Technisches Gebiet:
[0001] Die Erfindung betrifft eine Stabkonstruktion aus Holz mit einem ersten Stabtragglied
und mindestens einem zweiten Stabtragglied, die in einem Knotenpunkt kraftschlüssig
miteinander verbunden sind, entsprechend dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Stand der Technik:
[0002] Aus einzelnen Stabtraggliedern zusammengesetzte Stabkonstruktionen aus Holz sind
vor allem als statisch tragende Strukturen für Gebäude, Hallen, Dächer und dergleichen
bekannt, aber auch als lastabtragende Bauelemente wie zum Beispiel Fachwerkträger,
Masten etc. Sie dienen sowohl zur Herstellung flächiger als auch dreidimensionaler
Tragwerke.
[0003] Charakteristisch für derartige Stabkonstruktionen ist, dass die einzelnen Stabtragglieder,
wie zum Beispiel Rund- oder Kanthölzer, fachwerkartig in Knotenpunkten zusammenlaufen.
Da der Kraftfluss den Längsachsen der Stabtragglieder folgt, kommt es auf diese Weise
zu einer Lastkonzentration und Lastumlenkung im Knotenbereich. Den auf diese Weise
hoch belasteten Knotenpunkten kommt somit eine zentrale Bedeutung innerhalb der gesamten
Stabkonstruktion zu.
[0004] Zur Verbindung zweier oder mehrerer Stabtragglieder ist es bekannt, im Knotenpunkt
ein Knotenblech vorzusehen, das Anschlussflächen für die einzelnen Stabtragglieder
aufweist. Der Knotenpunkt kann dabei so ausgebildet sein, dass die Anschlussflächen
innerhalb des Holzquerschnitts liegen, wozu das Stabtragglied im Regelfall geschlitzt
ist, oder außerhalb des Holzquerschnitts zum Beispiel bei Knotenblechen mit schuhförmigen
Aufnahmen, in die die Enden der Stabtragglieder eingelegt werden. Die kraftschlüssige
Verbindung zwischen Knotenblech und Stabtragglied erfolgt im Regelfall über quer zur
Stabtraggliedlängsachse in das Stabtragglied eingebrachte Dübel oder eine Vernagelung.
[0005] Bei dieser Verbindungsart erweist es sich zunächst als nachteilig, dass durch das
Schlitzen des Holzquerschnitts und/oder das Anordnen von Querdübeln die zur Lastabtragung
zur Verfügung stehende Holzquerschnittsfläche verringert wird, mit der Folge einer
verminderten Tragfähigkeit der Stabkonstruktion.
[0006] Typisch für derartige Stabkonstruktionen ist zudem, dass deren volle Tragfähigkeit
erst durch Aktivierung der Lochleibungsflächen erreicht wird. Die dafür notwendigen
minimalen Verschiebewege summieren sich zu einem verhältnismäßig großen Schlupf und
damit unerwünscht großen Verformungen der Gesamtkonstruktion. Insgesamt wurde bei
solchen Stabkonstruktionen festgestellt, dass in den Knotenpunkten lediglich 60 %
bis 70 % der aus den Stabtraggliedern kommenden Kräfte übertragen werden.
[0007] Daneben ist es auch bekannt, Stabtragglieder aus Holz nach Zimmermannsart mittels
Zapfen, Knaggen und dergleichen zu verbinden. Das dieser Verbindungsart zugrunde liegende
Prinzip beruht darauf, die Kraftüberleitung durch Herstellung eines Formschlusses
zu bewerkstelligen. Der Nachteil liegt jedoch in der sehr zeitintensiven Herstellung
der Formschlussmittel aufgrund deren vorgegebenen Geometrie und der eingeschränkten
Einsetzbarkeit dieser Verbindungsart aufgrund der abnehmenden Kraftübertragung bei
größer werdenden Kraft-Faser Winkeln.
[0008] Dokument
EP 0 044 057 A1 offenbart eine Stabkonstruktion aus Holz gemäß dem Oberbegriff des Anspurchs 1.
Darstellung der Erfindung:
[0009] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, das Lastabtragungsverhalten
von Stabkonstruktionen in deren Knotenpunkten zu verbessern und lastbedingte Verformungen
zu minimieren.
[0010] Diese Aufgabe wird durch eine Stabkonstruktion mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst.
[0011] Vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0012] Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, im Knotenpunkt einer Stabkonstruktion
aus Holz einen Formkörper vorzusehen, der definierte Krafteinleitungsflächen zum Anschluss
mehrerer Stabtraggliedern besitzt. Durch die erfindungsgemäße Ausbildung der Verbindung
zwischen Formkörper und Stabtraggliedern ist im Verbindungsbereich jeglicher Schlupf
aus der Stabkonstruktion eliminiert, mit dem Vorteil, dass Verformungen innerhalb
der Stabkonstruktion in nur geringem Umfang auftreten.
[0013] Ein weiterer Vorteil der Erfindung ergibt sich aus dem für Stabkonstruktionen typischen
Lastabtragungsverhalten, bei dem in den einzelnen Stabtraggliedern im Wesentlichen
nur Zug- und Druckkräfte auftreten, die in den Knotenpunkten umgelenkt werden. Bei
bekannten Stabkonstruktionen führt dies zu einer ungünstigen Beanspruchung der Stabtragglieder
im Knotenpunkt, da die Krafteinleitung schräg zur Faser gerichtet ist.
[0014] Gemäß der Erfindung ersetzen die Formkörper die Stabtragglieder in den Knotenpunkten,
so dass die Stabtragglieder nur noch faserparallel beansprucht werden. Dies hat den
Vorteil, dass die inhomogenen und anisotropen Materialeigenschaften des Werkstoffs
Holz im hoch belasteten Knotenpunkt bei Krafteinleitung schräg zur Faser nicht mehr
maßgebend für die Dimensionierung der Stabtragglieder sind. Stattdessen kann durch
das Vorsehen eines Formkörpers aus einem homogenen Material mit definierten Materialeigenschaften
speziell auf die im Knotenpunkt vorherrschende Belastung abgestellt werden. Die Stabkonstruktion
kann daher nicht nur leistungsfähiger und wirtschaftlicher, sondern auch schlanker
und damit ästhetischer konzipiert werden.
[0015] Der Formkörper wird vorzugsweise im Formgussverfahren, 3D-Printverfahren oder durch
Fräsen aus einem Vollmaterial hergestellt und besteht aus Mineralguss, vorzugsweise
aus einem polymergebundenen Beton. Das bringt den Vorteil, dass selbst räumlich komplexe
Formgebungen auf einfache Art und Weise realisierbar sind. So ist es möglich, die
Gestalt des Formkörpers an den Kraftverlauf anzupassen, um Spitzenspannungen innerhalb
des Querschnitts zu vermeiden. Bei geeigneter Materialwahl liegen die Festigkeiten
des Formkörpers weit über denen des anzuschließenden Stabtragglieds, mit dem Vorteil,
dass innerhalb der Stabkonstruktion in Bereichen mit hoher Lastkonzentration hochfeste
Formkörper zur Lastabtragung zur Verfügung stehen, während in weniger stark beanspruchten
Bereichen die vergleichsweise geringere Festigkeit der Stabtragglieder aus Holz für
die Lastabtragung ausreicht. Das spezifische Tragverhalten der Stabkonstruktion folgt
auf diese Weise der Intensität der Belastungen, wodurch unwirtschaftliche Überdimensionierungen
vermieden werden. Da der Formkörper eine homogene Struktur besitzt, sind dessen mechanische
Eigenschaften über das gesamte Volumen konstant. Sicherheitsbeiwerte zur Berücksichtigung
des Faserverlaufs sowie der Anisotropie und Inhomogenität des Werkstoffs Holz können
daher niedriger angesetzt werden, was ebenfalls zu einer schlankeren und wirtschaftlicheren
Bauweise fühlt.
[0016] Da bei einer erfindungsgemäßen Stabkonstruktion jeglicher Schlupf aus dem statischen
System eliminiert ist, verkörpert ein erfindungsgemäße Knotenpunkt in statischer Hinsicht
kein Gelenk, sondern ist in der Lage, in bestimmtem Umfang Biegemomente aufzunehmen
und zu übertragen. Diese Eigenschaft kann verbessert werden, wenn der Anschluss eines
Stabtragglieds an einen Formkörper zwei oder mehr stabförmige, seitlich beabstandete
Verbindungselemente aufweist, von denen eines unter Last als Druckstab und ein anderes
als Zugstab wirkt.
[0017] Ein weiterer Vorteil der Erfindung wird beim Abbinden einer Stabkonstruktion deutlich.
Durch die Anordnung erfindungsgemäßer Formkörper in den Knotenpunkten, genügt es,
die einzelnen Stabtragglieder mittels eines einfach auszuführenden Kappschnitts senkrecht
zur ihrer Längsachse abzulängen. Zeit- und arbeitsintensives Aufreißen von Winkeln,
Gehrungsschnitten und dergleichen entfällt, wodurch sich der Aufwand beim Abbund entscheidend
verringert.
[0018] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist zwischen der ersten Krafteinleitungsfläche
des Formkörpers und dem Ende des ersten Stabtragglieds ein kraftübertragendes Druckelement
angeordnet. Aufgrund seiner homogenen Materialeigenschaften sorgt das Druckelement
für eine definierte Kraftübertragung vom Stabtragglied zum Formkörper unabhängig von
den Imperfektionen des Werkstoffs Holz.
[0019] In Weiterbildung dieser Ausführungsform ist das Druckelement formschlüssig in eine
Ausnehmung am Ende des Stabtragglieds und/oder in der Krafteinleitungsfläche des Formkörpers
eingelassen, wodurch zunächst eine Lagefixierung des Druckelements erreicht wird.
Durch vollflächiges Einkleben des Druckelements in eine oder gegebenenfalls beide
Ausnehmung werden darüber hinaus Druckkräfte zwischen Stabtragglied und Formkörper
nicht nur in der Stoßfläche übertragen, sondern zusätzlich über die Umfangsfläche
des Druckelements. Im Hinblick auf ein optisch ansprechendes Erscheinungsbild wird
das Druckelement fast vollständig von der Ausnehmung aufgenommen und ist daher quasi
nicht sichtbar.
[0020] Das Druckelement kann aus einem Material mit duktilen Eigenschaften bestehen, was
den Abbau von Spannungsspitzen durch verformungsbedingte Lastumlagerung ermöglicht.
Erfindungsgemäß bevorzugt sind hierzu Kunststoffe mit elasto-plastischem Verhalten
oder geeignete Elastomere.
[0021] Bei Verwendung eines Druckelements mit elastischen Eigenschaften können kleine Verdrehungen
um die zentrische Achse des Stahlstabes zugelassen werden, so dass im Zusammenspiel
ein zug-, druck- und biegebeanspruchbarer Anschluss an den Knotenpunkt mit einer einstellbaren
Federsteifigkeit entsteht. Dabei kann die Federsteifigkeit über den Durchmesser, die
Dicke und die Materialsteifigkeit des Druckelements eingestellt werden. Imperfektionen,
zum Beispiel Schiefstellungen aus asymmetrischen Lasten können somit elegant und zwängungsarm
im Knotenpunkt übertragen werden. Geeignete Druckelemente bestehen beispielsweise
aus Elastomeren, vorzugsweise aus Cloroprenkautschuk oder Naturkautschuk, in die gegebenenfalls
Bewehrungseinlagen integriert sein können.
[0022] An seiner dem Formkörper zugewandten Stirnseite kann das Druckelement mit einer Profilierung
versehen sein, so dass bei einer Querkraftbeanspruchung im Anschlussbereich Querkräfte
nicht allein vom stabförmigen Verbindungselement abgetragen werden, sondern zusätzlich
auch über das Druckelement.
[0023] Bevorzugt ist ferner ein Druckelement mit zylindrischer oder scheibenförmiger Gestalt,
das koaxial auf dem stabförmigen Verbindungselement sitzt. Auf diese Weise ist ein
äußerst kompakter Knotenaufbau verwirklicht, der es erlaubt, auch mehrere Stabtragglieder
im Knotenpunkt zusammen zu führen, ohne dass diese sich gegenseitig behindern.
[0024] Eine andere Ausführungsform sieht vor, anstelle des Druckrings eine erhärtbaren Vergussmasse
in einen entsprechenden Hohlraum einzubringen, die Vergussmasse nach dem Abbinden
also das Druckelement bildet. Dies hat den Vorteil, dass sich die Vergussmasse den
lokalen geometrischen Gegebenheiten im Knotenpunkt anpasst und daher in der Lage ist,
fertigungs- oder montagebedingte Toleranzen auszugleichen. Die Vergussmasse kann dabei
im abgebundenen Zustand die gleichen Materialeigenschaften aufweisen wie das Druckelement.
[0025] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung kombiniert die beiden vorbeschriebenen
Lösungen und deren Vorteile, indem ein Druckring zwischen Stabtragglied und Formkörper
angeordnet ist, der zugleich den Hohlraum für die Vergussmasse mitbildet.
[0026] Zur Herstellung einer starren völlig schlupffreien Verbindung zwischen erstem Stabtragglied
und Formkörper sind die Verbindungselemente vorzugsweise in die Bohrungen eingeklebt
oder eingeschraubt.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen:
[0027] Die Erfindung wird nachstehend anhand in den Zeichnungen dargestellter Ausführungsbeispiele
näher erläutert, wobei weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung offenbar werden.
Für gleiche oder funktionsgleiche Merkmale werden dabei gleiche Bezugszeichen verwendet,
soweit dies vorteilhaft erscheint.
[0028] Es zeigt
- Fig. 1
- einen Vertikalschnitt durch eine erste Ausführungsform der Erfindung,
- Fig. 2
- eine Schrägansicht auf die in Fig. 1 dargestellte Ausführungsform der Erfindung,
- Fig. 3
- einen Teillängsschnitt durch eine zweite Ausführungsform der Erfindung,
- Fig. 4
- eine Schrägansicht auf eine dritte Ausführungsform der Erfindung,
- Fig. 5
- eine Schrägansicht auf den in Fig. 4 dargestellten Formkörper,
- Fig. 6
- eine Schrägansicht auf eine vierte Ausführungsform der Erfindung,
- Fig. 7
- eine Schrägansicht des in Fig. 6 dargestellten Formkörpers einschließlich stabförmiger
Verbindungselemente,
- Fig. 8
- einen Schnitt durch die in Fig. 6 dargestellte Ausführungsform, und die
- Fig. 9
- und 10 jeweils einen Schnitt durch weitere Ausführungsformen der Erfindung mit einer
innenliegenden Vergussmasse im Anschlussbereich.
Wege zur Ausführung der Erfindung und gewerbliche Verwertbarkeit:
[0029] Die Fig. 1 und 2 zeigen eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Anschlusses
eines ersten Stabtragglieds 1 an ein zweites Stabtragglied 2. Das Stabtragglied 1
stellt eine Diagonalstrebe dar, deren Längsachse 3 in einem Winkel α zur Längsachse
4 des zweiten Stabtragglieds 2, zum Beispiel einer Stütze, verläuft. Im Schnittpunkt
der Längsachse 3 des ersten Stabtragglieds 1 mit der Umfangsfläche 5 des zweiten Stabtragglieds
2 ist ein Formkörper 6 angeordnet, der in Fig. 2 in größerem Maßstab in einer Schrägansicht
dargestellt ist.
[0030] Der Formkörper 6 ist als monolithischer Gusskörper 2 ausgebildet und besitzt etwa
Keilform. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel besteht der Formkörper 6 aus Polymerbeton,
setzt sich also zusammen aus einem mineralischen Zuschlag und einer Polymermatrix
als Bindemittel, wobei diese Mischung gegebenenfalls noch Fasern zur Bewehrung und
Festigkeitssteigerung enthalten kann.
[0031] Der Formkörper 6 weist eine erste Krafteinleitungsfläche 7 auf, die senkrecht zur
Längsachse 3 des ersten Stabtragglieds 1 verläuft. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
besitzt die erste Krafteinleitungsfläche 7 Kreisform, sie kann aber auch jede andere
beliebige Form annehmen, beispielsweise quadratisch oder rechteckförmig ausgebildet
sein. Im Schnittpunkt der Längsachse 3 mit der ersten Krafteinleitungsfläche 7 ist
ein zylindrischer Hohlraum 8 vorgesehen, der parallel zur Längsachse 3 verläuft und
blind im Formkörper 6 endet. Die erste Krafteinleitungsfläche 7 dient als Auflager
für das erste Stabtragglied 1.
[0032] An seiner dem zweiten Stabtragglied 2 zugeordneten Seite besitzt der Formkörper 6
eine zweite Krafteinleitungsfläche 9, die vollflächig am Umfang 5 des zweiten Stabtragglieds
2 anliegt. Die zweite Krafteinleitungsfläche 9 besitzt im vorliegenden Ausführungsbeispiel
rechteckförmigen Grundriss und verläuft im Falle eines Rundholzes als zweites Stabtragglied
2 gekrümmt und im Falle eines Kantholzes als zweites Stabtragglied 2 plan. Die Krafteinleitungsfläche
9 kann mit einer Profilierung versehen sein, um zur Steigerung der übertragbaren Kraft
eine Verzahnung mit dem Umfang 5 des zweiten Stabtragglieds 2 herbeizuführen. Im Schnittpunkt
der Längsachse 3 mit der zweiten Krafteinleitungsfläche 9 sieht man eine Vertiefung
10 mit vorzugsweise zylindrischer Gestalt.
[0033] Die Mantelfläche des Formkörpers 6 ergibt sich im Wesentlichen aus der Gesamtheit
aller die erste Krafteinleitungsfläche 7 und zweite Krafteinleitungsfläche 9 verbindenden
Mantellinien. Daraus resultiert eine räumlich konvexe Form des Formkörpers 6.
[0034] Darüber hinaus ist ein erfindungsgemäßer Formkörper 6 von zwei in etwa parallelen
Kanälen 11 durchsetzt, die sich ausgehend von der zwischen erster Krafteinleitungsfläche
7 und zweiter Krafteinleitungsfläche 9 liegenden Umfangsfläche 12 zur zweiten Krafteinleitungsfläche
9 erstrecken und dabei mit senkrecht zur Längsachse 3 gerichtetem Verlauf auf Höhe
der Vertiefung 10 oder höher enden. Die Kanäle 11 dienen der Aufnahme und Führung
von nicht dargestellten Befestigungsmitteln.
[0035] Wie aus Fig. 1 ersichtlich, liegt der Formkörper 6 im bestimmungsgemäßen Gebrauch
mit der zweiten Krafteinleitungsfläche 9 vollflächig am Umfang 5 des zweiten Stabtragglieds
2 an. Dabei gewährleistet ein nagelartig in das zweite Stabtragglied 2 eingetriebener,
mit seinem Kopf formschlüssig in die Vertiefung 10 eingreifender Zentrierdorn 15 die
bestimmungsgemäße relative Lage des Formkörpers 6 gegenüber dem zweiten Stabtragglied
2. Die lastaufnehmenden Befestigungsmittel sind in den Fig. 1 und 2 nicht dargestellt,
bestehen jedoch aus hochfesten Schraubbolzen, die sich durch die Kanäle 11 hindurch
erstrecken und mit ihrem Gewindeabschnitt jeweils in das Vollholz des zweiten Stabtragglieds
2 reichen. Um die von den Befestigungsmitteln ausgehende Sprengwirkung zu vermindern,
können die Kanäle 11 von in den Formkörper 6 eingebetteten Hülsen gebildet sein. Zusätzlich
kann das zweite Stabtragglied 2 an seinem Umfang eine axial wirkende Anschlagfläche
aufweisen, die die zur Längsachse 4 parallele Kraftkomponente aus dem Formkörper 6
aufnimmt.
[0036] Für den Anschluss des ersten Stabtragglieds 1 weist dessen der Krafteinleitungsfläche
7 zugeordnetes Ende eine ausgehend von dessen Stirnseite 16 sich koaxial zur Längsachse
3 erstreckende Sacklochbohrung 17 auf, die beispielsweise 15 cm in das erste Stabtragglied
1 hinein reichen kann. Der Durchmesser der Sachlochbohrung 17 entspricht vorzugsweise
dem des zylindrischen Hohlraums 8 im Formkörper 6.
[0037] Die Sacklochbohrung 17 überschneidet sich mit einer ebenfalls von der Stirnseite
16 ausgehenden und sich koaxial zur Längsachse 3 erstreckende kreiszylindrischen Ausnehmung
18 mit einem im Vergleich zur Bohrung 17 größeren Durchmesser und geringerer axialer
Tiefe. Zusammen ergeben die Sacklochbohrung 17 und die kreiszylindrische Ausnehmung
18 eine Art Stufenbohrung am Ende des ersten Stabtragglieds 1. Für die erfindungsgemäße
Ausbildung des Knotenpunkts ist das Vorsehen der Ausnehmung 18 zwar vorteilhaft, aber
nicht unbedingt notwendig. Ebenso könnte lediglich die Sacklochbohrung 17 in der Krafteinleitungsfläche
7 angeordnet sein.
[0038] Der Kraftschluss zwischen erstem Stabtragglied 1 und Formkörper 6 erfolgt über ein
stabförmiges Verbindungselement 19, dessen eines Ende kraftschlüssig in der Bohrung
17 des ersten Stabtragglieds 1 und dessen anderes Ende kraftschlüssig in dem zylindrischen
Hohlraum 8 im Formkörper 6 verankert ist, beispielsweise durch Kleben, Schrauben oder
Einbetonieren. Das Verbindungselement 19 besteht im vorliegenden Beispiel aus einem
Stahlstab mit profilierter Umfangsfläche, vorzugsweise mit einem umlaufenden Außengewinde,
um die Kraftübertragung zwischen Verbindungselement 19 und erstem Stabtragglied 1
zu verbessern. Das schließt nicht aus, dass das Verbindungselement 19 in einer einfachen
Ausführungsform auch eine glatte Oberfläche aufweisen kann. Neben Stahl als Werkstoff
für das Verbindungselement 19 eignen sich auch Verbundwerkstoffe wie zum Beispiel
glasfaser- oder kohlefaserverstärkte Kunststoffe, die sich als leicht und korrosionsbeständig
erweisen.
[0039] Ferner geht aus den Figuren 1 und 2 hervor, dass ein scheibenförmiges Druckelement
20 koaxial zur Achse 3 in die Ausnehmung 18 des ersten Stabtragglieds 1 eingesetzt
und dabei vom Verbindungselement 19 axial durchsetzt ist. Die dem Formkörper 6 zugewandten
Stirnseite 21 des Druckelements 20 bildet einen Überstand über die Stirnseite 16 des
ersten Stabtragglieds 1 aus, mit dem Ziel, Druckkräfte über diese Stirnseite 21 in
den Formkörper 6 einzuleiten. Das Druckelement 20 besteht aus einem Material mit duktilen
Eigenschaften, z.B. aus einem geeigneten Elastomer oder aus einem Kunststoff mit elastischem
und/oder plastischem Verhalten.
[0040] Zur Lastabtragung wirken das stabförmige Verbindungselement 19 und das Druckelement
20 zusammen, wobei Zugkräfte vom Verbindungselement 19, Druckkräfte gemeinsam vom
Verbindungselement 19 und Druckelement 20, Querkräfte vom Verbindungselement 19 und
Biegemomente gemeinsam vom Verbindungselement 19 und Druckelement 20 aufgenommen werden.
Besitzt das Druckelement 20 elastische Eigenschaften, so werden kleine Verdrehungen
um die Längsachse des Verbindungselements 19 zugelassen. Im Zusammenwirken von Verbindungselement
19 und elastischem Druckelement 20 ergibt sich ein Federsystem, dessen Federsteifigkeit
über den Durchmesser, die Dicke und die Materialsteifigkeit des Druckelements 20 eingestellt
werden.
[0041] Fig. 3 zeigt die Umsetzung der Erfindung an einem Fachwerkträger, von dem lediglich
ein Längsabschnitt dargestellt ist. Sowohl Obergurt als auch Untergurt des Fachwerkträgers
werden jeweils von einem zweiten Stabtragglied 2 gebildet, die mittels der als Diagonalstreben
wirkenden Stabtragglieder 1 und 1' verbunden sind.
[0042] Zum Anschluss der diagonal verlaufenden Stabtragglieder 1 liegt es - wenn auch nicht
zeichnerisch dargestellt - im Rahmen der Erfindung, deren Enden jeweils mittels eines
Formkörpers 6 entsprechend der Figuren 1 und 2 an die zweiten Stabtragglieder 2 anzuschließen.
Dabei würden in einem Knotenpunkt jeweils zwei Formkörper 6 mit umgekehrter Ausrichtung
bezüglich der Längsachse 4 der zweiten Stabtragglieder 2 unmittelbar benachbart zueinander
angeordnet sein.
[0043] Um den Anschlussbereich kompakter zu gestalten, sieht die in Fig. 3 dargestellte
Ausführungsform der Erfindung einen Formkörper 6' vor, der sich aus einer geometrischen
Verschmelzung zweier Formkörper 6 gemäß der Figuren 1 und 2 ergibt, deren erste Krafteinleitungsflächen
7 entgegengesetzt ausgerichtet sind. Auf diese Weise ergibt sich eine spiegelbildliche
Ausbildung des Formkörpers 6 bezüglich der senkrecht zur Längsachse 4 verlaufenden
Symmetrieebene 22.
[0044] Der auf diese Weise zustande kommende Formkörper 6' besitzt eine im Vergleich zur
Ausführungsform gemäß den Figuren 1 und 2 vergrößerte zweite Krafteinleitungsfläche
9, die zur Anlage und Kraftüberleitung in das zweite Stabtragglied 2 dient, eine erste
Krafteinleitungsfläche 7 zum Anschluss des ersten Stabtragglieds 1 und eine weitere
Krafteinleitungsfläche 7', die bezüglich der Symmetrieebene 22 spiegelbildlich zur
ersten Krafteinleitungsfläche 7 angeordnet ist.
[0045] Hinsichtlich des Anschlusses der Stabtragglieder 1 an die erste Krafteinleitungsfläche
7 bzw. weitere Krafteinleitungsfläche 7' sowie der Stabtragglieds 2 an die zweite
Krafteinleitungsfläche 9 gelten die in den Figuren 1 und 2 gemachten Ausführungen
sinngemäß, so dass um Wiederholungen zu vermeiden, auf die dortigen Ausführungen Bezug
genommen wird.
[0046] Die Ausführungsformen gemäß der Figuren 1 bis 3 offenbaren Formkörper 6, 6', bei
denen die erste Krafteinleitungsfläche 7 bzw. 7' und die zweite Krafteinleitungsfläche
9 unterschiedlicher Art sind, da die Krafteinleitungsflächen 7, 7' senkrecht zum anzuschließenden
Stabtragglied 1 verläuft und die Krafteinleitungsfläche 9 parallel zum Stabtragglied
2.
[0047] Davon unterscheiden sich die Ausführungsformen gemäß den Figuren 4 bis 7, indem die
Krafteinleitungsflächen 7, 7', 7", 7"' der Formkörper 6", 6"' alle vom gleichen Typ
sind, bei dem die Krafteinleitungsfläche 7, 7', 7", 7"' senkrecht zur Faser des anzuschließenden
Stabtragglieds ausgerichtet sind.
[0048] Die in den Figuren 4 und 5 offenbarte Ausführungsform der Erfindung zeigt einen Formkörper
6", der am oberen Ende eines als Stütze dienenden ersten Stabtragglieds 1 dient. An
den Formkörper 6" sind vier weitere Stabtragglieder 1', 1 ", 1 "', 1"" angeschlossen,
die beispielsweise die Streben einer Dach- oder Deckenkonstruktion bilden. Der Anschluss
der Stabtragglieder 1, 1', 1", 1"', 1"" erfolgt über die vom Formkörper 6" gebildeten
Krafteinleitungsflächen 7, 7', 7", 7"' die jeweils senkrecht zur Längsachse 3 der
ihnen zugeordneten Stabtragglieder 1, 1', 1", 1"', 1"" verlaufen. Der zug- druckkraftfeste
und Anschluss der einzelnen Stabtragglieder 1, 1', 1", 1"', 1"" an den Formkörper
6" erfolgt mittels eines stabförmigen Verbindungselemente 9 und eines Druckelements
20 und entspricht somit sinngemäß dem unter den Figuren 1, 2 und 3 beschriebenen Anschluss
des ersten Stabtragglieds 1 an den Formkörper 6. Um Wiederholungen zu vermeiden, wird
auf die dortigen Ausführungen verwiesen.
[0049] Gegenstand der Figuren 6 und 7 ist eine vierte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Knotenausbildung, die zeigt, dass auch räumlich komplexe Stabkonstruktionen mit der
Erfindung realisierbar sind. Die Besonderheit dieser Ausführungsform besteht darin,
dass im Anschlussbereich der Stabtragglieder 1, 1', 1", 1"' an den Formkörper 6"'
besonders gut Biegemomente übertragen werden können.
[0050] Der Formkörper 6"' besteht aus einem scheibenartigen, mehrfach gekrümmten Körper,
an den aus unterschiedlichen Raumrichtungen 23, 23', 23", 23"', 23"" ankommende Stabtragglieder
1, 1', 1", 1"' anschließen. Zu diesem Zweck besitzt der Formkörper 6"' Krafteinleitungsflächen
7, 7', 7", 7"' mit rechteckförmigem Grundriss, wobei jede Krafteinleitungsfläche 7,
7', 7", 7"' seitlich beabstandete achsparallele zylindrische Hohlräume 8 aufweist,
die jeweils zur Aufnahme stabförmiger Verbindungselemente 19, 19' dienen.
[0051] Die Stabtragglieder 1, 1', 1 ", 1"' besitzen ebenfalls einen rechteckförmigen Querschnitt,
der dem Umriss der Krafteinleitungsflächen 7, 7', 7", 7"' entspricht. In die Stirnseiten
16, 16', 16" 16"', 16"" der Stabtragglieder 1, 1', 1", 1"' sind jeweils zwei Sacklochbohrungen
eingebracht, deren Anordnung der der stabförmigen Verbindungselemente 19, 19' entspricht
und die zur Aufnahme derselben dienen. Die Herstellung des in Figur 6 dargestellten
fertigen Knotens geschieht durch Zusammenfügen der Stabtragglieder 1, 1', 1", 1"'
mit dem Formkörper 6"', wobei die stabförmigen Verbindungselemente 19, 19' sowohl
in den Hohlräumen 8 im Formkörper 6"' als auch in den Sacklochbohrungen der Stabtragglieder
1,1',1",1'" verankert sind.
[0052] Nicht dargestellt, aber im Rahmen der Erfindung liegend ist eine Ergänzung dieser
Ausführungsform durch ein Druckelement, das, wie unter den Figuren 1 bis 5 beschrieben,
die stabförmigen Verbindungselemente 19, 19' umgreifend zwischen der Stirnseite 16
und der Krafteinleitungsfläche 7 angeordnet ist. Das Druckelement kann dabei einteilig
ausgebildet sein und von beiden Verbindungselementen 19, 19' durchsetzt sein oder
aus zwei getrennten Teilen bestehen, von denen jeweils ein Teil einem Verbindungselement
19 oder 19' zugeordnet ist bzw. diese ringartig umgreift. Dabei kann das Druckelement
in Vertiefungen in den Krafteinleitungsflächen angeordnet sein oder zwischen plan
verlaufenden Krafteinleitungsflächen.
[0053] Die Figuren 8 bis 10 betreffen konstruktive Variationen des Anschlussbereichs zwischen
einem ersten Stabtragglied 1 und Formkörper 6, die für alle der vorbeschriebenen Ausführungsformen
gelten.
[0054] In Fig. 8 sieht man das knotenseitige Ende eines ersten Stabtragglieds 1, dessen
Längsachse wiederum mit 3 bezeichnet ist. Das erste Stabtragglied 1 endet mit einer
lotrecht zur Achse 3 verlaufenden Stirnseite 16, die eine koaxiale Ausnehmung 18 aufweist.
Vom Grund der Ausnehmung 18 erstrecken sich achsparallel zur Achse 3 zwei Sacklochbohrungen
17, 17'.
[0055] Der Stirnseite 16 axial gegenüberliegend ist die Krafteinleitungsfläche 7 des Formkörpers
6 dargestellt. Die Krafteinleitungsfläche 7 ist ebenfalls senkrecht zur Achse 3 ausgerichtet
und weist eine der Ausnehmung 18 axial gegenüberliegende Vertiefung 24 auf, von deren
Grund aus zwei achsparallele zylindrische Hohlräume 8, 8' in den Formkörper 6 reichen.
Die Hohlräume 8, 8' fluchten dabei axial mit den Sacklochbohrungen 17, 17'.
[0056] Stabförmige Verbindungselemente 19, 19' sind mit ihrem einen Ende in die Sacklochbohrungen
17, 17' und mit ihrem anderen Ende in die Hohlräume 8, 8' eingesetzt und dort verankert,
beispielsweise verklebt oder verschraubt. Der von der Ausnehmung 18 und Vertiefung
24 gemeinsam gebildete Raum 25 dient der formschlüssigen Aufnahme eines Druckelements
20. Insofern unterscheidet sich diese Ausführungsform gegenüber der in den Figuren
1 bis 3 beschriebenen im Wesentlichen durch die Anordnung eines zweiten stabförmigen
Verbindungselemente 19', was den Knoten besonders dazu befähigt, auch Biegemomente
aufzunehmen, wobei das eine stabförmige Verbindungselement als Druckstab und das andere
stabförmige Verbindungselement als Zugstab wirkt.
[0057] Aus der in Fig. 9 dargestellten Variante geht hervor, dass die Stirnseite 16 des
ersten Stabtragglieds 1 und die Krafteinleitungsfläche 7 des Formkörpers 6 unter Kontakt
flächig aneinander liegen und von einem stabförmigen Verbindungselement 19 zusammengehalten
sind. Der von Ausnehmung 18 und Vertiefung 24 gebildete Raum 25 dient bei dieser Variante
zur Aufnahme einer erhärtbaren Vergussmasse 26, die nachträglich in den Raum 25 injiziert
wird. Zu diesem Zweck ist im Endbereich des ersten Stabtragglieds 1 ein schräg radial
verlaufender Injektionskanal 27 angeordnet, der in der zylindrischen Ausnehmung 18
endet, sowie ein radial verlaufender Entlüftungskanal 28, der vom Raum 25 zum Außenumfang
des ersten Stabtragglieds 1 führt. Nach ihrem Aushärten bildet die Vergussmasse 26
das Druckelement, mit der in der Anschlussfuge Querkräfte und in axialer Richtung
Druckkräfte übertragen werden.
[0058] Die in Fig. 10 dargestellte Variante zeigt eine Kombination der Ausführungsform gemäß
Fig. 9 mit einem Druckelement 20' zwischen erstem Stabtragglied 1 und Formkörper 6.
Das Druckelement 20' besitzt ringförmige Gestalt und ist koaxial in radial lichtem
Abstand zum stabförmigen Verbindungselement 19 angeordnet. Der für die Vergussmasse
26 bestimmte Raum 25 wird somit von der zylindrischen Ausnehmung 18, der Vertiefung
24 und dem Druckelement 20' gebildet, wozu der Innenumfang des Druckelements 20' mit
den Umfangsflächen der Ausnehmung 18 und der Vertiefung 24 fluchtet. Im Bereich des
Druckelements 20' erstreckt sich ein radialer Injektionskanal 27 in den Raum 25 hinein.
Der dazugehörige Entlüftungskanal 28 erstreckt sich ebenfalls in radialer Richtung
vom Raum 25 zum Außenumfang des ersten Stabtragglieds 1.
[0059] Die Erfindung ist nicht auf die in den einzelnen Ausführungsformen beschriebenen
Merkmalskombinationen beschränkt, sondern umfasst ebenso Kombinationen von Merkmalen
unterschiedlicher Ausführungsformen, soweit sich diese dem Fachmann ohne weiteres
erschließen.
1. Stabkonstruktion aus Holz mit einem ersten Stabtragglied (1) und mit mindestens einem
weiteren Stabtragglied (1', 1", 1"', 1"", 2), die in einem Knotenpunkt kraftschlüssig
miteinander verbunden sind, wozu im Bereich des Knotenpunkts ein Formkörper (6, 6',
6", 6"') angeordnet ist, der eine erste Krafteinleitungsfläche (7) zum Anschluss des
ersten Stabtragglieds (1) und mindestens eine zweite Krafteinleitungsfläche (7', 7",
7"', 7"", 9) zum Anschluss des weiteren Stabtragglieds (1', 1 ", 1"', 1"", 2) aufweist,
wobei
- die erste Krafteinleitungsfläche (7) senkrecht zur Längsachse (3) des ersten Stabtragglieds
(1) verläuft,
- in dem Formkörper (6, 6', 6", 6'") ausgehend von der ersten Krafteinleitungsfläche
(7) koaxial oder achsparallel zur Längsachse (3) des ersten Stabtragglieds (1) mindestens
ein zylindrischer Hohlraum (8) angeordnet ist,
- in dem der ersten Krafteinleitungsfläche (7) zugewandten Ende des ersten Stabtragglieds
(1) mindestens eine zur Längsachse (3) des ersten Stabtragglieds (1) koaxiale oder
achsparallele Bohrung (17) angeordnet ist, und
- sowohl in dem mindestens einen zylindrischen Hohlraum (8) im Formkörper (6, 6',
6", 6"') als auch in der mindestens einen Bohrung (17) im ersten Stabtragglied (1)
ein stabförmiges Verbindungselement (19) jeweils kraftschlüssig verankert ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Formkörper (6, 6', 6", 6"') aus Mineralguss, vorzugsweise aus Polymerbeton besteht.
2. Stabkonstruktion nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der ersten Krafteinleitungsfläche (7) und dem Ende des ersten Stabtragglieds
(1) ein kraftübertragendes Druckelement (20) angeordnet ist, wobei vorzugsweise das
Ende des ersten Stabtragglieds (1) eine sich axial erstreckende Ausnehmung (18) aufweist,
in der das Druckelement (20) angeordnet ist.
3. Stabkonstruktion nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement (20) aus einem starren Material oder einem Material mit elastischen
oder duktilen Eigenschaften gebildet ist, vorzugsweise aus einem Elastomer.
4. Stabkonstruktion nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement (20) an den kraftübertragenden Flächen eine Profilierung aufweist,
wobei vorzugsweise das Druckelement (20) als Zylinder oder als Scheibe ausgebildet
und axial von dem stabförmigen Verbindungselement (19) durchsetzt ist.
5. Stabkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das stabförmige Verbindungselement (19) in eine oder beide Bohrungen (17, 17') eingeklebt,
eingeschraubt oder eingegossen ist.
6. Stabkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Krafteinleitungsfläche (7', 7", 7"', 7"") analog der ersten Krafteinleitungsfläche
(7) nach einem der Ansprüche 1 bis 5 ausgebildet ist.
7. Stabkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Krafteinleitungsfläche (9) parallel zur Längsachse (4) des zweiten Stabtragglieds
(2) verläuft und am Umfang (5) des zweiten Stabtragglieds (2) angeordnet ist.
8. Stabkonstruktion nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass in der von zweiter Krafteinleitungsfläche (9) und zweitem Stabtragglied (2) gebildeten
Kontaktfläche Formschlussmittel zur gegenseitigen Zentrierung angeordnet sind, wobei
vorzugsweise die Formschlussmittel einen Zentrierdorn (15) am zweiten Stabtragglied
(2) umfassen, der in eine Vertiefung (10) in der zweiten Krafteinleitungsfläche (9)
eingreift.
9. Stabkonstruktion nach einem der Ansprüche 7 oder 8, gekennzeichnet durch Spannmittel, die den Formköper (6, 6') durchdringen und sich im Bereich der zweiten
Krafteinleitungsfläche (9) in das zweite Stabtragglied (2) hinein erstrecken.
10. Stabkonstruktion nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Stabtragglied (2) an seinem Umfang eine axial wirkende Anschlagfläche
aufweist, die mit einer axial wirkenden Anschlagfläche am Formkörper (6, 6') zusammenwirkt.
11. Stabkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Formkörper (6, 6', 6", 6"') als monolithischer Gusskörper ausgebildet ist.
12. Stabkonstruktion nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Formkörper (6, 6', 6", 6"') Bewehrungselemente aufweist, vorzugsweise Bewehrungsfasern.
13. Stabkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Stabtragglied (1) mit mehreren stabförmigen Verbindungselementen (19, 19')
mit dem Formkörper (6, 6', 6", 6'") verbunden ist, vorzugsweise mit zwei oder drei
Verbindungselementen (19, 19').
14. Stabkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Formkörper (6) im Bereich der ersten Anschlussfläche (7) eine der stirnseitigen
Ausnehmung (18) im ersten Stabtragglied (1) axial gegenüberliegende Ausnehmung (24)
aufweist, wobei der durch die beiden Ausnehmungen (18, 24) gebildete Gesamthohlraum
(25) mit einer erhärtbaren Vergussmasse (26) ausgefüllt ist.
15. Stabkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der ersten Anschlussfläche (7) und dem Ende des ersten Stabtragglieds (1)
ein ringförmiges Druckelement (20') angeordnet ist und der Bereich radial innerhalb
des Druckelements (20') mit einer erhärtbaren Vergussmasse (26) ausgefüllt ist, wobei
vorzugsweise die Vergussmasse nach ihrem Erhärten starr ist oder elastische, elasto-plastische
oder duktile Eigenschaften besitzt.
1. Strut construction made of wood comprising a first strut supporting member (1) and
at least one additional strut supporting member (1'. 1", 1"', 1"", 2) which are frictionally
interconnected in a junction point, for which purpose a moulded body (6, 6', 6", 6"')
is arranged in the region of the junction point, which moulded body comprises a first
force-application surface (7) for connection to the first strut supporting member
(1) and at least one second force-application surface (7', 7", 7"', 7"", 9) for connection
to the additional strut supporting member (1', 1 ", 1"', 1"", 2),
- the first force-application surface (7) extending perpendicularly to the longitudinal
axis (3) of the first strut supporting member (1),
- at least one cylindrical cavity (8) being arranged in the moulded body (6, 6', 6",
6"'), starting from the first force-application surface (7), coaxially with or axis-parallel
to the longitudinal axis (3) of the first strut supporting member (1),
- at least one hole (17) that is coaxial with or axis-parallel to the longitudinal
axis (3) of the first strut supporting member (1) being arranged in the end of the
first strut supporting member (1) that faces the first force-application surface (7),
and
- a rod-like connecting element (19) being frictionally anchored both in the at least
one cylindrical cavity (8) in the moulded body (6, 6', 6", 6"') and in the at least
one hole (17) in the first strut supporting member (1), characterised in that the moulded body (6, 6', 6", 6"') consists of mineral casting, preferably of polymer
concrete.
2. Strut construction according to claim 1, characterised in that a force-transmitting compression element (20) is arranged between the first force-application
surface (7) and the end of the first strut supporting member (1), the end of the first
strut supporting member (1) preferably comprising an axially extending recess (18)
in which the compression element (20) is arranged.
3. Strut construction according to claim 2, characterised in that the compression element (20) is formed of a rigid material or a material having resilient
or ductile properties, preferably of an elastomer.
4. Strut construction according to either claim 2 or claim 3, characterised in that the compression element (20) is profiled on the force-transmitting surfaces, the
compression element (20) preferably being formed as a cylinder or as a disc and being
penetrated axially by the rod-like connecting element (19).
5. Strut construction according to any of claims 1 to 4, characterised in that the rod-like connecting element (19) is glued into, screwed into, or cast into one
or both holes (17, 17').
6. Strut construction according to any of claims 1 to 5, characterised in that the second force-application surface (7', 7", 7"', 7"") is formed analogously to
the first force-application surface (7) according to any of claims 1 to 5.
7. Strut construction according to any of claims 1 to 5, characterised in that the second force-application surface (9) extends in parallel with the longitudinal
axis (4) of the second strut supporting member (2) and is arranged on the periphery
(5) of the second strut supporting member (2).
8. Strut construction according to claim 7, characterised in that interlocking means for mutual centring are arranged in the contact surface formed
by the second force-application surface (9) and the second strut supporting member
(2), the interlocking means preferably comprising a centring pin (15) on the second
strut supporting member (2), which centring pin engages in a depression (10) in the
second force-application surface (9).
9. Strut construction according to either claim 7 or claim 8, characterised by clamping means which penetrate the moulded body (6, 6') and extend into the second
strut supporting member (2) in the region of the second force-application surface
(9).
10. Strut construction according to any of claims 7 to 9, characterised in that the second strut supporting member (2) comprises an axially acting stop surface on
the periphery thereof, which stop surface interacts with an axially acting stop surface
on the moulded body (6, 6').
11. Strut construction according to any of claims 1 to 10, characterised in that the moulded body (6, 6', 6", 6"') is formed as a monolithic cast body.
12. Strut construction according to claim 11, characterised in that the moulded body (6, 6', 6", 6"') comprises reinforcing elements, preferably reinforcing
fibres.
13. Strut construction according to any of claims 1 to 12, characterised in that the first strut supporting member (1) is connected to the moulded body (6, 6', 6",
6'") by means of a plurality of rod-like connecting elements (19, 19'), preferably
by means of two or three connecting elements (19, 19').
14. Strut construction according to any of claims 1 to 13, characterised in that, in the region of the first connection surface (7), the moulded body (6) comprises
a recess (24) that is axially opposite the end-face recess (18) in the first strut
supporting member (1), the entire cavity (25) formed by the two recesses (18, 24)
being filled with a curable filling compound (26).
15. Strut construction according to any of claims 1 to 14, characterised in that an annular compression element (20') is arranged between the first connection surface
(7) and the end of the first strut supporting member (1) and the region radially inside
the compression element (20') is filled with a curable filling compound (26), the
filling compound preferably being rigid or having resilient, elastoplastic or ductile
properties after it has cured.
1. Structure à barres en bois, comprenant un premier organe (1) de support de barre et
au moins un organe supplémentaire (1', 1", 1"', 1"", 2) de support de barre, qui sont
reliés mutuellement par engagement positif en un point nodal, un corps moulé (6, 6',
6", 6"'), disposé à cette fin dans la région dudit point nodal, étant muni d'une première
surface (7) d'introduction de forces, en vue du rattachement dudit premier organe
(1) de support de barre, et d'au moins une seconde surface (7', 7", 7"', 7"", 9) d'introduction
de forces, en vue du rattachement dudit organe supplémentaire (1', 1", 1"', 1"", 2)
de support de barre, sachant
- que la première surface (7) d'introduction de forces s'étend perpendiculairement
à l'axe longitudinal (3) du premier organe (1) de support de barre,
- qu'au moins une cavité cylindrique (8) est réservée dans le corps moulé (6, 6',
6", 6"'), à partir de ladite première surface (7) d'introduction de forces, coaxialement
ou parallèlement à l'axe longitudinal (3) dudit premier organe (1) de support de barre,
- qu'au moins un alésage (17), coaxial ou parallèle audit axe longitudinal (3) du
premier organe (1) de support de barre, est pratiqué dans l'extrémité dudit premier
organe (1) de support de barre qui est tournée vers ladite première surface (7) d'introduction
de forces, et
- qu'un élément de liaison (19) en forme de barreau est respectivement ancré, par
engagement positif, tant dans ladite cavité cylindrique (8) à présence minimale, réservée
dans ledit corps moulé (6, 6', 6", 6"'), que dans ledit alésage (17) à présence minimale,
pratiqué dans ledit premier organe (1) de support de barre, caractérisée par le fait que le corps moulé (6, 6', 6", 6"') consiste en de la fonte minérale, de préférence en
du béton polymère.
2. Structure à barres selon la revendication 1, caractérisée par le fait qu'un élément de pression (20), transmetteur de forces, est interposé entre la première
surface (7) d'introduction de forces et l'extrémité du premier organe (1) de support
de barre, laquelle extrémité dudit premier organe (1) de support de barre est munie,
de préférence, d'un évidement (18) qui s'étend axialement et dans lequel ledit élément
de pression (20) est logé.
3. Structure à barres selon la revendication 2, caractérisée par le fait que l'élément de pression (20) consiste en un matériau rigide ou en un matériau doué
de propriétés d'élasticité ou de ductilité, de préférence en un élastomère.
4. Structure à barres selon l'une des revendications 2 ou 3, caractérisée par le fait que l'élément de pression (20) comporte un profilage sur les surfaces de transmission
de forces, ledit élément de pression (20) étant préférentiellement réalisé sous la
forme d'un cylindre ou d'un disque et étant traversé, dans le sens axial, par l'élément
de liaison (19) en forme de barreau.
5. Structure à barres selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisée par le fait que l'élément de liaison (19) en forme de barreau est intégré par collage, par vissage
ou par coulée dans l'un, ou dans les deux alésages (17, 17').
6. Structure à barres selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisée par le fait que la seconde surface (7', 7", 7"', 7"") d'introduction de forces présente une réalisation
analogue à celle de la première surface (7) d'introduction de forces, conforme à l'une
des revendications 1 à 5.
7. Structure à barres selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisée par le fait que la seconde surface (9) d'iritroduction de forces s'étend parallèlement à l'axe longitudinal
(4) du second organe (2) de support de barre, et est située sur le pourtour (5) dudit
second organe (2) de support de barre.
8. Structure à barres selon la revendication 7, caractérisée par le fait que des moyens d'assemblage par complémentarité de formes sont disposés, en vue du centrage
mutuel, dans la surface de contact formée par la seconde surface (9) d'introduction
de forces et par le second organe (2) de support de barre, lesquels moyens d'assemblage
par complémentarité de formes incluent de préférence, sur ledit second organe (2)
de support de barre, une broche de centrage (15) pénétrant dans une creusure (10)
pratiquée dans ladite seconde surface (9) d'introduction de forces.
9. Structure à barres selon l'une des revendications 7 ou 8, caractérisée par des moyens de serrage qui traversent le corps moulé (6, 6') et s'étendent dans la
région de la seconde surface (9) d'introduction de forces, avec pénétration dans le
second organe (2) de support de barre.
10. Structure à barres selon l'une des revendications 7 à 9, caractérisée par le fait que le second organe (2) de support de barre est pourvu, sur son pourtour, d'une surface
de butée qui agit dans le sens axial et coopère avec une surface de butée agissant
dans le sens axial et située sur le corps moulé (6, 6').
11. Structure à barres selon l'une des revendications 1 à 10, caractérisée par le fait que le corps moulé (6, 6', 6", 6"') est réalisé en tant que corps monolithique issu de
coulée.
12. Structure à barres selon la revendication 11, caractérisée par le fait que le corps moulé (6, 6', 6", 6"') comporte des éléments de renforcement, de préférence
des fibres de renforcement.
13. Structure à barres selon l'une des revendications 1 à 12, caractérisée par le fait que le premier organe (1) de support de barre est relié au corps moulé (6, 6', 6", 6"')
par plusieurs éléments de liaison (19, 19') en forme de barreaux, de préférence par
deux ou trois éléments de liaison (19, 19').
14. Structure à barres selon l'une des revendications 1 à 13, caractérisée par le fait que le corps moulé (6) comporte, dans la région de la première surface de rattachement
(7), un évidement (24) placé axialement en vis-à-vis de l'évidement frontal (18) pratiqué
dans le premier organe (1) de support de barre, sachant que la cavité intégrale (25),
formée par les deux évidements (18, 24), est comblée par une masse de scellement (26)
durcissable.
15. Structure à barres selon l'une des revendications 1 à 14, caractérisée par le fait qu'un élément annulaire de pression (20') est interposé entre la première surface de
rattachement (7) et l'extrémité du premier organe (1) de support de barre, et la région
située radialement à l'intérieur dudit élément de pression (20') est comblée par une
masse de scellement (26) durcissable, sachant que de préférence, à l'issue de son
durcissement, ladite masse de scellement est rigide ou est douée de propriétés d'élasticité,
d'élastoplasticité ou de ductilité.