[0001] Die Erfindung betrifft eine Ringkern-Wickelvorrichtung mit einer Ringkemhalterung
und einer magazinlosen Drahtführung sowie ein entsprechendes Verfahren hierzu.
[0002] Eine Ringkernspulen-Wickelvorrichtung mit einer Ringkemhalterung und einem durch
die Ringkernöffnung geführten ringförmigen Magazin mit zur Drahtführung und Drahtmagazinierung
dienenden Elementen ist beispielsweise aus der
DE 101 53 896 A1 bekannt. Nachteilig wirkt sich bei dieser bekannten Vorrichtung aus, dass das ringförmige
Magazin zum Magazinieren und Bewickeln durch den Ringkern geführt werden muss und
somit Ringkerne mit kleinem Durchmesser oder Rohrkerne, durch die das Magazin wegen
der räumlichen Erfordernisse des Magazins nicht geführt werden kann, nicht bewickelt
werden können.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Wickelvorrichtung
sowie ein entsprechendes Wickelverfahren zu schaffen, die ein direktes Bewickeln von
Ringkernen mit sehr kleinem Ringkeminnendurchmesser sowie von Rohrkernen ermöglichen.
Zusätzlich soll die Vorrichtung einfach und robust aufgebaut und kostengünstig herstellbar
sein.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung eine Vorrichtung zum magazinlosen Bewickeln
von Ringkernen mit einer Ringkernhalterung und im Wesentlichen in einer Drahtführungsebene
angeordneten zur Drahtführung und Drahtmagazinierung dienenden Elementen vor, wobei
die einen zu bewickelnden Ringkern antreibende Ringkernhalterung und die zur Drahtführung
und Drahtmagazinierung dienenden Elementen vorzugsweise senkrecht zueinander ausgerichtet
sind. Die zur Drahtführung und Drahtmagazinierung dienenden Elemente umfassen weiterhin
eine erste Transportrolle und eine zweite Transportrolle, die relativ zur Ringkernhalterung
so angeordnet sind, dass ein in der Drahtführungsebene auf den Transportrollen zu
magazinierender und zu wickelnder Draht zwischen erster und zweiter Transportrolle
durch den Ringkern führbar ist, einen zur zweiten Transportrolle benachbart angeordneten
Drahtauswerfer und einen Drahtstraffer. Der Drahtauswerfer ist im Betrieb so eingerichtet,
eine Schlaufe des zu wickelnden Drahtes nach Durchlaufen des Ringkerns aus der Drahtführungsebene
seitlich neben die zweite Transportrolle zu verrücken. Dadurch wird erreicht, dass
die Drahtschlaufe von der zweiten Transportrolle herunter fällt bzw. an dieser vorbeigeführt
wird und in der Folge in den Drahtstraffer läuft. Der Drahtstraffer ist so eingerichtet,
die Drahtschlaufe zunächst zu straffen und dann zum weiteren Bewickeln wieder frei
zu geben.
[0005] Zur Lösung der Aufgabe wird weiterhin ein Verfahren zum magazinlosen Bewickeln von
Ringkernen mit einem Draht mit Hilfe einer Wickelvorrichtung vorgeschlagen. Das Verfahren
umfasst dabei die folgende Schritte: Führen eines vorzugsweise aus einem einstückigen
Draht bestehenden rotierenden Drahtbandes über die erste Transportrolle durch den
in der Ringkernhalterung im Wesentlichen senkrecht zum Drahtband rotierenden Ringkern,
weiter über die zweite Transportrolle und wieder zur ersten Transportrolle in der
Drahtführungsebene, Bilden einer Schlaufe des Drahtes vom Drahtband neben der ersten
Transportrolle, Durchlaufen des Ringkerns und Verrücken der Drahtschlaufe aus der
Drahtführungsebene neben die zweite Transportrolle durch den Drahtauswerfer, Straffen
der Drahtschlaufe im Drahtstraffer und Freigeben der Drahtschlaufe durch den Drahtstraffer.
[0006] Die Bevorratung des Wickeldrahtes erfolgt damit erfindungsgemäß ohne herkömmliches
Magazin, indem der Draht direkt auf die Transportrollen magaziniert wird. Dadurch
kann auf ein geschlossenes Magazin zur Führung und Bevorratung des Wickeldrahtes verzichtet
werden. Da somit nur der zu wickelnde Draht und kein Magazin o.ä. durch den Ringkern
geführt werden muss, können auch Ringkerne mit geringem Innendurchmesser oder Rohrkerne
bewickelt werden.
[0007] Im Vergleich zu herkömmlichen Ringkern(spulen)-Wickelvorrichtung mit durch die Ringkernöffnung
geführten ringförmigen Magazin ist die erfindungsgemäße Vorrichtung einfach aufgebaut,
da auf das ringförmige Magazin verzichtet werden kann. Durch den relativ einfachen
Aufbau ist die Vorrichtung ebenfalls robust und kostengünstig herzustellen. Das erfindungsgemäße
Verfahren erlaubt damit ein automatisches Bewickeln auch von Ringkernen mit geringem
Innendurchmesser oder Rohrkernen oder anderen Kerngeometrien, die mit herkömmlichen
Wickelvorrichtungen mit Magazin nicht bewickelbar sind.
[0008] Gemäß einem Aspekt weisen die zur Drahtführung und Drahtmagazinierung dienenden Elemente
weiterhin zumindest eine Hilfsrolle auf. Zumindest eine der Transport- oder Hilfsrollen
ist als Antriebs- bzw. Zugrolle ausgeführt. Die Antriebsoder Zugrolle treibt den aufmagazinierten
Draht als sogenanntes Drahtband an, so dass er über die erste Transortrolle durch
den Ringem und weiter über die zweite Transportrolle rotiert. Der Antrieb sorgt dabei
weiter für die Straffung des Drahtes im Drahtstraffer, indem auch die Drahtschlaufe
mit rotiert und bei jeder Umdrehung der Draht gestrafft und anschließend wieder frei
gegeben wird. Weitere Hilfsrollen führen den Draht auf dem Weg von der zweiten zur
ersten Transportrolle in bevorzugter Weise auf einer halbkreisförmigen Bahn, so dass
eine ausreichend große Menge Draht aufmagazinierbar ist und eine besonders gute Schlaufenbildung
ermöglicht wird. Die Transport- oder Hilfsrollen sind dabei so eingerichtet, dass
im Betrieb beim Magazinieren der Draht ein geschlossenes Drahtband bildet, das durch
den Ringkern hindurchführbar ist.
[0009] Geschlossenes Drahtband bedeutet dabei, dass bei Magazinieren ein zu wickelnder Draht
bevorzugter Weise in mehreren nebeneinander liegenden Drahtwindungen auf den Rollen
aufgewickelt wird.
[0010] Das Drahtband wird gemäß einem Aspekt aus einem Drahtvorrat auf die Rollen der Vorrichtung
magaziniert, indem beispielsweise ein Draht vorbestimmter Länge auf die Rollen aufgewickelt
wird.
[0011] Gemäß einem weiteren Aspekt wird dann zu Beginn des eigentlichen Wickelns auf den
Ringkern ein Ende des als Drahtband magazinierten und durch den Ringkern geführten
Drahtes fixiert, so dass ein Wickeln des Drahtes um den Ringkern erfolgen kann.
[0012] Gemäß einem weiteren Aspekt umfasst der Drahtstraffer einen spaltbildenden vorgespannten
Keil. Der Drahtstraffer ist dabei so eingerichtet und angeordnet, dass im Betrieb
die Drahtschlaufe nach Durchlaufen des Ringkerns in den Spalt läuft und dabei zunächst
im Spalt geführt wird und in Drahtrichtung den Spalt durchläuft. Der keilförmige Spalt
ist dabei im vorgespannten Zustand an seiner schmalsten Stelle so klein, dass ein
Durchrutschen der Drahtschlaufe in radialer Richtung zunächst verhindert wird, indem
in diesem Zustand der Spalt an der schmalsten Stelle kleiner als der Drahtdurchmesser
ist. Dadurch läuft die Drahtschlaufe weiter in Drahtrichtung durch den Spalt und wird
gestrafft. Dabei zieht sich die Drahtschlaufe weiter um den Ringkern zusammen, so
dass eine weitere Windung entsteht. Durch das Zusammenziehen der Drahtschlaufe wird
die radiale Zugkraft des Drahtes in Richtung Keilspitze des Spalts zunehmend größer.
Nachdem der Keil vorgespannt ist und bei ausreichend großer Zugkraft der Keil entgegen
der Vorspannung ausrückt und dadurch den Spalt vergrößert, fällt oder rutscht die
Drahtschlaufe bei ausreichend großer Zugkraft in radialer Richtung durch den Spaltboden
und verlässt damit den Drahtstraffer bzw. wird von diesem frei gegeben. Die Drahtschlaufe
wird dabei durch den fortlaufenden Anrieb des rotierenden Drahtbandes weiter gezogen.
[0013] Gemäß einem weiteren Aspekt ist der Drahtauswerfer als rotierendes Mittel ausgebildet
und so angeordnet, dass im Betrieb das zumindest eine rotierende Mittel eine Drahtschlaufe
aus dem Drahtband erfasst, den Draht verrückt und damit die Drahtschlaufe sicher und
einfach auswirft. Die Drahtschlaufe fällt beim Auswerfen von der zweiten Transportrolle.
Darüber hinaus wird ein erneutes Einfädeln auf das zweite Transportrad verhindert.
Die Drahtschlaufe läuft dann weiter in den Drahtstraffer. Das rotierende Mittel ist
gemäß einer Ausführungsform ein Rad mit zumindest einem Mitnehmer oder ein Stern-
oder Zahnrad oder ein rotierender Zahnriemen oder eine rotierende Kette mit zumindest
einem Außen laufenden Nocken oder Haken. Während des Betriebes ist der Drahtauswerfer
mit der Vorrichtung vorteilhafterweise so synchronisiert, dass einer der vorzugsweise
mehreren rotierenden Mitnehmer, Zähne, Nocken oder Haken bei jedem Drahtbandumlauf
eine - und zwar die nächste auf dem Drahtband ausgehend von der Drahtschlaufe - Drahtschlaufe
erfasst und so verrückt, dass diese Drahtschlaufe von der zweiten Transportrolle fällt.
[0014] Gemäß einem weiteren Aspekt umfasst die Vorrichtung weiterhin zumindest ein Drahtführungsmittel,
das so eingerichtet ist, dass es im Betrieb den vom Drahtstraffer wieder frei gegebenen
Draht an der oberen Transportrolle vorbei führt, so dass sich erneut die Drahtschlaufe
ausbildet und der Draht nicht wieder auf das erste Transportrad einfädelt.
[0015] Gemäß einem weiteren Aspekt umfasst die Vorrichtung weiterhin zumindest ein Drahtführungsblech
parallel zur Drahtführungsebene, das die obere Transportrolle zumindest teilweise
überdeckt und damit sicher verhindert, dass Drahtschlaufe wieder auf das erste Transportrad
einfädelt und somit die Drahtschlaufe erneut sicher ausbildet.
[0016] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der beigefügten Figuren
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 und 2 rudimentäre schematische Darstellungen von Ausführungsformen der Ringkern-Wickelvorrichtung
aus verschiedenen Perspektiven, bei der u.a. die Ringkemhalterung, der Drahtauswerfer
und der Drahtstraffer zur Vereinfachung nicht gezeigt sind;
Fig. 3 bis 5 rudimentäre schematische Darstellungen von Ausführungsformen der Ringkern-Wickelvorrichtung
aus verschiedenen Perspektiven, bei der u.a. die Ringkernhalterung und der Drahtstraffer
zur Vereinfachung nicht gezeigt sind;
Fig. 6 bis 8 rudimentäre schematische Darstellungen von Ausführungsformen der Ringkern-Wickelvorrichtung
aus verschiedenen Perspektiven, bei der u.a. die Ringkernhalterung und der Drahtauswerfer
zur Vereinfachung nicht gezeigt sind; und
Fig. 9 und 10 rudimentäre schematische Darstellungen von Ausführungsformen der Ringkern-Wickelvorrichtung
aus verschiedenen Perspektiven, bei der u.a. die Ringkernhalterung und der Drahtauswerfer
zur Vereinfachung nicht gezeigt sind.
[0017] Die Ringkern-Wickelvorrichtung 100 nach den Fig. 1 bis 4 weist eine Ringkernhalterung
(nicht dargestellt) auf, in der der zu bewickelnde Ringkern 110 gehalten und beim
Bewickeln rotiert wird. Die Ringkernhalterung ist gemäß einer Ausführungsform durch
drei Andruckrollen ausgebildet, die jeweils im Abstand von 120° zueinander um den
Ringkern angeordnet sind und von außen gegen den Ringkern drücken und ihn damit in
der gewünschten Position halten. Zumindest eine der Andruckrollen treibt gleichzeitig
den Ringkern an und versetzt ihn somit in die gewünschte Rotation, um die Windungen
der Wicklung im gewünschten Abstand auf dem Ringkern aufzubringen.
[0018] Anstatt eines Magazins verfügt die Vorrichtung über in der Drahtführungsebene angeordnete
zur Drahtführung und Drahtmagazinierung dienende Elemente, insbesondere über die erste
und zweite Transportrolle 120, 130 und, falls vorhanden, weitere Hilfsrollen 140,
150, 160, 170, zusammen allgemein als Drahtführungsrollen bezeichnet, die jeweils
auf zueinander parallelen Rotationsachsen angeordnet sind. Fig. 1 zeigt dabei eine
Ausführung mit Hilfsrollen, Fig. 2 eine Ausführungsform ohne Hilfsrollen. Die Rotationsachse
des Ringkerns liegt bevorzugt im Wesentlichen in der Drahtführungsebene, so dass die
Rotationsachsen des Ringkerns und der Drahtführungsrollen vorzugsweise senkrecht zueinander
ausgerichtet sind.
[0019] Gemäß der in Figuren dargestellten Ausführungsformen ist die erste Transportrolle
als obere Transportrolle 120 ausgeführt und oberhalb der Ringkernhalterung 110 angeordnet.
Die zweite Transportrolle ist entsprechend als untere Transportrolle 130 so angeordnet,
dass der von der oberen zur unteren Transportrolle geführte Draht 200 den in der Ringkernhalterung
befindlichen zu bewickelnden Ringkern durchläuft.
[0020] Nachdem die Vorrichtung über kein Magazin zur Drahtführung und Drahtmagazinierung
verfügt, wird gemäß einer Ausführungsform zunächst ein Seil so über die Drahtführungsrollen
sowie durch den Ringkern geführt, wie anschließend der Draht als Drahtband in die
Vorrichtung einschließlich Ringkern magaziniert werden soll. Das Seil wird dann als
geschlossene Schlaufe beispielsweise entsprechend verknotet oder anderweitig geschlossen
und mit dem (Wickel-)Drahtanfang verknüpft. Alternativ und abhängig von der verwenden
Drahtstärke kann der Wickeldrahtanfang auch direkt über die Drahtführungsrollen und
durch den Ringkern geführt und dann bei Erreichen des Ausgangspunktes geschlossen
werden. Der Wickeldraht wird dabei beispielsweise von einer Vorratsrolle (nicht dargestellt)
abgezogen und dann durch Antrieb zumindest einer der Drahtführungsrollen - die zumindest
eine Antriebs- oder Zugrolle - in die Vorrichtung auf die Drahtführungsrollen magaziniert.
