(19)
(11) EP 2 953 149 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
09.12.2015  Patentblatt  2015/50

(21) Anmeldenummer: 14171601.9

(22) Anmeldetag:  06.06.2014
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H01F 41/08(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(71) Anmelder: RUFF GmbH
85567 Grafing b. München (DE)

(72) Erfinder:
  • Hofer, Alois
    85567 Grafing b. München (DE)

(74) Vertreter: Betten & Resch 
Patent- und Rechtsanwälte PartGmbB Theatinerstraße 8 (Fünf Höfe)
80333 München
80333 München (DE)

   


(54) Vorrichtung und Verfahren zum magazinlosen Bewickeln von Ringkernen


(57) Vorrichtung und Verfahren zum magazinlosen Bewickeln von Ringkernen mit einer Ringkernhalterung und im Wesentlichen in einer Drahtführungsebene angeordneten zur Drahtführung und Drahtmagazinierung dienenden Elementen. Die Vorrichtung umfasst eine erste Transportrolle und eine zweite Transportrolle, die relativ zur Ringkernhalterung so angeordnet sind, dass ein der Drahtführungsebene auf auf den Transportrollen zu magazinierender und zu wickelnder Draht zwischen erster und zweiter Transportrolle durch den Ringkern führbar ist, einen zur zweiten Transportrolle benachbart angeordneten Drahtauswerfer und einen Drahtstraffer.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Ringkern-Wickelvorrichtung mit einer Ringkemhalterung und einer magazinlosen Drahtführung sowie ein entsprechendes Verfahren hierzu.

[0002] Eine Ringkernspulen-Wickelvorrichtung mit einer Ringkemhalterung und einem durch die Ringkernöffnung geführten ringförmigen Magazin mit zur Drahtführung und Drahtmagazinierung dienenden Elementen ist beispielsweise aus der DE 101 53 896 A1 bekannt. Nachteilig wirkt sich bei dieser bekannten Vorrichtung aus, dass das ringförmige Magazin zum Magazinieren und Bewickeln durch den Ringkern geführt werden muss und somit Ringkerne mit kleinem Durchmesser oder Rohrkerne, durch die das Magazin wegen der räumlichen Erfordernisse des Magazins nicht geführt werden kann, nicht bewickelt werden können.

[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Wickelvorrichtung sowie ein entsprechendes Wickelverfahren zu schaffen, die ein direktes Bewickeln von Ringkernen mit sehr kleinem Ringkeminnendurchmesser sowie von Rohrkernen ermöglichen. Zusätzlich soll die Vorrichtung einfach und robust aufgebaut und kostengünstig herstellbar sein.

[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung eine Vorrichtung zum magazinlosen Bewickeln von Ringkernen mit einer Ringkernhalterung und im Wesentlichen in einer Drahtführungsebene angeordneten zur Drahtführung und Drahtmagazinierung dienenden Elementen vor, wobei die einen zu bewickelnden Ringkern antreibende Ringkernhalterung und die zur Drahtführung und Drahtmagazinierung dienenden Elementen vorzugsweise senkrecht zueinander ausgerichtet sind. Die zur Drahtführung und Drahtmagazinierung dienenden Elemente umfassen weiterhin eine erste Transportrolle und eine zweite Transportrolle, die relativ zur Ringkernhalterung so angeordnet sind, dass ein in der Drahtführungsebene auf den Transportrollen zu magazinierender und zu wickelnder Draht zwischen erster und zweiter Transportrolle durch den Ringkern führbar ist, einen zur zweiten Transportrolle benachbart angeordneten Drahtauswerfer und einen Drahtstraffer. Der Drahtauswerfer ist im Betrieb so eingerichtet, eine Schlaufe des zu wickelnden Drahtes nach Durchlaufen des Ringkerns aus der Drahtführungsebene seitlich neben die zweite Transportrolle zu verrücken. Dadurch wird erreicht, dass die Drahtschlaufe von der zweiten Transportrolle herunter fällt bzw. an dieser vorbeigeführt wird und in der Folge in den Drahtstraffer läuft. Der Drahtstraffer ist so eingerichtet, die Drahtschlaufe zunächst zu straffen und dann zum weiteren Bewickeln wieder frei zu geben.

[0005] Zur Lösung der Aufgabe wird weiterhin ein Verfahren zum magazinlosen Bewickeln von Ringkernen mit einem Draht mit Hilfe einer Wickelvorrichtung vorgeschlagen. Das Verfahren umfasst dabei die folgende Schritte: Führen eines vorzugsweise aus einem einstückigen Draht bestehenden rotierenden Drahtbandes über die erste Transportrolle durch den in der Ringkernhalterung im Wesentlichen senkrecht zum Drahtband rotierenden Ringkern, weiter über die zweite Transportrolle und wieder zur ersten Transportrolle in der Drahtführungsebene, Bilden einer Schlaufe des Drahtes vom Drahtband neben der ersten Transportrolle, Durchlaufen des Ringkerns und Verrücken der Drahtschlaufe aus der Drahtführungsebene neben die zweite Transportrolle durch den Drahtauswerfer, Straffen der Drahtschlaufe im Drahtstraffer und Freigeben der Drahtschlaufe durch den Drahtstraffer.

[0006] Die Bevorratung des Wickeldrahtes erfolgt damit erfindungsgemäß ohne herkömmliches Magazin, indem der Draht direkt auf die Transportrollen magaziniert wird. Dadurch kann auf ein geschlossenes Magazin zur Führung und Bevorratung des Wickeldrahtes verzichtet werden. Da somit nur der zu wickelnde Draht und kein Magazin o.ä. durch den Ringkern geführt werden muss, können auch Ringkerne mit geringem Innendurchmesser oder Rohrkerne bewickelt werden.

[0007] Im Vergleich zu herkömmlichen Ringkern(spulen)-Wickelvorrichtung mit durch die Ringkernöffnung geführten ringförmigen Magazin ist die erfindungsgemäße Vorrichtung einfach aufgebaut, da auf das ringförmige Magazin verzichtet werden kann. Durch den relativ einfachen Aufbau ist die Vorrichtung ebenfalls robust und kostengünstig herzustellen. Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt damit ein automatisches Bewickeln auch von Ringkernen mit geringem Innendurchmesser oder Rohrkernen oder anderen Kerngeometrien, die mit herkömmlichen Wickelvorrichtungen mit Magazin nicht bewickelbar sind.

[0008] Gemäß einem Aspekt weisen die zur Drahtführung und Drahtmagazinierung dienenden Elemente weiterhin zumindest eine Hilfsrolle auf. Zumindest eine der Transport- oder Hilfsrollen ist als Antriebs- bzw. Zugrolle ausgeführt. Die Antriebsoder Zugrolle treibt den aufmagazinierten Draht als sogenanntes Drahtband an, so dass er über die erste Transortrolle durch den Ringem und weiter über die zweite Transportrolle rotiert. Der Antrieb sorgt dabei weiter für die Straffung des Drahtes im Drahtstraffer, indem auch die Drahtschlaufe mit rotiert und bei jeder Umdrehung der Draht gestrafft und anschließend wieder frei gegeben wird. Weitere Hilfsrollen führen den Draht auf dem Weg von der zweiten zur ersten Transportrolle in bevorzugter Weise auf einer halbkreisförmigen Bahn, so dass eine ausreichend große Menge Draht aufmagazinierbar ist und eine besonders gute Schlaufenbildung ermöglicht wird. Die Transport- oder Hilfsrollen sind dabei so eingerichtet, dass im Betrieb beim Magazinieren der Draht ein geschlossenes Drahtband bildet, das durch den Ringkern hindurchführbar ist.

[0009] Geschlossenes Drahtband bedeutet dabei, dass bei Magazinieren ein zu wickelnder Draht bevorzugter Weise in mehreren nebeneinander liegenden Drahtwindungen auf den Rollen aufgewickelt wird.

[0010] Das Drahtband wird gemäß einem Aspekt aus einem Drahtvorrat auf die Rollen der Vorrichtung magaziniert, indem beispielsweise ein Draht vorbestimmter Länge auf die Rollen aufgewickelt wird.

[0011] Gemäß einem weiteren Aspekt wird dann zu Beginn des eigentlichen Wickelns auf den Ringkern ein Ende des als Drahtband magazinierten und durch den Ringkern geführten Drahtes fixiert, so dass ein Wickeln des Drahtes um den Ringkern erfolgen kann.

[0012] Gemäß einem weiteren Aspekt umfasst der Drahtstraffer einen spaltbildenden vorgespannten Keil. Der Drahtstraffer ist dabei so eingerichtet und angeordnet, dass im Betrieb die Drahtschlaufe nach Durchlaufen des Ringkerns in den Spalt läuft und dabei zunächst im Spalt geführt wird und in Drahtrichtung den Spalt durchläuft. Der keilförmige Spalt ist dabei im vorgespannten Zustand an seiner schmalsten Stelle so klein, dass ein Durchrutschen der Drahtschlaufe in radialer Richtung zunächst verhindert wird, indem in diesem Zustand der Spalt an der schmalsten Stelle kleiner als der Drahtdurchmesser ist. Dadurch läuft die Drahtschlaufe weiter in Drahtrichtung durch den Spalt und wird gestrafft. Dabei zieht sich die Drahtschlaufe weiter um den Ringkern zusammen, so dass eine weitere Windung entsteht. Durch das Zusammenziehen der Drahtschlaufe wird die radiale Zugkraft des Drahtes in Richtung Keilspitze des Spalts zunehmend größer. Nachdem der Keil vorgespannt ist und bei ausreichend großer Zugkraft der Keil entgegen der Vorspannung ausrückt und dadurch den Spalt vergrößert, fällt oder rutscht die Drahtschlaufe bei ausreichend großer Zugkraft in radialer Richtung durch den Spaltboden und verlässt damit den Drahtstraffer bzw. wird von diesem frei gegeben. Die Drahtschlaufe wird dabei durch den fortlaufenden Anrieb des rotierenden Drahtbandes weiter gezogen.

[0013] Gemäß einem weiteren Aspekt ist der Drahtauswerfer als rotierendes Mittel ausgebildet und so angeordnet, dass im Betrieb das zumindest eine rotierende Mittel eine Drahtschlaufe aus dem Drahtband erfasst, den Draht verrückt und damit die Drahtschlaufe sicher und einfach auswirft. Die Drahtschlaufe fällt beim Auswerfen von der zweiten Transportrolle. Darüber hinaus wird ein erneutes Einfädeln auf das zweite Transportrad verhindert. Die Drahtschlaufe läuft dann weiter in den Drahtstraffer. Das rotierende Mittel ist gemäß einer Ausführungsform ein Rad mit zumindest einem Mitnehmer oder ein Stern- oder Zahnrad oder ein rotierender Zahnriemen oder eine rotierende Kette mit zumindest einem Außen laufenden Nocken oder Haken. Während des Betriebes ist der Drahtauswerfer mit der Vorrichtung vorteilhafterweise so synchronisiert, dass einer der vorzugsweise mehreren rotierenden Mitnehmer, Zähne, Nocken oder Haken bei jedem Drahtbandumlauf eine - und zwar die nächste auf dem Drahtband ausgehend von der Drahtschlaufe - Drahtschlaufe erfasst und so verrückt, dass diese Drahtschlaufe von der zweiten Transportrolle fällt.

[0014] Gemäß einem weiteren Aspekt umfasst die Vorrichtung weiterhin zumindest ein Drahtführungsmittel, das so eingerichtet ist, dass es im Betrieb den vom Drahtstraffer wieder frei gegebenen Draht an der oberen Transportrolle vorbei führt, so dass sich erneut die Drahtschlaufe ausbildet und der Draht nicht wieder auf das erste Transportrad einfädelt.

