[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Portionskapsel zur Herstellung eines Getränks
aufweisend einen Kapselkörper mit einem Kapselboden und einem Deckel, wobei zwischen
dem Kapselboden und dem Deckel ein Hohlraum zur Aufnahme eines Getränke-oder Lebensmittelsubstrat
s ausgebildet ist. Des Weiteren betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur
Herstellung einer Portionskapsel sowie die Verwendung der Portionskapsel zur Herstellung
eines Getränks.
[0003] Derartige Portionskapseln zur Herstellung eines Getränkes oder eines Lebensmittels
sind bevorzugt kegelstumpfförmig oder zylindrisch geformt und werden beispielsweise
aus einer tiefgezogenen Kunststofffolie oder im Kunststoffspritzverfahren hergestellt.
Sie haben üblicherweise einen vorzugsweise geschlossenen Kapselboden und eine offene
Einfüllseite mit einem Kragenrand, auf den, nachdem der Hohlraum der Portionskapsel
mit einem granulierten, pulverförmigen Getränke- oder Lebensmittelsubstrat befüllt
worden ist, beispielsweise eine Deckelfolie aufgesiegelt oder aufgeklebt wird.
[0004] Für die Zubereitung eines Getränks oder des Lebensmittels, beispielsweise eines Kaffeegetränkes,
wird die Portionskapsel in eine Brühkammer eines Zubereitungsgerätes eingebracht.
Nach oder während des Schließvorganges der Brühkammer wird die Kapsel bevorzugt auf
ihrer geschlossenen Bodenseite mittels eines in der Brühkammer angeordneten Öffnungsdornes
vorzugsweise geöffnet und nach dem Abdichten der Brühkammer wird vorzugsweise die
mit einer Deckelfolie verschlossene Einfüllseite der Portionskapsel mittels mindestens
einem Einstechmittel vorzugsweise angestochen. Es gibt aber auch Portionskapseln,
die bereits an mindestens einer Seite geöffnet ist, bevor sie in das Zubereitungsgerät
eingeführt wird. Anschließend wird eine Zubereitungsflüssigkeit, vorzugsweise heißes
Wasser, unter Druck in die Portionskapsel gefördert. Die Zubereitungsflüssigkeit durchströmt
das Getränke- oder Lebensmittelsubstrat und extrahiert und/oder löst die für die Getränkeherstellung
benötigten Stoffe aus dem Getränke- oder Lebensmittelsubstrat aus.
[0005] Nachteilig am Stand der Technik ist, dass die Filterelemente oftmals von dem granulierten
Getränke- oder Lebensmittelsubstrat verstopf wird und/oder das resultierende Getränk
geschmacklich zu "dünn" ist, insbesondere wenn Getränke mit einem vergleichsweise
großen Volumen, beispielsweise 300 ml hergestellt werden sollen.
[0006] Es war deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Portionskapsel mit einem
Filterelement zur Verfügung zu stellen, die die Nachteile des Standes der Technik
nicht aufweist.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe mit einer Portionskapsel zur Herstellung eines Getränks
gemäß Anspruch 1. Die zu diesem Gegenstand der vorliegenden Erfindung gemachten Ausführungen
gelten für die anderen Gegenstände der vorliegenden Erfindung gleichermaßen und umgekehrt.
Merkmale dieses Gegenstands der vorliegenden Erfindung können mit den Merkmalen anderer
Gegenstände kombiniert werden.
[0008] Partikulär im Sinne der Erfindung bedeutet, dass das Getränke- oder Lebensmittelsubstrat
in Einzelpartikeln oder Einzelpartikelkonglomeraten vorliegt. Diese Einzelpartikel
weisen in der Regel zumindest teilweise eine unterschiedliche Partikelgröße auf. Die
Einzelpartikel können aneinander haften.
[0009] Erfindungsgemäß besteht das partikuläre Getränke- oder Lebensmittelsubstrat aus zwei
Komponenten. Eine dieser Komponenten ist ein, vorzugsweise zu extrahierender, Trägerstoff,
insbesondere Kaffeepulver, das beispielsweise zur Herstellung von Kaffee, Espresso
oder gleichen eingesetzt wird. Aus diesem zu extrahierenden Trägerstoff werden, bei
Durchströmen der Portionskapsel mit beispielsweise heißem Wasser Substanzen, beispielsweise
Geschmackstoffe, extrahiert und/oder desorbiert. Der Trägerstoff kann aber auch ein
sonstiges, insbesondere getrocknetes Lebensmittel sein, beispielsweise getrocknetes
Gemüse und/oder Fleisch. Für den Fall, dass der Trägerstoff ein Kaffeepulver ist,
liegt die Korngrößenverteilung vorzugsweise zwischen 200 und 650 µm, besonders bevorzugt
zwischen 280 und 600 µm. Der mittlere Partikeldurchmesser beträgt vorzugsweise zwischen
300 -550 µm. Die zweite Komponente ist eine lösliche Komponente, die sich bei Durchströmen
der Portionskapsel mit beispielsweise heißem Wasser zumindest teilweise, vorzugsweise
vollständig auflöst. Insbesondere handelt es sich bei der zweiten Komponente um ein
Instantprodukt, beispielsweise Instantkaffee und/oder Instantmilch oder Instantsuppe.
Das Instantprodukt kann beispielsweise durch Gefriertrocknen oder jede andere dem
Fachmann geläufige Art und Weise hergestellt werden. Vorzugsweise beträgt der Gewichtsanteil
der zweiten, löslichen Komponente weniger als 20% an dem Gesamtgewicht des Substrats.
Vorzugsweise wird das Kaffeepulver und der lösliche Kaffee in einem Gewichtsverhältnis
10:1 - 10:3 vorgesehen. Besonders bevorzugt ist die Partikelgrößenverteilung des löslichen
Kaffees kleiner ist als die Korngrößenverteilung des Kaffeepulvers. Dadurch kann sich
der lösliche Kaffee in den Zwischenräumen zwischen Partikeln des Kaffeepulvers anordnen,
so dass eine sehr dichte Packung entsteht.
[0010] Die beiden Komponenten können in der Portionskapsel miteinander vermischt oder zumindest
teilweise geschichtet vorgesehen werden.
[0011] Vorzugsweise beträgt der Volumenanteil des Trägerstoffs am Gesamtvolumen des partikulären
Getränke- oder Lebensmittelsubstrat es zur löslichen Komponente 1 - 99 Vol-%, besonders
bevorzugt 10- 90 Vol-% und noch mehr bevorzugt 20- 80 Vol-% und am meisten bevorzugt
30 - 70 Vol-%.
[0012] Mit der erfindungsgemäßen Portionskapsel kann beispielsweise ein Kaffeegetränk mit
oder ohne Crema oder ein Kaffeegetränk mit Milch hergestellt werden, wobei für die
Herstellung nur eine einzige Portionskapsel eingesetzt werden muss. Die erfindungsgemäße
Portionskapsel eignet sich insbesondere zur Herstellung von Getränken mit einem großen
Volumen mit einer einzigen Portionskapsel, beispielsweise Kaffeeegetränke mit einem
Volumen zwischen 170 und 300 ml. Vorzugsweise 200 - 300 ml. Weiterhin kann mit der
Erfindungsgemäßen Portionskapsel eine Suppe hergestellt werden, die Feststoffpartikel
im resultierenden Produkt enthält.
[0013] Die Portionskapsel im Sinne der vorliegenden Erfindung umfasst eine vorzugsweise
hermetisch dichte Portionskapsel. Dies bedeutet, dass das in der Portionskapsel befindliche
Getränke- oder Lebensmittelsubstrat, beispielsweise Kaffeepulver, Suppenpulver oder
Tee, vor dem Extraktionsvorgang im Wesentlichen aromadicht gegenüber der Umwelt verschlossen
ist. Die Portionskapsel muss aber nicht hermetisch dicht sein, sondern kann auch,
vor deren Verwendung in einer hermetisch dichten Verpackung vorgesehen sein, die dann,
beispielsweise manuell geöffnet wird. Solche Portionskapseln sind in der Regel an
mindestens einer, vorzugsweise zwei Seiten geöffnet, d.h. von der Zubereitungsflüssigkeit
durchströmbar, ohne dass sie angestochen wird.
[0014] Die erfindungsgemäße Portionskapsel wird wahlweise mit oder ohne Filterelement vorgesehen.
Für den Fall dass kein Filterelement vorgesehen wird, wird der Trägerstoff zumindest
teilweise aus der Portionskapsel herausgespült und befindet sich dann in dem herzustellenden
Getränk oder Lebensmittel.
[0015] Das Filterelement wird vorzugsweise zwischen dem Getränke- oder Lebensmittelsubstrat
und dem Kapselboden angeordnet und stützt sich an diesem ab. Diese Filterelemente
sind entweder aus einem thermoplastischen Kunststoff gespritzt oder aus einer Kunststofffolie
tiefgezogen oder geprägt oder aus einem gewebten oder nicht gewebten Faser- und/oder
Fadenmaterial hergestellt und verhindern zumindest teilweise, dass Partikel des Getränke-oder
Lebensmittelsubstrates in das herzustellende Getränk gelangt.
[0016] Vorzugsweise ist das nicht gewebte Fasermaterial ein Vlies. Ein Vlies im Sinne der
Erfindung ist eine ungeordnete, nicht gewebte Struktur aus Fasern, insbesondere Kunststofffasern.
Ein Vlies im Sinne der Erfindung beinhaltet vorzugsweise kein Papier oder Papier-ähnliche
Stoffe.
[0017] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen,
dass das Vlies einen aus Kunststoff-Feinfasern, beispielsweise Polyester-Feinfasern,
hergestellten Vliesstoff umfasst, welcher insbesondere ein Wirrfaser- und/oder faserorientierter-Vliesstoff
ist. Das Vlies umfasst bevorzugt eine Massenbelegung (auch als Grammatur oder Flächengewicht
bezeichnet) zwischen 40 und 200 Gramm pro Quadratmeter, besonders bevorzugt zwischen
60 und 80 Gramm pro Quadratmeter, und ganz besonders bevorzugt, von im Wesentlichen
70 Gramm pro Quadratmeter. Das Filterelement bzw. das Vlies weist bevorzugt eine Dicke
zwischen 0,2 und 0,8 Millimetern, besonders bevorzugt zwischen 0,3 und 0,35 Millimetern,
und ganz besonders bevorzugt, von im Wesentlichen 0,32 Millimetern auf. Das Vlies
ist derart ausgebildet, dass die Luftdurchlässigkeit des Vlieses bei 100 Pascal bevorzugt
zwischen 1000 und 3000 l/(m
2s), besonders bevorzugt zwischen 1500 und 2500 (l/m
2s) und ganz besonders bevorzugt, im Wesentlichen bei 2000 l/(m
2s) liegt. Es hat sich in überraschender und nicht vorhersehbarer Weise gezeigt, dass
mit derartigen Vliesstoffen optimale Ergebnisse hinsichtlich Extraktionseffizienz,
Durchmisch- und Abfließverhalten, sowie Verstopfungsresistenz zu erzielen sind und
sich trotzdem die "Crema" bildet.
[0018] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist das nicht
gewebte Fasermaterial eine Filzstruktur auf. Insbesondere handelt es sich dabei um
eine Nadelfilzstruktur. Vorzugsweise besteht das Fasermaterial aus mindestens einer
Filzstruktur und einer Trägerstruktur, insbesondere einer Gewebestruktur, wobei, besonders
bevorzugt die Filzstruktur, zumindest einen Teilabschnitt des Volumens, die Trägerstruktur
umfasst. Vorzugsweise erstreckt sich die Filzstruktur über der gesamten Querschnitt
der Trägerstruktur, besonders bevorzugt aber nur über nur über einen Teilbereich der
Höhe. Vorzugsweise ist die Filzstruktur form- kraft und/oder stoffschlüssig mit der
Trägerstruktur verbunden. Vorzugsweise weist das Fasermaterial zwei oder mehr Filzstrukturen
auf, die durch die Trägerstruktur vorzugsweise voneinander getrennt sind. Die Dicke
der beiden Filzstrukturen kann gleich oder unterschiedlich sein. Vorzugsweise ist
eine dem Pulver oder Tee zugewandte Filzstruktur dünner als die dem Kapselboden zugewandte
Filzstruktur oder umgekehrt. Vorzugsweise wird die Oberfläche der Filzstruktur behandelt,
beispielsweise wärmebehandelt, um beispielsweise lose Fasern zu fixieren.
[0019] Vorzugsweise wird das eine Filzstruktur aufweisende Filterelement lediglich in die
Kapsel, insbesondere auf deren Boden, eingelegt. Das Filterelement kann aber auch
mit der Kapsel, insbesondere deren Boden, insbesondere stoffschlüssig, verbunden werden.
Beim Perforieren kann das Perforationsmittel in dieses Filterelement eindringen. Vorzugsweise
werden mehrere Filterelemente, die eine oder mehrere Filzstrukturen und eine Trägerstruktur
aufweisen, in der Kapsel übereinander angeordnet, ggf. miteinander verbunden.
[0020] Ein eine Trägerstruktur, insbesondere eine Gewebestruktur, und eine Filzstruktur
aufweisendes Fasermaterial wird beispielsweise dadurch hergestellt, dass eine Gewebestruktur
bestehend aus Längs- und Querfäden zur Verfügung gestellt wird. Für die Konstruktion
eines Filzes, insbesondere eines Nadelfilzes, werden vorzugsweise Fasereinheiten ausgewählt
von 0.8 - 7 dtex. Die Verbindung der Einzelfasern miteinander zu einem Filz und/oder
dessen Verankerung in der Trägerstruktur findet vorzugsweise durch den Produktionsprozess
des Vernadelns statt. Dabei werden Nadeln mit umgekehrten Widerhaken in das vorgelegte
Faserpaket mit hoher Geschwindigkeit eingestochen und wieder herausgezogen. Durch
die Widerhaken werden die Fasern über eine Vielzahl entstehender Schlaufen miteinander
und/oder mit dem Trägergewebe verschlungen.
[0021] Das Trägerelement aufweisend eine oder mehrere Filzstrukturen umfasst bevorzugt eine
Massenbelegung (auch als Grammatur oder Flächengewicht bezeichnet) zwischen 100 und
1500 Gramm pro Quadratmeter, besonders bevorzugt zwischen 200 und 1350 Gramm pro Quadratmeter,
und ganz besonders bevorzugt, von im Wesentlichen 1000 - 1300 Gramm pro Quadratmeter
und am meisten bevorzugt 1100 - 1200 Gramm für die Herstellung von Tee und von Kaffee,
Espresso oder dergleichen. Das Filterelement bzw. das Vlies weist bevorzugt eine Dicke
zwischen 0,5 und 6,0 Millimetern, besonders bevorzugt zwischen 1,1 und 4,5 Millimetern,
und ganz besonders bevorzugt, 4,0 - 4,4 Millimeter für die Herstellung von Tee und
von Kaffee etc. auf.
[0022] Das Filterelement, d.h. beispielsweise das Vlies- oder das Filzmaterial, wird, gemäß
einem bevorzugten oder einem weiteren Gegenstand der vorliegenden Erfindung mit der
Seitenwand der Portionskapsel oder mit dem Kragenrand, insbesondere durch Schweißen,
beispielsweise mit Ultraschall oder durch Kleben verbunden, bevor das Getränke- oder
Lebensmittelsubstrat in den Kapselkörper eingefüllt wird.
[0023] Vorzugsweise ist das Filterelement mit dem Kragenrand der Portionskapsel, d.h. mit
dem insbesondere horizontal von der Seitenwand abstehenden Flansch der Portionskapsel,
insbesondere durch Schweißen, beispielsweise mit Ultraschall oder durch Kleben, verbunden,
vorzugsweise bevor das Getränke- oder Lebensmittelsubstrat in den Kapselkörper eingefüllt
wird. Vorzugsweise ist dafür der äußere Rand des Filterelementes ebenfalls als Flansch
gestaltet, der auf dem Kragenrand der Portionskapsel aufliegt. Der Durchmesser des
Filterelementes ist vorzugsweise gleich oder kleiner, insbesondere geringfügig kleiner,
als der äußere Durchmesser des Kragenrandes. Vorzugsweise wird bei dieser Ausführungsform
die Deckelfolie mit dem Filterelement, insbesondere mit dessen Randbereich, beispielsweise
durch Kleben oder Schweißen verbunden. Die Verbindung der Deckelfolie mit dem Filterelement
kann gleichzeitig oder zeitlich versetzt mit der Verbindung zwischen Filterelement
und Portionskapsel erfolgen, wobei vorzugsweise zunächst das Filterelement mit der
Portionskapsel verbunden wird und dann die Deckelfolie an dem Filterelement befestigt
wird. Es war für den Fachmann überaus erstaunlich und nicht zu erwarten, dass auch
diese Ausführungsform hermetisch abgeschlossenen sein kann.
[0024] Vorzugsweise ist das Filterelement beabstandet von dem Kapselboden vorgesehen, d.h.
zumindest bevor das Substrat mit der Flüssigkeit beaufschlagt wird, berührt es den
Kapselboden nicht. Besonders bevorzugt berührt das Filterelement den Kapselboden niemals.
Diese Ausführungsform hat den Vorteil, dass das Filterelement beim Aufstechen der
Portionskapsel nicht verletzt werden kann.
[0025] Vorzugsweise weist ist die Seitenwand des Filterelements im Wesentlichen zylindrisch
oder kegelstumpfförmigen gestaltet und weist beispielsweise einen im Wesentlichen
ebenen-, elliptischen oder Halbkugel-förmigen Boden auf. Vorzugsweise weist insbesondere
die Seitenwand eine Prägung auf, was deren Oberfläche vergrößert. Beispielsweise ist
die Seitenwand wellenförmig oder zick-zack-förmig gestaltet. Vorzugsweise liegt die
Seitenwand des Filterelementes, vor der Beaufschlagung der Portionskapsel mit der
Flüssigkeit zumindest nicht vollständig an der Seitenwand der Portionskapsel an, wobei,
besonders bevorzugt, der Druck der Flüssigkeit die Anlagefläche der Seitenwand des
Filterelementes an der Seitenwand der Portionskapsel vergrößert. Dabei wird der Boden
des Filterelementes vorzugsweise angehoben.
[0026] Der Kapselkörper ist bevorzugt kegelstumpfförmig oder zylindrisch geformt und wird
beispielsweise aus Kunststoff, einem Naturstoff und/oder einem biologisch abbaubaren
Werkstoff und/oder einem metallischen Werkstoff, aus einer tiefgezogenen Kunststofffolie
oder im Kunststoffspritzverfahren hergestellt. Das Material aus dem der Kapselkörper
hergestellt ist, kann mehrlagig vorgesehen sein. Der Kapselkörper weist vorzugsweise
oder erfindungsgemäß auf der Einfüllseite einen Kragenrand auf, auf den direkt oder
indirekt eine Deckelfolie aufgesiegelt oder aufgeklebt ist. Alternativ ist denkbar,
dass der Kapselkörper und ein Kapseldeckel mittels eines mechanischen Verfahrens miteinander
verbunden sind. Der Boden der Portionskapsel ist vorzugsweise geschlossen und wird
vorzugsweise erst in der Brühkammer mittels eines von außen auf den Portionskapselboden
wirkenden Perforationsmittels zur Erzeugung einer Auslauföffnung perforiert. Alternativ
wäre aber ebenso denkbar, dass der Boden der Portionskapsel bereits werksseitig mit
einer Auslauföffnung versehen ist, welche mittels einer Dichtfolie vorzugsweise verschlossen
ist. Die Dichtfolie ist dann beispielsweise mittels des Perforationsmittels perforierbar
oder von Hand vom Kapselboden abziehbar. Das Filterelement ist vorzugsweise reißfest
ausgebildet. Bei der Dichtfolie handelt es sich vorzugsweise um eine Kunststofffolie,
die mindestens eine Barriereschicht, beispielsweise eine Metallschicht, insbesondere
eine Aluminium-Schicht oder eine Aluminiumoxid-Schicht aufweist. Alternativ kann als
Dichtfolie eine reine Kunststofffolie mit einer Barriereschicht für den Aromastoff
des herzustellenden Getränks zum Einsatz kommen. Die Kunststofffolie weist vorzugsweise
auf ihrer der Kapsel zugewandten Seite eine "Peel-Schicht" auf, um die Kunststofffolie
vergleichsweise leicht von dem Kapselboden lösen zu können.
[0027] Die Auslauföffnung ist vorzugsweise so groß vorgesehen, dass sie ein gegebenenfalls
vorhandenes Perforationsmittel berührungsfrei aufnehmen kann. Besonders bevorzugt
ist die Auslauföffnung so groß vorgesehen, dass an ihr, beim Ausströmen des fertiggestellten
Getränkes kein nennenswerter Druckverlust entsteht, insbesondere dass es zu keiner
nennenswerten Verwirbelung des fertiggestellten Getränkes kommt, der zu einem Gaseintrag
in das Getränk und damit zur Schaumbildung führen könnte.
[0028] Alternativ liegt das Material des Kapselbodens nach dem Aufstechen an dem Aufstechmittel
an. Das fertiggestellte Getränk läuft zwischen dem Aufstechmittel und dem Material
in die Kapsel. Dabei entsteht ein gezielter Druckverlust und/oder eine gezielte Verwirbelung,
die beim Kaffee eine "Crema" erzeugt.
[0029] Gemäß eines weiteren bevorzugten Gegenstands der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen,
dass das Filterelement elastisch ausgebildet ist. Wenn der Kapselboden von einem äußeren
Perforationsmittel durchstochen wird, kann das Filterelement bei einem Kontakt mit
dem Perforationsmittel aufgrund seiner Elastizität derart nachgeben bzw. gedehnt werden,
dass eine Perforation des Filterelements verhindert wird. Somit wird die Gefahr ausgeräumt,
dass das Filterelement durch das Perforationsmittel perforiert wird und Getränkesubstanz
ungefiltert aus der Portionskapsel gespült wird.
[0030] Eine feste Beabstandung zwischen dem Filterelement und dem Kapselboden ist bevorzugt.
[0031] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen,
dass das Filterelement von dem Perforationsmittel gespannt, angestochen und/oder durchstochen
wird.
[0032] Gemäß einer weiteren erfindungsgemäßen oder bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung ist vorgesehen, dass das Filterelement an dem Kapselkörper oder an dem Kragenrand
befestigt ist, wobei das Filterelement insbesondere durch Siegeln oder Kleben befestigt
ist. Vorteilhafterweise wird somit ein Verrutschen des Filterelements in der Portionskapsel
verhindert. Des Weiteren wird dadurch verhindert, dass die Flüssigkeit das Filterelement
ungewollt umfließt. Diese Befestigung erfolgt vorzugsweise durch Ultraschallschweißen.
[0033] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen,
dass der Kapselboden eine Ausbuchtung in eine der Einfüllseite entgegengesetzte Richtung
aufweist. Vorteilhafterweise dient die Ausbuchtung zur Aufnahme des Perforierungsmittels,
so dass beim Einstechen des Perforierungsmittels in den Kapselboden der Kapselboden
im Bereich der Ausbuchtung zwar perforiert wird, das Perforierungsmittel aber anschließend
im Hohlraum der Ausbuchtung verbleibt. Einer Perforierung des Filterelements wird
somit vorgebeugt. Insbesondere ist bei dieser Ausführungsform ein Anheben des Filterelements
durch das Perforierungsmittel nicht erforderlich.
[0034] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen,
dass das Filterelement derart ausgebildet ist, dass bei einer Perforation des Kapselbodens
durch ein äußeres Perforationsmittel zumindest teilweise ein Abheben des Filterelements
vom Kapselboden erfolgt. Auf diese Weise wird eine Perforierung des Filterelements
durch das Perforierungsmittel wirksam verhindert.
[0035] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist der Kapselboden permanent
eine Ausgangsöffnung auf, welche vorzugsweise mit einer Folie abgedichtet ist, wobei
die Folie besonders bevorzugt eine Abziehlasche zum Abziehen der Folie von Hand aufweist.
Eine Perforation des Kapselbodens mittels eines äußeren Perforationsmittel ist hierbei
vorteilhafterweise nicht erforderlich. Vor dem Einlegen der Portionskapsel in die
Brühkammer wird die Folie mittels der Abziehlasche einfach vom Kapselboden abgezogen
und der Brühvorgang kann gestartet werden. Die Kombination einer vorgefertigten und
somit vergleichsweise großen Ausgangsöffnung mit einem Filterelement aus einem nicht
gewebten Fasermaterial, insbesondere ein Vlies-, Filz-, insbesondere Nadelfilz, hat
den Vorteil, dass die Getränkeflüssigkeit nicht unter hohem Druck aus der Ausgangsöffnung
herausfließt und somit die Schaumbildung ("Crema"), insbesondere bei der Herstellung
von Kaffee oder Tee verhindert wird.
[0036] Ein weiter bevorzugter Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Portionskapsel,
bei der das Filterelement einen Filterbereich und einen Verbindungsbereich aufweist,
wobei der Verbindungsbereich abgewinkelt von dem Filterbereich vorgesehen ist.
[0037] Beim Aufbrühen des Getränks und/oder bei der Herstellung des Lebensmittels wird die
Portionskapsel in der Regel mit heißem Wasser durchströmt, das die erste Komponente
extrahiert und die zweite Komponente zumindest teilweise auflöst. Um die Extraktion
der ersten Komponente bzw. die Lösung der zweiten Komponente zu verbessern, weist
die Portionskapsel vorzugsweise einen Flüssigkeitsverteiler auf, der einen in die
Portionskapsel eintretenden Wasserstrahl abbremst und/oder das in die Portionskapsel
eintretende Wasser über deren gesamten Querschnitt verteilt. Der Flüssigketisverteiler
ist zwischen dem Flüssigkeitseintritt in die Portionskapsel und dem Getränke- oder
Lebensmittelsubstrat vorgesehen. Vorzugsweise ist der Flüssigkeitsverteiler in der
Portionskapsel verschieblich vorgesehen, insbesondere parallel zu der Rotationsachse
der Portionskapsel. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
strömt beim Aufbrühen des herzustellenden Getränks Wasser in die Portionskapsel ein,
das das Verteilelement in Richtung des Getränke- oder Lebensmittelsubstrats verschiebt
und dabei besonders bevorzugt das Substrat komprimiert bzw. an dem Substrat anliegt,
auch wenn dieses sich durch die Auflösung der zweiten Komponente in seinem Volumen
reduziert.
[0038] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind das Filter und/oder das Verteilelement
mit einer Geschmackskomponente, beispielweise einem Aromastoff versehen. Dieser Geschacks-/Aromastoff
wird bei der Herstellung des Getränks oder Lebensmittels von dem der einströmenden
Flüssigkeit gelöst und/oder desorbiert und trägt dadurch zur Verbesserung der Qualität
des resultierenden Getränks oder Lebensmittels bei. Der Geschmacks-/Aromastoff kann
als Feststoff und/oder als Flüssigkeit mit dem Filter und/oder dem Verteilelement
verbunden sein. Beispielsweise liegt der Geschmacks-/Aromastoff als Öl, vor, das den
Geschmacks-/Aromastoff durch Zusatz und/oder natürlicherweise aufweist.
[0039] Ein weiter Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung
eines Getränks gemäß Anspruch 12. Die zu diesem Gegenstand der vorliegenden Erfindung
gemachten Ausführungen gelten für die anderen Gegenstände der vorliegenden Erfindung
gleichermaßen und umgekehrt. Merkmale dieses Gegenstands der vorliegenden Erfindung
können mit den Merkmalen anderer Gegenstände kombiniert werden.
[0040] Erfindungsgemäß findet die Auflösung der löslichen Komponente statt bevor oder während
der Trägerstoff extrahiert wird. Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird erreicht,
dass zumindest teilweise zunächst die lösliche Komponente, die vorzugsweise zwischen
den Partikeln des Trägerstoffs vorgesehen sind, aufgelöst wird. Vorzugsweise sinkt
dabei der Druckverlust in dem partikulären Getränke- oder Lebensmittelsubstrat zumindest
zeitweise.
[0041] Vorzugsweise ist die Körngrößenverteilung der löslichen Komponente und/oder der Trägerstoffs
und/oder die Verteilung der löslichen Komponente in dem Trägerstoff so vorgesehen,
dass die Auflösung der löslichen Komponente, insbesondere des löslichen Kaffees, nach
weniger als 30 Vol-%, vorzugsweise weniger als 25 Vol-% und besonders bevorzugt weniger
als 20 Vol-% der gewählten Durchflussmenge durch die Portionskapsel beendet ist.
[0042] Vorzugsweise ist die mittlere Korngrößenverteilung Dv
50 des Trägerstoffs größer als die mittlere Korngrößenverteilung der löslichen Komponente.
Besonders bevorzugt beträg der D
50-Wert des Trägerstoffs zwischen 375 -575 µm und ganz besonders bevorzugt der Dv
50-Wert der löslichen Komponente < 500 µm.
[0043] Vorzugsweise beträgt der Trockenrückstand in dem hergestellten Getränk oder Lebensmittel,
insbesondere dem hergestellten Kaffeegetränk 30 - 40 Gew.-% bezogen auf das Gewicht
des in der Portionskapsel befindlichen Trägermaterial und der löslichen Komponente.
[0044] Vorzugsweise beträgt der Trockenrückstand bezogen auf die Brühmenge 8 -12 Gew.-%,
vorzugsweise 9 -11 Gew.-%
[0045] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung
der erfindungsgemäßen Portionskapsel, bei dem der Hohlraum gleichzeitig mit einem
pulverförmigen zu extrahierenden Trägerstoff und einer löslichen Feststoffkomponente
befüllt und dann mit einem Deckel, insbesondere mit einer Deckelfolie verschlossen
wird.
[0046] Die zu diesem Gegenstand der vorliegenden Erfindung gemachten Ausführungen gelten
für die anderen Gegenstände der vorliegenden Erfindung gleichermaßen und umgekehrt.
Merkmale dieses Gegenstands der vorliegenden Erfindung können mit den Merkmalen anderer
Gegenstände kombiniert werden.
[0047] Für den Fall, dass Kaffeepulver der Trägerstoff und die lösliche Komponente lösliche
Kaffeepartikel ist, wobei das Kaffeepulver durch Mahlen von Kaffeebohnen hergestellt
wird, werden die löslichen Kaffeepartikel vorzugsweise beim Mahlen der Kaffeebohnen
mit dem Kaffeepulver vermischt. Dadurch entsteht eine homogen Mischung zwischen dem
Kaffeepulver und dem löslichen Kaffeepartikeln und/oder die löslichen Kaffeepartikel
werden ebenfalls zerkleinert. Es war für den Fachmann überaus erstaunlich und nicht
zu erwarten, dass die löslichen Kaffeepartikel den Mahlgrad der Kaffeebohnen nicht
negativ beeinflussen. Die löslichen Kaffeepartikel werden der Mühle in dem gewünschten
Gewichts und/oder Volumenverhältnis zugegeben. Das Mahlen findet vorzugsweise in Gegenwart
eines Inertgases beispielsweise CO
2 statt.
[0048] Besonders bevorzugt werden die löslichen Kaffeepartikel der Mühle getrennt von den
Kaffeebohnen zugegeben.
[0049] Nach dem Mahlen wird das Kaffeepulver in einen Entgasungsbehälter gefördert, in dem
der gemahlene Kaffee abgasen kann. Vorzugsweise wird der lösliche Kaffee dem Kaffeepulver
bei dessen Transport stromabwärts von der Mühle zugesetzt. Dies kann alternativ oder
zusätzlich zur Zugabe der löslichen Kaffeepartikel zu der Mühle erfolgen. Vorzugsweise
erfolgt die Zugabe in einem Zwangsförder, beispielsweise einer Schnecke oder einem
Paddelförderer, der ein bestimmtes Volumen oder eine bestimmte Masse an Kaffeepulver
pro Zeiteinheit fördert. Dadurch kann ein exaktes Volumen- und/oder Gewichtsverhältnis
zwischen Kaffeepulver und löslicher Kaffeekomponente eingestellt werden. Besonders
bevorzugt werden die beiden Komponenten gemischt insbesondere durch ein Förderorgan
gemischt. Auch das Fördern kann unter einem Inertgas erfolgen.
[0050] Alternativ oder zusätzlich werden die löslichen Kaffeepartikel dem Kaffeepulver in
einem Entgasungsbehälter zugesetzt, beispielsweise während das Kaffeepulver in den
Entgasungsbehälter rieselt.
[0051] Besondere bevorzugt werden die löslichen Kaffeepartikel und das Kaffeepulver in einem
Entgasungsbehälter gemischt und/oder deren Mischung homogenisiert, nachdem oder während
der Entgasungsbehälter befüllt wird oder worden ist. Dabei wird beispielsweise der
gesamte Entgasungsbehälter bewegt, beispielsweise gedreht oder taumelnd angetrieben.
Diese bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens hat den Vorteil,
dass weder das Kaffeepulver noch die löslichen Kaffeepartikel beim Mischen in Kontakt
mit Luft und damit mit Sauerstoff kommen.
[0052] Vorzugsweise wird am Kapselboden ein Filterelement vorgesehen.
[0053] Vorzugsweise wird im Kapselboden eine Öffnung vorgesehen wird, die mit einer Folie
verschlossen wird.
[0054] Nachdem das partikuläres Getränke- oder Lebensmittelsubstrat in die Portionskapsel
eingefüllt und gegebenenfalls ein Verteilelement in der Portionskapsel vorgesehen
worden ist, wird der Kapselkörper mit einer Deckelfolie verschlossen. Das Verteilelement
verteilt die eintretende Flüssigkeit zumindest teilweise über den Querschnitt der
Portionskapsel und/oder bricht den Strahl der eintretenden Flüssigkeit, so dass das
Getränke- oder Lebensmittelsubstrat nicht aufgewirbelt wird. Besonders bevorzugt hält
der Flüssigkeitsverteiler das Getränke- oder Lebensmittelsubstrat in seiner Position
und/oder sogar unter einem gewissen Druck.
[0055] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Figuren und einem Beispiel dargestellt
und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Die Figuren und das Beispiel
sind lediglich beispielhaft beschrieben und schränken den allgemeinen Erfindungsgedanken
nicht ein. Die Beschreibung gilt für alle Gegenstände der vorliegenden Erfindung gleichermaßen.
- Figur 1
- zeigt einen Längsschnitt durch eine Portionskapsel gemäß einer ersten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, die für die Zubereitung von Espresso eingerichtet ist.
- Figur 2
- zeigt einen Längsschnitt durch eine in einer geschlossenen Brühkammer liegende Portionskapsel
gemäß der ersten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
- Figur 3
- zeigt einen Längsschnitt durch eine in einer geschlossenen Brühkammer liegende Portionskapsel
gemäß einer zweiten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
- Figuren 4a, 4b
- zeigen schematische Schnittbildansichten einer Portionskapsel gemäß einer dritten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
- Figuren 5a, 5b
- zeigen schematische Schnittbildansichten einer Portionskapsel gemäß einer vierten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
- Figuren 6a, 6b
- zeigen schematische Aufsichten eines Kapselbodens einer Portionskapsel gemäß einer
siebten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
- Figur 7
- zeigt eine Schnittbildansicht einer Portionskapsel gemäß der siebten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung.
- Figuren 8a -c
- zeigen unterschiedliche Ausführungsformen des Filterelementes mit Filz, insbesondere
Nadelfilz.
- Figur 9
- zeigt das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung einer Portionskapsel.
[0056] In
Figur 1 ist eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Portionskapsel 1 dargestellt.
Die Portionskapsel 1 umfasst einen hier kegelstumpfförmigen Kapselkörper 2 mit einem
geschlossenen Kapselboden 3 und mit einem an seiner Einfüllseite 4 angeordneten Kragenrand
5, auf den eine Deckelfolie 6 aufgeschweißt oder geklebt ist. Zwischen dem Kapselboden
3 und der Deckelfolie 6 ist somit ein, vorzugsweise luft- und aromadicht verschlossener
Hohlraum 100, ausgebildet, welcher mit einer partikuläres Getränke- oder Lebensmittelsubstrat
101 gefüllt ist. Das Getränkesubstrat 101 umfasst erfindungsgemäß einen zu extrahierenden
Trägerstoff und eine lösliche Komponente. Der zu extrahierende Trägerstoff besteht
in dem vorliegenden Fall aus gemahlenen Kaffeebohnen. Die lösliche Komponente ist
Instantkaffee und/oder Instantmilch. Auf der Innenseite 3a des geschlossenen Kapselkörperbodens
3, d.h. innerhalb des Hohlraums 100, kann ein Filterelement 7, beispielsweise bestehend
aus einem nicht gewebtem Fasermaterial angeordnet sein. Für den Fall, dass ein Filterelement
vorgesehen ist, hält dies den Trägerstoff zumindest teilweise zurück, so dass dieser
nicht Bestandteil des herzustellenden Getränks/Lebensmittel ist. Für den Fall, dass
kein Filterelement vorgesehen ist, wird zumindest ein Teil des Feststoffs aus der
Portionskapsel ausgespült und ist Bestandteil des herzustellenden Getränks. Das gegebenenfalls
vorhandene Filterelement 7 liegt entweder lose auf der Innenseite 3a des Kapselbodens
3 auf oder ist fest, d.h. vorzugsweise stoffschlüssig, mit der Innenseite 3a des Kapselkörperbodens
3 verbunden. In der zweiten Variante ist das gegebenenfalls vorhandene Filterelement
7 insbesondere nur in einem Randbereich 3' des Kapselbodens 3 am Kapselboden 3 stoffschlüssig
befestigt. Das gegebenenfalls vorhandene Filterelement umfasst vorzugsweise ein aus
Polyester-Feinfasern hergestellten Vliesstoff.
[0057] In
Figur 2 ist eine Portionskapsel 1 gemäß der in Figur 1 illustrierten ersten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung dargestellt, wobei die Portionskapsel 1 in der Figur 2
in einer geschlossenen Brühkammer 8 angeordnet ist. Die Brühkammer 8 besteht aus einem
ersten Brühkammerelement 9 und einem zweiten Brühkammerelement 10, wobei das erste
Brühkammerelement 9 zur Einführung der Portionskapsel 1 beweglich gegenüber dem zweiten
Brühkammerelement 10 oder umgekehrt vorgesehen ist. Zwischen den beiden Brühkammerelementen
9, 10 ist eine Dichtung 11 angeordnet. Das erste Brühkammerelement 9 besteht im Wesentlichen
aus einem Schließkolben 12 mit Einstechelementen 13a, 13b zur Öffnung der Deckelfolie
6 der Portionskapsel 1, einer Zubereitungsflüssigkeitszuführung 14 und der Dichtung
11. Das zweite Brühkammerelement 10 besteht im Wesentlichen aus einer die Portionskapsel
1 teilweise umschließenden Brühkammerglocke 15 mit einem am Boden der Brühkammerglocke
15 angeordneten Öffnungsdorn 16, der mit Ablaufrillen 17 versehen ist, und einem Getränkeablauf
18. Zur Aufnahme der Portionskapsel 1 befindet sich die Brühkammer 8 in einem nicht
dargestellten geöffneten Zustand, in welchem das erste und das zweite Brühkammerelement
9, 10 voneinander beabstandet sind, um eine Zuführung der Portionskapsel 1 zu gewährleisten,
und dem dargestellten geschlossenen Zustand, in welchem ein Zubereitungsvorgang zur
Herstellung eines Getränks mittels der Portionskapsel 1 durchführbar ist. Im geschlossenen
Zustand ist die Brühkammer 8 druckdicht verschlossen. Beim Überführen der Brühkammer
8 vom geöffneten Zustand in den abgebildeten geschlossenen Zustand wird die Deckelfolie
6 von den Einstechelementen 13a, 13b durchstochen, so dass Zubereitungsflüssigkeit,
insbesondere heißes Brühwasser, durch die Zubereitungsflüssigkeitszuführung 14 unter
Druck in den Hohlraum 100 der Portionskapsel 1 gelangt. Ferner wird beim Schließen
der Brühkammer 8 der Kapselboden 3 von dem als Öffnungsdorn 16 ausgebildeten Perforationsmittel
perforiert, so dass eine Ausgangsöffnung 107 in der Portionskapsel 1 erzeugt wird,
durch welche die hergestellte Getränkeflüssigkeit aus der Portionskapsel 1 in Richtung
des Getränkeablaufs 18 heraustreten kann. Zur Unterstützung der Ableitung der Getränkeflüssigkeit
weist der Öffnungsdorn 16 auf seiner Mantelfläche die Ablaufrillen 17 auf. In der
Darstellung ist der Boden 3 der in der Brühkammer 9, 10 befindlichen Portionskapsel
1 von dem Öffnungsdorn 16 des zweiten Brühkammelementes durchstochen, aber das gegebenenfalls
über der Einstichstelle liegende Filterelement 7 ist von der Einstechspitze 19 des
Öffnungsdornes 16 leicht angehoben, jedoch nicht durchstochen. Dies wird insbesondere
dadurch erreicht, dass der Zentralbereich 7" nicht stoffschlüssig mit dem Kapselboden
3 verbunden ist, sondern das gegebenenfalls vorhandene Filterelement 7 lediglich im
Randbereich 3' des Kapselbodens 3 stoffschlüssig mit dem Kapselboden 3 verbunden ist,
so dass es in Folge des mechanischen Kontaktes mit der Spitze des Öffnungsdorns 16
lediglich vom Kapselboden 3 angehoben wird und somit unperforiert bleibt (d.h. nicht
vom Öffnungsdorn 16 perforiert wird). Alternativ oder zusätzlich ist das gegebenenfalls
vorhandene Filterelement durch das Tiefziehen so geformt, dass an der Einstichstelle
von dem Kapselboden abgehoben ist. Im Randbereich 3' des Kapselbodens 3 bzw. im Randbereich
7' des gegebenenfalls vorhandenen Filterelements 7 bleiben der Kapselboden 3 und das
gegebenenfalls vorhandene Filterelement 7 miteinander in Kontakt und insbesondere
stoffschlüssig miteinander verbunden, so dass kein Getränke- oder Lebensmittelsubstrat
101 um das Filterelement 7 herum in den Getränkeablauf 18 gelangt. Der Kapselboden
3 weist in seinem zentralen Punkt 106, in welchem der Kapselboden 3 von dem Öffnungsdorn
16 perforiert wird, optional eine Sollbruchstelle 104 auf, so dass ein vergleichsweise
stumpfer Öffnungsdorn 16 zur Perforation des Kapselbodens 3 ausreichend ist und so
die Gefahr, dass versehentlich auch das gegebenenfalls vorhandene Filterelement 7
vom Öffnungsdorn 16 perforiert wird, ausgeräumt wird.
[0058] In
Figur 3 ist eine Portionskapsel 1 gemäß einer zweiten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
dargestellt, wobei die zweite Ausführungsform im Wesentlichen der in Figur 2 illustrierten
ersten Ausführungsform gleicht und die Portionskapsel 1 ebenfalls in einer geschlossenen
Brühkammer 8 dargestellt ist. Im Unterschied zur ersten Ausführungsform weist der
Portionskapselboden 3 im Einstechbereich des Öffnungsdornes 16 jedoch eine gegen eine
Einbuchtung 20 im Brühkammerboden 3a gerichtete Ausbuchtung 21 auf (die Ausbuchtung
21 ist somit in eine der Einfüllseite 4 entgegengesetzte Richtung gerichtet), in die
der Öffnungsdorn 16 einsticht, ohne dabei das gegebenenfalls vorhandene Filterelement
7 zu durchstechen. Ein Abheben des gegebenenfalls vorhandenen Filterelements 7 vom
Kapselboden 3 ist somit insbesondere nicht erforderlich. Zur Herstellung des Getränkes
wird wiederum nach dem Einbringen der Portionskapsel 1 in die Brühkammer 8, die Brühkammer
8 geschlossen. Während des Schließvorganges wird die Deckelfolie 6 der Portionskapsel
1 mittels der Einstechmittel 13a, 13b perforiert und nach erfolgtem Zusammenführen
und Abdichten des ersten und des zweiten Brühkammerelementes 9, 10 (mittels der Dichtung
11) wird Brühwasser über den Flüssigkeitseinlass 6 zur Verfügung gestellt. Ebenso
sticht während des Schließvorganges der Brühkammer der Öffnungsdorn 16 eine Öffnung
in den Boden 3 der Portionskapsel 1. Das über der Einstichstelle liegende, gegebenenfalls
vorhandene Filterelement 7 ist in seiner Dicke und Reißfestigkeit einer durch Tiefzeihen
erhaltenen Form auf die Eindringtiefe der Einstechspitze 19 des Öffnungsdornes 16
abgestimmt, so dass das gegebenenfalls vorhandene Filterelement 7 nicht durchstoßen
wird. Alternativ liegt das gegebenenfalls vorhandene Filterelement 7 über der Ausbuchtung
21 des Kapselbodens 3, die in der Einbuchtung des Brühglockenbodens 23 liegt, und
der Öffnungsdorn 16 sticht lediglich in die Ausbuchtung 21 des Kapselbodens 3 und
gelangt nicht bis zum gegebenenfalls vorhandenen Filterelement 7. Sodann strömt die
Flüssigkeit, bei der Herstellung von Kaffee beispielsweise heißes Wasser, in die Kapsel
1 ein. In der Kapsel durchströmt diese Flüssigkeit das Getränke- oder Lebensmittelsubstrat
101 und extrahiert und löst die für die Getränkeherstellung benötigten Substanzen
aus dem Getränke- oder Lebensmittelsubstrat 101 aus. Die Strömung der Flüssigkeit
in dem Getränke- oder Lebensmittelsubstrat 101 ist durch das Bezugszeichen 22 illustriert.
Danach strömt das resultierende Getränk durch das zwischen dem Getränke- oder Lebensmittelsubstrat
101 und das auf dem Kapselboden 3 angeordnete Filterelement 7, welches hier verhindert,
dass Bestandteile des Getränke- oder Lebensmittelsubstrates 101 partikelförmig in
das resultierende Getränk gelangen und über die von dem Öffnungsdorn 16 in den Kapselboden
3 gestochene Öffnung und über die Ablaufrillen 17 des Öffnungsdornes 16 weiter in
ein Auffanggefäß, beispielsweise eine Tasse oder Kanne, gelangen. Es ist aber erfindungsgemäß
auch vorgesehen, dass kein Filterelement vorhanden ist. In diesem Fall sind partikelförmige
Trägerstoffe im Getränk/Lebensmittel erwünscht.
[0059] In
Figuren 4a und 4b sind schematische Schnittbildansichten einer Portionskapsel 1 gemäß einer dritten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dargestellt. In dem vorliegenden Fall ist
das gegebenenfalls vorhandene Filterelement vorzugsweise aus einem nicht gewebten
Fasermaterial gefertigt und besonders bevorzugt tiefgezogen, d.h. das ursprünglich
flache Fasermaterial des Filterelementes ist in eine dreidimensionale Form gebracht
worden. In seinem Randbereich 7'ist dieses Filterelement in dem vorliegenden Fall
mit dem Kragenrand 5 des Kapselkörpers verbunden. Dieser Verbund kann beispielsweise
durch Siegeln oder Kleben erfolgen. Durch die Befestigung dieses Filterelementes 7
an dem Kragenrand des Kapselkörpers ist zwischen dem Zentralbereich 7" des Filterelementes
und dem Filterboden 3 ein Freiraum vorgesehen, in den ein Einstechdorn 16 beim Aufstechen
der Portionskapsel eindringen kann, ohne dass das Filterelement durchstochen wird.
Allenfalls wird der Zentralbereich 7" des Filterelementes aufgrund seines Elastizität
von dem Einstechdorn verformt. Vorzugsweise ist die Portionskapsel mit einer Deckelfolie
6 verschlossen, die, besonders bevorzugt, mit dem Randbereich des Filterelements verbunden
ist, beispielsweise durch Siegeln oder Kleben.
[0060] In
Figuren 5a und 5b sind schematische Schnittbildansichten einer Portionskapsel 1 gemäß einer vierten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dargestellt, wobei auf die zu der dritten
Ausführungsform (vgl. Figuren 4a, b) gemachten Ausführungen Bezug genommen wird. In
dem vorliegenden Fall ist der Randbereich 7'des gegebenenfalls vorhandenen Filterelementes
mit der Seitenwand des Kapselköpers, beispielsweise durch Siegeln oder Kleben, verbunden.
Die Deckelfolie 6 ist in dem vorliegenden Fall direkt mit dem Kragenrand des Kapselkörpers
verbunden. Ansonsten wird auf die Ausführungen zu den Figuren 4a, b Bezug genommen.
Das Filterelement ist in dem vorliegenden Fall gleichfalls vorzugsweise tiefgezogen.
[0061] In
Figur 6a, 6b und 7 ist eine Schnittbildansicht einer Portionskapsel 1 gemäß einer siebten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung dargestellt. Die siebte Ausführungsform gleich im Wesentlichen
der in Figur 1 dargestellten ersten Ausführungsform, kann aber auch mit jeder anderen
dargestellten Ausführungsform kombiniert werden. Die Portionskapseln 1 der siebten
Ausführungsform ist mit einer permanenten Ausgangsöffnung 107 im Kapselboden 3 ausgestattet,
welche in der Ausgangslage mit der Folie 108 abgedichtet ist. Sollbruchstellen weist
die Portionskapsel 1 daher nicht auf. Die Folie 108 weist dabei eine Abziehlasche
109 zum Abziehen der Folie 108 von Hand auf. Eine Perforation des Kapselbodens 3 mittels
eines äußeren Perforationsmittels 16 ist nicht vorgesehen. Vielmehr wird dem Einlegen
der Portionskapsel 1 in die Brühkammer 8 wird die Folie 108 mittels der Abziehlasche
109 einfach vom Kapselboden 3 abgezogen und der Brühvorgang kann anschließend direkt
und ohne Perforierung des Kapselbodens 3 gestartet werden. Die Ausgangsöffnung ist
vorzugsweise so groß gestaltet, dass bei ihrem Durchströmen kein oder nur ein sehr
geringer Druckverlust auftritt. Dadurch weist das resultierende Getränk, beispielsweise
der Kaffee kein oder nur eine geringe Crema auf.
[0062] Figuren 8 a - c zeigen unterschiedliche Ausführungsformen eines gegebenenfalls vorhandenen Filterelementes
7 mit einer Filzstruktur 7.1, insbesondere Nadelfilzstruktur. Dieses Filterelement
7 weist vorzugsweise eine Trägerstruktur 7.2, beispielsweise eine Gewebestruktur auf.
An dieser und/oder in diese Gewebestruktur 7.2 wird auf der gesamten, dem Getränke-
oder Lebensmittelsubstrat zugewandten Oberfläche eine Filzstruktur 7.1, angeordnet
und beispielsweise durch Nadelfilzen mit dieser verbunden, was in Figur 8a dargestellt
ist.
[0063] Die Ausführungsform gemäß Figur 8b weist zwei Filzstrukturen 7.1 und 7.3 auf, die
jeweils an und/oder in der Trägerstruktur angeordnet sind. Beide Strukturen erstrecken
sich vorzugsweise über den gesamten Querschnitt, d. h. hier die gesamte kreisförmige
Oberfläche, des Filterelementes. Die Filzstrukturen 7.1 und 7.3 können gleich oder
unterschiedlich dick sein. Vorzugsweise ist die Filzstruktur 7.1 dünner ausgeführt
als die Schicht 7.3 oder umgekehrt. Die Trägerschicht ist dann bezüglich der Mitte,
bezogen auf die Dicke, des Filterelementes versetzt vorgesehen sein. Die Strukturen
7.1 und 7.3 können aus unterschiedlichen oder demselben Materiali(en) hergestellt
sein. Diese betreffen nicht nur die Substanz aus der sie hergestellt sind, sondern
auch die Fadendurchmesser und/oder die Fadenlänge aus denen die Filzstrukturen gefertigt
werden. Zwischen den beiden Strukturen 7.1 und 7.3 ist eine Trägerstruktur 7.2 vorgesehen,
in der sich kein oder nur wenig Filzstruktur befindet und die vorzugsweise Querströmungen
zulässt.
[0064] Figur 8c zeigt noch eine weitere Ausführungsform eines Filterelementes mit Filzstruktur.
In dem vorliegenden Fall sind zwei Filterelemente 7 mit einer Filzstruktur, wie sie
beispielsweise gemäß den Figuren 8a und b beschrieben wurden, übereinander angeordnet.
Die Filterelemente 7 können lediglich aufeinander liegen oder miteinander verbunden
sein. Die Filterelemente 7 können aber auch nur Filz ohne Trägerstruktur aufweisen.
[0065] Figur 9 zeigt schematisch das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung einer Portionskapsel,
wobei hier nur die Herstellung des Substrates schematisch dargestellt ist. In dem
vorliegenden Fall wird eine Portionskapsel zur Herstellung eines Kaffeegetränks, d.h.
beispielsweise Kaffee oder Espresso mit oder ohne Crema, hergestellt. Das partikuläres
Getränke- oder Lebensmittelsubstrat ist demnach Kaffeepulver als zu extrahierende
Trägersubstanz und lösliche Kaffeepartikel als lösliche Komponente. Das Kaffeepulver
wird aus ganzen gerösteten Bohnen 24, die in einer Mühle 26 gemahlen werden hergestellt.
Gemäß einer ersten Ausführungsform werden der Mühle, insbesondere getrennt von den
Kaffeebohnen, beispielsweise durch einen Seitenarm, die löslichen Kaffeepartikel,
auch als Instantkaffeepartikel bezeichnet, zugegeben. Beim Mahlen vermischen sich
das Kaffeepulver und die löslichen Kaffeepartikel innig, vorzugsweise zu einer vollständig
homogenen Mischung. Dabei können auch die löslichen Kaffeepartikel zerkleinert werden.
Die beiden Komponenten werden der Mühle in dem gewünschten Volumen- und/oder Gewichtsverhältnis
zugegeben. Alternativ oder zusätzlich kann der Zusatz der löslichen Kaffeepartikel
auch während der Förderung des Kaffeepulvers 24 oder der Mischung 24 von der Mühle
in einen Entgasungsbehälter 29 erfolgen. Beispielsweise werden die löslichen Kaffeepartikel
25 einem Förderorgan 28, beispielsweise einer Schnecke oder einem Paddelförderer zugegeben,
der vorzugsweise neben dem Fördern auch für eine Mischung der beiden Komponenten sorgt.
Bevorzugt ist ein Zwangsförder, der ein bestimmtes Volumen und/oder eine gewisse Menge
an Kaffeepulver 24 oder Mischung 24 fördert. Dadurch kann ein gewünschtes Volumen-
und/oder Gewichtsverhältnis eingestellt werden. Sowohl das Mahlen als auch das Fördern
kann unter einem Schutzgas, beispielsweise CO
2 erfolgen. Das Kaffeepulver oder die Mischung aus Kaffeepulver und löslichen Kaffeepartikeln
rieseln anschließend in einen Entgasungsbehälter. Die löslichen Kaffeepartikel können
erstmalig oder als Ergänzung ebenfalls in diesen Entgasungsbehälter dosiert werden.
Nachdem der Behälter befüllt worden ist, wird dieser geschlossen und dann, gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform in Bewegung versetzt, beispielsweise rotiert und/oder
taumelnd angetrieben, um die Mischung der beiden Komponenten zu bewirken oder zu verbessern.
Diese bevorzugte Ausführungsform hat den Vorteil, dass beim Mischen kein Sauerstoff
in die Mischung eingetragen wird.
Beispiel
[0066] Es wurden als Trägerstoff 8 Gramm Kaffeepulver mit einem Dv
50 von 550 µm mit einem Gramm Instant-Kaffee mit einem Dv
50 von 400 µm miteinander homogen vermischt und danach in einen Portionskapselkörper
eingefüllt, an deren Boden sich eine Filzmatte als Filterelement befand. Der Portionskapselkörper
wurde sodann mit einer Deckelfolie verschlossen, indem die Deckelfolie an den Kapselkörper
gesiegelt wurde. Sodann wurde die Portionskapsel in einen Kafferautomaten (welcher
Typ?) eingeführt, angestochen und danach mit Wasser, das eine Temperatur von 92°-98°
C mit einem Druck von 17 - 19 Bar beaufschlagt.
[0067] Das fertiggestellte Kaffeegetränk wurde alle 15 Sekunden aufgefangen und von der
aufgefangenen Probe jeweils der Trockenrückstand ermittelt. Dabei wurde das Gerät
der Firma Sartorius LMA 200 PM verwendet.
[0068] Die Ergebnisse dieser Messung sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst.
| Ist Einwaage |
Brühmenge |
Trockenrückstand |
Trockenrückstand in % |
| 9,000 |
51,08 |
2,52 |
28,01 |
| 9,000 |
60,43 |
0,38 |
4,26 |
| 9,000 |
58,07 |
0,14 |
1,52 |
| 9,000 |
63,78 |
0,12 |
1,38 |
| 9,000 |
75,73 |
0,12 |
1,27 |
| |
309,09 |
3,28 |
36,44 |
[0069] Der Trockenrückstand in % ist der Quotient aus dem Trockenrückstand und der Einwaage.
[0070] Es zeigt sich, dass nach 15 Sekunden oder einer Durchflußmenge von 51,08 ml der lösliche
Instant-Kaffee bereits vollständig aus der Mischung herausgelöst worden ist.
[0071] Der gesamte Trockenrückstand betrug 36,44 % der Einwaage von 9 Gramm der Mischung.
Bezugszeichenliste
[0072]
- 1
- Portionskapsel
- 2
- Kapselkörper
- 3
- Kapselboden
- 3a
- Kapselboden-Innenseite
- 3'
- Randbereich des Kapselbodens
- 4
- Einfüllseite
- 5
- Kragenrand
- 6
- Deckel, Deckelfolie
- 7
- Filterelement
- 7'
- Randbereich des Filterelements
- 7"
- Zentralbereich des Filterelements
- 7.1
- Filzstruktur, Nadelfilzstruktur
- 7.2
- Trägerstruktur
- 7.3
- Filzstruktur, Nadelfilzstruktur
- 8
- Brühkammer
- 9
- Erstes Brühkammerelement
- 10
- Zweites Brühkammerelement
- 11
- Dichtung
- 12
- Schließkolben
- 13a
- Einstechelement
- 13b
- Einstechelement
- 14
- Zubereitungsflüssigkeitszufuhr
- 15
- Brühglocke
- 16
- Öffnungsdorn
- 17
- Auslaufrillen
- 18
- Ablauf
- 19
- Einstechspitze
- 20
- Einbuchtung
- 21
- Ein-/Ausbuchtung
- 22
- Zubereitungsflüssigkeitsfluss
- 23
- Brühglockenboden
- 24
- Kaffeebohnen
- 25
- löslicher Kaffee, Instantkaffee
- 26
- Mühle
- 27
- Massestrom Kaffeepulver oder Gemisch aus Kaffeepulver und löslichem Kaffee
- 28
- Fördermittel, z.B. Schnecke
- 29
- Entgasungsbehälter
- 30
- Bewegungsmittel für den Entgasungsbehälter
- 100
- Hohlraum
- 101
- Getränke- oder Lebensmittelsubstrat
- 102
- Seitenwandbereich
- 103'
- Einbuchtung, gewellter oder gefalteter Bereich
- 106
- Zentraler Punkt
- 107
- Öffnung, Ausgangsöffnung
- 108
- Folie
- 109
- Abziehlasche
1. Portionskapsel (1) zur Herstellung eines Getränks aufweisend einen Kapselkörper (2)
mit einem Kapselboden (3) und einem Deckel (6), wobei sich zwischen dem Kapselboden
(3) und dem Deckel (6) ein Hohlraum (100) befindet, in dem ein partikuläres Getränke-
oder Lebensmittelsubstrat (101) vorgesehen ist, das aus einem Trägerstoff, nämlich
Kaffeepulver , und einer löslichen Komponente nämlich Instantkaffee besteht, dadurch gekennzeichnet, dass der Dv50 des Trägerstoffs 375 - 575 µm beträgt und größer ist als der Dv50 der löslichen Komponente.
2. Portionskapsel (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Kaffeepulver und der lösliche Kaffee in einem Gewichtsverhältnis 10:1 - 10 :3
vorgesehen wird.
3. Portionskapsel (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Hohlraum ein Filter und/oder Flüssigkeitsverteilelement vorgesehen ist.
4. Portionskapsel (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Filter und/oder ein Verteilelement mit einer Geschmackskomponente versehen ist.
5. Portionskapsel nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Filterelement ein Vlies ist und/oder eine Filzstruktur aufweist.
6. Portionskapsel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Filterelement (7) elastisch ausgebildet ist.
7. Portionskapsel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Filterelement (7) an den Kapselboden, den Kapselkörper (2) oder an den Kragenrand
(5) der Kapsel gesiegelt, insbesondere ultraschallgesiegelt ist.
8. Portionskapsel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel eine Deckelfolie (6) ist, die vorzugsweise an den Kragenrand (5) gesiegelt
ist.
9. Portionskapsel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kapselboden (3) eine Öffnung (107) aufweist, welche vorzugsweise mit einer Folie
(108) abgedichtet ist, wobei die Folie (108) besonders bevorzugt eine Abziehlasche
(109) zum Abziehen der Folie von Hand aufweist.
10. Portionskapsel nach Anspruch 3-9, dadurch gekennzeichnet, dass das Flüssigkeitsverteilelement in der Portionskapsel verschieblich vorgesehen ist.
11. Portionskapsel nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass beim Aufbrühen des herzustellenden Getränks Wasser in die Portionskapsel einströmt,
das das Flüssigkeitsverteilelement in Richtung des Getränke- oder Lebensmittelsubstrats
verschiebt.
12. Verfahren zur Herstellung eines Kaffeegetränks mit einer Portionskapsel gemäß einem
der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Dv50 des Trägerstoffs 375 - 575 µm beträgt und größer ist als der Dv50 der löslichen Komponente vorgesehen wird, so dass die lösliche Komponente aufgelöst
wird bevor die Extraktion des Trägerstoffs beendet wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflösung der löslichen Komponente, insbesondere des löslichen Kaffees, nach
weniger als 30 Vol-%, vozugsweise weniger als 25 Vol-% und besonders bevorzugt weniger
als 20 Vol-% der gewählten Durchflussmenge durch die Portionskapsel beendet ist.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckverlust während der Herstellung des Getränks zumindest zeitweise abnimmt.
15. Verfahren zur Herstellung einer Portionskapsel nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlraum (100) gleichzeitig mit einem pulverförmigen zu extrahierenden Trägerstoff
und einer löslichen Feststoffkomponente befüllt und dann mit einer Deckelfolie, verschlossen
wird, wobei das Kaffeepulver durch Mahlen von Kaffeebohnen hergestellt wird und der
lösliche Kaffee beim Mahlen mit dem Kaffeepulver vermischt wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass im Kapselboden eine Öffnung vorgesehen wird, die mit einer Folie verschlossen wird.
1. Portion capsule (1) for producing a beverage, having a capsule body (2) with a capsule
base (3) and a cover (6), wherein a cavity (100) in which a particulate beverage or
foodstuff base (101) is provided is located between the capsule base (3) and the cover
(6), said beverage or foodstuff base comprising a carrier substance, specifically
coffee powder, and a soluble component, specifically instant coffee, characterized in that the Dv50 of the carrier substance is 375 - 575 µm and is greater than the Dv50 of the soluble component.
2. Portion capsule (1) according to Claim 1, characterized in that the coffee powder and the soluble coffee are provided in a weight ratio of 10:1 -
10:3.
3. Portion capsule (1) according to either of the preceding claims, characterized in that a filter and/or liquid distribution element is provided in the cavity.
4. Portion capsule (1) according to Claim 3, characterized in that the filter and/or a distribution element is provided with a flavor component.
5. Portion capsule according to one of the preceding claims, characterized in that the filter element is a web and/or has a felt structure.
6. Portion capsule (1) according to one of the preceding claims, characterized in that the filter element (7) is of elastic design.
7. Portion capsule (1) according to one of the preceding claims, characterized in that the filter element (7) is sealed, in particular ultrasonically sealed, to the capsule
base, the capsule body (2) or to the collar edge (5) of the capsule.
8. Portion capsule (1) according to one of the preceding claims, characterized in that the cover is a cover film or foil (6) which is preferably sealed to the collar edge
(5).
9. Portion capsule (1) according to one of the preceding claims, characterized in that the capsule base (3) has an opening (107) which is preferably sealed off by a film
or foil (108), wherein the film or foil (108) particularly preferably has a pull-off
tab (109) for pulling off the film or foil by hand.
10. Portion capsule according to Claims 3-9, characterized in that the liquid distribution element is provided in a displaceable manner in the portion
capsule.
11. Portion capsule according to Claim 10, characterized in that, during brewing of the beverage which is to be produced, water flows into the portion
capsule and displaces the liquid distribution element in the direction of the beverage
or foodstuff base.
12. Method for producing a coffee beverage using a portion capsule according to one of
the preceding claims, characterized in that the Dv50 of the carrier substance is 375 - 575 µm and is greater than the Dv50 of the soluble component is provided, and therefore the soluble component is dissolved
before the extraction of the carrier substance is terminated.
13. Method according to Claim 12, characterized in that the process of dissolving the soluble component, in particular the soluble coffee,
is terminated after less than 30% by volume, preferably less than 25% by volume and
particularly preferably less than 20% by volume of the selected throughflow rate through
the portion capsule.
14. Method according to either of Claims 12 and 13, characterized in that the pressure loss at least temporarily falls during the production of the beverage.
15. Method for producing a portion capsule according to one of Claims 1 to 11, characterized in that the cavity (100) is filled with a pulverulent carrier substance which is to be extracted
and a soluble solids component at the same time, and is then closed by a cover film
or foil, wherein the coffee powder is produced by grinding coffee beans and the soluble
coffee is mixed with the coffee powder during the grinding process.
16. Method according to one of Claims 12 to 15, characterized in that an opening which is closed by a film or foil is provided in the capsule base.
1. Capsule-dosette (1) pour la préparation d'une boisson, présentant un corps de capsule
(2) avec un fond de capsule (3) et un couvercle (6), dans laquelle il se trouve entre
le fond de capsule (3) et le couvercle (6) une cavité (100), dans laquelle il est
prévu un substrat de boisson ou d'aliment particulaire (101), qui se compose d'une
substance porteuse, à savoir de la poudre de café, et d'un composant soluble, à savoir
du café instantané, caractérisée en ce que le Dv50 de la substance porteuse vaut 375-575 µm et est plus grand que le Dv50 du composant soluble.
2. Capsule-dosette (1) selon la revendication 1, caractérisée en ce que la poudre de café et le café soluble sont prévus en un rapport pondéral de 10:1 -
10:3.
3. Capsule-dosette (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'il est prévu dans la cavité un filtre et/ou un élément répartiteur de liquide.
4. Capsule-dosette (1) selon la revendication 3, caractérisée en ce que le filtre et/ou l'élément répartiteur de liquide est pourvu d'un composant aromatisé.
5. Capsule-dosette selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'élément de filtre est un non-tissé et/ou présente une structure de feutre.
6. Capsule-dosette (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'élément de filtre (7) est élastique.
7. Capsule-dosette (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'élément de filtre (7) est soudé, en particulier soudé aux ultrasons, au fond de
capsule, au corps de capsule (2) ou au collet (5) de la capsule.
8. Capsule-dosette (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que le couvercle est une feuille de couvercle (6), qui est de préférence soudée au collet
(5).
9. Capsule-dosette (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que le fond de capsule (3) présente une ouverture (107), qui est de préférence obturée
avec une feuille (108), dans laquelle la feuille (108) présente de préférence encore
un onglet d'arrachement (109) pour arracher la feuille à la main.
10. Capsule-dosette selon l'une quelconque des revendications 3 à 9, caractérisée en ce que l'élément répartiteur de liquide est prévu de façon mobile dans la capsule-dosette.
11. Capsule-dosette selon la revendication 10, caractérisée en ce que lors de la percolation de la boisson à préparer, il s'écoule dans la capsule-dosette
de l'eau, que l'élément répartiteur de liquide déplace en direction du substrat de
boisson ou d'aliment.
12. Procédé de préparation d'une boisson de café avec une capsule-dosette selon l'une
quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le Dv50 de la substance porteuse vaut 375-575 µm et est prévu est plus grand que le Dv50 du composant soluble, de telle manière que le composant soluble soit dissous avant
que l'extraction de la substance porteuse soit terminée.
13. Procédé selon la revendication 12, caractérisé en ce que la dissolution du composant soluble, en particulier du café soluble, est terminée
après moins de 30 % en volume, de préférence moins de 25 % en volume, et de préférence
encore moins de 20 % en volume du débit choisi à travers la capsule-dosette.
14. Procédé selon une des revendications 12 ou 13, caractérisé en ce que la perte de pression diminue au moins temporairement pendant la préparation de la
boisson.
15. Procédé de fabrication d'une capsule-dosette selon l'une quelconque des revendications
1 à 11, caractérisé en ce que l'on remplit la cavité (100) simultanément avec une substance porteuse en poudre
à extraire et un composant solide soluble et on la ferme ensuite avec une feuille
de couvercle, dans lequel on produit la poudre de café en moulant des grains de café
et on mélange le café soluble lors de la mouture avec la poudre de café.
16. Procédé selon l'une quelconque des revendications 12 à 15, caractérisé en ce qu'il est prévu dans le fond de capsule une ouverture, qui est obturée avec une feuille.