(19)
(11) EP 2 957 195 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.12.2015  Patentblatt  2015/52

(21) Anmeldenummer: 15170422.8

(22) Anmeldetag:  03.06.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A47F 1/12(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA

(30) Priorität: 16.06.2014 DE 202014102771 U

(71) Anmelder: POS Tuning, Udo Vosshenrich GmbH & Co. KG
32107 Bad Salzuflen (DE)

(72) Erfinder:
  • VOSSHENRICH, Udo
    32108 Bad Salzuflen (DE)

(74) Vertreter: Dantz, Jan Henning et al
Loesenbeck - Specht - Dantz Patent- und Rechtsanwälte Am Zwinger 2
33602 Bielefeld
33602 Bielefeld (DE)

   


(54) GLEITPLATTE FÜR EIN VERKAUFSREGAL


(57) Eine Gleitplatte (4) für ein Verkaufsregal, mit einer auf einem Regalboden (2) ablegbaren Unterseite und einer zum Abstützen von Waren geeigneten Oberseite (6), wobei die Waren auf der Oberseite (6) durch schräge Positionierung der Gleitplatte (4) durch Eigengewicht verschiebbar bis zu einem Anschlag sind, wobei die Gleitplatte (4) eine Vielzahl parallel zur Schieberichtung ausgebildete Rippen aufweist, deren Oberseite zumindest bereichsweise eine Auflagefläche an der Oberseite (6) für die Waren ausbildet.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Gleitplatte für ein Verkaufsregal, mit einer auf einem Regalboden ablegbaren Unterseite und einer zum Abstützen von Waren geeigneten Oberseite, wobei die Waren auf der Oberseite durch schräge Positionierung der Gleitplatte durch Eigengewicht verschiebbar bis zu einem Anschlag sind.

[0002] Zur verkaufsfördernden Präsentation von Waren, insbesondere von Getränkeflaschen, werden Rollenbahnen oder Gleitschienen eingesetzt, die in einer Schrägstellung an den Regalböden positioniert werden und dadurch ein Bewegen der Waren an die Vorderseite des Verkaufsregals bewirken. Die Herstellung von Rollenbahnen mit einer Vielzahl von Bauteilen ist allerdings vergleichsweise komplex, und zudem ist eine Breitenanpassung schlecht möglich. Ferner besteht das Problem von Störungen durch Verschmutzungen und Abrieb.

[0003] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Gleitplatte für ein Verkaufsregal zu schaffen, die in den Abmessungen flexibel anpassbar ist und einfach hergestellt und montiert werde kann.

[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Gleitplatte für ein Verkaufsregal mit den Merkmalen des Anspruches 1 vorgeschlagen.

[0005] Erfindungsgemäß umfasst die Gleitplatte eine Vielzahl parallel zur Schieberichtung ausgerichteter Rippen, deren Oberseite zumindest bereichsweise eine Auflagefläche an der Oberseite für die Waren ausbildet. Dadurch kann bei entsprechender Neigung der Gleitplatte die Ware ohne zusätzliche Fördermittel entlang der Oberseite der Rippen zu einer Vorderseite des Verkaufsregals entlang gleiten. Die Gleitplatte kann dabei in beliebiger Länge und Breite bereitgestellt werden, so dass eine flexible Anpassung möglich ist. Durch die nach oben hervorstehenden Rippen ist zudem die Verschmutzung gering, da die Oberseite der Rippen als Gleitfläche freibleibt und Verschmutzungen zwischen die Rippen geschoben werden können.

[0006] Vorzugsweise sind zwischen den Rippen jeweils Nuten ausgebildet. Die Rippen können ferner an ihrer Oberseite nach oben gewölbt oder geknickt ausgebildet sein. Dadurch ergibt sich eine sehr schmale Auflagefläche für die Waren, was zu einer geringen Reibung und einer leichten Verschiebbarkeit führt. Die Wölbung kann beispielsweise einen Krümmungsradius von weniger als 20 mm, insbesondere weniger als 10 mm, aufweisen.

[0007] Zur Montage der Gleitplatte weist diese vorzugsweise an gegenüberliegenden Längskanten ein ineinander steckbares Verriegelungsprofil auf. Dadurch kann eine werkzeugfreie Montage zur Fixierung mehrerer Gleitplatten aneinander ermöglicht werden. An einer ersten Längskante kann beispielsweise ein zur Oberseite gerichteter Steg und an einer gegenüberliegenden zweiten Längskante eine Aufnahme für den Steg ausgebildet sein. An der Oberseite ist somit nicht erkennbar, ob zwei Gleitplatten ineinander gesteckt sind oder die Gleitplatte durchgängig ausgebildet ist, da das Rastermaß für die Rippen gleichbleibend ausgebildet wird.

