(19)
(11) EP 2 955 290 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
16.12.2015  Patentblatt  2015/51

(21) Anmeldenummer: 15169571.5

(22) Anmeldetag:  28.05.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E04B 1/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA

(30) Priorität: 12.06.2014 IT BZ20140027

(71) Anmelder: Terzer, Roman
39040 Ora (IT)

(72) Erfinder:
  • Terzer, Hansjörg
    39040 ora (IT)

(74) Vertreter: Ausserer, Anton 
Via Isarco 6 / Eisackstrasse 6
39100 Bolzano/Bozen
39100 Bolzano/Bozen (IT)

   


(54) TRAGVORRICHTUNG FÜR BALKONE, TERRASSEN UND ANDERE AN EINER KONSTRUKTION BEFESTIGBARE BAUTEILE


(57) Beschrieben wird eine Tragvorrichtung für Balkone, Terrassen und andere an einer Konstruktion auskragend befestigbare Bauteile, umfassend mindestens zwei jeweils vertikal übereinander liegende zu einander parallel beabstandete Stäbe, die eine Kragplatte (1) tragen, wobei in der Platte (1) Buchsen eingefügt sind, die den die Platte (1) tragenden Stäben entsprechen und auf die Stäbe aufgeschoben werden.
Gemäß der Erfindung ist zwischen den übereinander liegenden Buchsen (2 und 3) ein Verbindungselement (4) vorgesehen ist, das durch einen V förmigen Bügel gebildet wird, dessen Scheitel (7) an einer der Buchsen (2 oder 3) und die freien Enden (8 und 9) an der anderen Buchse (3 oder 2) befestigt sind.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Tragvorrichtung für Balkone, Terrassen und andere an einer Konstruktion befestigbare Bauteile.

[0002] Bei vorhandenen Gebäuden wird oftmals nachträglich ein weiteres Bauteil, zum Beispiel, ein Balkon oder ähnliches hinzugefügt.

[0003] In solchen Fällen stellt sich das Problem der Wärmebrücken, da in die schon bestehende Struktur üblicherweise Metallstäbe eingebracht werden, die als Tagstrukturen verwendet werden. Das mit den Gebäudefassaden verbundene Bauteil befindet sich im unmittelbaren Kontakt. Es ist daher ein Wärmeaustausch nach außen gegeben. Um diesen Wärmeaustauscher zu vermeiden kann zwischen dem Bauteil, zum Beispiel dem Balkon, und der Fassade ein Streifen aus Dämmmaterial zwischengeschaltet werden.

[0004] Wegen dieser Wärmebrücken entstehen nicht nur Wärmeverluste, sondern die in den Platten eingegossenen Tragstäbe sind auch Belastungen ausgesetzt, die sich auf die Geometrie der Stäbe selbst, vor allem auf die gegenseitige Position zwischen den Stäben auswirken.

[0005] Im Dokument DE 197 05 698 A1 wird ein vorgefertigtes Dämmelement beschrieben, das zwischen einer tragenden Gebäudedecke und einer Balkonplattform im Zuge der Betonierung der Gebäudedecke und der Balkonplattform einzubetonieren ist. Es handelt sich daher um ein Dämmelement, das sowohl in einer Gebäudedecke als auch in einer Balkonplattform einzugießen ist. Die Balkonplattform wird daher während der Ausführung eines neuen Gebäudes hergestellt.

[0006] Das Dokument EP 0 745 733 A1 offenbart ein Kragplatten- und/oder Fugenelement für bewehrte Baukonstruktionen. Dabei handelt es sich um ein Zwischenelement, das zwischen einer Decke und einer Balkonplatte als Dämmmittel eingesetzt wird, wobei Querkraftstäbe zu einer optimalen Übertragung der Querkräfte in entsprechenden Ebenen im Zug- und im Druckbereich führen sollen.

[0007] Im Dokument CH 678 076 A5 ist ein Isolationselement für Kragplattenanschlüsse wiedergegeben, bei dem ein Körper aus isolierendem Material von Stahlhülsen durchdrungen wird. Diese Stahlhülsen dienen dazu, Armierungsstähle aufzunehmen, die beidseitig des Isolationselementes in der Kragplatte einerseits und der in der Gebäudedecke andererseits eingegossen werden können. Die Hülsen sind daher dazu bestimmt, dass Isolationselemente zwischen Kragplatte und Gebäudedecke zwischenschaltet werden können.

[0008] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt daher in der Herabsetzung von Wärmebrücken in von der Stirnseite eines Gebäudes ausladenden Strukturen und in der Stabilisierung der Struktur selbst, wobei die geometrische Ausgestaltung der Struktur mit einem Höchstmaß sichergestellt werden soll.

[0009] Diese Aufgabe wird durch eine von der Stirnseite eines Gebäudes ausladende Tragvorrichtung , insbesondere eines Balkons mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.

[0010] Erfindungsgemäß wird eine Tragvorrichtung für Balkone, Terrassen und andere an einer Konstruktion auskragend befestigbare Bauteile vorgeschlagen, umfassend mindestens zwei jeweils vertikal übereinander liegende zu einander parallel beabstandete Stäbe, die eine Kragplatte tragen, wobei in der Platte Buchsen eingefügt sind, die den die Platte tragenden Stäben entsprechen und auf die Stäbe aufgeschoben werden. Zwischen den übereinander liegenden Buchsen ist ein Verbindungselement vorgesehen, das durch einen V förmigen Bügel gebildet wird, dessen Scheitel an einer der Buchsen und die freien Enden an der anderen Buchse befestigt sind.

[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Scheitel des Bügels an der oberen Buchse befestigt ist.

[0012] In einer Variante sind die Schenkel des Bügels in Endabschnitte umgebogen, die in einer gedachten Basis des Bügels liegen, die auf der zu verbindenden Buchse liegen.

[0013] Bevorzugter Weise sind die Enden bzw. Endabschnitte des Bügels an der entsprechenden Buchse angeschweißt.

[0014] Bevorzugter Weise sind die Buchsen in der Platte eingegossen.

[0015] Vorteilhafterweise wird die Platte durch ein Dämmmaterial gebildet.

[0016] Um die Struktur zu stabilisieren, ist zwischen den vertikal angeordneten Buchsen ein Verbindungselement derart angeordnet, dass der Abstand zwischen den beiden parallelen Buchsen in einer vertikalen Ebene stabilisiert ist.

[0017] Weitere Merkmale und Vorteile der erfindungsgemäßen Struktur gehen aus den Patentansprüchen und aus der folgenden Beschreibung unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung hervor. Es zeigen

Figur 1 einen Grundriss einer teilweisen Platte für eine aus der Gebäudestirnseite ausladende Struktur, wie zum Beispiel ein Balkon,

Figur 2 einen vertikalen Schnitt aus Figur 1, und

Figur 3 eine Schnitt längs der Schnittlinie III- III aus Figur 2.



[0018] In den Figuren ist mit der Bezugsziffer 1 eine teilweise Platte gezeigt, so wie sie von einer nicht gezeigten Gebäudestirnseite zur Bildung des Bodens eines Balkons vorspringen kann.

[0019] Die Platte 1 wird von einer Vielzahl von nicht gezeigten Stäben getragen, die am Gebäude unter Zwischenschaltung von Buchsen 2 und 3 befestigt sind.

[0020] Die Stäbe und daher die Buchsen 2 und 3 sind in einer vertikalen Ebene zu einander parallel beabstandet angeordnet und die Buchsen 2 und 3 sind in der Platte 1 eingegossen.

[0021] Die Buchsen 2 und 3 sind mittels eines V förmigen Bügels 4 überdies miteinander verbunden, dessen Scheitel 7 an der Buchse 3 und dessen Schenkel 5 und 6 an der Buchse 2 befestigt, zum Beispiel verschweißt sind.

[0022] Bezugsziffernliste
1
Platte
2
Buchse
3
Buchse
4
Verbindungselement
5
Schenkel
6
Schenkel
7
Scheitel
8
Ende
9
Ende



Ansprüche

1. Tragvorrichtung für Balkone, Terrassen und andere an einer Konstruktion auskragend befestigbare Bauteile, umfassend mindestens zwei jeweils vertikal übereinander liegende zu einander parallel beabstandete Stäbe, die eine Kragplatte (1) tragen, wobei in der Platte (1) Buchsen eingefügt sind, die den die Platte (1) tragenden Stäben entsprechen und auf die Stäbe aufgeschoben werden dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den übereinander liegenden Buchsen (2 und 3) ein Verbindungselement (4) vorgesehen ist, das durch einen V förmigen Bügel gebildet wird, dessen Scheitel (7) an einer der Buchsen (2 oder 3) und die freien Enden (8 und 9) an der anderen Buchse (3 oder 2) befestigt sind.
 
2. Tragvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheitel (7) des Bügels (7) an der oberen Buchse (3) befestigt ist.
 
3. Tragvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schenkel des Bügels (7) in Endabschnitte umgebogen sind, die in einer gedachten Basis des Bügels (7) liegen, die auf der zu verbindenden Buchse (2 bzw.3) liegen.
 
4. Tragvorrichtung nach den vorstehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden bzw. Endabschnitte des Bügels (7) an der entsprechenden Buchse angeschweißt sind.
 
5. Tragvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass die Buchsen (2 und 3) in der Platte (1) eingegossen sind.
 
6. Tragvorrichtung nach den vorstehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die Platte (1) durch ein Dämmmaterial gebildet ist.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente