(19)
(11) EP 2 959 244 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
31.01.2018  Patentblatt  2018/05

(21) Anmeldenummer: 14705342.5

(22) Anmeldetag:  18.02.2014
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F25J 3/04(2006.01)
E04H 5/10(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2014/053126
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2014/128120 (28.08.2014 Gazette  2014/35)

(54)

MODULARE VERFAHRENSTECHNISCHE ANLAGE, INSBESONDERE LUFTZERLEGUNGSANLAGE MIT EINER VIELZAHL VON ANLAGENKOMPONENTEN

MODULAR PROCESSING SYSTEM, IN PARTICULAR AIR SEPARATING SYSTEM WITH A PLURALITY OF SYSTEM COMPONENTS

INSTALLATION TECHNIQUE MODULAIRE, EN PARTICULIER INSTALLATION DE SÉPARATION D'AIR PRÉSENTANT UNE PLURALITÉ DE COMPOSANTS D'INSTALLATION


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 19.02.2013 DE 102013002804
29.07.2013 DE 102013012606

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
30.12.2015  Patentblatt  2015/53

(73) Patentinhaber: Cryotec Anlagenbau GmbH
04808 Wurzen (DE)

(72) Erfinder:
  • ZIEGE, Corinna
    07743 Jena (DE)

(74) Vertreter: Kruspig, Volkmar 
Meissner Bolte Patentanwälte Rechtsanwälte Partnerschaft mbB Geschwister-Scholl-Strasse 15
07545 Gera
07545 Gera (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A2-2004/015347
DE-C- 648 675
US-A1- 2006 213 222
WO-A2-2004/088228
US-A1- 2002 174 678
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine modulare Luftzerlegungsanlage mit einer Vielzahl von Anlagenkomponenten sowie mindestens einer Bedieneinheit, wobei die Anlagenkomponenten betriebsbereit vormontiert in Containern mit Standard-Abmessungen untergebracht, im Container transportiert und vor Ort je nach auszuführendem Verfahren funktional verbunden und im Containerverbund betreibbar sind, gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.

    [0002] Aus der DE 10 2005 006 850 A1 ist ein System zur Bereitstellung technischer Gase vorbekannt. Bei diesem System wird mindestens ein technisches Gas in einer mobilen Gaserzeugungseinheit, die auf einem Wasserfahrzeug montiert ist, erzeugt, wobei das Wasserfahrzeug eine Mehrzahl von landgestützten Abnahmestellen anfährt. In einer Ausführungsform soll die Gaserzeugungseinheit während der Fahrt zwischen zwei Abnahmestellen betrieben und das erzeugte technische Gas in Speicherbehälter eingefüllt werden, die sich an Bord des Wasserfahrzeugs befinden. In diesem Fall umfasst die Gaserzeugungseinheit eine eigene Energieversorgung, die an Bord des Wasserfahrzeugs montiert ist. Einzelheiten zur Unterbringung der die Funktion der Gaserzeugungseinheit bestimmenden Anlagenkomponenten sind nicht offenbart.

    [0003] Aus der DE 20 2009 004 099 U1, der DE 20 2009 010 874 sowie der DE 10 2010 056 570 A1 sind Verfahren und Vorrichtungen zur Gewinnung von Drucksauerstoff und Druckstickstoff durch Tieftemperaturzerlegung von Luft in einem Destilliersäulen-System zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung, das mindestens eine Drucksäule aufweist, vorbekannt.

    [0004] Gemäß dem beschriebenen Verfahren wird Einsatzluft in einem Luftverdichter verdichtet. Die verdichtete Einsatzluft wird in einem Hauptwärmetauscher abgekühlt und mindestens teilweise in die Drucksäule eingeleitet. Flüssiger Sauerstoff wird aus dem Destilliersäulen-System zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung entnommen und im flüssigen Zustand auf einen erhöhten Druck gebracht. Unter diesem erhöhten Druck wird das Medium dann in den Hauptwärmetauscher eingeleitet, im Hauptwärmetauscher verdampft und auf etwa Umgebungstemperatur angewärmt und schließlich als gasförmiger Drucksauerstoff gewonnen. Ein gasförmiger Kreislaufstickstoffstrom wird aus dem Destilliersäulen-System abgezogen und mindestens in einem Kreislaufverdichter verdichtet. Ein erster Teilstrom des im Kreislaufverdichter verdichteten Kreislaufstickstoffstroms wird dann im Hauptwärmetauscher in indirekten Wärmeaustausch mit dem Sauerstoffstrom gebracht und anschließend entspannt. Der entspannte erste Teilstrom des Kreislaufstickstoffstroms wird dann mindestens teilweise in flüssigem Zustand in das Destilliersäulen-System zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung eingeleitet. Ein zweiter Teilstrom wird stromabwärts des Kreislaufverdichters unter einem Produktdruck abgezweigt und als Druckstickstoffprodukt gewonnen.

    [0005] Üblicherweise sind derartige verfahrenstechnische Anlagen zur Luftzerlegung stationär montiert und in großräumigen Hallen untergebracht und verfügen über eine zentrale oder dezentrale Leitwarte.

    [0006] Die erhaltenen Flüssiggasprodukte werden in Behälter abgefüllt und an die Kunden bzw. Verbraucher ausgeliefert. Dabei entfällt ein nicht unerheblicher Anteil der gesamt entstehenden Kosten auf die Notwendigkeit des Abfüllens und Auslieferns der Flüssiggasprodukte.

    [0007] Bei der gattungsbildenden DE 28 22 774 A1 wurde eine verfahrenstechnische Anlage vorgeschlagen, die aus einer Vielzahl von Bauteilen besteht, wobei die Bauteile der Anlage betriebfertig in Containern vormontiert werden. Im Anschluss werden die Container zur Anlagenbetriebsbaustelle transportiert und es wird die Anlage auf der Baustelle durch funktionelles Verbinden der Container fertig gestellt.

    [0008] Demnach erfolgt der Zusammenbau der Einzelteile der Anlage bereits im Herstellerwerk. Dort wird die Anlage betriebsfertig in mehrere Container montiert. Auf diese Weise soll die Montage verfahrenstechnischer Anlage von der Baustelle in das Herstellerwerk verlagert werden. Ziel ist es, die Montage- und Inbetriebnahmezeiten für derartige Anlagen zu verkürzen und bereits im Herstellerwerk eine Funktionsprüfung der Anlage vorzunehmen. Besonders vorteilhaft soll sich die Lehre der DE 28 22 774 A1 bei der Errichtung von Luftzerlegungsanlagen darstellen. Anlagenteile mit einer starken Lärmemission, wie z.B. Kompressoren, sollen in einem geschlossenen Container untergebracht werden, der entsprechend schallgedämmt ist. Zweckmäßigerweise soll der lärmemittierende Container zwischen anderen Containern aufgestellt werden. Zwischenräume zwischen den Containern sollen zusätzlich mit schalldämmendem Material verfüllt werden. Dokument WO2004015347 zeigt eine Luftzerlegungsanlage gemäss dem Oberbegriff von Anspruch 1. Es hat sich jedoch gezeigt, dass das Unterbringen der notwendigen anlagentechnischen Komponenten in Containern, insbesondere wenn eine Inbetriebnahme der Anlage mit den Komponenten innerhalb der Container stattfinden soll, zu erheblichen Schwierigkeiten führt. Der zur Verfügung stehende Raum in einem Standard-Container ist naturgemäß begrenzt. Hierdurch ist die Zugänglichkeit der einzelnen Anlagenkomponenten im Fall einer notwendigen Wartung, aber auch bei Inbetriebnahme erschwert. Weiterhin ist nicht die Lärmemission entsprechender Anlagenkomponenten, wie z.B. von Kompressoren, vordergründig, sondern die entstehende Betriebs- und Abwärme einer Vielzahl von Anlagenteilen und Baugruppen. Diese Abwärme muss unter allen Betriebsbedingungen, aber auch unter den unterschiedlichsten klimatischen Voraussetzungen sicher an die Umgebung abgeführt werden. Dabei sollen solche Anlagenteile oder Anlagenkomponenten nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, die ihre Funktion nur bei niedrigerer Umgebungs- bzw. Betriebstemperatur ausführen können.

    [0009] Eine zusätzliche Schwierigkeit ergibt sich dann, wenn die verfahrenstechnische Anlage solche Komponenten enthält, die äußerst sperrig sind und welche zum Ausüben ihrer Funktion in eine veränderte Betriebslage gebracht werden müssen, wie dies z.B. bei einer Luftzerlegungssäule oder entsprechender -kolonne der Fall ist.

    [0010] Aus dem Vorgenannten ist es daher Aufgabe der Erfindung, eine weiterentwickelte modulare Luftzerlegungsanlage mit einer Vielzahl von Anlagenkomponenten sowie mindestens einer Bedieneinheit anzugeben, wobei alle Anlagenkomponenten in einer minimalen Anzahl von Standard-Containern untergebracht werden sollen und wobei ein Betrieb der Anlage mit den in den Containern untergebrachten Anlagenkomponenten bei unterschiedlichsten klimatischen Voraussetzungen möglich sein muss, ohne dass externe Maßnahmen, wie z.B. ein Umhausen erforderlich werden.

    [0011] Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt durch die Merkmalskombination gemäß Patentanspruch 1, wobei die Unteransprüche mindestens zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen umfassen. Erfindungsgemäss wird demnach von einer modularen Luftzerlegungsanlage mit einer Vielzahl von Anlagenkomponenten sowie mindestens einer Bedieneinheit ausgegangen, wobei die Anlagenkomponenten betriebsbereit vormontiert in Standard-Containern untergebracht und in diesen Containern transportiert und vor Ort je nach auszuführendem Verfahren funktional verbunden werden und diesbezüglich im Containerverbund betreibbar sind.

    [0012] Erfindungsgemäß werden alle Anlagenkomponenten in zwei, luftfrachtfähigen Standard-Containern untergebracht, wobei ein erster Container für die ausgewählten Anlagenkomponenten geteilte, gegeneinander isolierte Kompartimente enthält. Diese Kompartimente sind über Türen oder Klappen zum Zweck der Wartung der jeweiligen Anlagenkomponente zugänglich.

    [0013] Erfindungsgemäß ist ein zweiter Container so ausgebildet, dass dieser mindestens ein feststehendes Kompartiment und mindestens ein verschwenkbares Kompartiment aufweist.

    [0014] Weiterhin sind erfindungsgemäss an die Container ankoppelbare Anschlüsse sowie Verbindungselemente zum Transport von Medien und Leiten von Steuer- und Betriebssignalen zwischen den Containern vorhanden.

    [0015] Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind im ersten Container Baugruppen und Anlagenkomponenten mit erhöhter Betriebstemperatur und im zweiten Container Baugruppen und Anlagenkomponenten mit niedrigerer Betriebstemperatur angeordnet bzw. untergebracht.

    [0016] Die Isolation der Kompartimente erfolgt unter thermischen und/oder akustischen Aspekten in jeweils optimierter Weise.

    [0017] Bevorzugt im ersten Container ist ein Kompartiment ausgebildet als elektrischer Kontroll- und Betriebsraum vorgesehen. Dieses Kompartiment ist auch zum Aufenthalt von Personen zum Zweck der Steuerung und Kontrolle der jeweiligen Anlage geeignet und insofern schallgedämmt und klimatisiert.

    [0018] Wenigstens der zweite Container verfügt bevorzugt über Mittel zum Ausrichten und Aufstellen in einer vorgesehenen, insbesondere ebenen Lage.

    [0019] Diese Mittel können im Sockelbereich des Containers ausgebildete, mechanisch oder hydraulisch verstellbare Füße umfassen.

    [0020] In wenigstens einem der Kompartimente des ersten Containers sind bevorzugt Verschleiß- und Ersatzteile für die entsprechenden Anlagenkomponenten untergebracht. Erfindungsgemäß ist der zweite Container längshälftig in zwei Kompartimente geteilt, wobei ein Kompartiment von einer im Ausgangszustand waagerechten Lage in eine diesbezüglich geänderte, insbesondere senkrechte Betriebszustandslage hydraulisch schwenkbar ist.

    [0021] Die Hydrauliksteuerung ist bevorzugt ebenfalls im zweiten Container befindlich.

    [0022] Die verschwenkbare Teilhälfte des zweiten Containers kann insbesondere eine Luftzerlegungssäule mit Flüssiggaszwischenspeicherung umfassen.

    [0023] Weiterhin weisen bevorzugt Mittel zum Belüften, Heizen und/oder Kühlen derart auf, dass ein Betrieb in verschiedenen Klimazonen und Umgebungstemperaturen im Bereich von ca. -25°C bis +50°C möglich ist.

    [0024] Im Betriebsfall können die Container eine beliebige Lage zueinander einnehmen.

    [0025] Mindestens einzelne der Kompartimente verfügen bevorzugt über eine Doppelwandung zur Optimierung der thermischen und/oder akustischen Dämmung.

    [0026] An mindestens einem Container ist bevorzugt eine Blitzfangstange und/oder eine Antenne zur drahtlosen Kommunikation angebracht.

    [0027] Bevorzugt im ersten Container ist ein Luftkompressor mit Heizer zum Vorlauf beim Anlagenstart angeordnet. In diesem Sinn ist im zweiten Container bevorzugt eine Einrichtung zur Hochdruckabfüllung von flüssigem Gas befindlich.

    [0028] Die vorgestellte modulare verfahrenstechnische Anlage, untergebracht in zwei Standard-Containern, ist mit üblichen Nutzkraftwagen auf dem Landweg verfahrbar, aber ebenso luftfrachttauglich. Alle außenliegenden elektrischen Anlagen sind in den Containern der Schutzart IP 65 entsprechend ausführbar. Durch den in den Containern in dort vorgesehenen Kompartimenten untergebrachten Ersatzteilstock kann auch ein längerer Betrieb ohne externe Ersatzteilversorgung der entsprechenden verfahrenstechnischen Anlage erfolgen. Durch die Ausbildung von Auszugsschlitten und Tragprofilen können einzelne Komponenten oder Module in leichter Weise entnommen, gewartet und wieder in das entsprechende Containerkompartiment eingesetzt werden.

    [0029] Bei einer Ausgestaltung der Erfindung findet das Ausrichten des beweglichen Teils im zweiten Container mit dem Ausricht- bzw. Schwenkvorgang automatisch statt, so dass sich diesbezügliche Einstellarbeiten auf ein Minimum beschränken. Wenn insoweit eine der Anlagenkomponenten eine Aktivkohlereinigung umfasst, wird ein Aktivkohleabsorber, ausgebildet als geschlossene Filterpatrone, in einem der Kompartimente mitgeführt und steht zum Auswechseln vor Ort zur Verfügung. Dadurch, dass auf eine geschlossene Patrone zurückgegriffen wird, ist eine Verunreinigung der in der Patrone befindlichen Aktivkohle durch falsche Handhabung vor Ort ausgeschlossen.

    [0030] Die für den Anlagenbetrieb notwendige Umgebungsluft wird über eine Filtereinheit angesaugt und gereinigt, was den beabsichtigen Einsatz auch in Wüstengebieten erleichtert.

    [0031] Die Erfindung soll nachstehend anhand von Figuren und einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.

    [0032] Hierbei zeigen Figuren 1-6 ein Ausführungsbeispiel der Erfindung:
    Fig. 1a
    eine Draufsicht des ersten Containers gemäß Ausführungsbeispiel;
    Fig. 1b
    eine Frontalansicht des ersten Containers;
    Fig. 1c
    und d eine Seitenansicht des ersten Containers;
    Fig. 1e
    eine perspektivische Darstellung des ersten Containers als jeweils im Transportzustand;
    Fig. 2a
    eine Draufsicht auf den zweiten Container im Transportzustand;
    Fig. 2b
    eine Frontalansicht des zweiten Containers;
    Fig. 2c
    und d Seitenansichten des zweiten Containers im Transportzustand;
    Fig. 2e
    eine perspektivische Ansicht des zweiten Containers im Transportzustand;
    Fig. 3a
    eine Draufsicht des ersten Containers im Betriebszustand;
    Fig. 3b
    eine Frontalansicht des ersten Containers im Betriebszustand;
    Fig. 3c
    und d Seitenansichten des ersten Containers im Betriebszustand;
    Fig. 3e
    eine perspektivische Ansicht des ersten Containers im Betriebszustand, wobei zur besseren Erkennbarkeit einzelner Anlagenkomponenten Teile der Frontverkleidung nicht gezeigt sind;
    Fig. 4a
    eine Draufsicht des zweiten Containers im Betriebszustand mit aufgerichtetem Containerteil, im vorliegenden Fall ausgebildet als Coldbox;
    Fig. 4b
    eine Frontalansicht des zweiten Containers im Betriebszustand mit aufgerichteter Coldbox;
    Fig. 4c
    und d Seitenansichten des zweiten Containers im Betriebszustand mit aufgerichteter Coldbox;
    Fig. 4e
    eine perspektivische Darstellung des zweiten Containers im Betriebszustand mit aufgerichteter Coldbox und teilweise entfernter Containeraußenverkleidung zur besseren Erkennbarkeit der in den Kompartiments befindlichen Anlagenkomponenten;
    Fig. 5a
    eine Draufsicht des ersten Containers im Wartungszustand mit teilweise entnommenen Anlagenkomponenten;
    Fig. 5b
    und c seitliche Ansichten des ersten Containers im Wartungszustand;
    Fig. 5d
    eine perspektivische Darstellung des ersten Containers im Wartungszustand mit ausgebautem Kompressor (linksseitig) und entfernter Deoxo-Einheit (rechts);
    Fig. 6a
    eine Draufsicht auf den zweiten Container im Wartungszustand mit abgesenkter Coldbox und teilweise geöffneten Wartungstüren bzw. Wartungsklappen;
    Fig. 6b
    und c Seitenansichten des zweiten Containers mit abgesenkter Coldbox im Wartungszustand und
    Fig. 6d
    eine perspektivische Darstellung des zweiten Containers im Wartungszustand mit abgesenkter Coldbox und im Vordergrund rechts entnommener Molbatterie.


    [0033] Bei der nachstehenden Erläuterung des Ausführungsbeispiels mit Blick auf die Figuren wird von einer beispielhaften Luftzerlegungsanlage zur Erzeugung von flüssigem Sauerstoff und flüssigem Stickstoff ausgegangen. Die Fig. 1a bis 1e zeigen den ersten Container 1, der beispielsweise einen Luftkühler 2 sowie ein Verschleißteil-Kompartiment 3 enthält. Weiterhin ist im Container 1 ein Kontrollraum-Kompartiment 4 mit Schaltschränken 5 (siehe Fig. 3e) vorgesehen.

    [0034] Im Transportzustand sind Wartungsklappen bzw. -türen 9 geschlossen und als Aggregate arretiert. Übliche Anschlagmittel können an Transportösen 7 angesetzt werden.

    [0035] Der in der Fig. 2 gezeigte zweite Container 8 befindet sich ebenfalls im Transportzustand. Alle Klappen und Türen 9 sind verschlossen und entsprechende Anlagenteile gesichert. Ein Transport ist hier ebenfalls unter Nutzung der Transportösen 7 (Anheben über entsprechende Anschlagmittel) möglich.

    [0036] Nachdem der erste und zweite Container 1; 8 den Ort der Inbetriebnahme erreicht hat, werden die Container vor Ort aufgestellt und in den Betriebszustand überführt.

    [0037] Diesbezüglich wird beispielsweise beim ersten Container 1 eine Blitzfangstange 10 bzw. Antenne montiert. Ein Kühleraufsatz 11 zur Entlüftung des Kompressors 12 fixiert und es werden die einzelnen Anlagenkomponenten zwischen Container 1 und Container 8 über Verbindungsleitungen 13 gekoppelt.

    [0038] Der zweite Container 8 umfasst, wie in der Fig. 4 dargestellt, ein feststehendes Kompartiment 80 und ein verschwenkbares Kompartiment 81.

    [0039] Weiterhin sind Verstellfüße 14 zum lotrechten Aufrichten vorhanden. Alle zum Aufrichten und Verschwenken des Kompartiments 81 erforderlichen Bestandteile, insbesondere ein Hydraulikzylinder 15, sind im zweiten Container 8 vorhanden.

    [0040] Der zweite Container 8 enthält darüber hinaus noch eine Turbinenkälteanlage 16 sowie eine Flüssigstickstoffpumpe 17 sowie die Molbatterie 18 und eine Hydrauliksteuerung 19.

    [0041] Der Wartungszustand bezüglich der Anlagenkomponenten des ersten und zweiten Containers 1; 8 ist mit Hilfe der Fig. 5 und 6 beispielhaft dargestellt.

    [0042] Bezugnehmend auf Fig. 5d ist der im ersten Container 1 befindliche Kompressor 20 bereits ausgebaut. Ebenso ist die Deoxidationseinheit entfernt. Alle Klappen oder Türen sind, wie die Fig. 5a darstellt, geöffnet.

    [0043] In analoger Weise sind auch alle Funktionseinheiten, die im zweiten Container 8 untergebracht sind, zugänglich. Die Molbatterie ist, wie in der Fig. 6d dargestellt, entnommen und kann entsprechend gewartet werden.

    [0044] Das neue Konzept der Unterbringung der Anlagenkomponenten in zwei Containern führt zu einer außerordentlich kompakt aufstellbaren betriebsbereiten Anlage, die bediener- und wartungsfreundlich ist und darüber hinaus flexibel auch bei unterschiedlichen klimatischen Bedingungen genutzt werden kann.

    Bezugszeichenliste



    [0045] 
    1
    Container
    2
    Luftkühler
    3
    Verschleißteil-Kompartiment
    4
    Kontrollraum-Kompartiment
    5
    Schaltschrank
    7
    Transportösen
    8
    Container
    9
    Wartungsklappe bzw. -tür
    10
    Blitzfangstange
    11
    Kühleraufsatz
    12
    Kompressor
    13
    Verbindungsleitung
    14
    Verstellfüße
    15
    Hydraulikzylinder
    16
    Turbinenkälteanlage
    17
    Flüssigstickstoffpumpe
    18
    Molbatterie
    19
    Hydrauliksteuerung
    20
    Kompressor
    80
    feststehendes Kompartiment
    81
    verschwenkbares Kompartiment



    Ansprüche

    1. Modulare Luftzerlegungsanlage mit einer Vielzahl von Anlagenkomponenten sowie mindestens einer Bedieneinheit, wobei die Anlagenkomponenten betriebsbereit vormontiert in Containern mit Standard-Abmessungen untergebracht, im Container transportierbar und vor Ort je nach auszuführendem Verfahren funktional verbindbar und im Containerverbund betreibbar sind, wobei alle Anlagenkomponenten in zwei Standard-Containern befindlich sind, wobei der erste Container (1) für ausgewählte Anlagenkomponenten geteilte, gegeneinander isolierte Kompartimente (2,3,4) enthält, weiterhin die Kompartimente über Türen oder Klappen (9) zum Zweck der Wartung der jeweiligen Anlagenkomponente zugänglich sind und der zweite Container (8) an die Container ankoppelbare Anschlüsse sowie Verbindungselemente zum Transport von Medien und Leiten von Steuer- und Betriebssignalen zwischen den Containern aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Container längshälftig in ein feststehendes und ein verschwenkbares Kompartiment (80,81) geteilt ist und das verschwenkbare Kompartiment von einer im Ausgangszustand waagerechten Lage in eine diesbezüglich geänderte, insbesondere senkrechte Betriebszustandslage hydraulisch verschwenkbar ist und der erste und zweite Standard-Container luftfrachtfähig sind.
     
    2. Modulare Anlage nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    im ersten Container Baugruppen und Anlagenkomponenten mit erhöhter Betriebstemperatur und im zweiten Container Baugruppen und Anlagen mit niedrigerer Betriebstemperatur angeordnet sind.
     
    3. Modulare Anlage nach Anspruch oder 2,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    die Isolation der Kompartimente thermisch und/oder akustisch optimiert ausgeführt ist.
     
    4. Modulare Anlage nach Anspruch 3,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    im ersten Container ein Kompartiment, ausgebildet als klimatisierter elektrischer Kontroll- und Betriebsraum, vorgesehen ist.
     
    5. Modulare Anlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
    mindestens der zweite Container Mittel zum Ausrichten und Aufstellen in einer vorgesehenen, ebenen Lage aufweist.
     
    6. Modulare Anlage nach Anspruch 5,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    der zweite Container in seinem Sockelbereich mechanisch oder hydraulisch verstellbare Füße besitzt.
     
    7. Modulare Anlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    in mindestens einem der Kompartimente des ersten Containers Verschleiß- und Ersatzteile für die Anlagenkomponenten untergebracht sind.
     
    8. Modulare Anlage nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, dass das verschwenkbare Kompartiment eine Luftzerlegungssäule nebst Flüssiggaszwischenspeicher umfasst.
     
    9. Modulare Anlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    die Container Mittel zum Belüften, Heizen und/oder Kühlen sowie Filter aufweisen derart, dass ein Betrieb in verschiedenen Klimazonen und bei Umgebungstemperaturen im Bereich von ca. -25°C bis +50°C sowie bei Sand- und Staubbelastung möglich ist.
     
    10. Modulare Anlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    die Container im Betriebsfall eine beliebige Lage zueinander einnehmen können.
     
    11. Modulare Anlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    mindestens einzelne der Kompartimente über eine Doppelwandung verfügen.
     
    12. Modulare Anlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    an mindestens einem Container eine Blitzfangstange und/oder eine Antenne zur drahtlosen Kommunikation angebracht ist.
     
    13. Modulare Anlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
    im ersten Container ein Luftkompressor mit Heizer zum Vorlauf beim Anlagenstart angeordnet ist.
     
    14. Modulare Anlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
    im zweiten Container eine Einrichtung zur Hochdruckabfüllung von flüssigem Gas befindlich ist.
     
    15. Modulare Anlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
    in einem der Kompartimente ein Aktivkohleabsorber, ausgebildet als Filterpatrone, mitgeführt und zum Auswechseln vor Ort zur Verfügung steht, wobei die Patrone als geschlossene Patrone ausgebildet ist, um eine Verunreinigung der in der Patrone befindlichen Aktivkohle durch falsche Handhabung vor Ort auszuschließen.
     


    Claims

    1. A modular air separation plant, comprising:

    a multitude of plant components and at least one operator interface, wherein the plant components are arranged pre-assembled in containers with standard dimensions, transportable in the containers and functionally connectable on site as a function of a method to be performed and operable in a container connection,

    wherein all planned components are arranged in two standard containers, wherein a first container of the two containers includes compartments (2, 3 ,4) for particular plant components which compartments are separated and insulated from each other,

    wherein the compartments are accessible through doors or flaps (9) for maintaining the respective plant components and a second container of the two containers includes connections and connection elements that are couple able to the containers for transporting media and conducting control and operating signals between the containers,

    characterized in that

    the second container is longitudinally divided in half into a fixed compartment and a pivotable compartment and the pivotable compartment is hydraulically pivotable from a horizontal starting position into an operating position that differs from horizontal and that is in particular vertical, and the first and the second standard container is air freightable.


     
    2. The modular air separation plant according to claim 1,
    characterized in that
    the first container includes modules and plant components with an increased operating temperature and the second container includes modules and plant components with a lower operating temperature.
     
    3. The modular air separation plant according to claim 1 or 2,
    characterized in that
    an isolation of the compartments is provided thermally and/or acoustically optimized.
     
    4. The modular air separation plant according to claim 3,
    characterized in that
    a compartment provided as an air conditioned electrical control and operating room is provided in the first container.
     
    5. The modular air separation plant according to one of the preceding claims, characterized in that
    at least the second container includes devices for orienting it and setting it up in a predetermined level position.
     
    6. The modular air separation plant according to claim 5,
    characterized in that
    the second container includes mechanically or hydraulically adjustable bases in a base portion.
     
    7. The modular air separation plant according to one of the preceding claims, characterized in that
    at least one of the compartments of the first container includes wear parts and spare parts for the plant components.
     
    8. The modular air separation plant according to claim 1,
    characterized in that the pivotable compartment includes an air separation column including a liquid gas intermediary storage.
     
    9. The modular air separation plant according to one of the preceding claims, characterized in that
    the containers include devices for ventilating, heating and/or cooling and filters so that operations in different climate zones and for operating temperatures in a range of - 25° C to + 50° C and under sand and dust loading are feasible.
     
    10. The modular air separation plant according to one of the preceding claims, characterized in that the containers can be arranged in any position relative to each other during operations.
     
    11. The modular air separation plant according to one of the preceding claims, characterized in that
    at least individual compartments include a double wall.
     
    12. The modular air separation plant according to one of the preceding claims, characterized in that
    at least one of the containers includes a lightning rod and/or a wireless communications antenna.
     
    13. The modular air separation plant according to one of the preceding claims, characterized in that
    the first container includes an air compressor including a heater for preheating during plant start up.
     
    14. The modular air separation plant according to one of the preceding claims, characterized in that
    the second container includes a device for high pressure filling of liquid gas.
     
    15. The modular air separation plant according to one of the preceding claims, characterized in that
    one of the compartments includes an active charcoal absorber configured as a filter cartridge that is replaceable on site, wherein the cartridge is configured as a closed cartridge which prevents a contamination of the active charcoal in the cartridge from incorrect handling on site.
     


    Revendications

    1. Installation de séparation d'air modulaire comprenant une pluralité de composants d'installation ainsi qu'au moins une unité de service, dans laquelle les composants d'installation sont logés préalablement montés prêts à fonctionner dans des conteneurs présentant des dimensions standard, sont susceptibles d'être transporté dans les containers et d'être connectés sur le plan fonctionnel sur place selon le processus à mettre en oeuvre, et qui peuvent être amené à fonctionner dans un groupement de conteneurs, dans laquelle tous les composants d'installation se trouvent dans deux conteneurs standard, dans lesquels le premier conteneur (1) contient des compartiments (2, 3, 4) isolés les uns des autres et subdivisés pour les composants sélectionnés de l'installation, dans laquelle les compartiments sont accessibles via des portes ou des clapets (9) dans le but de l'entretien des composants respectifs de l'installation, et le second conteneur (8) comprend des raccords susceptibles d'être couplés au conteneur ainsi que des éléments de liaison pour le transport de médias et pour la transmission de signaux de commande et de fonctionnement entre les conteneurs, caractérisée en ce que le second conteneur est subdivisé par moitié en longueur en un compartiment stationnaire et en un compartiment capable de basculer (80, 81), et le compartiment capable de basculer est susceptible d'être basculé depuis une position horizontale en situation de départ jusque dans une position de service modifiée par rapport à la première, en particulier verticale, par voie hydraulique, et le premier et le second conteneur standard sont susceptibles d'être transportés comme fret aérien.
     
    2. Installation modulaire selon la revendication 1,
    caractérisée en ce que, dans le premier conteneur, sont agencés des groupes structurels et des composants d'installation présentant une température de service élevée et, dans le second conteneur, sont agencés des groupes structurels et des installations présentant une température de service plus faible.
     
    3. Installation modulaire selon la revendication 2,
    caractérisée en ce que l'isolation des compartiments est réalisée de façon optimisée sur le plan thermique et/ou acoustique.
     
    4. Installation modulaire selon la revendication 3,
    caractérisée en ce que, dans le premier conteneur, il est prévu un compartiment réalisé sous forme de local de contrôle et de commande électrique climatisé.
     
    5. Installation modulaire selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le second conteneur au moins comprend des moyens pour l'orienter et pour le mettre en place dans une position prévue à plat.
     
    6. Installation modulaire selon la revendication 5,
    caractérisée en ce que le second conteneur possède dans la région de son socle des pieds réglables par voie mécanique ou hydraulique.
     
    7. Installation modulaire selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que, dans l'un au moins des compartiments du premier conteneur, sont logées des pièces d'usure et de remplacement pour les composants de l'installation.
     
    8. Installation modulaire selon la revendication 1,
    caractérisée en ce que le compartiment capable de basculer inclut une colonne de séparation d'air, outre un accumulateur intermédiaire pour gaz liquide.
     
    9. Installation modulaire selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que les conteneurs comprennent des moyens pour la ventilation, le chauffage et/ou le refroidissement, ainsi que des filtres, de telle façon qu'un fonctionnement est possible dans différentes zones climatiques et avec des températures ambiantes dans la plage d'environ -25° C jusqu'à +50° C, ainsi que dans des environnements chargés de poussière et de sable.
     
    10. Installation modulaire selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que les conteneurs peuvent occuper en service une position quelconque les uns par rapport aux autres.
     
    11. Installation modulaire selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que certains des compartiments au moins disposent d'une double paroi.
     
    12. Installation modulaire selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que sur l'un au moins des conteneurs est agencée une tige parafoudre et/ou une antenne pour les communications sans fil.
     
    13. Installation modulaire selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que, dans le premier conteneur, est agencé un compresseur d'air avec un dispositif chauffant pour le lancement lors du démarrage de l'installation.
     
    14. Installation modulaire selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que, dans le second conteneur, est prévu un système pour le remplissage à haute pression de gaz liquide.
     
    15. Installation modulaire selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que, dans l'un des compartiments, il est prévu un absorbeur à charbon actif, réalisé sous forme de cartouche filtrante, et se trouve à disposition sur place de façon interchangeable, dans laquelle la cartouche est réalisée sous forme de cartouche fermée afin d'exclure une pollution du charbon actif qui se trouve dans la cartouche en raison d'une manipulation erronée sur place.
     




    Zeichnung























    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente