[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Brandriegel für Gebäudefassaden mit Wärmedämmverbundsystem,
eine Gebäudefassade umfassend den Brandriegel, sowie die Verwendung des Brandriegels.
[0002] Dämmung von Gebäuden ist ein wesentlicher Bestandteil bei Neubauten und bei Renovation
von Gebäuden. Dabei werden beispielsweise Aussenfassaden von Gebäuden mit Wärmedämmplatten
versehen, um den Wärmedurchgang durch die Fassaden deutlich zu reduzieren. Dadurch
kann im Winter die Heizenergie und im Sommer die zur Kühlung benötigte Energie z.T.
deutlich reduziert werden. Es ist aber auch möglich, Räume separat zu dämmen, beispielsweise
um eine geeignete Schalldämmung zu erzielen.
[0003] Häufig eingesetzte Wärmedämmplatten sind Hartschaumplatten aus geschäumten Kunststoffen,
insbesondere aus geschäumtem Polystyrol, wie expandiertes Polystyrol (EPS) und/oder
extrudiertes Polystyrol (XPS). Solche EPS und XPS Platten sind nicht nur relativ preiswert
herzustellen, sondern sie weisen auch sehr gute Wärmedämmeigenschaften aus. Zudem
sind sie einfach verarbeitbar. So können sie beispielsweise auf einfache Art und Weise
auf eine gewünschte Grösse zugeschnitten werden. Zudem können auftretende Flächenunterschiede
zwischen verschiedenen Platten nach deren Applikation an der Hauswand aufgrund deren
Materialbeschaffenheit einfach ausnivelliert werden.
[0004] Nachteilig an den Polystyrol Hartschaumplatten ist jedoch ihr Brandverhalten. So
werden die EPS und XPS Platten als brennbare Baustoffe und flammgeschützte EPS und
XPS Platten als schwer brennbare Baustoffe eingestuft. Aus diesem Grund werden insbesondere
bei grösseren Gebäuden sogenannte Brandriegel in die Wärmedämmung der Gebäudefassade
eingebaut. Solche Brandriegel werden oft oberhalb Gebäudeöffnungen wie Fenster und
Türen angebracht, um bei einem allfälligen Brand im Innern des Gebäudes ein Übergreifen
des Feuers durch die Gebäudeöffnung auf die Wärmedämmung der Fassade zu verhindern.
Zudem werden Brandriegel auch typischerweise horizontal einer ganzen Fassade oder
sogar als horizontales, das ganze Gebäude umlaufendes Brandriegel-Band, bestehend
aus einer Vielzahl einzelner Brandriegel, eingesetzt. Dadurch wird das Ausbreiten
von Brandherden und Feuer auf die ganze Fassade verhindert.
[0005] Die
DE 20 2007 007 225 U1 beschreibt ein Bauelement für ein Wärmedämmverbundsystem umfassend zwei Dämmelemente
und ein Brandschutzschicht aus einem nicht brennbaren Material wie beispielsweise
Mineralwolle, wobei die Brandschutzschicht zwischen den beiden Dämmelementen angeordnet
ist und sich im Wesentlichen über die gesamte Querschnittsfläche des Bauelements erstreckt.
Die Dämmelemente sind bevorzugt aus expandiertem Polystyrol, können aber auch beispielsweise
aus Polyurethan bestehen. Sind die Dämmelemente aus expandiertem Polystyrol, kann
die Oberfläche des Bauelements durch Abrieb gut mit den angrenzenden Dämmelementen
abgeglichen werden. Allerdings bildet das Material kein geeigneter Brandriegel gegen
Feuer. Sind die Dämmelemente aus Polyurethan, bilden sie zwar einen geeigneten Brandriegel,
jedoch kann dessen Oberfläche nicht - oder nur äusserst schlecht - mit den Oberflächen
der angrenzenden Dämmplatten abgeglichen werden.
[0006] In der Praxis werden oft Brandriegel aus Polyurethan- (PUR) und Polyisocyanurat-
(PIR) Hartschaum mit erhöhter Dichte eingesetzt. Solche Materialien sind zwar geeignet,
um als Brandriegel zu funktionieren. Bei deren Herstellung können sie jedoch ohne
Nachbearbeitung nur schwerlich in die exakt gewünschte Form gebracht werden. Deshalb
müssen solche Brandriegel aus PUR resp. PIR in einem nachfolgenden Schritt auf die
gewünschte Grösse zugeschnitten werden.
[0007] Eine solche Nachbearbeitung von Brandriegel aus PUR resp. PIR - sei es im Werk, auf
der Baustelle oder an der wärmegedämmten Fassade - führt jedoch zu einigen Problemen.
Denn die Nachbearbeitung, beispielsweise durch Abrasion, von geringsten Mengen eines
PUR- oder PIR-Brandriegels führt zu feinstem Staub, welcher sich - auch aufgrund von
elektrostatischer Aufladung - von den Wärmedämmplatten kaum entfernen lässt. Dadurch
wird jedoch die Adhäsion einer nachfolgenden Schicht, wie beispielsweise eines Putzes,
stark negativ beeinträchtigt. Zudem ist der entstehende Staub auch lungengängig, was
zu erhöhten Anforderungen bei der Arbeitssicherheit führt.
[0008] Um dem entgegen zu wirken, schlagen die
AT 005 285 U1 und die
AT 007 757 U1 Wärmedämmplatten aus Hartschaum vor, welche an der der Wand zuzukehrenden Seite wenigstens
eine im Wesentlichen die gesamte Plattenlänge und Plattendicke durchsetzende Ausnehmung
aufweist, welche vorzugsweise mit Mineralwolle resp. mit Polyurethan- oder PolyisocyanuratHartschaum
ausgefüllt ist. Die
EP 2 706 160 A2 beschreibt Fassadenplatten für Aussenwände von Gebäuden, wobei der Plattenkörper
einen Brandschutzkörper umfasst, welcher sich längs wenigstens einer Seite des Plattenkörpers
erstreckt, wobei der Brandschutzkörper an wenigstens einer Längsseite von einer Anpassungsschicht
bedeckt ist, die vorzugsweise einstückig mit dem Plattenkörper ausgebildet ist. Um
solche Platten herzustellen, braucht es jedoch ein erhöhter Aufwand. Zudem besteht
in der Anwendung auf dem Bau die Gefahr, dass die Platten falsch befestigt werden
und der darin eingebettete Brandriegel nicht am richtigen Ort zu liegen kommt. Es
ist auch möglich, dass beim Zuschneiden der Platten fälschlicherweise der den Brandriegel
umfassende Teil abgeschnitten wird und die zugeschnittene Platte somit gar keinen
Brandriegel umfasst. Dadurch wird nicht die ganze Fassadenlänge mit mindestens einem
durchgehenden Brandriegel-Band ausgestattet, wodurch dieser seine Wirkung beim Brandfall
nicht entfalten kann. Zu bemerken ist auch, dass nach der Befestigung der Platten
nicht mehr ersichtlich ist und somit nicht mehr überprüft werden kann, wo - und ob
überhaupt - ein Brandriegel vorhanden ist.
[0009] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Brandriegel für Gebäudefassaden
mit Wärmedämmsystem bereitzustellen, welcher die Nachteile des Standes der Technik
behebt und ein einfaches und unproblematisches mechanisches Abreiben der einzelnen
Dämmplatten und des Brandriegels - und dadurch ein Ausnivellieren von entstandenen
Unebenheiten - ermöglicht, ohne den oder die nachfolgenden Verarbeitungsschritte,
wie beispielsweise das Anbringen eines Putzes, nachteilig zu beeinflussen. Zudem soll
der Brandriegel separat vorliegen und nicht in einer Wärmedämmplatte integriert sein,
wodurch der Brandriegel unabhängig von Wärmedämmplatten an der Fassade befestigt wird.
Dies soll eine fehlerhafte Montage deutlich reduzieren oder sogar ausschliessen.
[0010] Diese Aufgabe konnte überraschenderweise gelöst werden mit einem Brandriegel (45)
für Gebäudefassaden mit Wärmedämmverbundsystem (1), wobei der Brandriegel (45) i)
eine dickere Schicht (41) auf Basis von Polyurethan (PUR), Polyisocyanurat (PIR),
Mineralschaum, Mineralfaser, Glasfaser und/oder Steinwolle, ii) eine dünnere Schicht
(51) aus Polystyrol Hartschaum, iii) mindestens einen Kleber (10), iv) gegebenenfalls
mindestens eine weitere Schicht (52) aus Polystyrol Hartschaum, und/oder v) gegebenenfalls
mindestens eine flammenhemmende Beschichtung (6) umfasst, dadurch gekennzeichnet,
dass
- die Schicht (41) eine Schichtdicke A von 4 bis 50 cm und die Schichten (51) und (52)
eine Schichtdicke B von 2 bis 30 mm besitzen, wobei die Schichtdicken A und B in der
Vertikalen zu der Seite der dickeren Schicht (41) gemessen wird, auf welcher die dünnere
Schicht (51) angebracht ist,
- die dünnere Schicht (51) an der Seite der dickeren Schicht (41) des Brandriegels (45)
angeordnet ist, welche sich gegenüber der Seite befindet, welche an der Gebäudefassade
befestigt wird, wobei gegebenenfalls zwischen der Schicht (51) und (41) die Beschichtung
(6) angeordnet sein kann,
- und die Schicht (51) mittels Kleber (10) mit der Schicht (41) oder der Beschichtung
(6), welche an der Schicht (41) angeordnet ist, verbunden ist.
[0011] Zudem wird eine Gebäudefassade mit Wärmedämmverbundsystem (1) beansprucht, umfassend
eine Fassade (2), eine Dämmplatte (3), insbesondere eine obere (3') und eine untere
(3") Dämmplatte, und den erfindungsgemäss beanspruchten Brandriegel (45), wobei der
Brandriegel (45) und die Dämmplatte (3) an der Fassade (2) befestigt sind und der
Brandriegel (45) an die Dämmplatte (3) angrenzt, wobei die dünnere Schicht (51) des
Brandriegels (45) an der Seite des Brandriegels (45) angeordnet ist, welche der Fassade
(2) gegenüberliegt.
[0012] Beansprucht wird auch die Verwendung des erfindungsgemässen Brandriegels (45) bei
Gebäudefassaden zum Verhindern, dass sich Feuer über die durch den Brandriegel (45)
begrenzte Fläche hinaus ausbreitet.
[0013] Der erfindungsgemässe Brandriegel (45), die erfindungsgemässe Gebäudefassade (1)
sowie die erfindungsgemässe Verwendung des Brandriegels (45) besitzen viele Vorteile.
[0014] So wurde für den Fachmann äusserst überraschend gefunden, dass der erfindungsgemässe
Brandriegel (45) trotz der Polystyrol Hartschaum Schicht, welche typischerweise als
brennbarer Baustoff klassifiziert ist, die Funktion eines Brandriegels erfüllen. Mit
anderen Worten: Auch wenn die Schicht (51) aus Polystyrol Hartschaum - welche Teil
des Brandriegels (45) ist - aufgrund eines unterhalb des Brandriegels (45) befindlichen
Brandherdes wegschmilzt und das geschmolzene Polystyrol nach unten tropft, kann sich
die Hitze resp. das Feuer durch den entstandenen dünnen Spalt zwischen restlichem
Brandriegel (45) und einem auf der Dämmplatte (3) und Brandriegel (45) aufgebrachten
Putz (7) nicht nach oben fortpflanzen. So schmilzt kein oder weniger Dämmmaterial,
welches sich oberhalb des Brandriegels (45) befindet. Und durch den restlichen Brandriegel
(45) wird eine allfällige Schmelze zurückgehalten, wodurch ein Brandübertrag verhindert
wird. Dies hat zur Folge, dass der Nachschub an brennbarem Material beim Brandherd
versiegt. Dadurch erlischt sowohl das Feuer wie auch der Brandherd. Dieser beobachtete
Effekt war für den Fachmann äusserst überraschend.
[0015] Mit dem erfindungsgemässen Brandriegel (45) lässt sich auf einfache Art und Weise
die erfindungsgemässe Gebäudefasse mit Wärmedämmverbundsystem (1) herstellen. So wurde
gefunden, dass nicht nur ein Brandherd und Feuer durch den Einsatz des erfindungsgemässen
Brandriegels (45) sich lokal eindämmen lassen und dass sich das Feuer nicht über den
erfindungsgemässen Brandriegel (45) hinaus ausdehnt, sondern die Oberfläche der Gebäudefassade
(1) mit aufgetragenem Wärmedämmverbundsystem lässt sich überraschenderweise auch problemlos
und ohne Staubentwicklung nachbearbeiten, um für eine nachfolgende Schicht - beispielsweise
ein Putz - ganz plan zu sein. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Dämmplatten
(3) und die dünne Schicht (51) des Brandriegels (45) aus demselben Material hergestellt
sind, das heisst, wenn sie vorteilhafterweise beide aus expandiertem Polystyrol (EPS)
oder aus extrudiertem Polystyrol (XPS) bestehen. So können auf einfache Art und Weise
beispielsweise überstehende Ecken und Kanten ohne Staubentwicklung abgetragen werden.
Zudem wird auch die Adhäsion zu einer nachfolgenden Schicht, wie beispielsweise eine
Putzschicht, nicht durch eine auf dem Brandriegel (45) und/oder der Dämmplatte (3)
liegende dünne Staubschicht negativ beeinflusst. Auch müssen keine verstärkten Massnahmen
in Bezug auf die Arbeitssicherheit, wie beispielsweise das Tragen einer Spezialstaubmaske,
getroffen werden. Durch den Einsatz des erfindungsgemässen Brandriegels (45) können
bei der Erstellung der erfindungsgemässen Gebäudefassade (1) die Dämmplatten (3) auch
problemlos zugeschnitten werden, ohne Gefahr zu laufen, dass irrtümlich ein darin
integrierter Brandriegel teilweise oder ganz weggeschnitten wird. Auch ist es unmöglich,
die Dämmplatten (3) falsch an der Gebäudefassade zu montieren, da sie keine Brandriegel
Funktion enthalten.
[0016] Der Brandriegel (45) wird bevorzugt in horizontaler, d.h. waagrechter, Richtung an
der Fassade (2) befestigt. Der Brandriegel (45) wird bevorzugt so angeordnet, dass
er an mindestens eine untere (3") und/oder obere Dämmplatte (3'), welche ebenfalls
an der Fassade (2) befestigt ist, angrenzt.
[0017] Der erfindungsgemässe Brandriegel (45) umfasst eine dickere Schicht (41) aus einem
Brandriegel (4) auf Basis von Polyurethan (PUR), Polyisocyanurat (PIR), Mineralschaum,
Mineralfaser, Glasfaser und/oder Steinwolle, eine dünnere Schicht (51) aus Polystyrol
Hartschaum, insbesondere aus expandiertem Polystyrol (EPS) und/oder extrudiertem Polystyrol
(XPS) und mindestens einen Kleber (10).
[0018] Der erfindungsgemässe Brandriegel (45) entspricht im Wesentlichen einem - beispielsweise
herkömmlichen - Brandriegel (4) mit einer am Brandriegel (4) befestigten Schicht (5,
51), welche gegenüber derjenigen Seite des Brandriegels (4), d.h. der dickeren Schicht
(41), angebracht ist, welche an der Fassade (2) befestigt werden soll. Die dünnere
Schicht (51) des Brandriegels (45) entspricht einer Schicht (5) aus beispielsweise
herkömmlichem Polystyrol Hartschaum. Der Brandriegel (45) kann zudem optional mindestens
eine weitere Schicht (52) aus Polystyrol Hartschaum und/oder optional mindestens eine
flammenhemmende Beschichtung (6) umfassen.
[0019] Der Begriff "dickere Schicht (41)" bezieht sich auf die im Querschnitt (Fig. 2) dargestellte
Länge A, d.h. Schichtdicke A, und der Begriff "dünnere Schicht (51)" auf die im Querschnitt
(Fig. 2) dargestellte Länge B, d.h. Schichtdicke B, wobei die dickere Schicht (41),
d.h. die Länge A, grösser ist als die dünnere Schicht (51), d.h. die Länge B. Die
Summe der Länge A und der Länge B ergeben im Wesentlichen die Schichtdicke C des erfindungsgemässen
Brandriegels (45), wobei die Dicke einer allfälligen Klebefläche, d.h. des Klebers
(10), und gegebenenfalls der flammenhemmenden Beschichtung (6), zwischen der dickeren
Schicht (41) und der dünneren Schicht (51) vernachlässigt ist.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform besitzt die Schicht (51) des erfindungsgemässen
Brandriegels eine Farbe, die sich von der Farbe der Dämmplatten (3) unterscheidet.
Dadurch wird an der vollständig mit Dämmplatten (3) und Brandriegel (45) bedeckten
Fassade (2) der montierte Brandriegel (45) sichtbar, was eine einfache - aber wichtige
- Kontrolle erlaubt, ob der resp. die Brandriegel (45) am richtigen Ort befestigt
sind.
[0021] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Brandriegels
(45) weist mindestens eine Seite der dickeren Schicht (41), welche winklig zu der
Seite angeordnet ist, auf welcher die dünnere Schicht (51) angebracht ist und welche
sich bei horizontaler Lage des Brandriegels (45) bevorzugt oberhalb und/oder unterhalb
der Schicht (41) befindet, eine weitere Schicht (52) aus Polystyrol Hartschaum, insbesondere
aus expandiertem Polystyrol (EPS) und/oder extrudiertem Polystyrol (XPS), auf, wobei
gegebenenfalls eine flammenhemmende Beschichtung (6) zwischen den Schichten (41) und
(52) und/oder auf der Schicht (52) angebracht ist. Durch Verringern der Dicke der
Schicht (52) lässt sich die Schichtdicke, d.h. die Höhe, des Brandriegels einfach
einstellen, ohne dass unerwünschter Feinstaub entsteht, welcher sich bei der Erstellung
der Fassade nachteilig auswirkt.
[0022] Der Polystyrol Hartschaum der dünneren Schicht (51) und der weiteren Schicht (52)
ist bevorzugt aus expandiertem Polystyrol (EPS) und/oder extrudiertem Polystyrol (XPS).
Dabei ist es möglich, dass beim Brandriegel (45) - sofern er eine Schicht (52) umfasst
- i) beide Schichten (51) und (52) aus EPS oder aus XPS sind, ii) die Schicht (51)
aus EPS und die Schicht (52) aus XPS ist, iii) die Schicht (51) aus XPS und die Schicht
(52) aus EPS ist. Umfasst der Brandriegel (45) zwei oder mehr Schichten (52), können
die Schichten (52) aus EPS und/oder aus XPS sein.
[0023] Der Brandriegel (45) sowie die Schichten (4, 41), (5, 51) und (52) des Brandriegels
(45) weisen bevorzugt einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt auf.
[0024] Der bei der erfindungsgemässen Gebäudefassade (1) eingesetzte erfindungsgemässe Brandriegel
(45) kann beispielsweise eine Länge von 20 cm bis mehrere Meter aufweisen, eine Höhe
H, d.h. eine vertikale Abmessung des Brandriegels bei horizontaler Montage, von etwa
3 cm bis 60 cm, bevorzugt von etwa 3 cm bis 40 cm oder mehr, insbesondere von etwa
5 cm bis 30 cm, und eine Tiefe, d.h. eine Schichtdicke A, von etwa 4 cm bis 50 cm
oder mehr, bevorzugt 5 cm bis 40 cm. In einer bevorzugten Ausführungsform weist der
Brandriegel eine Höhe H von etwa 15 cm bis 60 cm, insbesondere von etwa 20 cm bis
40 cm auf. Zur Bestimmung der relevanten Höhe H des Brandriegels (45) wird lediglich
die Höhe der Schicht (41) berücksichtigt. Die Tiefe der dickeren Schicht (41) und
der darauf angebrachten dünneren Schicht (51), und somit die Tiefe, d.h. die Schichtdicke
C des ganzen Brandriegels (45), entspricht bevorzugt etwa der Tiefe, d.h. der Dicke,
der eingesetzten Dämmplatten (3, 3', 3").
[0025] In einer Ausführungsform weist die dickere Schicht (41) eine Schichtdicke A von etwa
4 cm bis 50 cm oder mehr, bevorzugt 5 cm bis 40 cm auf.
[0026] Die Schicht (5) aus Polystyrol Hartschaum, d.h. die dünnere Schicht (51) des Brandriegels
(45), weist eine Schichtdicke B von 2 bis 30 mm, bevorzugt von 3 bis 20 mm, insbesondere
von 4 bis 10 mm, auf.
[0027] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die dünnere Schicht (51) und/oder
die Schicht (52) eine Schichtdicke B von 2 bis 30 mm, bevorzugt von 2 bis 20 mm, insbesondere
von 3 bis 10 mm, auf.
[0028] Die Längen, Höhen und Schichtdicken der einzelnen Schichten (41, 51, 52) können auf
einfache Art und Weise beispielsweise mit einem Meter, Messschieber und/oder Schieblehre
gemessen werden, wobei auf die zu messenden Schichten keinen Druck ausgeübt wird,
d.h. sie werden nicht zusammen gepresst. Dem Fachmann sind solche Messungen der Schichtdicken
bekannt.
[0029] Der erfindungsgemässe Brandriegel (45) besteht vorteilhafterweise aus mindestens
70 Vol.-%, bevorzugt aus mindestens 80 Vol.-%, insbesondere aus mindestens 90 Vol.-%,
aus der dickeren Schicht (41). Die Bestimmung der Volumen des Brandriegels (45) und
der dickeren Schicht (41) ist dem Fachmann bekannt und erfolgt typischerweise anhand
der gemessenen Längen, Höhen und Schichtdicken.
[0030] Die dünnere Schicht (51) aus Polystyrol Hartschaum, welche Teil des erfindungsgemässen
Brandriegels (45) ist, sowie gegebenenfalls die Schicht (52), kann eine Dichte aufweisen
von beispielsweise 10 bis 60 kg/m
3, bevorzugt von 15 bis 50 kg/m
3, bestimmt gemäss DIN EN 1602:2013-05. Der erfindungsgemässe Brandriegel (45) kann
zudem seitlich so profiliert sein, dass beispielsweise die rechte Seite eines linken
Brandriegels mittels einer Stufen-Falz oder Nut-Kamm Profilierung nahtlos in die entsprechend
profilierte linke Seite eines rechten Brandriegels einfügen lässt. Dadurch wird die
Wirkung des Brandriegels zusätzlich erhöht.
[0031] Beim erfindungsgemässen Brandriegel (45) ist die dünnere Schicht (51), und gegebenenfalls
die Schicht (52), mit der dickeren Schicht (41) durch Kleben, d.h. mit einem Kleber
(10), verbunden. Ist an der dickeren Schicht (41) eine Beschichtung (6) angeordnet,
ist die dünnere Schicht (51), und gegebenenfalls die Schicht (52), an der flammenhemmenden
Beschichtung (6) mittels Kleber (10) befestigt. Die flammenhemmende Beschichtung (6)
kann ebenfalls mittels eines Klebers (10) an der Schicht (41) befestigt sein. Die
Beschichtung (6) wird jedoch bevorzugt direkt bei der Herstellung der Schicht (41),
d.h. des Brandriegels (4), mit diesem verbunden, wodurch kein separater Kleber verwendet
werden muss.
[0032] Der Kleber (10 ist vorteilhafterweise ein ein- oder zwei-Komponenten (2-K) Kleber
auf Basis von Polyurethan (PU), Epoxy-Härter, Schmelzkleber und/oder mit einem doppelseitig
klebbaren Klebeband. Bevorzugt werden 2-K PU-Kleber mit Flammschutz, reaktive 1-K
PU Schmelzkleber, EpoxyKleber und/oder doppelseitig klebbares Klebeband. Solche Kleber
(10) sind im Handel erhältlich und dem Fachmann bekannt.
[0033] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Brandriegels (45) weist
mindestens eine Seite der dickeren Schicht (41), welche winklig, beispielsweise rechtwinklig,
zu der Seite angeordnet ist, auf welcher die dünnere Schicht (51) angebracht ist,
eine flammenhemmende Beschichtung (6) auf. Alternativ, oder zusätzlich, wird die Beschichtung
(6) zwischen der Schicht (41) und der Schicht (51) des Brandriegels (45) angebracht
und gegebenenfalls auch an der Seite der Schicht (41), welche der Schicht (51) gegenüberliegt
und welche an der Fassade (2) geklebt wird.
[0034] In einer bevorzugten Ausführungsform erstreckt sich die flammenhemmende Beschichtung
(6) nicht über die Querschnittsflächen des Brandriegels (45), der dickeren Schicht
(41) und/oder der dünneren Schicht (51).
[0035] Die flammenhemmende Beschichtung (6) besteht bevorzugt aus nicht- oder sehr schlecht
brennbarem Material. So ist die flammenhemmende Beschichtung (6) bevorzugt aus mindestens
einer Schicht auf Basis von anorganischem Vlies wie beispielsweise Glasfasergewebe,
Mineralwolle und/oder Mörtel, wobei anorganisches Vlies. Insbesondere Glasfasergewebe,
und/oder Mineralwolle besonders bevorzugt sind. Solche Materialien sind dem Fachmann
bekannt.
[0036] Die flammenhemmende Beschichtung (6) wird vorteilhafterweise auf die dickere Schicht
(41) geklebt, beispielsweise durch direkte Adhäsion beim Schäumen, d.h. bei der Herstellung,
des Brandriegelmaterials, d.h. der dickeren Schicht (41), oder mit einem handelsüblichen
Kleber (10). Dies erfolgt typischerweise werkseitig.
[0037] Der erfindungsgemässe Brandriegel (45) wird vorteilhafterweise industriell hergestellt.
So wird die Schicht (51) aus Polystyrol Hartschaum bevorzugt werkseitig an die Schicht
(41) des Brandriegels (45) angebracht, d.h. geklebt. Das gilt insbesondere wenn der
Brandriegel (45) zusätzlich eine oder mehrere Schichten (52) und/oder flammenhemmende
Beschichtung (6) umfasst.
[0038] Die erfindungsgemässe Gebäudefassade mit Wärmedämmverbundsystem (1) kann innerhalb
und/oder ausserhalb von Gebäuden angeordnet sein. Bevorzugt ist die Anordnung im Aussenbereich
von Gebäuden.
[0039] Die erfindungsgemässe Gebäudefassade (1) umfasst in einer bevorzugten Ausführungsform
eine obere (3') und untere (3") Dämmplatte, wobei der erfindungsgemässe Brandriegel
(45) zwischen der oberen (3') und der unteren (3") Dämmplatte (3) angeordnet ist und
an diese angrenzt. Diese Anordnung kann auch beispielsweise um 90° gedreht sein, sodass
der Brandriegel (45) beispielsweise vertikal an der Fassade befestigt ist und die
obere (3') und untere (3") Dämmplatte seitlich am Brandriegel (45) angeordnet sind.
Die Dämmplatten (3, 3', 3") sind typischerweise identische Dämmplatten und unterscheiden
sich nicht in deren Beschaffenheit.
[0040] Der Begriff Dämmplatte (3) umfasst die obere Dämmplatte (3') und die untere Dämmplatte
(3").
[0041] In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Dämmplatten (3, 3', 3") und der Brandriegel
(45) mit einem Kleber (8), und/oder die Dämmplatte (3) und/oder der Brandriegel (45)
mechanisch an der Fassade (2) befestigt. Geeignete Kleber (8) und geeignete mechanische
Befestigungsarten wie beispielsweise Verschraubung oder Verankerung (9) sind dem Fachmann
bekannt. Bevorzugte Kleber (8) sind beispielsweise marktübliche Kleber auf Acrylat-,
Epoxid-, Polyurethan-Basis und/oder Klebeschaum wie schwach expandierende Polyurethanschaum
Kleber, und/oder Klebemörtel auf Basis von mineralischen und/oder polymeren Bindemitteln.
[0042] In einer Ausführungsform der erfindungsgemässen Gebäudefassade (1) ist zwischen der
Dämmplatte (3) und dem erfndungsgemässen Brandriegel (45) eine flammenhemmende Beschichtung
(6) angebracht. Bevorzugt ist die flammenhemmende Beschichtung (6) Teil des Brandriegels
(45) und sowohl auf der oberen und unteren Seite, d.h. auf der Seite des Brandriegels
(45), welche an die Dämmplatte (3) grenzt, angebracht. Alternativ kann eine flammenhemmende
Beschichtung (6) auch zwischen der Dämmplatte (3) und dem Brandriegel (45) während
der Erstellung der Gebäudefassade (1) erstellt werden. Bei dieser Ausführungsform
wird bevorzugt ein Brandriegel ohne Beschichtung (6) eingesetzt.
[0043] In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Dämmplatten (3, 3', 3") und die auf
dem Brandriegel (45) angebrachte Schicht (51) mit einem Putz (7) überzogen.
[0044] Als Fassade (2) der erfindungsgemässen Gebäudefassade (1) kann jegliche Gebäude-
oder Raumhülle verwendet werden. Nicht-limitierende Beispiele sind Fassaden, d.h.
Wände, aus Beton, Porenbeton, Backstein, Zementfaserplatten, Gipsplatten, Gipskartonplatten,
Keramikplatten, sowie Blech-, Kunststoff- und/oder Holzverkleidungen. Insbesondere
bei Renovationen kann die Fassade (2) gegebenenfalls auch schon eine bestehende Dämmschicht
enthalten.
[0045] Zur Erstellung des Wärmedämmverbundsystems der erfindungsgemässen Gebäudefassade
(1) können als Dämmplatten (3, 3', 3") alle marktüblichen Dämmplatten wie Polymerschaumplatten
und mineralische Dämmplatten eingesetzt werden. Falls die Dämmplatten (3, 3', 3")
nicht aus Polystyrol Hartschaum sind, kann es vorteilhaft sein, wenn sie auf einer
Seite, welche gegenüber der Seite ist, welche an der Fassade befestigt wird, mit einer
dünnen Schicht von Polystyrol Hartschaum, insbesondere einer dünnen Schicht von expandiertem
Polystyrol (EPS) oder extrudiertem Polystyrol (XPS), überzogen sind. Bevorzugt sind
Dämmplatten aus expandiertem Polystyrol (EPS), welche gegebenenfalls noch weitere
Zusatzstoffe wie beispielsweise Graphit enthalten können, extrudiertem Polystyrol
(XPS), Polyurethan (PUR), Polyisocyanurat (PIR), Phenolharz (PF), Holzfaserplatten,
Mineralschaumplatten und Schaumplatten aus Porenbeton. Solche Dämmplatten sind dem
Fachmann bekannt.
[0046] Bevorzugt ist die untere und/oder obere Dämmplatte (3, 3', 3") eine Dämmplatte aus
expandiertem Polystyrol (EPS), extrudiertem Polystyrol (XPS), Polyurethan (PUR), Polyisocyanurat
(PIR) und/oder Holzfaserplatte, wobei die Dämmplatten aus Polyurethan (PUR), Polyisocyanurat
(PIR) und/oder die Holzfaserplatte bevorzugt auf einer Seite mit einer Schicht aus
Polystyrol Hartschaum, insbesondere aus expandiertem Polystyrol (EPS) und/oder extrudiertem
Polystyrol (XPS), bedeckt sein können.
[0047] Die Dämmplatten (3, 3', 3") können beispielsweise eine Länge von 50 cm bis mehrere
Meter aufweisen, eine Breite von beispielsweise 40 cm bis 2 m und eine Dicke von beispielsweise
4 cm bis 50 cm oder mehr, bevorzugt 5 cm bis 40 cm.
[0048] Bei der erfindungsgemässen Gebäudefassade (1) wird vorteilhafterweise mindestens
ein Brandriegel (45) in horizontaler, d.h. waagrechter, Richtung an der Fassade (2)
befestigt. Der Brandriegel (45) wird so angeordnet, dass er an mindestens eine Dämmplatte
(3), welche ebenfalls an der Fassade (2) befestigt ist, angrenzt.
[0049] In einer Ausführungsform wird der Brandriegel (45) oberhalb, insbesondere direkt
oberhalb, von Gebäudeöffnungen wie Fenster und/oder Türen angebracht. Bei dieser Ausführungsform
wird auf den Brandriegel (45) eine obere Dämmplatte (3') an der Fassade befestigt.
[0050] In einer anderen Ausführungsform - entweder alternativ oder zusätzlich - wird der
Brandriegel (45) typischerweise horizontal einer ganzen Fassade oder sogar als horizontales,
das ganze Gebäude umlaufendes BrandriegelBand eingesetzt. Bei dieser Ausführungsform
wird der Brandriegel (45) bevorzugt auf eine untere Dämmplatte (3") und an der Fassade
befestigt. Anschliessend wird typischerweise eine obere Dämmplatte (3'), welche auf
den zuvor angebrachten Brandriegel (45) zu liegen kommt, an der Fassade und gegebenenfalls
am Brandriegel (45) befestigt. Eine solche Fassade kann ein oder mehrere solcher umlaufenden
Brandriegel-Bänder umfassen. Werden mehrere Brandriegel-Bänder angebracht, werden
sie in unterschiedlichen Höhen angebracht.
[0051] Zudem ist es auch möglich, zusätzliche Brandriegel vertikal, beispielsweise auf den
Seiten von Gebäudeöffnungen, und/oder schräg an der Fassade (2) zu befestigen. Dadurch
wird das Ausbreiten von Brandherden und Feuer auf die ganze Fassade noch stärker verhindert.
[0052] Die erfindungsgemässe Gebäudefassade mit Wärmedämmverbundsystem (1) kann im Wesentlichen
auf herkömmliche Art und Weise hergestellt werden mit dem Unterschied, dass anstelle
eines Brandriegels (4) der erfindungsgemässe Brandriegel (45) verwendet wird.
[0053] Beim Erstellen der erfindungsgemässen Gebäudefassade (1) werden typischerweise die
Dämmplatten (3, 3', 3") und/oder der Brandriegel(45) mit einem Kleber (8) an die Fassade
(2) geklebt und/oder zusätzlich mechanisch, beispielsweise mittels Verschraubung und/oder
Verankerung (9), an der Fassade (2) befestigt. Dabei wird der Kleber (8) vorteilhafterweise
auf die an die Fassade (2) zu liegende Fläche der Dämmplatte (3, 3', 3") und des Brandriegels
(45) aufgebracht, an die Fassade (2) gedrückt und justiert. Die Art und Weise der
mechanischen Befestigung (9) wie Verschrauben und/oder Verankerung des Brandriegels
(45) an die Fassade (2) ist dem Fachmann bekannt.
[0054] In einer bevorzugten Ausführungsform wird zur Erstellung des Wärmedämmverbundsystems
der erfindungsgemässen Gebäudefassade (1) in einem ersten Schritt mindestens eine
Dämmplatte (3) am unteren Bereich der Fassade (2) befestigt. In einem optionalen zweiten
Schritt wird eine flammenhemmende Beschichtung (6) auf die untere Dämmplatte (3")
gelegt, geklebt und/oder befestigt. In einem dritten Schritt wird der Brandriegel
(45) auf die untere Dämmplatte (3") resp. auf die flammenhemmende Beschichtung (6)
gelegt, geklebt und/oder befestigt, sowie an der Fassade (2) befestigt. In einem optionalen
vierten Schritt wird eine flammenhemmende Beschichtung (6) auf den Brandriegel (45)
gelegt, geklebt und/oder befestigt. Wurde eine flammenhemmende Beschichtung (6) schon
vorher, beispielsweise werkseitig, mit dem Brandriegel (45) verbunden, entfallen der
zweite und der vierte Schritt bei der Herstellung der erfindungsgemässen Gebäudefassade
(1). Anschliessend wird in einem fünften Schritt die obere Dämmplatte (3'), die gegebenenfalls
auf dem Brandriegel (45) oder auf der flammenhemmenden Beschichtung (6) aufliegt,
an der Fassade (2) befestigt. In einem optionalen weiteren, sechsten Schritt, der
auch gegebenenfalls nach der Aushärtung von eingesetzten Klebern erfolgen kann, können
gegebenenfalls allfällige Unebenheiten der Oberfläche des erstellten Wärmedämmverbundsystems
abgetragen werden. Da die erfindungsgemässe Gebäudefassade typischerweise und vorteilhafterweise
aus gleichem Material wie Polystyrol Hartschaum, insbesondere aus EPS oder XPS, besteht,
erfolgt dieser Schritt besonders einfach und ohne Bildung von unerwünschtem Staub
und daher auch ohne negative Beeinflussung der Adhäsion. In einem optionalen siebten
Schritt wird anschliessend auf die von Unebenheiten befreite Oberfläche auf herkömmliche
Weise ein konventioneller Putz angebracht, in welchen gegebenenfalls ein Glasfasernetz
zur Verstärkung eingebettet werden kann.
[0055] In einer anderen bevorzugten Ausführungsform wird zur Erstellung des Wärmedämmverbundsystems
der erfindungsgemässen Gebäudefassade (1) in einem ersten Schritt der Brandriegel
(45) an der Fassade (2), insbesondere oberhalb Gebäudeöffnungen wie Türen und/oder
Fenster befestigt. Eine flammenhemmende Beschichtung (6) kann in einem optionalen
weiteren Schritt auf der Unter- und/oder Oberseite des Brandriegels (45) angebracht
werden. Wurde die Schicht (51) und/ oder eine flammenhemmende Beschichtung (6) schon
vorher, beispielsweise werkseitig, am Brandriegel (45) befestigt, erübrigen sich das
Anbringen der Beschichtung (6). Nachfolgend wird in einem weiteren Schritt die obere
Dämmplatte (3') auf dem Brandriegel (45) anliegend an der Fassade (2) befestigt. Anschliessend
werden in einem weiteren Schritt, der auch gegebenenfalls nach der Aushärtung von
eingesetzten Klebern (8) erfolgen kann und wie oben beschrieben, gegebenenfalls allfällige
Unebenheiten der Oberfläche des erstellten Wärmedämmverbundsystems abgetragen. Anschliessend
wird auf die von Unebenheiten befreite Oberfläche auf herkömmliche Weise ein konventioneller
Putz (7) angebracht, in welchen gegebenenfalls ein Glasfasernetz zur Verstärkung eingebettet
werden kann.
[0056] Im Folgenden werden nicht-limitierende, bevorzugte Ausführungsformen anhand von Zeichnungen
beschrieben, die nicht einschränkend auszulegen sind. Dabei sind die Abstände zwischen
den einzelnen Schichten aufgrund einer besseren Übersichtlichkeit überproportional
gross gezeichnet. Es zeigen:
- Fig.1:
- ein schematischer Querschnitt der erfindungsgemässen Gebäudefassade mit Wärmedämmverbundsystem
(1) umfassend die Fassade (2), eine untere Dämmplatte (3"), den Brandriegel (45) umfassend
eine dickere Schicht (4, 41) und eine dünnere Schicht (5, 51) sowie eine obere Dämmplatte
(3'). Die Dämmplatten (3, 3', 3") und der Brandriegel (45) sind beispielshaft mit
einem Kleber (8) und einer mechanischen Befestigung (9) an der Fassade (2) fixiert.
An der zur Fassade (2) gegenüberliegenden Seite der dickeren Schicht (41) des Brandriegels
(45) ist eine dünnere Schicht (51) aus Polystyrol Hartschaum befestigt. Zusammen bilden
die dickere Schicht (41) und die dünnere Schicht (51) den erfindungsgemässen Brandriegel
(45). Die optionale flammenhemmende Beschichtung (6) ist zwischen der Schicht (41)
des Brandriegels (45) und den Dämmplatten (3, 3', 3") angeordnet. In Fig. 1 erstreckt
sich die flammenhemmende Beschichtung (6) beispielhaft nur zwischen der Schicht (41)
des Brandriegels (45) und den Dämmplatten (3, 3', 3"). Sie kann jedoch auch zusätzlich
die Schicht (51) von den Dämmplatten (3, 3', 3") abgrenzen. Die flammenhemmende Beschichtung
(6) kann während der Erstellung der Gebäudefassade (1) angebracht werden, oder vorher,
insbesondere werkseitig, am erfindungsgemässen Brandriegel (45) angebracht werden.
Sind die Dämmplatten (3, 3', 3") und die Schicht (5, 51) aus Polystyrol Hartschaum,
wie beispielsweise aus expandiertem Polystyrol (EPS), so lässt sich die Dicke des
Brandriegels (45) beispielsweise werkseitig genau einstellen und/oder die Oberfläche
der so aufgebauten erfindungsgemässen Gebäudefassade (1) auf einfache Art und Weise
aufgrund der identischen Materialien abtragen, um bestehende Unebenheiten auszunivellieren.
- Fig. 2:
- ein schematischer Querschnitt des erfindungsgemässen Brandriegels (45) mit der dickeren
Schicht (41) aus einem - beispielsweise herkömmlichen - Brandriegel (4) mit der Länge
A und der dünneren Schicht (51) aus Polystyrol Hartschaum mit der Schichtdicke B.
Zusammen bilden sie im Wesentlichen die Länge C, wobei die Dicke der Klebefläche zwischen
der dickeren Schicht (41) und der dünneren Schicht (51) vernachlässigt ist. Die optionale
flammenhemmende Beschichtung (6) ist an der - bei horizontaler Lage des Brandriegels
- oberen und unteren Oberfläche des Brandriegels (45) angeordnet und kann sich beispielsweise
auch auf die dünnere Schicht (51) erstrecken. In Fig. 2 ist auf der oberen und der
unteren Seite des Brandriegels (45) je eine weitere Schicht (52) aus Polystyrol Hartschaum,
beispielsweise aus expandiertem Polystyrol (EPS) und/oder extrudiertem Polystyrol
(XPS), befestigt, wobei die flammenhemmende Beschichtung (6) beispielhaft zwischen
den Schichten (41) und (52) angeordnet ist.
- Fig. 3:
- analog Fig. 1 ein schematischer Querschnitt der erfindungsgemässen Gebäudefassade
(1) umfassend den Brandriegel (45), wobei die dünnere Schicht (51) mit der dickeren
Schicht (41) mit dem Kleber (10) verklebt ist. Die optionale flammenhemmende Beschichtung
(6) - die Teil des Brandriegels (45) sein kann oder zwischen den Brandriegel (45)
und die Dämmplatten (3, 3', 3") beispielsweise während dem Erstellen der Gebäudefassade
(1) angebracht werden kann - erstreckt sich in Fig. 3 über die ganze Schichtdicke
C des Brandriegels (45).
- Fig. 4:
- analog Fig. 2 ein schematischer Querschnitt des erfindungsgemässen Brandriegels (45)
mit der dickeren Schicht (41), der dünneren Schicht (51) sowie den optionalen Schichten
(52), die an die untere (3") und obere (3') Dämmplatte angrenzen, wobei die Dämmplatten
(3, 3', 3") in Fig. 4 nicht gezeigt sind. Die flammenhemmende Beschichtung (6) ist
beispielhaft zwischen der dickeren Schicht (41) und der dünneren Schicht (51) sowie
auf der gegenüberliegenden Seite der dickeren Schicht (41) angeordnet. Die flammenhemmende
Beschichtung (6) wurde - gemäss Darstellung - während dem Herstellen, d.h. dem Schäumen,
der Schicht (41) direkt mit dieser verbunden, wodurch kein Kleber benötigt wird. Alternativ
kann die Beschichtung (6) jedoch auch auf die Schicht (41) geklebt werden. Die Schichten
(51) und (52) sind durch Kleben, d.h. mit einem Kleber (10) mit der Beschichtung (6)
resp. der Schicht (41) verbunden. Die dünnere Schicht (51) des Brandriegels (45) weist
die Schichtdicke B auf, wobei die Dicke der Klebefläche (10) und der flammenhemmenden
Beschichtung (6) zwischen der dickeren Schicht (41) und der dünneren Schicht (51)
aufgrund der sehr dünnen Schichten zur Bestimmung der Schichtdicken A, B, C nicht
berücksichtig werden. Der Brandriegel (45) weist die Höhe H auf, wobei zur Bestimmung
der relevanten Höhe H des Brandriegels (45) die Schichten (52) nicht berücksichtig
werden, sondern es wird wie in Fig. 4 gezeigt lediglich die Höhe der Schicht (41)
bestimmt.
1. Brandriegel (45) für Gebäudefassaden mit Wärmedämmverbundsystem (1), wobei der Brandriegel
(45) i) eine dickere Schicht (41) auf Basis von Polyurethan (PUR), Polyisocyanurat
(PIR), Mineralschaum, Mineralfaser, Glasfaser und/oder Steinwolle, ii) eine dünnere
Schicht (51) aus Polystyrol Hartschaum, iii) mindestens einen Kleber (10), iv) gegebenenfalls
mindestens eine weitere Schicht (52) aus Polystyrol Hartschaum, und/oder v) gegebenenfalls
mindestens eine flammenhemmende Beschichtung (6) umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Schicht (41) eine Schichtdicke A von 4 bis 50 cm und die Schichten (51) und
(52) eine Schichtdicke B von 2 bis 30 mm besitzen, wobei die Schichtdicken A und B
in der Vertikalen zu der Seite der dickeren Schicht (41) gemessen wird, auf welcher
die dünnere Schicht (51) angebracht ist,
- die dünnere Schicht (51) an der Seite der dickeren Schicht (41) des Brandriegels
(45) angeordnet ist, welche sich gegenüber der Seite befindet, welche an der Gebäudefassade
befestigt wird, wobei gegebenenfalls zwischen der Schicht (51) und (41) die Beschichtung
(6) angeordnet sein kann,
- und die Schicht (51) mittels Kleber (10) mit der Schicht (41) oder der Beschichtung
(6), welche an der Schicht (41) angeordnet ist, verbunden ist.
2. Brandriegel (45) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Polystyrol Hartschaum der dünneren Schicht (51) und der weiteren Schicht (52)
aus expandiertem Polystyrol (EPS) und/oder extrudiertem Polystyrol (XPS) ist.
3. Brandriegel (45) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kleber (10) ein ein- oder zwei-Komponenten Kleber auf Basis von Polyurethan,
ein Epoxy-Härter, ein Schmelzkleber und/oder ein doppelseitig klebbares Klebeband
ist.
4. Brandriegel (45) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die flammenhemmende Beschichtung (6) eine flammenhemmende Beschichtung (6) auf Basis
von anorganischem Vlies und/oder Mineralwolle ist.
5. Brandriegel (45) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (6) zwischen der Schicht (41) und der Schicht (51), und/oder an
mindestens einer Seite der dickeren Schicht (41) angeordnet ist, welche sich winklig
zu der Seite befindet, auf welcher die dünnere Schicht (51) angebracht ist.
6. Brandriegel (45) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die flammenhemmende Beschichtung (6) sich nicht über die Querschnittsfläche des Brandriegels
(45), der dickeren Schicht (41) und/oder der dünneren Schicht (51) erstreckt.
7. Brandriegel (45) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Schicht (52) an mindestens einer Seite der dickeren Schicht (41) angeordnet
ist, welche sich winklig zu der Seite befindet, auf welcher die dünnere Schicht (51)
angebracht ist, wobei gegebenenfalls zwischen den Schichten (52) und (41) die Beschichtung
(6) angeordnet sein kann.
8. Brandriegel (45) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Brandriegel (45) und die Schichten (4, 41), (5, 51) und (52) im Wesentlichen
einen rechteckigen Querschnitt aufweisen.
9. Brandriegel (45) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Brandriegel (45) aus mindestens 70 Vol.-%, bevorzugt aus mindestens 80 Vol.-%,
aus der dickeren Schicht (41) besteht.
10. Gebäudefassade mit Wärmedämmverbundsystem (1) umfassend eine Fassade (2), eine Dämmplatte
(3), insbesondere eine obere (3') und eine untere (3") Dämmplatte, und den Brandriegel
(45) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Brandriegel (45) und die Dämmplatte (3) an der Fassade (2) befestigt sind und
der Brandriegel (45) an die Dämmplatte (3) angrenzt, wobei die dünnere Schicht (51)
des Brandriegels (45) an der Seite des Brandriegels (45) angeordnet ist, welche der
Fassade (2) gegenüberliegt.
11. Gebäudefassade (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Brandriegel (45) in horizontaler Richtung an der Fassade (2), bevorzugt geklebt
und/oder mechanisch, insbesondere mittels Verschraubung oder Verankerung (9), befestigt
ist.
12. Gebäudefassade (1) nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämmplatte (3) eine Dämmplatte aus expandiertem Polystyrol (EPS), extrudiertem
Polystyrol (XPS), Polyurethan (PUR), Polyisocyanurat (PIR) und/oder Holzfaserplatte
ist, wobei die Dämmplatten aus Polyurethan (PUR), Polyisocyanurat (PIR) und/oder die
Holzfaserplatte auf einer Seite gegebenenfalls mit einer Schicht aus Polystyrol Hartschaum,
insbesondere aus expandiertem Polystyrol (EPS) und/oder extrudiertem Polystyrol (XPS),
bedeckt sein können.
13. Gebäudefassade (1) nach mindestens einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämmplatte (3) und die dünnere Schicht (51) des Brandriegels (45) mit einem Putz
(7) überzogen sind.
14. Gebäudefassade (1) nach mindestens einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämmplatte (3) und der Brandriegel (45) mit einem Kleber (8), und/oder die Dämmplatte
(3) und/oder der Brandriegel (45) mechanisch an der Fassade (2) befestigt sind.
15. Verwendung des Brandriegels (45) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9 bei Gebäudefassaden
mit Wärmedämmsystem (1) zum Verhindern, dass sich Feuer über die durch den Brandriegel
(45) begrenzte Fläche hinaus ausbreitet.