[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Anzahl aufgewickelter
Folienrollen, wobei die Folien in ihrem Randbereich durch Umfalten verstärkt sind.
Des weiteren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Herstellung einer Anzahl
aufgewickelter Folienrollen.
[0002] Bei der Herstellung und Aufwicklung von Kunststofffolien ist es eine bekannte Lösung,
die von einer Folienherstellungsanlage, beispielsweise einem Extruder, kommende Kunststofffolie
einer Wickelvorrichtung zuzuführen, um sie für die weitere Handhabung und insbesondere
für den Transport vorzubereiten.
[0003] Dabei ist es beispielsweise aus der
DE 600 15 903 T2 oder aus der
EP 0 638 505 B1 bekannt geworden, das Aufwickeln derart vorzunehmen, dass beim Aufwickeln die seitlichen
Endbereiche der Folie umgefaltet werden. Damit kann erreicht werden, dass die empfindlichen
Seitenbereiche der Folie mechanisch sehr viel stabiler sind, als es bei einer nicht
umgefalteten Folie der Fall ist.
[0004] Damit sich bei umgefaltetem Seitenbereich die gewickelte Folie in den beiden Seitenbereichen
nicht zu stark aufbaut, ist es weiterhin bekannt geworden, beim Wickelvorgang der
Wickelvorrichtung eine oszillierende Querbewegung zu überlagern (Changieren der Wickelvorrichtung).
Eine solche Lösung zeigt beispielsweise die
EP 0 878 425 B1.
[0005] Weiterhin ist es auch bekannt, aus einer zugeführten Folie, die sich über eine Gesamtbreite
erstreckt, mehrere streifenförmige Teil-Folien (Folienabschnitt bzw. "Nutzen") zu
schneiden, wobei die einzelnen Folienabschnitte dann entsprechend aufgewickelt werden.
Dies offenbart beispielsweise die
US 8 221 298 B2.
[0007] Nachteilig ist bei einigen der vorbekannten Lösungen, dass es nicht möglich ist,
direkt im inline-Prozess, d. h. vom Extruder kommend, mehrere Teilnutzen, d. h. Folienabschnitte,
flexibel zu schneiden und zu wickeln. Es ist hier vielmehr vorgesehen, dass das Wickeln
in einem nachgeschalteten Prozess (also offline) erfolgt. Es handelt sich insoweit
um Verfahren und Vorrichtungen, die nur auf eine "einnutzig" zugeschnittene Folie
abstellen.
[0008] Werden die Kanten verstärkt, d. h. verdoppelt bzw. umgelegt, entsteht wie bereits
erwähnt eine Verdickung im Randbereich ("Hundeknochen"), da die Folie im Bereich der
Umlegung dickenmäßig verdoppelt wird und hier entsprechend stark aufbaut. Dadurch
ergeben sich auch bei der Weiterverarbeitung Nachteile, wie erhöhte Außenabmessungen
der gewickelten Folie, was nachteilig beispielsweise ein größeres Verpackungsvolumen,
eine Verblockung der Folie bzw. einen hohen Druck auf die Wickelhülse zur Folge hat.
Um die verstärkten Kanten besser zu wickeln, ist daher in der Regel ein zweiter, nachgeschalteter
Prozess zur Oszillation der Folie notwendig.
[0009] Allen vorbekannten Lösungen ist es gemein, dass die Breite der Folienabschnitte nur
sehr schwer oder gar nicht verändert werden kann. Weiterhin ist es kaum möglich, den
Umfang der Kantenverstärkung, d. h. den umgefalteten Bereich, zu verändern.
[0010] Der Erfindung liegt daher die
Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art sowie eine entsprechende Vorrichtung
zu schaffen, mit dem bzw. mit der es möglich ist, in sehr flexibler Weise beliebig
breite Folienabschnitte in günstiger Weise aufzuwickeln. Es soll insbesondere eine
kompakte Wicklung direkt aus dem Folien-Herstellungsprozess heraus bereit gestellt
werden, der sich durch eine leichte Einstellmöglichkeit sowohl für die Breite der
Folienabschnitte ("Nutzen") also auch für das Maß der Umfaltung der Folie im seitlichen
Randbereich auszeichnet. Somit soll der Prozess direkt aus dem Herstellprozess der
Folie, also inline, mit mehreren Teilnutzen in beliebiger Einstellung durchführbar
sein.