[0008] Die Gleitplatte ist vorzugsweise aus Kunststoff hergestellt, beispielsweise im Extrusionsverfahren oder im Spritzgussverfahren. Hierbei kann insbesondere ein harter Kunststoff eingesetzt werden, auf dem auch schwere Waren verschoben werden können.

[0009] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist in einer Nut an der Oberseite der Gleitplatte mindestens ein Wandelement zur seitlichen Führung der Waren fixiert. Das Wandelement kann dabei durch Rastmittel an einer Nut der Gleitplatte fixiert sein, was eine stabile Führung gewährleistet, was insbesondere bei Flaschen oder anderen schweren Produkten vorteilhaft ist. Erfindungsgemäß wird auch ein Verkaufsregal mit mindestens einer erfindungsgemäßen Gleitplatte bereitgestellt, die zur Horizontalen geneigt ausgebildet ist, so dass die Waren entlang der Gleitplatte selbsttätig zu einer Vorderseite verschoben werden.

[0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1
eine perspektivische Ansicht eines Verkaufsregals mit einer erfindungsgemäßen Gleitplatte;
Figur 2
eine perspektivische Explosionsdarstellung der Gleitplatten der Figur 1 bei der Montage;
Figur 3
eine Draufsicht auf die Gleitplatten der Figur 1;
Figur 4
eine Vorderansicht der Gleitplatten der Figur 2, und
Figur 5
eine Seitenansicht auf ein Wandelement an einer Gleitplatte.


[0011] Ein Verkaufsregal 1 umfasst mehrere Regalböden 2, an denen Gleitplatten 4 zur Aufnahme von Waren montiert sind. An den Regelböden 2 ist dabei an einer Vorderseite eine Adapterschiene 3 montiert, an der Frontanschläge und andere Funktionselemente fixiert werden können. Der Regalboden 2 ist dabei in einem Winkel zur Horizontalen ausgerichtet, beispielsweise zwischen 10° und 40°, je nachdem, ab welchem Neigungswinkel die auf den Gleitplatten 4 angeordneten Waren zu rutschen beginnen, um durch ihr Eigengewicht zu einer Vorderseite verschoben zu werden.

[0012] Wie in den Figuren 2 und 3 gezeigt ist, können mehrere Gleitplatten 4 aneinander fixiert werden, wobei hierfür an den Längskanten der Gleitplatten 4 Verriegelungsprofile ausgebildet sind, die ein Ineinanderstecken ermöglichen. Die Gleitplatten 4 können somit in beliebiger Breite bereitgestellt werden. Die Gleitplatten 4 bestehen aus Kunststoff und können beispielsweise im Extrusionsverfahren oder Spritzgussverfahren hergestellt werden. Bei extrudierten Profilen können die Gleitplatten 4 zudem in beliebiger Länge bereitgestellt werden.

[0013] Die Gleitplatten 4 weisen an ihrer Oberseite Rippen 40 auf, zwischen denen Nuten 43 angeordnet sind, die jeweils senkrecht zu einer Vorderseite des Verkaufsregals 1 ausgerichtet sind. In die Nuten 43 ist in gewissen Abständen ein Wandelement 5 eingesteckt, das zur seitlichen Führung der Waren dient. Das Wandelement 5 wird dabei an der Adapterschiene 3 und in den Nuten 43 fixiert.

[0014] In Figur 4 ist die Gestaltung der Gleitplatten 4 im Detail gezeigt. Die Rippen 40 stehen zu einer Oberseite 6 hervor und sind an ihrer Oberseite gekrümmt ausgebildet, wobei die Wölbung 41 einen Krümmungsradius von beispielsweise zwischen 3 und 20 mm aufweist. Die Wölbung 41 erstreckt sich dabei bis in seitliche Stege 42 hinein, die seitlich von den Rippen 40 geringfügig hervorstehen. Zwei benachbarte Rippen 40 mit nach innen gerichteten Stegen 42 bilden somit ein Rastmittel aus, um das Wandelement 5 an der Nut 43 rastend oder klemmend zu fixieren.

[0015] An den Längskanten der Gleitplatte 4 ist jeweils ein Verriegelungsprofil ausgebildet. An einer ersten Längskante ist ein nach oben gerichteter Steg 44 mit einem verdickten Endabschnitt vorgesehen, der in eine Aufnahme 45 einer benachbarten Gleitplatte 4 eingesteckt werden kann. An der gegenüberliegenden Längsseite ist die Aufnahme 45 ausgebildet, die unterhalb einer Rippe 40 angeordnet ist und eine rastende Verbindung zwischen zwei benachbarten Gleitplatten 4 ermöglicht. Die Rippen 40 an der Oberseite bleiben nach dem Verriegeln auch im Übergangsbereich zwischen zwei benachbarten Gleitplatten 4 in dem gleichen Rastermaß angeordnet.

[0016] An einer Unterseite der Gleitplatte 4 ist eine Auflagefläche der Gleitplatte 4 ausgebildet, die durch V-förmige Einschnitte 46 unterbrochen ist. Die V-förmigen Einschnitte 46 sind dabei jeweils unterhalb einer Rippe 40 angeordnet, so dass die Gleitplatte 4 bei geringem Materialaufwand in großer Dicke hergestellt werden kann.

[0017] In Figur 5 ist ein Wandelement 5 gezeigt, das im vorderen Bereich mit einer Aufnahme 50 an der Adapterschiene 3 fixiert ist. Die Adapterschiene 3 weist hierfür einen nach oben gerichteten im Querschnitt T-förmigen Steg 30 auf, der von einer Aufnahme 50 des Wandelementes 5 umgriffen ist. Das Wandelement 5 wird mit einer unteren Kante 52 in eine Nut 43 der Gleitplatte 4 gesteckt und kann über ein oder mehrere Rastmittel 53 in Form von Verdickungen rastend fixiert werden. Die Rastmittel bzw. Verdickungen 53 hintergreifen die seitlichen Stege 42 an den Rippen 40.

[0018] Die Gleitplatten 4 sind im Betrieb vergleichsweise unanfällig gegenüber Schmutz und Staub, da sich Schmutz, Staub oder Abrieb zwischen den Rippen 40 in den Nuten 43 ansammeln kann, ohne die Funktionsfähigkeit der Gleitplatte 4 zu beeinträchtigen. Zudem ist auch eine leichte Reinigung der Gleitplatten 4 möglich.

Bezugszeichenliste



[0019] 
1
Verkaufsregal
2
Regalboden
3
Adapterschiene
4
Gleitplatte
5
Wandelement
6
Oberseite
30
Steg
40
Rippe
41
Wölbung
42
Steg
43
Nut
44
Steg
45
Aufnahme
46
Einschnitt
50
Aufnahme
52
Kante
53
Rastmittel/Verdickung



Ansprüche

1. Gleitplatte (4) für ein Verkaufsregal, mit einer auf einem Regalboden (2) ablegbaren Unterseite und einer zum Abstützen von Waren geeigneten Oberseite (6), wobei die Waren auf der Oberseite (6) durch schräge Positionierung der Gleitplatte (4) durch Eigengewicht verschiebbar bis zu einem Anschlag sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitplatte (4) eine Vielzahl parallel zur Schieberichtung ausgebildete Rippen aufweist, deren Oberseite zumindest bereichsweise eine Auflagefläche an der Oberseite (6) für die Waren ausbildet.
 
2. Gleitplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Rippen (40) jeweils Nuten (43) ausgebildet sind.
 
3. Gleitplatte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rippen (40) an Ihrer Oberseite nach oben gewölbt oder geknickt ausgebildet sind.
 
4. Gleitplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitplatte (4) an gegenüberliegenden Längskanten ein ineinander steckbares Verriegelungsprofil (44, 45) aufweist.
 
5. Gleitplatte nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass an einer ersten Längskante ein zur Oberseite (6) gerichteter Steg (44) und an einer gegenüberliegenden zweiten Längskante eine Aufnahme (45) für den Steg (44) ausgebildet ist.
 
6. Gleitplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitplatte (4) aus Kunststoff hergestellt ist.
 
7. Gleitplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitplatte (4) im Extrusionsverfahren hergestellt ist.
 
8. Gleitplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in eine Nut (43) an der Oberseite (6) mindestens ein Wandelement (5) zur seitlichen Führung der Waren fixiert ist.
 
9. Gleitplatte nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Wandelement (5) durch Rastmittel (53) an einer Nut (43) der Gleitplatte (4) fixiert ist.
 
10. Verkaufsregal mit mindestens einer Gleitplatte (4) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die zur Horizontalen geneigt ausgerichtet ist.
 
11. Verkaufsregal nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass an der mindestens einen Gleitplatte (4) ein Wandelement (5) zur seitlichen Führung der Waren fixiert ist.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht









Recherchenbericht