[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kerzenmagazin, das eine Vielzahl von tiefgezogenen
Mulden aufweist, in denen eine Kerze aus einem brennbaren Material und einem Docht
vorgesehen ist. Des Weiteren betrifft die vorliegende Erfindung eine Kerze, ein Verfahren
zur Herstellung einer Kerze oder eines Kerzenmagazins und eine Tiefziehvorrichtung.
[0002] Kerzen bzw. Kerzengießmagazine sind beispielsweise in der Druckschrift
US 2006/226334 A1 offenbart.
[0003] Derzeit werden Kerzen, insbesondere Teelichter, in einem Aluminiumbehälter vorgesehen.
Die Herstellung dieser Kerzen ist jedoch sehr aufwändig und es entsteht eine große
Menge an umweltbelastendem Verpackungsmüll.
[0004] Es war deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Kerzenmagazin bzw. eine
Kerze zur Verfügung zu stellen, die die Nachteile des Standes der Technik nicht aufweist.
[0005] Gelöst wird die Aufgabe mit einem Kerzenmagazin, das eine Vielzahl von tiefgezogenen
Mulden aufweist, in denen eine Kerze aus einem brennbaren Material und einem Docht
vorgesehen ist.
[0006] Die zu diesem Gegenstand der vorliegenden Erfindung gemachten Ausführungen gelten
für die anderen Gegenstände der vorliegenden Erfindung gleichermaßen und umgekehrt.
[0007] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kerzenmagazin, das eine Vielzahl von tiefgezogenen
Mulden aufweist. Dafür wird in der Regel eine ebene Materialbahn zur Verfügung gestellt,
die anschließend unter dem Einfluss einer erhöhten Temperatur und/oder unter Druck
und/oder Vakuum tiefgezogen wird, so dass die Mulde in der Materialbahn entsteht.
In dieser Mulde wird sodann eine Kerze vorgesehen, die aus einem brennbaren Material,
insbesondere Wachs, beispielsweise Bienenwachs, Stearin und/oder Paraffin, also insbesondere
gehärtete oder raffinierte pflanzliche und/oder tierische Fette, wachsähnliche Materialien
und/oder technische Wachsgemenge, und einem Docht, besteht. Das brennbare Material
ist zunächst fest und wird durch die Wärmeabgabe des brennenden Dochts zumindest teilweise
verflüssigt.
[0008] Hierdurch ist es in vorteilhafter Weise möglich, in einfacher Weise Kerzenmagazine
bzw. Kerzen herzustellen, die in einfacher Weise herstellbar, stapelbar und daher
auch transportierbar sind. Im Vergleich zu herkömmlichen Teelichtern in Aluminiumbehältern
ist das erfindungsgemäße Kerzenmagazin schneller und mit geringeren Herstellungskosten
produzierbar. Ferner wird durch die im Vergleich zu Aluminium geringere Wärmeleitfähigkeit
des Materials, aus dem das Magazin hergestellt ist, weniger Energie in Form von Wärmeleitung
an die Mulde abgegeben und der Abbrand der Kerze wird somit vorteilhafterweise verlangsamt.
Dadurch wird bei gleicher Brenndauer weniger brennbares Material benötigt. Zudem erhitzt
sich das erfindungsgemäße Kerzenmagazin vorteilhafterweise nicht so stark wie ein
herkömmlicher Kerzenbehälter aus Aluminium oder Glas. Wird die Kerze in einem Behältnis,
beispielsweise zu dekorativen Zwecken, angeordnet, so entfällt vorteilhafterweise
die bei Kerzen mit Aluminiumhülle bestehende Entzündungsgefahr der gesamten Kerze
bzw. des Magazins. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Kerzenmagazins besteht
darin, dass keine, oder zumindest eine deutlich verringerte, Verbrennungsgefahr für
einen Benutzer besteht, da das Material, aus dem das Magazin hergestellt ist, im Vergleich
zu den aus dem Stand der Technik bekannten Behältnissen während des Abbrands der Kerzen
nicht so hohe Temperaturen annimmt.
[0009] Das brennbare Material weist vorzugsweise keinerlei Farbstoffe auf. Besonders bevorzugt
weist das brennbare Material wenigstens einen Farbstoff auf, insbesondere derart,
dass das brennbare Material in der Mulde wenigstens teilweise transparent ist. Ganz
besonders bevorzugt weist das brennbare Material den gleichen Farbstoff auf wie das
Material, aus dem die Mulde gefertigt ist. Noch mehr bevorzugt ist das brennbare Material
schichtförmig angeordnet, wobei wenigstens zwei Schichten einen anderen Farbstoff
aufweisen. Vorzugsweise ist das brennbare Material mit einem oder mehreren Duftstoffen
versetzt. Vorzugsweise ist das brennbare Material mit einem Zusatz versetzt, der eine
Flammfärbung bewirkt. Hierdurch ist es in vorteilhafter Weise möglich, eine weiße
oder farbige Kerze bereitzustellen, insbesondere auch eine Kerze, die auch im angezündeten
Zustand farbig ist, d.h. eine gefärbte Flamme aufweist. Falls auch das Material, aus
dem die Mulde bzw. das Material gefertigt ist, farbig ist, wird ein ästhetisch ansprechender
Gesamtfarbeindruck erzielt.
[0010] Der Querschnitt der Mulde ist vorzugsweise so vorgesehen, dass die Länge des Dochts,
der aus dem brennbaren Material heraussteht, immer kürzer ist als die kürzeste Dimension
des Querschnitts der Mulde. Dadurch wird verhindert, dass der Docht oder die Flamme
des Dochts mit einer Seitenwand der Mulde in Kontakt gerät.
[0011] Als Material zur Herstellung der Mulde bzw. des Magazins eignet sich jedes dem Fachmann
geläufige Material, das tiefgezogen werden kann. Vorzugsweise ist das Material, aus
dem die Mulde bzw. das Magazin hergestellt wird, ein Kunststoff und die Materialbahn
eine Kunststofffolie. Das Material, aus dem die Mulde bzw. das Magazin hergestellt
wird, kann ein- oder mehrlagig vorgesehen sein. Das Material, aus dem die Mulde bzw.
das Magazin hergestellt wird, kann teilweise oder vollständig aus Papier, insbesondere
tiefziehbarem Papier und/oder aus Pappe, insbesondere tiefziehbarer Pappe bestehen.
Das Material, aus dem die Mulde bzw. das Magazin hergestellt wird, kann teilweise,
beispielsweise eine Lage, aus Metall insbesondere Aluminium bestehen. Vorzugsweise
ist das Material, aus dem die Mulde bzw. das Magazin hergestellt wird, nicht brennbar
und/oder schwer entflammbar. Besonders bevorzugt entspricht das Material, aus dem
die Mulde bzw. das Magazin hergestellt ist, einer Brandschutzklassifizierung gemäß
der Norm UL94 V0, V1 oder V2 und/oder gemäß den Normen IEC/DIN EN 60 695-11-10 bzw.
IEC/DIN EN 60 695-11-20. Hierdurch ist es in besonders vorteilhafter Weise möglich,
die Mulde aus einem Material zu fertigen, welches auch bei unsachgemäßem Gebrauch
nicht brennt und Wärme nur schlecht leitet, was zum Einen die Brandgefahr im Vergleich
zu Mulden aus Aluminium senkt und zum Anderen in vorteilhafter Weise den Gebrauchskomfort
steigert, da eine solche Kerze auch in einem brennenden Zustand bequem und ohne Verbrennungsgefahr
von einem Benutzer angefasst werden kann.
[0012] Vorzugsweise ist das Material, aus dem die Mulde bzw. das Magazin hergestellt ist,
REACHkonform. Dies bedeutet, dass das Material konform zu den Bestimmungen der Verordnung
(EG) Nr. 1907/2006 (REACH) ist.
[0013] Beispiele für derartige Materialien sind:
- Technische Polymere
- Holz/Plastik-Verbundstoffe
- Biokunststoffe
- Thermoplastische Stärke
- Kristallines Polyethylenterephthalat (C-PET)
- Amorphes Polyethylenterephthalat (A-PET)
- Polyethylenenterephtalat mit Glycol (PET-G)
- Polyetheretherketon (PEEK)
- Polytetrafluorethylen (PTFE)
- Polyamidimide (PAI)
- Polyvinylidenfluorid (PVDF)
- Ethylen-Vinylacetat (EVA)
- Polycarbonat (PC)
- Polyvinylchlorid (PVC)
- Terratec
- Biocellat
- Maisstärke
- Schwer entflammbares Papier oder schwer entflammbare Verbundfolie und/oder
- Verbundstoffe aus Kunststoffen und Biomaterial.
Der Fachmann versteht, dass insbesondere alle thermoformbaren Folien mit Cellulose
verwendbar sind.
[0014] Vorzugsweise ist der Biokunststoff ein Polylactid (PLA), ein Celluloseprodukt, ein
Stärkeprodukt, insbesondere aus Kartoffelstärke und/oder Maisstärke, und/oder eine
Polyhydroxybuttersäure (PHB).
[0015] Vorzugsweise ist die Kunststofffolie eine PET-Folie, insbesondere eine A-PET-Folie
oder PET-G-Folie, eine PC-Folie, eine PLA-Folie und/oder eine EVA-Folie. Besonders
bevorzugt ist die Materialbahn eine Verbundfolie, insbesondere eine PET-GAG-Folie.
Eine solche PET-GAG-Folie weist mehrere Schichten auf, ganz besonders bevorzugt eine
Schicht einer A-PET-Folie, die beidseitig mit jeweils einer Schicht PET-G-Folie verbunden
ist. Noch mehr bevorzugt weist die A-PET-Folienschicht eine Dicke von 80% der Gesamtdicke
der PET-GAG-Folie auf und insbesondere weisen die PET-G-Folienschichten eine Dicke
von je 10% der Gesamtdicke der PET-GAG-Folie auf. Eine solche PET-GAG-Folie bietet
den Vorteil, dass die Oberfläche gut bedruckbar, siegelfähig und verschweissbar sowie
lebensmittelecht ist. Die A-PET-Folienschicht sorgt für eine gewisse Festigkeit, begrenzt
die Gasdurchlässigkeit und ist preiswerter als eine PET-G-Folie gleicher Dicke. Zudem
ist auch eine recycelte A-PET-Folie einsetzbar, so dass die Nachhaltigkeit der Folie
vorteilhafterweise gesteigert wird.
[0016] Der Fachmann versteht, dass mit Kunststoff-Verbundstoffen insbesondere Kunststoffe
gemeint sind, denen ein Zusatz, ein sogenanntes Additiv, zugesetzt wurde. Vorzugsweise
ist das Additiv derart vorgesehen, dass der entstehende Kunststoff-Verbundstoff eine
höhere Brandschutzklassifizierung aufweist als der Kunststoff ohne Additiv.
[0017] Die Foliendicke beträgt vorzugsweise zwischen 0,00001 mm und 2 mm, besonders bevorzugt
zwischen 2 µm und 7 µm, ganz besonders bevorzugt zwischen 3 µm und 4 µm.
[0018] Das Material, aus dem die Mulde bzw. das Magazin hergestellt wird, kann transparent
und/oder farbig sein. Das Material kann mit jedem beliebigen, dem Fachmann geläufigen
Verfahren bedruckt werden. Insbesondere kann das Material transparent sein und farbig
bedruckt werden. Hierdurch ist es vorteilhafterweise möglich, eine im Wesentlichen
transparente Mulde bzw. ein im Wesentlichen transparentes Magazin bereitzustellen
und dennoch wichtige Produktinformationen und/oder Warnhinweise auf den Mulden vorzusehen.
Ferner ist es im Falle eines wenigstens teilweise farbigen Materials vorteilhafterweise
möglich, dass ein ansprechendes Erscheinungsbild des Magazins realisiert wird. Insbesondere
für Duftkerzen ist somit eine einfache Farbkodierung realisierbar. So können zum Beispiel
rote Kerzenmagazine, d.h. Kerzenmagazine, die aus einem wenigstens teilweise roten
Material hergestellt sind, nach Rosen duften, grüne Kerzenmagazine nach Apfel und
weiße bzw. farblose Kerzenmagazine können im Wesentlichen duftlos sein.
[0019] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist das brennbare Material wenigstens teilweise
die gleiche Farbe auf wie das Material, aus dem die Mulde bzw. das Magazin hergestellt
wird. Hierdurch ist es vorteilhafterweise möglich, ein einheitliches Erscheinungsbild
des Kerzenmagazins bzw. der einzelnen Kerzen bereitzustellen. Der Fachmann versteht,
dass alternativ oder zusätzlich das brennbare Material wenigstens teilweise eine andere
Farbe aufweist als das Material, aus dem die Mulde bzw. das Magazin hergestellt ist.
Hierdurch ist es in besonders vorteilhafter Weise möglich, verschiedene Farbeffekte
zu erzielen, insbesondere bei einer brennenden Kerze. So erscheint beispielsweise
eine Kerzen mit einer roten Mulde aber einem grünen brennbaren Material zumindest
im angezündeten Zustand als gelb.
[0020] Besonders bevorzugt ist das Material, aus dem die Mulde bzw. das Magazin hergestellt
wird, zumindest teilweise ein kompostierbares Material, insbesondere ein Naturrohstoff,
der beispielsweise Stärke aufweist. Dadurch kann die Mulde nach dem Abbrand der Kerze
rückstandsfrei entsorgt werden.
[0021] Ganz besonders bevorzugt ist das Material, aus dem die Mulde bzw. das Magazin hergestellt
wird, ein zumindest teilweise recycelbares Material. Hierdurch wird in vorteilhafter
Weise die Nachhaltigkeit des erfindungsgemäßen Kerzenmagazins, insbesondere im Vergleich
zu herkömmlichen Kerzen mit einer Mulde aus Aluminium, erhöht.
[0022] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist der Docht ein fadenförmiges Geflecht.
Besonders bevorzugt weist der Docht, insbesondere an seiner Außenseite, ein Versteifungsmittel
auf, beispielsweise einen Hartwachsüberzug und/oder eine Hülse, insbesondere aus einem
brennbaren Material. Dadurch ist es vorteilhafterweise möglich, dass der Docht eine
gewisse Eigenstabilität aufweist und/oder seine Brenneigenschaften in gewünschter
Weise beeinflusst werden können.
[0023] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird der Docht der Kerze direkt oder indirekt
form-, kraft- und/oder stoffschlüssig mit der Mulde verbunden. Beispielsweise weist
der Docht einen Dochthalter auf, der vorzugsweise mit der Mulde durch Kleben, Siegeln,
Schweißen oder vorzugsweise durch einen Schnappverschluss verbunden wird. Es ist aber
auch denkbar, dass der Docht ohne einen Dochthalter form-, kraft- und/oder stoffschlüssig
mit der Mulde verbunden wird, beispielsweise durch Einpressen und/oder Siegeln. Besonders
bevorzugt werden der Docht, der Dochthalter und/oder die Mulde über Ultraschallsiegeln
und/oder über einen, insbesondere feuerfesten, Klebstoff, insbesondere einen Schmelzklebstoff
(Hotmelt) verbunden.
[0024] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist jede Mulde
einen Bodenbereich auf, in dem eine Ein- und/oder Ausbuchtung und/oder eine Öffnung
vorgesehen ist, in der der Docht und/oder ein Dochthalter befestigt ist. Diese Befestigung
erfolgt besonders bevorzugt durch einen Form-, Kraft- und/oder Stoffschluss. Durch
die Ein- oder Ausbuchtung wird verhindert, dass der Docht bei der Herstellung des
Kerzenmagazins und/oder beim Abbrand der Kerze verrutscht. Vorzugsweise weist die
Ein- und/oder Ausbuchtung einen Hinterschnitt auf, der form- und/oder kraftschlüssig
mit dem Docht und/oder mit dem Dochthalter zusammenwirkt.
[0025] Weiterhin bevorzugt ist der Bodenbereich zumindest abschnittsweise geneigt gegenüber
der Horizontalen vorgesehen. Dadurch wird sichergestellt, dass das brennbare Material,
das sich beim Abbrand der Kerze verflüssigt, in Richtung des Dochts fließt, so dass
zumindest ein möglichst vollständiger Abbrand des brennbaren Materials sichergestellt
ist.
[0026] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Seitenwand zumindest abschnittsweise
gegenüber der Vertikalen geneigt vorgesehen. Besonders bevorzugt weist die Mulde eine
im Wesentlichen konische Form auf, wobei insbesondere der Durchmesser im Bodenbereich
kleiner ist als der Durchmesser im Bereich einer dem Bodenbereich gegenüberliegenden
Öffnung der Mulde. Hierdurch wird zum einen ein kontrollierter und vollständiger Abbrand
des brennbaren Materials sichergestellt und zum anderen wird in besonders vorteilhafter
Weise sichergestellt, dass die Kerze in Gefäße unterschiedlicher Passformen, d.h.
unterschiedlicher Durchmesser, passt. Somit ist die Kerze vorteilhafterweise flexibel
einsetzbar. Außerdem kann eine derartige Mulde besser entformt werden.
[0027] Vorzugsweise ist zwischen wenigstens zwei Mulden des Magazins wenigstens eine Sollbruchstelle
vorgesehen, so dass die einzelnen Mulden von dem Benutzer einfach vereinzelt werden
können und als Einzelkerzen zur Verfügung stehen. Besonders bevorzugt ist die Sollbruchstelle
geradlinig vorgesehen, so dass die vereinzelten Mulden in wenigstens einer horizontalen
Ebene eine im Wesentlichen rechteckige, insbesondere quadratische, Querschnittsfläche
aufweisen. Dadurch ist es vorteilhafterweise möglich, bei entsprechender Anordnung
der Sollbruchstellen nach dem Vereinzeln der Mulden keinen, oder bei entsprechender
Dimensionierung der Sollbruchstellen lediglich einen geringen, insbesondere gitterförmigen,
Verschnitt der Materialbahn zu haben.
[0028] Alternativ ist die Sollbruchstelle wenigstens abschnittsweise entlang einer gekrümmten
Linie, insbesondere eines Kreises, vorgesehen. Dadurch wird vorteilhafterweise sichergestellt,
dass die vereinzelten Mulden eine wenigstens teilweise runde Form aufweisen. Ganz
besonders bevorzugt hat die Sollbruchstelle dieselbe Form wie der horizontale Querschnitt
der Mulde, insbesondere des Innenraums der Mulde, wobei die Sollbruchstelle vorzugsweise
eine größere Dimension aufweist als die Mulde. Noch mehr bevorzugt wird die Sollbruchstelle
konzentrisch zu der Mulde vorgesehen. Die Sollbruchstelle kann durch Stanzen oder
mit einem Laser oder dergleichen in die Materialbahn eingebracht werden. Vorzugsweise
erfolgt die Vorsehung der Sollbruchstelle nachdem die Mulden tiefgezogen worden sind
und insbesondere nachdem die Mulden mit dem brennbaren Material, dem Docht und/oder
dem Dochthalter befüllt worden sind. Es ist aber auch möglich die Sollbruchstellen
in der Materialbahn vorzusehen bevor diese tiefgezogen wird.
[0029] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist die Mulde ein Mittel auf, das das brennbare
Material form- und/oder kraftschlüssig mit der Mulde verbindet. Dieser Form- und/oder
Kraftschluss ist vorzugsweise so, dass er die Kerze beispielweise beim Transport und/oder
bei deren Benutzung in der Mulde hält, dass er aber mit menschlichen Kräften vergleichsweise
leicht überwunden werden kann, so dass die Kerze aus der Mulde entfernt werden kann,
sofern dies erwünscht ist.
[0030] Der Benutzer kann die Kerzen verwenden, in dem er die einzelnen Mulden vereinzelt.
Es ist jedoch auch möglich, dass der Benutzer das brennbare Material gemeinsam mit
dem Docht aus der Mulde entfernt und diese Kerze separat von der tiefgezogenen Mulde
abbrennt. Diese Ausführungsform ist insbesondere bei sogenannten Schwimmkerzen, Nachfüllpackungen
oder Nachfüllkerzen bevorzugt.
[0031] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist das Kerzenmagazin eine Verbindungsfläche
auf, an der eine Deckelfolie befestigt, insbesondere gesiegelt, werden kann. Durch
diese bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist jede Mulde abgeschlossen
und dadurch die darin befindliche Kerze geschützt. Insbesondere bei sogenannten Duftkerzen
wird durch eine Deckelfolie ein Ausgasen des Duftstoffes vor dem Abbrennen verhindert
und/oder bei einem Kerzenmagazin, bei dem die einzelnen Kerzen zumindest teilweise
unterschiedliche Duftstoffe aufweisen wird eine Vermischung der Duftstoffe vermieden.
Des Weiteren kann diese Deckelfolie, aber auch das Material, aus dem die Mulde bzw.
das Magazin gefertigt ist, mit Informationen oder Warenzeichen oder dergleichen bedruckt
werden. Die Deckelfolie weist vorzugsweise zwischen zwei Mulden eine Sollbruchstelle
auf. Vorzugsweise weist die Deckelfolie im Bereich jeder Mulde einen Öffnungsbereich
auf, mit dem Deckelfolie vorzugsweise nach dem Vereinzeln von der Mulde abgezogen
werden kann. Besonders bevorzugt ist der Öffnungsbereich als eine Lasche vorgesehen.
Die Deckelfolie kann mit jedem beliebigen dem Fachmann geläufigen Verfahren bedruckt
werden. Die Verbindungsfläche ist vorzugsweise der unten beschriebene umlaufende Rand,
an den die Deckelfolie gesiegelt wird. Insbesondere erfolgt das Siegeln durch Ultraschall.
[0032] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Deckelfolie wenigstens bereichsweise
transparent, insbesondere im Wesentlichen vollständig transparent. Besonders bevorzugt
ist die Deckelfolie aus einer Kunststoff- und/oder Aluminiumfolie hergestellt, insbesondere
aus einer schwer entflammbaren und/oder nicht brennbaren Folie. Der Fachmann versteht,
dass als Material für die Deckelfolie insbesondere die in dieser Anmeldung genannten
Materialien für das Mulden- bzw. Magazinmaterial in Frage kommen. Ganz besonders bevorzugt
ist die Deckelfolie aus dem gleichen Material hergestellt wie die Mulde bzw. das Magazin.
Noch mehr bevorzugt ist die Deckelfolie aus einem siegel- und/oder schweißfähigen
Material hergestellt.
[0033] Alternativ oder zusätzlich kann das Kerzenmagazin insgesamt in einer Verpackung,
beispielsweise einer Schlauchbeutelverpackung, vorgesehen werden. Diese Verpackung
kann ebenfalls mit Warenzeichen, Produktinformationen oder dergleichen bedruckt werden.
[0034] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist das Kerzenmagazin und/oder eine Kerze
ein Einlegemittel auf. Insbesondere ein farbiges und/oder bedrucktes Einlegemittel.
Besonders bevorzugt ist das Einlegemittel vereinzelt oder vereinzelbar im Bereich
der Mulde angeordnet, insbesondere im Bereich der dem Bodenbereich gegenüberliegenden
Öffnung. Hierdurch ist es in vorteilhafter Weise möglich, Informationen, Warnungen
und/oder Werbehinweise in den einzelnen Kerzen vorzusehen. Ferner brennen die Kerzen
mit dem Einlegemittel gleichmäßiger ab. Im Falle von Werbehinweisen sind diese vorteilhafterweise
gut von oben über die gesamte Brenndauer der Kerze hinweg ablesbar. Der Fachmann versteht,
dass das Einlegemittel bereits vor der Vereinzelung der Kerzen vereinzelt in den Mulden
vorgesehen sein kann, oder alternativ das Einlegemittel zusammen mit den Kerzen vereinzelt
wird.
[0035] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das Einlegemittel rund oder eckig vorgesehen,
insbesondere entspricht die äußere Kontur des Einlegemittels einem inneren Querschnitt
der Mulde. Besonders bevorzugt ist das Einlegemittel im Wesentlichen scheiben- oder
plättchenförmig ausgebildet. Ganz besonders bevorzugt ist das Einlegemittel auf dem
brennbaren Material angeordnet. Noch mehr bevorzugt ist das Einlegemittel form-, kraft-
und/oder stoffschlüssig mit dem brennbaren Material verbunden, insbesondere auf dieses
aufgeklebt, vorzugsweise mit einem nicht brennbaren Klebstoff. Hierdurch wird vorteilhafterweise
sichergestellt, dass das Einlegemittel beim Transport bzw. Gebrauch der Kerze bzw.
des Kerzenmagazins nicht verrutscht.
[0036] Vorzugsweise ist das Einlegemittel aus einem Metall, insbesondere Aluminium, einem
Kunststoff, insbesondere einem nicht-brennbaren Kunststoff, und/oder einem cellulosehaltigem
Material gefertigt. Besonders bevorzugt ist das Einlegemittel aus einem Folienmaterial
gefertigt. Dazu wird insbesondere auf die im Zusammenhang mit dem Material, aus dem
die Mulden bzw. das Magazin gefertigt sind, genannten Materialien verwiesen. Hierdurch
ist das Einlegemittel in vorteilhafter Weise mit geringen Kosten und geringem Gewicht
herstellbar.
[0037] Vorzugsweise weist das Einlegemittel eine, insbesondere mittig angeordnete, Öffnung
auf, in der der Docht anordenbar ist, bzw. durch die der Docht durchführbar ist.
[0038] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das Einlegemittel blattförmig ausgebildet
und insbesondere auf dem Kerzenmagazin angeordnet, beispielsweise auf das Kerzenmagazin
lose aufgelegt. Besonders bevorzugt weist das Einlegemittel eine Sollbruchstelle auf,
so dass wenigstens eine einzelne Mulde zusammen mit einem vereinzelbaren Bereich des
Einlegemittels von dem Benutzer vereinzelbar ist. Besonders bevorzugt ist die Sollbruchstelle
geradlinig vorgesehen. Alternativ oder zusätzlich ist die Sollbruchstelle wenigstens
abschnittsweise entlang einer gekrümmten Linie, insbesondere eines Kreises, vorgesehen.
Dadurch wird vorteilhafterweise sichergestellt, dass die vereinzelten Mulden und die
darin angeordneten vereinzelten Bereiche des Einlegemittels eine wenigstens teilweise
runde Form aufweisen. Ganz besonders bevorzugt weist die Sollbruchstelle dieselbe
Form wie der horizontale Querschnitt der Mulde, insbesondere des Innenraums der Mulde,
auf, wobei der durch die Sollbruchstelle definierte vereinzelbare Bereich vorzugsweise
eine kleinere Dimension aufweist als der entsprechende Querschnitt der Mulde. Noch
mehr bevorzugt ist die Sollbruchstelle konzentrisch zu der Mulde und/oder zu einer
Sollbruchstelle der Mulden bzw. des Kerzenmagazins vorgesehen. Die Sollbruchstelle
kann durch Stanzen oder mit einem Laser oder dergleichen in das Einlegemittel eingebracht
werden.
[0039] Vorzugsweise ist das Einlegemittel auf dem Kerzenmagazin, insbesondere lose, angeordnet
und gemeinsam mit diesem in einer Schlauchbeutelverpackung vorgesehen. Besonders bevorzugt
ist das Einlegemittel einstückig oder in den Mulden vereinzelt vorgesehen. Ganz besonders
bevorzugt ist das Einlegemittel auf das Kerzenmagazin aufgesiegelt.
[0040] Alternativ oder zusätzlich ist das Einlegemittel zwischen wenigstens einer Mulde
und einer Deckelfolie angeordnet. Hierdurch ist es in besonderes vorteilhafter Weise
möglich, das Einlegemittel wahlweise als Ersatz für eine Deckelfolie vorzusehen oder,
beispielsweise bei Duftkerzen, das Kerzenmagazin mit Einlegemittel durch eine Deckelfolie
aromadicht zu versiegeln, wobei das Einlegemittel insbesondere beweglich auf dem brennbaren
Material angeordnet ist.
[0041] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das Einlegemittel als Endlosband vorgesehen.
Ein solches Endlosband ist beispielsweise mit einer Etikettiermaschine herstellbar
und weist ein Trägermaterial auf, auf welches in regelmäßigen Abständen das Einlegemittel
vereinzelbar angeordnet, insbesondere aufgeklebt, ist.
[0042] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist jede Mulde im oberen Bereich einen
umlaufenden Rand auf. Besonders bevorzugt ist der Rand im Wesentlichen horizontal
vorgesehen, insbesondere in einem Winkel zu der Seitenwand von ungefähr 90 Grad, wobei
ganz besonders bevorzugt zwischen dem Rand und der Seitenwand ein Krümmungsradius
vorgesehen ist. Alternativ ist der Rand gegenüber der Horizontalen geneigt vorgesehen.
Ganz besonders bevorzugt ist der Rand als Verbindungsfläche vorgesehen. Noch mehr
bevorzugt weist der Rand eine umlaufende Prägung, insbesondere eine Erhebung wie z.B.
einen Grat, auf. Durch die Vorsehung eines Randes wird sichergestellt, dass die Kerze
besser von einem Benutzer gefasst werden kann, insbesondere auch in einem brennenden
bzw. heißen Zustand. Zudem wird vorteilhafterweise die Stabilität der Mulde durch
einen solchen Rand deutlich erhöht. Dabei ist ein horizontaler Rand, bzw. ein Rand,
der mit der Seitenwand einen rechten Winkel einschließt, stabiler als ein geneigter
Rand. Ein geneigter Rand, bzw. eine Prägung bietet den Vorteil einer besseren Siegelfläche
für die Verbindung mit der Deckelfolie. Insbesondere eine Prägung ermöglicht ein schnelles
und einfaches Ansiegeln einer Deckelfolie, ohne dass die Siegelvorrichtung, beispielsweise
eine Sonotrode bei einer Ultraschallsiegelung, exakt zu dem Rand ausgerichtet werden
muss.
[0043] Vorzugsweise sind die Magazine, insbesondere, wenn sich keine Kerzen in den Mulden
befinden, stapelbar gestaltet.
[0044] Vorzugsweise ist das Kerzenmagazin mehrteilig vorgesehen. Besonders bevorzugt sind
die Mulden aus einem tiefgezogenen Material hergestellt und nach der Herstellung in
einer Materialbahn angeordnet, wobei die Materialbahn ganz besonders bevorzugt Öffnungen
aufweist, die in ihren Dimensionen den Mulden entsprechen, insbesondere weisen die
Öffnungen einen Durchmesser auf, der einem Durchmesser einer Mulde entspricht. Der
Fachmann versteht, dass vorzugsweise der Durchmesser der Öffnung nicht dem größten
Durchmesser einer Mulde entspricht, so dass die Mulden insbesondere mit einem Rand
in den Öffnungen form-, kraft- und/oder stoffschlüssig befestigt werden. Besonders
bevorzugt sind die Mulden in die Öffnungen eingehängt. Ganz besonders bevorzugt ist
auf dem mehrteiligen Kerzenmagazin eine Deckelfolie angeordnet. Hierdurch wird vorteilhafterweise
eine einfache Verpackung und ein besonders einfacher Transport ermöglicht. Noch mehr
bevorzugt werden die Öffnungen durch Stanzen in die Materialbahn eingebracht. Insbesondere
sind die Mulden und die Materialbahn aus unterschiedlichen Materialien hergestellt.
Beispielsweise ist die Materialbahn aus einem festen Kunststoff mit einer höheren
Materialdicke hergestellt als die Materialdicke eines tiefgezogenen Kunststoffmaterials,
aus dem die Mulden hergestellt sind.
[0045] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Materialbahn aus einem Kunststoffmaterial
hergestellt und die Mulden sind aus einem von dem Kunststoffmaterial verschiedenen,
nicht-brennbaren und/oder schwer entflammbaren Material, insbesondere aus einem schwer
entflammbaren, cellulosehaltigen Material, hergestellt. Hierdurch werden in vorteilhafter
Weise eine besonders einfach und umweltfreundlich zu entsorgende Kerzen bereitgestellt,
die durch die Materialbahn, in der sie angeordnet sind, einfach und sicher zu transportieren
sind.
[0046] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Kerze mit einem brennbaren
Material und einem Docht, die in einer tiefgezogenen Mulde vorgesehen ist.
[0047] Die zu diesem Gegenstand der vorliegenden Erfindung gemachten Ausführungen gelten
für die anderen Gegenstände der vorliegenden Erfindung gleichermaßen und umgekehrt.
[0048] Die erfindungsgemäße Kerze ist vorteilhafterweise einfach und kostengünstig herzustellen.
Durch die im Vergleich zu Aluminium geringere Wärmeleitfähigkeit des Kunststoffes
wird weniger Energie in Form von Wärmeleitung an die Mulde abgegeben und der Abbrand
der Kerze wird vorteilhafterweise verlangsamt. Somit wird bei gleicher Brenndauer
weniger brennbares Material benötigt. Zudem erhitzt sich die Mulde der erfindungsgemäßen
Kerze vorteilhafterweise nicht so stark wie ein herkömmlicher Kerzenbehälter aus Aluminium
oder Glas. Wird die Kerze in einem Behältnis, beispielsweise zu dekorativen Zwecken,
angeordnet, so entfällt vorteilhafterweise die bei Kerzen mit Aluminiumhülle bestehende
Entzündungsgefahr der gesamten Kerze. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Kerze
besteht darin, dass keine, oder wenigstens eine deutlich verringerte, Verbrennungsgefahr
für einen Benutzer besteht, da die Mulde im Vergleich zu den aus dem Stand der Technik
bekannten Behältnissen nicht so hohe Temperaturen annimmt während des Abbrands der
Kerze.
[0049] Der Docht der Kerze kann direkt oder indirekt mit der Verpackungsmulde verbunden
sein und das brennbare Material wird vorzugsweise direkt in die tiefgezogene Mulde
eingefüllt und härtet dort aus.
[0050] Vorzugsweise weist die Mulde einen Bodenbereich und eine Seitenwand sowie eine dem
Bodenbereich gegenüberliegende Öffnung auf. Besonders bevorzugt weist die Mulde eine
rechteckige, insbesondere quadratische, runde, sternförmige, oder polygonale horizontale
Querschnittsfläche auf. Ganz besonders bevorzugt ist die Seitenwand gegenüber der
Vertikalen geneigt vorgesehen und/oder ist der Bodenbereich gegenüber der Horizontalen
geneigt vorgesehen, insbesondere so geneigt, dass das brennbare Material im flüssigen
Zustand entlang des Bodens in Richtung des Dochts, der sich in der Mitte des Bodens
befindet, fließt. Hierdurch wird eine flexible Verwendung in Behältnissen unterschiedlichen
Durchmessers ermöglicht, zudem kann das brennbare Material entlang der Neigung besser
in Richtung des Dochtes fließen und somit ein verbesserter und möglichst vollständiger
Abbrand der Kerze sichergestellt werden.
[0051] Der Fachmann versteht, dass sich Begriffe wie horizontal oder vertikal auf eine übliche
Ausrichtung einer Mulde bzw. Kerzen beziehen, also insbesondere auf eine Positionierung
der Mulde bzw. Kerze auf einer ebenen Fläche. Der Fachmann erkennt weiterhin, dass
die Ausrichtung der Mulde bzw. Kerze bzw. des Kerzenmagazins nicht auf eine solche
Ausrichtung beschränkt ist.
[0052] Vorzugsweise weist die Mulde eine Einbuchtung für den Docht oder einen Dochthalter
auf. Hierdurch ist es in besonders vorteilhafter Weise möglich, eine Fixierung und/oder
Stabilisierung des Dochtes zu realisieren, insbesondere eine form- und/oder kraftschlüssige
Vorfixierung, bevor der Docht mit der Mulde verbunden wird. Ferner wird somit ein
Brennstopp realisiert. Außerdem kann die Mulde ein Verrutschen des Dochtes verhindern,
für den Fall, dass das Brennmaterial zumindest im Wesentlichen verflüssigt ist und
die Kerze schräg gestellt wird.
[0053] Vorzugsweise weist die Kerze einen Dochthalter auf, wobei das Material, aus dem der
Dochthalter gefertigt ist, ein Kunststoff, Metall, oder ein natürliches Wachs, ein
künstliches Wachs, ein wachsähnliches Material und/oder ein technisches Wachsgemenge
ist. Hierdurch ist es in besonders vorteilhafter Weise möglich, bereits bekannte und
erprobte Dochthalter zu verwenden, wodurch die Herstellungskosten der Kerze gesenkt
werden.
Vorzugsweise ist das Material, aus dem der Dochthalter gefertigt ist, nicht brennbar
und/oder schwer entflammbar. Besonders bevorzugt entspricht das Material, aus dem
der Dochthalter hergestellt ist, einer Brandschutzklassifizierung gemäß der Norm UL94
V0, V1 oder V2 und/oder gemäß den Normen IEC/DIN EN 60 695-11-10 bzw. IEC/DIN EN 60
695-11-20.
[0054] Vorzugsweise ist das Material, aus dem der Dochthalter gefertigt ist, kompostierbar.
Ganz besonders bevorzugt ist der Dochthalter aus demselben Material gefertigt wie
die Mulde und/oder aus demselben Material wie das brennbare Material. Hierdurch wird
vorteilhafterweise die Nachhaltigkeit der Kerze verbessert, da somit die Zahl der
gesondert zu entsorgenden Rückstände reduziert wird, bzw. die Kerze nach Abbrand in
ihrer Gesamtheit recycelt und/oder kompostiert werden kann.
[0055] Vorzugsweise ist das Material, aus dem der Dochthalter gefertigt ist, ein siegelfähiges
Material, insbesondere ein Kunststoff. Alternativ oder zusätzlich weist der Dochthalter
wenigstens auf der dem Bodenbereich der Mulde zugewandten Seite eine siegelfähige
Beschichtung, insbesondere eine siegelfähige Kunststoffbeschichtung auf.
[0056] Vorzugsweise ist der Dochthalter als Brennstopp vorgesehen. Hierdurch ist es vorteilhafterweise
möglich, dass der Docht nur bis zu dem Dochthalter abbrennt und die Flamme dann verlöscht,
so dass eine negative Beeinträchtigung, insbesondere eine Brandgefahr, der Unterlage
ausgeschlossen wird. Besonders bevorzugt weist der Dochthalter eine flammverlöschende
Imprägnierung, Beschichtung und/oder Form auf.
[0057] Vorzugsweise ist der Docht mit dem Dochthalter form-, kraft- und/oder stoffschlüssig
verbunden, insbesondere eingegossen, eingeklebt, eingeklemmt, thermisch und/oder mechanisch
verbunden. Unter einer mechanischen Verbindung versteht der Fachmann insbesondere
eine form- und/oder kraftschlüssige Verbindung. Eine thermische Verbindung ist ein
Stoffschluss, zum Beispiel Siegeln oder Schweißen. Besonders bevorzugt weisen der
Docht und/oder der Dochthalter wenigstens abschnittsweise eine siegelfähige Beschichtung
und/oder ein Form- und/oder Kraftschlussmittel auf.
[0058] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist der Docht als Endlosband vorgesehen,
wobei besonders bevorzugt an dem Endlosband, insbesondere in regelmäßigen Abständen,
Dochthalter vorgesehen, insbesondere angeformt, sind.
[0059] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist die Kerze ein Stabilisierungsmittel
auf. Besonders bevorzugt ist das Stabilisierungsmittel wenigstens eine Prägung der
Seitenwand, insbesondere eine um den ganzen Umfang der Seitenwand umlaufende Ein-
und/oder Ausbuchtung.. Alternativ oder zusätzlich ist das Stabilisierungsmittel wenigstens
eine Prägung in einem Übergangsbereich zwischen dem Bodenbereich und der Seitenwand.
Vorzugsweise ist das Stabilisierungsmittel als eine Sicke oder Doppelsicke, insbesondere
in dem o.g. Bereich, vorgesehen. Hierdurch ist es in vorteilhafter Weise möglich,
dass eine thermische Rückformung bzw. Rückstellung des Materials, aus dem die Mulde
gefertigt ist, zumindest vermindert wird, beispielsweise wenn der Übergangsbereich
beim Abbrand der Kerze erwärmt wird.
[0060] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist die Mulde auf ihrer Unterseite, wenigstens
eine Auflagefläche, insbesondere einen Fuß, auf, auf dem die Kerze auf einer Unterlage
aufliegt. Besonders bevorzugt ist die Auflagefläche einstückig mit dem Bodenbereich
hergestellt, d.h. ebenfalls durch Tiefziehen gefertigt. Ganz besonders bevorzugt ist
der Fuß eine wenigstens abschnittsweise umlaufende, konzentrische Prägung. Alternativ
oder zusätzlich ist der Fuß eine lokale, insbesondere halbkugelförmige oder quaderförmige,
Prägung. Hierdurch wird eine Auflagefläche zur Verfügung gestellt, die vorteilhafterweise
einen stabilen Stand der Kerze ermöglicht, was die Betriebssicherheit der Kerze erhöht.
Zudem wird eine Luftzirkulation auf der Unterseite der Mulde ermöglicht, wodurch ein
Wärmestau vermieden wird und der Abbrand der Kerze kontrollierter und langsamer verläuft.
Auch wird eine Beeinträchtigung der Fläche, auf der die Kerze abgestellt wird, vermieden.
[0061] Vorzugsweise ist die Kerze aus dem erfindungsgemäßen Kerzenmagazin vereinzelt.
[0062] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Kerze, insbesondere gemäß
der vorliegenden Erfindung, mit einem brennbaren Material, wobei die Kerze für eine
Brenndauer von 4h weniger als 12 g, vorzugsweise weniger als 11 g, besonders bevorzugt
weniger als 10 g, insbesondere zwischen 8,5 g und 9,5 g, eines brennbaren Materials
umfasst.
[0063] Die zu diesem Gegenstand der vorliegenden Erfindung gemachten Ausführungen gelten
für die anderen Gegenstände der vorliegenden Erfindung gleichermaßen und umgekehrt.
[0064] Hierdurch ist es vorteilhafterweise möglich, eine Kerze mit weniger brennbaren Material
als eine herkömmliche Kerze bereitzustellen. Gegenüber einer bekannten Kerze, beispielsweise
einem Teelicht in einem Aluminiumbehälter, sind bei gleicher Brenndauer ca. 10 % des
brennbaren Materials einsparbar. Dadurch ist die erfindungsgemäße Kerze vorteilhafterweise
mit einem geringeren Materialeinsatz herstellbar.
[0065] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist die Kerze eine Mulde auf, in der das
brennbare Material vorgesehen ist. Besonders bevorzugt ist die Mulde aus einem Kunststoffmaterial
gefertigt, ganz besonders bevorzugt aus einem feuerfesten, kompostierbaren und/oder
recycelbaren Kunststoffmaterial, insbesondere einer Kunststofffolie. Hierdurch wird
in besonders vorteilhafter Weise der Verpackungsmüll der Kerze verringert und die
Nachhaltigkeit verbessert. Durch die Im Vergleich zu Aluminium geringere Wärmeleitfähigkeit
des Kunststoffes wird weniger Energie in Form von Wärmeleitung an die Mulde abgegeben
und der Abbrand der Kerze wird vorteilhafterweise verlangsamt. Somit wird bei gleicher
Brenndauer weniger brennbares Material benötigt. Zudem erhitzt sich die Mulde der
erfindungsgemäßen Kerze vorteilhafterweise nicht so stark wie ein herkömmlicher Kerzenbehälter
aus Aluminium oder Glas. Wird die Kerze in einem Behältnis, beispielsweise zu dekorativen
Zwecken, angeordnet, so entfällt vorteilhafterweise die bei Kerzen mit Aluminiumhülle
bestehende Entzündungsgefahr der gesamten Kerze. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen
Kerze besteht darin, dass keine, oder wenigstens eine deutlich verringerte, Verbrennungsgefahr
für einen Benutzer besteht, da die Mulde im Vergleich zu den aus dem Stand der Technik
bekannten Behältnissen nicht so hohe Temperaturen annimmt während des Abbrands der
Kerze.
[0066] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Mulde aus einem tiefgezogenen Kunststoffmaterial
gefertigt.
[0067] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Kerze 8,5 g 8,6 g, 8,7 g, 8,8
g, 8,9 g, 9,0 g, 9,1 g, 9,2 g, 9,3 g, 9,4 g oder 9,5g des brennbaren Materials.
[0068] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Kerze mit einem brennbaren
Material und einem Docht, die in einer Mulde angeordnet sind, wobei die Mulde aus
einem Material hergestellt ist, welches Cellulose enthält und/oder wenigstens teilweise
aus Cellulose besteht.
Die zu diesem Gegenstand der vorliegenden Erfindung gemachten Ausführungen gelten
für die anderen Gegenstände der vorliegenden Erfindung gleichermaßen und umgekehrt.
[0069] Hierdurch wird in besonders vorteilhafter Weise eine besonders gute Wiederverwertbarkeit
bzw. Recycelbarkeit der Kerze sichergestellt.
[0070] Der Fachmann versteht, dass wenigstens einige Cellulosematerialien, wie sie beispielsweise
im Rahmen der vorliegenden Erfindung beschrieben sind, nicht tiefgezogen werden, sondern
über ein Vakuum aus einer breiförmigen Masse hergestellt werden.
[0071] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung
der erfindungsgemäßen Kerze wobei die Mulde aus einer Materialbahn, insbesondere einer
Kunststofffolie, tiefgezogen, der Docht in der Mulde vorgesehen und das brennbare
Material in die Mulde eingefüllt wird.
[0072] Die zu diesem Gegenstand der vorliegenden Erfindung gemachten Ausführungen gelten
für die anderen Gegenstände der vorliegenden Erfindung gleichermaßen und umgekehrt.
[0073] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren gelingt es, Kerzen einfach und kostengünstig
herzustellen. Des Weiteren ist die nach dem Abbrand der Kerze übrig bleibende Mulde
einfach zu entsorgen.
[0074] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird die Materialbahn vor dem Tiefziehen
vorgezogen und/oder vorgedehnt. Besonders bevorzugt wird wenigstens ein Bereich der
Materialbahn vor und/oder während des Tiefziehens gekühlt und/oder mit einem Vakuum
an einem Tiefziehmittel, beispielsweise einem Tiefziehstempel, fixiert. Hierdurch
ist es in besonders vorteilhafter Weise möglich, die Materialverteilung beim Tiefziehen
gezielt zu steuern und somit beispielsweise eine homogenere Materialdicke der Mulde
zu realisieren. Alternativ oder zusätzlich können somit gezielt verstärkte Bereich
in der Mulde bereitgestellt werden. Durch die Fixierung der Materialbahn an dem Tiefziehmittel,
insbesondere in einem mittigen Bereich der Mulde, ist es vorteilhafterweise möglich,
Strukturen, beispielsweise eine Einbuchtung, bereits während des Tiefziehens in einfacher
Weise zu realisieren. In gleicher Weise ist auch die Herstellung wenigstens einer
Auflagefläche an der Unterseite der Mulde durch gezieltes Kühlen und/oder Fixieren
mittels Vakuum möglich.
[0075] Vorzugsweise wird der Docht und/oder ein Dochthalter vor, beim oder nach dem Tiefziehen,
jedoch vor dem Befüllen der Mulde mit dem brennbaren Material, mit der Mulde verbunden.
Vorzugsweise wird der Docht und/oder der Dochthalter in die Mulde geklebt, insbesondere
mit einem Klebstoff, insbesondere einem Schmelzklebstoff, und/oder gesiegelt, insbesondere
ultraschallgesiegelt. Dafür ist das Material des Dochts und/oder des Dochthalters
und/oder der Mulde besonders bevorzugt siegelfähig.
[0076] Gemäß einer alternativen Ausführungsform wird der Docht und/oder der Dochthalter
vor, beim oder nach dem Tiefziehen der Materialbahn mit dieser stoffschlüssig verbunden.
Insbesondere erfolgt ein Stoffschluss durch Kleben, Schweißen und/oder Siegeln.
[0077] Beispielsweise kann der Docht und/oder der Dochthalter im Bereich des Stempels einer
Tiefziehvorrichtung vorgesehen sein und wird beim Tiefziehen in Richtung der Materialbahn
gedrückt und verbindet sich dabei mit dieser kraft-, form- und/oder stoffschlüssig.
[0078] Vorzugsweise wird der Docht vor, beim oder nach dem Einsetzen in die Mulde mit dem
Dochthalter form-, kraft- und/oder stoffschlüssig verbunden.
[0079] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird der Dochthalter in einer Einbuchtung
der Mulde gebildet. Besonders bevorzugt wird das Material, aus dem der Dochthalter
hergestellt wird, in die Einbuchtung im Boden eingeformt, insbesondere gegossen, und
gleichzeitig oder anschließend der Docht in den Dochthalter eingesetzt. Ganz besonders
bevorzugt wird der Docht fixiert, bis das Material des Dochthalters erstarrt ist.
[0080] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird ein Klebstoff, insbesondere ein Schmelzklebstoff,
in eine Einbuchtung der Mulde eingebracht und anschließend wird der Docht vor dem
vollständigen Erstarren des Klebstoffs in diesen eingesetzt sowie besonders bevorzugt
bis zu dem vollständigen Erstarren bzw. Aushärten des Klebstoffs fixiert. Alternativ
wird der Klebstoff in die Mulde eingebracht und anschließend wird der Docht vor dem
vollständigen Erstarren des Klebstoffs in diesen eingesetzt, insbesondere eingepresst.
In vorteilhafter Weise wird hierdurch ein Dochthalter gebildet, ohne dass ein separater
Dochthalter und/oder eine Einbuchtung in der Mulde bereitgestellt werden muss.
[0081] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird der Dochthalter in eine Einbuchtung
der Mulde eingepresst. Besonders bevorzugt wird der Dochthalter in der Einbuchtung
der Mulde geformt, insbesondere gegossen und/oder gespritzt und/oder gepresst.
[0082] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die Mulde im Bodenbereich
eine Öffnung auf, in die form-, kraft- und/oder stoffschlüssig der Docht und/oder
der Dochthalter eingesetzt wird. Besonders bevorzugt wird der Docht und/oder der Dochthalter
von unten eingesetzt. Alternativ wird der Docht und/oder der Dochthalter von oben
in die Öffnung eingesetzt. Ganz besonders bevorzugt wird der Docht und/oder der Dochthalter
anschließend form-, kraft- und/oder stoffschlüssig mit der Öffnung bzw. mit dem an
die Öffnung angrenzenden Material der Mulde verbunden. Insbesondere wird der Dochthalter
mit der Öffnung, bzw. mit dem an die Öffnung angrenzenden Material verschweißt, verpresst,
vercrimpt, verklebt und/oder miteinander verstaucht.
[0083] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist der Docht als Endlosband vorgesehen,
an dem, insbesondere in regelmäßigen Abständen, Dochthalter vorgesehen sind. Die Dochthalter
sind besonders bevorzugt an den Docht angeformt. Ganz besonders bevorzugt wird das
Endlosband von oben oder unten durch die Öffnung der Mulde geführt, der Dochthalter
und/oder Docht wird mit der Mulde verbunden und der Docht wird abgelängt.
[0084] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird pro Mulde ein mit einem Dochthalter
versehener Docht in einem ersten Schritt durch eine Dochtzuführung in die Mulde eingesetzt
und in einem zweiten Schritt mit der Mulde form- und/oder kraftschlüssig verbunden,
insbesondere verpresst und/oder verstaucht.
[0085] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird das Material, aus dem der Dochthalter
hergestellt wird, in ein Formmittel eingefüllt, ein Docht in dem Formmittel und/oder
dem Material angeordnet und das Material ausgehärtet, der Docht mit angeformten Dochthalter
dem Formmittel entnommen und mit der Mulde oder der Materialbahn verbunden. Besonders
bevorzugt ist das Material während des Einfüllens wenigstens teilweise in einem flüssigen
oder pastösen Zustand. Ganz besonders bevorzugt wird das Formmittel wenigstens nach
dem Einfüllen und/oder bis zur Entnahme des Dochthalters und des Dochts gekühlt und/oder
bestrahlt, beispielsweise durch ultraviolette Strahlung.
[0086] Das brennbare Material wird vorzugsweise als flüssiges oder pastöses Medium in die
Mulde eingefüllt und härtet dort aus. Das Einfüllen des brennbaren Materials in die
Mulden erfolgt vorzugsweise mit einem Einfüllstutzen pro Mulde besonders bevorzugt
jedoch bei mehreren Mulden gleichzeitig.
[0087] Vorzugsweise werden die Mulden vor, beim und/oder nach dem Einfüllen des brennbaren
Materials gekühlt, um das Härten des brennbaren Materials zu beschleunigen.
[0088] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird in die Materialbahn eine Sollbruchstelle
eingebracht, insbesondere eingestanzt oder perforiert. Hierdurch sind die Mulden und/oder
Kerzen in vorteilhafter Weise vereinzelbar vorgesehen. Besonders bevorzugt werden
mehrere Sollbruchstellen gitterförmig und/oder kreisförmig in die Materialbahn eingebracht,
wobei die Sollbruchstellen insbesondere konzentrisch mit der Mulde vorgesehen werden.
Ganz besonders bevorzugt werden die Sollbruchstellen derart vorgesehen, dass sie im
Wesentlichen den gleichen Querschnitt aufweisen wie die Mulden, beispielsweise in
ihrem Innenraum, wobei sie insbesondere eine größere Dimension aufweisen.
[0089] Vorzugsweise wird in die Mulden und/oder auf das Kerzenmagazin ein vereinzeltes oder
vereinzelbares Einlegemittel angeordnet. Besonders bevorzugt wird eine Deckelfolie
auf das Kerzenmagazin aufgesiegelt. Alternativ oder zusätzlich wird das Einlegemittel
form-, kraft- und/oder stoffschlüssig mit den Mulden und/oder dem Kerzenmagazin verbunden,
insbesondere gesiegelt.
[0090] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Tiefziehvorrichtung,
mit einer Formstation, die Mulden in eine Materialbahn mittels Tiefziehen formt, wobei
sie eine Dochtzuführung aufweist, die einen Docht pro Mulde direkt oder indirekt mit
der Materialbahn oder der Mulde verbindet.
[0091] Die zu diesem Gegenstand der vorliegenden Erfindung gemachten Ausführungen gelten
für die anderen Gegenstände der vorliegenden Erfindung gleichermaßen und umgekehrt.
[0092] Durch die erfindungsgemäße Tiefziehvorrichtung ist es in vorteilhafter Weise möglich,
eine einfache, schnelle und kostengünstige Vorrichtung zur Herstellung des erfindungsgemäßen
Kerzenmagazins bzw. der erfindungsgemäßen Kerze bereitzustellen.
[0093] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Tiefziehvorrichtung ein Kühlungsmittel
und/oder ein Vakuumerzeugungsmittel. Besonders bevorzugt ist das Kühlungsmittel derart
vorgesehen, dass wenigstens ein vorbestimmter Bereich der Materialbahn wenigstens
zeitweise gekühlt wird. Insbesondere wird der vorbestimmte Bereich der Materialbahn
vor, während und/oder nach dem Tiefziehen gekühlt. Es ist auch denkbar, dass beispielsweise
ein erster Bereich vor und/oder während des Tiefziehens gekühlt wird, während ein
zweiter, wenigstens teilweise von dem ersten Bereich verschiedener, Bereich während
und/oder nach dem Tiefziehen gekühlt wird. Ganz besonders bevorzugt ist das Vakuumerzeugungsmittel
derart vorgesehen, dass wenigstens ein vorbestimmter Bereich der Materialbahn wenigstens
zeitweise über ein Vakuum mit der Tiefziehvorrichtung, insbesondere mit einem Tiefziehmittel
verbunden wird, bzw. an diesem fixiert wird. Hierdurch ist der Tiefziehprozess in
vorteilhafter Weise präzise steuerbar, wobei insbesondere die Dicke der Mulde in verschiedenen
Bereichen exakt eingestellt werden kann und Strukturen in besonders einfacher Weise
erzeugt werden können. Vorzugsweise ist das Tiefziehmittel ein Tiefziehstempel, wobei
das Vakuumerzeugungsmittel besonders bevorzugt in einem mittigen Bereich des Tiefziehstempels
angeordnet ist.
[0094] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Dochtzuführung derart konfiguriert,
dass sie einen als Endlosband vorgesehenen und mit Dochthaltern, insbesondere in regelmäßigen
Abständen, versehenen Docht durch eine Öffnung der Mulde führt und den Docht ablängt.
Dazu umfasst die Dochtzuführung besonders bevorzugt ein Mittel, um den Docht auf die
jeweils gewünschte Länge abzulängen. Ganz besonders bevorzugt wird der Docht nach
dem Verbinden des Dochts und/oder des Dochthalters mit der Materialbahn oder der Mulde
abgelängt.
[0095] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Dochtzuführung derart vorgesehen,
dass durch ein kraftschlüssiges Zusammenwirken wenigstens eines Abschnitts der Dochtzuführung
und einer Einbuchtung im Bodenbereich der Mulde die Einbuchtung reversibel verformt,
insbesondere aufgeweitet, wird. Hierdurch ist es in besonders vorteilhafter Weise
möglich, die Bedochtung der Mulde einfach vorzunehmen, wobei insbesondere nach Einsetzen
des Dochtes und Entfernens der Dochtzuführung durch die elastische Rückformung der
Einbuchtung ein Kraft- und/oder Formschluss mit dem Docht erfolgt.
[0096] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist die Dochtzuführung wenigstens eine
Dochthaltevorrichtung zum Halten und/oder Einsetzen von Dochten auf. Besonders bevorzugt
ist die Dochthaltevorrichtung als wechselbares Werkzeug vorgesehen. Hierdurch ist
es in vorteilhafter Weise möglich, durch den Einsatz von mehr als einer Dochthaltevorrichtung
eine kontinuierlich arbeitende Tiefziehvorrichtung bereitzustellen, wodurch die Produktivität
der Tiefziehvorrichtung gesteigert wird. Ferner ist es mit einer als wechselbaren
Werkzeug vorgesehen Dochthaltevorrichtung in besonders vorteilhafter Weise möglich,
eine flexible Vorrichtung bereitzustellen, mit der eine Vielzahl von verschiedenen
Magazingrößen in einem Arbeitsschritt bedochtbar sind.
[0097] Vorzugsweise weist die Dochtzuführung, insbesondere die Dochthaltevorrichtung, ein
Vakuumerzeugungsmittel auf. Besonders bevorzugt ist das Vakuumerzeugungsmittel zum
reversiblen Halten wenigstens eines Dochtes vorgesehen.
[0098] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Dochtzuführung, insbesondere die
Dochthaltevorrichtung, zur gleichzeitigen Bedochtung eines Magazins mit einer Vielzahl
von Dochten vorgesehen. Besonders bevorzugt weist die Dochthaltevorrichtung dazu eine
Vielzahl von Dochthaltern auf. Ganz besonders bevorzugt sind die Dochthalter unabhängig
voneinander steuerbar vorgesehen. Insbesondere sind die Dochthalter mit dem Vakuumerzeugungsmittel
wenigstens gekoppelt. Der Fachmann versteht, dass dabei in jede Mulde vorzugsweise
jeweils nur ein Docht eingesetzt wird. Hierdurch wird in vorteilhafter Weise eine
Bedochtung eines Kerzenmagazins in einem einzigen Arbeitsschritt ermöglicht.
[0099] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Tiefziehvorrichtung, insbesondere
die Dochtzuführung, wenigstens ein Detektionsmittel. Besonders bevorzugt ist das Detektionsmittel
zur Detektion einer korrekten Positionierung wenigstens eines Dochts in einer Mulde
und/oder einem Dochthalter vorgesehen. Ganz besonders bevorzugt ist das Detektionsmittel
ein optisches, elektrisches, magnetisches, elektromagnetisches, hydraulisches und/oder
pneumatisches Detektionsmittel. Beispielsweise umfasst das Detektionsmittel eine Photodiode,
einen kapazitiven Sensor, einen resistiven Sensor und/oder einen induktiven Sensor.
Alternativ oder zusätzlich ist das Detektionsmittel Teil der elektronischen Steuerung
der Tiefziehvorrichtung, insbesondere der Dochtzuführung. Vorzugsweise detektiert
das Detektionsmittel eine höhere Leistungsaufnahme des Vakuumerzeugungsmittels, insbesondere
bezogen auf einen einzelnen Dochthalter. Eine solche höhere Leistungsaufnahme wird
dann als ein Fehlen bzw. eine fehlerhafte Positionierung eines Dochts aufgefasst.
Hierdurch ist es in besonders vorteilhafter Weise möglich, dass eine fehlerhafte Bedochtung
eines Kerzenmagazins vermieden wird. Da bei einer fehlerhafte bzw. fehlenden Bedochtung
selbst einer einzigen Mulde diese nicht aus dem Magazin ausgesondert werden kann,
sondern das ganze Kerzenmagazin bei einer Endkontrolle verworfen werden muss, ist
somit in vorteilhafter Weise der Ausschuss der Tiefziehvorrichtung verringerbar.
[0100] Vorzugsweise ist die Dochtzuführung derart konfiguriert, dass bei Detektion eines
Fehlersignals im Zusammenhang mit wenigstens einem Dochthalter eine Bedochtung mit
den übrigen Dochten vorgesehen ist und besonders bevorzugt eine erneute Bedochtung
mit dem Dochthalter vorgesehen ist. Alternativ ist die Dochtzuführung derart konfiguriert,
dass bei Detektion eines Fehlersignals die Dochthaltevorrichtung erneut mit Dochten
bestückt wird, insbesondere nur die im Zusammenhang mit dem Fehlersignal stehenden
Dochthalter.
[0101] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das Detektionsmittel zur Detektion einer
korrekten Positionierung wenigstens eines Dochts vor, während und/oder nach der Bedochtung
vorgesehen. Hierdurch ist es vorteilhafterweise wahlweise möglich, eine fehlerhafte
Bedochtung zu vermeiden und/oder ein fehlerhaft bedochtetes Magazin, bzw. eine fehlerhaft
bedochtete Mulde zu detektieren und auszusondern.
[0102] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Tiefziehvorrichtung ein Transportmittel
zum Transport der tiefgezogenen Mulden zu der Dochtzuführung. Besonders bevorzugt
ist das Transportmittel ein Förderband, insbesondere eine Endlosband.
[0103] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist der Tiefziehvorrichtung eine Schneidvorrichtung
wenigstens zugeordnet, die zur Vereinzelung der Kerzenmagazine und/oder Kerzen vorgesehen
ist und/oder die zum Erzeugen wenigstens einer Kontur der Materialbahn im Bereich
eines Kerzenmagazins und/oder einer Kerze vorgesehen ist.
[0104] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Dochtzuführung ein Positioniermittel,
welches mit Dochthaltern versehene Dochte bereitstellt und in einem ersten Schritt
pro Mulde einen Docht mit Dochthalter in der Mulde positioniert und in einem zweiten
Schritt den Dochthalter und/oder Docht form-, kraft- und/oder stoffschlüssig mit der
Mulde verbindet. Besonders bevorzugt weist das Positioniermittel ein Zentriermittel,
insbesondere eine Zentrierscheibe, auf, die derart an dem Positioniermittel vorgesehen
ist, dass durch einen Form- und/oder Kraftschluss des Zentriermittels mit der Mulde
der Docht und der Dochthalter an einer vorbestimmten Stelle jeder Mulde positioniert
werden.
[0105] Vorzugsweise umfasst das Positioniermittel zwei im Wesentlichen parallel zueinander
angeordnete Platten, die, insbesondere senkrecht zu ihrer gemeinsamen Haupterstreckungsebene,
wenigstens teilweise beweglich sind, sowie wenigstens ein sich durch Öffnungen in
den Platten erstreckendes, die beiden Platten verbindendes Rohrelement, in dem wenigstens
ein Docht mit Dochthalter bereitgestellt wird. Besonders bevorzugt ist die Haupterstreckungsrichtung
des Rohrelements senkrecht zu der Haupterstreckungsebene der Platten angeordnet und
ganz besonders bevorzugt entspricht der Durchmesser des Rohrelements im Wesentlichen
einem größten Durchmesser des Dochthalters.
[0106] Vorzugsweise weist das Rohrelement an seinem der Mulde zugewandten Ende ein Schließmittel
auf, das zwischen einer offenen Position, in welcher ein Docht mit Dochthalter das
Rohrelement an dem Schließmittel vorbei verlassen können, und einer geschlossenen
Position, in welcher der Docht und der Dochthalter in dem Rohrelement gehalten werden
und in welcher das Schließmittel eine Kraft auf einen in der Mulde positionierten
Docht und/oder Dochthalter derart ausüben kann, dass ein Form- und/oder Kraftschluss
zwischen der Mulde und dem Docht und/oder dem Dochthalter herbeigeführt wird.
[0107] Vorzugsweise ist zwischen den Platten ein Federmittel, insbesondere eine Spiralfeder,
angeordnet.
[0108] Vorzugsweise sind die Platten derart mit dem Schließmittel gekoppelt, dass eine Bewegung
wenigstens einer der Platten das Schließmittel zwischen der offenen und der geschlossenen
Position verfährt. Besonders bevorzugt sind die Platten derart mit dem Rohrelement
gekoppelt, dass eine weitere Bewegung wenigstens einer der Platten das Rohrelement
zwischen einer ersten und einer zweiten Position verfährt, wobei in der zweiten Position
eine Kraft auf einen in der Mulde positionierten Docht und/oder Dochthalter ausgeübt
wird.
[0109] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist der Dochtzuführung und/oder der Tiefziehvorrichtung
eine Präparierstation zugeordnet, die eine Haltevorrichtung und ein Formmittel umfasst,
wobei die Haltevorrichtung und das Formmittel derart konfiguriert sind, dass die Haltevorrichtung
einen Docht mit angeformtem Dochthalter aus dem Formmittel entnimmt, wobei besonders
bevorzugt eine Dosiereinheit ein Material, aus dem der Dochthalter hergestellt wird,
in das Formmittel füllt, wobei ein Docht in das Formmittel und/oder das Material eingesetzt
und das Material ausgehärtet wird. Ganz besonders bevorzugt ist ein Transportmittel,
insbesondere eine Rotierscheibe, vorgesehen, das eine Vielzahl von Formmitteln aufweist.
Alternativ oder zusätzlich ist das Transportmittel eine Linearführung, beispielsweise
ein Endlosband, welches die Vielzahl an Formmitteln aufweist.
[0110] Vorzugsweise wird das Transportmittel angetrieben, so dass kontinuierlich Dochthalter
an Dochte angeformt und wenigstens einem Formmittel des Transportmittels entnommen
werden. Besonders bevorzugt werden die Dochthalter jeweils sequentiell oder batchweise
an die Dochte angeformt. Dabei soll unter batchweise verstanden werden, dass jeweils
mehrere Dochthalter gleichzeitig an Dochte angeformt werden.
[0111] Die Verbindung des Dochtes mit der Materialbahn erfolgt direkt oder indirekt vorzugsweise
vor dem Tiefziehen der Folienbahn. Die Verbindung des Dochts mit der Mulde erfolgt
beim oder nach dem Tiefziehen.
[0112] Vorzugsweise weist die Tiefziehvorrichtung des Weiteren ein Mittel auf, um den Docht
auf die jeweils gewünschte Länge abzulängen.
[0113] Weiterhin bevorzugt weist die Tiefziehvorrichtung Mittel auf, um jede Mulde mit einem
flüssigen und/oder pastösen brennbaren Material zu befüllen. Vorzugsweise sind mehrere
dieser Mittel vorhanden, so dass mehrere Mulden gleichzeitig befüllt werden können.
[0114] Vorzugsweise weist die Tiefziehvorrichtung eine Kühlvorrichtung auf, mit der das
brennbare Material nach dessen Einfüllung in die jeweilige Mulde gekühlt werden kann.
Besonders bevorzugt ist diese Kühlvorrichtung das Kühlungsmittel für die Materialbahn.
[0115] Noch ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Tiefziehvorrichtung
mit einer Formstation, die Mulden in eine Materialbahn mittels Tiefziehen formt, wobei
sie eine Beladestation aufweist, die jeweils eine fertige Kerzen in eine Mulde platziert
und dort gegebenenfalls form- und/oder kraftschlüssig mit der Mulde verbindet.
[0116] Die zu diesem Gegenstand der vorliegenden Erfindung gemachten Ausführungen gelten
für die anderen Gegenstände der vorliegenden Erfindung gleichermaßen und umgekehrt.
[0117] Noch ein weiter Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Vorrichtung, bei der
bereits vorgefertigte Magazine angeliefert werden, die eine Vielzahl von Mulden aufweist.
In jeder dieser Mulden kann bereits ein Docht vorgesehen sein. Die Vorrichtung weist
des Weiteren ein Mittel auf, mit dem ein Docht in jeder Mulde platziert werden kann
und/oder mit dem jede Mulde mit einem brennbaren Material befüllt wird. Das vorgefertigte
Magazin kann bereits die Sollbruchstellen zur Vereinzelung aufweisen. Die Vorrichtung
kann auch eine Beladevorrichtung aufweisen, mit der fertige Kerzen in den Mulden platziert
werden.
[0118] Die zu diesem Gegenstand der vorliegenden Erfindung gemachten Ausführungen gelten
für die anderen Gegenstände der vorliegenden Erfindung gleichermaßen und umgekehrt.
[0119] Vorzugsweise werden die Magazine gestapelt angeliefert. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
weist die Vorrichtung deshalb eine Vereinzelungsvorrichtung auf, die die Magazine
vereinzelt.
[0120] Vorzugsweise umfasst die Vorrichtung eine Versiegelungsvorrichtung, insbesondere
einen sogenannten Traysealer zum Ansiegeln der Deckelfolie an die Kerzenmagazine.
Traysealer werden zum Versiegeln von Lebensmitteln in schalenförmigen Behältnissen
eingesetzt. Durch den Einsatz von Traysealern wird eine einfache und schnelle Versiegelung
der Kerzenmagazine mit der Deckelfolie ermöglicht.
[0121] Im Folgenden werden die Erfindungen anhand der Figuren 1 bis 20 erläutert.
[0122] Diese Erläuterungen sind lediglich beispielhaft und schränken den allgemeinen Erfindungsgedanken
nicht ein. Die Erläuterungen gelten für alle Gegenstände der vorliegenden Erfindung
gleichermaßen.
- Figur 1
- zeigt die erfindungsgemäße Kerze.
- Figur 2
- zeigt das erfindungsgemäße Kerzenmagazin.
- Figuren 3 und 4
- zeigen beispielhafte Ausführungsformen der Mulde.
- Figur 5
- zeigt eine Einbuchtung für den Docht oder den Dochthalter.
- Figur 6
- zeigt das Kerzenmagazin in einer Schlauchbeutelverpackung.
- Figur 7
- zeigt die erfindungsgemäße Verpackungsmaschine.
- Figuren 8a, 8b und 9a, 9b
- zeigen beispielhafte Ausführungsformen der Mulde und des Dochtes bzw. Dochthalters.
- Figur 10
- zeigt eine Ausführungsform des Dochtes und des Dochthalters.
- Figur 11
- zeigt eine Ausführungsform der Präparierstation.
- Figur 12
- zeigt eine Ausführungsform des Positioniermittels.
- Figur 13
- zeigt eine perspektivische Ansicht des Positioniermittels.
- Figuren 14a, 14b, 14c
- zeigen das Positioniermittel in unterschiedlichen Positionen.
- Figur 15
- zeigt ein erfindungsgemäßes Kerzenmagazin.
- Figuren 16a bis 16d
- zeigen verschiedene Ausführungsformen der Mulde.
- Figuren 17a und 17b
- zeigen Einbuchtungen für den Docht oder den Dochthalter.
- Figuren 18a bis 18c
- zeigen Kerzenmagazine mit Einlegemitteln.
- Figuren 19a bis 19e
- zeigen eine Ausführungsform des Verfahrens zur Herstellung eines Kerzenmagazins.
- Figur 20
- zeigt eine beispielhafte Ausführungsform der Dochtzuführung.
[0123] Figur 1 zeigt die erfindungsgemäße Kerze 14, die aus einem brennbaren Material 3, beispielsweise
einem Wachs, wachsähnlichen Material oder technischem Wachsgemenge besteht, in dem
ein Docht vorgesehen ist. Erfindungsgemäß sind das brennbare Material 3 und der Docht
4 in einer tiefgezogenen Mulde 2 vorgesehen. Die Mulde 2 ist vorzugsweise aus einem
nicht brennbaren und/oder aus einem schwer entflammbaren Material, hier aus einem
Kunststoff, gefertigt. Besonders bevorzugt ist dieser Kunststoff kompostierbar, so
dass nach dem Abbrand der Kerze 14 keine unnötigen Rückstände verbleiben.
[0124] Figur 2 zeigt das erfindungsgemäße Kerzenmagazin 1. Dieses ist hier aus einer Kunststofffolie
gefertigt, in die durch Tiefziehen eine Vielzahl von Mulden 2, insbesondere gleichzeitig,
eingebracht worden ist. In jeder dieser Mulden 2 ist eine Kerze 14 bestehend aus einem
brennbaren Material 3 und einem Docht 4 vorgesehen. Jede Mulde 2 kann mit einer Deckelfolie
6, die mit dem Kerzenmagazin 1 verbunden ist, insbesondere durch Siegeln verbunden
ist, verschlossen sein. Des Weiteren kann jeweils zwischen zwei Mulden 2 eine Sollbruchstelle
vorgesehen sein, die es dem Benutzer ermöglicht, die Mulden 2 mit der darin befindlichen
Kerze 14 zu vereinzeln, so dass jeweils eine Kerze 14 gemäß Abbildung 1 entsteht.
Hier sind die Sollbruchstellen 5 gitterförmig vorgesehen, so dass die vereinzelten
Kerzen 14 einen Überstand der Materialbahn 12 in im Wesentlichen quadratischer Form
aufweisen. Nach Vereinzelung der Kerzen 14, beispielsweise in einer Schneidstation
13, tritt somit kein Materialverschnitt auf. Solche Sollbruchstellen 5 sind ferner
besonders geeignet für Kerzen, die einen im Wesentlichen quadratischen Querschnitt
haben. Umgekehrt bedeutet dies, dass die Sollbruchstellen 5 vorzugsweise im Wesentlichen
den gleichen Querschnitt wie die Mulden 2 aufweisen, jedoch mit größeren Dimensionen,
beispielsweise einem größeren Durchmesser, als die Mulden 2. Die in dem Magazin 1
befindlichen Kerzen 14 können gemeinsam mit der Mulde 2 verwendet werden, d.h. die
Kerze 14 brennt in der Mulde 2, die verhindert, dass das brennbare Material 3, das
sich bei dem Abbrand der Kerze 14 verflüssigt, ausläuft. Alternativ ist aber auch
denkbar, dass die Kerzen 14 vor deren Abbrand aus dem Magazin 1 bzw. der Mulde 2 entfernt
werden. Diese Anwendungsform bietet sich insbesondere bei sogenannten Schwimmkerzen,
Nachfüllpackungen oder Nachfüllkerzen an. Vorzugsweise drückt der Benutzer die Kerze
14 dann aus der Mulde 2 heraus, vorzugsweise unter Überwindung eines entsprechenden
Form- und/oder Kraftschlusses.
[0125] Figur 3 zeigt eine erste Ausführungsform der Mulde 2. Diese weist eine Seitenwand 2.1, vorzugsweise
eine gegenüber der Vertikalen geneigte Seitenwand, auf, wobei der Querschnitt der
Mulde 2 zu einem Bodenbereich 2.3 hin vorzugsweise abnimmt. Des Weiteren weist die
Mulde 2 einen Bodenbereich 2.3 auf, der in dem vorliegenden Fall gegenüber der Horizontalen
in Richtung der Mitte der Mulde 2 geneigt ist, so dass das verflüssigte, brennbare
Material 3 in Richtung des Dochtes 4 fließt. Vorzugsweise ist in dem Bodenbereich
2.3 eine Ein- oder Ausbuchtung, hier eine Einbuchtung 2.4, vorgesehen, in der der
Docht 4 und/oder ein Dochthalter 7 angeordnet werden kann. Der Docht 4 und/oder der
Dochthalter 7 sind vorzugsweise form-, kraft- und/oder stoffschlüssig mit dem Bodenbereich
2.3, insbesondere der Einbuchtung 2.4 verbunden. Mit der Ein- und/oder Ausbuchtung
2.4 wird verhindert, dass sich der Docht 4 beim Einfüllen des brennbaren Materials
3 und/oder beim Abbrand der Kerze 14 aus seiner zentrierten Lage entfernt. Weiterhin
bevorzugt sind der Bodenbereich 2.3 und/oder die Seitenwände 2.1 so vorgesehen, dass
der Bodenbereich 2.3, in dem sich der Docht 4 und/oder der Dochthalter 7 befindet,
beabstandet von der Auflagefläche 2.2 vorgesehen ist. Dadurch wird sichergestellt,
dass die Auflagefläche 2.2, auf der die Kerze 14 steht, beim Abbrand der Kerze 14
nicht beschädigt wird. In dem vorliegenden Fall wird dies dadurch erreicht, dass die
Seitenwände 2.1 tiefer gezogen sind als der Bodenbereich 2.3, 2.4. Alternativ oder
zusätzlich kann der Bodenbereich 2.3, 2.4 jedoch auch Auswölbungen aufweisen, mit
denen die Mulde 2 auf der Auflagefläche 2.2 steht und die einen Abstand zwischen dem
Bodenbereich 2.3, 2.4, in dem sich der Docht 4 oder der Dochthalter 7 befindet, und
der Auflagefläche 2.2 bewirken. Gegenüberliegend von dem Bodenbereich 2.3 weist die
Seitenwand 2.1 in dem vorliegenden Fall einen Rand 2.5, hier einen umlaufenden Rand,
auf, der als Siegelfläche für eine möglicherweise vorhandene Deckelfolie 6 dienen
kann. Darüber hinaus gibt dieser Rand 2.5 der Mulde 2 jedoch auch eine zusätzliche
Stabilität. Vorzugsweise kann insbesondere die Seitenwand 2.1 zusätzliche Ein- und/oder
Ausbuchtungen aufweisen, insbesondere um deren Stabilität zu erhöhen.
[0126] Figur 4 zeigt eine weitere Ausführungsform der Mulde 2. Im Wesentlichen kann auf die zu
Figur 3 gemachten Ausführungen Bezug genommen werden. In dem vorliegenden Fall ist zusätzlich
in der Seitenwand 2.1 ein Form- und/oder Kraftschlussmittel 2.6, hier ein Hinterschnitt,
vorgesehen, der form- und/oder kraftschlüssig mit dem brennbaren Material 3 der Kerze
14 zusammenwirkt. Durch diesen Form- und/oder Kraftschluss wird verhindert, dass sich
das brennbare Material 3 und der Docht 4, d.h. die Kerze 14, ungewollterweise von
der Mulde 2 lösen. Der Form- und/oder Kraftschluss wird insbesondere dadurch erzielt,
dass flüssiges brennbares Material 3 in die Mulde 2 eingeführt wird und dort erstarrt.
Beim Erstarren entsteht der Form- und/oder Kraftschluss. Dieses Form- und/oder Kraftschlussmittel
2.6 ist insbesondere dann bevorzugt, wenn die Kerze 14 für den Abbrand aus dem Kerzenmagazin
1 bzw. der Mulde 2 entfernt werden soll. Dafür wird beispielsweise ein Druck auf den
Bodenbereich ausgeübt, der die Kerze 14 aus der Mulde 2 herausdrückt. Dabei löst sich
der Form- und/oder Kraftschluss zwischen der Kerze 14 und der Mulde 2, vorzugsweise
schnappend, und die Kerze 14 kann beispielsweise als Schwimmkerze eingesetzt werden.
Diese Ausführungsform ist insbesondere dann bevorzugt, wenn das Kerzenmagazin 1 lediglich
als Transport- und/oder Vorratsbehälter für die Kerzen 14 eingesetzt wird.
[0127] Figur 5 zeigt Details der Ein- und/oder Ausbuchtung 2.4 für den Docht 4. Es ist deutlich
zu erkennen, dass die Seitenwände 2.4.1 der Einbuchtung mit einem Hinterschnitt versehen
sind, so dass sich eine form- und/oder kraftschlüssige Verbindung zwischen dem Docht
4 bzw. dem Dochthalter 7 und dem Bodenbereich der Mulde 2 ergibt. Diese oder jede
anders geformte Einbuchtung kann beispielweise dadurch hergestellt werden, dass der
Dochthalter 7 beim Tiefziehen der Mulde 2 beispielsweise mit einem Stempel in die
Kunststofffolie hineingedrückt wird und sich dabei die gewünschte Tiefziehform ergibt.
Beim Entfernen des Stempels verbleibt der Docht 4 und/oder der Dochthalter 7 dann
in der so fertiggestellten Verpackungsmulde und ist vorzugsweise form- und/oder kraftschlüssig
mit dieser verbunden.
[0128] Der Fachmann versteht, dass auf diese Weise auch ein Stoffschluss, beispielsweise
durch (Ultraschall-)Siegeln oder Kleben mit einem Klebstoff 21, insbesondere einem
Schmelzklebstoff, einem sogenannten Hotmeltkleber, zwischen dem Docht 4 bzw. dem Dochthalter
7 und dem Bodenbereich 2.3, 2.4 der Mulde 2 erzielt werden kann.
[0129] Figur 6 zeigt das Kerzenmagazin 1, das in dem vorliegenden Fall in einer Verpackung, insbesondere
einer Kunststoffverpackung 8, insbesondere in einer Schlauchbeutelverpackung, vorgesehen
ist. Zusätzlich zu dieser Verpackung kann das Magazin 1 noch eine Deckelfolie 6 aufweisen.
Diese bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist insbesondere dann
erwünscht, wenn sich in dem Kerzenmagazin 1 Duftkerzen befinden, die einen unterschiedlichen
Duft haben. Durch die Deckelfolie 6 wird verhindert, dass sich der Duft der Kerzen
angleicht.
[0130] Figur 7 zeigt die erfindungsgemäße Tiefziehvorrichtung 9, mit der das erfindungsgemäße Kerzenmagazin
1 oder die erfindungsgemäße Kerze 14 hergestellt werden kann. Bei dieser Tiefziehvorrichtung
9 bewegt sich eine Materialbahn 12, hier eine Folienbahn 12, hier von rechts nach
links, entlang der Tiefziehvorrichtung 9. Dieser Transport ist vorzugsweise kontinuierlich,
kann aber auch intermittierend, d. h. taktweise, erfolgen. In diese Materialbahn 12
wird in einer Formstation 10 die Mulde 2 mittels Tiefziehen eingeformt. Vorzugsweise
befindet sich eine Vielzahl von Mulden 2 nebeneinander, insbesondere in Form einer
Matrix, so dass gleichzeitig mehrere Mulden 2 tiefgezogen werden. Das Tiefziehen erfolgt
vorzugsweise dadurch, dass die Materialbahn 12 zunächst erwärmt, gegebenenfalls vorgeformt
bzw. vorgezogen, und dann mittels Unterdruck und/oder mittels eines Stempels in eine
Matrize eingeformt wird. Vor, beim oder nach dem Tiefziehen wird ein Docht 4 in der
Mulde 2 oder an der Folienbahn 12 befestigt. Während des Tiefziehens können vorbestimmte
Bereiche der Materialbahn 12 gekühlt und/oder mit einem Vakuum an dem Stempel fixiert
werden. Dadurch können Strukturen, beispielsweise Einbuchtungen, zur Befestigung des
Dochtes 4 in einfacher Weise und in einem Prozessschritt mit der Mulde 2 hergestellt
werden und die Materialdicke der Mulde 2 lokal genau eingestellt werden. Stromabwärts
von der Formstation 10 und nach dem Einsetzen des Dochts 4 ist eine Füllstation 11
vorgesehen. In der Füllstation 11 wird die Mulde 2 mit einem flüssigen oder pastösen
brennbaren Material 3 befüllt, das anschließend in der Mulde 2 aushärtet. Alternativ
kann aber auch eine bereits fertiggestellte Kerze 14 in der Mulde 2 platziert werden.
In diesem Fall spricht der Fachmann von einer Beladestation 11.
[0131] Der Fachmann versteht, dass auch bereits vorgefertigte Magazine 1 an die Vorrichtung
geliefert werden können. In diesem Fall kann die Formstation 10 entfallen und wird
vorzugsweise durch eine Entstapelung ersetzt.
[0132] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird das Kerzenmagazin 1 sodann mit einer
Deckelfolie 6 verschlossen, die vorzugsweise mittels Stoffschluss, insbesondere durch
Siegeln, an der Folienbahn 12, aus der die Mulden 2 gefertigt sind, befestigt wird.
Abschließend werden die Kerzenmagazine 1 oder die Kerzen 14 durch einen Quer- und/oder
Längsschnitt in einer Schneidstation 13 vereinzelt und können wahlweise dann noch,
beispielsweise in einer sogenannten Schlauchbeutelmaschine, mit einer zusätzlichen
Verpackung versehen werden.
[0133] In den
Figuren 8a, 8b und
9a, 9b sind beispielhafte Ausführungsformen der Mulde 2 und des Dochthalters 7 gezeigt.
Dabei sind in den
Figuren 8a und
9a schematische Schnittzeichnungen und in den
Figuren 8b und
9b Aufsichten gezeigt. Allgemein sei auf die bezüglich
Figuren 3 und
4 gemachten Ausführungen Bezug genommen. Dabei zeigen insbesondere die
Figuren 8a und
9a die Situation vor der Verbindung des Dochtes 4 und des Dochthalters 7 mit der Mulde
2.
[0134] Die Mulde 2 gemäß der in
Figur 8a dargestellten Ausführungsform weist im Bodenbereich 2.3 eine Öffnung auf, in die
der Dochthalter 7 eingesetzt wird. Der Docht 4 ist hier bereits mit dem Dochthalter
7 verbunden, jedoch kann der Docht 4 alternativ auch erst nach dem Verbinden des Dochthalters
7 mit der Mulde 2 in den Dochthalter 7 form-, kraft- und/oder stoffschlüssig eingesetzt
werden.
[0135] Das Einsetzen des Dochthalters 7 in die Öffnung der Mulde 2 erfolgt von oben oder
von unten. Anschließend wird der Dochthalter 7 beispielsweise mit der Mulde 2 verschweißt,
verpresst und/oder vercrimpt, insbesondere dann wenn der Bodenbereich des Dochthalters
7 mit dem Bodenbereich 2.3 schlüssig angeordnet ist. Dazu bestehen der Dochthalter
7 und die Mulde 2 vorzugsweise aus demselben Material, hier beispielsweise aus Kunststoff.
Alternativ ist es auch möglich, dass der Dochthalter 7 und/oder der Docht 4 lediglich
kraft- und/oder formschlüssig mit der Mulde 2 verbunden, insbesondere verpresst, wird.
In diesem Fall weist die Öffnung der Mulde 2 vorzugsweise einen geringfügig kleineren
Querschnitt auf als der Dochthalter 7. Auch ist es denkbar, dass nach dem Anordnen
des Dochthalters 7 und/oder des Dochts 4 in der Öffnung beispielsweise der Stempel
der Tiefziehvorrichtung 9 das Material im Bereich der Öffnung derart staucht, dass
sich ein Form- und/oder Kraftschluss zwischen dem Material im Bereich der Öffnung
und dem Dochthalter 7 und/oder dem Docht 4 ausbildet.
[0136] Insbesondere weist die Mulde 2 gemäß der hier dargestellten Ausführungsform im Bereich
der Öffnung im Wesentlichen senkrechte Wandelemente auf, über die die Verbindung zwischen
Mulde 2 und Dochthalter 7 erfolgt. Alternativ sind die Wandelemente geneigt, wobei
durch die resultierende reusenartige Struktur insbesondere eine Vorzugsrichtung für
das Einführen des Dochtes 4 und/oder des Dochthalters 7 vorgegeben wird.
[0137] In
Figur 8b ist eine Aufsicht gezeigt, wobei die Mulde 2 mit der mittigen Öffnung deutlich zu
sehen ist.
[0138] Gemäß der in
Figur 9a dargestellten Ausführungsform weist die Mulde 2 Ein- bzw. Ausbuchtungen auf. In einem
Randbereich der Mulde 2 ist eine solche Ein- bzw. Ausbuchtung hier als nutförmige
Auflagefläche 2.2 vorgesehen und im mittleren Bereich der Mulde 2 fungiert eine Ein-
oder Ausbuchtung 2.4 als Aufnahme für den Dochthalter 7 und/oder den Docht 4. Der
Docht 4 wird auch hier vorzugsweise vor dem Verbinden mit der Mulde 2 in den Dochthalter
7 eingesetzt. Alternativ wird ein flüssiges oder pastöses Material in die mittige
Ein- oder Ausbuchtung 2.4 eingefüllt, der Docht 4 in dieses Material eingesetzt und
eine Erstarrung des Materials herbeigeführt, so dass die Ein- oder Ausbuchtung 2.4
als Form für den Dochthalter 7 dient.
[0139] Gemäß der hier dargestellten Ausführungsform wird der Dochthalter 7 jedoch in die
Ein- oder Ausbuchtung 2.4 eingepresst und vorzugsweise anschließend mit der Mulde
2 verschweißt oder versiegelt.
[0140] An seinem oberen Rand weist der Dochthalter 7 hier einen flanschartigen Randbereich
auf, der als Brennstopp dient. Sobald der Docht 4 bis zu diesem Randbereich abgebrannt
ist, erlischt die Flamme, so dass ein Schmelzen und/oder übermäßiges Erwärmen des
Bodenbereichs 2.3 der Mulde 2 ausgeschlossen wird. Dazu kann der Dochthalter beispielsweise
zusätzlich oder alternativ einen flammverlöschenden Überzug aufweisen.
[0141] In
Figur 9b ist eine Aufsicht auf die erfindungsgemäße Mulde 2 gezeigt. Hier ist insbesondere
mittig die Ein- oder Ausbuchtung 2.4 zu sehen. Die in den
Figuren 8 und 9 dargestellten Mulden 2 sind kreisförmig ausgebildet. Der Fachmann versteht jedoch,
dass auch jede beliebige andere Form, beispielsweise quadratförmig, dreieckig, ellipsenhaft
und/oder vieleckig, möglich ist.
[0142] In
Figur 10 ist eine Ausführungsform des Dochtes 4 und des Dochthalters 7 vor dem Verbinden mit
der Mulde 2 oder der Materialbahn 12 dargestellt. Hier liegt der Docht 4 als Endlosband
vor, an welchem in regelmäßigen Abständen Dochthalter 7 vorgesehen sind. Diese sind
beispielsweise an den Docht 4 angeformt. Der Docht 4 ähnelt somit einer Perlenschnur.
Zur Stabilisierung und einfacheren Handhabung ist der Docht 4 beispielsweise mit einem
Überzug aus einem brennbaren Material, vorzugsweise Hartwachs, versehen.
[0143] Eine Dochtzuführung 19, 19' ist dann beispielsweise derart konfiguriert, dass das
Endlosband durch die Öffnung einer Mulde 2 gemäß der im Zusammenhang mit den
Figuren 8a und
8b beschriebenen Ausführungsform geführt wird, der Docht 4 und/oder Dochthalter 7 form-,
kraft- und/oder stoffschlüssig mit der Mulde 2 verbunden, insbesondere verpresst,
vercrimpt, verschweißt und/oder versiegelt, und der Docht 4 abgelängt wird.
[0144] In
Figur 11 ist eine Ausführungsform der Präparierstation 16 dargestellt. Ein Transportmittel,
hier eine Rotierscheibe 164, die zu einer Rotation um eine in ihrer Mitte angeordnete,
vertikale Achse A angetrieben wird, weist eine Vielzahl von Formmitteln 162 auf, hier
Vertiefungen. Eine Dosiereinheit 163 befüllt ein Formmittel 162 mit einem Material,
aus dem der Dochthalter 7 hergestellt wird. Dabei ist das Material beispielsweise
flüssig oder wenigstens teilweise fließfähig, z.B. pastös. Anschließend wird ein Docht
4 in das Material bzw. das Formmittel 162 eingesetzt und das Material zur Aushärtung
gebracht.
[0145] Das Material kann dabei von selbst aushärten, die Aushärtung kann aber auch unterstützt
werden, im Fall eines Wachses oder wachsähnlichen Materials zum Beispiel durch eine
Kühlung des Formmittels 162. Alternativ oder zusätzlich kann die Aushärtung extern
induziert werden. So kann ein geeigneter Kunststoff beispielsweise durch Bestrahlung
mit ultravioletter Strahlung ausgehärtet werden.
[0146] Eine Haltevorrichtung 161 ergreift den Docht 4 und/oder den daran angeformten Dochthalter
7, entnimmt ihn dem Formmittel 162 und führt ihn der Tiefziehvorrichtung 9 zu.
[0147] Die Rotierscheibe 164 wird dabei kontinuierlich oder schrittweise bewegt. Dem Fachmann
ist klar, dass die Präparierstation 16 auch derart vorgesehen sein kann, dass mehrere
Dosiereinheiten 163 gleichzeitig mehrere Formmittel 162 befüllen. In diesem Fall sind
ebenfalls mehrere Haltevorrichtungen 161 vorgesehen bzw. die Haltevorrichtung 161
ist derart ausgebildet, dass sie mehrere Dochte 4 und/oder Dochthalter 7 gleichzeitig
entnimmt.
[0148] Alternativ ist das Transportmittel eine Linearführung, wie beispielsweise ein Endlosförderband.
Dies ist vorteilhaft, wenn eine große Anzahl von Dochthaltern 7 gleichzeitig an Dochte
4 angeformt werden sollen.
[0149] In
Figur 12 ist eine Ausführungsform des Positioniermittels 15 dargestellt. Das Positioniermittel
15 umfasst zwei parallel zueinander angeordnete, beabstandete Platten 151. Die Platten
151 werden durch ein Rohrelement 152 verbunden, welches jeweils durch Öffnungen in
den Platten 151 geführt ist und senkrecht zu den Platten ausgerichtet ist. Das Rohrelement
152 ist hier derart dimensioniert, dass im Inneren des Rohrelements 152 genau ein
Docht 4 mit Dochthalter 7 führbar ist, d.h. dass beispielsweise der Innendurchmesser
des Rohrelements 152 einem größten Durchmesser eines Dochthalters 7 entspricht.
[0150] Die Platten 151 und das Rohrelement 152 sind gekoppelt, hier unter anderem durch
eine zwischen den Platten 151 und um das Rohrelement 152 herum angeordnete Spiralfeder
153. Die Kopplung kann zusätzlich oder alternativ auch durch Form- und/oder Kraftschlussmittel
erfolgen, beispielsweise durch eine Kulissenführung, oder durch einen Stoffschluss.
Das Federmittel ermöglicht vorteilhafterweise eine automatische Rückstellung.
[0151] Die Platten 151 sind hier unabhängig voneinander aufeinander zu bzw. voneinander
weg bewegbar. Somit können die Platten 151 hier jeweils eine erste und eine zweite
Position einnehmen.
[0152] Das Rohrelement 152 weist an einem Ende ein Schließmittel 154 auf, das wenigstens
zwischen einer offenen und einer geschlossenen Position verstellt werden kann. Dargestellt
ist hier die offene Position. In dieser Position fällt der Docht 4 mit Dochthalter
7 bedingt durch die Schwerkraft aus dem Rohrelement 152. In der geschlossenen Position
werden Docht 4 und Dochthalter 7 in dem Rohrelement 152 gehalten, in dem Sinne als
dass sie nicht herausfallen können.
[0153] Um Docht 4 und Dochthalter 7 reproduzierbar stets in der Mitte einer Mulde 2 zu positionieren,
weist das Positioniermittel 15 ein Zentriermittel, hier eine Zentrierscheibe 155,
auf, die beispielsweise form-, kraft- und/oder stoffschlüssig an dem Rohrelement 152
im Bereich des Schließmittels 154 angeordnet ist. Die Funktionsweise des Positioniermittels
15 wird im Detail an Hand der
Figuren 14a bis
14c erläutert.
[0154] In
Figur 13 ist eine perspektivische Ansicht des Positioniermittels 15 dargestellt. Gemäß der
hier dargestellten Ausführungsform sind zwischen den Platten 151 mehrere Rohrelemente
152 vorgesehen, so dass gleichzeitig eine Vielzahl von Mulden 2 bedochtet werden können.
Die Bewegung der Platten 151 wird über die Spiralfedern 153 synchron auf alle Rohrelemente
152 übertragen.
[0155] In den
Figuren 14a, 14b, 14c ist das Positioniermittel 15 in unterschiedlichen Positionen dargestellt. Die Funktion
des Positioniermittels 15 wird hier der Einfachheit halber nur für ein Rohrelement
152 beschrieben, der Fachmann versteht aber, dass die Ausführungen auch für ein Positioniermittel
15 wie in
Figur 13 dargestellt gelten.
[0156] Das Positioniermittel 15 wird in eine Mulde 2 herabgesenkt. Dabei tritt zwischen
der Seitenwand 2.1 der Mulde 2 und der Zentrierscheibe 2 ein Form- und/oder Kraftschluss
auf, so dass das Rohrelement 152 bezüglich der Mulde 2 zentriert wird. Wie in
Figur 14a dargestellt wird nun die obere Platte 151 in die zweite Position abgesenkt, was durch
die Doppelpfeile angedeutet ist, so dass über eine entsprechende Kopplung das Schließmittel
154 in die offene Position verfahren wird. Ein im Rohrelement 152 bereitgestellter
Docht 4 mit Dochthalter 7 fällt heraus und in die Mulde 2, beispielsweise in eine
Ein- oder Ausbuchtung 2.4.
[0157] Dann wird die obere Platte 151 zurück in die erste Position verfahren, was in
Figur 14b dargestellt ist. Bedingt durch die Kopplung wird das Schließmittel 154 wieder in
die geschlossene Position bewegt. Somit kann kein weiterer Docht 4 bzw. Dochthalter
7 herausfallen, so dass sichergestellt ist, dass pro Mulde 2 nur ein Docht 4 mit Dochthalter
7 vorgesehen wird.
[0158] Schließlich wird die zweite, untere Platte 151 in die zweite Position verfahren,
wie in
Figur 14c dargestellt. In Folge dessen wird das Rohrelement 152 ebenfalls in Richtung der Mulde
2 verfahren, woraufhin das Schließmittel 154 eine Kraft auf den Docht 4 und/oder den
Dochthalter 7 ausübt, wodurch der Docht 4 und/oder der Dochthalter 7 mit der Mulde
2 verbunden wird.
[0159] Gemäß der dargestellten Ausführungsform werden Docht 4 und/oder Dochthalter 7 in
eine Ein- oder Ausbuchtung 2.4 eingepresst, so dass ein Form- und/oder Kraftschluss
bewirkt wird. Alternativ oder zusätzlich wird die Seitenwandung 2.4.1 der Ein- oder
Ausbuchtung verstaucht.
[0160] Nun kann das Positioniermittel 15 wieder aus der Mulde 2 herausbewegt, die bedochtete
Mulde 2 entfernt und eine zu bedochtende Mulde 2 unter das Positioniermittel verfahren
werden, woraufhin erneut die beschriebenen Schritte ausgeführt werden.
[0161] Der Fachmann versteht, dass die obere und untere Platte 151 in ihrer Funktionalität
austauschbar sind. Es ist ersichtlich, dass der beschriebene Mechanismus einem Druckbleistift
ähnelt.
[0162] In
Figur 15 ist ein erfindungsgemäßes Kerzenmagazin 1 dargestellt. Im Wesentlichen entspricht
das Kerzenmagazin 1 dabei dem in
Figur 2 dargestellten Kerzenmagazin 1. Daher wird generell auf die diesbezüglichen Ausführungen
verwiesen. Im Unterschied zu dem in
Figur 2 dargestellten Kerzenmagazin 1 sind hier die Sollbruchstellen 5 kreisförmig und konzentrisch
zu den ebenfalls kreisförmigen Mulden 2 vorgesehen. Die Kerzen 14 können aus dem Kerzenmagazin
1 beispielsweise durch Herausdrücken vereinzelt werden. Hierdurch fällt zwar ein Restmüll
der übrig bleibenden Materialbahn 12 an, dafür entsprechen die vereinzelten Kerzen
14 im Wesentlichen bereits ihrer gewünschten Gebrauchsform. Falls das Kerzenmagazin
1 eine Deckelfolie 6 umfasst, können die Sollbruchstellen 5 alternativ oder zusätzlich
auch derart vorgesehen sein, dass ein Öffnungsbereich in Form einer Lasche vorgesehen
ist, um die Deckelfolie 6 in einfacher Weise von den vereinzelten Kerzen 14 abzuziehen.
Es ist bevorzugt, wenn die Sollbruchstellen 5 einen Bereich eingrenzen, der die gleiche
Form wie die darin angeordneten Mulde 2 aufweist und konzentrisch dazu angeordnet
ist.
[0163] In den
Figuren 16a bis 16d sind verschiedene Ausführungsformen der Mulde 2 dargestellt. Dabei sind in den einzelnen
Figuren jeweils beispielhaft verschiedene Merkmale dargestellt. Der Fachmann erkennt,
dass die einzelnen Merkmale auch untereinander austauschbar sind, dass also eine Mulde
2 beispielsweise einen Rand 2.5 entsprechend
Figur 16c, einen Bodenbereich 2.3 entsprechend der Darstellung in
Figur 16a und ein Stabillisierungsmittel 17 entsprechend der Darstellung in
Figur 16d aufweisen kann. Dabei zeigen die einzelnen Figuren lediglich Detailausschnitte.
[0164] In
Figur 16a ist eine Mulde 2 mit einem im Wesentlichen horizontal ausgerichteten Rand 2.5 dargestellt,
an den eine Deckelfolie 6 angesiegelt ist, die die Kerze 14, beispielsweise geruchsdicht,
abdeckt. Die Seitenwand 2.1 ist gegenüber der Vertikalen geneigt vorgesehen und der
Bodenbereich 2.3 ist gegenüber der Horizontalen geneigt vorgesehen. Hier ist der Winkel
der Neigung des Bodenbereichs 2.3 geringer als der Winkel der Neigung der Seitenwand
2.1. Der Rand 2.5. weist hier eine radiale Erstreckung von etwa 2 mm auf.
[0165] In
Figur 16b ist eine Mulde 2 dargestellt mit im Wesentlichen senkrechter Seitenwand 2.1 und waagerechtem
Bodenbereich 2.3. Bei einer solchen Anordnung liegt folglich ein rechter Winkel zwischen
der Seitenwand 2.1 und dem Bodenbereich 2.3 vor. Ferner ist der Rand 2.5 der Mulde
2 hier gegenüber der Horizontalen und gegenüber der Seitenwand 2.1 geneigt vorgesehen.
Eine Siegelung einer Deckelfolie 6 ist hierdurch einfacher.
[0166] Da die Mulde 2 aus einer tiefgezogener Materialbahn 12 hergestellt ist, weist das
Material eine gewisse thermische Rückstellung bzw. Rückformung auf, üblicherweise
im Bereich von etwa 2 %. Dies bedeutet, dass, wenn ein in der Mulde 2 vorgesehenes
brennbares Material 3 abbrennt, die resultierende Wärmeentwicklung zu einer Verformung,
wie im unteren linken Bereich der Darstellung gezeigt, führt. Eine solche Materialausbeulung
kann nachteilig sein, beispielsweise falls die Kerzen 14 in einem Behältnis angeordnet
ist und die Materialausbeulung eine Luftzirkulation unterbindet, wodurch ein Wärmeaustausch
unterbunden wird und zumindest ein schnellerer Abbrand der Kerze folgt.
[0167] Um eine solche thermische Rückstellung zu vermeiden, weist die Mulde 2 vorzugsweise
ein Stabilisierungsmittel 17 auf. Die in den
Figuren 16c und 16d dargestellten Mulden 2 weisen jeweils ein solches Stabilisierungsmittel 17 im Verbindungsbereich
zwischen Seitenwand 2.1 und Bodenbereich 2.3 auf. In
Figur 16c ist das Stabilisierungsmittel 17 eine Doppelsicke. Diese fungiert beispielsweise
als Materialreservoir und/oder als mechanische Verstärkung. Eine temperaturinduzierte
Rückformung führt in diesem Fall nicht zu einer Materialausbeulung in radialer Richtung
über die Seitenwand 2.1 hinaus, wie in der Darstellung der
Figur 16b, sondern beispielsweise zu einem Verbindungsbereich ähnlich der Darstellung in
Figur 16a. In der Ausführungsform gemäß
Figur 16c weist der Rand 2.5 der Mulde 2 zudem eine Erhebung auf, die ein Siegeln der Deckelfolie
6 erleichtert.
[0168] Die Mulde 2 gemäß der in
Figur 16d dargestellten Ausführungsform weist einen geneigten Rand 2.5 sowie eine geneigte
Seitenwand 2.1 auf, während der Bodenbereich 2.3 im Wesentlichen parallel der Horizontalen
vorgesehen ist. Zusätzlich weist die Mulde 2 ein Stabilisierungsmittel 17 in Form
einer einfachen Sicke auf. Im Unterschied zu dem Stabilisierungsmittel 17 gemäß der
in
Figur 16c dargestellten Ausführungsform sind die einzelnen Abschnitte des Sicke hier gegenüber
der Horizontalen bzw. Vertikalen geneigt vorgesehen.
[0169] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird alternativ oder zusätzlich die Materialbahn
12 beim Tiefziehen vorgestreckt, so dass die Materialdicke der Mulde 2 in allen Bereichen
gesteuert werden kann. Beispielsweise kann durch das Vorstrecken bzw. Vorziehen im
Verbindungsbereich zwischen Seitenwand 2.1 und Bodenbereich 2.3 eine thermische Rückformung
bzw. Rückstellung zumindest verringert werden.
[0170] In den
Figuren 17a und 17b sind Einbuchtungen 2.4 für den Docht 4 oder den Dochthalter 7 dargestellt. In beiden
Fällen weist die Mulde 2 Auflageflächen 2.2 in Form von Erhebungen auf der Unterseite
des Bodenbereichs 2.3 vor, beispielsweise in Form von Füßen. Diese sind vorzugsweise
im Wesentlichen halbkugelförmig vorgesehen. Alternativ oder zusätzlich ist eine umlaufende,
konzentrische Sicke im Bodenbereich als Auflagefläche 2.2 vorgesehen. In
Figur 17a bilden die Erhebungen die einzigen Auflageflächen 2.2 mit Kontakt zu einer Unterlage,
während die Erhebungen gemäß der Darstellung in
Figur 17b zusammen mit der Einbuchtung 2.4 Auflageflächen 2.2 bieten. Durch die lokalen Auflageflächen
2.2 wird die Luftzirkulation auf der Unterseite einer auf einer Unterlagefläche stehenden
Kerze 14 verbessert.
[0171] In
Figur 17a sind zwei Einbuchtungen 2.4 dargestellt, eine schmale, tiefe Einbuchtung 2.4, in
die der Docht 4 eingesetzt wird, sowie eine breite, flache Einbuchtung 2.4, die mit
einem Klebstoff 21, beispielsweise einem Schmelzklebstoff, aufgefüllt wird. Zunächst
wird nach dem Tiefziehen der Mulde 2 der Schmelzklebstoff eingebracht. Bevor der Schmelzklebstoff
vollständig ausgehärtet ist, wird der Docht 4 eingesetzt. Über den Schmelzklebstoff
und die schmale, tiefe Einbuchtung 2.4 wird der Docht 4 sowohl stoffschlüssig als
auch form- und kraftschlüssig mit der Mulde 2 verbunden.
[0172] In
Figur 17b weist die Mulde 2 dagegen lediglich eine schmale, tiefe Einbuchtung 2.4 auf. Hierbei
reicht entweder die form- und/oder kraftschlüssige Verbindung des Dochtes 4 mit der
Einbuchtung 2.4 für eine ausreichende Stabilisierung des Dochts 4 aus, oder dieser
ist zusätzlich mit einem Dochthalter 7 verbunden.
[0173] In den
Figuren 18a bis 18c sind Kerzenmagazine 1 mit Einlegemitteln 18 in schematischen Querschnitten dargestellt.
In
Figur 18a ist ein Kerzenmagazin mit Mulden 2 dargestellt, in denen bereits brennbares Material
3 sowie Dochte 4 angeordnet sind. Das Kerzenmagazin 1 weist um die Mulden 2 herum
Sollbruchstellen 5 auf, mit deren Hilfe die Mulde 2 bzw. die Kerzen 14 vereinzelbar
sind. Auf dem Kerzenmagazin 1 ist ein blattförmiges Einlegemittel 18 angeordnet. Der
besseren Übersichtlichkeit halber ist das Einlegemittel 18 hier von dem Kerzenmagazin
1 beabstandet dargestellt. Tatsächlich liegt das Einlegemittel 18 jedoch auf dem Kerzenmagazin
1 auf. Das Einlegemittel 18 ist beispielsweise aus einer flammfesten Verbundfolie
hergestellt und weist Sollbruchstellen 5 auf, die derart angeordnet sind, dass sich
Bereiche des Einlegemittels 18 vereinzeln lassen, wobei diese Bereiche in ihrer Form
im Wesentlichen dem Innenquerschnitt der Mulden 2 entsprechen, jedoch vorzugsweise
einen geringfügig kleineren Radius als die Mulden 2 aufweisen.
[0174] Das Einlegemittel 18 und vorzugsweise jeder der vereinzelbaren Bereiche ist beispielsweise
farbig gestaltet und/oder bedruckt und weist insbesondere in dem Bereich der Dochte
4 eine Öffnung auf. Das Einlegemittel 18 weist hier eine Haupterstreckungsebene auf,
deren Dimensionen im Wesentlichen den Dimensionen des Kerzenmagazins 1 entsprechen.
Das Einlegemittel 18 wird beispielsweise auf das Kerzenmagazin 1 gelegt und anschließend
gemeinsam mit dem Kerzenmagazin 1 mit einer Schlauchbeutelverpackung umschlossen.
[0175] Vor dem Gebrauch wird die Schlauchbeutelverpackung entfernt und eine Kerze 14 wird
derart durch Kraftbeaufschlagung aus dem Kerzenmagazin 1 vereinzelt, dass auch ein
Bereich des Einlegemittels 18 vereinzelt wird. Hier sind die Sollbruchstellen 5 des
Kerzenmagazins 1 nicht deckungsgleich mit den Sollbruchstellen 5 des Einlegemittels
18 vorgesehen. Dadurch wird beim Vereinzeln der Kerzen 14 einerseits ein Rand 2.5
realisiert und andererseits ist der vereinzelte Bereich des Einlegemittels 18 kleiner
als der Innenquerschnit der Mulde 2, so dass der Bereich beim Abbrand der Kerze 14
mit dem brennbaren Material 3 in Richtung des Bodenbereichs 2.3 absinkt. Vorzugsweise
ist das Einlegemittel 18 feuerfest, um eine Brandgefahr zu vermeiden.
[0176] In
Figur 18b ist eine weitere Ausführungsform des Einlegemittels 18 dargestellt. Das Einlegemittel
18 ist hier mit dem Kerzenmagazin 1, insbesondere den Mulden 2, stoffschlüssig verbunden,
beispielsweise im Randbereich 2.5 der Mulden 2 angesiegelt. Alternativ oder zusätzlich
ist das Einlegemittel 18 auf seiner Unterseite mit einem Klebemittel vorgesehen, so
dass es bei Kontakt an dem Kerzenmagazin 1 und/oder dem brennbaren Material 3 festklebt.
Dadurch kann das Einlegemittel 18 als Ersatz für eine Deckelfolie 6 dienen.
[0177] Es ist aber auch denkbar, dass zusätzlich eine Deckelfolie 6 über dem Einlegemittel
18 befestigt wird, beispielsweise durch Siegeln. Auch gemäß dieser Ausführungsform
weist das Einlegemittel 18 über Sollbruchstellen 5 vereinzelbare Bereiche auf.
[0178] In
Figur 18c ist noch eine weitere Ausführungsform dargestellt. Das Einlegemittel 18 ist hier
in Form von bereits vereinzelten Bereichen in den Mulden 2 auf dem brennbaren Material
3 angeordnet, beispielsweise mit diesem über ein Klebemittel stoffschlüssig verbunden.
Hier ist das Einlegemittel 18 lediglich der besseren Übersichtlichkeit halber von
dem brennbaren Material 3 beabstandet dargestellt.
[0179] In den
Figuren 19a bis 19e ist eine Ausführungsform des Verfahrens zur Herstellung eines Kerzenmagazins 1 dargestellt.
In
Figur 19a ist dabei schematisch zunächst die Materialbahn 12 für die Mulde 2 bzw. das Magazin
1 gezeigt. Der Einfachheit halber ist in den Figuren lediglich eine Mulde 2 dargestellt,
der Fachmann versteht aber, dass das erläuterte Verfahren ebenso gut auf ein Magazin
1 mit mehreren Mulden 2 übertragbar ist.
[0180] Aus dieser Materialbahn 12 wird eine Mulde 2 tiefgezogen. Die tiefgezogene Mulde
2 ist in
Figur 19b gezeigt. Anschließend wird, wie in
Figur 19c dargestellt, ein Klebstoff 21, vorzugsweise ein Hotmeltkleber, in die Mulde eingebracht,
insbesondere mittig. Dabei ist die Menge des Klebstoffs 21 so gewählt, dass ein darin
eingesetzter Docht 4 im erstarrten Zustand des Klebstoffs 21 einen ausreichenden Halt
erfährt.
[0181] Wie in
Figur 19d dargestellt, wird sodann ein Docht 4 durch eine Dochtzuführung 19, 19' in die Mulde,
insbesondere in den Klebstoff 21, eingesetzt. Vorzugsweise wird der Docht 4 in den
Klebstoff 21 eingepresst, d.h. mit einer Kraft größer als eine durch den Klebstoff
21 bewirkte Gegenkraft in den Klebstoff 21 eingeführt. Dabei ist der Klebstoff 21
noch nicht, oder wenigstens noch nicht vollständig erstarrt.
[0182] Nach Erstarrung des Klebstoffs 21 ist somit durch das Einsetzen bzw. Einpressen des
Dochts 4 in den Klebstoff 21 ein Dochthalter 7 integral in der Mulde 2 ausgebildet.
Dies ist in
Figur 19e gezeigt.
[0183] In
Figur 20 ist eine beispielhafte Ausführungsform der Dochtzuführung dargestellt. Über ein Transportmittel
20, hier ein als Endlosband ausgebildetes Förderband, werden tiefgezogene Mulden 2
bzw. Magazine 1 angeliefert. Die Transportrichtung ist hier durch Pfeile angedeutet.
[0184] Eine Dochtzuführung 19, 19' ist hier zweiteilig ausgebildet. Zum einen umfasst die
Dochtzuführung 19, 19' eine Bedochtungsstation 19', die hier lediglich schematisch
im rechten Bereich der Figur dargestellt ist, durch welche Dochte 4 bereitgestellt
werden und an der eine Dochthaltevorrichtung der Dochtzuführung 19 bestückt wird.
Diese Dochthaltevorrichtung ist hier an einem beweglichen Roboterarm vorgesehen. Die
Dochthaltevorrichtung weist vorzugsweise wenigstens ein Vakuumerzeugungsmittel auf.
Das bzw. die Vakuumerzeugungsmittel sind an Dochthaltern ausgebildet. Hier ist die
Dochthaltevorrichtung im Wesentlichen plattenförmig vorgesehen, wobei die Dochthaltevorrichtung
in ihrer Haupterstreckungsebene vorzugsweise im Wesentlichen die gleichen Abmessungen
wie das Magazin 1 aufweist, d.h. sie ist, wenn sie über dem Magazin 1 angeordnet ist,
mit diesem vorzugsweise kongruent.
[0185] An der Bedochtungsstation 19' nehmen die Dochthalter Dochte 4 auf. Vorzugsweise kontrolliert
ein Detektionsmittel, ob in allen Dochthaltern ein Docht 4 angeordnet, bzw. korrekt
positioniert und/oder ausgerichtet ist. Somit wird ein fehlerhaftes Bedochten eines
Magazins 1 vermieden.
[0186] Anschließend verfährt der Roboterarm die Dochthaltevorrichtung vorzugsweise derart,
dass diese über dem Magazin 1 und kongruent zu diesem positioniert ist. Dann presst
die Dochtzuführung 19 die Dochte 4 in die Mulden 2 ein, wobei die Dochthalter derart
an bzw. in der Dochthaltevorrichtung angeordnet sind und die Dochthaltevorrichtung
derart bewegt wird, dass in jede Mulde 2 ein Docht 4 mittig, und insbesondere senkrecht,
eingesetzt wird. Die Dochte 4 können dabei bereits in der Dochtzuführung 19, 19' mit
einem Dochthalter 7 versehen sein, die Dochthalter 7 können vor dem Einsetzen in den
Mulden 2 vorgesehen sein, oder sie können beim bzw. durch das Einsetzen in die Mulden
2 geformt werden.
[0187] Vorzugsweise kontrolliert das Detektionsmittel bzw. ein weiteres Detektionsmittel
das Vorhandensein eines Dochts 4 in jeder Mulde 2 und/oder die korrekte Positionierung
der Dochte 4. Hierzu kann beispielsweise ein Kamerasystem vorgesehen sein.
[0188] Schließlich wird das bedochtete Magazin 1 zu einer Füllstation 11 verfahren, in der
das brennbare Material 3 in den Mulden 2 angeordnet wird. Dies ist hier nicht dargestellt.
[0189] Gemäß einer möglichen Weiterbildung der Ausführungsform umfasst die Dochtzuführung
19 mehrere Roboterarme, die jeweils eine Dochthaltevorrichtung aufweisen. Dabei ist
die Dochtzuführung 19, 19' vorzugsweise derart konfiguriert, dass stets eine Dochthaltevorrichtung
an der Bedochtungsstation 19' mit Dochten 4 bestückt wird, während eine weitere Dochthaltevorrichtung
die Magazine 1 bedochtet. Somit wird ein kontinuierlicher Prozess ermöglicht und die
Prozessgeschwindigkeit signifikant erhöht.
[0190] Vorzugsweise ist die Dochthaltevorrichtung als wechselbares Werkzeug vorgesehen,
so dass zur Bedochtung anderer Magazinformen und/oder -größen lediglich die Dochthaltevorrichtung
bzw. -vorrichtungen ausgewechselt werden müssen.
[0191] Ferner ist es beispielsweise denkbar, dass ein Detektionsmittel den Vorschub des
Transportmittels 20 überwacht und mit der Taktgeschwindigkeit der Dochtzuführung 19,
19' abgleicht.
Bezugszeichenliste:
[0192]
- 1
- Kerzenmagazin
- 2
- Mulde
- 2.1
- Seitenwand
- 2.2
- Auflagefläche
- 2.3
- Bodenbereich
- 2.4
- Ein- oder Ausbuchtung für den Docht
- 2.4.1
- Seitenwand der Ein- oder Ausbuchtung
- 2.5
- Rand, umlaufender Rand
- 2.6
- Hinterschnitt
- 3
- brennbares Material
- 4
- Docht
- 5
- Sollbruchstelle
- 6
- Deckelfolie
- 7
- Dochthalter
- 8
- Verpackung
- 9
- Tiefziehvorrichtung
- 10
- Formstation
- 11
- Füllstation, Beladestation
- 12
- Material-, insbesondere Folienbahn für die Mulde und/oder das Magazin
- 13
- Schneidstation
- 14
- Kerze
- 15
- Positioniermittel
- 151
- Platte
- 152
- Rohrelement
- 153
- Spiralfeder
- 154
- Schließmittel
- 155
- Zentrierscheibe
- 16
- Präparierstation
- 161
- Haltevorrichtung
- 162
- Formmittel
- 163
- Dosiereinheit
- 164
- Rotierscheibe
- 17
- Stabilisierungsmittel
- 18
- Einlegemittel
- 19, 19'
- Dochtzuführung
- 20
- Transportmittel
- 21
- Klebstoff
- A
- Rotationsachse