[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Drucktaster-Kompaktbauteils.
[0002] Derartige Drucktaster werden zur Befehlseingabe an sogenannten Maschinen/Mensch-Schnittstellen
regelmäßig verwendet. Dabei ist nicht nur eine Verwendung zur Schaltung von Steuerströmen,
sondern auch für Leistungsschaltungen denkbar, indem der Drucktaster als Auslöser
für Leistungsschalter eingesetzt wird. An diese Drucktaster werden hohe Anforderungen
bezüglich der Lebensdauer, der Robustheit, der Abdichtung des elektrischen Teils gegen
Wasser und Schmutz sowie einer möglichst kostengünstigen und prozesssicheren Herstellbarkeit
gestellt.
[0003] Befehlsgeräte werden in Schalttafeln, Bedientableaus, Schaltschranktüren oder Gehäusedeckeln
montiert. Befehlsgeräte sind in der Regel modular aufgebaut. Das bedeutet, sie bestehen
aus einem Betätiger, einem Befestigungsteil wie zum Beispiel einer Ringmutter oder
einem Montagehalter und einem oder mehreren Schaltelementen, die als Öffner- oder
Schließerschaltglieder ausgeführt sind. Zur Montage wird der Betätiger in der Regel
von vorn durch ein Loch in der Schalttafel geführt und von hinten mittels eines Befestigungsteils
montiert. Die Schaltelemente werden mit Schrauben, Schnapphaken oder Riegeln mechanisch
am Betätiger oder am Befestigungsteil befestigt. Die elektrische Verbindung der Schaltelemente
mit der Steuerung erfolgt über Anschlussklemmen.
[0004] Bei Sicherheitsanwendungen, wie zum Beispiel Not-Aus-Befehlsgeräten, ist es Vorschrift,
dass das Signal durch das Öffnen von zwangsöffnenden Kontakten erzeugt wird. Das heißt,
dass bei einem unbetätigten Not-Aus-Befehlsgerät die Kontakte und damit der zugehörige
Stromkreis geschlossen sind. Im Störungs- oder Notfall wird durch Schlagen auf den
Not-Aus-Betätiger, der sich vor der Schalttafel befindet, der Öffnerkontakt unterbrochen
und die Anlage oder Maschine in einen sicheren Zustand versetzt. Dies funktioniert
jedoch nur, wenn die räumliche Zuordnung zum Betätiger bzw. zum Schaltelement sichergestellt
ist. Durch mangelhafte Montage oder durch Gewalteinwirkung kann es vorkommen, dass
die Schaltelemente mechanisch vom Betätiger getrennt werden. In diesem Fall ist das
Not-Aus-Befehlsgerät nicht mehr funktionsfähig. Das heißt, bei einer Betätigung im
Notfall werden die Kontakte nicht geöffnet und damit erfolgt auch keine Beseitigung
des Gefahrenzustands. Dies kann zu fatalen Schäden für Mensch und Maschine führen.
Daher kommt der sicheren Verbindung zwischen Betätiger und Schaltelement eine wesentliche
Bedeutung zu.
[0005] Die Betätiger müssen vielschichtigen Anforderungen gerecht werden. Sie sollten sich
zum Beispiel einfach montieren lassen und für die Kunden möglichst attraktiv sein.
Grundlage für jeden Betätiger ist, dass er definierte Schaltstellungsinformationen
weiterleitet und die Schaltstellung beibehält. Bei der Produktgruppe Not-Halt-Befehlsgerät
ist es besonders wichtig, die Schaltstellung beizubehalten, damit der Sicherheitskreis
gegen ein Wiedereinschalten gesichert ist. Um diese Funktion zu gewährleisten, ist
es notwendig, den Verriegelungsmechanismus sicher in der Rosette zu montieren.
[0006] Zur Realisierung der Funktionssicherstellung wurden unterschiedliche konstruktive
und montagetechnische Lösungen verwendet. So werden bei bestimmten Betätigern, zum
Beispiel Not-Halt-Betätigern, die Funktionsbauteile einzeln zugeführt, abgefragt und
nach der Montage wird die komplette Baugruppe überprüft. Andere Varianten halten die
einzelnen vormontierten Baugruppen über Montagevorrichtungen in Position, wodurch
im Anschluss eine Überprüfung der Funktion und eine Einzelbauteilabfrage notwendig
werden. Dies ist mit einem erheblichen Aufwand verbunden.
[0007] Demgemäß besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, ein Verfahren zur
Herstellung eines Drucktaster-Kompaktbauteils bereitzustellen, welches eine einfache
Herstellung und Überprüfung der gefertigten Baueinheit ermöglicht.
[0008] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Herstellung eines Drucktaster-Kompaktbauteils
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen,
welche einzeln oder in Kombination miteinander eingesetzt werden können, sind der
Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zur Herstellung eines Drucktaster-Kompaktbauteils
gelöst mit den Schritten:
- Zusammensetzen eines Betätigungskopfes mit einem ersten Federelement und einer Hülse,
in welcher mindestens ein Verriegelungsschieber inklusive eines zweiten Federelements
angeordnet ist, und welche an der Unterseite eine Ausnehmung aufweist, zu einem Drucktaster-Bauteil;
- Aufstecken des Drucktaster-Bauteils über die Ausnehmung an der Hülse auf einen Vorsprung
an der Oberseite eines Montagedorns im Produktionswerkzeug, wobei der Montagedorn
durch ein Außengehäuse inklusive eines dritten Federelements geführt ist,
- Eindrücken und Verschnappen des Drucktaster-Bauteils in das Außengehäuse.
[0010] Das Drucktaster-Kompaktbauteil, insbesondere die Pilzdeckelbaugruppe, ist konstruktiv
so gestaltet, dass sie in einer festen funktionsfähigen Baugruppe aus Pilzdeckel,
Überlistfeder, Dichtung, Schieberhülse, Schieber und Schieberfeder direkt oder auch
später, ohne zusätzliche Sicherung der Bauteile, weiter verarbeitet werden kann. Die
feste oder bewegliche Verbindung der Baugruppenkomponenten kann zum Beispiel durch
Schweißen, Schnappen oder eine andere Verbindungstechnik hergestellt werden.
[0011] Die technische Kombination der einzelnen Bauteile zu einer festen Baugruppe ist wesentlich,
um die flexible Weiterverarbeitung ermöglichen zu können. Daraus ergibt sich der Vorteil,
dass die vormontierte Baugruppe jederzeit überprüft und als kompakte Einheit weiter
verarbeitet werden kann. Eine zusätzliche Überprüfung der Funktion oder eine Einzelbauteilabfrage
im Nachgang kann entfallen, da die Baugruppe unverlierbar und gesichert ist. Daraus
resultieren insgesamt wesentliche Vorteile für die benötigte Montagezeit bei der Bauteilanfertigung
und auch die Flexibilität der Montagekonzepte, also hand-, teil- oder vollautomatisierte
Fertigung, wird deutlich erhöht. Es kann für den An- und Hochlauf stückzahloptimiert
produziert werden.
[0012] Das Drucktaster-Bauteil ist aus einem Betätigungskopf mit einem daran angefügten,
vorzugsweise zylindrischen Grundkörper, einem Federelement und einer Hülse zusammengesetzt.
Am Grundkörper des Betätigungskopfes sind vorzugsweise zwei Führungsvorsprünge angeordnet,
die in Wirkverbindung mit zwei Verriegelungsschiebern in der Hülse stehen. Die Not-Aus-Geräte
haben meistens einen sehr eingeschränkten Einbauraum für ein Verriegelungs-/Entriegelungssystem
zur Verfügung. Es ist daher problematisch, ein System zu entwickeln, das hinsichtlich
der Lebensdauer den geforderten Betätigungs-Entriegelungs-Kräften standhält und dabei
funktionstüchtig bleibt. Das Hauptproblem ist der Materialverschleiß an den Arbeitsflächen
von beweglichen Teilen und das sichere Verrasten in der Verrastposition.
[0013] Im hier gewählten Schieber-Riegel-Schaltsystem werden zwei Schieber mit eigenen Federn
parallel zueinander eingebaut, wobei beide gleichzeitig zum Verriegeln oder Entriegeln
beitragen können. Die Schieber selber und die Einbauteile können aus unterschiedlichen
Materialien gefertigt sein und unterschiedlich ausgeführt sein, zum Beispiel durchsichtig
mit einer Aussparung für einen Lichtkanal.
[0014] Bei der Platzierung von zwei Schiebern in einer Ebene zueinander können beide Schieber
den Not-Aus-Zustand mit doppelter Sicherheit verrasten. Das bedeutet, wenn ein Schieber
Materialbruch, wie zum Beispiel Federbruch oder Materialverschleiß, erleidet, kann
der zweite Schieber das System immer noch vollständig verriegeln. Bei der Betätigung
oder Entriegelung werden die Kräfte auf vorzugsweise zwei Schiebern verteilt. Bei
der Betätigung oder Entriegelung werden die Kräfte symmetrisch, das heißt, gleichmäßig
verteilt und wirken nicht einseitig, womit ein größerer Verschleiß verbunden wäre.
[0015] Parallel zueinander verlaufende Schieber ermöglichen einen größeren Schieber einzubauen,
was sich günstig auf die Stabilität des Systems auswirkt. Zudem wird eine große Verrastkraft
ermöglicht.
[0016] Mit der Verwendung zweier parallel zueinander in einer Ebene eingebauter Schieber
ergibt sich der Vorteil, dass zwei unabhängige Federn eingebaut werden können, die
getrennt voneinander funktionieren. Damit ist eine doppelte Sicherheit im Falle eines
Federbruchs gegeben. Vorteilhaft ist auch, dass es zu einer Reduzierung der Größe
des Befehls- und Meldegeräts kommt. Die Verriegelungsschieber sind vorzugsweise in
der Hülse gegenüberliegend zueinander angeordnet. Die Verriegelungsschieber tragen
vorzugsweise gleichzeitig zur Verriegelung beziehungsweise zur Entriegelung bei. Zudem
wird eine größere Verrastkraft ermöglicht.
[0017] Der erfindungsgemäße erste Schritt des hier vorgestellten Verfahrens zur Herstellung
eines Drucktaster-Kompaktbauteils besteht also darin, einen Betätigungskopf mit vorzugsweise
zylindrischem Grundkörper mit einem ersten Federelement und einer Hülse, in welcher
mindestens ein Verriegelungsschieber inklusive einem zweiten Federelement angeordnet
ist, und welche an der Unterseite eine Ausnehmung aufweist, zu einem Drucktaster-Bauteil
zusammenzufügen.
[0018] Der erfindungsgemäße zweite Verfahrensschritt besteht darin, dieses Drucktaster-Bauteil
über die Ausnehmung an der Hülse auf einen Vorsprung an der Oberseite eines Montagedorns
im Produktionswerkzeug aufzustecken, wobei der Montagedorn durch ein Außengehäuse
inklusive eines dritten Federelements geführt ist. Die Funktionsweise der Führungsvorsprünge
am Grundkörper des Betätigungskopfes besteht darin, die Feder beaufschlagten Schieber
fest in der Hülse zu positionieren, ohne dass die Gefahr besteht, dass sich die Verriegelungsschieber
oder die Federelemente lösen und sich frei im Drucktaster bewegen. Die Führungsvorsprünge
am Grundkörper des Betätigungskopfes führen dazu, dass der Betätigungskopf mit Grundkörper,
Federelement, Hülse und mindestens einem Feder beaufschlagten Verriegelungsschieber
als kompaktes Bauteil gefertigt werden kann.
[0019] Der erfindungsgemäße dritte Verfahrensschritt sieht vor, dass das Drucktaster-Bauteil
in das Außengehäuse eingedrückt und verschnappt wird. Dieser letzte Verfahrensschritt
wird dadurch ermöglicht, dass an der Unterseite der Hülse eine Ausnehmung angeordnet
ist, in welche der Vorsprung an der Oberseite des Montagedorns greift. Dadurch ist
eine feste Positionierung der Einzelbauteile gegeben, die dann durch das Eindrücken
des Drucktaster-Bauteils in das Außengehäuse miteinander verschnappen können.
[0020] Es besteht die Möglichkeit, das hier vorgestellte erfindungsgemäße Herstellungsverfahren
in einer automatisierten Fertigungsstraße umzusetzen. Dieser Vorteil ergibt sich daraus,
dass die technische Kombination der einzelnen Bauteile zu einer festen Baugruppe,
dem Drucktaster Bauteil, flexibel weiter verarbeitet werden kann. Dadurch ergibt sich
der Vorteil, dass die vormontierte Baugruppe jederzeit überprüft und als kompakte
Einheit weiter verarbeitet werden kann.
[0021] Eine zusätzliche Überprüfung der Funktion oder eine sich im Nachgang anschließende
Einzelbauteilabfrage kann entfallen, da die Baugruppe unverlierbar gesichert ist.
Daraus resultieren wesentliche Vorteile für die benötigte Montagezeit bei der Bauteilanfertigung
und auch die Flexibilität der Montagekonzepte, also hier der hand-, teil- oder vollautomatisierten
Fertigung, wird deutlich erhöht. So kann auch für den An- und Hochlauf stückzahloptimiert
automatisiert werden.
[0022] Eine Weiterführung des erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens kann darin bestehen,
dass das Drucktaster-Bauteil durch eine Feder in der Lagerung des Montagedorns in
das Außengehäuse eingedrückt wird. Der Montagedorn muss das Eindrücken des Drucktaster-Bauteils
ermöglichen, das heißt, der Montagedorn darf nicht positionsstabil konzipiert sein,
sondern muss bei entsprechender Krafteinwirkung nachgeben, um das Eindrücken des Drucktaster-Bauteils
in das Außengehäuse zu ermöglichen. Die federnde Lagerung des Montagedorns ist dabei
eine Möglichkeit für eine positionsflexible Ausgestaltung des Montagedorns.
[0023] Es kann weiterhin gemäß des Herstellungsverfahrens vorgesehen sein, dass das Drucktaster-Bauteil
in das Außengehäuse inklusive drittem Federelement mittels einer Drehbewegung eingeführt
wird. Die Drehbewegung führt dazu, dass das dritte Federelement, das im Außengehäuse
gelagert ist, vorgespannt wird.
[0024] In einer weiteren Fortführung des erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens kann es
vorgesehen sein, dass das Produktionswerkzeug den Betätigungskopf greift und in das
Außengehäuse drückt. Der ordnungsgemäße Zugriff auf den Betätigungskopf stellt einen
wesentlichen Produktionsschritt dar, da über diesen Zugriff das Ineinandergleiten
des Vorsprungs an der Oberseite des Montagedorns in die Ausnehmung an der Unterseite
der Hülse gewährleistet werden muss.
[0025] Daher sieht eine erfindungsgemäße Konzepterweiterung für den ordnungsgemäßen Zugriff
vor, dass der Betätigungskopf vieleckig, insbesondere in Achteckform ausgebildet ist.
Die vieleckige Form, insbesondere Achteckform des Betätigungskopfes, ermöglicht dem
Produktionswerkzeug ein sicheres Zugreifen auf den Betätigungskopf.
[0026] Der Drucktaster weist vorzugweise ein zweiteiliges Gehäuse aus einem Betätigungskopf
und einem Außengehäuse auf. Der Betätigungskopf ist vorzugsweise pilzartig ausgeführt
und überlappt das Außengehäuse, wobei das Außengehäuse über Klemmelemente am Betätigungskopf
befestigt ist.
[0027] Vom Betätigungskopf ragen Gehäuseführungen in das Außengehäuse. Die Gehäuseführungen
schließen ein Federelement ein. Die Gehäuseführungen weisen am Ende vorzugsweise Einführungsschrägen
auf, die über Betätigung des Betätigungskopfes in Wirkverbindung mit vorzugsweise
zwei Verriegelungsschiebern stehen.
[0028] Die Verriegelungsschieber sind vorzugweise in einer Ebene, parallel zueinander, sich
gegenüberliegend angeordnet. Bei Betätigung des Betätigungskopfes wechseln vorzugsweise
beide Verriegelungsschieber gleichzeitig in die Verriegelungsstellung, das heißt im
Umkehrschluss, dass ebenfalls beide Verriegelungsschieber im unbetätigten Zustand
die gleiche Stellung aufweisen.
[0029] Das Drucktaster-Bauteil umfasst den Betätigungskopf, der einen Grundkörper aufweist,
an welchem mindestens ein Führungsvorsprung angeordnet ist. Das Drucktaster-Bauteil
umfasst außerdem das Federelement, das im Grundkörper des Betätigungskopfes gelagert
ist. Das Federelement kann vorzugsweise als Überlastfeder ausgebildet sein. Das Federelement
lagert außerdem in einer Hülse, in welcher mindestens ein Verriegelungsschieber inklusive
des Federelements angeordnet ist. Es ist vorgesehen, dass der Führungsvorsprung am
Grundkörper des Betätigungskopfes den Feder beaufschlagten Verriegelungsschieber in
seiner Position in der Hülse hält, in dem der Feder beaufschlagte Verriegelungsschieber
am Führungsvorsprung lagert. Das Drucktaster-Bauteil ergibt sich somit aus dem Betätigungskopf,
der einen Grundkörper mit mindestens einem Führungsvorsprung aufweist, einem Federelement,
welches im Grundkörper und in der Hülse lagert, und der Hülse, in welcher zumindest
ein Feder beaufschlagter Verriegelungsschieber angeordnet ist.
[0030] Zusätzlich kann noch eine Dichtung am Betätigungskopf vorgesehen sein. Das Drucktaster-Bauteil
wird dann in einem weiteren Federelement gelagert und in das Außengehäuse, insbesondere
eine Rosette eingeführt. Das Außengehäuse kann dann von einer Schürze, einer Frontplattendichtung
und einem Druckstück aufgenommen werden.
[0031] Das hier vorgestellte erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Drucktaster-Kompaktbauteils
zeichnet sich dadurch aus, dass durch die technische Kombination der einzelnen Bauteile
zu einer festen Baugruppe eine flexible Weiterverarbeitung möglich ist. Daraus ergibt
sich der Vorteil, dass die vormontierte Baugruppe jederzeit überprüft und als kompakte
Einheit weiterverarbeitet werden kann. Eine zusätzliche Überprüfung der Funktion oder
eine Einzelbauteilabfrage im Nachgang kann entfallen, da die Baugruppe unverlierbar
gesichert ist. Daraus resultieren wesentliche Vorteile für die benötigte Montage bei
der Bauteilanfertigung und auch die Flexibilität der Montagezeit hinsichtlich der
hand-, teil- der vollautomatisierten Fertigung wird deutlich verbessert. So kann für
den An- und Hochlauf stückzahloptimiert automatisiert werden.
[0032] Weitere Vorteile und Ausführungen der Erfindung werden nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels
sowie anhand der Zeichnung erläutert.
[0033] Dabei zeigen schematisch:
Fig. 1 in einer Schnittdarstellung ein erfindungsgemäßes Drucktaster-Kompaktbauteil
mit Verriegelungsschiebern;
Fig. 2 in einer Explosionsdarstellung das Drucktaster-Kompaktbauteil nach Fig. 1;
Fig. 3 in einer Schnittdarstellung das Zuführen des Drucktaster-Bauteils in das Außengehäuse
innerhalb eines Produktwerkzeugs;
Fig. 4 in einer Schnittdarstellung das Ineinandergreifen des Montagedorns des Produktionswerkzeugs
in die Hülse des Drucktaster-Bauteils;
Fig. 5 in einer Schnittdarstellung das Drucktaster-Bauteil vor dem Eindrücken in das
Außengehäuse;
Fig. 6 in einer Schnittdarstellung das Drucktaster-Bauteil beim Eindrücken in das
Außengehäuse;
Fig. 7 das Drucktaster-Bauteil nach dem Eindrücken in das Außengehäuse.
[0034] Fig. 1 zeigt einen Drucktaster 1 mit einem vorzugsweise zweiteiligen Gehäuse aus
einem Betätigungskopf 2 und einem Außengehäuse 3. Der Betätigungskopf 2 ist vorzugsweise
pilzartig ausgeführt und überlappt das Außengehäuse 3, wobei das Außengehäuse 3 über
Klemmelemente 4 am Betätigungskopf 2 befestigt ist. Am Betätigungskopf 2 ragen Gehäuseführungen
5 in das Gehäuse 3. Die Gehäuseführungen 5 schließen ein erstes Federelement 6 ein.
Die Gehäuseführungen 5 weisen am Ende Einführungsschrägen 7 auf, die über Betätigung
des Betätigungskopfes 2 in Wirkverbindung mit vorzugsweise zwei Verriegelungsschiebern
8 stehen. Die Verriegelungsschieber 8 sind vorzugsweise in einer Ebene parallel zueinander
gegenüberliegend angeordnet. Bei Betätigung des Betätigungskopfes 2 wechseln beide
Verriegelungsschieber 8 gleichzeitig in die Verriegelungsstellung, das heißt im Umkehrschluss,
dass ebenfalls beide Verriegelungsschieber 8 im unbetätigten Zustand die gleiche Stellung
aufweisen.
[0035] Fig. 2 zeigt das Drucktaster-Kompaktbauteil, das den Betätigungskopf 2 umfasst, der
einen Grundkörper 9 aufweist, an welchem mindestens ein Führungsvorsprung 10 angeordnet
ist.
[0036] Das Drucktaster-Kompaktbauteil umfasst außerdem das erste Federelement 6, das im
Grundkörper 9 des Betätigungskopfes 2 gelagert ist. Das erste Federelement 6 kann
vorzugsweise als Überlistfeder ausgebildet sein. Das erste Federelement 6 lagert außerdem
in einer Hülse 11, in welcher mindestens ein Verriegelungsschieber 12 inklusive zweitem
Federelement 13 angeordnet ist. Es ist vorgesehen, dass der Führungsvorsprung 10 am
Grundkörper 9 des Betätigungskopfes 2 den Feder beaufschlagten Verriegelungsschieber
12 in seiner Position in der Hülse 11 hält, indem der Feder beaufschlagte Verriegelungsschieber
12 am Führungsvorsprung 10 lagert.
[0037] Das erfindungsgemäße Drucktaster-Bauteil ergibt sich somit aus dem Betätigungskopf
2, der einen Grundkörper 9 und mindestens einen Führungsvorsprung 10 aufweist, einem
ersten Federelement 6, das im Grundkörper 9 und in der Hülse 11 lagert und der Hülse
11, in welcher zumindest ein Feder beaufschlagter Verriegelungsschieber 12 angeordnet
ist. Zusätzlich kann auch noch eine Dichtung 14 am Betätigungskopf 2 vorgesehen sein.
Das Drucktaster-Bauteil wird dann in einem dritten Federelement 15 gelagert und in
das Außengehäuse 3, insbesondere einer Rosette eingeführt. Das Außengehäuse 3 kann
dann von der Schürze 16, einer Frontplattendichtung 17 und einem Druckstück 18 aufgenommen
werden.
[0038] In Fig. 3 ist das Zuführen des Drucktaster-Bauteils auf den Montagedorn 19 des Produktionswerkzeugs
20 dargestellt. Der Montagedorn 19 ist an seinem ersten Ende federnd auf einem vierten
Federelement 21 im Produktionswerkzeug 20 gelagert. Der Montagedorn 19 weist an seinem
zweiten Ende einen Vorsprung 22 auf. Dieser Vorsprung 22 am Montagedorn 19 des Produktionswerkzeugs
20 greift in eine Ausnehmung 23, die an der Unterseite der Hülse 11 angeordnet ist.
Durch dieses Ineinandergreifen des Vorsprungs 22 in die Ausnehmung 23 kann das Drucktaster-Bauteil
am Außenhäuse 3 über eine definierte Schnittstelle zugeführt und weiter verarbeitet
werden.
[0039] Fig. 4 zeigt in einem vergrößerten Ausschnitt das Ineinandergreifen des Vorsprungs
22 in die Ausnehmung 23 der Hülse 11. Die dargestellten Pfeile deuten an, dass das
Ineinandergreifen des Drucktaster-Bauteils in das Außengehäuse 3 mit einer Drehbewegung
verbunden ist, durch welche das dritte Federelement 15 im Außengehäuse 3 vorgespannt
wird.
[0040] In Fig. 5 ist das Drucktaster-Bauteil vor dem Eindrücken des Außengehäuses 3 inklusive
drittem Federelement 15 im Produktionswerkzeug 20 dargestellt.
[0041] Fig. 6 zeigt den weiteren Prozessablauf, bei welchem das Drucktaster-Bauteil nun
in das Außengehäuse 3 eingedrückt wird. Dieser Vorgang ist mit einer Drehbewegung
verbunden, bei welcher das dritte Federelement 15 vorgespannt wird.
[0042] Fig. 7 zeigt das Drucktaster-Kompaktbauteil nach dem Eindrücken des Drucktaster-Bauteils
in das Außengehäuse 3.
[0043] Das hier vorgestellte erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Drucktaster-Kompaktbauteils
zeichnet sich dadurch aus, dass durch die technische Kombination der einzelnen Bauteile
zu einer festen Baugruppe eine flexible Weiterverarbeitung möglich ist. Daraus ergibt
sich der Vorteil, dass die vormontierte Baugruppe jederzeit überprüft und als kompakte
Einheit weiterverarbeitet werden kann. Eine zusätzliche Überprüfung der Funktion oder
eine Einzelbauteilabfrage im Nachgang kann entfallen, da die Baugruppe unverlierbar
gesichert ist. Daraus resultieren wesentliche Vorteile für die benötigte Montage bei
der Bauteilanfertigung und auch die Flexibilität der Montagezeit hinsichtlich der
hand-, teil- der vollautomatisierten Fertigung wird deutlich verbessert. So kann für
den An- und Hochlauf stückzahloptimiert automatisiert werden.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 1
- Drucktaster
- 2
- Betätigungskopf
- 3
- Außengehäuse
- 4
- Klemmelement
- 5
- Gehäuseführung
- 6
- erstes Federelement
- 7
- Einführschrägen
- 8
- Verriegelungsschieber
- 9
- Grundkörper
- 10
- Führungsvorsprung
- 11
- Hülse
- 12
- Verreigelungsschieber
- 13
- zweites Federelement
- 14
- Dichtung
- 15
- drittes Federelement
- 16
- Schürze
- 17
- Frontplattendichtung
- 18
- Druckstück
- 19
- Montagedorn
- 20
- Produktionswerkzeug
- 21
- viertes Federelement
- 22
- Vorsprung
- 23
- Ausnehmung