[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Fadentrennvorrichtung zum Klemmen und
Trennen eines Fadens, wobei der Faden in einen Trennkanal eingeführt, an zwei Klemmstellen
geklemmt und anschließend gerissen wird, und der Faden in einem Abstand geklemmt wird,
welcher größer als die durchschnittliche Faserlänge ist.
[0002] Bei verschiedenen Spinnverfahren, insbesondere beim Luftspinnen und beim Rotorspinnen
ist das Trennen eines Fadens in gezielter Weise erforderlich, um das geschaffene Fadenende
zum Wiederanspinnen verwenden zu können. Beim Wiederanspinnen wird das präparierte
Garnende in die Spinnvorrichtung zurückgeführt und ein neuer Faden wird an das Garnende
angesetzt. Ziel dabei ist es, dass bei diesem Vorgang ein Ansetzer entsteht, welcher
einerseits eine hohe Festigkeit aufweist und sich andererseits aber von dem restlichen
Garnen so wenig wie möglich unterscheidet. Für die Garnendenpräparation des alten
Fadens wird daher versucht, ein allmählich auslaufendes Garnende zu schaffen, bei
welchem die darin enthaltene Fasermasse kontinuierlich von 100 % auf 0 % reduziert
wird. Die in dem Garnende enthaltenen Fasern sollen dabei möglichst nicht zerrissen
sein, sondern ihre ursprüngliche Länge beibehalten. An dieses so geschaffene Garnende
des alten Fadens wird der neue Faden angesetzt. Dabei versucht man den Auslauf des
Fadenendes des alten Fadens und den Anlauf des neu gesponnenen Fadenanfangs des neuen
Fadens in der Masseverteilung über einen möglichst langen Bereich allmählich von 100
% auf 0 % abfallen bzw. von 0 % auf 100 % ansteigen zu lassen. Bei dem neu angesponnen
Faden wird das mit einer allmählich zunehmenden Faserzuführung über die Ansteuerung
der Geschwindigkeiten der Motoren der Faserzuführung, beispielsweise im Streckwerk
realisiert.
[0003] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Methoden der Garnendenpräparationen bekannt.
Derartige Methoden werden insbesondere bei Spinnmaschinen, wie beispielsweise Luftspinnmaschinen
oder Rotorspinnmaschinen eingesetzt, sind aber auch in Spleißeinrichtungen bekannt,
bei welchen zwei bestehende Fadenenden miteinander verbunden werden. Bei den bekannten
Methoden wird der Faden beispielsweise aufgedreht und anschließend auseinandergezogen.
Außerdem sind Schleif- oder Fräseinrichtungen bekannt, mit denen das Fadenende angespitzt
wird. Die Methoden sind häufig auch abhängig von dem jeweiligen Spinnverfahren und
den sich daraus ergebenden Strukturen der Faserverteilung innerhalb des Garnes. So
ist insbesondere bei Garnen, welche mit Luftspinnmaschinen hergestellt wurden, das
Aufdrehen des Garnes nicht möglich, da das Innere des Fadens einen drehungslosen Bereich
aufweist und sich dieses beim Versuch des Aufdrehens des Garnes verdrehen würden und
somit einen stärkeren Zusammenhalt bilden würden. Deshalb hat es sich bei der Garnendenpräparation
von Luftspinngarnen als vorteilhaft erwiesen, dass der Faden in einem Abstand geklemmt
wird, welcher größer der Faserlänge des Garnes ist und das Garn danach gerissen wird.
Das gerissene Fadenende läuft dabei in gewünschter Weise spitz aus. Werden auf der
Luftspinnmaschine verschiedene Faserlängen versponnen, so muss der Garnendenpräparator
stets neu eingestellt werden, damit die Klemmlinie des Fadens größer der Faserlänge
ist. Dies erfordert einen hohen Einstellaufwand und außerdem eine aufwändige Vorrichtung
zum Reißen des Fadens. Darüber hinaus werden hierbei häufig unterschiedliche Ergebnisse
erzielt, was sich negativ auf einen gleichmäßigen Ansetzer auswirkt.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit ein Verfahren und eine entsprechende
Fadentrennvorrichtung zum Klemmen und Trennen eines Fadens zu schaffen, mit welchen
der Faden zuverlässig und wiederholgenau getrennt werden kann und das Verfahren und
die Vorrichtung einfach und kostengünstig sind, um gegebenenfalls jede Spinnstelle
damit ausrüsten zu können.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst mit einem Verfahren und einer Fadentrennvorrichtung mit den
Merkmalen der unabhängigen Ansprüche.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Klemmen und Trennen eines Fadens wird der
Faden in einen Trennkanal eingeführt, an zwei Klemmstellen geklemmt und anschließend
gerissen, wobei bei der Faden in einem Abstand geklemmt wird, welcher größer als die
durchschnittliche Faserlänge ist. Der Faden wird an den beiden Klemmstellen unmittelbar
vor dessen Trennung fixiert, so dass kein weiteres Fadenstück in den Bereich zwischen
den beiden Klemmstellen nachgezogen werden kann. Der Abstand der beiden Klemmstellen
muss nicht dem Abstand der größten Faserlänge entsprechen, wesentlich ist vielmehr,
dass die Fadenlänge zwischen den beiden Klemmstellen größer als die Faserlänge ist.
Dementsprechend wird der Faden zwischen den beiden Klemmstellen und vor seiner Klemmung
ausgelenkt, und erst anschließend geklemmt. Hierdurch wird sichergestellt, dass der
Faden eine Schlaufe zwischen den beiden Klemmstellen bildet, welche eine Fadenlänge
zwischen den beiden Klemmstellen ergibt, die größer als die Faserlänge ist. Hierdurch
ist ebenfalls sichergestellt, dass keine Fasern gerissen werden, sondern dass jede
Faser zwischen den beiden Klemmstellen nur an einer Stelle geklemmt ist. Einzelne
der Fasern sind dabei an der einen Klemmstelle geklemmt, andere der Fasern an der
anderen Klemmstelle. Hierdurch kann der Faden zwischen den beiden Klemmstellen durchtrennt
werden, ohne dass die Fasern beschädigt werden. Damit ist eine hohe Garnqualität auch
nach dem Ansetzen gewährleistet, da sich keine gekürzten Fasern in dem Ansetzer befinden,
welche die Garnqualität und die Garnfestigkeit beeinträchtigen würden.
[0007] Dadurch, dass der Faden zwischen den beiden Klemmstellen vor seiner Klemmung ausgelenkt
und erst anschließend geklemmt wird, kann durch die Länge der Auslenkung auf verschiedene
Faserlängen Einfluss genommen werden. So genügt es bei Garnen mit kurzen Faserlängen
die Auslenkung geringer zu machen und bei Garnen in welchen lange Faserlängen gesponnen
werden, kann die Auslenkung und damit die Fadenschlaufe vergrößert werden. Die Anordnung
der Klemmstellen muss dabei nicht zu verändert werden. Die daraus resultierende Vorrichtung
zur Fadentrennung kann dementsprechend sehr einfach ausgestaltet werden.
[0008] In einer vorteilhaften Ausführung wird der Faden mittels Federkraft und/oder pneumatisch
und/oder elektrisch geklemmt. Dabei werden in der Regel Stempel verwendet, welche
auf eine Gegenfläche drücken und dabei den Faden einklemmen. Die Betätigung des Stempels
kann in einer besonders einfachen Ausführung mittels einer Feder erfolgen. Der Stempel
kann aber auch pneumatisch oder elektrisch betätigt werden.
[0009] Vorteilhafterweise wird der Faden zuerst mittels Federkraft und anschließend pneumatisch
oder elektrisch geklemmt. Auch wenn die Federkraft in der Regel ausreichend ist den
Faden entsprechend zu fixieren, wird die weitere Unterstützung durch pneumatische
oder elektrische Mittel, eine sichere Klemmung des Fadens bewerkstelligen, ohne dass
dieser durch die Klemmstellen hindurchrutschen könnte.
[0010] In einer besonders vorteilhaften Ausführung der Erfindung wird der Faden mittels
eines Schiebers ausgelenkt und dabei über einen insbesondere gewölbten Amboss gelegt.
Der Schieber befindet sich vorzugsweise zwischen den beiden späteren Klemmstellen
und bildet die Schlaufe des Fadens zwischen den beiden Klemmstellen in der gewünschten
Länge, welche größer als die Faserlänge ist. Dadurch, dass der Faden über einen insbesondere
gewölbten Amboss gelegt wird, wird der Faden schonend auf die spätere Trennung vorbereitet.
Die Trennstelle ist hierdurch auch definiert und verhindert ein Reißen des Fadens
an einer nicht gewünschten, beispielsweise scharfkantigen Stelle der Umlenkung.
[0011] Zum Trennen des Fadens wird der Faden in einer bevorzugten Ausführung der Erfindung
mittels des Schiebers nach der Klemmung des Fadens über seine Klemmlänge hinaus ausgelenkt
und dabei getrennt. Der Schieber weist damit neben dem Bilden der Fadenschlaufe eine
weitere Funktion auf. Als erstes lenkt er den Faden von seinem geradlinigen Verlauf
in dem Trennkanal aus, um eine Fadenschlaufe zu bilden, welche größer als die Faserlänge
ist, anschließend wird der Faden an den Klemmstellen geklemmt und durch eine weitere
Bewegung des Schiebers wird der Faden getrennt, indem die aneinander haftenden Fasern
mithilfe des Schiebers auseinandergezogen werden.
[0012] In einer ganz bevorzugt einen Ausführung der Erfindung wird der Schieber in Richtung
auf den Faden bewegt und bewegt dabei ebenfalls einen Stempel und einen Kolben. Hierdurch
ist eine baulich sehr einfache Ausführung zu erzielen. Es sind keine separaten Antriebe
für Stempel und Kolben erforderlich. Dies wird durch den Schieber selbst bewerkstelligt,
welcher durch eine weitere Bewegung in Richtung auf den Faden den Stempel und Kolben
antreibt.
[0013] Vorzugsweise lenkt der Schieber den Faden aus und der Stempel hält den Faden auf
den Amboss fest. Durch den Stempel wird durch das Zusammenwirken mit dem Amboss eine
bzw. zwei Klemmstellen gebildet, welche den Faden fixieren. Der Schieber ist dagegen
für die Bewegung des Fadens vorgesehen, um diesen auszulenken und anschließend zu
durchtrennen.
[0014] Durch eine weitere Bewegung des Schiebers wird vorzugsweise der Kolben gegen den
Stempel gedrückt und klemmt dabei den Faden.
[0015] Wird der Schieber noch weiter bewegt, so versucht er den Faden weiter auszulenken,
was aber wegen der Klemmung des Fadens durch den Stempel an den beiden Klemmstellen
nicht mehr möglich ist. Hierdurch reißt der Faden im Bereich des Stempels, indem die
Fasern zwischen den beiden Klemmstellen auseinandergezogen werden.
[0016] Nachdem der Faden getrennt ist, werden für den nächsten Fadentrennvorgang der Schieber,
der Stempel und der Kolben insbesondere mittels Federkraft in ihre Ausgangslage zurückbewegt.
Auch wenn dies mittels pneumatischen oder elektrischen Mitteln möglich wäre, so ist
die Verwendung von Federn dieser Stelle besonders einfach.
[0017] Eine erfindungsgemäße Fadentrennvorrichtung zum Klemmen und Trennen eines Fadens
weist einen Trennkanal auf, in dem zwei Klemmstellen angeordnet sind. Erfindungsgemäß
sind dem Trennkanal ein Kolben, ein Stempel und ein Amboss sowie ein Schieber zugeordnet.
Der Stempel wirkt mit dem Amboss zum Klemmen des Fadens an den zwei Klemmstellen zusammen
und der Schieber ist zwischen den beiden Klemmstellen quer zum Faden bewegbar, um
eine Fadenschlaufe zu bilden und insbesondere den Faden zu durchtrennen. Durch das
Zusammenwirken der entsprechenden Bauteile ist eine sehr einfach betätigbare Fadentrennvorrichtung
geschaffen. Sie bewirkt ein Trennen des Fadens, ohne dass eine aufwändige Einstellung
oder Steuerung für die Fadentrennvorrichtung erforderlich wäre.
[0018] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Abstand der Klemmstellen der Fadentrennvorrichtung
geringer ist als die Faserlänge des zu trennenden Fadens. Die Fadentrennvorrichtung
kann hierdurch sehr kompakt gebaut werden. Die Trennung des Fadens ohne Reißen der
Fasern ist dennoch möglich, indem der zwischen den beiden Klemmstellen liegende Faden
eine Fadenschlaufe bildet, welche geringer ist als die Faserlänge des Fadens. Hierdurch
wird sichergestellt, dass keine Fasern zerreißen, sondern die Trennung des Fadens
durch auseinandergleiten der einzelnen Fasern, welche jeweils nur an einer Klemmstelle
geklemmt sind, erfolgt.
[0019] Vorzugsweise sind der Kolben, der Stempel und/oder der Schieber mit Federkraft und/oder
pneumatisch und/oder elektrisch angetrieben. In einer bevorzugten Ausführung wirkt
eine schematische Energie auf den Kolben, den Stempel und den Schieber um diese auszufahren
und den Faden zu trennen, während eine Feder die Bauteile wieder zurück in ihre Ausgangsposition
bewegt. Damit ist sichergestellt, dass sich auch ohne pneumatische Unterstützung der
Kolben, der Stempel und der Schieber in der eingefahrenen Ausgangsposition befindet
und nur bei aktiver Ansteuerung in die Fadentrennposition gelangen. Mit einer entsprechenden
Gestaltung von Kolben, Stempel und Schieber in Bezug auf deren Querschnittsfläche,
auf welche der pneumatische Druck einwirken kann, ist eine nach und nach Betätigung
der einzelnen Bauteile Kolben, Stempel und Schieber zu bewirken, ohne dass der anliegende
Druck verändert werden müsste. Alleine durch das Anlegen eines Überdrucks an die Fadentrennvorrichtung
werden dabei nach und nach die drei Bauteile ausgefahren. Nach dem Abschalten und
entlüften des Überdrucks bewirkt eine oder mehrere Federn, dass die drei Bauteile
wieder in ihre Ausgangsposition zurück bewegt werden.
[0020] Vorzugsweise bewegen sich der Kolben, der Stempel und der Schieber in einer Bewegungsrichtung
linear auf den Faden zu. Dadurch können alle drei Bauteile zylinderartig ausgebildet
werden und entsprechend einfach, insbesondere pneumatisch, angesteuert werden.
[0021] Um eine besonders kompakte Bauweise der Fadentrennvorrichtung zu schaffen, ist es
vorteilhaft, wenn der Kolben eine Führung für den Schieber und/oder den Stempel aufweist.
Die Teile sind dabei ineinander geschlachtet und führen sich gegenseitig. Durch eine
insbesondere pneumatische Betätigung können sie damit sehr einfach bewegt werden.
[0022] Ist der Schieber innerhalb und der Stempel außerhalb des Kolbens geführt, so wird
wiederum eine sehr einfache Bauweise geschaffen. Die Bauteile sind aufeinander abgestimmt
und können entsprechend ihrer Anordnung mittels Federkraft und/oder pneumatisch betätigt
werden. Vorzugsweise sind auch die Federn zum Ausfahren oder Zurückfahren der Bauteile
jeweils an den anderen Bauteilen geführt, so dass zusätzliche Bauelemente nicht oder
kaum erforderlich sind.
