Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen hydraulischen Antrieb mit mechanisch gekoppelten
Arbeits- und Fahrzylindern, auf eine Presse-, Biege- oder Stanzmaschine mit einem
solchen Antrieb und ein Verfahren zum Betrieb eines solchen Antriebs.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Systeme mit hydraulischen Antrieben werden für diverse Zwecke verwendet, beispielsweise
für Presse-, Biege- oder Stanzmaschinen. Bei solchen Anwendungen wird einerseits eine
hohe Kraft bei kleiner Geschwindigkeit des Kolbens (Kraftgang) oder des damit verbundenen
Werkzeugs (Pressen, Biegen) und andererseits eine hohe Geschwindigkeit bei kleiner
Kraft des Kolbens (Eilgang) oder des damit verbundenen Werkzeugs (Heranfahren/Wegfahren
des Werkzeugs zum/vom zu bearbeitenden Teil) benötigt. Dazu werden üblicherweise zwei
separate Zylinder (ein Fahrzylinder für schnelle Bewegung mit kleiner Kraft und ein
Arbeitszylinder für langsame Bewegung mit hoher Kraft) mit jeweils einem Stellglied
genutzt, das heutzutage als Stetigventil oder Verstellpumpe ausgeführt ist. Diese
Stellglieder benötigen entweder eine Hochdruckquelle oder einen offenen Tank zur Nachlieferung
von Hydraulikflüssigkeit für den hydraulischen Antrieb. Durch die feste Zuordnung
jeweils eines Stellglieds zu Fahr- und Arbeitszylinder sind die Anzahl der benötigten
Komponenten, der Installationsaufwand und die Investitionskosten erheblich. Weiterhin
ist die Energieeffizienz mangelhaft, insbesondere im Teillastbereich und bei der Verwendung
von Stetigventilen.
[0003] EP 2 480 405 B1 offenbart einen hydraulischen Antrieb mit einem Fahr- und einem Arbeitszylinder mit
einer drehzahlvariablen Pumpe als Stellglied in einem geschlossenen Hydraulikkreislauf,
an dem über ein Ventil ein Druckreservoir angeschlossen ist. Die beiden Zylinder sind
separat voneinander als Differentialzylinder ausgeführt. Eine kompaktere Ausführung
wäre dagegen wünschenswert. Bei der dort offenbarten Anordnung fällt der Fahrzylinder
bei dem Kraftgang als zusätzliche kraftausübende Komponente weg, so dass die im Kraftgang
wirkende Kraft alleine durch den Arbeitszylinder aufgebracht werden muss, was die
Effizienz des Antriebs mindert. Beim Eilgang wird die Geschwindigkeit des Werkzeugs
dagegen ausschließlich durch dessen Gewicht bestimmt. Es können im Eilgang daher keine
höheren Geschwindigkeiten, als die durch die Gewichtskraft des Werkzeugs vorgegebene,
erreicht werden. Somit ist dieser hydraulische Antrieb nur begrenzt variabel betreibbar.
[0004] Es ist daher wünschenswert, einen hydraulischen Antrieb zur Verfügung zu stellen,
der eine Mindestanzahl an Komponenten benötigt, den Installationsaufwand gering hält,
die Energieeffizienz verbessert, kompakt gebaut werden kann und ausreichend variabel
betreibbar ist.
Zusammenfassung der Erfindung
[0005] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen hydraulischen Antrieb zur Verfügung
zu stellen, der eine Mindestanzahl an Komponenten benötigt, den Installationsaufwand
gering hält, die Energieeffizienz verbessert, kompakt gebaut werden kann und ausreichend
variabel betreibbar ist.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen hydraulischen Antrieb umfassend einen Arbeitszylinder
und einen mechanisch mit dem Arbeitszylinder verbundenen Fahrzylinder, wobei der Arbeitszylinder
und der Fahrzylinder jeweils einen oberen und einen unteren Zylinderraum umfassen
und alle vier Zylinderräume der Arbeits- und Fahrzylinder in einem geschlossenen und
mit einer hydraulischen Flüssigkeit gefüllten und vorgespannten Druckkreis in geeigneter
Weise miteinander verbunden sind, eine Hydraulikmaschine mit erstem und zweitem Druckanschluss
im Druckkreis zur Umförderung der hydraulischen Flüssigkeit zwischen den einzelnen
Zylinderräumen der Arbeits- und Fahrzylinder während des Betriebs des hydraulischen
Antriebs angeordnet ist, und wobei mindestens ein erstes und ein zweites Wegeventil
so im Druckkreis angeordnet sind, dass deren jeweilige für die verschiedenen Betriebsphasen
des hydraulischen Antriebs geeigneten Schaltstellungen zusammen mit der geeignet betriebenen
Hydraulikmaschine eine gemeinsame Bewegung des Arbeits- und Fahrzylinders in die eine
oder andere Kolbenbewegungsrichtung ermöglichen, vorzugsweise werden dafür nur das
erste und das zweite Wegeventil im Druckkreis angeordnet.
[0007] Hierbei bezeichnet der Begriff "Arbeitszylinder" einen Zylinder, der für die Durchführung
eines kraftaufbauenden Bewegungsablaufs vorgesehen ist, also eine Bewegung der Kolbenstange
mit hoher Kraft bei kleiner Geschwindigkeit ermöglicht. Der Begriff Fahrzylinder bezeichnet
dagegen einen Zylinder, der für einen schnellen Bewegungsablauf unter Ausübung einer
geringen Kraft vorgesehen ist. In der erfindungsgemäßen Anordnung sind Arbeits- und
Fahrzylinder mechanisch miteinander verbunden. Dabei trägt der Arbeitszylinder nicht
aktiv zum schnellen Bewegungsablauf bei, sondern wird vom Fahrzylinder als passive
Komponente mitbewegt. Dagegen unterstützt der Fahrzylinder den Arbeitszylinder bei
der kraftaufbauenden Bewegung (hoher Kraft, geringe Geschwindigkeit) aktiv, indem
auch im Fahrzylinder eine Kraft in Bewegungsrichtung der Kolbenstange aufgebaut wird.
Dadurch kann die kraftaufbauende Bewegung beim Pressen, Biegen oder Stanzen einer
entsprechenden Maschine durch den erfindungsgemäßen hydraulischen Antrieb unterstützt
werden.
[0008] Die Fahr- und Arbeitszylinder besitzen jeweils zwei Zylinderräume, die durch einen
Kolben mit jeweils einer Kolbenfläche zum oberen und unterem Zylinderraum hin getrennt
sind. Dabei wird der Zylinderraum als oberer Zylinderraum bezeichnet, in den bei der
kraftaufbauenden Bewegung (Kraftgang) die hydraulische Flüssigkeit mittels der Hydraulikmaschine
hineingefördert wird. Entsprechend wird der andere Zylinderraum im jeweiligen Zylinder
als unterer Zylinderraum bezeichnet, bei dem bei der kraftaufbauenden Bewegung (Kraftgang)
die hydraulische Flüssigkeit mittels der Hydraulikmaschine herausgefördert wird
[0009] Die Kolbenstangenrichtung bezeichnet in der vorliegenden Erfindung die beiden Richtungen,
in die sich die Kolbenstange bewegen kann. Die Kolbenstangenrichtung ist somit durch
die Kolbenstange und durch die Ausrichtung der Zylinder vorgegeben.
[0010] Der Begriff "hydraulische Flüssigkeit" bezeichnet hier jede Flüssigkeit, die zur
Übertragung von mechanischer Energie in Hydrauliksystemen geeignet ist. Geeignete
hydraulische Flüssigkeiten haben gute Schmiereigenschaften, eine hohe Alterungsbeständigkeit
und ein hohes Benetzungs- und Haftvermögen. Außerdem sollten sie eine Verträglichkeit
mit Dichtungen sowie eine Harz- und Säurefreiheit besitzen sowie einen geringen Temperatureinfluss
auf die dynamische als auch kinematische Viskosität, eine geringe Kompressibilität
und eine geringe Schaumbildung zeigen. Geeignete hydraulische Flüssigkeiten sind zum
Beispiel Mineralöle, auch Hydrauliköle genannt, oder schwer entflammbare Flüssigkeiten
wie HFA, HFB, HFC oder HFD. Das Umfördern der hydraulischen Flüssigkeit bezeichnet
dabei das Verlagern (Fördern) von hydraulischer Flüssigkeit durch die Druckleitungen
des Druckkreises hindurch von einem Zylinderraum in einem anderen Zylinderraum.
[0011] Die hydraulische Flüssigkeit wird dabei in einem geschlossenen Druckkreis umgefördert.
Der Begriff "geschlossen" bezeichnet die Abwesenheit von zur Umgebungsluft offenen
Öltanks zum Ölausgleich im hydraulischen Antrieb. Der geschlossene Druckkreis ist
ein System aus mehreren Druckleitungen, das die hydraulische Flüssigkeit im Betrieb,
mit Ausnahme von Leckagen, nicht verlassen kann. Der Druckkreis ist aus verschiedenen
Druckleitungen aufgebaut, die die Hydromaschine mit den Zylindern verbinden. Dabei
kann der Druckkreis Druckleitungen umfassen, die sich in mehrere Leitungen verzweigen
oder Verbindungsstellen umfassen, an denen mehrere Druckleitungen zu einer weiterführenden
Druckleitung zusammengeführt werden. Der erfindungsgemäße hydraulische Antrieb kann
somit in dem geschlossenen Druckkreis ohne zur Umgebungsluft offene angeschlossene
Öltanks oder Ölausgleichreservoirs betrieben werden. Der Druckkreis ist dabei vorgespannt,
dass heißt, er steht unter einem erhöhten Permanentdruck. Die Vorspannung der hydraulischen
Flüssigkeit erhöht das Kompressionsmodul der Flüssigkeit. Hierdurch erhöht sich die
Eigenfrequenz des Systems, was zu einer Verbesserung der dynamischen Eigenschaften
führt. Ferner wird durch die Vorspannung vermieden, dass die Pumpe Schaden durch Kavitationseffekte
nimmt. Ein Betrieb der Hydraulikmaschine würde bei nicht vorgespannten hydraulischen
Flüssigkeiten dazu führen, dass sich diese Flüssigkeiten zuerst entspannen oder zuerst
komprimiert werden, bevor sie sich im Druckkreis in Bewegung setzen. Nicht vorgespannte
Druckkreise arbeiten somit mit einer zeitlichen Verzögerung der Hydraulikbewegung
und verlieren dadurch Antriebsenergie durch die Kompressions- und Entspannungsvorgänge
in der hydraulischen Flüssigkeit bei Förderung durch die Hydraulikmaschine. Der Vorspanndruck
im erfindungsgemäßen hydraulischen Antrieb beträgt daher vorzugsweise mindestens 5
bar. Der Vorspanndruck kann beispielsweise über eine Druckquelle, die über ein Rückschlagventil
mit dem Druckkreis verbunden ist, konstant gehalten werden. Das Rückschlagventil ermöglicht
der Druckquelle lediglich Leckagen auszugleichen. Bei einer perfekten Dichtigkeit
des hydraulischen Antriebs beziehungsweise des Druckkreises und einer inkompressiblen
Flüssigkeit wäre diese Druckquelle für den Betrieb des hydraulischen Antriebs nicht
notwendig.
[0012] Die Hydraulikmaschine ist dabei in dem Druckkreis integriert, indem deren beide Druckanschlüsse
(erster und zweiter Druckanschluss) mit den Druckleitungen des Druckkreises verbunden
sind. Die Hydraulikmaschine ist beispielsweise eine drehzahlveränderbare Hydraulikmaschine.
[0013] Der Betrieb des hydraulischen Antriebs bezeichnet einen gesamten Bewegungszyklus
der Komponenten, die mit dem hydraulischen Antrieb bewegt werden. Der Bewegungszyklus
ist vollständig durchlaufen, wenn die gleiche Position der Zylinder und der Kolbenstange
nach Durchlaufen eines oberen und eines unteren Totpunkts erreicht ist. Als Totpunkt
wird der Punkt bezeichnet, bei dem die Kolbenstange zur Ruhe kommt und anschließen
ihre Bewegungsrichtung umdreht. Ein Betriebszyklus unterteilt sich dabei in verschiedene
Betriebsphasen des hydraulischen Antriebs. In der Betriebsphase "Eilgang-abwärts"
fährt der hydraulische Antrieb mit hoher Geschwindigkeit und geringer Kraft die Kolbenstange
aus, in der Betriebsphase "Kraftgang" wird die Bewegung in gleiche Richtung bei kleiner
Geschwindigkeit und hoher Kraftausübung fortgesetzt. Beim Erreichen des Totpunktes
erfolgt die Betriebsphase "Kraftabbau", bis der hydraulische Antrieb entspannt ist
und die Bewegungsrichtung umgekehrt werden kann. In der Betriebsphase "Eilgang-aufwärts"
wird die Kolbenstange mit hoher Geschwindigkeit und geringer Kraft wieder in die andere
Richtung bewegt, bis der andere Totpunkt erreicht ist. Daran kann sich nun die Betriebsphase
"Eilgang-abwärts" oder die Betriebsphase "Stillstand" anschließen, in der der hydraulische
Antrieb sich in Ruhe befindet.
[0014] Der erfindungsgemäße hydraulische Antrieb kommt dabei mit einer Mindestanzahl an
Komponenten aus, hält den Installationsaufwand gering, verbessert die Energieeffizienz,
kann kompakter gebaut werden und ist ausreichend variabel betreibbar. Insbesondere
benötigt der hydraulische Antrieb lediglich ein einziges Stellglied (die Hydraulikmaschine),
um sowohl den Fahr- als auch den Arbeitszylinder zu versorgen.
[0015] In einer Ausführungsform ist das erste Wegeventil in einer ersten Druckleitung des
Druckkreises angeordnet, die die beiden Zylinderräume des Arbeitszylinders miteinander
verbindet und in einer ersten Schaltstellung einen beidseitigen Durchlass der hydraulischen
Flüssigkeit zum Kurzschließen der beiden Zylinderräume ermöglicht. Durch diese erste
Druckleitung mit diesem ersten Wegeventil können die Zylinderräume des Arbeitszylinders
kurzgeschlossen werden, beispielsweise damit der Arbeitszylinder beim Eilgang keinen
Gegendruck zur Fahrbewegung des Fahrzylinders aufbauen kann. Durch den Kurzschluss
der Zylinderräume des Arbeitszylinders herrschen in beiden Zylinderräumen näherungsweise
gleiche Drücke und damit keine relevante durch die hydraulische Flüssigkeit auf die
Kolbenfläche im Arbeitszylinder wirkende Kraft. Die erste Druckleitung kann dabei
Verzweigungen in weitere Druckleitungen umfassen. Das Wegeventil kann jedes geeignete
Wegeventil mit mindestens zwei Schaltstellungen sein. In einer bevorzugten Ausführungsform
ist das erste Wegeventil ein 2/2-Wegeventil und ist dazu vorgesehen, in der anderen
zweiten Schaltstellung die erste Druckleitung in beide Richtungen zu sperren. Durch
diese andere Schaltstellung kann ein Kraftaufbau am Arbeitszylinder erreicht werden,
beispielsweise während des Kraftgangs.
[0016] In einer weiteren Ausführungsform ist das erste Wegeventil ein Stetigventil. Hierdurch
wird eine weichere Umschaltung zwischen den mit den Betriebsphasen ermöglicht. Ferner
kann auch das zweite Wegeventil ein Stetigventil sein.
[0017] In einer weiteren Ausführungsform ist der erste Druckanschluss der Hydraulikmaschine
über eine zweite und dritte Druckleitung des Druckkreises mit den jeweils oberen Zylinderräumen
der Arbeits- und Fahrzylinder verbunden, wobei das zweite Wegeventil in der zweiten
Druckverbindung zum oberen Zylinderraum des Arbeitszylinders angeordnet ist. Die Hydraulikmaschine
fördert die hydraulische Flüssigkeit im Druckkreis in die eine oder in die andere
Richtung. Insofern hat die Hydraulikmaschine zwei Anschlüsse, einen ersten und einen
zweiten Druckanschluss. Hierbei kann die zweite Druckleitung entweder direkt in den
oberen Zylinderraum des Arbeitszylinders oder in einer Ausführungsform in die erste
Druckleitung münden und somit über die erste Druckleitung mit dem oberen Zylinderraum
des Arbeitszylinders verbunden sein. Damit kann die Hydraulikmaschine über ihren ersten
Druckanschluss die hydraulische Flüssigkeit in die oberen Zylinderräume der beiden
Zylinder fördern und somit für den Kraftgang in beiden Zylindern Druck und damit Kraft
aufbauen oder je nach Schaltstellung des zweiten Wegeventils die hydraulische Flüssigkeit
nur in den oberen Zylinderraum des Fahrzylinders für einen Eilgang fördern. Das zweite
Wegeventil kann jedes geeignete Wegeventil mit mindestens drei Schaltstellungen sein.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist das zweite Wegeventil dazu ein 2/3-Wegeventil
mit drei unterschiedlichen Schaltstellungen.
[0018] In einer weiteren Ausführungsform ermöglicht eine erste der Schaltstellungen des
zweiten Wegeventils einen beidseitigen Durchlass der hydraulischen Flüssigkeit zum
Kurzschließen der beiden oberen Zylinderräume, während eine zweite der Schaltstellungen
des zweiten Wegeventils eine Rückschlagventilstellung ist, wobei der Durchlass in
Richtung des oberen Zylinderraums des Fahrzylinders gesperrt ist und in umgekehrte
Richtung ermöglicht wird, und eine dritte der Schaltstellungen des zweiten Wegeventils
die zweite Druckleitung in beide Richtungen sperrt. Die erste Schaltstellung des zweiten
Wegeventils ermöglicht beispielsweise einen Kraftabbau nach Beendigung des Kraftgangs,
da diese Schaltstellung es der hydraulischen Flüssigkeit ermöglicht, aus beiden oberen
Zylinderräumen bei entsprechendem Betrieb der Hydraulikmaschine abzufließen und somit
die Kraft auf die Kolbenflächen abzubauen. Die zweite Schaltstellung des zweiten Wegeventils
ermöglicht beispielsweise einen Druckausgleich durch Druckabgabe vom oberen Zylinderraum
des Fahrzylinders in den geöffneten Bypass (Kurzschluss) des Arbeitszylinders beim
Eilgang, indem die Rückschlagstellung bei Überschreiten eines Mindestdruckes das zweite
Wegeventil in Richtung des Arbeitszylinders öffnet. Dasselbe geschieht beispielsweise
beim Kraftgang, wo hydraulische Flüssigkeit durch die Hydraulikpumpe in die zweite
und dritte Druckleitung gepresst (gefördert) wird. Der Druck für den Kraftgang übersteigt
dabei den Sperrdruck der Rückschlagventilstellung bei weitem, so dass das zweite Wegeventil
auch beim Kraftgang die zweite Druckleitung zum oberen Zylinderraum des Arbeitszylinders
öffnet. Hierbei kann die zweite Druckleitung entweder direkt in den oberen Zylinderraum
des Arbeitszylinders münden oder in einer Ausführungsform in die erste Druckleitung
münden und somit über die erste Druckleitung mit dem oberen Zylinderraum des Arbeitszylinders
verbunden sein.
[0019] In einer weiteren Ausführungsform ist der zweite Druckanschluss der Hydraulikmaschine
über eine vierte und fünfte Druckleitung des Druckkreises mit den unteren Zylinderräumen
der Arbeits- und Fahrzylinder ohne zwischengeschaltete Wegeventile verbunden. Sobald
die Hydraulikmaschine über den ersten Druckanschluss hydraulische Flüssigkeit in die
zweite und dritte Druckleitung fördert, muss die hydraulische Flüssigkeit über den
anderen (zweiten) Druckanschluss in die Hydraulikmaschine nachgeliefert werden. Dazu
ist dieser mit den unteren Zylinderräumen der beiden Zylinder ohne dazwischengeschaltete
Wegeventile verbunden. Bei einer Förderung in die unteren Zylinderräume der Fahr-
und Arbeitszylinder gilt entsprechend das Gegenteil. Dann wird die hydraulische Flüssigkeit
über den ersten Druckanschluss in die Hydraulikmaschine nachgeliefert, wobei die ersten
und zweiten Wegeventile eine entsprechend geeignete Schaltstellung aufweisen.
[0020] In einer Ausführungsform sind sowohl der Arbeitszylinder als auch der Fahrzylinder
Gleichgangzylinder mit jeweiligen Ringflächen als Kolbenflächen. Ein Gleichgangzylinder
(oder auch Gleichlaufzylinder bezeichnet) besitzt auf beiden Seiten der Kolbenfläche
eine Kolbenstange. Das Volumen der in die eine Kammer einströmenden Flüssigkeit entspricht
dem Volumen der aus der anderen Kammer ausströmenden Flüssigkeit. Damit ist die Volumenstrombilanz
des geschlossenen hydraulischen Antriebs vollkommen ausgeglichen.
[0021] In einer weiteren Ausführungsform sind der Arbeitszylinder und der Fahrzylinder als
Tandemzylinder mit gemeinsamer Kolbenstange angeordnet. Bei dem Tandemzylinder werden
die beiden Zylinder so miteinander verbunden, dass die Kolbenstange des Arbeitszylinders
durch den Boden des Fahrzylinders hindurchgeht und als dessen Kolbenstange ebenfalls
fungiert oder mit dessen Kolbenstange direkt verbunden ist. Dadurch wird eine besonders
geringe Bautiefe erreicht. Durch geeignete Schaltstellungen der Wegeventile kann zudem
beim Kraftgang eine Kopplung der Kolbenflächen erreicht werden, so dass eine höhere
Kraft beim gleichen durch die Hydraulikmaschine erzeugten Druck der hydraulischen
Flüssigkeit beim Kraftgang erreicht werden kann, als es bei nicht gekoppelten Kolbenstangen
möglich wäre, wie es beispielsweise bei Anordnung mit separaten Differenzialkolben
der Fall wäre, insbesondere wo beispielsweise die der Ringkammer gegenüberliegende
Kolbenkammer des Fahrzylinders nicht an den Druckkreis angeschlossen ist.
[0022] In einer weiteren Ausführungsform sind die Kolbenflächen des Fahrzylinders kleiner
als die Kolbenflächen des Arbeitszylinders. Dadurch lassen sich besonders große Geschwindigkeiten
der Kolbenstange beim Eilgang erreichen. Vorzugsweise ist dabei die Kolbenfläche des
Arbeitszylinders um mindestens 100% größer als die des Fahrzylinders, besonders bevorzugt
ist diese um mindestens 300 % größer, noch bevorzugter ist diese um mindestens 500%
größer.
[0023] In einer weiteren Ausführungsform umfasst die Hydraulikmaschine nur eine einzige
Pumpe und einen mit der Pumpe mechanisch gekoppelten Motor zum Antrieb der Pumpe,
wobei der Motor drehzahlvariabel und/oder die Pumpe eine Verstellpumpe ist. Mit nur
einer Pumpe umfasst der hydraulische Antrieb lediglich ein einziges Stellglied (die
Pumpe) und vermeidet dadurch eine unnötige höhere Anzahl an Komponenten. Vorzugsweise
ist der Motor ein Elektromotor. Besonders bevorzugt ist der Motor ein drehzahlvariabler
Elektromotor und die Pumpe eine Konstantpumpe. Durch den drehzahlveränderbaren Pumpenantrieb
kann die Energieeffizienz des hydraulischen Antriebs besonders stark verbessert werden.
Mit obiger Ausführung der Hydraulikmaschine kann auch eine Dezentralisierung des Antriebs
erreicht werden.
[0024] Die Erfindung bezieht sich des Weiteren auf Presse-, Biege- oder Stanzmaschine umfassend
einen erfindungsgemäßen hydraulischen Antrieb.
[0025] Die Erfindung bezieht sich des Weiteren auf ein Verfahren zum Betrieb des erfindungsgemäßen
hydraulischen Antriebs umfassend mechanisch gekoppelte Arbeits- und Fahrzylinder mit
jeweils einem oberen und einem unteren Zylinderraum, wobei alle vier Zylinderräume
der Arbeits- und Fahrzylinder in einem geschlossenen und mit einer hydraulischen Flüssigkeit
gefüllten und vorgespannten Druckkreis in geeigneter Weise miteinander verbunden sind
und eine Hydraulikmaschine mit erstem und zweitem Druckanschluss im Druckkreis zur
Umförderung der hydraulischen Flüssigkeit zwischen den einzelnen Zylinderräumen der
Arbeits- und Fahrzylinder während des Betriebs des hydraulischen Antriebs angeordnet
ist, umfassend die Schritte
- Betreiben des hydraulischen Antriebs im Eilgang aufwärts oder abwärts mittels der
Hydraulikmaschine und eines ersten und eines zweiten Wegeventils, wobei das erste
Wegeventil in einer ersten Druckleitung des Druckkreises angeordnet ist und in einer
ersten Schaltstellung betrieben wird, die die beiden Zylinderräume des Arbeitszylinders
zum beidseitigen Durchlass der hydraulischen Flüssigkeit kurzschließt, wobei das zweite
Wegeventil in einer Rückschlagventilstellung betrieben wird, so dass der Durchlass
in Richtung des oberen Zylinderraums des Fahrzylinders gesperrt ist, und wobei die
Hydraulikmaschine die hydraulische Flüssigkeit für eine Bewegung der Kolbenstange
in Richtung der unteren Zylinderräume und für eine Bewegung in Richtung der oberen
Zylinderräume fördert,
- Betreiben des hydraulischen Antriebs im Kraftgang, wobei das erste Wegeventil in einer
zweiten Schaltstellung betrieben wird, die die erste Druckleitung in beide Richtungen
sperrt, wobei das zweite Wegeventil in der Rückschlagventilstellung des Eilgangs verbleibt,
und wobei die Hydraulikmaschine die hydraulische Flüssigkeit in Richtung der oberen
Zylinderräume fördert,
- Entspannen des hydraulischen Antriebs nach dem Kraftgang, wobei das erste Wegeventil
in der Schaltstellung des Kraftgangs verbleibt, wobei das zweite Wegeventil in einer
ersten Schaltstellung betrieben wird, die einen beidseitigen Durchlass der hydraulischen
Flüssigkeit zum Kurzschließen der beiden oberen Zylinderräume ermöglicht, und wobei
die Hydraulikmaschine die hydraulische Flüssigkeit in Richtung der unteren Zylinderräume
fördert.
[0026] Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, dass im Eilgang die
Bewegungsrichtung ohne eine Umschaltung der Ventile geändert werden kann. Zur Umkehr
der Bewegungsrichtung reicht es nämlich aus, die Förderrichtung der Hydraulikmaschine
umzukehren.
[0027] In einer Ausführungsform umfasst das Verfahren den weiteren Schritt des Betreibens
des hydraulischen Antriebs im Stillstand, wobei das erste und das zweite Wegeventil
in einer Schaltstellung betrieben werden, die die jeweiligen Druckleitungen in beide
Richtungen sperren, und wobei die Hydraulikmaschine die Hydraulische Flüssigkeit nicht
fördert.
[0028] In einer Ausführungsform umfasst das Verfahren den weiteren Schritt des drehzahlvariablen
Betreibens der Hydromaschine mittels eines mechanisch gekoppelten Elektromotors.
Kurze Beschreibung der Abbildungen
[0029] Diese und andere Aspekte der Erfindung werden im Detail in den Abbildungen wie folgt
gezeigt:
- Fig.1:
- schematische Darstellung des erfindungsgemäßen hydraulischen Antriebs;
- Fig.2:
- schematische Darstellung der Schaltstellungen (a) des ersten Wegeventils und (b) des
zweiten Wegeventils im Detail
- Fig.3:
- Schaltstellungen der Wegeventile beim (a) Eilgang, (b) Kraftgang, (c) Kraftabbau und
(d) Stillstand.
- Fig.4:
- eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0030] Fig.1 zeigt eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen hydraulischen Antriebs
1. Der hydraulischer Antrieb 1 umfassend einen Arbeitszylinder 2 und einen Fahrzylinder
3 mit jeweils einem oberen Zylinderraum 21, 31 und einem unteren Zylinderraum 22,
32, wobei die Zylinder 2, 3 als Gleichgangzylinder mit jeweiligen Ringflächen 23,
33 und mit einer gemeinsamer Kolbenstange 8 als Tandemzylinder in Kolbenbewegungsrichtung
R1, R2 übereinander angeordnet sind. In dieser Ausführungsform sind die Kolbenflächen
33 des Fahrzylinders 3 kleiner als die Kolbenflächen 23 des Arbeitszylinders 2 ausgestaltet,
um eine schnellere Geschwindigkeit beim Eilgang bei gleichem Fördervolumen pro Zeiteinheit
durch die Hydraulikmaschine 5 zu erzielen. Beispielsweise beträgt die Ringfläche 33
des Fahrzylinders 3 ca. 120 cm
2 und die Ringfläche 23 des Arbeitszylinders 2 ca. 700 cm
2. Mit diesen Ringflächen lässt sich beispielsweise bei einem Druck von 300 bar im
Druckkreis 4 eine Presskraft im Kraftgang von 2500kN erreichen. Die Ringflächen 23,
33 besitzen in dieser Ausführungsform für die jeweiligen Zylinder 2, 3 im oberen und
unteren Zylinderraum allerdings die gleiche Fläche. In dem hydraulischen Antrieb sind
ferner alle vier Zylinderräume 21, 22, 31, 32 der Arbeits- und Fahrzylinder 2, 3 in
einem geschlossenen und mit einer hydraulischen Flüssigkeit F gefüllten und vorgespannten
Druckkreis 4 mit den Druckleitungen 41, 42, 43, 44, 45 miteinander verbunden und es
ist eine drehzahlveränderbare Hydraulikmaschine 5 mit erstem und zweitem Druckanschluss
51, 52 im Druckkreis 4 zur Umförderung der hydraulischen Flüssigkeit F (Doppelpfeil,
soll die beiden möglichen Förderrichtungen darstellen) zwischen den einzelnen Zylinderräumen
21, 22, 31, 32 der Arbeits- und Fahrzylinder 2, 3 während des Betriebs des hydraulischen
Antriebs 1 angeordnet. Die Hydraulikmaschine 5 umfasst in dieser Ausführungsform nur
eine einzige Pumpe 53 und einen mit der Pumpe 53 mechanisch gekoppelten Elektromotor
54 zum drehzahlvariablen Antrieb der Pumpe 53. Die mechanische Kopplung ist durch
den Doppelstrich zwischen Pumpe 53 und Elektromotor 54 symbolisiert. Die Pumpe 53
hat beispielsweise eine Förderleistung von 1300 l/min. Außerdem sind ein erstes Wegeventil
6 und ein zweites Wegeventil 7 so im Druckkreis 4 angeordnet sind, dass deren jeweilige
für die verschiedenen Betriebsphase des hydraulischen Antriebs 1 geeigneten Schaltstellungen
(siehe dazu Fig.2) zusammen mit dem geeignet betriebenen Pumpenantrieb 5 eine gemeinsame
Bewegung des Arbeits- und Fahrzylinders 2, 3 in die eine oder andere Kolbenbewegungsrichtung
R1, R2 ermöglichen. Hierzu verbindet eine erste Druckleitung den oberen Zylinderraum
21 mit dem unteren Zylinderraum 22 des Arbeitszylinders über das in der ersten Druckleitung
41 angeordnete erste Wegeventil 6. Bei den oben angegebenen Ringflächen sollte die
erste Druckleitung 41 und das erste Wegeventil beispielsweise eine Durchlasskapazität
von mehr als 4000 l/min haben. Die unteren Zylinderräume 22 und 32 der Arbeits- und
Fahrzylinder 2, 3 sind über die Druckleitungen 45 und 44 miteinander verbunden, ohne
dass in dieser Verbindung ein schaltbares Wegeventil angeordnet ist. Der obere Zylinderraum
31 und der unter Zylinderraum 32 des Fahrzylinders 3 sind über die dritte und vierte
Druckleitung 43 und 44 miteinander verbunden, wobei hier die Hydromaschine 5 über
deren Druckanschlüsse 51, 52 dazwischengeschaltet ist. Ferner ist die dritte Druckleitung
43 über die zweite Druckleitung 42 mit der ersten Druckleitung 41 so verbunden, dass
zwischen der dritten Druckleitung 43 und dem oberen Zylinderraum 21 des Arbeitszylinders
2 das zweite Wegeventil 7 in der zweiten Druckleitung 42 angeordnet ist. Das zweite
Wegeventil 7 kann eine gegenüber dem ersten Wegeventil geringe Durchlasskapazität
haben, beispielsweise höher als 700 l/min. Die Verbindung der dritten Druckleitung
43 mit dem unteren Zylinderraum 22 des Arbeitszylinders 2 ist dagegen über die zweite
Druckleitung 42 mit zweiten Wegeventil 7 und die erste Druckleitung 41 mit dazwischen
angeordnetem ersten Wegeventil 6 verwirklicht. Durch die Führung der Kolbenflächen
23, 33 in den Zylindern 2, 3 kann sich die Kolbenstange 8 ausschließlich in die Richtungen
R1, R2 bewegen. In dieser Ausführungsform benötigt der hydraulische Antrieb 1 für
den Betrieb neben dem ersten und zweiten Wegeventil 6, 7 keine weiteren Ventile, so
dass der erfindungsgemäße hydraulische Antrieb 1 mit einer Mindestzahl an Komponenten
betreibbar ist. Die Druckleitungen 41, 42, 43, 44, 45 verzweigen sich teilweise im
Druckkreis 4 oder laufen teilweise in diesem zusammen. Die Verzweigungspunkte (Zusammenlaufpunkte)
sind durch schwarze Punkte an den jeweiligen Stellen gekennzeichnet. Die Druckleitungen,
die sich lediglich kreuzen, ohne dabei dort miteinander verbunden zu sein, sind ohne
diese schwarzen Punkte dargestellt, siehe die sich kreuzenden Druckleitungen 42 und
44 zwischen den Wegeventilen 6 und 7.
[0031] In Fig.2 sind schematisch die möglichen Schaltstellungen (a) des ersten Wegeventils
und (b) des zweiten Wegeventils im Detail dargestellt. Das erste Wegeventil 6 ist
in dieser Ausführungsform als ein 2/2-Wegeventil dargestellt und ermöglicht in einer
ersten Schaltstellung 61 einen beidseitigen Durchlass der hydraulischen Flüssigkeit
F. In einer zweiten Schaltstellung 62 sperrt es dagegen in beide Richtungen. Das zweite
Wegeventil 7 ist in dieser Ausführungsform ein 2/3-Wegeventil 7 mit drei unterschiedlichen
Schaltstellungen 71, 72, 73. In einer ersten Schaltstellung 71 ermöglicht das zweiten
Wegeventil 7 einen beidseitigen Durchlass der hydraulischen Flüssigkeit F, in einer
zweiten Schaltstellung 72 umfasst das zweiten Wegeventil 7 eine Rückschlagventilstellung,
wobei der Durchlass in einer Richtung (hier in der Richtung zum oberen Zylinderraum
31 des Fahrzylinders 3) gesperrt ist und in einer dritten Schaltstellung 73 sperrt
das zweite Wegeventil 7 in beide Richtungen.
[0032] Fig.3 zeigt die Schaltstellungen der Wegeventile 6, 7 beim (a) Eilgang, (b) Kraftgang,
(c) Kraftabbau und (d) Stillstand, siehe dazu ergänzend auch Fig.2. Aus Übersichtsgründen
wurden hier die Detailbezeichnungen der Druckleitungen im Druckkreis 4 weggelassen.
Für die nachfolgend angegebenen Bezeichnungen der Druckleitung 41, 42, 43, 44, 45
wird auf Fig.1 verwiesen. Beim Eilgang BE in Fig.3a (Abwärtsbewegung der Kolbenstange
8 in Richtung R1 oder Aufwärtsbewegung der Kolbenstange 8 in Richtung R2, siehe Fig.1)
hat das erste Wegeventil 6 die Schaltstellung 61 (beidseitigen Durchlass der hydraulischen
Flüssigkeit F in erster Druckleitung 41). Damit werden die beiden Zylinderräume 21,
22 des Arbeitszylinders 2 miteinander verbunden und somit über den beidseitig möglichen
Durchlass der hydraulischen Flüssigkeit F ein Kurzschließen der beiden Zylinderräume
21, 22 erreicht. Damit kann mit der hydraulischen Flüssigkeit keine resultierende
Kraft auf die Kolbenflächen des Arbeitszylinders ausgeübt werden, so dass dieser passiv
mit dem Fahrzylinder mitläuft. Das zweite Wegeventil 7 steht dabei in der zweiten
Schaltstellung 72 in der Rückschlagventilstellung, wobei der Durchlass in Richtung
des oberen Zylinderraums 31 des Fahrzylinders 3 gesperrt ist, während ein Durchlass
der hydraulischen Flüssigkeit F in Richtung des Arbeitszylinders 2 bei einem Druck
höher als ein Schwellendruck möglich ist und selbst bei hohem Druck am Fahrzylinder
3 ein Druckausgleich zwischen den Zylinderräumen 21, 22 des Arbeitszylinders 2 über
die durch das erste Wegeventil 6 geöffnete Druckleitung 41 herrscht. Hierbei fördert
die Hydraulikmaschine 5 bei einem Eilgang BE abwärts (R1) die hydraulische Flüssigkeit
F vom unteren Zylinderraum 32 des Fahrzylinders 3 über die Druckleitungen 44 und 43
in den oberen Zylinderraum 31 des Fahrzylinders 3, während bei einem Eilgang BE aufwärts
(R2) die hydraulische Flüssigkeit F vom oberen Zylinderraum 31 des Fahrzylinders 3
über die Druckleitungen 43 und 44 in den unteren Zylinderraum 32 des Fahrzylinders
3 gefördert wird. Durch die Schaltstellungen 61, 72 der Wegeventile 6, 7 herrscht
immer ein Druckausgleich zwischen den Zylinderräumen 21, 22 im Arbeitszylinder 2,
unabhängig davon, in welche Richtung und mit welcher Leistung die Hydraulikmaschine
5 die hydraulische Flüssigkeit F fördert.
[0033] Beim Kraftgang BK (Fig.3b) fördert die Hydraulikmaschine 5 die hydraulische Flüssigkeit
F durch den ersten Druckanschluss 51 in die Druckleitungen 42, 43 in Richtung der
oberen Zylinderräume 21, 31 des Arbeits- und Fahrzylinders 2, 3. Dazu steht das zweite
Wegeventil weiterhin in der Rückschlagventilstellung 72, die einen Durchlass der nun
durch die Förderleistung der Hydraulikmaschine 5 unter höherem Druck stehenden Hydraulikflüssigkeit
F in den Druckleitungen 42, 43 in Richtung des Arbeitszylinders 2. Das erste Wegeventil
6 steht nun in der zweiten Schaltstellung 62, die die erste Druckleitung 41 in beide
Richtungen sperrt, so dass die durch das zweite Wegeventil 7 in Schaltstellung 72
hindurchgelassene hydraulische Flüssigkeit F lediglich in den oberen Zylinderraum
21 zum Druckaufbau auf der Kolbenfläche 23 gelangen kann. Parallel dazu werden über
die vierte Druckleitung 44 angeschlossen an den unteren Zylinderraum 32 des Fahrzylinders
3 und die fünfte Druckleitung 45 angeschlossen an den unteren Zylinderraum 22 des
Arbeitszylinders 2 die hydraulische Flüssigkeit F aus den unteren Zylinderräumen 22,
32 über den zweiten Druckanschluss 52 der Hydraulikmaschine 5 abgepumpt und weiter
in die oberen Zylinderräume 21, 31 gefördert. Durch diese Druckunterschiede zwischen
oberem und unterem Zylinderraum in beiden Zylindern 2 und 3 wird eine große Kraft
aufgebaut, die die Kolbenstange 8 bewegt, allerdings mit einer geringeren Geschwindigkeit
als beim Eilgang, da ein größeres Volumen an hydraulischer Flüssigkeit nun umgefördert
werden muss. Beim Kraftgang BK wirken Arbeitszylinder 2 und Fahrzylinder 3 zusammen
auf die Kolbenstange 8 und sind daher beide am Kraftgang BK aktiv beteiligt, was zu
einem effektiveren Betrieb des hydraulischen Antriebs 1 führt.
[0034] Nach Beendigung des Kraftgangs muss der hydraulische Antrieb über die Betriebsphase
Entspannung BS wieder entspannt werden, damit nachfolgend die Kolbenstange in die
andere Richtung bewegt werden kann. Hierzu verbleibt das erste Wegeventil 6 in der
zweiten Schaltstellung 62, die die erste Druckleitung 41 in beide Richtungen sperrt,
während das zweite Wegeventil 7 in die erste Schaltstellung 71 geschaltet wird, wo
das zweite Wegeventil 7 einen beidseitigen Durchlass der hydraulischen Flüssigkeit
durch die zweite Druckleitung 42 ermöglicht, so dass sich die Druckunterschiede zwischen
den oberen und unteren Zylinderräumen mittels einer Förderrichtung der hydraulischen
Flüssigkeit F von den oberen Zylinderräumen 21, 31 zu den unteren Zylinderräumen 22,
32 abbauen können. Hierbei wird die hydraulische Flüssigkeit F vom oberen Zylinderraum
31 des Fahrzylinders 3 über die Druckleitungen 43 und 44 in den unteren Zylinderraum
32 gefördert. Gleichzeitig wird die hydraulische Flüssigkeit F vom oberen Zylinderraum
21 des Arbeitszylinders 2 über die erste Druckleitung 41 und über die zweite Druckleitung
42 mit offenem zweiten Wegeventil 7 in den unteren Zylinderraum 22 über die fünfte
Druckleitung 45 gefördert.
[0035] Nachdem der hydraulische Antrieb entspannt ist, kann der Eilgang BE in Aufwärtsrichtung
mit den Schaltstellungen gemäß Fig.3a und der entsprechenden Förderrichtung der hydraulischen
Flüssigkeit F von dem oberen Zylinderraum 31 des Fahrzylinders in den unteren Zylinderraum
32 durch die Hydraulikmaschine 5 erfolgen.
[0036] Soll dagegen nach einem Eilgang BE aufwärts die mit den hydraulischen Antrieb 1 betriebene
Maschine in einer Halteposition BH verbleiben (Betriebsphase Halteposition oder Stillstand),
so verbleibt das erste Wegeventil 6 in der zweiten Schaltstellung 62 und das zweite
Wegeventil wird in die dritte Schaltstellung 73 geschaltet, wo es die zweite Druckleitung
42 in beide Richtungen sperrt. In der Halteposition BH fördert ferner die Hydraulikmaschine
5 keine hydraulische Flüssigkeit F in irgendeine Richtung, so dass die hydraulische
Flüssigkeit F im Druckkreis 4 ohne Bewegung ruht und mittels des Vorspanndrucks die
Kolbenstange 8 in ihrer Position hält.
[0037] Fig.4 zeigt eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Betrieb des
erfindungsgemäßen hydraulischen Antriebs nach Fig.1 umfassend die Schritte des Betreibens
des hydraulischen Antriebs 1 im Eilgang BE aufwärts oder abwärts mittels der Hydraulikmaschine
5 und des ersten und zweiten Wegeventils 6 und 7, wobei das erste Wegeventil 6 in
einer ersten Druckleitung 41 des Druckkreises 4 angeordnet ist und in einer ersten
Schaltstellung 61 betrieben wird, die die beiden Zylinderräume 21, 22 des Arbeitszylinders
2 zum beidseitigen Durchlass der hydraulischen Flüssigkeit F kurzschließt, wobei das
zweite Wegeventil 7 in einer Rückschlagventilstellung 72 betrieben wird, so dass der
Durchlass in Richtung des oberen Zylinderraums 31 des Fahrzylinders 3 gesperrt ist,
aber die hydraulische Flüssigkeit F von der dritten Druckleitung 43 durch die zweite
Druckleitung 42 in die erste Druckleitung 41 durchlässt, und wobei die Hydraulikmaschine
5 die hydraulische Flüssigkeit F für eine Bewegung R1 der Kolbenstange 8 in Richtung
der unteren Zylinderräume 22, 32 und für eine Bewegung R2 in Richtung der oberen Zylinderräume
21, 31 fördert; sowie des Betreibens des hydraulischen Antriebs 1 im Kraftgang BK,
wobei das erste Wegeventil 6 in einer zweiten Schaltstellung 62 betrieben wird, die
die erste Druckleitung 41 in beide Richtungen sperrt, wobei das zweite Wegeventil
7 in der Rückschlagventilstellung 72 des Eilgangs verbleibt, und wobei die Hydraulikmaschine
5 die hydraulische Flüssigkeit F in Richtung der oberen Zylinderräume 21, 31 fördert;
sowie des Entspannens BS des hydraulischen Antriebs 1 nach dem Kraftgang BK, wobei
das erste Wegeventil 6 in der zweiten Schaltstellung 62 des Kraftgangs verbleibt,
wobei das zweite Wegeventil 7 in einer ersten Schaltstellung 71 betrieben wird, die
einen beidseitigen Durchlass der hydraulischen Flüssigkeit F zum Kurzschließen der
beiden oberen Zylinderräume 21, 31 ermöglicht, und wobei die Hydraulikmaschine 5 die
hydraulische Flüssigkeit F in Richtung der unteren Zylinderräume 22, 32 fördert. Danach
erfolgt in dieser Ausführungsform der Eilgang aufwärts BE mit den bereits in Fig.3a
und voranstehend beschriebenen Schaltstellungen der beide Wegeventile 6, 7 und der
entsprechenden Förderrichtung der Hydraulikmaschine 5 umgekehrt zum Eilgang-abwärts
und das erneute Durchführen des Entspannens BS, aber mit umgekehrter Förderrichtung
der Hydraulikmaschine im Vergleich zum Entspannen BS nach dem Kraftgang BK. Daran
anschließen kann einerseits das erneute Durchlaufen der voranstehend beschriebene
Betriebsphasen (Eilgang-abwärts BE; Kraftgang BK, Entspannen BS, Eilgang aufwärts
BE und Entspannen BS und so weiter) oder ein Übergang in die Halteposition BH mit
den Schaltstellungen 62 und 73 des ersten und zweite Wegeventils 6, 7. Die einzelnen
Schaltstellungen und der Betrieb der Hydraulikmaschine 5 in eine der beiden Förderrichtungen
für die hydraulischen Flüssigkeit F oder keine Förderung durch die Hydraulikmaschine
5 kann dabei auf geeignete Weise eingestellt, kontrolliert und/oder geschaltet werden.
Vorzugsweise werden die Schaltstellungen durch eine Antriebssteuereinheit 9 des hydraulischen
Antriebs 1 eingestellt und die Hydraulikmaschine entsprechend angesteuert. Die entsprechenden
Ansteuerungen können in der Antriebssteuereinheit 9 hardwaremäßig oder softwaremäßig
hinterlegt sein. Die Initiierung (Starten) der Antriebssteuerung kann automatisch
oder manuell erfolgen. In einer alternativen Ausführungsform werden die einzelnen
Betriebsphasen manuell eingestellt oder können manuell eingestellt werden.
[0038] Die hier gezeigten Ausführungsformen stellen nur Beispiele für die vorliegende Erfindung
dar und dürfen daher nicht einschränkend verstanden werden. Alternative durch den
Fachmann in Erwägung gezogene Ausführungsformen sind gleichermaßen vom Schutzbereich
der vorliegenden Erfindung umfasst.
Liste der Bezugszeichen
[0039]
- 1
- hydraulischer Antrieb
- 2
- Arbeitszylinder
- 21
- oberer Zylinderraum des Arbeitszylinders
- 22
- unterer Zylinderraum des Arbeitszylinders
- 23
- Kolbenfläche (Ringfläche) des Arbeitszylinders
- 3
- Fahrzylinder
- 31
- oberer Zylinderraum des Fahrzylinders
- 32
- unterer Zylinderraum des Fahrzylinders
- 33
- Kolbenfläche (Ringfläche) des Fahrzylinders
- 4
- Druckkreis
- 41
- erste Druckleitung des Druckkreises
- 42
- zweite Druckleitung des Druckkreises
- 43
- dritte Druckleitung des Druckkreises
- 44
- vierte Druckleitung des Druckkreises
- 45
- fünfte Druckleitung des Druckkreises
- 5
- Hydraulikmaschine
- 51
- erster Druckanschluss der Hydraulikmaschine an den Druckkreis
- 52
- zweiter Druckanschluss der Hydraulikmaschine an den Druckkreis
- 53
- Pumpe der Hydraulikmaschine
- 54
- Motor der Hydraulikmaschine
- 6
- erstes Wegeventil
- 61
- erste Schaltstellung des ersten Wegeventils
- 62
- zweite Schaltstellung des ersten Wegeventils
- 7
- zweites Wegeventil
- 71
- erste Schaltstellung des zweiten Wegeventils
- 72
- zweite Schaltstellung des zweiten Wegeventils
- 73
- dritte Schaltstellung des zweiten Wegeventils
- 8
- gemeinsame Kolbenstange der Arbeits- und Fahrzylinder
- 9
- Antriebssteuereinheit des hydraulischen Antriebs
- BE
- Betrieb des hydraulischen Antriebs in der Betriebsphase "Eilgang"
- BH
- Betrieb des hydraulischen Antriebs in der Betriebsphase "Halteposition"
- BK
- Betrieb des hydraulischen Antriebs in der Betriebsphase "Kraftgang"
- BS
- Betrieb des hydraulischen Antriebs in der Betriebsphase "Entspannen"
- F
- hydraulische Flüssigkeit
- R1, R2
- Kolbenbewegungsrichtungen (abwärts/aufwärts oder rein/raus)
1. Ein hydraulischer Antrieb (1) umfassend einen Arbeitszylinder (2) und einen mechanisch
mit dem Arbeitszylinder (2) verbundenen Fahrzylinder (3), wobei der Arbeitszylinder
(2) und der Fahrzylinder (3) jeweils einen oberen und einen unteren Zylinderraum (21,
22, 31, 32) umfassen und alle vier Zylinderräume (21, 22, 31, 32) der Arbeits- und
Fahrzylinder (2, 3) in einem geschlossenen und mit einer hydraulischen Flüssigkeit
(F) gefüllten und vorgespannten Druckkreis (4) in geeigneter Weise miteinander verbunden
sind, eine Hydraulikmaschine (5) mit erstem und zweitem Druckanschluss (51, 52) im
Druckkreis (4) zur Umförderung der hydraulischen Flüssigkeit (F) zwischen den einzelnen
Zylinderräumen (21, 22, 31, 32) der Arbeits- und Fahrzylinder (2, 3) während des Betriebs
des hydraulischen Antriebs (1) angeordnet ist, und wobei mindestens ein erstes und
ein zweites Wegeventile (6, 7) so im Druckkreis (4) angeordnet sind, dass deren jeweilige
für die verschiedenen Betriebsphasen des hydraulischen Antriebs (1) geeigneten Schaltstellungen
(61, 62, 71, 72, 73) zusammen mit der geeignet betriebenen Hydraulikmaschine (5) eine
gemeinsame Bewegung des Arbeits- und Fahrzylinders (2, 3) in die eine oder andere
Kolbenbewegungsrichtung (R1, R2) ermöglichen, vorzugsweise werden dafür nur das erste
und das zweite Wegeventil (6, 7) im Druckkreis (4) angeordnet.
2. Der hydraulische Antrieb (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Wegeventil (6) in einer ersten Druckleitung (41) des Druckkreises (4) angeordnet
ist, die die beiden Zylinderräume (21, 22) des Arbeitszylinders (2) miteinander verbindet
und in einer ersten Schaltstellung (61) einen beidseitigen Durchlass der hydraulischen
Flüssigkeit (F) zum Kurzschließen der beiden Zylinderräume (21, 22) ermöglicht.
3. Der hydraulische Antrieb (1) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Wegeventil (6) ein 2/2-Wegeventil (6) ist und dazu vorgesehen ist, in der
anderen zweiten Schaltstellung (62) die erste Druckleitung (41) in beide Richtungen
zu sperren.
4. Der hydraulische Antrieb (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Druckanschluss (51) der Hydraulikmaschine (5) über eine zweite und dritte
Druckleitung (42, 43) des Druckkreises (4) mit den jeweils oberen Zylinderräumen (21,
31) der Arbeits- und Fahrzylinder (2, 3) verbunden ist, wobei das zweite Wegeventil
(7) in der zweiten Druckverbindung (42) zum oberen Zylinderraum (21) des Arbeitszylinders
(2) angeordnet ist.
5. Der hydraulische Antrieb (1) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zweite Wegeventil (7) ein 2/3-Wegeventil (7) mit drei unterschiedlichen Schaltstellungen
(71, 72, 73) ist.
6. Der hydraulische Antrieb (1) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine erste der Schaltstellungen (71) des zweiten Wegeventils (7) einen beidseitigen
Durchlass der hydraulischen Flüssigkeit (F) zum Kurzschließen der beiden oberen Zylinderräume
(21, 31) ermöglicht, eine zweite der Schaltstellungen (72) des zweiten Wegeventils
(7) eine Rückschlagventilstellung ist, wobei der Durchlass in Richtung des oberen
Zylinderraums (31) des Fahrzylinders (3) gesperrt ist und in umgekehrter Richtung
ermöglicht wird, und ein dritte der Schaltstellungen (73) des zweiten Wegeventils
(7) die zweite Druckleitung (42) in beide Richtungen sperrt.
7. Der hydraulische Antrieb (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zweite Druckanschluss (52) der Hydraulikmaschine (5) über eine vierte und fünfte
Druckleitung (44, 45) des Druckkreises (4) mit den unteren Zylinderräumen (22, 32)
der Arbeits- und Fahrzylinder (2, 3) ohne zwischengeschaltete Wegeventile verbunden
ist.
8. Der hydraulische Antrieb (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass sowohl der Arbeitszylinder (2) als auch der Fahrzylinder (3) Gleichgangzylinder mit
jeweiligen Ringflächen (23, 33) als Kolbenflächen sind.
9. Der hydraulische Antrieb (1) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Arbeitszylinder (2) und der Fahrzylinder (3) als Tandemzylinder mit gemeinsamer
Kolbenstange (8) angeordnet sind.
10. Der hydraulische Antrieb (1) nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kolbenflächen (33) des Fahrzylinders (3) kleiner sind als die Kolbenflächen (23)
des Arbeitszylinders (2).
11. Der hydraulische Antrieb (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hydraulikmaschine (5) nur eine einzige Pumpe (53) und einen mit der Pumpe (53)
mechanisch gekoppelten Motor (54) zum Antrieb der Pumpe (53) umfasst, wobei der Motor
(54) drehzahlvariabel und/oder die Pumpe (53) eine Verstellpumpe ist.
12. Presse-, Biege- oder Stanzmaschine umfassend einen hydraulischen Antrieb (1) nach
Anspruch 1.
13. Ein Verfahren zum Betrieb eines hydraulischen Antriebs (1) nach Anspruch 1 Antriebs
umfassend mechanisch gekoppelte Arbeits- und Fahrzylinder (2, 3) mit jeweils einem
oberen und einem unteren Zylinderraum (21, 22, 31, 32), wobei alle vier Zylinderräume
(21, 22, 31, 32) der Arbeits- und Fahrzylinder (2, 3) in einem geschlossenen und mit
einer hydraulischen Flüssigkeit (F) gefüllten und vorgespannten Druckkreis (4) in
geeigneter Weise miteinander verbunden sind und eine Hydraulikmaschine (5) mit erstem
und zweitem Druckanschluss (51, 52) im Druckkreis (4) zur Umförderung der hydraulischen
Flüssigkeit (F) zwischen den einzelnen Zylinderräumen (21, 22, 31, 32) der Arbeits-
und Fahrzylinder (2, 3) während des Betriebs des hydraulischen Antriebs (1) angeordnet
ist, umfassend die Schritte
- Betreiben (BE) des hydraulischen Antriebs (1) im Eilgang aufwärts oder abwärts mittels
der Hydraulikmaschine (5) und eines ersten und eines zweiten Wegeventils (6, 7), wobei
das erste Wegeventil (6) in einer ersten Druckleitung (41) des Druckkreises (4) angeordnet
ist und in einer ersten Schaltstellung (61) betrieben wird, die die beiden Zylinderräume
(21, 22) des Arbeitszylinders (2) zum beidseitigen Durchlass der hydraulischen Flüssigkeit
(F) kurzschließt, wobei das zweite Wegeventil (7) in einer Rückschlagventilstellung
(72) betrieben wird, so dass der Durchlass in Richtung des oberen Zylinderraums (31)
des Fahrzylinders (3) gesperrt ist, und wobei die Hydraulikmaschine (5) die hydraulische
Flüssigkeit (F) für eine Bewegung (R1) der Kolbenstange (8) in Richtung der unteren
Zylinderräume (22, 32) und für eine Bewegung (R2) in Richtung der oberen Zylinderräume
(21, 31) fördert,
- Betreiben (BK) des hydraulischen Antriebs (1) im Kraftgang, wobei das erste Wegeventil
(6) in einer zweiten Schaltstellung (62) betrieben wird, die die erste Druckleitung
(41) in beide Richtungen sperrt, wobei das zweite Wegeventil (7) in der Rückschlagventilstellung
(72) des Eilgangs verbleibt, und wobei die Hydraulikmaschine (5) die hydraulische
Flüssigkeit (F) in Richtung der oberen Zylinderräume (21, 31) fördert,
- Entspannen (BS) des hydraulischen Antriebs (1) nach dem Kraftgang, wobei das erste
Wegeventil (6) in der zweiten Schaltstellung (62) des Kraftgangs verbleibt, wobei
das zweite Wegeventil (7) in einer ersten Schaltstellung (71) betrieben wird, die
einen beidseitigen Durchlass der hydraulischen Flüssigkeit (F) zum Kurzschließen der
beiden oberen Zylinderräume (21, 31) ermöglicht, und wobei die Hydraulikmaschine (5)
die hydraulische Flüssigkeit (F) in Richtung der unteren Zylinderräume (22, 32) fördert.
14. Das Verfahren nach Anspruch 13 umfassend den weiteren Schritt des Betreibens (BH)
des hydraulischen Antriebs (1) im Stillstand, wobei das erste und das zweite Wegeventil
(6, 7) in einer Schaltstellung (62, 73) betrieben werden, die die jeweiligen Druckleitungen
(41, 42) in beide Richtungen sperren, und wobei die Hydraulikmaschine (5) die hydraulische
Flüssigkeit (F) nicht fördert.
15. Das Verfahren nach einem der Ansprüche 13 oder 14 umfassend den weiteren Schritt des
drehzahlvariablen Betreibens der Hydromaschine (5) mittels eines mechanisch gekoppelten
Elektromotors (54).