[0015] Gemäß einem weiteren Aspekt umfasst die Vorrichtung weiterhin zumindest ein Drahtführungsblech parallel zur Drahtführungsebene, das die obere Transportrolle zumindest teilweise überdeckt und damit sicher verhindert, dass Drahtschlaufe wieder auf das erste Transportrad einfädelt und somit die Drahtschlaufe erneut sicher ausbildet.

[0016] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der beigefügten Figuren näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 und 2 rudimentäre schematische Darstellungen von Ausführungsformen der Ringkern-Wickelvorrichtung aus verschiedenen Perspektiven, bei der u.a. die Ringkemhalterung, der Drahtauswerfer und der Drahtstraffer zur Vereinfachung nicht gezeigt sind;

Fig. 3 bis 5 rudimentäre schematische Darstellungen von Ausführungsformen der Ringkern-Wickelvorrichtung aus verschiedenen Perspektiven, bei der u.a. die Ringkernhalterung und der Drahtstraffer zur Vereinfachung nicht gezeigt sind;

Fig. 6 bis 8 rudimentäre schematische Darstellungen von Ausführungsformen der Ringkern-Wickelvorrichtung aus verschiedenen Perspektiven, bei der u.a. die Ringkernhalterung und der Drahtauswerfer zur Vereinfachung nicht gezeigt sind; und

Fig. 9 und 10 rudimentäre schematische Darstellungen von Ausführungsformen der Ringkern-Wickelvorrichtung aus verschiedenen Perspektiven, bei der u.a. die Ringkernhalterung und der Drahtauswerfer zur Vereinfachung nicht gezeigt sind.



[0017] Die Ringkern-Wickelvorrichtung 100 nach den Fig. 1 bis 4 weist eine Ringkernhalterung (nicht dargestellt) auf, in der der zu bewickelnde Ringkern 110 gehalten und beim Bewickeln rotiert wird. Die Ringkernhalterung ist gemäß einer Ausführungsform durch drei Andruckrollen ausgebildet, die jeweils im Abstand von 120° zueinander um den Ringkern angeordnet sind und von außen gegen den Ringkern drücken und ihn damit in der gewünschten Position halten. Zumindest eine der Andruckrollen treibt gleichzeitig den Ringkern an und versetzt ihn somit in die gewünschte Rotation, um die Windungen der Wicklung im gewünschten Abstand auf dem Ringkern aufzubringen.

[0018] Anstatt eines Magazins verfügt die Vorrichtung über in der Drahtführungsebene angeordnete zur Drahtführung und Drahtmagazinierung dienende Elemente, insbesondere über die erste und zweite Transportrolle 120, 130 und, falls vorhanden, weitere Hilfsrollen 140, 150, 160, 170, zusammen allgemein als Drahtführungsrollen bezeichnet, die jeweils auf zueinander parallelen Rotationsachsen angeordnet sind. Fig. 1 zeigt dabei eine Ausführung mit Hilfsrollen, Fig. 2 eine Ausführungsform ohne Hilfsrollen. Die Rotationsachse des Ringkerns liegt bevorzugt im Wesentlichen in der Drahtführungsebene, so dass die Rotationsachsen des Ringkerns und der Drahtführungsrollen vorzugsweise senkrecht zueinander ausgerichtet sind.

[0019] Gemäß der in Figuren dargestellten Ausführungsformen ist die erste Transportrolle als obere Transportrolle 120 ausgeführt und oberhalb der Ringkernhalterung 110 angeordnet. Die zweite Transportrolle ist entsprechend als untere Transportrolle 130 so angeordnet, dass der von der oberen zur unteren Transportrolle geführte Draht 200 den in der Ringkernhalterung befindlichen zu bewickelnden Ringkern durchläuft.

[0020] Nachdem die Vorrichtung über kein Magazin zur Drahtführung und Drahtmagazinierung verfügt, wird gemäß einer Ausführungsform zunächst ein Seil so über die Drahtführungsrollen sowie durch den Ringkern geführt, wie anschließend der Draht als Drahtband in die Vorrichtung einschließlich Ringkern magaziniert werden soll. Das Seil wird dann als geschlossene Schlaufe beispielsweise entsprechend verknotet oder anderweitig geschlossen und mit dem (Wickel-)Drahtanfang verknüpft. Alternativ und abhängig von der verwenden Drahtstärke kann der Wickeldrahtanfang auch direkt über die Drahtführungsrollen und durch den Ringkern geführt und dann bei Erreichen des Ausgangspunktes geschlossen werden. Der Wickeldraht wird dabei beispielsweise von einer Vorratsrolle (nicht dargestellt) abgezogen und dann durch Antrieb zumindest einer der Drahtführungsrollen - die zumindest eine Antriebs- oder Zugrolle - in die Vorrichtung auf die Drahtführungsrollen magaziniert. Dabei wird dann ein ausreichend langes Stück Draht in Form mehrerer umlaufender Windungen in die Vorrichtung geladen. Der Wickeldraht ist fertig aufmagaziniert, wenn das ausreichend lange Stück Draht auf den Drahtführungsrollen aufgewickelt wurde. Der Draht bildet dabei ein aus mehreren Windungen bestehendes Drahtband 210, wie dies bspw. in Figur 2 dargestellt ist. Die einzelnen Windungen liegen dabei bevorzugt nebeneinander auf den Drahtführungsrollen. Das Drahtband bildet damit eine magazinartige Drahtbevorratung auf dem aus den Drahtführungsrollen gebildeten Rollensystem, ohne das es eines herkömmlichen Magazins bedarf. Die Figuren 1 und 2 zeigen, wie das Drahtband fertig aufmagaziniert ist.

[0021] Anschließend kann das Bewickeln des Ringkerns beginnen. Hierzu wird zunächst ein freies Ende 220 des Drahtes fixiert, wie dies in Fig. 1 angedeutet ist. Zweckmäßigerweise wird das eine freie Ende des Drahtes an einem geeigneten Fixpunkt der Vorrichtung, wie beispielsweise an der Ringkernhalterung befestigt oder kann auch von Maschinenführer während des Wickelns gehalten werden.

[0022] Zum eigentlichen Bewickeln des Ringkerns mit dem Draht wird dann das Drahtband von der Antriebs- oder Zugrolle 160 angetrieben und so in Rotation versetzt, dass das Drahtband über die erste Transportrolle durch den Ringkern zur zweiten Transportrolle und dann weiter über ggf. die Hilfsrollen wieder zur ersten Transportrolle läuft, wie dies bspw. in Fig. 3 gezeigt ist. Eine Windung des Drahtbandes wird dann zunächst von der zweiten Transportrolle geworfen und bildet eine Drahtschlaufe zum Bewickeln des Ringkerns.

[0023] Hierzu ist der Drahtauswerfer 300 zweckmäßigerweise unterhalb des Ringkerns 110 und in der Nähe der unteren Transportrolle 130, wie in den Fig. 3-5 gezeigt, so angeordnet und im Betrieb so eingerichtet, das der Abschnitt 230 der zur Schlaufe werdende Windung des zu wickelnden Drahtes nach Durchlaufen des Ringkerns aus der Drahtführungsebene seitlich so verrückt wird, dass die Drahtschlaufe von der zweiten Drahtrolle fällt bzw. nicht über die zweite Transportrolle sondern in den Drahtstraffer läuft.

[0024] Der Drahtauswerfer ist gemäß einer Ausführungsform als Sternrad oder Rad mit zumindest einem Mitnehmer 310 ausgeführt, wobei das Rad so rotiert, dass ein Zahn des Sternrads bzw. ein Mitnehmer den Abschnitt 230 der zur Schlaufe werdende Windung des zu wickelnden Drahtes erfasst und aus der Drahtführungsebene seitlich verrückt. Alternative Drahtauswerfer umfassen rotierender Riemen oder Ketten mit zumindest einem außen laufenden Mitnehmer, Nocken, Haken oder ähnlich. Fig. 5 zeigt einen Ausschnitt der Vorrichtung aus einer Perspektive in die in Fig. 3 eingezeichneten Ebene A-A'. Fig. 4 zeigt einen Ausschnitt der Vorrichtung ähnlich zu Fig. 2, jedoch mit dem Drahtauswerfer 300.

[0025] Die Drahtschlaufe läuft dann nicht mehr über die zweite Transportrolle, wie in den Fig. 3 bis 5 gezeigt, sondern weiter in den Drahtstraffer, dessen Funktionsweise dann weiter mit Bezug auf die Figuren 6 bis 8 erläutert wird. Der Drahtstraffer 400 strafft zunächst die Drahtschlaufe und gibt sie dann frei. Gemäß einer Ausführungsform umfasst der Drahtstraffer einen spaltbildenden vorgespannten Keil 410. Dieser Keil bildet mit einer gegenüberliegenden im Wesentlichen parallel zur Drahtführungsebene angeordneten Fläche 430 der Vorrichtung einen Spalt 440, in den der Drahtabschnitt 240 läuft. Dadurch, dass der Drahtstraffer relativ zum rotierenden Drahtband und damit auch zur Drahtschlaufe feststeht und das Drahtband 210 weiter auf den Rollen rotiert, strafft sich die Drahtschlaufe als neue Windung um den Ringkern und die Drahtschlaufe zieht sich zusammen. Das Zusammenziehen der Drahtschlaufe bewirkt eine radiale Kraft auf dem Draht u.a. gegen die Keilspitze im Spalt. Der Keil oder die gegenüberliegende Fläche ist gemäß einer Ausführungsform vorgespannt, beispielsweise durch eine Feder 420, und so gelagert, dass der Keil 420 und die gegenüberliegende Fläche 430 per Federkraft gegeneinander gedrückt und einen quasi geschlossenen Spalt 440 bzw. so einen Spalt bilden, bei dem die schmalere Seite des Spalts kleiner als der Drahtdurchmesser ist, so dass der Draht in Drahtrichtung durch den Spalt läuft bzw. geführt wird, aber in radialer Richtung nicht durch den Spalt rutscht. Bei Einwirkung einer ausreichend großen Kraft (größer als die resultierende Federkraft) durch den im Spalt befindlichen Draht 240 auf den Keil und die gegenüberliegende Fläche in Richtung Keilspitze (entspricht der schmalen Seite des Spalts), bewegen sich der Keil und die gegenüberliegende Fläche so weit auseinander, dass der Spalt sich weitet oder öffnet und den Draht in radialer Richtung durch den Spaltboden bzw. die schmale Seite des Spalts rutschen lässt. Die Federkraft wird dabei so gewählt, dass die Drahtschlaufe zunächst gestrafft, also so weit wie für den Wickelvorgang nötig zusammengezogen wird, der Draht aber nicht reißt. Bei Erreichen der vorbestimmten Zugkraft auf dem Draht wird dann also die Drahtschlaufe durch den sich öffnenden oder weitenden Spalt gezogen. Die Abstimmung der Öffnung des Spaltes in Abhängigkeit der Zugkraft auf dem Draht, dem Drahtdurchmesser, etc. erfolgt zweckmäßigerweise durch die Einstellung der Federkraft (Pfeil 450) und die Wahl der Steilheit des Keils, also des Winkels zwischen Keil und gegenüberliegender Fläche. Figur 6 ist dabei wiederrum, wie bereits die Figuren 1 und 3 eine Seitenansicht der Vorrichtung. Fig. 7 ist eine Ansicht ähnlich wie die in den Fig. 2 und 4, wobei in Fig. 7 die Sichtebene hinter dem Ringkern liegt und somit nicht den Ringkern, aber die Hilfsrollen 140, 150, 160, 170 sowie den Drahtstraffer 400 zeigt (Pfeil B). Fig. 8 zeigt einen Ausschnitt aus Fig. 6 von oben um den Drahtstraffer 400 (Pfeil C).