[0023] Ist der Kolben in einem Gehäuse geführt, so ist ebenfalls ein einfaches Element geschaffen,
um eine kompakte Fadentrennvorrichtung herstellen zu können. Das Gehäuse kann gleichzeitig
zur Druckluftzuführung dienen, um insbesondere den Kolben und den Schieber zu betätigen.
[0024] Ist der Amboss gewölbt ausgebildet, so kann sich der Faden unter den Amboss legen,
ohne dass er beschädigt wird. Die Trennung kann zwischen den beiden Klemmstellen an
dem Amboss sehr exakt durchgeführt werden.
[0025] Weist der Amboss eine Öffnung zur Aufnahme des Fadens und des Schiebers auf, so wird
der Schieber ebenso wie der zu trennende Faden in vorteilhafter Weise geführt, um
eine definierte Trennstelle zu erzielen.
[0026] Ist zwischen Stempel und Kolben und/oder zwischen Kolben und Schieber und/oder zwischen
Kolben und Gehäuse eine Feder angeordnet zur Bewegung von Stempel, Kolben und/oder
Schieber in deren Ausgangslage oder in die Klemmposition, so wird die jeweilige Feder
vorteilhaft geführt und gehalten, ohne dass zusätzliche Bauteile erforderlich wären.
[0027] Ist an dem Kolben ein Bewegungsanschlag für den Schieber angeordnet, so ist insbesondere
die Position des Schiebers in ausgefahrenem Zustand definiert. Die Größe der Fadenschlaufe
wird ebenso wie die Trennung des Fadens zwischen den beiden Klemmstellen hierdurch
festgelegt.
[0028] Sind an dem Stempel zumindest ein, vorzugsweise zwei Bewegungsanschläge für den Kolben
angeordnet, so wird hierdurch einerseits das Andrücken des Stempels auf den Faden
und den Amboss bewirkt und andererseits wird das Zurückfahren des Stempels zusammen
mit dem Kolben in die Ausgangsposition bewirkt.
[0029] Ganz besonders vorteilhaft ist es, wenn die beweglichen Teile Stempel, Kolben und
Schieber in einem einzigen Gehäuse angeordnet sind. Hierdurch ist eine sehr kompakte
und kostengünstige Bauweise der Fadentrennvorrichtung zu erzielen.
[0030] Weitere Vorteile der vorliegenden Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen
beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- eine Fadentrennvorrichtung in Ausgangsposition,
- Figur 2
- die Fadentrennvorrichtung gemäß Figur 1 mit ausgefahrenem Schieber,
- Figur 3
- die Fadentrennvorrichtung der Figur 1 mit ausgefahrenem Stempel und
- Figur 4
- die Fadentrennvorrichtung der Figur 1 mit ausgefahrenem Kolben.
[0031] In Figur 1 ist als schematische Schnittdarstellung eine Fadentrennvorrichtung 1 mit
einem Faden 2 dargestellt. Die Fadentrennvorrichtung 1 weist ein Gehäuse 3 und einem
Trennkanal 4 auf. Der Faden 2 ist in den Trennkanal 4 eingeführt, beispielsweise durch
einsaugen oder einfädeln. An dem Gehäuse 3 ist ein Druckluftanschluss 5 angeordnet,
mit welchem Druckluft in einen Hohlraum 6 des Gehäuses 3 eingebracht werden kann.
In dem Hohlraum 6 ist ein Schieber 7 und ein Kolben 8 angeordnet. Der Schieber 7 weist
einen Schieberkopf 9 und ein Schwert 10 auf. Mittels einer Dichtung 11, welche in
dem Schieberkopf 9 angeordnet ist, dichtet der Schieberkopf 9 gegenüber einer Innenseite
des Kolbens 8, insbesondere im Bereich eines Kolbenkopfes 12 ab. Zwischen dem Kolben
8 und dem Schieber 7 ist weiterhin eine Feder 13 angeordnet, welche in weitgehend
entspanntem Zustand den Schieberkopf 9 von einem Mittelteil 14 des Kolbens 8 beabstandet
hält. Die Feder ist in einem Innenraum des Kolbens 8 angeordnet. Das Schwert 10 des
Schiebers 7 ragt durch das Mittelteil 14 hindurch. Der Kolben 8 weist in seinem Innenraum
eine Führung 15 auf, an welcher der Schieberkopf 9 und dessen Dichtung 11 geführt
sind. Entlang der Führung 15 kann der Schieberkopf 9 gegen die Federkraft der Feder
13 linear bewegt werden, wenn Druckluft über den Druckluftanschluss 5 in den Hohlraum
6 eindringt. Dabei wird die Feder 13 zusammengedrückt. Sobald der Druck in dem Hohlraum
6 nachlässt, bewegt die Feder 13 den Schieberkopf 9 wieder in die Ausgangsposition
zurück.
[0032] Der Kolbenkopf 12 ist in dem Hohlraum 6 mittels einer Dichtung 16 gegenüber einer
Führung 17 abgedichtet. Der Kolbenkopf 12 ist linear entlang der Führung 17 gegen
die Kraft einer Feder 18 bewegbar. Durch die unterschiedlichen Flächen des Schieberkopfes
9 und des Kolbenkopfes 12 wird bei Beaufschlagung des Hohlraum 6 mit Druckluft zuerst
der Schieberkopf 9 gegen die Kraft der Feder 13 bis zu einem Anschlag gedrückt. Sodann
wird der Schieber 7 zusammen mit dem Kolben 8 gegen die Kraft der Feder 18 entlang
der Führung 17 bewegt.
[0033] Am unteren Ende des Kolbens 8 ist ein Stempel 20 angeordnet. Der Stempel 20 ist an
einer Führung 21 des Gehäuses 3 linear geführt. An der Innenseite des Stempels 20
ist eine weitere Führung 22 angeordnet, welche zur Führung des Kolbens 8 dient. Stempel
20 und Kolben 8 sind mit einer Feder 23 gegeneinander gespannt. Mittels eines Anschlages
24 sind Stempel 20 und Kolben 8 miteinander verbunden. Der Stempel 20 wird zusammen
mit dem Kolben 8 und dem Schieber 7 linear nach unten bewegt. Sobald der Stempel 20
auf einem Amboss 25 des Trennkanals 4 anstößt, wird der Kolben 8 entgegen der Feder
23 weiter bewegt bis der Kolben 28 an einem Anschlag 26 des Stempels 20 anstößt.
[0034] In den folgenden Figuren ist die Arbeitsweise der Fadentrennvorrichtung 1 im Einzelnen
dargestellt. In Figur 2 ist über den Druckluftanschluss 5 genügend Druckluft in dem
Hohlraum 6 aufgebaut worden, um die Feder 13 vollständig zusammenzudrücken und den
Schieberkopf 9 bis in seine Endposition im Innenraum des Kolbens 8 zu bewegen. Der
Kolben 8 sowie der Stempel 20 sind noch in ihrer Ausgangsposition. Das Schwert 10
des Schiebers 7 ist dagegen bereits soweit ausgefahren, dass es den in dem Trennkanal
4 liegenden Faden 2 in eine Trennungsöffnung 30 des abgerundeten Amboss 25 lenkt.
Der Faden 2 wird dabei um die Rundungen des Amboss 25 gelegt. Er ist noch nicht geklemmt
und kann deshalb bezüglich der erforderlichen Länge nachgeführt werden.
[0035] In Figur 3 ist dargestellt, wie in der Folge der Kolben 8 bewegt wird. Der Kolben
8 wird dabei entlang der Führung 17 nach unten geführt. Der Hohlraum 6 wird größer.
Die Feder 18 wird durch den Druck in dem Hohlraum 6 zusammengedrückt. Zusammen mit
dem Kolben 8 fährt der Stempel 20 in Richtung Amboss 25 und klemmt schließlich an
Klemmstellen 31 beidseits der Trennungsöffnung 30 den Faden 2. Die Klemmstellen 31
liegen dabei in einem Abstand I, welcher geringer ist als die Länge L des in Form
einer Schlaufe geklemmten Fadens 2. Die Länge L der Schlaufe kann durch eine Wahl
unterschiedlich langer Schwerter 10 beeinflusst werden.
[0036] Um den Faden 2 schließlich zu trennen und die Klemmung an den Klemmstellen 31 noch
weiter zu vergrößern, wird bei weiterer Druckbeaufschlagung des Hohlraums 6 der Kolben
8 zusammen mit dem Schieber 7 noch weiter nach unten gedrückt, wie in Figur 4 dargestellt
ist. Dabei verschiebt sich der Stempel 20 und der Kolben 8 entlang der Führung 22.
Die Feder 23 wird dabei zusammengedrückt. Wenn der Kolben 8 auf dem unteren Anschlag
26 des Stempels 20 angelangt ist, befindet sich das Schwert 10 des Schiebers 7 in
seiner maximalen ausgefahrenen Position. Diese Position ist größer als die Länge L
des Fadens. Das Schwert 10 durchtrennt deshalb den Faden 2 innerhalb der Trennungsöffnung
30 in zwei Hälften L/2. Die Fadenlänge L ist dabei länger als die Stapellänge des
Fadens 2, vorzugsweise sogar länger als die längste Faser im Faden. Als besonders
vorteilhaft hat es sich ergeben, wenn die Länge L der Schlaufe mindestens das 1,2-
bis 1,8-fache der Stapellänge ist. Daher werden nicht die einzelnen Fasern, sondern
der Faden 2 getrennt, indem die nur an einer Stelle geklemmten Fasern aneinander vorbei
gleiten, indem sie dem Schwert 10 des Schiebers 7 ausweichen.
[0037] Nachdem der Druck in dem Hohlraum 6 wieder ausgeleitet worden ist, drücken die Federn
13, 18 und 23 den Schieber 7, den Kolben 8 und den Stempel 20 wieder in ihre Ausgangsposition
gemäß Figur 1 zurück. Die zwei Hälften L/2 des Fadens 2 können somit separat weiterbehandelt
werden. So kann das eine Fadenende des Fadens 2 zum Ansetzen an einen neuen Faden
in der Spinnmaschine genutzt werden, während das andere Fadenende üblicherweise dem
Abfall zugeführt wird.
[0038] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt.
Insbesondere Kombinationen der einzelnen Ausführungen sind jederzeit im Rahmen der
Ansprüche möglich.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Fadentrennvorrichtung
- 2
- Faden
- 3
- Gehäuse
- 4
- Trennkanal
- 5
- Druckluftanschluss
- 6
- Hohlraum
- 7
- Schieber
- 8
- Kolben
- 9
- Schieberkopf 9
- 10
- Schwert
- 11
- Dichtung
- 12
- Kolbenkopf
- 13
- Feder
- 14
- Mittelteil
- 15
- Führung
- 16
- Dichtung
- 17
- Führung
- 18
- Feder
- 20
- Stempel
- 21
- Führung
- 22
- Führung
- 23
- Feder
- 24
- Anschlages
- 25
- Amboss
- 26
- Anschlag
- 28
- Kolben
- 30
- Trennungsöffnung
- 31
- Klemmstelle
- I
- Abstand der Klemmstellen 31
- L
- Länge der Fadenschlaufe
1. Verfahren zum Klemmen und Trennen eines Fadens (2), wobei der Faden (2) in einen Trennkanal
(4) eingeführt, an zwei Klemmstellen (31) geklemmt und anschließend gerissen wird,
wobei der Faden (2) in einem Abstand geklemmt wird, welcher größer als die durchschnittliche
Faserlänge ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden (2) zwischen den beiden Klemmstellen (31) und vor seiner Klemmung ausgelenkt,
sodann geklemmt und schließlich zwischen den beiden Klemmstellen (31) durchtrennt
wird.
2. Verfahren nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden (2) mittels Federkraft und/oder pneumatisch und/oder elektrisch geklemmt
wird.
3. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden (2) zuerst mittels Federkraft und anschließend pneumatisch oder elektrisch
geklemmt wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden (2) mittels eines Schiebers (7) ausgelenkt und dabei über einen insbesondere
gewölbten Amboss (25) gelegt wird.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden (2) mittels des Schiebers (7) über seine Klemmlänge hinaus ausgelenkt und
dabei getrennt wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schieber (7) in Richtung auf den Faden (2) bewegt wird und dabei einen Stempel
(20) und einen Kolben (8) mitbewegt.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schieber (7) den Faden (2) auslenkt und der Stempel (20) den Faden (2) auf dem
Amboss (25) hält.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine weitere Bewegung des Schiebers (7) der Kolben (8) gegen den Stempel (20)
drückt und dabei den Faden (2) klemmt und anschließend durch eine weitere Bewegung
des Schiebers (7) der Faden (2) getrennt wird.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schieber (7), der Stempel (20) und der Kolben (8) mittels Federkraft in ihre
Ausgangslage zurück bewegt werden.
10. Fadentrennvorrichtung zum Klemmen und Trennen eines Fadens (2), wobei die Vorrichtung
einen Trennkanal (4) aufweist, in dem zwei Klemmstellen (31) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass dem Trennkanal (4) ein Kolben (8), ein Stempel (20), ein Amboss (25) und ein Schieber
(7) zugeordnet ist und der Stempel (20) mit dem Amboss (25) zusammenwirkt zum Klemmen
des Fadens (2) an den zwei Klemmstellen (31) und der Schieber (7) zwischen den beiden
Klemmstellen (31) quer zum Faden (2) bewegbar ist zum Auslenken des Fadens zwischen
den beiden Klemmstellen und vor seiner Klemmung und zum anschließenden Durchtrennen
des Fadens (2).
11. Fadentrennvorrichtung nach dem vorherigen Anspruch, dadurch eg kennzeichnet, dass der Abstand der Klemmstellen (31) der Fadentrennvorrichtung (1) geringer als
die Faserlänge ist.
12. Fadentrennvorrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (8), der Stempel (20) und/oder der Schieber (7) mit Federkraft und/oder
pneumatisch und/oder elektrisch angetrieben sind.
13. Fadentrennvorrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (8) eine Führung für den Schieber (7) und/oder den Stempel (20) aufweist
und/oder der Schieber (7) innerhalb und der Stempel (20) außerhalb des Kolbens (8)
geführt sind.
14. Fadentrennvorrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Amboss (25) gewölbt ist und/oder eine Öffnung zur Aufnahme des Fadens (2) und
des Schiebers (7) aufweist.
15. Fadentrennvorrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Stempel (20) und Kolben (8) und/oder zwischen Kolben (8) und Schieber (7)
und/oder zwischen Kolben (8) und Gehäuse eine Feder (13, 18, 23) angeordnet ist zur
Bewegung von Stempel (20), Kolben (8) und/oder Schieber (7) in deren Ausgangslage.
16. Fadentrennvorrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Kolben (8) ein Bewegungsanschlag für den Schieber (7) angeordnet ist und/oder
dass an dem Stempel (20) zumindest ein, vorzugsweise zwei Bewegungsanschläge (24,
26) für den Kolben (8) angeordnet sind.