[0011] Die
Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren
die Schritte aufweist:
- a) Zuführen einer sich über eine Gesamtbreite erstreckenden Folie in eine Förderrichtung
zu einer Anzahl Wickelvorrichtungen;
- b) Schneiden der Folie in Förderrichtung mittels mindestens eines Messers, so dass
mindestens zwei sich in Förderrichtung erstreckende Folienabschnitte ("Nutzen") entstehen;
- c) Umfalten zumindest einer Anzahl der durch einen Schnitt mit einem Messer entstandenen
Randbereiche der Folienabschnitte mittels mindestens einer Umfalteinrichtung und Übereinanderlegen
der umgefalteten Abschnitte und des nicht umgefalteten, verbleibenden Teils des Folienabschnitts;
- d) Aufrollen eines jeden Folienabschnitts auf einer oder auf mehreren Wickelvorrichtungen;
wobei während des Aufrollens der Folienabschnitte auf den Wickelvorrichtungen das
mindestens eine Messer und die mindestens eine Umfalteinrichtung in eine Richtung
quer zur Förderrichtung relativ zu den Wickelvorrichtungen simultan oszillierend hin
und her bewegt werden, um die Folienabschnitte infolge der oszillierenden Bewegung
mit sich veränderndem axialen Versatz auf den Wickelvorrichtungen aufzuwickeln.
[0012] Das Umfalten nach obigem Schritt c) erfolgt bevorzugt so, dass die Umfalteinrichtung
die seitlichen Endabschnitte zweier nebeneinander angeordneter Folienabschnitte mittels
zweier benachbarter Umfaltelemente umfaltet. Zum Umfalten von je zwei benachbarten
Folienabschnitten dienen hier insbesondere auch die nachfolgend erwähnten Rollen und
Zentrierkegel.
[0013] Die Vorrichtung zur Herstellung einer Anzahl aufgewickelter Folienrollen, wobei die
Folien in ihrem Randbereich durch Umfalten verstärkt sind, umfasst erfindungsgemäß:
- eine Zuführeinrichtung zum Zuführen einer sich über eine Gesamtbreite erstreckenden
Folie in eine Förderrichtung und eine Anzahl Wickelvorrichtungen,
- mindestens ein Messer zum Schneiden der Folie entlang der Förderrichtung,
- mindestens eine Umfalteinrichtung zum Umfalten zumindest einer Anzahl der durch einen
Schnitt mit einem Messer entstandenen Randbereiche der Folienabschnitte und zum Übereinanderlegen
der umgefalteten Abschnitte und des nicht umgefalteten, verbleibenden Teils des Folienabschnitts,
- einen Oszillationsantrieb, der ausgebildet ist, sowohl das mindestens eine Messer
als auch die mindestens eine Umfalteinrichtung in eine Richtung quer zur Förderrichtung
oszillierend zu bewegen,
wobei Synchronisationsmittel vorhanden sind, um die Oszillationsbewegung des mindestens
einen Messers und der mindestens einen Umfalteinrichtung zu synchronisieren.
[0014] Zumindest eine Anzahl der vorhandenen Umfalteinrichtungen weisen bevorzugt zwei benachbarte
Umfaltelemente auf, die zwei benachbarte Seitenbereiche zweier nebeneinander angeordneter
Folienabschnitte umfalten können. In diesem Falle ist bevorzugt vorgesehen, dass die
beiden Umfaltelemente gesehen in eine Richtung, die senkrecht auf der Förderrichtung
und senkrecht auf der Richtung quer zur Förderrichtung steht, einen V-förmig ausgebildeten
Anlaufbereich für zwei benachbarte Seitenbereiche zweier nebeneinander angeordneter
Folienabschnitte bilden, wobei der Winkel der V-förmigen Struktur zwischen 5° und
60° beträgt.
[0015] Die Synchronisationsmittel werden bevorzugt durch einen an der Umfalteinrichtung
angeordneten Stift gebildet, der in eine Ausnehmung im Oszillationsantrieb eingreift.
Dabei kann jedem Umfaltelement eine Rolle zugeordnet sein, über die die umzufaltende
Folie geführt wird. Die Achsen der Rollen schließt dabei zur Richtung quer zur Förderrichtung
bevorzugt einen Winkel ein, wobei der Winkel vorzugsweise zwischen 1° und 30° beträgt.
Die zwei Umfaltelemente, die beiden Rollen und der Stift der Synchronisationsmittel
sowie vorzugsweise ein Zentrierkegel sind bevorzugt auf einer gemeinsamen Trägerplatte
angeordnet. Die Trägerplatte ist dabei bevorzugt um eine Achse schwenkbar angeordnet,
die parallel zur Richtung quer zur Förderrichtung angeordnet ist, wobei für eine Ausführung
der Schwenkbewegung insbesondere ein Aktuator vorhanden ist.
[0016] Demgemäß stellt die vorliegende Idee eine Möglichkeit zur Verfügung, eine Folie "inline"
auf die gewünschte Nutzenbreite zu schneiden, d. h. mehrere Folienabschnitte ("Nutzen")
in gewünschter Breite in einem Arbeitsgang herzustellen und vorteilhaft zu wickeln.
[0017] Das vorgeschlagene Konzept ermöglicht es, die Kanten der Folie bzw. der Folienbereiche
zu verstärken, indem die Kante nach innen oder nach außen geklappt wird.
[0018] Dabei kann sich die Umfalteinrichtung quer zur Produktionsrichtung (Förderrichtung
der Folie) oszillatorisch hin und her bewegen, um die verstärkten Kantenbereiche für
den Wickelprozess zu verlegen und so weniger Aufbau im Seitenbereich der Folienrolle
zu erreichen. Durch die Hin- und Herbewegung der gesamten Einheit bestehend aus Umfalteinrichtung
und Messer erfährt die Folie keine Winkelveränderung. Dadurch wird die Folie weniger
beansprucht und das Wickelergebnis ist wesentlich stabiler als bei vorbekannten Lösungen.
[0019] Ein wesentlicher Aspekt der vorliegenden Erfindung ist demgemäß, dass bei mehreren
"Teilnutzen" der Folie eine Synchronisation zwischen Messer und Umfalteinrichtung
erfolgt, d. h. diese Baugruppen bewegen sich beide gegenüber der Folie bzw. den Wickelvorrichtungen
oszillatorisch in Querrichtung zur Förderrichtung.
[0020] Demgemäß gilt, dass - wenn die Wickelvorrichtung als (ortsfestes) Bezugssystem angenommen
wird - sich die Messer des Folienlängsschnitts für die einzelnen Teilnutzen und die
gesamte Vorrichtung zur Verstärkung der Kanten (d. h. die Umfalteinrichtungen) in
Folienquerrichtung relativ zu diesem Bezugssystem bewegen. Sowohl das Messer als auch
die Umfalteinrichtungen bewegen sich demgemäß synchronisiert gegenüber den Wickelvorrichtungen.
[0021] Bei allen vorbekannten Systemen ist entweder der Teilnutzen selber bewegt und die
Umfalteinrichtung ortsfest oder der Teilnutzenschnitt (Messer) und die Umlenkung (Umfalteinrichtung)
sind ortsfest und die Folie wird mit einer nachgeschalteten Vorrichtung querbewegt
bzw. oszilliert oder die Umfalteinrichtung ist ortsfest und der Teilnutzenschnitt
(Messer) bewegt sich gegenüber der Wickelvorrichtung.
[0022] Für die Synchronisation der Bewegung von Teilnutzenlängsschnitt (Messer) und Faltrollen
(Umfalteinrichtung) gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Jede dieser Einheiten
kann zum Beispiel mittels eines eigenen Motors hin und her bewegt werden. Die Geschwindigkeit
dieser Motoren kann elektronisch synchronisiert werden.
[0023] Eine besonders einfache und kostensparende Lösung ist indes, dass die Messer und
die Umfaltvorrichtung mittels eines Mitnehmerstiftes bzw. über eine getrennte Verbindung
gekoppelt sind und so beide mit einer einzigen Antriebseinheit changiert (querbewegt)
werden können.
[0024] Demgemäß ergeben sich folgende Vorteile durch die vorgeschlagene Lösung:
Die Vorrichtung kann während der normalen Standardproduktion ein- und ausgeschwenkt
werden, ohne das die Gesamtanlage abgestellt werden muss. Dadurch kann ohne Produktionsstopp
mit oder ohne verstärkte (umgefaltete) Kanten produziert werden.
[0025] Es wird ermöglicht, die Endproduktbreite bzw. Teilnutzenbreite (d. h. die Breite
der Folienabschnitte) inline und ohne Abstellen der Extrusionsanlage zu ändern. D.
h. die vorgeschlagene Vorgehensweise ermöglicht es, unterschiedlich breite Endprodukte
(Folienabschnitte) inline herzustellen.
[0026] Es wird weiter möglich, die Verstärkung, d. h. die Größe des umgefalteten Bereichs
der Folie leicht und flexibel zu verändern.
[0027] Es ist weiter möglich, einen Folienstreifen (Mittelschnitt) herauszuschneiden, um
das Maß (d. h. die Breite) der Verstärkung (Umfaltung) zu ändern.
[0028] Jede Umfalteinrichtung kann für sich oder alle vorhandenen Umfalteinrichtungen können
zusammen hin und her bewegt werden, um die verstärkten Kanten für den Wickelprozess
zu verlegen. Hierbei kann eine variable Einstellung vorgenommen werden.
[0029] Die verstärkten Kanten erhöhen die Robustheit und Nutzung des fertigen Produktes.
Beispielsweise kann die Rolle auch einmal auf den Boden fallen und dennoch wieder
verwendet werden. Durch die Kantenverstärkung werden weiterhin die mechanischen Eigenschaften
der Folie verbessert. Es wird also unter Umständen weniger Folie benötigt, als bei
nicht umgefalteter Folie. Bei üblicher Folie reißt normalerweise die Folie stets an
der Kante zuerst ein. Durch die Verstärkung (Umfaltung) wird das weitgehend verhindert.
[0030] Es entsteht somit ein weiches Endprodukt, das sehr gut von der Rolle abgerollt werden
kann.
[0031] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- in der Seitenansicht eine Vorrichtung zur Herstellung einer Anzahl aufgewickelter
Folienrollen, die aus einer Folienbahn ausgeschnitten und nach Kantenverstärkung durch
Umfalten (Umlegen) aufgewickelt werden, wobei die Arbeitsposition dargestellt ist,
- Fig. 2
- die Darstellung gemäß Fig. 1, wobei eine Position dargestellt ist, in der eine Umfalteinrichtung
nicht in Betrieb ist,
- Fig. 3
- in perspektivischer Darstellung die Vorrichtung zur Herstellung einer Anzahl aufgewickelter
Folienrollen,
- Fig. 4
- die Darstellung gemäß Fig. 3, wobei die Kopplung der Umfalteinrichtungen mit einem
Oszillationsantrieb anders als in Fig. 3 ausgeführt ist,
- Fig. 5
- in perspektivischer Darstellung eine Umfalteinrichtung zum Umfalten der Randbereiche
zweier benachbarter Folienabschnitte,
- Fig. 6
- die Umfalteinrichtung gemäß Fig. 5, gesehen entgegen der Förderrichtung der zugeführten
Folienbahn,
- Fig. 7
- schematisch eine aufgewickelte Folienrolle und
- Fig. 8
- den Schnitt durch den Randbereich der aufgewickelten Folie.
[0032] In Fig. 1 und Fig. 2 ist eine Vorrichtung zur Herstellung einer Anzahl aufgewickelter
Folienrollen zu sehen, wobei die Folienrollen entstehen, indem jeweils ein Folienabschnitt
definierter Breite aus einer Folienbahn mit einer Gesamtbreite ausgeschnitten und
aufgewickelt wird. Der dargestellten Vorrichtung in Förderrichtung F einer Folie 17
vorgelagert ist eine nicht dargestellte Zuführvorrichtung für die Folie 17, beispielsweise
ein Auslauf aus einem Extruder, in dem die Folie 17 hergestellt wird. Nachgelagert
ist der dargestellten Vorrichtung eine Anzahl (nicht dargestellter) Wickelvorrichtungen
zum Aufwickeln von Folienabschnitten ("Nutzen"). Dabei kann, was bevorzugt ist, auch
vorgesehen werden, dass mehrere Folienabschnitte auf derselben Wickelvorrichtung aufgewickelt
werden. Die Zuführvorrichtung ist dabei genauso wie die Wickelvorrichtungen als solche
hinlänglich vorbekannt, wobei ausdrücklich auf den oben genannten Stand der Technik
Bezug genommen wird.
[0033] Erfindungswesentlich ist vielmehr die in den Figuren 1 und 2 dargestellte Anordnung.
Deren detaillierter Aufbau geht insbesondere in der Zusammenschau mit den weiteren
Figuren 3 bis 6 hervor.
[0034] In den Figuren 7 und 8 ist eine fertig gewickelte Folienrolle 1 zu sehen. Diese Rolle
ist ein aufgewickelter Folienabschnitt 5, der aus einer breiteren zugeführten Folie
mit einer Gesamtbreite ausgeschnitten und dann aufgewickelt wurde. Zu erwähnen ist
und in Fig. 8 zu sehen, dass der zur Folienrolle 1 aufgewickelte Folienabschnitt 5
in seinen beiden Randbereichen 2 eine Umfaltung 3 aufweist, d. h. ein umgefalteter
Abschnitt 7 ist um 180° umgefaltet und an den Rest des Folienabschnitts angelegt.
Durch diese Umfaltung 3 ergeben sich eine wesentlich höhere mechanische Stabilität
des Randbereichs der Folie sowie eine Unempfindlichkeit des Randbereichs beim Abrollen
der Rolle sowie hinsichtlich mechanischer Beschädigungen (falls die Rolle einmal auf
den Boden fällt).
[0035] Bei der Herstellung der Folienrollen 1 mit seitlicher Umfaltung 3 wird nun so vorgegangen,
dass zunächst die sich über eine Gesamtbreite erstreckende Folie (vom Extruder) in
Förderrichtung F zugeführt wird und letztlich zu den Wickelvorrichtungen gelangt.
Zwischen der Zuführeinrichtung und den Wickelvorrichtungen befindet sich die in Fig.
1 dargestellte Vorrichtung.
[0036] Die zugeführte Folie wird dann in "Nutzen" geschnitten, d. h. es erfolgt ein Schneiden
der Folie in Förderrichtung F mittels einer Anzahl Messer 4, so dass mehrere sich
in Förderrichtung F erstreckende Folienabschnitte 5 entstehen.
[0037] Anschließend erfolgt das Umfalten der Randbereiche 2 der Folienabschnitte 5 mittels
einer Anzahl Umfalteinrichtungen 6. Eine einzelne dieser Umfalteinrichtungen ist in
den Figuren 5 und 6 näher dargestellt. Mit ihnen erfolgt ein Übereinanderlegen der
umgefalteten Abschnitte 7 und des verbleibenden Teils des Folienabschnitts 5.
[0038] Schließlich erfolgt - was nicht mehr dargestellt ist - ein Aufrollen eines jeden
Folienabschnitts 5 auf einer oder auf mehreren Wickelvorrichtungen an sich bekannter
Art (s. hierzu den oben genannten Stand der Technik).
[0039] Wesentlich ist dabei, dass während des Aufrollens der Folienabschnitte 5 auf die
Wickelvorrichtungen die Messer 4 und die Umfalteinrichtungen 6 in eine Richtung quer
Q zur Förderrichtung F relativ zu den Wickelvorrichtungen simultan oszillierend hin
und her bewegt werden. Hierzu dient ein Oszillationsantrieb 8.
[0040] Wie am besten aus Fig. 5 gesehen werden kann, erfolgt das Umfalten dabei so, dass
die Umfalteinrichtung 6 die seitlichen Endabschnitte zweier nebeneinander angeordneter
Folienabschnitte 5 mittels je zweier benachbarter Umfaltelemente 11 und 12 umfaltet,
wobei das Umfalten auch durch die Rollen 13, 14 und einen Zentrierkegel 22 unterstützt
und stabilisiert wird. Der Folienabschnitt 5 wird also zunächst mittels des Messers
4 geschnitten und an den Rollen 13, 14 um 90° vororientiert. Mittels der Umfaltelemente
11, 12 erfolgt das Umklappen der Folienränder in die jeweilige Richtung, wobei dann
mittels des Zentrierkegels 22 eine nochmalige Fixierung erfolgt sowie eine Stabilisierung
für das sich anschließende Aufwickeln.
[0041] Der im Randbereich umzufaltende Folienabschnitt 5 wird also mittels der Rollen 13,
14 für das Umfalten vororientiert (Umbiegen um ca. 90°), wobei die in Förderrichtung
F nachfolgenden Umfaltelemente 11, 12 das Umfalten (um 180°) vollenden. Der Zentrierkegel
22 fixiert die verstärkte Kante und stabilisiert den umgefalteten Folienabschnitt;
ferner führt der Zentrierkegel 22 den umgefalteten Folienabschnitt 5 zur Wickelvorrichtung.
[0042] Bezüglich des Aufbaus der vorgeschlagenen Vorrichtung wird zunächst auf die Figuren
5 und 6 Bezug genommen. Auf einer Trägerplatte 15 sind zwei Rollen 13 und 14 symmetrisch
zu einer Mittenebene angeordnet. Die Rollen 13, 14 haben je eine Achse a, die zur
Richtung Q quer zur Förderrichtung F einen kleinen Winkel β einschließt. Dieser ist
in Fig. 6 zu erkennen und liegt meist zwischen 1° und 30°.
[0043] Die Förderrichtung F liegt in dieser Mittenebene. Die beiden Umfaltelemente 11 und
12 sind gleichermaßen symmetrisch zu der genannten Mittenebene angeordnet. Betrachtet
man die beiden Umfaltelemente 11, 12, die je aus einem gebogenen Blech bestehen und
auf der Trägerplatte 15 angeschraubt sind, in einer Richtung N, die senkrecht zur
Förderrichtung F und senkrecht aus einer Richtung Q quer zur Förderrichtung steht,
wird eine V-förmige Kontur der Faltkanten der Umfaltelemente 11, 12 sichtbar. Der
Winkel α ist in Fig. 5 eingetragen; er liegt bevorzugt zwischen 15° und 40°.
[0044] Auf der Trägerplatte 15 ist über einen Haltearm noch der Zentrierkegel 22 angeordnet,
der in der Mittenebene angeordnet ist und die Ränder der auslaufenden und umgefalteten
Folienabschnitte 5 nochmals fixiert und stabilisiert.
[0045] Es wurde bereits ausgeführt, dass ein wesentlicher Aspekt der Erfindung ist, dass
während des Aufrollens der Folienabschnitte 5 auf den (nicht dargestellten) Wickelvorrichtungen
sowohl die Messer 4 als auch die Umfalteinrichtungen 6 in Richtung Q quer zur Förderrichtung
F relativ zu den Wickelvorrichtungen simultan oszillierend hin und her bewegt werden.