[0026] Nach der Straffung und anschließender Freigabe der Drahtschlaufe durch den Drahtstraffer gleitet die Drahtschlaufe, gemäß einer in den Figuren 9 und 10 gezeigten Ausführungsform geführt von zumindest einem Drahtführungsmittel, an der oberen Transportrolle 120 vorbei. Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst das Drahtführungsmittel zumindest ein Drahtführungsblech 500 parallel zur Drahtführungsebene, welches die obere Transportrolle und ggf. die Hilfsrollen zumindest teilweise überdeckt. Gezeigt wird die Bewegung der frei gelassenen Drahtschlaufe nach deren Freigabe durch den Drahtstraffer im zeitlichen Verlauf durch die gestrichelt dargestellten Drahtabschnitte 250, 260, 270, 280. Dadurch fädelt die Drahtschlaufe nicht wieder auf der oberen Transportrolle ein, sondern bildet eine so genannte lockere Phase, insbesondere in der Position des Drahtabschnitts 280, in deren weiterem Verlauf und nach Durchlaufen des Ringkerns das Wickeln des Drahtes durch erneutes Auswerfen bzw. Verrückens der Drahtschlaufe durch den Drahtauswerfer wie oben beschreiben fortgesetzt wird. Dieser Vorgang widerholt sich so lange, bis die gewünschte Anzahl von Drahtwindungen auf dem Ringkern aufgebracht ist.

[0027] Gemäß einer Ausführungsform kann das Verfahren zum Bewickeln wie folgt zusammengefasst werden. Der Ringkern wird in der Ringkernhalterung geführt. Der Wickeldraht wird durch den Ringkern in ein so genanntes Drahtband auf die Drahtführung, die senkrecht zum Ringkern ausgerichtet ist, magaziniert. Ein Drahtende wird fixiert. Eine Drahtschlaufe aus dem Drahtband wird in so genannter lockerer Phase mit Hilfe des Drahtauswerfers, wie beispielsweise einem Sternrad, Abwurfrad oder sonstigem Abwurfmittel, aus der Drahtführung geworfen. Der Draht wird weiter im Drahtstraffer gestrafft und dabei gleichzeitig auf dem Ringkern festgezogen. Die vom Drahtstraffer frei gegebene Drahtschlaufe wird an der Drahtführung vorbei wieder in die lockere Phase überführt und die nächste Wicklung einer Windung beginnt.

[0028] Im Sinne der Erfindung schließt der Begriff Ringkern auch Rohrkerne oder Kerne mit besonderer Öffnungsgeometrie ein und betrifft insbesondere solche Ringkerne mit kleinem Innendurchmesser oder Kerne mit verwinkelter Öffnungsgeometrie sowie Rohrkeme, die gemäß ihrer Dimensionierung nicht mit herkömmlichen Ringkernspulen-Wickelvorrichtung bewickelt werden können, da das Magazin aufgrund des für das Magazin erforderlichen Raumes nicht durch die Ringkernöffnung geführt werden kann. Die hier beschriebenen Ausführungsformen eignen sich jedoch ebenfalls zum Bewickeln von sonstigen Ringkernen oder Kernen mit sonstiger Öffnung und auch solchen mit größeren Innendurchmessern und erlauben ein einfaches und komfortables Bewickeln.

[0029] Im Sinne der Erfindung schließt der Begriff Draht bzw. Wickeldraht auch sämtlichen sonstigen Materialien ein, mit denen sinnvoller Weise Ringkerne oder ähnliche Gegenstände erfindungsgemäß zu bewickeln sind.

[0030] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Abwandlungen ergeben sich für den Fachmann aus den hier beschriebenen Ausführungsbeispielen und werden von ihm als zur Erfindung gehörig verstanden.


Ansprüche

1. Vorrichtung zum magazinlosen Bewickeln von Ringkernen mit einer Ringkernhalterung und im Wesentlichen in einer Drahtführungsebene angeordneten zur Drahtführung und Drahtmagazinierung dienenden Elementen, umfassend:

eine erste Transportrolle und eine zweite Transportrolle, die relativ zur Ringkernhalterung so angeordnet sind, dass ein in der Drahtführungsebene auf den Transportrollen zu magazinierender und zu wickelnder Draht zwischen

erster und zweiter Transportrolle durch den Ringkern führbar ist;

einen zur zweiten Transportrolle benachbart angeordneten Drahtauswerfer; und

einen Drahtstraffer;

wobei der Drahtauswerfer im Betrieb so eingerichtet ist, eine Schlaufe des zu wickelnden Drahtes nach Durchlaufen des Ringkerns aus der Drahtführungsebene seitlich neben die zweite Transportrolle zu verrücken, der Draht dann in den Drahtstraffer läuft und der Drahtstraffer so eingerichtet ist, die Drahtschlaufe zunächst zu straffen und dann zum weiteren Bewickeln wieder frei zu geben.


 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die zur Drahtführung und Drahtmagazinierung dienenden Elementen weiterhin zumindest eine Hilfsrolle umfassen, und zumindest eine der Transport- oder Hilfsrollen als Antriebs- bzw. Zugrolle ausgeführt ist.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, wobei die Transport- oder Hilfsrollen eingerichtet sind, dass im Betrieb beim Magazinieren der Draht ein geschlossenes Drahtband bildet.
 
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Drahtstraffer einen einen Spalt bildenden vorgespannten Keil umfasst, und der Drahtstraffer so eingerichtet und angeordnet ist, dass im Betrieb die Drahtschlaufe in den Spalt läuft, sich im Spalt strafft und bei Erreichen einer vorbestimmten Zugkraft auf dem Draht die Drahtschlaufe durch den Spaltboden zieht.
 
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Drahtauswerfer als rotierendes Mittel ausgebildet und so angeordnet ist, dass im Betrieb das rotierende Mittel den Draht erfasst und seitlich verrückt.
 
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin umfassend zumindest ein Drahtführungsmittel, wobei das Drahtführungsmittel so eingerichtet ist, im Betrieb die vom Drahtstraffer wieder frei gegebene Drahtschlaufe an der oberen Transportrolle vorbeizuführen.
 
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, wobei das Drahtführungsmittel zumindest ein Drahtführungsblech parallel zur Drahtführungsebene umfasst, welches die obere Transportrolle zumindest teilweise überdeckt.
 
8. Verfahren zum magazinlosen Bewickeln von Ringkernen mit einem Draht mit Hilfe einer Wickelvorrichtung umfassend eine Ringkernhalterung und im Wesentlichen in einer Drahtführungsebene angeordnete zur Drahtführung und Drahtmagazinierung dienende Elemente, umfassend eine erste und eine zweite Transportrolle, einen Drahtauswerfer und einen Drahtstraffer, wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst:

a. Führen eines Drahtbandes in der Drahtführungsebene, das einen einstückigen Draht umfasst, über die erste Transportrolle durch den in der Ringkernhalterung im Wesentlichen senkrecht zum Drahtband rotierenden Ringkern, weiter über die zweite Transportrolle und wieder zur ersten Transportrolle;

b. Bilden einer Schlaufe des Drahtes vom Drahtband neben der ersten Transportrolle;

c. Durchlaufen des Ringkerns und Verrücken der Drahtschlaufe aus der Drahtführungsebene neben die zweite Transportrolle durch den Drahtauswerfer;

d. Straffen der Drahtschlaufe im Drahtstraffer;

e. Freigeben der Drahtschlaufe durch den Drahtstraffer.


 
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei das Verfahren unter Verwendung der Ringkernspulen-Wickelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7 durchgeführt wird.
 
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 9, wobei das Drahtband aus einem Drahtvorrat auf die Transportrollen magaziniert wird.
 
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei zu Beginn des Wickelvorgangs ein Ende des als Drahtband magazinierten Drahtes fixiert wird.
 
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, wobei die Schritte b. bis e. wiederholt durchlaufen werden, um die gewünschte Anzahl von Windungen des Drahtes auf den Ringkern zu bringen.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente