(19)
(11) EP 2 960 193 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
30.12.2015  Patentblatt  2015/53

(21) Anmeldenummer: 15166889.4

(22) Anmeldetag:  08.05.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65H 45/14(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA

(30) Priorität: 21.05.2014 DE 102014007446

(71) Anmelder: Heidelberger Druckmaschinen AG
69115 Heidelberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Belmann, Markus
    70806 Kornwestheim (DE)

   


(54) TASCHENFALZMASCHINE MIT INTEGRIERTEM PRESSWERK


(57) Die Erfindung betrifft eine Taschenfalzmaschine (100), aufweisend mindestens eine Taschenfalzstation (3)
mit mindestens einem Falzwerk (3.1, 3.2) mit Falztasche (3.1) und Falzwalzen (3.2) und mit einem Presswerk (10) zum Abpressen der Signaturen (1001),
wobei das Presswerk (10) dem mindestens einen Falzwerk (3.1, 3.2) nachgeordnet ist. Erfindungsgemäß ist das Presswerk (10) einem letzten Paar von Falzwalzen (3.2) unmittelbar nachgeordnet. In vorteilhafter Weise können in einer derartigen Maschine hergestellte sehr kleine und kompakte als auch sehr dicke Signaturen zuverlässig weiterverarbeitet werden.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Taschenfalzmaschine gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.

Stand der Technik



[0002] Aus dem Stand der Technik sind Taschenfalzmaschinen und Schwertfalzmaschinen bekannt. Die Kombination von Taschenfalzmaschinen mit Schwertfalzmaschinen ist als Kombifalzmaschine geläufig. Dabei werden in Taschenfalzwerken Parallelbrüche und in den nachfolgenden Schwertfalzwerken Kreuzbrüche gefalzt. Der Bogen durchläuft dabei in Durchlaufrichtung der Kombifalzmaschine mindestens folgende Stationen: Anleger, Übergabetisch, Taschenfalzwerk, Schwertfalzwerk, Ausleger.

[0003] Der Aufbau einer Taschenfalzmaschine mit einer Vielzahl von Taschenfalzwerken geht aus der DE 10 2004 041 471 A1 hervor. Ein jeweiliges Taschenfalzwerk besteht dabei aus einer Falztasche und drei Falzwalzen, welche in zwei Falzwalzenpaaren angeordnet sind. Aus der DE 29 40 360 A1 ist ein Einzelschwertfalzwerk zum Falzen von bedruckten und vorgefalzten Bogen bekannt. In Kombifalzmaschinen werden Taschenfalzwerke und Schwertfalzwerke kombiniert. Dabei werden in einer ersten Falzstation in Taschenfalzwerken Parallelbrüche und in einer nachfolgenden Falzstation in Schwertfalzwerken Kreuzbrüche gefalzt. Die DE 31 47 064 A1 und die DE 10 2006 055 301 A1 zeigen Kombifalzmaschinen mit einer Mehrzahl von Taschenfalzwerken und nachranging angeordneten Schwertfalzwerken.

[0004] Auch bekannt sind Vorrichtungen zum Pressen und Transportieren von Bogen aus Papier, Pappe und dergleichen, wie z. B. Prospekte, Zeitschriften, Flyer, welche dazu dienen, die Produkte so zu pressen, dass diese für den Weitertransport mit einer hohen Packungsdichte aufeinander gestapelt werden können, da durch das Pressen kompakte und gleichmäßige Stapel möglich sind.

[0005] Insbesondere bei gefalzten Druckweiterverarbeitungsprodukten, sogenannten Signaturen, wird zwischen den Seiten Luft eingeschlossen. Diese Luft wird durch das Pressen der Produkte herausgepresst. Weiter werden durch das Pressen bereits gebrochene, aber noch nicht vollständig gefalzte Falzkanten sauber gefalzt, was insbesondere bei dicken und steifen Materialien die Qualität der Falzkante erhöht.

[0006] Die EP 1 970 132 B1 zeigt eine Pressstation mit einer Vorrichtung zur Reinigung von Walzen, welche einer Falzstation nachgelagert sein kann. Über Transportbänder werden gefalzte Signaturen von einer Falzstation an die Pressstation übergeben.

[0007] Ähnliche Pressstationen werden auch in der DE 103 48 900 A1 und der DE 696 18 066 T2 beschrieben.

[0008] Nachteilig an derartigen Pressstationen ist, dass sich die Produkte nach dem Falzen und während dem Weitertransport zu nachgelagerten Messerwellen, einer nachgelagerten Pressstation und dann zu einer Produktauslage bereits wieder öffnen können. Dies kann zu Materialstau und in Konsequenz zu einem Maschinenstopp führen. Die Gefahr hierfür ist besonders gegeben bei vielfach gefalzten, kleinen Produkten, wie beispielsweise Beipackzetteln oder sogenannten Outserts.

[0009] Bei Pressstationen nach dem Stand der Technik wird die Presskraft häufig mittels auf die Presswalzen wirkenden Federpaketen aufgebracht. Soll nun der Abstand der Presswalzen zur Anpassung an Produkte anderer Dicke angepasst werden, so muss zumindest eine der Presswalzen gegen die Kraft der Federpakete verstellt werden. Dazu sind hohe Kräfte erforderlich.

Aufgabenstellung



[0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Taschenfalzmaschine zu schaffen, welche die Erzeugung von unterschiedlichsten Signaturen in hoher Qualität ermöglicht. So sollen sowohl sehr kleine und kompakte Signaturen als auch sehr dicke Signaturen zuverlässig verarbeitet werden können. Weitere Aufgabe dabei ist es, die Pressung der Signaturen unabhängig von der Beschaffenheit der Signatur zu verbessern.

[0011] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Taschenfalzmaschine mit den Merkmalen von Anspruch 1.

[0012] Die erfindungsgemäße Taschenfalzmaschine, welche dem Falzen von Bogen, insbesondere aus Papier, Karton, Pappe oder Kunststoff für Signaturen dient, besitzt mindestens eine Taschenfalzstation mit mindestens einem Falzwerk und mit mindestens einem Presswerk zum Abpressen der Signaturen. Das mindestens eine Falzwerk weist mindestens eine Falztasche und, einer jeweiligen Falztasche zugeordnet, ein Paar Falzwalzen auf. Zumindest eines der Presswerke ist dem mindestens einen Falzwerk nachgeordnet. Erfindungsgemäß ist das Presswerk einem - in Transportrichtung der Bogen gesehen - letzten Paar von Falzwalzen unmittelbar nachgeordnet. Das heißt, zwischen dem letzten Falzwalzenpaar und dem Presswerk gibt es keine weiteren Transportmittel. Dabei sind die Falzwalzen des mindestens einen Falzwerks und die Presswalzen des Presswerks in einem gemeinsamen Falzwalzenstuhl gelagert, wobei der Falzwalzenstuhl zwei parallel zueinander angeordnete Seitenwände als Lagerplatten besitzt. Eine derartige Taschenfalzmaschine hat die Vorteile, dass kurze und vielfach gefalzte Produkte sofort abgepresst werden können, bevor sie in der Maschine weitertransportiert werden. Dadurch wird verhindert, dass sich die Produkte während des Weitertransportes öffnen. Weil die Produkte nach dem Abpressen geschlossen bleiben, können diese nachfolgend auch mit geringerer Geschwindigkeit weitertransportiert werden, ohne dass die Falzqualität beeinträchtigt wird.

[0013] In vorteilhafter Weiterbildung der erfindungsgemäßen Taschenfalzmaschine werden die Falzwalzen und die Presswalzen von einem gemeinsamen Antrieb, insbesondere einem steuerbaren Elektromotor, rotativ angetrieben.

[0014] In einer Ausführungsvariante ist das Presswerk als Bandpresse ausgeführt mit zwei, einen Pressspalt bildenden Presswalzen und zwei, eine jeweilige Presswalze umschlingenden umlaufenden Transportbändern.

[0015] In Weiterbildung der Taschenfalzmaschine ist stromaufwärtig und stromabwärtig - in Transportrichtung gesehen - einer jeweiligen Presswalze je eine Hilfswalze angeordnet. Eine jeweilige Presswalze und die beiden zugeordneten Hilfswalzen werden dabei jeweils von einem umlaufenden Transportband umschlungen. Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, dass der vertikale Abstand zwischen den beiden stromaufwärtig angeordneten Hilfswalzen größer ist als der vertikale Abstand zwischen den beiden Presswalzen. Dadurch ergibt sich eine Verjüngung des Förderspaltes zwischen den umlaufenden Transportbändern. Dieser bewirkt, dass die Produkte in dem Presswerk eine Vorpressung erfahren, bevor der eigentliche Pressvorgang zwischen dem Presswalzenpaar erfolgt. Die Presskraft der Vorpressung nimmt vom Einlaufbereich bei den Hilfswalzen bis hin zum Presswalzenpaar zu, so dass Luft zwischen den gefalteten Seiten eines jeweiligen Produktes herausgepresst werden kann.

[0016] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Taschenfalzmaschine besitzt das Presswerk mindestens einen pneumatischen Zylinder zum Beaufschlagen der Presswalzen mit einer Presskraft.

[0017] In vorteilhafter Weiterbildung der Taschenfalzmaschine ist den Presswalzen des Presswerks eine Verstelleinrichtung zugeordnet zur Anpassung des Abstandes der beiden Presswalzen. Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn diese Verstelleinrichtung über einen steuerbaren elektromotorischen Antrieb verfügt. Die Verstelleinrichtung wirkt insbesondere auf zumindest ein Lager einer der Presswalzen ein und bewirkt so eine Abstandseinstellung zwischen beiden Presswalzen. Der steuerbare elektromotorische Antrieb kann mit einer Maschinensteuerung der Taschenfalzmaschine verbunden sein, so dass der Presswalzenabstand einfach eingestellt und bereits aus den Auftragsdaten abgeleitet werden kann.

[0018] In einer Weiterentwicklung der beschriebenen Taschenfalzmaschine sind dem Presswerk - in Transportrichtung gesehen - mindestens ein Messerwellenpaar zur Bearbeitung der gefalzten und abgepressten Signaturen und/oder eine weitere Falzstation, nämlich eine Taschenfalzstation oder eine Schwertfalzstation , nachgelagert.

[0019] Die beschriebene Erfindung und die beschriebenen vorteilhaften Weiterbildungen der Erfindung stellen auch in Kombination miteinander - soweit dies technisch sinnvoll ist - vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung dar.

[0020] Hinsichtlich weiterer Vorteile und in konstruktiver und funktioneller Hinsicht vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung wird auf die Unteransprüche sowie die Beschreibung von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beiliegenden Figuren verwiesen.

Ausführungsbeispiel



[0021] Die Erfindung soll an Hand beigefügter Figuren noch näher erläutert werden. Einander entsprechende Elemente und Bauteile sind in den Figuren mit gleichen Bezugszeichen versehen. Zugunsten einer besseren Übersichtlichkeit der Figuren wurde auf eine maßstabsgetreue Darstellung verzichtet.
Es zeigen in schematischer Darstellung
Fig. 1
eine Taschenfalzmaschine mit Taschenfalzstation und nachgelagerter Pressstation gemäß dem Stand der Technik
Fig. 2
eine erfindungsgemäße Taschenfalzmaschine mit integriertem Falzwerk und Presswerk in einer ersten Ausführungsvariante
Fig. 3a
das Presswerk der erfindungsgemäßen Taschenfalzmaschine in Betrieb
Fig. 3b
das Presswerk der erfindungsgemäßen Taschenfalzmaschine während der Einstellung des Presswalzenabstandes
Fig. 4a
eine erfindungsgemäße Taschenfalzmaschine mit integriertem Falzwerk und Presswerk in einer zweiten Ausführungsvariante
Fig. 4b
die Verwendung von zwei Presswerken
Fig. 4c
eine alternative Anordnung des Presswerks, welche nicht unter die Erfindung fällt


[0022] Figur 1 zeigt eine Taschenfalzmaschine 100 gemäß dem Stand der Technik. Ein Bogen 1000 durchläuft von einem Anleger 1 kommend eine Taschenfalzstation 3, wird dabei gefalzt und durchläuft nachfolgend eine räumlich beabstandete Pressstation 5, in welcher der gefalzte Bogen 1000, also die Signatur 1001, abgepresst wird, und nachfolgend weitere Falzstationen, bevor die Signatur 1001 in einem Ausleger 2 ausgelegt wird. Die Taschenfalzstation 3 besitzt mehrere Falzwerke, wobei ein jeweiliges Falzwerk zumindest eine Falztasche 3.1 und ein Paar von Falzwalzen 3.2 besitzt. Dem ersten Falzwerk vorgelagert - in Transportrichtung T gesehen - kann sich ein Messerwellenpaar 4.1 befinden, in welchem ein jeweiliger Bogen 1000 für den nachfolgenden Falzprozess beispielsweise durch Rillen, Schneiden und/oder Perforieren vorbereitet wird. Auch kann dem letzten Falzwerk ein Messerwellenpaar 4.2 nachgelagert sein, in welchem der gefalzte Bogen 1000 nachbearbeitet wird, beispielsweise, indem er einen Trennschnitt oder einen Beschnitt erhält. Der gefalzte Bogen 1000 wird nachfolgend an Transportbänder oder Transporttische übergeben, welche den gefalzten Bogen 1000 zu einem Presswalzenpaar transportieren, wo der gefalzte Bogen 1000 eine Pressung erfährt. Von den Transportbändern bzw. Transporttischen muss der gefalzte Bogen 1000 möglichst schnell zu den Presswalzen der Pressstation 5 transportiert werden, um ein Öffnen der Seiten des gefalzten Bogens 1000 zu vermeiden.

[0023] In Figur 2 ist eine Taschenfalzmaschine 100 gemäß der Erfindung dargestellt. Wie auch die Taschenfalzmaschine 100 gemäß dem Stand der Technik besitzt diese eine Taschenfalzstation 3 mit einer Mehrzahl von Falzwerken, wobei ein jeweiliges Falzwerk zumindest eine Falztasche 3.1 und zugeordnet ein Paar von Falzwalzen 3.2 aufweist. Im Unterschied zur Maschine nach dem Stand der Technik ist keine Pressstation 5 vorgesehen. Stattdessen wurde eine Bandpresse 10 als Presswerk in die Taschenfalzstation 3 integriert. Die Bandpresse 10 schließt sich - in Transportrichtung T gesehen - unmittelbar an das letzte Paar von Falzwalzen 3.2 an. Das heißt, zwischen den letzten Falzwalzen 3.2 und der Bandpresse 10 sind keine weiteren Transportmittel vorgesehen. Den Falzwerken vorgelagert kann ein Messerwellenpaar 4.1 angeordnet sein. Der Bandpresse 10 nachgelagert kann ebenfalls ein Messerwellenpaar 4.2 vorgesehen sein. Sowohl die Falzwalzen 3.2 als auch die Walzen 11, 13, 14, 16 der Bandpresse 10 und gegebenenfalls auch das vorgelagerte Messerwellenpaar 4.1 und das nachgelagerte Messerwellenpaar 4.2 sind im Falzwalzenstuhl 19 gemeinsam gelagert.

[0024] Die Presswalzen 11, 14 und damit auch die Transportbänder 12, 15 sowie die Falzwalzen 3.2 und gegebenenfalls auch die Messerwellen 4.1 und 4.2 können von einem gemeinsamen Antrieb (nicht dargestellt) rotativ angetrieben werden.

[0025] Der Aufbau und die Wirkweise der Bandpresse 10 werden anhand der Figuren 3a und 3b nachfolgend näher erläutert:

Stromaufwärtig und stromabwärtig der oberen Presswalze 11 sind obere Hilfswalzen 13 angeordnet. Sowohl die obere Presswalze 11 als auch die oberen Hilfswalzen 13 werden von mindestens einem oberen Transportband 12 umschlungen. Stromaufwärtig und stromabwärtig der unteren Presswalze 14 sind untere Hilfswalzen 16 angeordnet. Sowohl die untere Presswalze 14 als auch die unteren Hilfswalzen 16 werden zusammen von mindestens einem unteren Transportband 15 umschlungen. Bei den Transportbändern 12, 15 handelt es sich um umlaufende Transportbänder, welche einen jeweiligen gefalzten Bogen 1001 während der Pressung weitertransportieren. Der Abstand m zwischen den beiden stromaufwärtigen Hilfswalzen 13 und 16 ist dabei größer als der Abstand n zwischen den beiden Presswalzen 11 und 14. Infolgedessen wird von den Transportbändern 12 und 15 ein sich verjüngender Transportspalt gebildet, welcher bewirkt, dass Luft aus einem gefalzten Bogen 1001 herausgepresst werden kann, bevor dieser das Presswalzenpaar 11, 14 erreicht und dort seine eigentliche Pressung erfährt. Auch besonders kompakte Produkte können transportiert und abgepresst werden. Eine der beiden Presswalzen 11, 14 ist verstellbar ausgeführt.



[0026] Sofern die Falzmaschine 100 kein nachgelagertes Messerwellenpaar 4.2 besitzt, können die stromabwärtigen Hilfswalzen 13 und 16 auch in Transportrichtung weiter verschoben werden, sodass die Transportbänder 12, 15 den Weitertransport von kurzen Signaturen 1001 zu einer nachfolgenden Bearbeitungsstation (nicht dargestellt) ermöglichen, ohne dass sich die Signaturen 1001 öffnen.

[0027] Im dargestellten Ausführungsbeispiel kann die untere Presswalze 14 eine Zustellbewegung Z ausführen. Dazu ist die untere Presswalze 14 mit einem Pneumatikzylinder 17 verbunden, der die Presskraft F aufbauen kann. Die Bandpresse 10 besitzt weiterhin eine Einstelleinrichtung 18 mit motorisch verstellbarem Anschlag, welcher eine Verstellung a erfahren kann. Soll eine Änderung des Abstands zwischen den beiden Presswalzen 11, 14 erfolgen, so wird die vom Pneumatikzylinder 17 erzeugte Presskraft F abgebaut und der verstellbare Anschlag der Einstelleinrichtung 18 verschoben. Da die Einstellung nicht gegen die hohe Presskraft F erfolgt, genügt ein steuerbarer elektromotorischer Antrieb kleiner Leistung zur Betätigung der Einstelleinrichtung 18. Wie in Figur 3b dargestellt, wurde der Pneumatikzylinder 17 deaktiviert, d.h. die Presskraft F abgebaut, und der Anschlag der Einstelleinrichtung 18 verstellt. Nach erfolgter Verstellung a des Anschlags der Einstelleinrichtung 18 wird der Pneumatikzylinder 17 erneut aktiviert und die Presskraft F aufgebaut.

[0028] Der Pneumatikzylinder 17 und die Einstelleinrichtung 18 können von einer gemeinsamen Maschinensteuerung angesteuert werden (nicht dargestellt).

[0029] In Figur 4a ist eine Taschenfalzmaschine 100 gemäß der Erfindung dargestellt. Wie auch die Taschenfalzmaschine 100 gemäß dem Stand der Technik besitzt diese eine Taschenfalzstation 3 mit einer Mehrzahl von Falzwerken, wobei ein jeweiliges Falzwerk zumindest eine Falztasche 3.1 und zugeordnet ein Paar von Falzwalzen 3.2 aufweist. Im Unterschied zur an Hand der Fig. 2 beschriebenen Maschine 100 ist keine Bandpresse sondern eine Walzenpresse 10 als Presswerk in die Taschenfalzstation 3 integriert. Die Walzenpresse 10 schließt sich - in Transportrichtung T gesehen - unmittelbar an das letzte Paar von Falzwalzen 3.2 an. Das heißt, zwischen den letzten Falzwalzen 3.2 und der Walzenpresse 10 sind keine weiteren Transportmittel vorgesehen. Den Falzwerken vorgelagert kann ein Messerwellenpaar 4.1 angeordnet sein. Der Walzenpresse 10 nachgelagert kann ebenfalls ein Messerwellenpaar 4.2 vorgesehen sein.

[0030] Sowohl die Falzwalzen 3.2 als auch die Walzen 11, 14 der Walzenpresse 10 und gegebenenfalls auch das vorgelagerte Messerwellenpaar 4.1 und das nachgelagerte Messerwellenpaar 4.2 sind im Falzwalzenstuhl 19 gemeinsam gelagert.

[0031] Die Presswalzen 11, 14 sowie die Falzwalzen 3.2 und gegebenenfalls auch die Messerwellen 4.1 und 4.2 können von einem gemeinsamen Antrieb (nicht dargestellt) rotativ angetrieben werden.

[0032] In Fig. 4b ist eine alternative Ausführung einer Taschenfalzstation 3 dargestellt. Anstelle der vorgelagerten Messerwellen 4.1 befindet sich ebenfalls eine Pressstation 10. Eine derartige Ausführung wird als vorteilhaft angesehen, wenn es sich bei der Taschenfalzstation 3 um eine zweite Taschenfalzstation handelt, d.h. wenn zwischen Anleger 1 und Taschenfalzstation 3 noch eine weitere Taschenfalzstation 3 angeordnet ist. Somit können die bereits in der ersten Falzstation 3 gefalzten Signaturen 1001 vor dem erneuten Falzen abgepresst werden, wodurch eine höhere Falzgenauigkeit erreicht wird. Da zwischen zwei Taschenfalzstationen 3 in der Regel ein die Signaturen 1001 um 90° umleitender Transporttisch verwendet wird (nicht dargestellt), kann bei einer Ausführung der ersten Taschenfalzstation 3 gemäß Fig. 4a und der zweiten Taschenfalzstation 3 gemäß Fig. 4b eine besonders gute Pressung erzielt werden, da die Falzbrüche der Signatur 1001 in der nachgelagerten Pressstation 10 der ersten Falzstation 3 kurz und in der vorgelagerten Pressstation 10 der zweiten Falzstation 3 länger gepresst werden.

[0033] Die vorgelagerte Pressstation 10 kann auch zusätzlich zu einem Messerwellenpaar 4.1 vorgesehen sein.

[0034] Die Einstellung des Presswalzenabstandes erfolgt dabei gleich wie bei der in Figuren 3a und 3b gezeigten Ausführungsform.

[0035] In Fig. 4c ist eine nicht zur Erfindung gehörende Taschenfalzmaschine 100 mit einer Taschenfalzstation 3 dargestellt, welche nur eine vorgelagerte Pressstation 10 aufweist.

Bezugszeichenliste



[0036] 
1
Anleger
2
Ausleger/weitere Falzstation
3
Taschenfalzstation
3.1
Falztasche
3.2
Falzwalze
4.1
Vorgelagertes Messerwellenpaar
4.2
Nachgelagertes Messerwellenpaar
5
Pressstation
10
Presswerk (Bandpresse bzw. Walzenpresse)
11
Obere Presswalze
12
Oberes Transportband
13
Obere Hilfswalze
14
Untere Presswalze (verstellbar)
15
Unteres Transportband
16
Untere Hilfswalze
17
Pneumatikzylinder
18
Einstelleinrichtung mit motorisch verstellbarem Anschlag
19
Falzwalzenstuhl
100
Taschenfalzmaschine
1000
Bogen
1001
gefalzter Bogen (Signatur)
a
Verstellung Anschlag
m
stromaufwärtiger Abstand der Hilfswalzen
n
Abstand der Presswalzen
T
Transportrichtung
F
Presskraft
Z
Zustellbewegung Presswalze



Ansprüche

1. Taschenfalzmaschine (100), zum Falzen von Bogen (1000), insbesondere aus Papier, Karton oder Kunststoff, zu Signaturen (1001) aufweisend mindestens eine Taschenfalzstation (3)
mit mindestens einem Falzwerk (3.1, 3.2) und mindestens einem Presswerk (10) zum Abpressen der Signaturen (1001),
wobei das mindestens eine Falzwerk (3.1, 3.2) mindestens eine Falztasche (3.1) und einer jeweiligen Falztasche (3.1) zugeordnet ein Paar von Falzwalzen (3.2) besitzt, und
wobei zumindest ein Presswerk (10) dem mindestens einen Falzwerk (3.1, 3.2) nachgeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zumindest eine Presswerk (10) einem - in Transportrichtung (T) gesehen - letzten Paar von Falzwalzen (3.2) unmittelbar nachgeordnet ist und
dass die Falzwalzen (3.2) des mindestens einen Falzwerks und die Presswalzen (11, 14) des mindestens einen Presswerks (10) insbesondere in einem gemeinsamen Falzwalzenstuhl (19) gelagert sind.
 
2. Taschenfalzmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Presswerk (10) mindestens einen pneumatischen Zylinder (17) besitzt zum Beaufschlagen der Presswalzen (11, 14) mit einer Presskraft.
 
3. Taschenfalzmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass den Presswalzen (11, 14) des Presswerks eine Verstelleinrichtung (18) zugeordnet ist zur Anpassung (a) des Abstandes (n) zwischen den beiden Presswalzen (11, 14).
 
4. Taschenfalzmaschine nach Anspruch 3
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verstelleinrichtung (18) über einen steuerbaren elektromotorischen Antrieb verfügt.
 
5. Taschenfalzmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Falzwalzen (3.2) und die Presswalzen (11, 14) von einem gemeinsamen Antrieb angetrieben werden.
 
6. Taschenfalzmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Presswerk (10) als Bandpresse ausgeführt ist mit zwei, einen Pressspalt bildenden Presswalzen (11, 14) und zwei, eine jeweilige Presswalze (11, 14) umschlingenden, umlaufenden Transportbändern (12, 15).
 
7. Taschenfalzmaschine nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass stromaufwärtig und stromabwärtig einer jeweiligen Presswalze (11, 14) je eine Hilfswalze (13, 16) angeordnet ist und
dass insbesondere der vertikale Abstand (m) zwischen den beiden stromaufwärtig angeordneten Hilfswalzen (13, 16) größer ist als der vertikale Abstand (n) zwischen den beiden Presswalzen (11, 14).
 
8. Taschenfalzmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass dem Presswerk (10) mindestens ein Messerwellenpaar (4.2) und / oder eine weitere Falzstation (2) nachgelagert ist.
 
9. Taschenfalzmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein weiteres Presswerk (10) vorgesehen ist, welches dem mindestens einen Falzwerk (3.1, 3.2) vorgeordnet ist.
 




Zeichnung

























Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente