[0001] Die Erfindung betrifft ein Passivflügelschloss, welches die Merkmale des Oberbegriffs
des Patentanspruchs 1 aufweist.
[0002] Aus der
DE 10 2006 038 610 B4 ist ein derartiges Passivflügelschloss bekannt. Die elektrische Türöffnereinrichtung
ist als eigenständige Baueinheit im Schlosskasten des Passivflügelschlosses aufgenommen.
Die Türöffnerbaueinheit weist wie herkömmlich im Türrahmen zu montierende Türöffner
ein Türöffnergehäuse auf, in welchem sämtliche Komponenten des Türöffners angeordnet
sind. Die Türöffnerbaueinheit ist in der
DE 10 2006 038 610 B4 in dem Schlossgehäuse eines Passivflügelschlosses eingesetzt, und zwar in einem separaten
Freiraum, der als Aussparung in der Schlossmechanik ausgebildet ist. Um den grundsätzlich
elektrisch schaltbaren Türöffner zusätzlich in der Schließstellung der Tür mechanisch
entriegeln zu können, ist in der
DE 10 2006 038 610 B4 ein mechanischer Entriegler vorgesehen, der mit der Riegelstangenanschlusseinrichtung
im Schlossgehäuse gekuppelt ist. Der mechanische Entriegler greift in das Türöffnergehäuse
ein, um die elektrische Sperreinrichtung des Türöffners mechanisch zu entriegeln.
Hierbei greift der mechanische Entriegler an dem Anker des Elektromagneten der elektrischen
Sperreinrichtung an.
[0003] Auch die BKS
DE 199 57 999 B4 sieht vor, dass zur mechanischen Entriegelung der mechanische Entriegler den Anker
des Elektromagneten der elektrischen Sperreinrichtung des Türöffners betätigt.
[0004] Der Nachteil der bekannten Lösungen mit mechanischer Entriegelung des elektrischen
Türöffners im Passivflügelschloss besteht darin, dass der mechanische Entriegler und
die elektrische Türöffnereinrichtung in dem Passivflügelschloss so angeordnet werden
müssen, dass der mechanische Entriegler in Eingriff mit dem Anker der elektrischen
Sperreinrichtung bringbar ist. Dies begrenzt die Anordnungs- und Gestaltungsmöglichkeiten
bei der Konstruktion des Passivflügelschlosses.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Konzept für ein Passivflügelschloss
zu schaffen, das größere Gestaltungsfreiheiten erbringt.
[0006] Die Erfindung löst diese Aufgabe mit dem Gegenstand des Patentanspruchs 1.
[0007] Die drei Alternativen a), b), c) sehen vor, dass der mechanische Entriegler an unterschiedlichen
Türöffnerkomponenten angreift, um in der Schließstellung der Tür eine mechanische
Entriegelung zu realisieren. Im Unterschied zum Stand der Technik, bei dem der mechanische
Entriegler am Anker der elektrischen Sperreinrichtung angreift, ergeben sich mit den
Alternativen a), b) und c) größere Gestaltungsfreiheiten bei der Konzeption des Passivflügelschlosses.
Wesentlich bei Alternative a) ist, dass der mechanische Entriegler mit dem zwischen
der Türöffnerfalle und dem abtriebsseitigen Sperrglied der elektrischen Sperreinrichtung
zwischengeschalteten Türöffnergetriebe zusammenwirkt. Das Zusammenwirken ist vorzugsweise
derart, dass durch Betätigung des mechanischen Entrieglers das Türöffnergetriebe beaufschlagt
wird unter Verlagerung und/oder Blockierung oder Entblockierung mindestens eines Getriebeelements
des Türöffnergetriebes. Dies ist derart ausgebildet, dass zur Freigabeschaltung des
elektrischen Türöffners die Türöffnerfalle mechanisch in Freigabestellung geschaltet
ist, vorzugsweise durch Unterbrechung der Getriebeverbindung zwischen der Türöffnerfalle
und dem Sperrglied.
[0008] Wesentlich bei Alternative b) ist, dass der elektrische Entriegler mit der Türöffnerfalle
zusammenwirkt. Dieses Zusammenwirken ist vorzugsweise derart ausgebildet, dass durch
Betätigung des mechanischen Entrieglers die Türöffnerfalle oder zumindest ein Teil
der Türöffnerfalle verlagert wird. Diese Verlagerung ist vorteilhafterweise derart,
dass die Türöffnerfalle oder zumindest ein Teil der Türöffnerfalle in ihrer Position
relativ zu der Position, die sie in ihrer Sperrstellung einnimmt, verlagert ist und
die Türöffnerfalle mechanisch in Freigabestellung geschaltet ist.
[0009] Wesentlich bei Alternative c) ist, dass der mechanische Entriegler mit dem elektrisch
schaltbaren Aktor, der elektrischen Sperreinrichtung oder dem abtriebsseitigen Sperrglied
zusammenwirkt. Dieses Zusammenwirken kann vorzugsweise derart ausgebildet sein, dass
durch Betätigung des mechanischen Entrieglers der elektrische Aktor außer Reichweite
des abtriebsseitigen Sperrglieds verlagert wird und damit die Türöffnerfalle mechanisch
in Freigabestellung geschaltet ist.
[0010] Als Alternative kann vorgesehen sein, dass das abtriebsseitige Sperrglied außer Reichweite
des elektrischen Aktors verlagert wird.
[0011] Der elektrische Aktor kann als elektrische Spule und das abtriebsseitige Sperrglied
als Anker, z. B. Schwenkanker ausgebildet sein. Alternativ kann der elektrische Aktor
auch als E-Motor ausgebildet sein und das abtriebsseitige Sperrglied als das Abtriebsglied
des E-Motors.
[0012] Bevorzugte Ausführungen gemäß Alternative a) können vorsehen, dass das mindestens
eine Getriebeelement des Türöffnergetriebes zwecks Verlagerung durch den mechanischen
Entriegler gemäß Alternative a) des Anspruchs 1 ein Schwenklager oder ein Schiebelager
aufweist.
[0013] Bevorzugte Ausführungen gemäß Alternative b) können vorsehen, dass die Türöffnerfalle
zwecks Verlagerung durch den mechanischen Entriegler gemäß Alternative b) des Anspruchs
1 ein Schwenklager oder ein Schiebelager aufweist.
[0014] Bevorzugte Ausführungen gemäß Alternative c) können vorsehen, dass der elektrische
Aktor zwecks Verlagerung durch den mechanischen Entriegler ein Schiebelager oder ein
Schwenklager aufweist.
[0015] Vorteilhafterweise ist vorgesehen, dass das mit dem mechanischen Entriegler zusammenwirkende
Getriebeelement als Übertragungsschieber oder Übertragungshebel ausgebildet ist, der
das Türöffnergetriebe bildet oder als Teil der Türöffnergetriebes ausgebildet ist.
[0016] Was die Ausgestaltung des mechanischen Entrieglers betrifft, sehen bevorzugte Ausführungen
vor, dass der mechanische Entriegler als bewegbar gelagerter Entriegelungsschieber
oder Entriegelungshebel ausgebildet ist. In bevorzugter Weiterbildung kann hierbei
vorgesehen sein, dass der mechanische Entriegler in oder an dem Schlossgehäuse bewegbar
gelagert ist.
[0017] Was die Ausgestaltung der Türöffnerfalle betrifft, werden besonders praktikable Ausführungen
erhalten, wenn vorgesehen ist, dass die Türöffnerfalle als Schwenkfalle oder lineare
Schiebefalle ausgebildet ist. In bevorzugter Weiterbildung kann hierbei vorgesehen
sein, dass das Schwenklager der als Schwenkfalle ausgebildeten Türöffnerfalle bzw.
das lineare Schiebelager der als lineare Schiebefalle ausgebildeten Türöffnerfalle
durch Beaufschlagung des mechanischen Entrieglers verlagerbar ist.
[0018] Konstruktiv einfache Ausführungen mit hoher Funktionssicherheit können insbesondere
erhalten werden, wenn vorgesehen ist, dass der mechanische Entriegler für seine Betätigung
mit der oberen Riegelstangen-Anschlusseinrichtung und/oder der unteren Riegelstangen-Anschlusseinrichtung
zusammenwirkt.
[0019] Besonders vorteilhaft sind Ausführungen möglich, bei denen vorgesehen ist, dass die
Schlossmechanik ein Schlossgetriebe aufweist, das zwischen einerseits der oberen Riegelstangen-Anschlusseinrichtung
und/oder der unteren Riegelstangen-Anschlusseinrichtung und andererseits der Betätigungs-Anschlusseinrichtung
zwischengeschaltet ist und der mechanische Entriegler für seine Betätigung mit dem
Schlossgetriebe zusammenwirkt.
[0020] Besondere Vorteile ergeben sich mit Ausführungen, die vorsehen, dass in der elektrisch
durch Änderung der Bestromung der elektrischen Sperreinrichtung geschalteten Freigabestellung
der Türöffnerfalle die Türöffnerfalle mit einem Getriebeelement zusammenwirkt, welches
über das abtriebsseitige Sperrglied der elektrischen Sperreinrichtung freigeschaltet,
vorzugsweise in dieser Stellung nicht blockiert ist, und/oder dass in der mechanisch
durch Betätigung des mechanischen Entrieglers geschalteten Freigabestellung der Türöffnerfalle
das Getriebeelement derart verlagert ist, dass das Getriebeelement außer Eingriff
der Türöffnerfalle ist, und/oder
dass in der Sperrstellung der Türöffnerfalle das Getriebeelement über das abtriebsseitige
Sperrglied der elektrischen Sperreinrichtung blockiert ist und damit auch die Türöffnerfalle
blockiert ist.
[0021] Eine wesentliche andere Anordnung als im Stand der Technik ergibt sich mit Ausführungen,
die vorsehen, dass in der mechanisch durch Betätigung des mechanischen Entrieglers
geschalteten Freigabestellung der Türöffnerfalle das abtriebsseitige Sperrglied der
elektrischen Sperreinrichtung relativ zu dem elektrischen Aktor in einer ersten Stellung
angeordnet ist, und dass in der elektrisch durch Änderung der Bestromung der elektrischen
Sperreinrichtung geschalteten Freigabestellung der Türöffnerfalle das abtriebsseitige
Sperrglied der elektrischen Sperreinrichtung relativ zu dem elektrischen Aktor in
einer zweiten Stellung angeordnet ist,
wobei die erste Stellung des abtriebsseitigen Sperrglieds unterschiedlich von der
zweiten Stellung des abtriebsseitigen Sperrglieds ausgebildet ist.
[0022] Von besonderem Vorteil können Ausführungen sein, die vorsehen, dass in der Sperrstellung
der Türöffnerfalle das abtriebsseitige Sperrglied der elektrischen Sperreinrichtung
relativ zu dem elektrischen Aktor in einer dritten Stellung angeordnet ist, die unterschiedlich
von der genannten zweiten Stellung des abtriebsseitigen Sperrglieds der elektrischen
Sperreinrichtung ausgebildet ist und/oder identisch ist mit der ersten Stellung des
elektrischen Sperrglieds der elektrischen Sperreinrichtung.
[0023] Weitere Merkmale ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie aus der Beschreibung
in Verbindung mit den Figuren. Die Figuren zeigen:
- Figur 1a:
- eine schematische Seitenansicht eines Passivflügelschlosses mit geöffnetem Gehäusedeckel;
- Figur 1b:
- eine Ansicht der Stulpseite des Passivflügelschlosses;
- Figur 2:
- eine vergrößerte Darstellung im Bereich der Türöffnerkomponenten des Passivflügelschlosses;
- Figur 3:
- eine Ausschnittsdarstellung in Blickrichtung von hinten, d. h. mit Türöffnerkomponenten
im Vordergrund auf die Stulpseite des Passivflügelschlosses, Türöffnerfalle in Freigabestellung
geschwenkt;
- Figur 3s
- eine Figur 3 entsprechende Darstellung, jedoch Anker der Sperreinrichtung in Sperrstellung
geschwenkt und Türöffnerfalle in Sperrstellung;
- Figur 4:
- eine Schnittdarstellung des Passivflügelschlosses entlang der Linie I-I aus Fig. 1a,
Türöffnerfalle in Freigabestellung geschwenkt;
- Figur 4s
- eine Figur 4 entsprechende Darstellung, jedoch Türöffnerfalle in Sperrstellung;
- Figur 5:
- eine schematische Seitenansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels eines Passivflügelschlosses
mit geöffnetem Gehäusedeckel;
- Figur 6:
- eine Figur 5 entsprechende Darstellung des dort gezeigten Ausführungsbeispiels, jedoch
bei entferntem Schieber 4 des Schlossgetriebes;
- Figur 7:
- eine Detaildarstellung in perspektivischer Ansicht der Türöffnereinrichtung, deren
Komponenten im Schlosskasten angeordnet sind, in Sperrstellung;
- Figur 8
- die Türöffnereinrichtung in Figur 7, jedoch in Seitenansicht;
- Figur 9:
- eine Figur 7 entsprechende Darstellung der Türöffnereinrichtung, jedoch in erster
Freigabestellung, d. h. elektrisch freigeschaltet;
- Figur 10:
- die in Figur 9 dargestellte Türöffnereinrichtung, jedoch in Seitenansicht;
- Figur 11:
- eine Figur 9 entsprechende Darstellung der Türöffnereinrichtung, jedoch in zweiter
Freigabestellung, das heißt mechanisch freigeschaltet;
- Figur 12:
- die in Figur 11 dargestellte Türöffneransicht; jedoch in Seitenansicht.
- Figuren 13a - 13d
- perspektivische Darstellungen eines weiteren Ausführungsbeispiels, diverse Schaltstellungen
beim elektrischen Entriegeln darstellend;
- Figuren 14a - 14d
- perspektivische Darstellungen des Ausführungsbeispiels der Figuren 13a bis 13d, diverse
Schaltstellungen beim mechanischen Entriegeln durch den mechanischen Entriegler darstellend.
[0024] Die Figuren 1a bis 4 zeigen Ausführungen eines erfindungsgemäßen Passivflügelschlosses
mit vorteilhaften Ausgestaltungen und Merkmalen, die in der gezeigten Merkmalskombination
verwendet werden können. Es ist in alternativen Ausgestaltungen auch eine Kombination
einzelner oder eines Teils von in den Figuren dargestellten Merkmalen mit zusätzlichen,
in den Figuren nicht explizit gezeigten Merkmalen vorgesehen. Es sind auch Ausgestaltungen
vorgesehen, die nicht alle in den Figuren gezeigten Merkmale in ihrer Gesamtheit aufweisen,
sondern nur eine Auswahl der gezeigten Merkmale enthalten, ohne den Rahmen der Erfindung
zu verlassen.
[0025] Das in den Figuren 1a bis 4 gezeigte Passivflügelschloss 1 weist ein Schlossgehäuse
2 auf, in welchem eine Schlossmechanik und eine in der Schlossmechanik integrierte
Türöffnereinrichtung 5 angeordnet ist. Die Schlossmechanik umfasst ein Schlossgetriebe
mit einem Schieber 4, der über eine Nuss 3 betätigbar ist. Die Schlossmechanik weist
ferner eine Riegel-Aushebeeinrichtung 6 auf für einen Riegel eines zugeordneten Aktivflügelschlosses.
Ferner weist die Schlossmechanik eine Anschlusseinrichtung für eine obere Riegelstange
7 und eine Anschlusseinrichtung für eine untere Riegelstange 8 auf.
[0026] Ein wesentlicher Unterschied zu herkömmlichen Passivflügelschlössern, die mit einem
elektrischen Türöffner ausgerüstet sind, ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel,
dass die Komponenten der Türöffnereinrichtung in dem Schlossgehäuse 2 eigenständig
gelagert sind. Es ist kein separates Türöffnergehäuse vorhanden, das sämtliche Türöffnerkomponenten
aufnimmt. Die Komponenten der Türöffnereinrichtung sind in dem dargestellten Fall
verschachtelt mit den Komponenten der Schlossmechanik in dem Schlossgehäuse angeordnet.
Komponenten der Schlossmechanik greifen zwischen Komponenten der Türöffnereinrichtung
ein.
[0027] Die Türöffnereinrichtung 5 weist als Türöffnerkomponenten eine schwenkbar gelagerte
Türöffnerfalle 51 und eine elektrische Sperreinrichtung 52 auf. Die elektrische Sperreinrichtung
52 wirkt mit der Türöffnerfalle 51 über zwischengeschaltete Getriebeelemente zusammen.
Die elektrische Sperreinrichtung umfasst eine elektrische Spule 52s und einen Anker
52a, der als abtriebsseitiges Sperrglied mit der Spule 52s zusammenwirkt. Der Anker
52a ist im dargestellten Fall in Art eines flachen einarmigen Hebels um eine Schwenkachse
52aa schwenkbar gelagert und ist auf der Oberseite der Spule 52s angeordnet. Zwischen
dem Anker 52a und der Türöffnerfalle 51 ist ein Übertragungsschieber 53 angeordnet.
Er wirkt an seiner einen Seite unmittelbar mit der Türöffnerfalle 51 und an seiner
anderen Seite unmittelbar mit dem Anker 52a zusammen. Hierfür weist der Übertragungsschieber
53 an seiner dem Anker 52a zugewandten Seite eine Anschlagkante 53k auf, die unmittelbar
mit dem Anker 52a zusammenwirkt.
[0028] Die Türöffnerkomponenten sind in dem Schlossgehäuse 2 so angeordnet, dass die Türöffnerfalle
51 benachbart zum Stulp angeordnet ist und die Schwenkachse 51 aa der Türöffnerfalle
51 parallel zum Stulp ausgerichtet ist. Die elektrische Sperreinrichtung 52 ist nahe
der stulpfernen Hinterseite des Schlossgehäuses 2 angeordnet. Der Übertragungsschieber
53 ist benachbart zur Türöffnerfalle 51 angeordnet. Seine Bewegungsrichtung erstreckt
sich zwischen der Stulpseite und der stulpfernen Hinterseite des Schlossgehäuses 2,
d. h. in Querrichtung des Schlossgehäuses 2 und dabei quer zur Verschieberichtung
des Schiebers 4.
[0029] Die Türöffnerfalle 51 ist als Schwenkfalle ausgebildet. Sie weist einen schwenkbar
gelagerten Türöffnerfalllen-Körper 51 k auf, auf dem ein Aufschraubstück 51 a aufgeschraubt
ist. Über das Aufschraubstück wirkt die Türöffnerfalle 51 mit einer nicht dargestellten
Schlossfalle eines zugeordneten Aktivflügelschlosses zusammen.
[0030] In dem Schlossgehäuse 2 ist ein Entriegelungsschieber 54 parallel zur elektrischen
Sperreinrichtung 52 verschiebbar gelagert, d. h. der Entriegelungsschieber 54 ist
parallel zur Spule 52s und zum Anker 52a verschiebbar. Der Entriegelungsschieber 54
stellt einen Teil der Schlossmechanik dar. Er bildet einen mechanischen Entriegler,
um zur mechanischen Freigabe des elektrischen Türöffners den Anker 52a zu betätigen.
Der Entriegelungsschieber 54 weist hierfür an der dem Anker 52 zugewandten Seite einen
Betätigungskopf 54b auf. Der Entriegelungsschieber 54 ist bewegungsgekoppelt mit dem
Schieber 4 des Schlossgetriebes. Im dargestellten Fall ist der Entriegelungsschieber
54 als Abschnitt des Schiebers 4 ausgebildet und/oder zumindest als ein mit dem Schieber
bewegungsfestes Teil ausgebildet.
[0031] Die Türöffnereinrichtung 5 ist in eine Sperrstellung und in eine Freigabestellung
schaltbar. In der Sperrstellung ist die Türöffnerfalle 51 gesperrt und hintergreift
die die in Schließstellung der Tür eingreifende Schlossfalle des Aktivflügelschlosses,
um den Aktivflügel in Schließstellung zu arretieren. In der Freigabestellung ist die
Türöffnerfalle freigeschaltet, so dass die Schlossfalle freikommt, wenn der Aktivflügel
aufgedrückt wird.
[0032] Die Schaltung zwischen Sperrstellung und Feigebestellung kann durch elektrische Steuerung
erfolgen, indem die elektrische Sperreinrichtung elektrisch geschaltet wird. Dies
bedeutet, dass die Entriegelung der elektrischen Türöffnereinrichtung durch elektrisches
Feischalten der elektrischen Sperreinrichtung 52 erfolgt. Alternativ ist eine Freischaltung
der elektrischen Türöffnereinrichtung durch eine mechanische Entriegelung möglich.
Dies erfolgt durch mechanische Betätigung des Entriegelungsschiebers 54, der in dem
Ausführungsbeispiel der Figuren 1 bis 4 über seinen Betätigungskopf 54b auf den Anker
52a einwirkt.
[0033] In dem Ausführungsbeispiel der Figuren 1 bis 4 steht in der Sperrstellung der Türöffnerfalle
der Anker 52a in seiner von der Spule 52s weggeschwenkten Stellung, wie dies in Fig.
3s gezeigt ist. Der zwischen dem Anker 52a und der Türöffnerfalle 51 angeordnete Übertragungsschieber
53 steht mit seiner Anschlagkante 53k an dem nach oben geschwenkten Anker 52a an.
Dies ist in Fig. 4s gezeigt. Der Übertragungsschieber 53 bildet mit seiner stulpseitigen
Kante einen Anschlag für die Türöffnerfalle 51. Die Türöffnerfalle 51 ist in dieser
Stellung gesperrt gegen ein Schwenken in Freigabestellung.
Bei der mechanischen Entriegelung wird der Anker 52a durch Verschieben des Entriegelungsschiebers
54 in seine auf der Spule 52s aufliegende Freigabestellung geschwenkt. Die Stellung
ist in den Figuren 3 und 4 gezeigt.
[0034] Damit ist der Anker 52a außerhalb des Verschiebeweges des Übertragungsschiebers 53,
sodass die Türöffnerfalle 51 für ein Schwenken freigeschaltet ist. Wenn in dieser
Stellung die Türöffnerfalle 51 durch die Schlossfalle in Öffnungsrichtung beaufschlagt
wird, schwenkt sie und gibt die Schlossfalle frei. Das Schwenken der Türöffnerfalle
ist möglich, weil der Übertragungsschieber 53 nicht über den Anker 52a der elektrischen
Sperreinrichtung blockiert ist. Beim Schwenken der Türöffnerfalle 51 weicht der Übertragungsschieber
53 aus.
[0035] Die elektrische Entriegelung erfolgt durch Änderung der Bestromung der elektrischen
Sperreinrichtung 52. Ausgehend von der Sperrstellung, wie sie in den Figuren 3s und
4s dargestellt ist, wird durch Änderung der Bestromung der Anker 52a in seine auf
der Spule 52s aufliegende Stellung geschwenkt. Damit gelangt der Anker 52a aus dem
Bewegungsweg des Übertragungsschiebers 53. Wenn die Türöffnerfalle 51 nun durch die
Schlossfalle zum Öffnen der Tür beaufschlagt wird, schwenkt die Türöffnerfalle 51,
da der Übertragungsschieber 53 nun nicht mehr von dem Anker 52a blockiert ist und
ausweichen kann. Diese Freigabestellung ist gleich wie bei der mechanischen Entriegelung
und in den Figuren 3 und 4 gezeigt.
[0036] Bei der in den Figuren 1 bis 4 dargestellten Ausführung ist also vorgesehen, dass
der mechanische Entriegler 54, wie bei den herkömmlichen bekannten Systemen am abtriebsseitigen
Sperrglied der elektrischen Sperreinrichtung, und zwar an dem Anker 52a, der mit der
Spule 52s des Elektromagneten zusammenwirkt, angreift. Im Sinne der vorliegenden Erfindung
wäre diese Ausführung erfindungsgemäß abzuwandeln, und zwar beispielsweise dahingehend,
dass der mechanische Entriegler 54 mit dem Übertragungsschieber 53 des Türöffnergetriebes,
der als Wechsel fungiert, zusammenwirkt. In der mechanischen Entriegelungsstellung
wird dann der mechanische Entriegler 54 den Übertragungsschieber 53 aus der Eingriffsstellung
der Türöffnerfalle 51 heraus verlagern, z. B. durch Verschiebung des Übertragungsschiebers
53 parallel zum Stulp, bis er aus der Wirkstellung der Türöffnerfalle 51 herauskommt.
Dies hat dann zur Folge, dass in der mechanischen Entriegelungsstellung die Türöffnerfalle
51 außer Eingriff des Übertragungsschiebers 53 und damit freigeschaltet ist. Die Verlagerung
des Übertragungsschiebers 53 kann bei dieser Ausgestaltung im selben Schiebelager
erfolgen, in dem der Übertragungsschieber 53 auch bei seinem Zusammenwirken mit dem
Anker 52a und der Türöffnerfalle 51 verschiebbar gelagert ist. Alternativ wäre auch
eine Abwandlung möglich, bei der der Übertragungsschieber 53 ein separates Lager,
z. B. ein zweites Schiebelager oder ein Schwenklager, aufweist, in welchem der Übertragungsschieber
53 bei seiner Betätigung durch den mechanischen Entriegler 54 verlagert wird. Es kann
auch vorgesehen sein, dass der mechanische Entriegler 54 an diesem zusätzlichen Lager
angreift.
[0037] Weitere Abwandlungen gegenüber der in den Figuren 1 bis 4 dargestellten Ausführung
sind im Sinne der Erfindung dahingehend möglich, dass z. B. der mechanische Entriegler
54 mit der Türöffnerfalle 51 zusammenwirkt und die Türöffnerfalle 51 zur mechanischen
Entriegelung verlagert. Diese Verlagerung kann in dem Schwenklager der Türöffnerfalle
51 erfolgen, in welchem die Türöffnerfalle 51 auch bei ihrem Zusammenwirken mit der
Schlossfalle und dem Übertragungsschieber 53 verlagerbar ist. Die Türöffnerfalle 51
kann alternativ jedoch auch ein separates Lager, z. B. ein Schiebelager aufweisen,
in welchem die Türöffnerfalle 51 bei einem Zusammenwirken mit dem mechanischen Entriegler
54 zur mechanischen Entriegelung verlagert wird. Alternativ kann die Türöffnerfalle
51 einen separaten beweglich gelagerten Abschnitt aufweisen, der zur mechanischen
Entriegelung mit dem mechanischen Entriegler 54 zusammenwirkt und relativ zur übrigen
Türöffnerfalle 51 verlagert wird.
[0038] Bei dem in den Figuren 5 bis 12 dargestellten Passivflügelschloss handelt es sich
um eine konkret ausgeführte Abwandlung des Passivflügelschlosses der Figuren 1 bis
4. Die Schlossmechanik des Passivflügelschlosses ist gleich wie bei dem Schloss in
den Figuren 1 bis 4. Lediglich die Türöffnereinrichtung 5 unterscheidet sich in ihrem
Aufbau von der Türöffnereinrichtung in dem Passivflügelschloss in den Figuren 1 bis
4. Die Türöffnereinrichtung weist bei der Ausführung der Figuren 5 bis 12 die gleichen
Komponenten, nämlich eine Türöffnerfalle 51, eine elektrische Sperreinrichtung 52
mit Spule 52s und Anker 52a und einen Übertragungsschieber 53, sowie einen über die
Schlossnuss 3 betätigbaren Entriegelungsschieber 54 auf. Zusätzlich ist jedoch noch
ein Zwischenglied 55 vorgesehen, welches zwischen dem Übertragungsschieber 53 und
dem Anker 52a geschaltet ist und von dem Entriegelungsschieber 54 betätigbar ist.
Dies bedeutet, dass in diesem Falle der Übertragungsschieber 53 nicht unmittelbar
mit dem Anker 52a zusammenwirkt, sondern lediglich mittelbar über das zwischengeschaltete
Zwischenglied 55. Der Entriegelungsschieber 54 wirkt in diesem Fall ausschließlich
unmittelbar mit dem Zwischenglied 55 zusammen. Das Zwischenglied weist ein Langloch
55o auf, in welches ein Mitnehmerkopf 4z des Entriegelungschiebers 54 eingreift. Das
Langloch 55o ist quer zum Stulp ausgerichtet und damit entlang der Schieberichtung
des Übertragungsschiebers 53.
