[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schmelztauchbeschichten von Metallband,
insbesondere Stahlband, in einem metallischen Schmelzbad, bei dem das zu beschichtende
Metallband in einem Durchlaufofen erwärmt und durch einen am Durchlaufofen angeschlossenen,
in das Schmelzbad eingetauchten Rüssel hindurch in das Schmelzbad eingeleitet wird.
[0002] Das Schmelztauchbeschichten von Metallband, insbesondere Stahlband, ist ein seit
vielen Jahren bekanntes Verfahren zur Oberflächenveredelung von Feinblechband, um
dieses vor Korrosion zu schützen. In Fig. 3 ist in vertikaler Schnittansicht ein Abschnitt
einer herkömmlichen Anlage zum Schmelztauchbeschichten eines Metallbandes 1 dargestellt.
Ein entsprechend zu veredelndes Stahlband (Feinblechband) wird hierzu zunächst in
einem Durchlaufofen 2 gereinigt und rekristallisierend geglüht. Anschließend wird
das Band 1 schmelztauchveredelt, indem es durch ein schmelzflüssiges Metallbad 3 geführt
wird. Als Beschichtungsmaterial für das Band 1 kommen beispielsweise Zink, Zinklegierungen,
Reinaluminium oder Aluminiumlegierungen zum Einsatz.
[0003] Der Durchlaufofen 2 umfasst typischerweise einen direkt beheizten Vorwärmer und indirekt
beheizte Reduktions- und Haltezonen sowie nachfolgende Kühlzonen. Am Ende der Kühlzone
ist der Ofen 2 über eine Schleuse (Rüssel) 6 mit dem Schmelzbad 3 verbunden. Eine
im Schmelzbad 3 angeordnete Umlenkrolle (Pottrolle) 7 bewirkt die Umlenkung des aus
dem Rüssel 6 in das Schmelzbad eintretenden Bandes 1 in eine im Wesentlichen vertikale
Richtung. Die Schichtdicke der als Korrosionsschutz dienenden Metallschicht wird üblicherweise
mittels Abstreifdüsen 5 eingestellt.
[0004] Beim Durchgang eines Stahlbandes 1 durch das Schmelzbad 3 entsteht auf der Bandoberfläche
eine Legierungsschicht aus Eisen und dem Beschichtungsmetall. Darüber bildet sich
die Metallschicht aus, deren Zusammensetzung der chemischen Analyse der im Schmelzbadgefäß
4 befindlichen Metallschmelze entspricht.
[0005] Abhängig von der Schmelzenzusammensetzung weist die Beschichtung unterschiedliche
Eigenschaften auf, vor allem hinsichtlich der mechanischen und korrosionsschützenden
Eigenschaften. Auch hat die Schmelzenzusammensetzung Einfluss auf die Prozesssicherheit
hinsichtlich Oberflächengüte des beschichteten Bandes. In der Praxis des Standes der
Technik wird daher abhängig von der gewünschten Eigenschaft eine entsprechende Zusammensetzung
des metallischen Schmelzbades gewählt, d.h. es erfolgt mit einer Kompromisslösung
stets eine Gratwanderung zwischen den Anforderungen, wie beispielsweise der mechanischen
Eigenschaft für die nachfolgende Umformung des beschichteten Feinblechs unter Vermeidung
von Rissen in der Beschichtung oder einer Ablösung derselben einerseits und einem
zuverlässigen Korrosionsschutz andererseits.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs
genannten Art dahingehend zu verbessern, dass mit ihm die an das beschichtete Band
gestellten Anforderungen hinsichtlich einer guten Umformbarkeit des Bandes oder einer
daraus hergestellten Platine möglichst ohne Risse und Ablösungen sowie hinsichtlich
eines hohen Korrosionsschutzes gleichsam besser und zuverlässig erfüllt werden können.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 vorgeschlagen.
Bevorzugte und vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind
in den Unteransprüchen angegeben.
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass in dem vom Rüssel
begrenzten Bereich eine Schmelze verwendet wird, die in ihrer chemischen Zusammensetzung
gezielt unterschiedlich zu der chemischen Zusammensetzung der im Schmelzbad verwendeten
Schmelze eingestellt ist oder wird. Die Erfindung schlägt somit vor, in dem vom Rüssel
begrenzten Bereich und in dem übrigen Schmelzbad Schmelzen unterschiedlicher Zusammensetzung
(Analyse) zu verwenden. Auf diese Weise lassen sich bestimmte gewünschte Legierungsschichteigenschaften
sehr variabel und zuverlässig einstellen.
[0009] Von den Erfindern wurde erkannt, dass es durch Zugabe von Legierungsstoffen bzw.
entsprechend angereichertem Beschichtungsmetall direkt in die durch den Rüssel definierte
Schleuse möglich ist, die Schmelzzusammensetzung in der Schleuse von der Schmelzzusammensetzung
im übrigen Schmelzbadgefäß zu entkoppeln. Beispielsweise weist hierbei die Schmelze
im Rüssel eine Zusammensetzung (Analyse) auf, welche eine gute mechanische Umformbarkeit
ermöglicht, während die Schmelze im übrigen Schmelzbadgefäß eine Zusammensetzung (Analyse)
aufweist, welche eine gute korrosionsbeständige Oberschicht ergibt.
[0010] Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass aufgrund des relativ geringen
Volumens der Schmelze im Rüssel und des prozessbedingten Verbrauchs dieses Volumens
die Zusammensetzung der Schmelze im Rüssel innerhalb einer sehr kurzen Reaktionszeit
angepasst oder variiert werden kann.
[0011] Eine bevorzugte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht in diesem Zusammenhang
vor, dass die Konzentration zumindest eines chemischen Bestandteils der im Rüssel
verwendeten Schmelze überwacht und die chemische Zusammensetzung dieser Schmelze in
Abhängigkeit des Ergebnisses der Überwachung an einen Sollwert der chemischen Zusammensetzung
angepasst wird. Vorzugsweise erfolgen diese Überwachung sowie die Anpassung der chemischen
Zusammensetzung der Schmelze automatisch mittels einer geeigneten Überwachungs- und
Dosiervorrichtung.
[0012] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch
gekennzeichnet, dass als Rüssel ein verlängerter Rüssel verwendet wird, der gegenüber
der Mantelfläche einer im Schmelzbad angeordneten Umlenkrolle, welche die Umlenkung
des aus dem Rüssel in das Schmelzbad eintretenden Bandes in eine im Wesentlichen vertikale
Richtung bewirkt, in einem Abstand im Bereich von 100 mm bis 400 mm, vorzugsweise
100 mm bis 300 mm endet. Auf diese Weise lässt sich die dem Rüssel zugeführte bzw.
die darin verwendete Schmelze zuverlässiger von der im übrigen Schmelzbadgefäß verwendeten
Schmelze entkoppeln, so dass sich in dem Rüssel zumindest ein ausreichend großer Volumenbereich
ergibt, in welchem sich die dort zugeführte bzw. verwendete Schmelze nicht mit der
im übrigen Schmelzbadgefäß verwendeten unterschiedlichen Schmelze vermischt.
[0013] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor,
dass als Rüssel ein Rüssel verwendet wird, dessen getauchter Abschnitt mit einer Verengung
versehen ist und/oder dessen Innenweite bzw. Innenhöhe sich in Richtung Austrittsöffnung
zumindest über eine Teillänge verjüngt. Auch auf diese Weise lässt sich die im Rüssel
verwendete Schmelze von der im übrigen Schmelzbadgefäß verwendeten Schmelze entkoppeln,
so dass sich zumindest ein ausreichend großer Volumenbereich der dem Rüssel zugegebenen
Schmelze nicht oder weitestgehend nicht mit der im übrigen Schmelzbadgefäß verwendeten
unterschiedlichen Schmelze vermischt.
[0014] Der verlängerte, sich zur Austrittsöffnung hin zumindest über eine Teillänge verjüngende
Rüssel bewirkt insbesondere eine Erhöhung der Verwirbelung der Schmelze am sowie nahe
dem Metallband. Durch diese Verwirbelung wird die Entkopplung der dem Rüssel zugegebenen
Schmelze von der dazu unterschiedlichen, im übrigen Schmelzbadgefäß verwendeten Schmelze
begünstigt.
[0015] Um einen übermäßigen Eintrag der im Rüssel verwendeten Schmelze in das übrige Schmelzbad
bzw. eine Vermischung der unterschiedlichen Schmelzen zu vermeiden, sieht eine weitere
Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens vor, dass als Rüssel ein Rüssel verwendet
wird, dessen getauchter Abschnitt mit einer Trennvorrichtung oder Abdichtung versehen
ist, welche eine Vermischung der im Rüssel befindlichen Schmelze und der im Schmelzbad
befindlichen Schmelze verhindert.
[0016] Eine vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet,
dass in dem vom Rüssel begrenzten Bereich eine Silizium enthaltende Aluminiumlegierung
als Schmelze verwendet wird, während im Schmelzbad eine Schmelze aus Reinaluminium
verwendet wird. Das Reinaluminium im Schmelzbad ist bis auf unvermeidbare Verunreinigungen
frei von Silizium. Auf diese Weise lässt sich ein schmelztauchbeschichtetes Produkt,
insbesondere Stahlband erzielen, welches zum einen eine relativ dünne Legierungsschicht
aufweist und somit auch für größere Umformungen ausreichend duktil ist, und welches
zum anderen aufgrund der Deckschicht aus Reinaluminium eine hervorragende Korrosionsbeständigkeit
besitzt.
[0017] Eine andere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßem Verfahrens besteht darin,
dass in dem vom Rüssel begrenzten Bereich eine Silizium enthaltende Aluminium-Zinklegierung
als Schmelze verwendet wird, während im Schmelzbad eine Aluminium-Zinklegierung mit
demgegenüber verringertem Siliziumgehalt oder ohne Silizium als Schmelze verwendet
wird. Auch auf diese Weise lässt sich ein schmelztauchbeschichtetes Produkt, insbesondere
Stahlband erzielen, welches aufgrund der Zugabe von Silizium eine relativ dünne Legierungsschicht
aufweist und dadurch für größere Umformungen ausreichend duktil ist, und welches aufgrund
der aus einer Aluminium-Zinklegierung mit verringertem Siliziumgehalt oder ohne Silizium
gebildeten Deckschicht eine hervorragende Korrosionsbeständigkeit aufweist. Wird in
diesem Fall im Schmelzbad eine Aluminium-Zinklegierung ohne Silizium als Schmelze
verwendet, so versteht sich, dass diese Schmelze bis auf unvermeidbare Verunreinigungen
frei von Silizium ist.
[0018] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßem Verfahrens ist dadurch
gekennzeichnet, dass im Schmelzbad eine Zink-Magnesiumlegierung als Schmelze verwendet
wird, während in dem vom Rüssel begrenzten Bereich eine Zink-Magnesiumlegierung mit
demgegenüber verringertem Zink-, Aluminium- und/oder Magnesium-Gehalt als Schmelze
verwendet wird. Auf diese Weise lässt sich ein schmelztauchbeschichtetes Metallband,
insbesondere Stahlband erzielen, welches sich durch eine besonders hohe Oberflächengüte
sowie eine gute mechanische Umformbarkeit auszeichnet.
[0019] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer mehrere Ausführungsbeispiele darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- eine vertikale Schnittansicht eines Schmelzbadgefäßes mit einem verlängerten Rüssel,
einer Umlenkrolle und einer Stabilisierungsrolle;
- Fig. 2
- ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einem vertikal
geschnitten dargestellten Schmelzbadgefäß und zwei darin angeordneten Stabilisierungsrollen;
- Fig. 3
- eine Vorrichtung zum Schmelztauchbeschichten von Metallband des Standes der Technik,
in vertikaler Schnittansicht;
- Fig. 4
- einen Teilbereich eines Schmelzbades, in welchem Strömungs-verhältnisse bei einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung im Bereich eines Rüsselverlängerungsstückes veranschaulicht
sind;
- Fig. 5
- ein Schmelzbad einer Vorrichtung zum Schmelztauchbeschichten von Metallband des Standes
der Technik;
- Fig. 6
- ein Schmelzbad einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Schmelztauchbeschichten von
Metallband;
- Fig. 7
- eine Querschnittansicht eines Abschnitts eines durch Tauchen in einer AlFeSi-Schmelze
beschichteten Stahlbandes;
- Fig. 8
- eine Querschnittansicht eines Abschnitts eines durch Tauchen in einer Reinaluminiumschmelze
beschichteten Stahlbandes; und
- Fig. 9
- eine Querschnittansicht eines Abschnitts eines durch Tauchen in zwei unterschiedliche
metallische Schmelzen beschichteten Metallbandes.
[0020] Bei den in den Figuren 1, 2 und 4 dargestellten Ausführungsbeispielen einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zum Schmelztauchbeschichten von Metallband, insbesondere Stahlband, ist
der Rüssel 6 einer gattungsgemäßen Beschichtungsanlage, die im Wesentlichen der Beschichtungsanlage
gemäß Fig. 3 entsprechen kann oder entspricht, so ausgebildet, dass dem getauchten
Abschnitt des Rüssels 6 Beschichtungsmaterial B und/oder mindestens ein Legierungszusatz
LZ getrennt zugegeben werden kann. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist also so hergerichtet,
dass in dem vom Rüssel 6 begrenzten Bereich eine Schmelze eingestellt bzw. verwendet
werden kann, die in ihrer chemischen Zusammensetzung gezielt unterschiedlich zu der
chemischen Zusammensetzung der im Schmelzbad 3 verwendeten Schmelze eingestellt ist
oder wird.
[0021] Vorzugsweise ist der Rüssel 6 hierzu mit einem schachtförmigen Rüsselverlängerungsstück
6.1 zur Vergrößerung der Rüsseleintauchtiefe versehen. Das Rüsselverlängerungsstück
6.1 weist einen Anschlussabschnitt 6.11 auf, in den das untere Ende des Rüssels 6
hineinragt. Der Anschlussabschnitt 6.11 weist einen becken- oder wannenförmigen Aufnahmeraum
6.12, dessen umlaufende Seitenwandung an einem auf dem oberen Rand des Schmelzbadgefäßes
4 gelagerten Träger 6.13 befestigt ist. Im Boden des Anschlussabschnittes 6.11 bzw.
Aufnahmeraums 6.12 ist eine längliche Öffnung 6.14 ausgebildet, durch die das zu beschichtende
Metallband 1 in das schachtförmige Rüsselverlängerungsstück 6.1 läuft.
[0022] Der Rüssel 6 oder das Rüsselverlängerungsstücks 6.1 ist vorzugsweise so ausgebildet,
dass sich seine lichte Innenweite oder lichte Innenhöhe zur Austrittsöffnung 6.15
hin zumindest über eine Teillänge verjüngt. Die Verjüngung der Innenweite bzw. Innenhöhe
ergibt sich dadurch, dass die der Oberseite und Unterseite des Bandes 1 zugewandten
Wände 6.16, 6.17 des Rüssels 6 oder Rüsselverlängerungsstücks 6.1 in Richtung Austrittsöffnung
6.15 konvergieren. Die Innenweite bzw. Innenhöhe des Rüssels oder Rüsselverlängerungsstücks
6.1 ist in diesen Ausführungsbeispielen vorzugsweise durch eine stetige Verjüngung
gekennzeichnet.
[0023] Die Austrittsöffnung 6.15 oder engste Stelle des Rüsselverlängerungsstücks 6.1 besitzt
vorzugsweise eine lichte Innenweite von maximal 120 mm, besonders bevorzugt maximal
100 mm. Des Weiteren ist das Rüsselverlängerungsstück 6.1 so bemessen, dass es gegenüber
der Mantelfläche der Umlenkrolle 7 in einem Abstand A im Bereich von 100 mm bis 400
mm, vorzugsweise 100 mm bis 300 mm endet. Beispielsweise beträgt der Abstand A des
unteren Endes des Rüsselverlängerungsstücks 6.1 von der Mantelfläche der Umlenkrolle
7 ca. 200 mm.
[0024] Wie an sich bekannt, ist der Umlenkrolle 7 eine Stabilisierungsrolle 8 zugeordnet,
um einen planen, schwingungsfreien Durchgang des Bandes 1 durch die oberhalb des Schmelzbades
angeordneten Flachdüsen 5 der Düsenabstreifvorrichtung sicherzustellen. Die Tragarme
der Umlenkrolle 7 und der Stabilisierungsrolle 8 sind in Fig. 1 mit 7.1 und 8.1 bezeichnet.
Des Weiteren kann die Stabilisierungsrolle 8 mit einer ebenfalls getaucht angeordneten
Führungs- bzw. Andruckrolle 9 kombiniert sein (vgl. Fig. 2).
[0025] In den in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispielen der erfindungsgemäßen
Vorrichtung definieren der Anschlussabschnitt 6.11 des Rüsselverlängerungsstücks 6.1
und der Rüssel 6 mindestens einen Zufuhrkanal 6.18, über den in den getauchten Abschnitt
des Rüssels 6 und/oder in das Rüsselverlängerungsstück 6.1 Beschichtungsmaterial B
und/oder mindestens ein Legierungszusatz LZ getrennt zugegeben werden kann.
[0026] Die erfindungsgemäße Verlängerung des Rüssels 6 dient einer möglichst weitgehenden
Entkopplung der im Rüssel 6 eingestellten bzw. verwendeten Schmelze von der im übrigen
Schmelzbadgefäß 4 eingestellten/verwendeten Schmelze, die sich in ihrer chemischen
Zusammensetzung von der im Rüssel 6 eingestellten/verwendeten Schmelze unterscheidet.
Auf diese Weise ergeben sich im Schmelzbad 3 Bereiche mit unterschiedlichen Schmelzzusammensetzungen,
um bestimmte gewünschte Legierungsschichteigenschaften einzustellen. Dies wird nachfolgend
unter Bezug auf die Figuren 7 bis 9 näher erläutert.
[0027] Bei einer herkömmlichen Schmelzbadtauchbeschichtung von Stahlband mit einer Aluminiumschmelze,
die etwa 10 Gew.-% Silizium enthält, entsteht eine relativ dünne Legierungsschicht
11 an der Grenzfläche Stahl-Beschichtungsmetall (Fig. 7). Die Dicke der Legierungsschicht
11 beträgt beispielsweise ca. 4 µm. Auf die Legierungsschicht 11 folgt die darüberliegende
Deckschicht 12 aus Aluminium und eingelagerten Eisensiliziumnadeln. Diese unter der
Handelsbezeichnung FAL Typ 1 bekannte Beschichtung ist aufgrund der dünnen Legierungsschicht
11 ausreichend duktil, um gewünschte Umformungen des beschichteten Stahlbandes 1 bzw.
Stahlblechs zufriedenstellend realisieren zu können. Der durch diese Beschichtung
erzielte Korrosionsschutz ist jedoch nicht so gut wie bei einer Reinaluminiumbeschichtung
mit der Handelsbezeichnung FAL Typ 2.
[0028] Fig. 8 zeigt einen Abschnitt eines durch Tauchen in einer Reinaluminiumschmelze beschichteten
Stahlbandes 1 im Querschnitt. Dieser Überzug stellt einen hervorragenden Korrosionsschutz
dar. Mit 12' ist die Deckschicht aus Reinaluminium bezeichnet. Aufgrund des fehlenden
Siliziums in der Schmelze bildet sich an Grenzfläche Stahl-Beschichtungsmetall eine
relativ dicke Legierungsschicht 11'. Die Dicke der spröden Legierungsschicht 11' kann
in diesem Fall beispielsweise bis zu 20 µm betragen. Die spröde Legierungsschicht
11' neigt beim Umformen des beschichteten Stahlbandes 1 bzw. Stahlblechs zur Rissbildung
und zum Ablösen der Metallauflage. Aufgrund der eingeschränkten Duktilität ist dieses
Produkt (FAL Typ 2) nur für einfache Bauteile geeignet, die keine größeren Umformungen
erfordern.
[0029] Die in Fig. 1 oder Fig. 2 dargestellte erfindungsgemäße Vorrichtung, bei welcher
der Rüssel 6 und der Anschlussabschnitt 6.11 des Rüsselverlängerungsstücks 6.1 mindestens
einen Zufuhrkanal 6.18 definieren, ermöglicht es, im Rüssel 6 zum Beispiel eine siliziumhaltige
Schmelze anzureichern, die zu einer dünnen Legierungsschicht 11 ähnlich der Legierungsschicht
des Produktes FAL Typ 1 führt. Beispielsweise kann dem Rüssel 6 über den beckenförmige
Anschlussabschnitt 6.11 des Rüsselverlängerungsstücks 6.1 und den Zufuhrkanal 6.18
ein AlFeSi-Beschichtungsmaterial zugegeben werden. Im eigentlichen Schmelzbadgefäß
4 wird dagegen vorzugsweise mit einer Reinaluminiumschmelze gearbeitet, so dass eine
Deckschicht 12' aus Reinaluminium erhalten wird. Dieses in Fig. 9 skizzierte Produkt
("FAL Typ 3") vereinigt die Vorteile der Produkte FAL Typ 1 und FAL Typ 2. Denn man
erhält so ein Produkt, welches durch die dünne Legierungsschicht 11 ausreichend duktil
ist, um gewünschte größere Umformungen realisieren zu können, und welches zudem durch
die Deckschicht 12' aus Reinaluminium hervorragende Korrosionsschutzeigenschaften
besitzt.
[0030] Anstelle einer Reinaluminiumschmelze kann in dem Schmelzbadgefäß 4 auch eine andere
metallische Schmelze verwendet werden. Beispielsweise kann in dem Schmelzbadgefäß
4 eine Aluminium-Zink-Schmelze verwendet werden, während in dem vom Rüssel 6 begrenzten
Bereich eine Schmelze verwendet wird, die ebenfalls auf einer Aluminium-Zink-Schmelze
basiert, der jedoch zusätzlich Silizium zur Unterdrückung oder Verringerung der Legierungsschicht
zugegeben wird oder wurde, wodurch eine verbesserte Umformbarkeit erreicht wird.
[0031] Ein weiteres Beispiel für die erfindungsgemäße Verwendung von Schmelzen mit unterschiedlichen
chemischen Zusammensetzungen ist die Verwendung einer Zink-Magnesium-Schmelze im Schmelzbadgefäß
4, während im Rüssel 6 eine Schmelze mit verringertem Zink-, Aluminium- und/oder Magnesiumgehalt
verwendet wird. Auf diese Weise lassen sich Benetzungsfehler in der Beschichtung des
Bandes 1 verringern und somit die Oberflächengüte des schmelztauchbeschichteten Bandes
verbessern.
[0032] Bei Beschichtungsanlagen des Standes der Technik gemäß Fig. 3 sammelt sich auf der
Oberfläche der Schmelze 3 innerhalb des Rüssels 6 mitunter Schlacke 10 an, die zu
Fehlern in der Beschichtung des Metallbandes 1 führen kann. Untersuchungen haben ergeben,
dass sich derartige schlackebedingte Beschichtungsfehler durch die Vergrößerung der
Eintauchtiefe des Rüssels 6 in Verbindung mit einer Verjüngung der Innenweite bzw.
Innenhöhe des getauchten Rüsselverlängerungsstücks 6.1 zur Austrittsöffnung 6.15 hin
vermeiden lassen. Die Verjüngung des Rüsselverlängerungsstücks 6.1 in Richtung der
Austrittsöffnung 6.15 trägt zudem zur Entkopplung der unterschiedlichen Schmelzen
bei, die im Rüssel 6 und im übrigen Schmelzbadgefäß 4 verwendet werden.
[0033] In den Figuren 5 und 6 ist die Geschwindigkeitsverteilung der sich im Schmelzbadgefäß
beim Betrieb einer Beschichtungsvorrichtung des Standes der Technik (Fig. 5) und beim
Betrieb einer erfindungsgemäßen Beschichtungsvorrichtung (Fig. 6) einstellenden Schmelzeströmung
skizziert. Ein Vergleich der Figuren 5 und 6 verdeutlicht, dass durch die Rüsselverlängerung
6.1 die Strömung im Rüssel 6, insbesondere in dem vom Rüssel 6 eingeschlossenen Bereich
3.1 des Schmelzbadspiegels intensiviert wird, was einen ständigen Austausch der Schmelze
an der Schmelzbadoberfläche im Rüssel 6 bewirkt. Somit kann sich in dem vom Rüssel
6 eingeschlossenen Bereich 3.1 des Schmelzbadspiegels keine Schlacke ansammeln, die
Oberflächenfehler in der Beschichtung des Bandes 1 verursacht.
[0034] Die Ausführung der Erfindung ist nicht auf die in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
beschränkt. Vielmehr sind mehrere Varianten denkbar, die auch bei abweichender Gestaltung
von der in den beiliegenden Ansprüchen angegebenen Erfindung Gebrauch machen. So liegt
es beispielsweise auch im Rahmen der Erfindung, wenn sich die Innenweite bzw. Innenhöhe
des getauchten Rüsselverlängerungsstücks 6.1 zu dessen Austrittsöffnung 6.15 hin zumindest
über eine Teillänge stufenweise in Form eines oder mehrerer Innenweite- bzw. Innenhöhesprünge
und/oder in Form unterschiedlich zueinander abgewinkelter Rüsselwandabschnitte verjüngt.
Das Rüsselverlängerungsstück 6.1 kann beispielsweise aus mehreren der Oberseite und
Unterseite des Bandes 1 zugewandten Wänden bzw. Wandabschnitten zusammengesetzt sein.
Die (stetige) Innenweite- bzw. Innenhöheverjüngung der Rüsselverlängerung 6.1 kann
sich somit auch nur über eine Teillänge derselben erstrecken.
1. Verfahren zum Schmelztauchbeschichten von Metallband, insbesondere Stahlband (1),
in einem metallischen Schmelzbad (3), bei dem das zu beschichtende Metallband in einem
Durchlaufofen (2) erwärmt und durch einen am Durchlaufofen angeschlossenen, in das
Schmelzbad (3) eingetauchten Rüssel (6) hindurch in das Schmelzbad eingeleitet wird,
dadurch gekennzeichnet, dass in dem vom Rüssel (6) begrenzten Bereich eine Schmelze verwendet wird, die in ihrer
chemischen Zusammensetzung gezielt unterschiedlich zu der chemischen Zusammensetzung
der im Schmelzbad (3) verwendeten Schmelze eingestellt ist oder wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentration zumindest eines chemischen Bestandteils der im Rüssel (6) verwendeten
Schmelze überwacht und die chemische Zusammensetzung dieser Schmelze in Abhängigkeit
des Ergebnisses der Überwachung an einen Sollwert der chemischen Zusammensetzung angepasst
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Rüssel ein verlängerter Rüssel (6, 6.1) verwendet wird, der gegenüber der Mantelfläche
einer im Schmelzbad (3) angeordneten Umlenkrolle (7), welche die Umlenkung des aus
dem Rüssel (6) in das Schmelzbad (3) eintretenden Bandes (1) in eine im Wesentlichen
vertikale Richtung bewirkt, in einem Abstand (A) im Bereich von 100 mm bis 400 mm,
vorzugsweise 100 mm bis 300 mm endet.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Rüssel ein Rüssel (6, 6.1) verwendet wird, dessen getauchter Abschnitt mit einer
Verengung (6.16, 6.17) versehen ist und/oder dessen Innenweite oder Innenhöhe sich
in Richtung Austrittsöffnung (6.15) zumindest über eine Teillänge verjüngt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Rüssel ein Rüssel (6, 6.1) verwendet wird, dessen getauchter Abschnitt mit einer
Trennvorrichtung oder Abdichtung versehen ist, die eine Vermischung der im Rüssel
befindlichen Schmelze und der im Schmelzbad (3) befindlichen Schmelze verhindert.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in dem vom Rüssel (6) begrenzten Bereich eine Silizium enthaltende Aluminiumlegierung
als Schmelze verwendet wird, während im Schmelzbad (3) eine Schmelze aus Reinaluminium
verwendet wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in dem vom Rüssel (6) begrenzten Bereich eine Silizium enthaltende Aluminium-Zinklegierung
als Schmelze verwendet wird, während im Schmelzbad (3) eine Aluminium-Zinklegierung
mit demgegenüber verringertem Siliziumgehalt oder ohne Silizium als Schmelze verwendet
wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass im Schmelzbad (3) eine Zink-Magnesiumlegierung als Schmelze verwendet wird, während
in dem vom Rüssel (6) begrenzten Bereich eine Zink-Magnesiumlegierung mit demgegenüber
verringertem Zink-, Aluminium- und/oder Magnesium-Gehalt als Schmelze verwendet wird.
1. Method for the hot-dip coating of metal strip, in particular steel strip (1), in a
metallic melting bath (3), in which method the metal strip to be coated is heated
in a continuous furnace (2) and is introduced into the melting bath through a snout
(6) which is connected to the continuous furnace and which is immersed into the melting
bath (3), characterized in that, in the region delimited by the snout (6), a melt is used which is intentionally
implemented differently, in terms of its chemical composition, than the chemical composition
of the melt used in the melting bath (3).
2. Method according to Claim 1, characterized in that the concentration of at least one chemical constituent of the melt used in the snout
(6) is monitored, and the chemical composition of said melt is adapted to a target
value of the chemical composition in a manner dependent on the result of the monitoring.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that, as a snout, use is made of an elongated snout (6, 6.1) which ends at a distance
(A) in the range from 100 mm to 400 mm, preferably 100 mm to 300 mm, from the shell
surface of a diverting roller (7) which is arranged in the melting bath (3) and which
causes the strip (1) entering the melting bath (3) from the snout (6) to be diverted
into a substantially vertical direction.
4. Method according to one of Claims 1 to 3, characterized in that, as a snout, use is made of a snout (6, 6.1) whose immersed section is equipped with
a narrowing portion (6.16, 6.17) and/or whose inner width or inner height tapers,
at least over a length segment, in the direction of an outlet opening (6.15).
5. Method according to one of Claims 1 to 4, characterized in that, as a snout, use is made of a snout (6, 6.1) whose immersed section is equipped with
a separating device or seal which prevents mixing of the melt situated in the snout
and of the melt situated in the melting bath (3).
6. Method according to one of Claims 1 to 5, characterized in that an aluminum alloy comprising silicon is used as a melt in the region delimited by
the snout (6), whereas a melt composed of pure aluminum is used in the melting bath
(3).
7. Method according to one of Claims 1 to 5, characterized in that an aluminum-zinc alloy comprising silicon is used as melt in the region delimited
by the snout (6), whereas an aluminum-zinc alloy with a relatively reduced silicon
content, or without silicon, is used as melt in the melting bath (3).
8. Method according to one of Claims 1 to 5, characterized in that a zinc-magnesium alloy is used as melt in the melting bath (3), whereas a zinc-magnesium
alloy with a relatively reduced zinc, aluminum and/or magnesium content is used as
melt in the region delimited by the snout (6).
1. Procédé de revêtement d'une bande métallique par immersion à chaud, en particulier
d'un feuillard d'acier (1), dans un bain métallique fondu (3), dans lequel on chauffe
le feuillard métallique à revêtir dans un four continu (2) et on l'introduit dans
le bain fondu à travers une trompe (6) raccordée au four continu et immergée dans
le bain fondu (3), caractérisé en ce que l'on utilise dans la zone limitée par la trompe (6) un bain liquide dont la composition
chimique a été ou est réglée de façon appropriée différemment de la composition chimique
du bain liquide utilisé dans le bain fondu (3).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on surveille la concentration d'au moins un composant chimique du bain liquide
utilisé dans la trompe (6) et on adapte la composition chimique de ce bain liquide
à une valeur de consigne de la composition chimique en fonction du résultat de la
surveillance.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'on utilise comme trompe une trompe prolongée (6, 6.1), qui se termine, par rapport
à la surface latérale d'un rouleau de déviation (7) disposé dans le bain fondu (3),
qui provoque la déviation du feuillard (1) pénétrant dans le bain fondu (3) au sortir
de la trompe (6) dans une direction essentiellement verticale, à une distance (A)
comprise dans une plage de 100 mm à 400 mm, de préférence de 100 mm à 300 mm.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'on utilise comme trompe une trompe (6, 6.1), dont la partie immergée est munie
d'un étranglement (6.16, 6.17), et/ou dont la largeur intérieure ou la hauteur intérieure
diminue en direction de l'ouverture de sortie (6.15) au moins sur une partie de la
longueur.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'on utilise comme trompe une trompe (6, 6.1) dont la partie immergée est munie d'un
dispositif de séparation ou d'étanchéité, qui empêche un mélange du bain liquide se
trouvant dans la trompe et du bain liquide se trouvant dans le bain fondu (3).
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'on utilise comme bain liquide dans la zone limitée par la trompe (6) un alliage
d'aluminium contenant du silicium, tandis que l'on utilise dans le bain fondu (3)
un bain liquide constitué d'aluminium pur.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'on utilise comme bain liquide dans la zone limitée par la trompe (6) un alliage
de zinc-aluminium contenant du silicium, tandis que l'on utilise comme bain liquide
dans le bain fondu (3) un alliage de zinc-aluminium avec une teneur en silicium réduite
par rapport à celui-ci ou sans silicium.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'on utilise un alliage de zinc-magnésium comme bain liquide dans le bain fondu (3),
tandis que l'on utilise comme bain liquide dans la zone limitée par la trompe (6)
un alliage de zinc-magnésium avec une teneur en zinc, en aluminium et/ou en magnésium
réduite par rapport à celui-ci.