[0001] Die Erfindung betrifft ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial (Thermopapier)
mit einem flächigen Träger (Thermorohpapier), einer Thermoreaktionsschicht auf mindestens
einer Seite des flächigen Trägers und gegebenenfalls einer zwischen dem flächigen
Träger und der jeweiligen Thermoreaktionsschicht ausgebildeten Zwischenschicht (Thermoisolationsschicht)
sowie wahlweise mit weiteren Schichten. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren
zur Herstellung eines derartigen wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials sowie dessen
Verwendung.
[0002] Wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterialien der vorstehend bezeichneten Art sind beispielsweise
aus der
US-A-6,759,366 und der
WO 2008/006474 A1 bekannt.
[0003] Die
US-A-6,759,366 beschreibt ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial, welches auf der Ober- und
der Unterseite eines Trägersubstrates jeweils eine Thermoreaktionsschicht aufweist.
Das Trägersubstrat basiert vorzugsweise auf Cellulose und ist thermisch isolierend.
Dadurch wird sichergestellt, dass der beim Thermodruck generierte Wärmeimpuls größtenteils
zur Entwicklung der Thermoreaktionsschicht zur Verfügung steht. Vorzugsweise ist zwischen
Trägersubstrat und Thermoreaktionsschicht eine sogenannte Primerschicht ausgebildet,
durch die eine bessere Haftung der Schichten und die für den Thermodruck notwendige
Wärmeisolation erzielt wird.
[0004] Die
WO 2008/006474 A1 offenbart ebenfalls ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial mit einem flächigen
Träger, einer Thermoreaktionsschicht auf mindestens einer Seite des flächigen Trägers
und einer zwischen dem flächigen Träger und der jeweiligen Thermoreaktionsschicht
ausgebildeten Zwischenschicht, die in einem Bindemittel eingebettete Hohlkugel-Pigmente
enthält, sowie gegebenenfalls mit weiteren Schichten und/oder Oberschichten, wobei
die Hohlkugel-Pigmente als Komposit-Pigment vorliegen, und wobei auf der Oberfläche
eines organischen Hohlkugel-Pigments nanoskalige Pigmentteilchen haften. Das aus der
WO 2008/006474 A1 bekannte Aufzeichnungsmaterial zeigt insbesondere verbesserte Isoliereigenschaften.
Als Zwischenschicht wird ein Material aufgebracht, das die genannten Pigmente in einem
geeigneten Bindemittel enthält. Das Bindemittel dient insbesondere dazu, die Zwischenschichten
bestmöglich mit dem flächigen Träger zu verbinden und eine optimale Anbindung der
nachfolgenden Schichten zu gewährleisten. Als Bindemittel kommen synthetische und/oder
natürliche Polymere zum Einsatz.
[0005] Die
DE 11 2007 002 203 T5 beschreibt ein thermisches Aufzeichnungsmaterial, das eine Zwischenschicht und eine
thermische Aufzeichnungsschicht, die in dieser Reihenfolge auf einem Träger laminiert
sind, umfasst, wobei die Zwischenschicht eine Schicht ist, die durch Auftragen einer
Beschichtungsflüssigkeit, die eine quellbare Stärke und ein Pigment in dispergiertem
Zustand in einem Dispergiermedium, das aus Wasser als Hauptkomponente besteht, enthält,
erhalten wird, und die Zwischenschicht ein wärmeisolierendes organisches Pigment enthält,
das in Form von hohlen oder becherförmigen Partikeln ist.
[0006] Bindemittel sind in wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterialien von großer Bedeutung.
Sie dienen zur Fixierung von Pigmenten und anderen Komponenten, wie Farbbildnern,
Coreaktanten, Sensitizern und Gleitmitteln sowie weiteren Additiven. Auch begünstigen
Bindemittel die Verbindung der verschiedenen Schichten untereinander. Als Bindemittel
werden üblicherweise Stärken, Polyvinylalkohol oder synthetische Bindemittel, wie
beispielsweise Styrol/Butadien-Latices und Stryol/Acrylat-Latices, eingesetzt. Bindemittel
können in reiner Form direkt ein- oder zweiseitig auf das Rohpapier als Oberflächenleimung
aufgetragen oder im sogenannten Sumpfbetrieb über die Papieroberfläche in das Papier
eingebracht werden (Tränkung).
[0007] Die bekannten wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterialien weisen jedoch verschiedene
Nachteile auf, so beispielsweise hinsichtlich der Alterungsbeständigkeit, insbesondere
bei Einsatz von synthetischen Bindemitteln. Diese nachteiligen Effekte kommen besonders
bei erhöhten Temperaturen und hoher Umgebungsfeuchte zum Tragen. Ferner kann das Ablegeverhalten
der bekannten wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterialien kritisch sein, insbesondere
bei Verwendung org. Hohlkugelpigmente im Thermoisolationsstrich. Schließlich sind
die in bekannten wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterialien üblicherweise eingesetzten
synthetischen Bindemittel teuer und bringen ökologische Nachteile mit sich.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial
bereitzustellen, welches die Nachteile der bekannten wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterialien
behebt. Insbesondere sollen wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterialien bereitgestellt
werden, die hinsichtlich der Alterungsbeständigkeit sowie des Ablegeverhaltens verbesserte
Eigenschaften aufweisen. Schließlich wäre es wünschenswert, die Herstellungskosten
zu senken und umweltfreundliche Materialien einzusetzen.
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial
nach Anspruch 1 gelöst.
[0010] Das vernetzte biopolymere Material in Form von Nanopartikeln wiest einen Quellungsgrad
von kleiner als 1 auf. Der Quellungsgrad wurde wie in der
DE 11 2007 002 203 T5 beschrieben ermittelt:
Der Quellungsgrad bezieht sich auf eine Volumenexpansion, wenn das vernetzte biopolymere
Material in Form von Nanopartikeln in Wasser quillt. Hierzu wird eine Probe einer
wasserfreien Menge von 2 g zu 200 ml reinem Wasser gegeben, darin dispergiert und
unmittelbar danach wird diese in einem gut siedenden Wasserbad für 30 Minuten erhitzt
und auf Raumtemperatur abgekühlt. Der Teil des Wassers, der verdampft wurde, wird
zugesetzt und die Probe wird erneut dispergiert und 100 ml der Dispersion werden genau
in einen Messzylinder gegeben. Der Messzylinder wird für 24 Stunden bei Raumtemperatur
stehen gelassen und ein Präzipitat wird visuell bezüglich seiner Menge (ml) gemessen
und dieser Wert wird als Quellungsgrad genommen.
[0011] Die Auswahl des Materials des flächigen Trägers ist nicht kritisch. Es ist jedoch
bevorzugt, dass der flächige Träger auf Cellulosefasern basiert, ein synthetischer
Papierträger, dessen Fasern insbesondere ganz oder teilweise aus Kunststofffasern
bestehen, oder eine Kunststofffolie ist. Der flächige Träger wird vorzugsweise mit
einem Flächengewicht von etwa 20 bis 600 g/m
2, insbesondere von etwa 30 bis 300 g/m
2 eingesetzt.
[0012] Auch an die Auswahl der Materialien der Thermoreaktionsschicht(en) sind keine besonderen
Anforderungen zu stellen. Als Materialien kommen Farbbildner, Farbentwickler, weitere
Bindemittel, Pigmente, Schmelzhilfsmittel, Alterungsschutzmittel und weitere Additive,
etc. in Frage. Die Thermoreaktionsschicht enthält demnach die wesentlichen funktionalen
Bestandteile, die letztendlich für die Entwicklung einer Schrift oder eines Bildes
verantwortlich sind.
[0013] Bei der Auswahl des Farbbildners und des Farbentwicklers für die Thermoreaktionsschicht(en)
des erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterials gibt es keine relevante Beschränkung.
Dabei werden bevorzugt Farbbildner in Form von 2-Anilino-3-methyl-6-diethyl-amino-fluoran,
2-Anilino-3-methyl-6-di-n-butylamino-fluoran, 2-Anilino-3-methyl-6-(N-ethyl-,N-p-toluidino-amino)-fluoran,
2-Anilino-3-methyl-6-(N-methyl-, N-propyl-amino)-fluoran, 2-Anilino-3-methyl-6-(N-ethyl-,
N-isopentyl-amino)-fluoran und/oder 3,3-Bis-(4-dimethylamino-phenyl)-6-dimethyl-amino-phthalid
vorliegen und die Farbentwickler in Form von Phenol- bzw. Harnstoffderivaten wie 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan,
Bis-(4-hydroxyphenyl)-sulfon, 4-Hydroxy-4 '-iso-propoxy-diphenyl-sulfon, Bis-(3-allyl-4-hydroxy-phenyl)-sulfon,
2,2-Bis-(4-Hydroxyphenyl)-4-methyl-pentan, N-(Toluolsulfonyl)-N '-(3-p-toluolsulfonyl-oxy-phenyl)-harnstoff
und Zinksalzen von Derivaten der Salicylsäure verwendet. Wie erwähnt, können in der
(den) Thermoreaktionsschicht(en) noch verschiedene andere die Eigenschaften begünstigende
Substanzen bzw. Hilfsmittel enthalten sein. Dabei kann es sich beispielsweise um sensitivierende
Schmelzhilfsmittel, Gleitmittel, Rheologiehilfsmittel, fluoreszierende Substanzen
und dergleichen handeln.
[0014] Die sensitivierenden Schmelzhilfsmittel liegen z.B. vor in Form von 2-Benzyloxynaphthalin
(BON), p-Benzylbiphenyl (PBBP), Oxalsäure-dibenzylester, Oxalsäure-di-(p-methylbenzyl)-ester,
1,2-Bis-(phenoxy-methyl)-benzol, 4-(4-Tolyloxy)-biphenyl, Ethylenglykol-diphenylether,
Ethylen-glykol-m-tolylether und 1,2-Bis-(3,4-dimethylphenyl)-ethan und die Gleitmittel
in Form von Fettsäureamiden, wie z. B. Stearinsäureamid, Fettsäurealkanolamiden, wie
z. B. Stearinsäuremethylolamid, Ethylen-bis-alkanoylamiden, wie z. B. Ethylen-bisstearoylamid,
synthetischen Wachsen, wie z. B. Paraffinwachse verschiedener Schmelzpunkte, Esterwachsen
unterschiedlicher Molekulargewichte, Ethylenwachsen, Propylenwachsen unterschiedlicher
Härten oder auch natürlichen Wachsen, wie z. B. Carnaubawachs und/oder Fettsäure-Metallseifen,
wie z. B. Zinkstearat, Calciumstearat oder auch Behenatsalze, die Rheologiehilfsmittel
in Form von wasserlöslichen Hydrokolloiden, wie z.B. Stärken, Stärkederivaten, Natriumalginaten,
Polyvinylalkoholen, Methylcellulosen, Hydroxyethyl- oder Hydroxypropylmethylcellulosen,
Carboxymethylcellulosen, Poly(meth)-acrylaten, die optischen Aufheller in Form von
Weißtönern z. B. aus den Substanzgruppen Diaminostilben-disulfonsäure, Distyryl-biphenyle,
Benzoxazolderivate, die fluoreszierenden Substanzen in Form von Tageslichtleuchtpigmenten
unterschiedlicher Farbtöne oder fluoreszierenden Fasern, die Alterungsschutzmittel
in Form von sterisch gehinderten Phenolen, wie z.B. 1,1,3-Tris-(2-methyl-4-hydroxy-5-cyclohexyl-phenyl)-butan,
1,1,3-Tris-(2-methyl-4-hydroxy-5-tert.-butylphenyl)-butan, 1,1'-Bis-(2-methyl-4-hydroxy-5-tert.-butylphenyl)-butan
und 1,1'-Bis-(4-hydroxyphenyl)-cyclohexan.
[0015] Bevorzugt wird/werden die Thermoreaktionsschicht(en) mit einem Flächengewicht von
etwa 1 bis 8 g/m
2, insbesondere von etwa 2 bis 6 g/m
2 eingesetzt.
[0016] Auch als Zwischenschicht(en) kann (können) (eine) übliche Zwischenschicht(en) herangezogen
werden. Die Zwischenschicht erhöht die Bildqualität, verhindert die Wärmeleitung in
das Rohpapier und unterstützt die Funktion und Sensitivitätseigenschaften der Thermoreaktionsschicht.
Insbesondere trägt sie auch zu einer ausreichenden Fixierung der schmelzbaren Komponenten
im Schreibvorgang bei und gewährleistet damit eine gute Lauffähigkeit im Thermodrucker.
[0017] Geeignete Materialien der Zwischenschicht(en) sind solche, die das Anhaften der Thermoreaktionsschicht
am flächigen Träger erlauben bzw. zum Schutz oder zur Isolation der Thermoreaktionsschicht
dienen. Als übliche Materialien kommen, neben gegebenenfalls dem vernetzten biopolymeren
Material in Form von Nanopartikeln, weitere Bindemittel, Pigmente, Rheologiehilfsmittel,
Dispergiermittel, optische Aufheller und Tenside zum Einsatz. Vorzugsweise liegen
die Bindemittel in Form synthetischer und/oder natürlicher Polymere vor. Bei den Pigmenten
handelt es sich vorzugsweise um organische Hohlkugelpigmente oder anorganische Pigmente,
wie beispielsweise kalziniertes Kaolin. Es können auch Gemische dieser Pigmente, aber
auch CaCO
3 oder Ca-Silikate oder andere eingesetzt werden.
[0018] Bevorzugt wird die jeweilige Zwischenschicht mit einem Flächengewicht von etwa 1
bis 14 g/m
2 und insbesondere von etwa 2 bis 9 g/m
2 eingesetzt.
[0019] Falls gewünscht, können weitere Schichten zum Einsatz kommen. So kann beispielsweise
eine äußere Schicht (topcoat) aufgebracht werden, die die Funktion einer Schutzschicht
hat. Eine solche besteht vorteilhafterweise aus filmbildenden Polymeren, wie Polyvinylalkoholen,
modifizierten Polyvinylalkoholen, Polyacrylaten und Polyurethanen, in die noch Pigmente
eingebracht sein können, wobei es zweckmäßig ist, das filmbildende Polymer zu vernetzen.
Die Funktion der Schutzschicht ist besonders dann günstig, wenn das filmbildende Polymer
weitgehend vernetzt ist. Das Vernetzen findet im Allgemeinen durch Einbindung von
die Vernetzung begünstigenden Mitteln, während des Trocknens der bei der Ausbildung
der Schutzschicht herangezogenen Streichmasse, statt. Auch auf der Rückseite kann
eine weitere Schicht vorliegen (backcoat), die zusätzlichen Schutz, beispielsweise
beim Bedrucken, Laminieren etc., bringt.
[0020] Der Kern der Erfindung liegt darin, dass in mindestens der/den Thermoreaktionsschicht(en)
und/oder der/den Zwischenschicht(en), und besonders bevorzugt in der/den Zwischenschicht(en),
ein vernetztes biopolymeres Material in Form von Nanopartikeln eingesetzt wird.
[0022] Das vernetzte biopolymere Material in Form von Nanopartikeln wird gemäß dem in der
US-B1-6,677,386 beschriebenen Verfahren hergestellt, wonach ein biopolymeres Material, wie beispielsweise
Stärke, enthaltend Amylose und Amylopektin oder beides, mit einem Plastifizierungsmittel
vermischt wird. Diese Mischung wird unter Einwirkung starker Scherkräfte unter Plastifizierung
des biopolymeren Materials und Bildung einer thermoplastischen Schmelzphase vermischt,
bevorzugt in einem gleichläufigen, vollständig ineinandergreifenden Doppelschneckenextruder,
wodurch die kristalline Struktur des biopolymeren Materials verloren geht. Um die
Nanopartikel zu vernetzen, wird während des
[0023] Mischvorgangs ein Vernetzungsmittel zugegeben. Die Nanopartikel verlassen den Extruder
als Strang, der zu einem feinen Pulver gemahlen wird. Im Pulver liegen die Nanopartikel
agglomeriert vor und können in einem wässrigen Medium dispergiert werden.
[0024] Bei dem biopolymeren Material kann es sich um Stärke oder andere Polysaccharide handeln,
wie Cellulose und Pflanzengummis, sowie Proteine (z. B. Gelatine, Molkeprotein). Das
biopolymere Material kann zuvor modifiziert werden, z. B. mit kationischen Gruppen,
mit Carboxymethyl-Gruppen, durch Acylierung, Phosphorylierung, Hydroxyalkylierung,
Oxidation oder ähnlichem. Stärken, Stärkederivate und Mischungen von anderen Polymeren,
die mindestens 50% Stärke enthalten, sind bevorzugt. Die Stärke, entweder als Einzelkomponente
oder in einer Mischung mit anderen Polymeren, und die Stärkederivate weisen bevorzugt
ein Molekulargewicht von mindestens 10.000 g/mol auf, und sind kein Dextran oder Dextrin.
Besonders bevorzugt sind Wachsstärken, wie beispielsweise Wachsmaisstärke.
[0025] Das biopolmere Material hat bei Verfahrensbeginn bevorzugt ein Trockengewicht von
mindestens etwa 50 Gew-%. Das Verfahren wird bevorzugt bei mindestens etwa 40°C durchgeführt,
aber unterhalb der Zersetzungstemperatur des biopolymeren Materials, beispielsweise
bei etwa 200°C.
[0026] Die Scherkräfte können derart sein, dass 100 J spezifische mechanische Energie pro
g biopolymeres Material einwirken. Abhängig von der eingesetzten Apparatur kann die
Mindestenergie höher sein; auch dann, wenn nicht gelatiniertes Material eingesetzt
wird, kann die spezifische mechanische Energie höher sein, z. B. mindestens etwa 250
J/g, bevorzugt mindestens etwa 500 J/g.
[0027] Bei dem Plastifizierungsmittel kann es sich um Wasser oder ein Polyol (beispielsweise
Ethylenglykol, Propylenglykol, Polyglykole, Glycerol, Zuckeralkohole, Harnstoff, Zitronensäureester,
etc.) handeln. Die Gesamtmenge an Plastifizierungsmittel liegt bevorzugt zwischen
etwa 15 und 50%. Ein Gleitmittel, wie Lecithin, andere Phospholipide oder Monoglyceride
können, falls gewünscht, zugegeben werden, beispielsweise in einer Menge von etwa
0,5 bis 2,5 Gew.-%. Eine Säure, bevorzugt eine feste oder halbfeste organische Säure,
wie Maleinsäure, Zitronensäure, Oxalsäure, Milchsäure, Glukonsäure oder ein Kohlenhydrat-abbauendes
Enzym, wie Amylase, kann in einer Menge von etwa 0,01 bis 5 Gew.-%, bezogen auf das
biopolymere Material, vorhanden sein. Die Säure oder das Enzym helfen bei der geringfügigen
Depolymerisierung, die bei der Herstellung von Nanopartikeln definierter Größe vorteilhaft
ist.
[0028] Die Vernetzung ist bevorzugt reversibel, wobei diese teilweise oder vollständig nach
der mechanischen Verarbeitung aufgehoben werden kann. Geeignete reversible Vernetzungsmittel
beinhalten vorzugsweise solche, die chemische Bindungen bei niedriger Wasserkonzentration
bilden und in Gegenwart einer höheren Wasserkonzentration wieder dissoziieren oder
hydrolysieren. Diese Art der Vernetzung führt zu einer temporär hohen Viskosität während
des Verfahrens gefolgt von einer niedrigeren Viskosität nach Abschluß des Verfahrens.
Beispiele für reversible Vernetzungsmittel sind Dialdehyde und Polyaldehyde, Säureanhydride
und gemischte Anhydride und dergleichen (z. B. Succinat und Essigsäureanhydrid). Geeignete
Dialdehyde und Polyaldehyde sind Glutaraldehyd, Glyoxal, Periodat-oxidierte Kohlenwasserstoffe
und dergleichen. Glyoxal ist ein besonders geeignetes Vernetzungsmittel.
[0029] Die Vernetzungsmittel können allein oder als Mischung aus reversiblen und nichtreversibeln
Vernetzungsmitteln eingesetzt werden. Konventionelle Vernetzungsmittel, wie Epichlorhydrin
und andere Epoxide, Triphosphate, Divinylsulphon können als nicht-reversible Vernetzungsmittel
für biopolymeres Material auf Basis von Polysacchariden eingesetzt werden. Dialdehyde,
Thiol-Reagenzien und dergleichen können für Biopolymere auf Proteinbasis verwendet
werden. Die Vernetzung kann säure- oder basenkatalysiert stattfinden. Die Menge an
Vernetzungsmittel kann zwischen etwa 0,1 und 10 Gew.-%, in Bezug auf das biopolymere
Material, liegen. Das Vernetzungsmittel kann schon zu Beginn der mechanischen Umsetzung
vorliegen, aber im Falle eines nicht vorgelatinierten biopolymeren Materials, wie
beispielsweise granularer Stärke, ist es bevorzugt, dass das Vernetzungsmittel später
zugegeben wird, beispielsweise während der mechanischen Umsetzung.
[0030] Das mechanisch behandelte, vernetzte biopolymere Material wird dann vorzugsweise
in die Form eines Latex gebracht, indem es in einem geeigneten Lösungsmittel dispergiert
wird, üblicherweise in Wasser und/oder einem anderen hydroxylischen Lösungsmittel,
wie beispielsweise Alkohol, bei einer Konzentration zwischen etwa 4 und 50 Gew.-%,
besonders bevorzugt zwischen etwa 10 und 40 Gew.-%. Vor der Dispergierung kann ein
kryogener Mahlvorgang durchgeführt werden, aber Rühren bei leicht erhöhter Temperatur
kann ebenso zielführend sein. Diese Verarbeitung führt zu einem Gel, das entweder
spontan oder nach Induktion durch Wasseradsorption die Form eines Latex annimmt. Dieses
Viskositätsverhalten kann für die Anwendung der Partikel genutzt werden, wie beispielsweise
verbessertes Mischverhalten. Falls gewünscht, kann das dispergierte biopolymere Material
weiter vernetzt werden, mit denselben oder anderen Vernetzungsmitteln. Das Extrudat
ist dadurch gekennzeichnet, dass es in einem wässrigen Lösungsmittel aufquellt, beispielsweise
in Wasser oder einer Mischung, die mindestens etwa 50% Wasser zusammen mit einem in
Wasser mischbaren Lösungsmittel, wie einem Alkohol, enthält, und nach einem Viskositätsabfall
eine Dispersion von Nanopartikeln bildet.
[0031] Als vernetztes biopolymeres Material in Form von Nanopartikeln können auch Konjugate
derselben eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um das vorstehend geschilderte
vernetzte biopolymere Material in Form von Nanopartikeln, die chemisch oder physikalisch
mit einem weiteren Additiv verbunden sind. Als Additive kommen beispielsweise Titandioxid,
Aluminiumoxid, Aluminiumtrihydrat, Natrium-Aluminiumphosphat, Aluminiumphosphat, Natrium-Aluminium-Magnesiumsilikat,
Flugasche, Zeolithe, Natrium-Aluminiumsilikat, Talgtonminerale, delaminierte Tonerde,
calcinierte Kaolin-Tonerde, Montmorylonit-Tonerde, Nano-Tonerde, Silica-Partikel,
Zinkoxid, Calciumcarbonat, optische Aufheller, Biocide, Stabilisatoren, etc. sowie
Kombinationen davon in Frage. Derartige Konjugate sind beispielsweise in der
WO 2010/065750 A1 beschrieben.
[0032] Wie erwähnt, wird das vernetzte biopolymere Material in Form von Nanopartikeln in
der/den Thermoreaktionsschicht/en und/oder der/den Zwischenschicht(en), eingesetzt.
Besonders bevorzugt ist dessen Einsatz in der/den Zwischenschicht(en), da durch die
verbliebene Strichporösität eine Steigerung der Isolation erzielt und damit die thermische
Reaktionsempfindlichkeit verbessert werden könnte. Hinzu kommt, dass dadurch die Absorption
schmelzbarer Komponenten im Schreibvorgang begünstigt wird, was insbesondere bei wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsmaterialien ohne topcoat vorteilhaft bezüglich des Ablegeverhaltens auf
der Thermoleiste ist.
[0033] In einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem vernetzten biopolymeren
Material in Form von Nanopartikeln um Stärke, ein Stärkederivat oder ein Polymergemisch
mit mindestens etwa 50 Gew.-% Stärke oder Stärkederivat, wobei Stärke und Stärkederivate
besonders bevorzugt sind. Ganz besonders bevorzugt ist Stärke, insbesondere eine vernetzte
Stärke, die nicht anderweitig modifiziert wurde.
[0034] Die durchschnittliche mittlere Partikelgröße der Nanopartikel liegt vorzugsweise
zwischen etwa 10 nm und 600 nm, besonders bevorzugt zwischen etwa 40 nm und 400 nm
und ganz besonders bevorzugt zwischen etwa 40 nm und 200 nm. Als vernetztes biopolymeres
Material können beispielsweise Ecosphere 2240 Biolatex Binder, Ecosphere 92240, 92273,
X282 Biolatex Binder und Ecosphere 2202 (alle erhältlich von EcoSynthetix Inc.) eingesetzt
werden.
[0035] Das biopolymere Material in Form von Nanopartikeln liegt in der (den) jeweiligen
Schicht(en) vorzugsweise in einer Menge von etwa 1 bis 50 Gew.-%, besonders bevorzugt
in einer Menge von etwa 2 bis 40 Gew.-%, und besonders bevorzugt in einer Menge von
etwa 2 bis 30 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Trockenmasse der jeweiligen
Schicht, vor. Zu niedrige Mengen haben den Nachteil, dass die Anbindung der benachbarten
Schichten nicht zufriedenstellend ist.
[0036] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform hat der flächige Träger ein Flächengewicht
von etwa 20 bis 600 g/m
2, insbesondere von etwa 30 bis 300 g/m
2, die jeweilige(n) Zwischenschicht(en) ein Flächengewicht von etwa 1 bis 14 g/m
2, insbesondere von etwa 2 bis 9 g/m
2 und/oder die Thermoreaktionsschicht(en) ein Flächengewicht von etwa 1 bis 8 g/m
2, insbesondere von etwa 2 bis 6 g/m
2.
[0037] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform liegt auch in der bzw. den Schichten,
in der bzw. in denen sich das vernetzte biopolymere Material in Form von Nanopartikeln
befindet, mindestens ein weiteres Bindemittel vor. Dies hat den Vorteil, dass durch
die Kombination verschiedener Bindemittel und ihrer Charakteristika das gewünschte
Ergebnis den Anforderungen an das jeweilige wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial,
insbesondere in Bezug auf optische Erscheinung, Isolationsverhalten und/oder weitere
spezifische Merkmale, weiter angepasst werden kann. Das mindestens eine weitere Bindemittel
liegt bevorzugt in einer Menge von weniger als 20 Gew.-% in der jeweiligen Schicht
vor.
[0038] Bei der Auswahl des mindestens einen weiteren Bindemittels ist die Erfindung im Wesentlichen
frei, sofern dadurch die Eigenschaften des wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
nicht beeinträchtigt werden. Bevorzugt ist mindestens ein weiteres Bindemittel in
Form von wasserlöslichen Stärken, Stärkederivaten, Hydroxyethylcellulosen, Polyvinylalkoholen,
modifizierten Polyvinylalkoholen, Acrylamid/(Meth)acrylat-Copolymeren und/oder Acrylamid/Acrylat/Methacrylat-Terpolymeren.
Derartige Materialien führen zu einer Beschichtung, die wasserlöslich ist. Andererseits
gibt es auch solche, die zu einer wasserunlöslichen Struktur führen. Dabei handelt
es sich beispielsweise um Latices, wie Polymethacrylatester, Styrol/Acrylatester-Copolymere,
Styrol/Butadien-Copolymere, Polyurethane, Acrylat/Butadien-Copolymere, Polyvinylacetate
und/oder Acrylnitril/Butadien-Copolymere und dergleichen. Es liegt im fachmännischen
Erwägen, hier im Einzelfall ein besonders geeignetes Bindemittel oder Bindemittelgemisch
heranzuziehen. Besonders bevorzugt ist der Einsatz von Polyvinylalkohol.
[0039] Das mindestens eine weitere Bindemittel kann in allen Schichten, bevorzugt in der/den
Thermoreaktionsschicht(en) und/oder der/den Zwischenschicht(en) vorliegen, wobei dessen
Einsatz in der/den Zwischenschicht(en) besonders bevorzugt ist, da hierdurch die gewünschten
Eigenschaften besonders verbessert werden können.
[0040] Unter einem weiteren Bindemittel wird hier ein Bindemittel verstanden, das zusätzlich
zu dem vernetzten biopolymeren Material in Form von Nanopartikeln in der bzw. den
Schichten, in der bzw. denen das vernetzte biopolymere Material in Form von Nanopartikeln
vorliegt, eingesetzt wird. Es ist selbstverständlich, dass in denjenigen Schichten,
in denen das vernetzte biopolymere Material in Form von Nanopartikeln nicht zum Einsatz
kommt, ein oder mehrere übliche Bindemittel vorliegen können.
[0041] D. h. in dem erfindungsgemäßen wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterial können ein
oder mehrere übliche Bindemittel vollständig oder teilweise durch ein vernetztes biopolymeres
Material in Form von Nanopartikeln ersetzt sein. Dies gilt für alle Schichten.
[0042] In einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem erfindungsgemäßen wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsmaterial um ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial mit einem flächigen
Träger, einer Thermoreaktionsschicht auf mindestens einer Seite des flächigen Trägers
und einer zwischen dem flächigen Träger und der jeweiligen Thermoreaktionsschicht
ausgebildeten Zwischenschicht und gegebenenfalls weiteren Schichten, wobei als Bindemittel
in mindestens einer der Schichten ein biopolymeres Material in Form von Nanopartikeln
eingesetzt wird.
[0043] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial
einen flächigen Träger, eine Thermoreaktionsschicht sowie eine zwischen dem flächigen
Träger und der Thermoreaktionsschicht ausgebildete Zwischenschicht, wobei in der Zwischenschicht
neben dem vernetzten biopolymeren Material in Form von Nanopartikeln unter anderem
mindestens ein Pigment, vorzugsweise mindestens ein Hohlkugelpigment, und mindestens
ein Co-Bindemittel, vorzugsweise Polyvinylalkohol, Latex oder Stärke (hierbei handelt
es sich um eine andere Stärke als die Stärke die als vernetztes biopolymeres Material
in Form von Nanopartikeln eingesetzt werden kann, beispielsweise um natürliche enzymatisch
oder oxidativ abgebaute Stärken, Stärkeester oder Stärkeether), besonders bevorzugt
Polyvinylalkohol, vorliegen. Anstelle eines Holkugelpigments kann auch ein anorganisches
Pigment oder eine Abmischung aus beiden eingesetzt werden. Besonders geeignete Hohlkugelpigmente
sind Styrol/Acrylat-Copolymere. Das vernetzte biopolymere Material in Form von Nanopartikeln
liegt hierbei vorzugsweise in einer Menge von etwa 1 bis 40 Gew.-%, besonders bevorzugt
in einer Menge von 2 bis 30 Gew.-%, das Pigment(gemisch) vorzugsweise in einer Menge
von etwa 50 bis 95 Gew.-%, besonders bevorzugt in einer Menge von etwa 60 bis 90 Gew.-%,
und das Co-Bindemittel vorzugsweise in einer Menge von etwa 0 bis 10 Gew.-%, besonders
bevorzugt etwa 1 bis 9 Gew.-%, vor.
[0044] Das vernetzte biopolymere Material in Form von Nanopartikeln ist erhältlich mittels
eines Verfahrens bei dem ein biopolymeres Material unter Einsatz von Scherkräften
und in Anwesenheit eines Vernetzungsmittels plastifiziert und gegebenenfalls anschließend
in einem hydroxylischen Lösungsmittel, vorzugsweise Wasser, dispergiert wird.
[0045] Dem Fachmann stehen vielfältige Verfahren zur Verfügung, um das erfindungsgemäße
wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial gemäß der Erfindung herzustellen. So können
beispielsweise On-line in der Papiermaschine beide Seiten des Trägersubstrats gleichzeitig
mit der Streichmasse zur Ausbildung der Zwischenschichten versehen werden. Auch ist
es möglich, zunächst die eine und dann die andere Seite des Trägersubstrats mit Zwischenschichten
zu versehen. Das jeweilige Auftragsverfahren unterliegt also keinen Einschränkungen
und kann in üblicher Weise vorgenommen werden. Gleiches gilt auch für die Ausbildung
der Thermoreaktionsschicht, bei der eine wässrige Dispersion, die die notwendigen
und begünstigenden Bestandteile enthält, in üblicher Weise aufgetragen und getrocknet
wird. Der Fachmann benötigt demzufolge keine weiteren technischen Anweisungen.
[0046] Ferner offenbart wird ein Verfahren zur Herstellung des vorstehend geschilderten
wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials, bei dem ein vernetztes biopolymeres Material
in Form von Nanopartikeln, vorzugsweise als Pulver, besonders bevorzugt direkt im
Farbansatz, eingesetzt wird.
[0047] Dies hat den Vorteil, dass gegenüber herkömmlichen Kochstärken, größere Mengen an
dem biopolymeren Material eingesetzt und dass höhere Streichfarbenfeststoffgehalte
bereit gestellt werden können, ohne dass hierdurch die rheologischen Eigenschaften
negativ beeinflusst werden.
[0048] Das erfindungsgemäße wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial kann in vielen Bereichen
eingesetzt werden, beispielsweise als Papier für den Faxdruck, den Druck von Kassenbons
oder Quittungen, Parkscheinen, Eintritts- und Fahrkarten, medizinischen Untersuchungsprotokollen
und Barcodeetiketten.
[0049] Die Erkenntnisse bzw. Vorteile, die mit der vorliegenden Erfindung verbunden sind,
lassen sich im Wesentlichen wie folgt zusammenfassen:
Bindemittel bzw. vermutlich besonders deren niedermolekulare Begleitstoffe aus allen
Schichten, können die Alterungsbeständigkeit beeinträchtigen. Diese negativen Effekte
nehmen mit zunehmender Lagerdauer des Papiers bei erhöhten Temperaturen sowie erhöhter
Umgebungsfeuchte, wie dies beispielsweise in den Tropen der Fall ist, zu. Hierbei
spielen wahrscheinlich Migrationsvorgänge, insbesondere der niedermolekularen Begleitstoffe
eine Rolle. Besonders der Einsatz synthetischer Latices hat einen negativen Einfluss
auf die Schreibleistung und die Schriftbeständigkeit.
[0050] Die vorliegende Erfindung, insbesondere der Einsatz eines vernetzten biopolymeren
Materials in Form von Nanopartikeln, führt zu einem wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterial,
dessen Alterungsbeständigkeit deutlich verbessert ist. Die Alterungsbeständigkeit
betrifft sowohl die Alterung vor Beschriftung, d.h. die Alterung des nicht bedruckten
Thermopapiers, wie auch die Alterung nach Beschriftung, also die Alterung des Thermodrucks.
Ebenso ist die Hintergrundweiße des erfindungsgemäßen wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
nach Alterung sehr günstig.
[0051] Deutlich positive Effekte zeigt das erfindungsgemäße wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial
auch hinsichtlich des sogenannten Ablegeverhaltens auf der Thermoleiste. Hierbei handelt
es sich um ein wichtiges Eigenschaftsmerkmal von Thermopapieren, welches den Grad
der Verschmutzung einer Thermoleiste im Anwendungsfall wiedergibt. Bei Erwärmung eines
Thermopapiers im Thermodrucker kommt es zu einem Schmelzvorgang, wobei die sich bildende
Schmelze zu Ablagerungen auf der Thermoleiste des Druckers führen kann. Hierbei ist
es von entscheidender Bedeutung, ob die Thermoschmelze in ausreichendem Maß in den
Thermofunktionsschichten fixiert wird. Eine zentrale Rolle nimmt hierbei die Aufnahmefähigkeit
der Zwischenschicht ein, wobei eine poröse Strichstruktur sehr hilfreich ist. Der
Einsatz eines vernetzten biopolymeren Materials in Form von Nanopartikeln in der Zwischenschicht
führt zu einer solchen Strichporösität, wodurch eine verminderte Verschmutzungsneigung
des Thermodruckkopfs erreicht werden kann, insbesondere bei Einsatz eines wenig absorptiven
Hohlkugelpigments als Pigment in der Zwischenschicht.
[0052] Schließlich ist das erfindungsgemäße wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial kostengünstiger
herzustellen und der Einsatz von synthetischen Bindemitteln, die aus fossilen Rohstoffen
gewonnen werden müssen, kann vermindert werden.
[0053] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von nicht beschränkten Beispielen im Detail
erläutert.
Beispiele
Herstellung wärmeempfindlicher Aufzeichnungsmaterialien:
[0054] Eine Zwischenschicht-Rezeptur gemäß Tabelle 1 (Rezeptur 1) beziehungsweise eine Zwischenschicht-Rezeptur
nach Tabelle 2 (Rezeptur 2) wurde mit einem Trockenauftrag von etwa 3 g/m
2 mittels Rakel auf einen üblichen flächigen Träger (Thermorohpapier) mit einem jeweiligen
Flächengewicht von 44 g/m
2 aufgebracht und getrocknet.
[0055] Anschließend wurden die so hergestellten Papiersubstrate mit einer Thermo-Streichmasse
gemäß Tabelle 3 (Rezeptur 3) beschichtet. Der Strichauftrag betrug etwa 4,5 g/m
2 (otro) mittels Rakel. Die dort genannte Beschichtungsdispersion A wurde durch Mahlen
von 30 Gew.-Teilen 2-Anilino-3-methyl-6-di-n-butylamino-fluoran mit 55 Gew.-Teilen
einer 15% wässrigen Polyvinylalkohollösung in einer Kugelmühle zu einer durchschnittlichen
Partikelgröße von 1,5 µm hergestellt. Die Beschichtungsdispersion B wurde durch Mahlen
von 65 Gew.-Teilen 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan zusammen mit 35 Gew.-Teilen Benzyl-Naphthyl-Ether
75 Gew.-Teilen einer 15%igen wässrigen Polyvinylalkohollösung und 90 Gew.-Teilen Wasser
in einer Mühle auf eine durchschnittliche Partikelgröße von 1,5 µm hergestellt.
Tabelle 1
| Rezeptur 1 |
TG |
Nassmasse 100% |
Ofentrocken (otro) |
| Komponente |
% |
g |
g |
| Wasser |
|
5,50 |
--- |
| Ropaque HP-1055 *1 |
27 |
71,08 |
19,19 |
| Styron-Latex*2 |
48 |
14,66 |
7,04 |
| PV-OH *3 |
20 |
8,58 |
1,72 |
| Rheologiehilfsmittel *4 |
31 |
0,18 |
0,06 |
| |
|
100,00 |
28,00 |
pH-Wert = 8,2; Brookfield Viskosität (100 U/min; Spindel 3; 20°C) = 380 mPas
*1 Hohlkugelpigment Fa. Dow (Styrol/Acrylat-Copolymer)
*2 Bindemittel vom Typ Styrol/Butadien-Latex (Fa. Styron)
*3 Polyvinylalkohol niedrigviskos, hochverseift (Fa. Kuraray)
*4 Rheocoat-Typ der Fa. Coatex (Acrylatcopolymer) |
Tabelle 2
| Rezeptur 2 |
TG |
Nassmasse 100% |
Ofentrocken (otro) |
| Komponente |
% |
g |
g |
| Wasser |
|
13,73 |
--- |
| Ropaque HP-1055 *1 |
27 |
70,43 |
19,02 |
| Ecosphere 2240 |
95 |
7,35 |
6,98 |
| PV-OH *3 |
20 |
8,49 |
1,70 |
| |
|
100,00 |
27,70 |
pH-Wert = 8,8; Brookfield Viskosität (100 U/min; Spindel 4; 20°C) = 1400 mPas
*1 Hohlkugelpigment Fa. Dow (Styrol/Acrylat-Copolymer)
*2 vernetzte Stärke, EcoSphere®-Qualität (Fa. Ecosynthetix)
*3 Polyvinylalkohol niedrigviskos, hochverseift (Fa. Kuraray) |
Tabelle 3
| Rezeptur 3 |
Nassmasse 100% |
Ofentrocken (otro) |
| Komponente |
g |
g |
| Wasser |
12,35 |
--- |
| PVA hochviskos, hochverseift (10%) |
10,44 |
1,04 |
| Leukophor UO (31,3%)*1 |
0,22 |
0,07 |
| PCC-Slurry (55%)*2 |
28,92 |
15,91 |
| Dispersion B |
25,52 |
10,72 |
| Stearinsäureamid-Dispersion*3 |
11,12 |
2,78 |
| Zn-Stearat-Dispersion*3 |
4,84 |
1,45 |
| Dispersion A |
5,92 |
2,66 |
| Rheologiehilfsmittel (25%)*4 |
0,67 |
0,16 |
| |
100,00 |
34,8 |
pH-Wert: 8,3; Brookfield-Viskosität (100 U/min, Spindel 3, 20°C) = 480 mPas; Oberflächenspannung
(statische Ringmethode nach Du Noüy) 48 mN/m; Trockengehalt etwa 35 Gew.-%
*1 optischer Aufheller (anionisches Stilben-Derivat) (Fa. Clariant)
*2 d50: 1,0 µ, Calcit-Typ,
*3 Fa. Chukyo
*4 Sterocoll-Typ (Fa. BASF) (Copolymerisat von Acrylsäureestern und Carbonsäuren) |
Alterung nach Beschriftung
[0056] Die so erhaltenen wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterialien wurden einem Alterungstest
(Alterung nach Beschriftung) bei zwei definierten Klimata über einen Zeitraum von
mehreren Wochen unterworfen. Die Bildbeständigkeit wurde wöchentlich bestimmt.
[0057] Hierzu wurde auf einem Thermodrucker ein Schriftbild generiert und dessen optische
Dichte vor Alterung bestimmt. Danach wurde das Material freihängend in unterschiedlichen
Klimata über einen bestimmten Zeitraum gealtert. Klimata waren Trockenwärme (50°C)
und Feuchtwärme (40°C / 80% r.F.) jeweils über eine Zeitspanne von 1, 2, 4, 6 und
9 Wochen. Nach Alterung wurde die verbliebene optische Dichte gemessen und der Abfall
der Bildbeständigkeit in % bestimmt: (OD
nach/OD
vor-1)
∗100. Desweiteren wurde die Hintergrundweiße der jeweiligen Papierproben nach Alterung
bestimmt. Die Weißemessung erfolgte von der Oberseite mit einem Elrepho 3000 Reflexionsphotometer
(Fa. Datacolor). Bestimmt wurde hierbei der Weißgrad mit Filter R 457 (ISO 2470) ohne
UV-Filter.
[0058] Die Ergebnisse sind in Tabelle 4 zusammengefasst.
Tabelle 4
| Bildbeständigkeit nach Alterung |
TestDauer |
%-Abfall der opt. Dichte nach x Wochen Alterung |
Hintergrundweiße % nach x Wochen Alterung |
| Zwischenschicht nach: |
|
0,25 mJ/dot |
0,45 mJ/dot |
|
| 50°C |
40°C/ 80% r.F. |
50°C |
40°C/ 80% r.F. |
50°C |
40°C/ 80% r.F. |
| Rezeptur 1 |
1Wo. |
-24,1 |
-25,5 |
-1,6 |
-3,9 |
77,2 |
81,3 |
| 2Wo. |
-28,4 |
-36,4 |
-6,6 |
-6,3 |
74,3 |
76,4 |
| 4Wo. |
-40,5 |
-42,7 |
-18,0 |
-11,8 |
72,2 |
72,2 |
| 6Wo. |
-46,6 |
-50,9 |
-27,0 |
-18,1 |
68,5 |
70,3 |
| 9Wo. |
-49,1 |
-56,4 |
-31,1 |
-19,7 |
67,3 |
69,5 |
| Rezeptur 2 |
1Wo. |
-17,6 |
-21,8 |
1,7 |
2,5 |
78,0 |
82,6 |
| 2Wo. |
-21,6 |
-22,8 |
-0,8 |
-0,8 |
76,5 |
82,7 |
| 4Wo. |
-28,4 |
-28,7 |
-6,8 |
-0,8 |
75,3 |
81,7 |
| 6Wo. |
-30,4 |
-39,6 |
-12,7 |
-5,8 |
71,6 |
80,4 |
| 9Wo. |
-35,3 |
-38,6 |
-14,4 |
-6,6 |
72,3 |
80,9 |
[0059] Die Ergebnisse zeigen ein stabileres Alterungsverhalten des wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
bei Verwendung der Rezeptur 2 im Vergleich zu einem wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterial
bei Verwendung der Rezeptur 1. Die erhöhte Stabilität des Hintergrunds ist besonders
bei längerer Lagerungsdauer zu sehen. Dieser Trend zeigt sich besonders verstärkt
unter feuchtwarmen Klimabedingungen.
Ablegeverhalten:
[0060] Die Prüfung des Ablegeverhaltens erfolgte auf zwei marktüblichen Thermodruckern (Epson
TM-T88II und Mettler-Waage Type L2-RT) und wurde nach visueller Begutachtung mit Noten
von 0 bis 3 bewertet:
Tabelle 5 zeigt die Bewertung des Ablegens auf der Thermoleiste:
Tabelle 5
| Bemerkung |
Drucker A |
Drucker B |
| Rezeptur 1 |
2 -3 |
2-3 |
| Rezeptur 2 |
0,5-1 |
0,5-1 |
| 0=keine Ablagerungen, l=leicht/erkennbar, 2=mittel, 3=stark |
[0061] Das wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial mit der Rezeptur 2 zeigte ein signifikant
besseres Ablegeverhalten als das wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial mit der Rezeptur
1.
Alterung vor Beschriftung:
[0062] Zur Bestimmung der Lagerstabilität, d. h. der Stabilität eines wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsmaterials vor Beschriftung, wurde ein übliches Thermopapier mit seiner
Thermoreaktionsschicht (Referenzpapier) in Kontakt mit einer reinen Bindemittelschicht
gebracht, welches auf ein Rohpapier aufgetragen wurde (Konterpapier). Bei dem Referenzpapier
handelte es sich um ein Standard POS-Papier (erhältlich von der Papierfabrik August
Koehler SE). Das zu untersuchende Bindemittel wurde als Lösung bzw. als Dispersion
bereitgestellt. Die Bindemittel-Lösung bzw. Dispersion wurde auf ein Thermorohpapier
mittels Rakel aufgebracht und getrocknet. Das Auftragsgewicht lag im Bereich von 2
bis 3 g/m
2 (trocken). Das Papier wurde dann bei 35°C/75% r.F. zwischen Plexiglasplatten bei
einem definierten Druck von 7kg gelagert. Nach definierten Zeitabständen von 4, 8,
12 16, 20, 28 Wochen wurde jeweils ein Muster entnommen und auf einem Thermodrucker
bedruckt, um die verbliebene Schreibleistung zu bestimmen. Hierzu wurde die optische
Dichte vor bzw. nach Alterung des Papiers gemessen und die Schreibleistung [(OD
nach/OD
vor)
∗100] bestimmt. Diese Testmethodik zielt auf den Einfluss des Bindemittels auf die
Alterung des wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials ab. Die Ergebnisse können Tabelle
6 entnommen werden. Es ist ersichtlich, dass das wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial
unter Verwendung eines vernetzten biopolymeren Materials in Form von Nanopartikeln
(Nr. 2) eine deutlich verbesserte Lagerstabilität im Vergleich zu wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsmaterialien mit bekannten Bindemitteln aufweist.
Tabelle 6
| Alterung vor Beschriftung |
Schreibleistung [%] |
Schreibleistung [%] |
| Nr. |
Bindemittel |
0,25 mJ/dot; 35°C/75% r.F. |
0,45 mJ/dot; 35°C/75% r.F. |
| 4 Wo. |
8 Wo. |
12 Wo. |
16 Wo. |
20 Wo. |
28 Wo. |
4 Wo. |
8 Wo. |
12 Wo. |
16 Wo. |
20 Wo. |
28 Wo. |
| 1 |
Referenz ohne Kontakt zum Konterpapier |
97,0 |
92,9 |
99,0 |
93,9 |
92,9 |
93,9 |
97,7 |
97,7 |
100,8 |
95,5 |
99,2 |
98,5 |
| 2 |
Referenzpapier im Kontakt zu Ecosphere 2240 |
97,0 |
91,9 |
99,0 |
89,9 |
90,9 |
93,9 |
99,2 |
94,7 |
99,2 |
94,0 |
92,5 |
92,5 |
| 3 |
Referenzpapier im Kontakt zu SB-Latex 1 |
89,8 |
80,8 |
80,8 |
76,8 |
70,7 |
62,6 |
91,7 |
88,0 |
80,5 |
79,7 |
77,4 |
56,4 |
| 4 |
Referenzpapier im Kontakt zu SA-Latex 1 |
81,8 |
66,7 |
72,7 |
50,5 |
39,4 |
40,4 |
88,0 |
68,4 |
75,2 |
49,6 |
42,1 |
37,6 |
| 5 |
Referenzpapier im Kontakt zu SB-Latex 2 |
87,6 |
84,3 |
75,2 |
66,9 |
70,3 |
- |
95,0 |
90,7 |
84,9 |
77,0 |
69,8 |
- |
| 6 |
Referenzpapier im Kontakt zu SB-Latex 3 |
90,9 |
79,3 |
76,9 |
71,9 |
57,9 |
- |
97,1 |
89,2 |
80,6 |
79,9 |
61,9 |
- |
| 7 |
Referenzpapier im Kontakt zu SB-Latex 4 |
86,0 |
81,0 |
81,0 |
70,3 |
73,6 |
- |
95,0 |
90,7 |
87,8 |
77,7 |
79,9 |
- |
| 8 |
Referenzpapier im Kontakt zu SA-Latex 2 |
67,8 |
44,6 |
28,1 |
29,8 |
21,5 |
- |
66,9 |
38,9 |
34,5 |
25,2 |
23,7 |
- |
| 9 |
Referenzpapier im Kontakt zu PV-OH |
92,9 |
86,9 |
88,9 |
79,8 |
77,8 |
74,7 |
97,7 |
87,2 |
91,9 |
85,0 |
75,2 |
77,4 |
SB-Latex 1 = XZ34946.01 Styrol-Butadien Copolymer (Fa. Styron)
SB-Latex 2 = Synthomer 76M10 (Fa. Synthomer)
SB-Latex 3 = Litex PX9366 (Fa. Polymer Latex)
SB-Latex 4 = XZ9182.00 (Fa. Styron)
SA-Latex 1 = Makrovil SE348 (Fa. Indulor)
SA-Latex 2 = DAL 7294 (Fa. Styron)
PV-OH = Polyvinylalkohol niedrigviskos, hochverseift (Fa. Kuraray)
Ecosphere 2240 = vernetzte Stärke, EcoSphere®-Qualität (Fa. Ecosynthetix) |
1. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial mit einem flächigen Träger, einer Thermoreaktionsschicht
auf mindestens einer Seite des flächigen Trägers und einer zwischen dem flächigen
Träger und der jeweiligen Thermoreaktionsschicht ausgebildeten Zwischenschicht sowie
wahlweise weiteren Schichten, wobei als Bindemittel ein vernetztes biopolymeres Material
in Form von Nanopartikeln eingesetzt wird und wobei das vernetzte biopolymere Material
in Form von Nanopartikeln erhältlich ist mittels eines Verfahrens bei dem ein biopolymeres
Material unter Einsatz von Scherkräften und in Anwesenheit eines Vernetzungsmittels
plastifiziert und anschließend in einem hydroxylischen Lösungsmittel dispergiert wird,
wobei das vernetzte biopolymere Material in Form von Nanopartikeln in der/den Thermoreaktionsschicht(en)
und/oder der/den Zwischenschicht(en) eingesetzt wird und wobei das vernetzte biopolymere
Material in Form von Nanopartikeln einen Quellungsgrad von kleiner als 1 aufweist,
wobei das vernetzte biopolymere Material in Form von Nanopartikeln eine Stärke, ein
Stärkederivat oder ein Polymergemisch mit mindestens 50 Gew.-% Stärke oder Stärkederivat
ist, wobei sich der Quellungsgrad auf eine Volumenexpansion bezieht, wenn das vernetzte
biopolymere Material in Form von Nanopartikeln in Wasser quillt, wobei zu dessen Bestimmung
eine Probe einer wasserfreien Menge von 2 g zu 200 ml reinem Wasser gegeben wird,
darin dispergiert wird und unmittelbar danach in einem gut siedenden Wasserbad für
30 Minuten erhitzt und auf Raumtemperatur abgekühlt wird und der Teil des Wassers,
der verdampft wurde, zugesetzt wird und die Probe erneut dispergiert wird und 100
ml der Dispersion in einen Messzylinder gegeben werden und der Messzylinder für 24
Stunden bei Raumtemperatur stehen gelassen wird und ein Präzipitat visuell bezüglich
seiner Menge (ml) gemessen und dieser Wert als Quellungsgrad genommen wird.
2. Aufzeichnungsmaterial nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das vernetzte biopolymere Material in Form von Nanopartikeln in der/den Zwischenschicht(en)
eingesetzt wird.
3. Aufzeichnungsmaterial nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das vernetzte biopolymere Material in Form von Nanopartikeln Stärke ist.
4. Aufzeichnungsmaterial nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die durchschnittliche mittlere Partikelgröße der Nanopartikel zwischen 10 nm und
600 nm, bevorzugt zwischen 40 nm und 400 nm, und ganz besonders bevorzugt zwischen
40 und 200 nm, liegt.
5. Aufzeichnungsmaterial nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das vernetzte biopolymere Material in Form von Nanopartikeln in der/den jeweiligen
Schicht(en) in einer Menge von 1 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise in einer Menge von 1
bis 40 Gew.% und besonders bevorzugt in einer Menge von 2 bis 30 Gew.-%, bezogen auf
das Gesamtgewicht der jeweiligen Schicht, vorliegt.
6. Aufzeichnungsmaterial nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der flächige Träger ein Flächengewicht von 20 bis 600 g/m2, insbesondere von 30 bis 300 g/m2, die jeweilige(n) Zwischenschicht(en) ein Flächengewicht von 1 bis 14 g/m2, insbesondere von 2 bis 9 g/m2 und/oder die Thermoreaktionsschicht(en) ein Flächengewicht von 1 bis 8 g/m2, insbesondere von 2 bis 6 g/m2 aufweisen.
7. Aufzeichnungsmaterial nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der (den) Schicht(en), in denen das vernetzte biopolymere Material in Form von
Nanopartikeln vorliegt, zusätzlich mindestens ein weiteres Bindemittel vorliegt.
8. Aufzeichnungsmaterial nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dieses einen flächigen Träger, eine Thermoreaktionsschicht sowie eine zwischen dem
flächigen Träger und der Thermoreaktionsschicht ausgebildeten Zwischenschicht umfasst,
wobei die Zwischenschicht neben dem vernetzten biopolymeren Material in Form von Nanopartikeln
Stärke oder ein Stärkederivat, ein Hohlkugelpigment oder ein anorganisches Pigment
oder eine Abmischung aus beiden und ein Co-Bindemittel, vorzugsweise Polyvinylalkohol,
Latex oder eine Stärke, die sich von der als vernetztes biopolymeres Material in Form
von Nanopartikeln einsetzbaren Stärke unterscheidet, besonders bevorzugt Polyvinylalkohol,
enthält.
9. Verwendung des wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials nach mindestens einem der
vorangegangenen Ansprüche 1 bis 8 als Papier für den Faxdruck, den Druck von Kassenbons
oder Quittungen, Parkscheinen, Eintritts- und Fahrkarten, medizinischen Untersuchungsprotokolle
und Barcodeetiketten.
1. A heat-sensitive recording material with a flat support, a thermal reaction layer
on at least one side of the flat support and an intermediate layer, which is formed
between the flat support and the respective thermal reaction layer, and selectively
further layers, wherein a cross-linked biopolymer material in the form of nanoparticles
is used as the binder, and wherein the cross-linked biopolymer material in the form
of nanoparticles is obtainable by means of a method, in which a biopolymer material
is plasticised using shear forces and in the presence of a cross-linking agent and
then dispersed in a hydroxylic solvent, wherein the cross-linked biopolymer material
in the form of nanoparticles is used in the thermal reaction layer(s) and/or the intermediate
layer(s), and wherein the cross-linked biopolymer material in the form of nanoparticles
has a degree of swelling, of less than 1, wherein the cross-linked biopolymer material
in the form of nanoparticles is a starch, a starch derivative or a polymer mixture
with at least 50% by weight starch or starch derivative, wherein the degree of swelling
relates to a volume expansion when the cross-linked biopolymer material in the form
of nanoparticles swells in water, wherein for this purpose, a sample of a water-free
quantity of 2 g is added to 200 ml pure water, dispersed therein and directly thereafter
heated in a water bath that is boiling well for 30 minutes and cooled to room temperature,
and the part of the water that was evaporated is added and the sample is dispersed
again and 100 ml of the dispersion are placed precisely in a measuring cylinder, and
the measuring cylinder is allowed to stand for 24 hours at room temperature and a
precipitate is measured visually with respect to its quantity (ml) and this value
is taken as the degree of swelling.
2. A recording material according to any one of the preceding claims, characterised in that the cross-linked biopolymer material in the form of nanoparticles is used in the
intermediate layer(s).
3. A recording material according to any one of the preceding claims, characterised in that the cross-linked biopolymer material in the form of nanoparticles is starch.
4. A recording material according to any one of the preceding claims, characterised in that the average mean particle size of the nanoparticles is between 10 nm and 600 nm,
preferably between 40 nm and 400 nm, and quite especially preferably between 40 and
200 nm.
5. A recording material according to any one of the preceding claims, characterised in that the cross-linked biopolymer material in the form of nanoparticles is present in the
respective layer(s) in a quantity of 1 to 50 % by weight, preferably in a quantity
of 1 to 40 % by weight and especially preferably in a quantity of 2 to 30 % by weight,
based on the total weight of the respective layer.
6. A recording material according to any one of the preceding claims, characterised in that the flat support has a weight per unit area of 20 to 600 g/m2, especially of 30 to 300 g/m2, the respective intermediate layer(s) has/have a weight per unit area of 1 to 14
g/m2, especially of 2 to 9 g/m2 and/or the thermal reaction layer(s) has/have a weight per unit area of 1 to 8 g/m2, especially of 2 to 6 g/m2.
7. A recording material according to any one of the preceding claims, characterised in that at least one further binder is additionally present in the layer(s), in which the
cross-linked biopolymer material in the form of nanoparticles is present.
8. A recording material according to any one of the preceding claims, characterised in that it comprises a flat support, a thermal reaction layer and an intermediate layer formed
between the flat support and the thermal reaction layer, wherein the intermediate
layer contains in addition to the cross-linked biopolymer material in the form of
nanoparticles starch or a starch derivative, a hollow sphere pigment or an inorganic
pigment or a mix of the two and a co-binder, preferably polyvinyl alcohol, latex or
a starch, which differs from the starch that can be used as a cross-linked biopolymer
material in the form of nanoparticles, especially preferably polyvinyl alcohol.
9. Use of the heat-sensitive recording material according to any one of the preceding
claims 1 to 8 as paper for fax printing, the printing of sales slips or receipts,
car park tickets, entry and travel tickets, medical investigation programs and barcode
labels.
1. Matériau d'enregistrement thermosensible avec un support plat, une couche de thermoréaction
sur au moins un côté du support plat et une couche intermédiaire réalisée entre le
support plat et la couche de thermoréaction concernée ainsi que sélectivement d'autres
couches, dans lequel un matériau biopolymère réticulé sous forme de nanoparticules
est utilisé comme liant et dans lequel le matériau biopolymère réticulé sous forme
de nanoparticules peut être obtenu au moyen d'un procédé pour lequel un matériau biopolymère
est plastifié en utilisant des forces de cisaillement et en présence d'un moyen de
réticulation et est dispersé ensuite dans un solvant hydroxylique, dans lequel le
matériau biopolymère réticulé sous forme de nanoparticules est inséré dans la/les
couche(s) de thermoréaction et/ou la/les couche(s) intermédiaire(s) et dans lequel
le matériau biopolymère réticulé sous forme de nanoparticules présente un degré de
gonflement inférieur à 1, dans lequel le matériau biopolymère réticulé sous forme
de nanoparticules est de l'amidon, un dérivé d'amidon ou un mélange de polymère avec
au moins 50 % en poids d'amidon ou dérivé d'amidon, dans lequel le degré de gonflement
se rapporte à une expansion de volume lorsque le matériau biopolymère réticulé sous
forme de nanoparticules gonfle dans de l'eau, dans lequel pour sa détermination un
échantillon d'une quantité sans eau de 2 g est ajouté à 200 mL d'eau pure, est dispersé
dedans et chauffé directement après dans un bain d'eau à bonne ébullition pendant
30 minutes et est refroidi à température ambiante et la partie de l'eau qui a été
évaporée est ajoutée et l'échantillon est de nouveau dispersé et 100 mL de la dispersion
sont ajoutés dans un cylindre de mesure et le cylindre de mesure est laissé au repos
pendant 24 heures à température ambiante et un précipité est mesuré visuellement par
rapport à sa quantité (mL) et cette valeur est prise comme degré de gonflement.
2. Matériau d'enregistrement selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau biopolymère réticulé sous forme de nanoparticules est inséré dans la/les
couche(s) intermédiaire(s) .
3. Matériau d'enregistrement selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau biopolymère réticulé sous forme de nanoparticules est de l'amidon.
4. Matériau d'enregistrement selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la grandeur de particules moyenne médiane des nanoparticules se trouve entre 10 nm
et 600 nm, de manière préférée entre 40 nm et 400 nm, et de manière tout particulièrement
préférée entre 40 et 200 nm.
5. Matériau d'enregistrement selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau biopolymère réticulé sous forme de nanoparticules se présente dans la/les
couche(s) concernée (s) dans une quantité de 1 à 50 % en poids, de manière préférée
dans une quantité de 1 à 40 % en poids et de manière particulièrement préférée dans
une quantité de 2 à 30 % en poids, par rapport au poids total de la couche concernée.
6. Matériau d'enregistrement selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le support plat présente un grammage de 20 à 600 g/m2, en particulier de 30 à 300 g/m2, la/les couche(s) intermédiaire(s) présentent un grammage de 1 à 14 g/m2, en particulier de 2 à 9 g/m2 et/ou la/les couche (s) de thermoréaction présentent un grammage de 1 à 8 g/m2, en particulier de 2 à 6 g/m2.
7. Matériau d'enregistrement selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que dans la/les couche(s) dans lesquelles se présente le matériau biopolymère réticulé
sous forme de nanoparticules, en outre au moins un autre liant se présente.
8. Matériau d'enregistrement selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que celui-ci comporte un support plat, une couche de thermoréaction ainsi qu'une couche
intermédiaire réalisée entre le support plat et la couche de thermoréaction, dans
lequel la couche intermédiaire contient outre le matériau biopolymère réticulé sous
forme de nanoparticules, de l'amidon ou un dérivé d'amidon, un pigment sphérique creux
ou un pigment anorganique ou un mélange des deux et un co-liant, de manière préférée
de l'alcool polyvinylique, du latex ou un amidon qui se distingue de l'amidon utilisable
comme matériau biopolymère réticulé sous forme de nanoparticules, de manière particulièrement
préférée de l'alcool polyvinylique.
9. Utilisation du matériau d'enregistrement sensible à la chaleur selon au moins une
des revendications précédentes 1 à 8 comme papier pour l'impression de fax, l'impression
de tickets de caisse ou de reçus, de tickets de stationnement, de billets et titres
de transport, de protocoles d'examen médicaux et d'étiquettes de code barre.