[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein System zum Bereitstellen einer Belegungswahrscheinlichkeit
von Fahrzeugstellplätzen.
[0002] Insbesondere in den Innenstädten größerer Städte finden sich meist nur schwer freie
Parkplätze für Lastkraftwagen (LKW). Aber auch LKW-Stellplätze, beispielsweise auf
Rast- oder Parkplätzen an Autobahnen, sind zu bestimmten Wochentagen oder Uhrzeiten
häufig belegt. In beiden Fällen kann die Parkplatzsuche für den Fahrer schwierig und
zeitraubend sein. Für LKW-Fahrer auf der Suche nach einem Stellplatz ergibt sich dabei
das zusätzliche Problem, dass gesetzliche Vorgaben zu maximalen Lenkzeiten eingehalten
werden müssen und die Entfernungen zwischen den Parkflächen entlang der Route des
LKW oft groß sind.
[0003] Es sind Smartphone-Applikationen bekannt, bei welchen die Nutzer der Applikation
die aktuelle Auslastung einer gewünschten Parkfläche sehen können. Eine solche Applikation
ist beispielsweise die Applikation "TruckYa" von VDO. Fährt ein Nutzer der Applikation
eine Parkfläche (z. B. einen Rasthof) an, kann er dem System einen aktuellen Belegungsstatus
der Parkfläche (z. B. Stellplätze frei oder Stellplätze belegt) übermitteln. Dieser
Belegungsstatus kann dann in eine Karte, in der eine Vielzahl von Parkflächen eingetragen
ist, eingetragen werden, welche allen Nutzern der Applikation zur Verfügung gestellt
wird. So können LKW-Fahrer beispielsweise gezielt Parkflächen anfahren, auf welchen
aktuell Stellplätze frei sind. Die Statusmeldungen der Nutzer verfallen jedoch nach
einem bestimmten Zeitraum, da freie Stellplätze zwischenzeitlich belegt oder belegte
Stellplätze frei geworden sein können und die Statusmeldungen somit nach einer gewissen
Zeit meist nicht mehr den aktuellen Zustand wiedergeben. Sind zu einem bestimmten
Zeitpunkt für bestimmte Parkflächen keine aktuellen Meldungen anderer Nutzer im System
vorhanden, kann von der Applikation kein aktueller Belegungsstatus angezeigt werden.
Die Applikation ist somit stets auf die Mitwirkung der Nutzer angewiesen.
[0004] Andere Verfahren zum Bereitstellen von Belegungsinformationen speichern daher die
eingegangenen Statusmeldungen für bestimmte Parkflächen und verwenden die gespeicherten
Daten anschließend, um eine Belegungsprognose bereitzustellen. Ein derartiges Verfahren
ist beispielsweise aus der
DE 10 2012 201 472 A1 bekannt. Die Prognose wird dabei anhand der für eine Parkfläche für einen bestimmten
Zeitpunkt oder Zeitraum in der Vergangenheit gespeicherten Informationen erstellt.
Wurden zu einem bestimmten Zeitpunkt oder in einem bestimmten Zeitraum (z. B. freitags
zwischen 18:00 und 20:00 Uhr) für eine Parkfläche jedoch in der Vergangenheit noch
keine Daten gesammelt, so kann für die Parkfläche für diesen Zeitraum auch keine Prognose
erstellt werden. Für viele Parkflächen ergeben sich somit Zeiträume, in welchen weder
aktuelle Statusmeldungen vorliegen, noch eine Prognose anhand historischer Daten möglich
ist.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren bereitzustellen, welches
möglichst lückenlos den Belegungszustand von Stellplätzen ermittelt.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß Patentanspruch 1, ein Computerprogramm
gemäß Patentanspruch 11 und durch ein System gemäß Patentanspruch 12 gelöst. Ausgestaltungen
und Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand von Unteransprüchen.
[0007] Bei einem erfindungsgemäßen Verfahren werden Belegungsdaten für mindestens einen
Fahrzeugstellplatz zu mindestens einem Erhebungszeitpunkt erhoben, wobei die Belegungsdaten
zumindest Zeitinformationen zu Wochentag und Uhrzeit des Erhebungszeitpunkts, Belegungsinformationen
zur Belegung des mindestens einen Fahrzeugstellplatzes zum Erhebungszeitpunkt durch
ein Fahrzeug, Lageinformationen zur Lage des mindestens einen Fahrzeugstellplatzes
und Kategorieinformationen zu Eigenschaften des mindestens einen Fahrzeugstellplatzes
beinhalten. Die erhobenen Belegungsdaten werden gespeichert und stehen als gespeicherte
Belegungsdaten für eine weitere Verarbeitung zur Verfügung. Eine Belegungsanfrage
für Fahrzeugstellplätze mindestens einer gewünschten Kategorie, in mindestens einer
gewünschten Lage und zu mindestens einem gewünschten Zeitpunkt oder Parkzeitraum wird
empfangen und anhand der gespeicherten Belegungsdaten wird eine die Belegungswahrscheinlichkeit
des mindestens einen Fahrzeugstellplatzes der mindestens einen gewünschten Kategorie,
in der mindestens einen gewünschten Lage und zu dem mindestens einen gewünschten Parkzeitpunkt
oder Parkzeitraum repräsentierende Information ermittelt und ausgegeben.
[0008] Kategorieinformationen zu Eigenschaften des mindestens einen Fahrzeugstellplatzes
umfassen Daten, welche das Vorhandensein sanitärer Einrichtungen, Restaurants oder
einer Tankstelle repräsentieren. So können verschiedene Fahrzeugstellplätze mit ähnlichen
Eigenschaften gleichen Kategorien zugeordnet werden, da Fahrzeugstellplätze mit ähnlichen
Eigenschaften meist eine ähnliche Belegungswahrscheinlichkeit aufweisen.
[0009] Belegungsdaten sind innerhalb eines vorgebbaren Zeitraums nach ihrer Erhebung als
aktuelle Belegungsdaten und nach Ablauf des vorgebbaren Zeitraums nach ihrer Erhebung
als historische Belegungsdaten gespeichert. Die die Belegungswahrscheinlichkeit repräsentierende
Information kann anhand von aktuellen Belegungsdaten ermittelt werden, wenn aktuelle
Belegungsdaten für einen angefragten Fahrzeugstellplatz vorliegen. Aktuelle Belegungsdaten
spiegeln einen aktuellen Belegungsstatus besser wieder als eine anhand von historischen
Belegungsdaten ermittelte Belegungswahrscheinlichkeit. Eine Belegungswahrscheinlichkeit
anhand historischer Daten kann jedoch ausgegeben werden, wenn keine aktuellen Belegungsdaten
verfügbar sind.
[0010] Die Belegungsdaten können mittels manueller Eingaben durch Nutzer oder Betreiber
der Fahrzeugstellplätze oder mittels geeigneter Sensoreinrichtungen oder beidem erhoben
werden. Werden die Belegungsdaten über verschiedene Kanäle erhoben, kann dies die
Anzahl der Daten für einzelne Fahrzeugstellplätze erhöhen, wodurch sich die Genauigkeit
der berechneten Belegungswahrscheinlichkeit erhöht.
[0011] Zum Ermitteln der Belegungswahrscheinlichkeit kann ein Mittelwert der gespeicherten
Belegungsdaten gebildet werden. Dies stellt eine einfache und wenig rechenaufwendige
Möglichkeit zum Ermitteln der Belegungswahrscheinlichkeit dar.
[0012] Die Belegungsdaten können bei der Ermittlung der Belegungswahrscheinlichkeit unterschiedlich
gewichtet werden. Beinhalten die Belegungsdaten weiterhin Zeitinformationen zum Datum
des Erhebungszeitpunkts, kann beispielsweise anhand des Datums und der Uhrzeit des
Erhebungszeitpunkts ein Alter der Belegungsdaten ermittelt werden. Belegungsdaten
können dann bei der Ermittlung der Belegungswahrscheinlichkeit weniger gewichtet werden,
je älter sie sind. Auf diese Weise spiegeln sich Änderungen bei der Belegung von Stellplätzen
über die Zeit in der ermittelten Belegungswahrscheinlichkeit wider.
[0013] Ein erfindungsgemäßes Computerprogramm ist dazu ausgebildet, das erfindungsgemäße
Verfahren auszuführen.
[0014] Ein erfindungsgemäßes System zur Bestimmung der Belegungswahrscheinlichkeit von Fahrzeugstellplätzen
umfasst ein Kommunikationsgerät, eine zentrale Verarbeitungseinheit und eine Speichereinheit.
Die zentrale Verarbeitungseinheit ist dazu ausgebildet, Belegungsdaten für mindestens
einen Fahrzeugstellplatz zu mindestens einem Erhebungszeitpunkt zu empfangen, wobei
die Belegungsdaten zumindest Zeitinformationen zu Wochentag und Uhrzeit des Erhebungszeitpunkts,
Belegungsinformationen zur Belegung des mindestens einen Fahrzeugstellplatzes zum
Erhebungszeitpunkt durch ein Fahrzeug, Lageinformationen zur Lage des mindestens einen
Fahrzeugstellplatzes und Kategorieinformationen zu Eigenschaften des mindestens einen
Fahrzeugstellplatzes beinhalten. Die Speichereinheit ist dazu ausgebildet, die erhobenen
Belegungsdaten zu speichern und als gespeicherte Belegungsdaten für eine weitere Verarbeitung
zur Verfügung zu stellen. Das Kommunikationsgerät ist dazu ausgebildet, eine Belegungsanfrage
für Fahrzeugstellplätze mindestens einer gewünschten Kategorie, in mindestens einer
gewünschten Lage und zu mindestens einem gewünschten Zeitpunkt oder Parkzeitraum an
die zentrale Verarbeitungseinheit zu senden. Die Speichereinheit ist weiterhin dazu
ausgebildet, anhand der gespeicherten Belegungsdaten eine die Belegungswahrscheinlichkeit
des mindestens einen Fahrzeugstellplatzes der mindestens einen gewünschten Kategorie,
in der mindestens einen gewünschten Lage und zu dem mindestens einen gewünschten Parkzeitpunkt
oder Parkzeitraum repräsentierende Information zu ermitteln und zur Verfügung zu stellen,
wenn die zentrale Verarbeitungseinheit eine Belegungsanfrage erhält. Die zentrale
Verarbeitungseinheit ist weiterhin dazu ausgebildet, die von der Speichereinheit zur
Verfügung gestellte Belegungsinformation auszuwerten und an das Kommunikationsgerät
zu übermitteln und das Kommunikationsgerät ist weiterhin dazu ausgebildet, die übermittelte
Belegungsinformation auszugeben.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den Figuren der Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispiele näher erläutert, wobei gleiche Elemente mit gleichen Bezugszeichen
versehen sind. Es zeigt:
- Figur 1
- beispielhaft eine Darstellung von zu speichernden und gespeicherten Belegungsdaten;
- Figur 2
- beispielhaft eine Darstellung eines Ablaufs bei der Bereitstellung von Informationen
über die Belegungswahrscheinlichkeit von Stellplätzen;
- Figur 3
- beispielhaft ein Blockdiagramm eines Systems zur Bereitstellung von Belegungswahrscheinlichkeiten
von Stellflächen; und
- Figur 4
- beispielhaft ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zur Bereitstellung von Informationen
über die Belegungswahrscheinlichkeit von Stellplätzen.
[0016] Insbesondere für LKW-Fahrer ist es häufig schwierig, rechtzeitig einen Stellplatz
entlang der gefahrenen Strecke zu finden, um gesetzlich vorgeschriebene maximale Lenkzeiten
nicht zu überschreiten. Aber auch für PKW-Fahrer gestaltet sich die Parkplatzsuche,
beispielsweise in Innenstädten größerer Städte, häufig schwierig, da zu bestimmten
Zeiten die meisten verfügbaren Stellplätze belegt sind.
[0017] Mittels Applikationen für Smartphones, im Folgenden als App bezeichnet, können Nutzer,
wie beispielsweise LKW-Fahrer, den Belegungszustand verschiedener Parkflächen abrufen.
Parkflächen können beispielsweise Rastplätze an Autobahnen, Parkbuchten an Bundesstraßen
o. ä. sein, wobei jede Parkfläche wenigstens einen Fahrzeugstellplatz aufweist. Die
App hat viele verschiedene Parkflächen gespeichert und stellt Informationen zu diesen
bereit. Neben Informationen zum Belegungsstatus der Stellplätze kann die App beispielsweise
auch Informationen über die Anzahl der Stellplätze und die Lage der Parkflächen bereitstellen.
[0018] Fährt ein erster Nutzer der App eine Parkfläche an, so wird dies bei gängigen Apps
über das Ortungssystem des Smartphones des Nutzers von der App registriert. Die App
sendet dann eine Anfrage an den Nutzer. Dieser kann auf diese Anfrage hin den aktuellen
Belegungsstatus der Stellplätze in das System eingeben. Der Nutzer kann einen aktuellen
Belegungsstatus jedoch auch jederzeit ohne eine vorhergehende Anfrage der App in das
System eingeben. Die Stellplätze einer Parkfläche können beispielsweise alle belegt,
die Parkfläche somit voll sein. Die Stellplätze einer Parkfläche können aber beispielsweise
auch teilweise oder komplett frei, die Parkfläche also beispielsweise halbvoll oder
leer sein. Ein zweiter Nutzer der App kann diesen vom ersten Nutzer eingegebenen Belegungsstatus
dann über sein Smartphone sehen. So kann ein Nutzer sich über den Belegungsstatus
verschiedener Stellfläche in der Nähe seines aktuellen Standorts oder am Zielort informieren
und gezielt eine Parkfläche mit freien Stellflächen anfahren. Liegt bei einer derartigen
App zu einem bestimmten Zeitpunkt jedoch keine aktuelle Information von einem anderen
Nutzer vor, kann ein Belegungsstatus nicht angezeigt werden.
[0019] Ein Belegungsstaus ist dabei in der Regel nur für einen bestimmten Zeitraum aktuell,
da ein zunächst als leer gemeldeter Stellplatz relativ kurze Zeit später bereits belegt
sein kann. Ein Belegungsstatus kann beispielsweise für einen Zeitraum von einer halben
Stunde nach der Eingabe des Belegungsstatus durch den ersten Nutzer aktuell sein.
Dies ist jedoch nur ein Beispiel. Der Belegungsstatus kann auch für einen kürzeren
oder längeren Zeitraum aktuell sein.
[0020] Aus diesem Grund können die von den Nutzern eingegebenen, zunächst aktuellen, Informationen
von der App gespeichert und als historische Daten für eine Belegungsprognose verwendet
werden. Die gespeicherten Daten können neben Belegungsinformationen zur Belegung der
Stellplätze einer Parkfläche eine Information zur Lage der Stellplätze sowie Zeitinformationen
umfassen. Die Zeitinformationen können beispielsweise Informationen darüber enthalten,
an welchem Wochentag und zu welcher Uhrzeit der Belegungsstatus ermittelt wurde. Liegt
an einem bestimmten Wochentag (z. B. Samstag) zu einem bestimmten Zeitpunkt (z. B.
19 Uhr) oder in einem bestimmten Zeitraum (z. B. 18:45 bis 19:15 Uhr) keine aktuelle
Belegungsinformation vor, kann unter Heranziehung der gespeicherten Daten für denselben
Wochentag und dieselbe Uhrzeit eine Belegungswahrscheinlichkeit ermittelt werden.
Die Zeitinformationen können auch Informationen zum Datum des Zeitpunkts der Erhebung
umfassen. Anhand des Datums und der Uhrzeit kann beispielsweise ermittelt werden,
wie alt ein Belegungsstatus ist und ob dieser noch als aktuell oder bereits als historisch
angesehen wird.
[0021] Dies soll im Folgenden anhand eines ersten Beispiels verdeutlich werden. Beispiel
1: Ein erster Nutzer der App meldet für die Parkfläche 1 am Montag um 20:00 Uhr den
Belegungsstatus "halbvoll". Es ist somit eine bestimmte Anzahl an Stellplätzen verfügbar.
Ein zweiter Nutzer meldet am darauf folgenden Montag um 19:45 Uhr ebenfalls den Belegungsstatus
"halbvoll". Der vom ersten Nutzer übermittelte Belegungsstatus ist zu diesem Zeitpunkt
bereits veraltet und wird durch die Meldung des zweiten Nutzers ersetzt. Ein dritter
Nutzer sieht den vom zweiten Nutzer gemeldeten Belegungsstatus über die App, solange
dieser aktuell ist, und kann die Parkfläche 1 gezielt anfahren. Ein vierter Nutzer
fragt einen Monat später am Montag um 19:50 Uhr über die App den Belegungszustand
für die Stellplätze der Parkfläche 1 an. Auch der vom zweiten Nutzer übermittelte
Belegungsstatus ist einen Monat später nicht mehr aktuell. Eine neue Meldung für die
Parkfläche 1 liegt nicht vor, so dass dem vierten Nutzer kein aktueller Belegungsstatus
angezeigt werden kann. Die Meldungen des ersten und zweiten Nutzers wurden jedoch
im System als historische Belegungsdaten gespeichert. Anhand der gespeicherten Daten
kann somit eine Belegungswahrscheinlichkeit für die Stellplätze der Parkfläche 1 berechnet
werden. Da bereits zwei Mal am Montag im Zeitraum von 19:45 bis 20:00 Uhr Stellplätze
der Parkfläche 1 frei waren, wird prognostiziert, dass montags im angefragten Zeitraum
Stellplätze frei sind ist. Diese Belegungswahrscheinlichkeit wird dann dem vierten
Nutzer angezeigt. Je mehr gespeicherte Daten für eine Parkfläche für einen bestimmten
Zeitpunkt bzw. einen Zeitraum vorliegen, umso genauer kann dabei die Belegungswahrscheinlichkeit
ermittelt werden.
[0022] Liegen für eine bestimmte Parkfläche für einen bestimmten Zeitpunkt weder aktuelle
Informationen, noch gespeicherte Daten vor, so kann jedoch weder ein aktueller Belegungsstatus,
noch eine Belegungswahrscheinlichkeit angezeigt werden. Dies ist beispielsweise der
Fall, wenn ein fünfter Nutzer an einem Montag um 20:00 Uhr den Belegungsstatus der
Stellplätze der Parkfläche 2 anfragt. Für die Parkfläche 2 sind für diesen Zeitpunkt
jedoch weder aktuelle Belegungsinformationen verfügbar, noch wurden in der Vergangenheit
Daten der Parkfläche 2 als historische Daten gespeichert, welche der Berechnung einer
Belegungswahrscheinlichkeit zugrunde gelegt werden könnten.
[0023] Daher ist erfindungsgemäß neben der Anzeige aktueller Auslastungszustände und der
Ermittlung einer parkplatzspezifischen Belegungswahrscheinlichkeit (Ermittlung der
Belegungswahrscheinlichkeit anhand für eine bestimmte Parkfläche gespeicherter Daten)
weiterhin eine Ermittlung der Belegungswahrscheinlichkeit anhand von Parkplatzkategorien
vorgesehen. Hierfür können Parkflächen zunächst anhand verschiedener Kriterien in
verschiedene Parkplatzkategorien eingeteilt werden. Kriterien für die Einteilung in
Parkplatzkategorien können beispielsweise Lage, Größe (Anzahl der Stellplätze) oder
Ausstattung der Parkflächen sein. Parkflächen können beispielsweise direkt an Autobahnen
liegen (z. B. Autobahn-Rastplätze oder Autobahn-Parkplätze) oder weiter von Autobahnen
entfernt (z. B. Autohöfe). Parkflächen können aber beispielsweise auch direkt an Bundesstraßen
liegen (z. B. Parkbuchten). Parkflächen können dabei klein sein (z. B. Parkbuchten
an Bundesstraßen mit wenigen Stellplätzen) oder groß (z. B. große Autobahn-Rastplätze
mit vielen Stellplätzen) und beispielsweise gar keine Ausstattung oder z. B. Toiletten,
Restaurants und eine Tankstelle aufweisen. Die Parkflächen können zudem an stark oder
wenig befahrenen Strecken liegen. Dies sind jedoch nur Beispiele, nach welchen Kriterien
eine Einteilung in Parkplatzkategorien erfolgen kann. Der Einteilung können auch andere
oder zusätzliche Merkmale zu Grunde gelegt werden. Ein Stellplatz bzw. eine Parkfläche
kann dabei entsprechend der genannten Kriterien in eine oder auch mehrere verschiedene
Parkplatzkategorien eingeteilt werden.
[0024] Anhand von Figur 1 soll nachfolgend das vereinfachte Prinzip dargestellt werden,
nach dem ein ermittelter Belegungsstatus zu einem bestimmten Zeitpunkt gespeichert
werden kann. In dem Beispiel in Figur 1 sind für einen Stellplatz 1 der Parkfläche
A, welche der Parkplatzkategorie X (z. B. Autobahn-Parkplatz mit wenigen Stellplätzen
und Toilette an wenig befahrener Autobahn) zugeordnet ist, drei Meldungen eingegangen.
Die Meldungen sind dabei jeweils am gleichen Wochentag zu etwa derselben Uhrzeit übermittelt
worden. Die Belegungsdaten werden zum Einen als historische Daten für die Parkfläche
1 gespeichert und zum Anderen als historische Daten für die Parkplatzkategorie X.
Für den Stellplatz 2 der Parkfläche B, welche ebenfalls der Parkplatzkategorie X zugeordnet
ist, ist für denselben Wochentag zu einer ähnlichen Uhrzeit eine Meldung eingegangen.
Diese Belegungsdaten werden als historische Daten für die Parkfläche 2 und als historische
Daten für die Parkplatzkategorie X gespeichert. Für die Parkplatzkategorie X liegen
somit insgesamt vier Meldungen für den Zeitpunkt bzw. Zeitraum vor. Für einen Stellplatz
3 der Parkfläche C, welche ebenfalls der Parkplatzkategorie X zugeordnet ist, liegen
beispielsweise jedoch noch keine Daten vor. Für die den Stellplatz 3 der Parkfläche
C kann somit keine Belegungswahrscheinlichkeit anhand für die Parkfläche C gespeicherter
Daten ermittelt werden. Jedoch kann anhand der für die Parkplatzkategorie X gespeicherten
Daten eine Belegungswahrscheinlichkeit auch für die Stellplätze der Parkfläche C ermittelt
werden.
[0025] Anhand von Figur 2 wird nun ein Ablauf von Schritten bei der Bereitstellung von Informationen
über die Belegungswahrscheinlichkeit von Stellplätzen erläutert. Ein Nutzer kann zunächst
eine Belegungsanfrage stellen. Die Belegungsanfrage kann er beispielsweise mittels
einer entsprechenden Eingabe in seinem Smartphone stellen. Hierfür kann er eine auf
dem Smartphone installierte App aufrufen und die entsprechende Eingabe vornehmen.
Die Nutzung eines Smartphones zum Stellen einer Belegungsanfrage ist jedoch nur ein
Beispiel. Anstatt eines Smartphones kann der Nutzer die Belegungsanfrage über jegliches
Kommunikationsgerät eingeben, welches ein entsprechendes Programm installiert hat.
Das Kommunikationsgerät kann beispielsweise ein Laptop oder ein Tablet-PC sein. Das
Kommunikationsgerät kann die Belegungsanfrage des Nutzers an eine zentrale Verarbeitungseinheit
weiterleiten. Dies kann beispielsweise ein zentraler Server des Betreibers der App
sein. In der zentralen Verarbeitungseinheit wird dann die Berechnung der Belegungswahrscheinlichkeit
gestartet.
[0026] In einer Speichereinheit der zentralen Verarbeitungseinheit können historische Belegungsdaten
für die verschiedenen im System bekannten Stellplätze gespeichert sein. Die Speichereinheit
kann dann anhand dieser gespeicherten Daten die Belegungswahrscheinlichkeit berechnen
und an die zentrale Verarbeitungseinheit übermitteln. Diese kann die ermittelte Belegungswahrscheinlichkeit
wiederum an das Kommunikationsgerät übermitteln, welches diese dem Nutzer anzeigt.
[0027] Ein derartiges System ist beispielhaft in Figur 3 dargestellt. Das Kommunikationsgerät
10 ist dazu ausgebildet, auf eine Eingabe IN eines Nutzers hin eine Belegungsanfrage
BA an die zentrale Verarbeitungseinheit 20 zu senden. Die zentrale Verarbeitungseinheit
20 empfängt die Belegungsanfrage BA, woraufhin von der Speichereinheit 30 die gewünschte
Belegungswahrscheinlichkeit berechnet wird. In der Speichereinheit 30 sind historische
Belegungsdaten BD gespeichert, welche zuvor erhoben wurden. Die Belegungsdaten BD
können beispielsweise von Nutzern des Systems eingegeben worden sein. Belegungsdaten
können aber auch auf verschiedene andere Arten ermittelt werden. Beispielsweise können
Betreiber von Parkflächen entsprechende Eingaben in das System machen. Weiterhin können
an einzelnen Stellplätzen z. B. Parksensoren angebracht sein, welche detektieren,
ob eine Stellfläche frei oder belegt ist und diese Daten an das System übermitteln.
Die von der Speichereinheit 30 ermittelte Belegungswahrscheinlichkeit wird anschließend
von der zentralen Verarbeitungseinheit 20 als Belegungsinformation BI an das Kommunikationsgerät
10 übertragen, welches die Information anzeigen kann.
[0028] Die Belegungswahrscheinlichkeit für einen Zeitpunkt oder Zeitraum kann auf verschiedene
Art und Weise bestimmt werden. Beispielsweise kann ein Mittelwert aus allen für diesen
Zeitpunkt oder Zeitraum für die entsprechende Parkplatzkategorie gespeicherten Daten
gebildet werden. Die gespeicherten Daten könnten hierfür auch beispielsweise unterschiedlich
gewichtet werden. So könnten Daten weniger stark gewichtet werden, je älter sie sind.
Ebenso könnten sehr alte Daten nicht mehr in die Berechnung mit einbezogen werden
oder gelöscht werden. Auf diese Weise könnten Veränderungen, welche sich mit der Zeit
ergeben, mit berücksichtigt werden. Eine Belegungswahrscheinlichkeit kann jedoch auch
mit Hilfe von anderen, bekannten Algorithmen bestimmt werden. Die Ermittlung des Mittelwertes
stellt jedoch eine vergleichsweise einfache und wenig rechenaufwendige Methode dar.
[0029] Wie in Figur 4 dargestellt, kann anhand bestimmter Kriterien festgelegt werden, welche
Daten der Ermittlung der Belegungswahrscheinlichkeit zugrunde gelegt werden. Wird
eine Belegungsanfrage für einen Stellplatz der Parkfläche A, welche der Parkplatzkategorie
X zugeordnet ist, gestellt, kann zunächst geprüft werden, ob für die Parkfläche A
aktuelle Belegungsdaten vorliegen. Belegungsdaten sind aktuell, wenn zwischen dem
Zeitpunkt der Erhebung der Belegungsdaten und dem Zeitpunkt der Belegungsanfrage nicht
mehr als eine bestimmte Zeitdauer vergangen ist. Belegungsdaten können beispielsweise
nach 30 Minuten oder nach einer Stunde als veraltete bzw. historische Daten gelten.
Der Zeitraum kann jedoch auch kürzer oder länger gewählt werden. Liegen aktuelle Belegungsdaten
vor, so werden diese dem anfragenden Nutzer bevorzugt angezeigt, da sie einen aktuellen,
reellen Belegungsstatus darstellen.
[0030] Hierbei kann beispielsweise jeweils nur ein zuletzt ermittelter aktueller Belegungsstatus
angezeigt werden. Der Zeitraum, während dessen ein Belegungsstatus aktuell ist, kann
beispielsweise auf 30 Minuten festgelegt werden. Wird ein erster Belegungsstatus ermittelt
(z. B. durch Eingabe eines Nutzers), so ist dieser Belegungsstatus für 30 Minuten
aktuell. Wird nach weniger als 30 Minuten jedoch für die gleiche Parkfläche ein zweiter
Belegungsstatus ermittelt (z. B. durch eine weitere Eingabe eines anderen Nutzers),
so kann nur noch der zweite Belegungsstatus als aktuell angesehen und auf eine Belegungsanfrage
hin angezeigt werden, obwohl der Zeitraum von 30 Minuten nach der Eingabe des ersten
Belegungsstatus noch nicht vergangen ist.
[0031] Liegen keine aktuellen Belegungsdaten vor, so kann geprüft werden, ob für die Parkfläche
A historische Daten vorliegen. Liegen für die Parkfläche A bereits historische Daten
für den angefragten Zeitpunkt bzw. Zeitraum vor, so kann eine Belegungswahrscheinlichkeit
anhand dieser Daten ermittelt und angezeigt werden.
[0032] Liegen jedoch für die angefragte Parkfläche A auch keine historischen Daten vor,
so kann weiterhin geprüft werden, ob historische Daten für andere Parkflächen der
Kategorie X vorliegen. Ist dies der Fall, kann die Belegungswahrscheinlichkeit anhand
dieser Daten ermittelt werden. Hierbei wird die Annahme zugrunde gelegt, dass Stellplätze
auf Parkflächen mit einer ähnlichen Größe, Lage oder Infrastruktur zu gleichen oder
ähnlichen Zeitpunkten ähnlich häufig belegt sind.
[0033] Nur wenn auch für andere Parkflächen derselben Parkplatzkategorie keine historischen
Daten vorliegen, ist eine Anzeige der Belegungswahrscheinlichkeit nicht möglich.
[0034] Die Bestimmung einer Belegungswahrscheinlichkeit anhand historischer Daten ermöglicht
es nicht nur, eine Belegungswahrscheinlichkeit für einen aktuellen Anfragezeitpunkt
zu bestimmen, wenn keine aktuellen Daten oder historische Daten für die angefragte
Parkfläche vorliegen. Es ist weiterhin auch möglich, eine zukünftige Belegungswahrscheinlichkeit
zu bestimmen. Insbesondere bei LKW-Fahrern interessiert häufig nicht eine aktuelle
Belegung möglicher Stellplätze in der Nähe der aktuellen Position oder am Zielort.
Vielmehr ist hier häufig eine voraussichtliche Belegung der Stellplätze am Zielort
zum (voraussichtlichen) Zeitpunkt des Eintreffens interessant. So können sich Fahrer
bereits vorab über mögliche Stellplätze am Zielort informieren.
[0035] Das Verfahren ist jedoch nicht auf die Bestimmung einer Belegungswahrscheinlichkeit
von LKW-Stellplätzen geschränkt. Auf gleiche Weise kann eine Belegungswahrscheinlichkeit
von beispielsweise PKW- oder Motorradstellplätzen ermittelt werden.
1. Verfahren, bei dem Belegungsdaten für mindestens einen Fahrzeugstellplatz zu mindestens
einem Erhebungszeitpunkt erhoben werden, wobei
die Belegungsdaten zumindest Zeitinformationen zu Wochentag und Uhrzeit des Erhebungszeitpunkts,
Belegungsinformationen zur Belegung des mindestens einen Fahrzeugstellplatzes zum
Erhebungszeitpunkt durch ein Fahrzeug, Lageinformationen zur Lage des mindestens einen
Fahrzeugstellplatzes und Kategorieinformationen zu Eigenschaften des mindestens einen
Fahrzeugstellplatzes beinhalten;
die erhobenen Belegungsdaten gespeichert werden und als gespeicherte Belegungsdaten
für eine weitere Verarbeitung zur Verfügung stehen;
eine Belegungsanfrage für Fahrzeugstellplätze mindestens einer gewünschten Kategorie,
in mindestens einer gewünschten Lage und zu mindestens einem gewünschten Zeitpunkt
oder Parkzeitraum empfangen wird; und
anhand der gespeicherten Belegungsdaten eine die Belegungswahrscheinlichkeit des mindestens
einen Fahrzeugstellplatzes der mindestens einen gewünschten Kategorie, in der mindestens
einen gewünschten Lage und zu dem mindestens einen gewünschten Parkzeitpunkt oder
Parkzeitraum repräsentierende Information ermittelt und ausgegeben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Kategorieinformationen zu Eigenschaften des mindestens
einen Fahrzeugstellplatzes Daten umfassen, welche das Vorhandensein sanitärer Einrichtungen,
Restaurants oder einer Tankstelle repräsentieren.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei Belegungsdaten innerhalb eines vorgebbaren
Zeitraums nach ihrer Erhebung als aktuelle Belegungsdaten und nach Ablauf des vorgebbaren
Zeitraums nach ihrer Erhebung als historische Belegungsdaten gespeichert sind.
4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei die die Belegungswahrscheinlichkeit repräsentierende
Information anhand von aktuellen Belegungsdaten ermittelt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, wobei die die Belegungswahrscheinlichkeit repräsentierende
Information anhand von historischen Belegungsdaten ermittelt wird, wenn keine aktuellen
Belegungsdaten verfügbar sind.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Belegungsdaten mittels
manueller Eingaben durch Nutzer oder Betreiber der Fahrzeugstellplätze oder mittels
geeigneter Sensoreinrichtungen oder beidem erhoben werden.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei zum Ermitteln der Belegungswahrscheinlichkeit
ein Mittelwert der gespeicherten Belegungsdaten gebildet wird.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Belegungsdaten bei der
Ermittlung der Belegungswahrscheinlichkeit unterschiedlich gewichtet werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei die Belegungsdaten weiterhin Zeitinformationen zum
Datum des Erhebungszeitpunkts beinhalten.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei anhand des Datums und der Uhrzeit des Erhebungszeitpunkts
ein Alter der Belegungsdaten ermittelt wird und wobei Belegungsdaten bei der Ermittlung
der Belegungswahrscheinlichkeit weniger gewichtet werden, je älter sie sind.
11. Computerprogramm das dazu ausgebildet ist, das Verfahren nach einem der Ansprüche
1 bis 10 auszuführen.
12. System zur Bestimmung der Belegungswahrscheinlichkeit von Fahrzeugstellplätzen mit
einem Kommunikationsgerät (10), einer zentralen Verarbeitungseinheit (20) und einer
Speichereinheit (30), wobei
die zentrale Verarbeitungseinheit (20) dazu ausgebildet ist, Belegungsdaten (BD) für
mindestens einen Fahrzeugstellplatz zu mindestens einem Erhebungszeitpunkt zu empfangen,
wobei die Belegungsdaten (BD) zumindest Zeitinformationen zu Wochentag und Uhrzeit
des Erhebungszeitpunkts, Belegungsinformationen zur Belegung des mindestens einen
Fahrzeugstellplatzes zum Erhebungszeitpunkt durch ein Fahrzeug, Lageinformationen
zur Lage des mindestens einen Fahrzeugstellplatzes und Kategorieinformationen zu Eigenschaften
des mindestens einen Fahrzeugstellplatzes beinhalten;
die Speichereinheit (30) dazu ausgebildet ist, die erhobenen Belegungsdaten (BD) zu
speichern und als gespeicherte Belegungsdaten für eine weitere Verarbeitung zur Verfügung
zu stellen;
das Kommunikationsgerät (10) dazu ausgebildet ist, eine Belegungsanfrage (BA) für
Fahrzeugstellplätze mindestens einer gewünschten Kategorie, in mindestens einer gewünschten
Lage und zu mindestens einem gewünschten Zeitpunkt oder Parkzeitraum an die zentrale
Verarbeitungseinheit (20) zu senden;
die Speichereinheit (30) weiterhin dazu ausgebildet ist, anhand der gespeicherten
Belegungsdaten (BD) eine die Belegungswahrscheinlichkeit des mindestens einen Fahrzeugstellplatzes
der mindestens einen gewünschten Kategorie, in der mindestens einen gewünschten Lage
und zu dem mindestens einen gewünschten Parkzeitpunkt oder Parkzeitraum repräsentierende
Information (BI) zu ermitteln und zur Verfügung zu stellen, wenn die zentrale Verarbeitungseinheit
(20) eine Belegungsanfrage (BA) erhält;
die zentrale Verarbeitungseinheit (20) weiterhin dazu ausgebildet ist, die von der
Speichereinheit (30) zur Verfügung gestellte Belegungsinformation (BI) auszuwerten
und an das Kommunikationsgerät (10) zu übermitteln; und
das Kommunikationsgerät (10) weiterhin dazu ausgebildet ist, die übermittelte Belegungsinformation
auszugeben.