Dabei wird dann ein ausreichend langes Stück Draht in Form mehrerer umlaufender Windungen
in die Vorrichtung geladen. Der Wickeldraht ist fertig aufmagaziniert, wenn das ausreichend
lange Stück Draht auf den Drahtführungsrollen aufgewickelt wurde. Der Draht bildet
dabei ein aus mehreren Windungen bestehendes Drahtband 210, wie dies bspw. in Figur
2 dargestellt ist. Die einzelnen Windungen liegen dabei bevorzugt nebeneinander auf
den Drahtführungsrollen. Das Drahtband bildet damit eine magazinartige Drahtbevorratung
auf dem aus den Drahtführungsrollen gebildeten Rollensystem, ohne das es eines herkömmlichen
Magazins bedarf. Die Figuren 1 und 2 zeigen, wie das Drahtband fertig aufmagaziniert
ist.
[0021] Anschließend kann das Bewickeln des Ringkerns beginnen. Hierzu wird zunächst ein
freies Ende 220 des Drahtes fixiert, wie dies in Fig. 1 angedeutet ist. Zweckmäßigerweise
wird das eine freie Ende des Drahtes an einem geeigneten Fixpunkt der Vorrichtung,
wie beispielsweise an der Ringkernhalterung befestigt oder kann auch von Maschinenführer
während des Wickelns gehalten werden.
[0022] Zum eigentlichen Bewickeln des Ringkerns mit dem Draht wird dann das Drahtband von
der Antriebs- oder Zugrolle 160 angetrieben und so in Rotation versetzt, dass das
Drahtband über die erste Transportrolle durch den Ringkern zur zweiten Transportrolle
und dann weiter über ggf. die Hilfsrollen wieder zur ersten Transportrolle läuft,
wie dies bspw. in Fig. 3 gezeigt ist. Eine Windung des Drahtbandes wird dann zunächst
von der zweiten Transportrolle geworfen und bildet eine Drahtschlaufe zum Bewickeln
des Ringkerns.
[0023] Hierzu ist der Drahtauswerfer 300 zweckmäßigerweise unterhalb des Ringkerns 110 und
in der Nähe der unteren Transportrolle 130, wie in den Fig. 3-5 gezeigt, so angeordnet
und im Betrieb so eingerichtet, das der Abschnitt 230 der zur Schlaufe werdende Windung
des zu wickelnden Drahtes nach Durchlaufen des Ringkerns aus der Drahtführungsebene
seitlich so verrückt wird, dass die Drahtschlaufe von der zweiten Drahtrolle fällt
bzw. nicht über die zweite Transportrolle sondern in den Drahtstraffer läuft.
[0024] Der Drahtauswerfer ist gemäß einer Ausführungsform als Sternrad oder Rad mit zumindest
einem Mitnehmer 310 ausgeführt, wobei das Rad so rotiert, dass ein Zahn des Sternrads
bzw. ein Mitnehmer den Abschnitt 230 der zur Schlaufe werdende Windung des zu wickelnden
Drahtes erfasst und aus der Drahtführungsebene seitlich verrückt. Alternative Drahtauswerfer
umfassen rotierender Riemen oder Ketten mit zumindest einem außen laufenden Mitnehmer,
Nocken, Haken oder ähnlich. Fig. 5 zeigt einen Ausschnitt der Vorrichtung aus einer
Perspektive in die in Fig. 3 eingezeichneten Ebene A-A'. Fig. 4 zeigt einen Ausschnitt
der Vorrichtung ähnlich zu Fig. 2, jedoch mit dem Drahtauswerfer 300.
[0025] Die Drahtschlaufe läuft dann nicht mehr über die zweite Transportrolle, wie in den
Fig. 3 bis 5 gezeigt, sondern weiter in den Drahtstraffer, dessen Funktionsweise dann
weiter mit Bezug auf die Figuren 6 bis 8 erläutert wird. Der Drahtstraffer 400 strafft
zunächst die Drahtschlaufe und gibt sie dann frei. Gemäß einer Ausführungsform umfasst
der Drahtstraffer einen spaltbildenden vorgespannten Keil 410. Dieser Keil bildet
mit einer gegenüberliegenden im Wesentlichen parallel zur Drahtführungsebene angeordneten
Fläche 430 der Vorrichtung einen Spalt 440, in den der Drahtabschnitt 240 läuft. Dadurch,
dass der Drahtstraffer relativ zum rotierenden Drahtband und damit auch zur Drahtschlaufe
feststeht und das Drahtband 210 weiter auf den Rollen rotiert, strafft sich die Drahtschlaufe
als neue Windung um den Ringkern und die Drahtschlaufe zieht sich zusammen. Das Zusammenziehen
der Drahtschlaufe bewirkt eine radiale Kraft auf dem Draht u.a. gegen die Keilspitze
im Spalt. Der Keil oder die gegenüberliegende Fläche ist gemäß einer Ausführungsform
vorgespannt, beispielsweise durch eine Feder 420, und so gelagert, dass der Keil 420
und die gegenüberliegende Fläche 430 per Federkraft gegeneinander gedrückt und einen
quasi geschlossenen Spalt 440 bzw. so einen Spalt bilden, bei dem die schmalere Seite
des Spalts kleiner als der Drahtdurchmesser ist, so dass der Draht in Drahtrichtung
durch den Spalt läuft bzw. geführt wird, aber in radialer Richtung nicht durch den
Spalt rutscht. Bei Einwirkung einer ausreichend großen Kraft (größer als die resultierende
Federkraft) durch den im Spalt befindlichen Draht 240 auf den Keil und die gegenüberliegende
Fläche in Richtung Keilspitze (entspricht der schmalen Seite des Spalts), bewegen
sich der Keil und die gegenüberliegende Fläche so weit auseinander, dass der Spalt
sich weitet oder öffnet und den Draht in radialer Richtung durch den Spaltboden bzw.
die schmale Seite des Spalts rutschen lässt. Die Federkraft wird dabei so gewählt,
dass die Drahtschlaufe zunächst gestrafft, also so weit wie für den Wickelvorgang
nötig zusammengezogen wird, der Draht aber nicht reißt. Bei Erreichen der vorbestimmten
Zugkraft auf dem Draht wird dann also die Drahtschlaufe durch den sich öffnenden oder
weitenden Spalt gezogen. Die Abstimmung der Öffnung des Spaltes in Abhängigkeit der
Zugkraft auf dem Draht, dem Drahtdurchmesser, etc. erfolgt zweckmäßigerweise durch
die Einstellung der Federkraft (Pfeil 450) und die Wahl der Steilheit des Keils, also
des Winkels zwischen Keil und gegenüberliegender Fläche. Figur 6 ist dabei wiederrum,
wie bereits die Figuren 1 und 3 eine Seitenansicht der Vorrichtung. Fig. 7 ist eine
Ansicht ähnlich wie die in den Fig. 2 und 4, wobei in Fig. 7 die Sichtebene hinter
dem Ringkern liegt und somit nicht den Ringkern, aber die Hilfsrollen 140, 150, 160,
170 sowie den Drahtstraffer 400 zeigt (Pfeil B). Fig. 8 zeigt einen Ausschnitt aus
Fig. 6 von oben um den Drahtstraffer 400 (Pfeil C).
[0026] Nach der Straffung und anschließender Freigabe der Drahtschlaufe durch den Drahtstraffer
gleitet die Drahtschlaufe, gemäß einer in den Figuren 9 und 10 gezeigten Ausführungsform
geführt von zumindest einem Drahtführungsmittel, an der oberen Transportrolle 120
vorbei. Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst das Drahtführungsmittel zumindest
ein Drahtführungsblech 500 parallel zur Drahtführungsebene, welches die obere Transportrolle
und ggf. die Hilfsrollen zumindest teilweise überdeckt. Gezeigt wird die Bewegung
der frei gelassenen Drahtschlaufe nach deren Freigabe durch den Drahtstraffer im zeitlichen
Verlauf durch die gestrichelt dargestellten Drahtabschnitte 250, 260, 270, 280. Dadurch
fädelt die Drahtschlaufe nicht wieder auf der oberen Transportrolle ein, sondern bildet
eine so genannte lockere Phase, insbesondere in der Position des Drahtabschnitts 280,
in deren weiterem Verlauf und nach Durchlaufen des Ringkerns das Wickeln des Drahtes
durch erneutes Auswerfen bzw. Verrückens der Drahtschlaufe durch den Drahtauswerfer
wie oben beschreiben fortgesetzt wird. Dieser Vorgang widerholt sich so lange, bis
die gewünschte Anzahl von Drahtwindungen auf dem Ringkern aufgebracht ist.
[0027] Gemäß einer Ausführungsform kann das Verfahren zum Bewickeln wie folgt zusammengefasst
werden. Der Ringkern wird in der Ringkernhalterung geführt. Der Wickeldraht wird durch
den Ringkern in ein so genanntes Drahtband auf die Drahtführung, die senkrecht zum
Ringkern ausgerichtet ist, magaziniert. Ein Drahtende wird fixiert. Eine Drahtschlaufe
aus dem Drahtband wird in so genannter lockerer Phase mit Hilfe des Drahtauswerfers,
wie beispielsweise einem Sternrad, Abwurfrad oder sonstigem Abwurfmittel, aus der
Drahtführung geworfen. Der Draht wird weiter im Drahtstraffer gestrafft und dabei
gleichzeitig auf dem Ringkern festgezogen. Die vom Drahtstraffer frei gegebene Drahtschlaufe
wird an der Drahtführung vorbei wieder in die lockere Phase überführt und die nächste
Wicklung einer Windung beginnt.
[0028] Im Sinne der Erfindung schließt der Begriff Ringkern auch Rohrkerne oder Kerne mit
besonderer Öffnungsgeometrie ein und betrifft insbesondere solche Ringkerne mit kleinem
Innendurchmesser oder Kerne mit verwinkelter Öffnungsgeometrie sowie Rohrkeme, die
gemäß ihrer Dimensionierung nicht mit herkömmlichen Ringkernspulen-Wickelvorrichtung
bewickelt werden können, da das Magazin aufgrund des für das Magazin erforderlichen
Raumes nicht durch die Ringkernöffnung geführt werden kann. Die hier beschriebenen
Ausführungsformen eignen sich jedoch ebenfalls zum Bewickeln von sonstigen Ringkernen
oder Kernen mit sonstiger Öffnung und auch solchen mit größeren Innendurchmessern
und erlauben ein einfaches und komfortables Bewickeln.
[0029] Im Sinne der Erfindung schließt der Begriff Draht bzw. Wickeldraht auch sämtlichen
sonstigen Materialien ein, mit denen sinnvoller Weise Ringkerne oder ähnliche Gegenstände
erfindungsgemäß zu bewickeln sind.
[0030] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Abwandlungen ergeben sich für den Fachmann
aus den hier beschriebenen Ausführungsbeispielen und werden von ihm als zur Erfindung
gehörig verstanden.
1. Vorrichtung zum magazinlosen Bewickeln von Ringkernen mit einer Ringkernhalterung
und im Wesentlichen in einer Drahtführungsebene angeordneten zur Drahtführung und
Drahtmagazinierung dienenden Elementen, umfassend:
eine erste Transportrolle und eine zweite Transportrolle, die relativ zur Ringkernhalterung
so angeordnet sind, dass ein in der Drahtführungsebene auf den Transportrollen zu
magazinierender und zu wickelnder Draht zwischen
erster und zweiter Transportrolle durch den Ringkern führbar ist;
einen zur zweiten Transportrolle benachbart angeordneten Drahtauswerfer; und
einen Drahtstraffer;
wobei der Drahtauswerfer im Betrieb so eingerichtet ist, eine Schlaufe des zu wickelnden
Drahtes nach Durchlaufen des Ringkerns aus der Drahtführungsebene seitlich neben die
zweite Transportrolle zu verrücken, der Draht dann in den Drahtstraffer läuft und
der Drahtstraffer so eingerichtet ist, die Drahtschlaufe zunächst zu straffen und
dann zum weiteren Bewickeln wieder frei zu geben.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die zur Drahtführung und Drahtmagazinierung dienenden
Elementen weiterhin zumindest eine Hilfsrolle umfassen, und zumindest eine der Transport-
oder Hilfsrollen als Antriebs- bzw. Zugrolle ausgeführt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, wobei die Transport- oder Hilfsrollen eingerichtet sind,
dass im Betrieb beim Magazinieren der Draht ein geschlossenes Drahtband bildet.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Drahtstraffer einen
einen Spalt bildenden vorgespannten Keil umfasst, und der Drahtstraffer so eingerichtet
und angeordnet ist, dass im Betrieb die Drahtschlaufe in den Spalt läuft, sich im
Spalt strafft und bei Erreichen einer vorbestimmten Zugkraft auf dem Draht die Drahtschlaufe
durch den Spaltboden zieht.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Drahtauswerfer als
rotierendes Mittel ausgebildet und so angeordnet ist, dass im Betrieb das rotierende
Mittel den Draht erfasst und seitlich verrückt.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin umfassend zumindest
ein Drahtführungsmittel, wobei das Drahtführungsmittel so eingerichtet ist, im Betrieb
die vom Drahtstraffer wieder frei gegebene Drahtschlaufe an der oberen Transportrolle
vorbeizuführen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, wobei das Drahtführungsmittel zumindest ein Drahtführungsblech
parallel zur Drahtführungsebene umfasst, welches die obere Transportrolle zumindest
teilweise überdeckt.
8. Verfahren zum magazinlosen Bewickeln von Ringkernen mit einem Draht mit Hilfe einer
Wickelvorrichtung umfassend eine Ringkernhalterung und im Wesentlichen in einer Drahtführungsebene
angeordnete zur Drahtführung und Drahtmagazinierung dienende Elemente, umfassend eine
erste und eine zweite Transportrolle, einen Drahtauswerfer und einen Drahtstraffer,
wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst:
a. Führen eines Drahtbandes in der Drahtführungsebene, das einen einstückigen Draht
umfasst, über die erste Transportrolle durch den in der Ringkernhalterung im Wesentlichen
senkrecht zum Drahtband rotierenden Ringkern, weiter über die zweite Transportrolle
und wieder zur ersten Transportrolle;
b. Bilden einer Schlaufe des Drahtes vom Drahtband neben der ersten Transportrolle;
c. Durchlaufen des Ringkerns und Verrücken der Drahtschlaufe aus der Drahtführungsebene
neben die zweite Transportrolle durch den Drahtauswerfer;
d. Straffen der Drahtschlaufe im Drahtstraffer;
e. Freigeben der Drahtschlaufe durch den Drahtstraffer.
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei das Verfahren unter Verwendung der Ringkernspulen-Wickelvorrichtung
nach einem der Ansprüche 1 bis 7 durchgeführt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 9, wobei das Drahtband aus einem Drahtvorrat
auf die Transportrollen magaziniert wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei zu Beginn des Wickelvorgangs ein
Ende des als Drahtband magazinierten Drahtes fixiert wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, wobei die Schritte b. bis e. wiederholt
durchlaufen werden, um die gewünschte Anzahl von Windungen des Drahtes auf den Ringkern
zu bringen.