Hierfür sind zwischen den Messern 4 bzw. den diese tragenden Vorrichtungen und den
Umfalteinrichtungen 6 Synchronisationsmittel 9, 10, 20 vorhanden. Diese Synchronisationsmittel
bestehen im Ausführungsbeispiel nach den Figuren 1, 2, 3, 5 und 6 aus einem Stift
9, der auf der Trägerplatte 15 befestigt ist, und dem Verbindungselement 20, das mit
dem Messer 4 verbunden ist. Die Trägerplatten 15 sind über die Schiene 9' mit dem
Oszillationsantrieb 8 verbunden. Der Stift 9 greift in Ausnehmungen 10 der Verbindungsteile
20 ein, welche auf den Messern 4 angeordnet sind. Dies wird in der Zusammenschau der
Figuren 1 und 3 ersichtlich. Hier ist zu sehen, dass der Oszillationsantrieb 8 einen
Motor aufweist, der eine sich in Richtung Q erstreckende Schiene 9' oszillierend antreibt;
auf der Schiene 9' sind die Trägerplatten 15 angeordnet. Die Stifte 9 greifen in die
Ausnehmungen 10 der Verbindungsteile 20 ein, welche auf den Messern 4 angeordnet sind.
Durch das Eingreifen der Stifte 9 in die Ausnehmungen 10 im Verbindungsteil 20 wird
die Synchronisation mit den Messern hergestellt.
[0046] Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 sind die Synchronisationsmittel 9, 10, 20 etwas
anders ausgebildet. Hier ist eine Verbindungsschiene 10' vorgesehen, die sich quer
zur Förderrichtung F erstreckt und die mit allen Messern 4 verbunden ist. Die Verbindungsschiene
10' stellt eine Kopplung mit dem Oszillationsantrieb 8 her. Die Trägerplatte 15 der
Umfalteinrichtung 6 ist mit der Schiene 9' verbunden. Die Schiene 9' ist ebenfalls
mit dem Oszillationsantrieb 8 gekoppelt. Demgemäß wird hier in gleicher Weise eine
Oszillation der Umfalteinrichtungen, in Kopplung mit den Messern 4, quer zur Förderrichtung
F bewerkstelligt.
[0047] Wie weiter in den Figuren 1 bis 4 gesehen werden kann, ist ein Aktuator 16 vorhanden,
mit dem sämtliche Umfalteinrichtungen 6, die auf einem Tragelement 21 befestigt sind,
in Eingriff oder außer Eingriff geschwenkt werden können. In Fig. 1 befinden sich
die Umfalteinrichtungen 6 im Betrieb, in Fig. 2 sind sie in eine Nicht-Betriebsposition
heraus geschwenkt.
Bezugszeichenliste:
[0048]
- 1
- Folienrolle
- 2
- Randbereich der Folienrolle
- 3
- Umfaltung
- 4
- Messer
- 5
- Folienabschnitt
- 6
- Umfalteinrichtung
- 7
- umgefalteter Abschnitt
- 8
- Oszillationsantrieb
- 9, 10
- Synchronisationsmittel
- 9
- Stift
- 9'
- Schiene
- 10
- Ausnehmung
- 10'
- Verbindungsschiene
- 11
- Umfaltelement
- 12
- Umfaltelement
- 13
- Rolle
- 14
- Rolle
- 15
- Trägerplatte
- 16
- Aktuator
- 17
- Folie
- 18
- Halterung
- 19
- Träger
- 20
- Verbindungsteil (Teil der Synchronisationsmittel)
- 21
- Tragelement
- 22
- Zentrierkegel
- F
- Förderrichtung
- Q
- Richtung quer zur Förderrichtung (Horizontale)
- N
- Richtung senkrecht auf der Förderrichtung und senkrecht auf der Richtung quer zur
Förderrichtung
- a
- Achse der Rolle
- α
- Winkel
- β
- Winkel
1. Verfahren zur Herstellung einer Anzahl aufgewickelter Folienrollen (1), wobei die
Folien in ihrem Randbereich (2) durch Umfalten (3) verstärkt sind, wobei das Verfahren
die Schritte aufweist:
a) Zuführen einer sich über eine Gesamtbreite erstreckenden Folie in eine Förderrichtung
(F) zu einer Anzahl Wickelvorrichtungen;
b) Schneiden der Folie in Förderrichtung (F) mittels mindestens eines Messers (4),
so dass mindestens zwei sich in Förderrichtung (F) erstreckende Folienabschnitte (5)
entstehen;
c) Umfalten (3) der Randbereiche (2) der Folienabschnitte (5) mittels mindestens einer
Umfalteinrichtung (6) und Übereinanderlegen der umgefalteten Abschnitte (7) und des
verbleibenden Teils des Folienabschnitts (5);
d) Aufrollen eines jeden Folienabschnitts (5) auf einer oder auf mehreren Wickelvorrichtungen;
wobei während des Aufrollens der Folienabschnitte (5) auf den Wickelvorrichtungen
das mindestens eine Messer (4) und die mindestens eine Umfalteinrichtung (6) in eine
Richtung quer (Q) zur Förderrichtung (F) relativ zu den Wickelvorrichtungen simultan
oszillierend hin und her bewegt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Umfalten nach Schritt c) gemäß Anspruch 1 so erfolgt, dass die Umfalteinrichtung
(6) die seitlichen Endabschnitte zweier nebeneinander angeordneter Folienabschnitte
(5) mittels zweier benachbarter Umfaltelemente (11, 12) umfaltet.
3. Vorrichtung zur Herstellung einer Anzahl aufgewickelter Folienrollen (1), wobei die
Folien in ihrem Randbereich (2) durch Umfalten (3) verstärkt sind, insbesondere zur
Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei die Vorrichtung
umfasst:
- eine Zuführeinrichtung zum Zuführen einer sich über eine Gesamtbreite erstreckenden
Folie in eine Förderrichtung (F) und eine Anzahl Wickelvorrichtungen,
- mindestens ein Messer (4) zum Schneiden der Folie entlang der Förderrichtung (F),
- mindestens eine Umfalteinrichtung (6) zum Umfalten (3) der Randbereiche (2) der
Folienabschnitte (5) und zum Übereinanderlegen der umgefalteten Abschnitte (7) und
des verbleibenden Teils des Folienabschnitts (5),
- einen Oszillationsantrieb (8), der ausgebildet ist, sowohl das mindestens eine Messer
(4) als auch die mindestens eine Umfalteinrichtung (6) in eine Richtung quer (Q) zur
Förderrichtung (F) oszillierend zu bewegen,
wobei Synchronisationsmittel (9, 9', 10, 10') vorhanden sind, um die Oszillationsbewegung
des mindestens einen Messers (4) und der mindestens einen Umfalteinrichtung (6) zu
synchronisieren.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Anzahl der vorhandenen Umfalteinrichtungen (6) zwei benachbarte Umfaltelemente
(11, 12) aufweist, die zwei benachbarte Seitenbereiche zweier nebeneinander angeordneter
Folienabschnitte (5) umfalten können.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Umfaltelemente (11, 12) gesehen in eine Richtung (N), die senkrecht auf
der Förderrichtung (F) und senkrecht auf der Richtung quer (Q) zur Förderrichtung
(F) steht, einen V-förmig ausgebildeten Anlaufbereich für zwei benachbarte Seitenbereiche
zweier nebeneinander angeordneter Folienabschnitte (5) bilden, wobei der Winkel (α)
der V-förmigen Struktur zwischen 5° und 60° beträgt.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Synchronisationsmittel (9, 10) durch einen an der Umfalteinrichtung (6) angeordneten
Stift (9) gebildet werden, der in eine Ausnehmung (10) im Oszillationsantrieb (8)
eingreift.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Umfaltelement (11, 12) eine Rolle (13, 14) zugeordnet ist, über die die umzufaltende
Folie geführt wird.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Achsen (a) der Rollen (13, 14) zur Richtung quer (Q) zur Förderrichtung (F) einen
Winkel (β) einschließen, wobei der Winkel (β) vorzugsweise zwischen 1° und 30° beträgt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Umfaltelemente (11, 12), die beiden Rollen (13, 14) und der Stift (9) der
Synchronisationsmittel (9, 10) sowie vorzugsweise ein Zentrierkegel (22) auf einer
gemeinsamen Trägerplatte (15) angeordnet sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (15) um eine Achse schwenkbar angeordnet ist, die parallel zur Richtung
quer (Q) zur Förderrichtung (F) angeordnet ist, wobei für eine Ausführung der Schwenkbewegung
insbesondere ein Aktuator (16) vorhanden ist.