung der Sicherungswelle
04 befindet sich ein erster gemeinsamer Teilabschnitt 21 (gezeigt in Fig. 6) der Ausnehmungen
11 mit einer ersten Tiefe und einer ersten Breite oberhalb des Federelements 02.
[0041] Die Federschenkel des Federelementes 02 gleichen einen Teilabstand zwischen der Sicherungswelle
04 und dem Abzugshebel 13 aus, wobei der Abzugshebel 13 betätigbar bleibt, da ein
Abzugsabstand verbleibt.
[0042] Fig. 3 und Fig. 4 zeigen die Abzugseinheit 03 aus den Fig. 1 und 2 in einer entspannten
und gesicherten Waffenstellung. Fig. 3 zeigt die Abzugseinheit 03 in einer perspektivischen
Ansicht, während Fig. 4 die Abzugseinheit 03 aus Fig. 3 ergänzend in einer Seitenansicht
zeigt. Im Vergleich zu Fig. 1 und Fig. 2 befinden sich der Betätigungshebel 10 und
die Sicherungswelle 04 in der zweiten Drehstellung, die der gesicherten Waffenstellung,
d. h. einer Sicherungsstellung der Schusswaffe entspricht. In dieser Stellung der
Sicherungswelle 04 befinden sich die Federschenkel des Federelements 02 jeweils in
einem zweiten Teilabschnitt 22 (gezeigt in Fig. 5) der Ausnehmungen 11, der eine zweite
Tiefe und eine zweite Breite aufweist. Die zweite Tiefe entspricht einem größeren
Durchmesser der Sicherungswelle 04 als der Durchmesser der ersten Tiefe. Das Federelement
02 ist bei der Drehung der Sicherheitswelle 04 in der Ausnehmung 11 geführt und in
Richtung des Abzugshebels 13 sowie in axialer Richtung bezogen auf die Sicherungswelle
04 in eine gespannte Federstellung verdrängt. Das verdrängte Federelement 02 gleicht
den Abstand zwischen der Sicherungswelle 04 und dem Abzugshebel 13 aus, wobei kein
Abzugsabstand verbleibt. Der Abzugshebel 13 ist somit nicht schwenkbar und die Schusswaffe
gesichert.
[0043] Ergänzend zeigt Fig. 7 die Abzugseinheit 03 in einem entspannten gesicherten Waffenzustand
und stellt das Federelement 02 in der axialen Verdrängungsstellung dar, das mit seinen
Federschenkeln jeweils in einem der beiden zweiten Teilabschnitte 22 (gezeigt in Fig.
5) der Ausnehmungen 11 sitzt. Weiterhin sind in Fig. 7 zwei Niederhalteelemente 23
gezeigt, welche die Federschenkel des Federelementes 02 daran hindern, sich vom Abzugshebel
13 abzuheben.
[0044] Es sei zusätzlich auf Fig. 5 hingewiesen, die die beiden zweiten Teilabschnitte 22
der Ausnehmungen 11 in einer Stellung der Sicherungswelle 04 zeigt, die einer ungesicherten
Waffenstellung entspricht. Der Betätigungshebel 10 befindet sich in der ersten Drehstellung.
[0045] Fig. 8 zeigt die Abzugseinheit 03 in gespannter und gesicherter Waffenstellung. Der
Abzugshebel 13 befindet sich in einer zweiten Schwenkstellung. Der Abstand zwischen
der Sicherungswelle 04 und dem Abzugshebel 13 ist gegenüber der ersten Schwenkstellung
des Abzugshebels 13 in entspanntem Waffenzustand vergrößert, wodurch sich die Federschenkel
des Federelementes 02 in Richtung ihrer Federkraft aus den zweiten Teilabschnitten
22 (gezeigt in Fig. 5) der Ausnehmungen 11 herausbewegen und aufeinander zu bewegen
konnten. Der Schlaghebel 20 ist in seiner gespannten Stellung. Die Sicherungswelle
04 ist in die Sicherungsstellung gedreht. Bei Gebrauchshaltung der Schusswaffe befindet
sich der Abschnitt der Vollwelle 12 oberhalb der Federschenkel des entspannten Federelements
02 und gleicht zusammen mit den Federschenkeln des Federelementes 02 den Abstand zwischen
der Sicherungswelle 04 und dem Abzugshebel 13 aus, wobei kein Abzugsabstand verbleibt.
Der Abzugshebel 13 ist blockiert und kann nicht betätigt werden. Die Waffe ist gesichert.
[0046] Fig. 9 zeigt die Abzugseinheit 03 in gespannter und entsicherter Waffenstellung.
Der Abzugshebel 13 befindet sich weiterhin in der zweiten Schwenkstellung. Der Schlaghebel
20 befindet sich weiterhin in seiner gespannten Stellung. Die Sicherungswelle 04 ist
in die Abschussstellung gedreht.
[0047] Die Ausnehmungen 11 sind mit ihrem ersten Teilabschnitt 21 dem Federelement 02 zugewandt,
sodass das Federelement 02 nur einen ersten Teil eines Abstandes zwischen der Sicherungswelle
04 und dem Abzugshebel 13 ausgleicht und ein Abzugsabstand 15 verbleibt. Somit kann
der Abzugshebel 13 zum Auslösen einen Schusses geschwenkt werden, wodurch der Schlaghebel
20 seine gespannte Stellung verlässt.
Bezugszeichenliste
[0048]
- 01
- Abzugssicherung
- 02
- abstandshaltendes Federelement
- 03
- Abzugseinheit
- 04
- Sicherungswelle
- 05
- Steuerkurve
- 06
- -
- 07
- -
- 08
- -
- 09
- -
- 10
- Betätigungshebel
- 11
- Ausnehmung
- 12
- Vollwelle
- 13
- Abzugshebel
- 14
- Abzugsachse
- 15
- Abzugsabstand
- 16
- -
- 17
- -
- 18
- -
- 19
- Unterbrecher
- 20
- Schlaghebel
- 21
- erster Teilabschnitt
- 22
- zweiter Teilabschnitt
- 23
- Niederhalteelement
1. Abzugssicherung (01) für eine Handfeuerwaffe, insbesondere für eine halbautomatische
Langwaffe, mit einer Sicherungswelle (04), die eine Steuerkurve (05) trägt und über
einen Betätigungshebel (10) von einer Sicherheitsstellung in eine Abschussstellung
und zurück verdrehbar ist; wobei die Abzugssicherung (01) an einen um eine Abzugsachse
(14) schwenkbaren Abzugshebel (13) anschlagbar ist; und wobei die Sicherungswelle
(04) in einem gespannten Zustand der Handfeuerwaffe den Abzugshebel (13) in der Sicherheitsstellung
blockiert und in der Abschussstellung freigibt,
dadurch gekennzeichnet, dass sie weiterhin mindestens ein federkraftbelastetes Abstandshalteelement (02) umfasst;
- wobei im gespannten Zustand der Handfeuerwaffe das federkraftbelastete Abstandshalteelement
(02) zwischen dem Abzugshebel (13) und der in ihrer Sicherheitsstellung befindlichen
Sicherungswelle (04) angeordnet ist, wodurch ein Schwenken des Abzugshebels (13) zur
Sicherungswelle (04) blockiert ist;
- wobei die Steuerkurve (05) durch mindestens eine zumindest abschnittsweise spiralartig
ausgebildete Ausnehmung (11) in der Sicherungswelle (04) gebildet ist, welche in der
Abschussstellung der Sicherungswelle (04) im gespannten Zustand der Handfeuerwaffe
dem Abstandshalteelement (02) zugewandt ist, sodass das Abstandshalteelement (02)
nur einen ersten Teil eines Abstands zwischen der Sicherungswelle (04) und dem Abzugshebel
(13) ausgleicht und ein Abzugsabstand (15) verbleibt;
- wobei das Abstandshalteelement (02) im entspannten Zustand der Handfeuerwaffe durch
einen Wechsel der Sicherungswelle (04) von deren Abschussstellung in deren Sicherungsstellung
durch die zumindest abschnittsweise spiralartig ausgebildete Ausnehmung (11) axial
bezogen auf die Sicherungswelle (04) entgegen der Federkraft in einen axialen Sperrbereich
verdrängt ist, in welchem das Abstandshalteelement (02) einen Abstand zwischen dem
Abzugshebel (13) und der Sicherungswelle (04) ausgleicht, sodass ein Schwenken des
Abzugshebels (13) zur Sicherungswelle (04) blockiert ist; und
- wobei im gespannten Zustand der Handfeuerwaffe eine Bewegung des Abstandshalteelementes
(02) gegenüber der in der Sicherungsstellung befindlichen Sicherungswelle (04) aus
dem Sperrbereich in Richtung der Federkraft freigegeben ist, sodass sich das Abstandshalteelement
(02) aus dem Sperrbereich zurückbewegt und ein Schwenken des Abzugshebels (13) blockiert.
2. Abzugssicherung (01) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Abstandshalteelement durch einen beweglichen Schenkel (02) gebildet
ist.
3. Abzugssicherung (01) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie zwei der beweglichen Schenkel umfasst, die an einer Schenkelfeder (02) ausgebildet
sind.
4. Abzugssicherung (01) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schenkelfeder (02) aus einem Federstahldraht, einem Edelstahldraht oder aus einem
verzinktem Federstahldraht besteht.
5. Abzugssicherung (01) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherungswelle (04) und das Abstandshalteelement (02) in einer Gebrauchshaltung
der Handfeuerwaffe oberhalb und an einem Ende des Abzugshebels (13) angeordnet sind,
wobei an einem gegenüberliegenden Ende des Abzugshebels (13) ein Schlaghebel (20)
angeordnet ist.
6. Abzugssicherung (01) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherungswelle (04) rechtwinklig zu einer Längsrichtung des Abzugshebels (13)
angeordnet ist.
7. Abzugssicherung (01) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass im gespannten Zustand der Handfeuerwaffe das federkraftbelastete Abstandshalteelement
(02) zwischen dem Abzugshebel (13) und einem Vollwellenabschnitt (12) der in ihrer
Sicherheitsstellung befindlichen Sicherungswelle (04) angeordnet ist.
8. Abzugssicherung (01) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass das Abstandshalteelement (02) und die Steuerkurve (05) jeweils paarig ausgebildet
sind.
9. Abzugssicherung (01) nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherungswelle (04) aus einem Metall oder einem Kunststoff besteht.
10. Handfeuerwaffe, umfassend eine Abzugssicherung (01) nach einem der Ansprüche 1 bis
9.