[0039] Die Türöffnereinrichtung ist in Sperrstellung und Freigabestellung schaltbar. Die
Sperrstellung ist in den Figuren 7 und 8 dargestellt. In dieser Stellung ist der Anker
52a in seiner von der Spule 52s weggeschwenkten Sperrstellung geschaltet und das Zwischenglied
55 ist zwischen dem Übertragungsschieber 53 und dem Anker 52a derart angeordnet, dass
das Zwischenglied 55 mit seiner dem Anker 52a zugewandten Seite an einer am Anker
52a ausgebildeten Sperrkante 52ak in Anschlag anliegt und mit seiner dem Übertragungsschieber
53 zugewandten Seite an einer an dem Übertragungsschieber 53 ausgebildeten Anschlagkante
53k in Anschlag anliegt. Der Übertragungsschieber 53 ist in dieser Stellung gegen
ein Verschieben in eine vom Stulp weg gerichtete Richtung über das Zwischenglied 55
blockiert. Das Zwischenglied 55 ist durch die am Anker 52a ausgebildete Sperrkante
52ak in diese Schieberichtung seinerseits über den Anker blockiert. Die Türöffnerfalle
51 liegt in dieser Stellung an der Stulpseite des Übertragungsschiebers 53 an und
ist in ihrer in den Figuren 7 und 8 dargestellten Sperrstellung gegen ein Verschwenken
in Freigaberichtung gesperrt.
[0040] In den Figuren 9 und 10 ist die Türöffnereinrichtung in ihrer Freigabestellung dargestellt
und zwar in ihrer ersten Freigabestellung, die durch elektrische Schaltung der elektrischen
Sperreinrichtung erfolgt ist. Durch die elektrische Freigabeschaltung der Sperreinrichtung
52 ist der Anker 52a aus seiner in den Figuren 7 und 8 gezeigten nach oben geschwenkten
Sperrstellung nach unten zur Spule 52s hin geschwenkt angeordnet. Er liegt dabei parallel
zur Schlosskastenebene. Wie in Figur 10 am besten erkennbar, ist in dieser Stellung
das Zwischenglied 55 außer Anlage der Sperrkante 52ak des Ankers 52a. Diese Stellung
in Figur 10 wird erreicht ausgehend von der Sperrstellung in Figur 8 durch Herausschwenken
des Ankers 52a aus der Anschlagstellung mit der Sperrkante 52ak in seine auf der Spule
52s aufliegende Schwenkstellung. Das Zwischenglied 55 ist daraufhin in eine Richtung
vom Stulp weg in Figur 8 durch Einwirkung des Übertragungsschiebers 53 verschiebbar.
Die Schiebebewegung des Zwischenglieds 55 erfolgt durch Einwirkung des Übertragungsschiebers
53, wenn die Türöffnerfalle 51 aus ihrer in Figur 8 dargestellten Sperrstellung beim
Öffnen des Aktivflügels durch die Schlossfalle in ihre Freigabestellung geschwenkt
wird. Figur 10 zeigt diese Stellung nach der Freigabeschwenkung der Türöffnerfalle
51.
[0041] In den Figuren 11 und 12 ist die Freigabestellung der Türöffnereinrichtung nach mechanischer
Entriegelung über den Entriegelungsschieber 54 gezeigt. Diese ist im Unterschied zu
der in den Figuren 9 und 10 dargestellten elektrischen Freigabestellung als zweite
Freigabestellung bezeichnet. In dieser in den Figuren 11 und 12 dargestellten Freigabestellung
ist das Zwischenglied 55 aus der in den Figuren 7 und 8 dargestellten Sperrstellung
heraus in seine mechanische Freigabestellung verlagert. Die Bewegungsrichtung für
diese Verlagerung des Zwischenglieds 55 ist eine Bewegungsrichtung parallel zum Stulp
und also quer zur Verlagerungsrichtung des Übertragungsschiebers 53. Die Verlagerung
des Zwischenglieds 55 erfolgt bis in die in den Figuren 11 und 12 dargestellte Stellung,
d. h. soweit, dass das Zwischenglied 55 außerhalb der am Anker 52a ausgebildeten Sperrkante
52ak steht. Dies bedeutet, dass der Übertragungsschieber 53 nun nicht mehr durch das
Zwischenglied 55 und auch nicht mehr mittelbar durch den Anker 52a gegen eine Verlagerung
in Freigaberichtung vom Stulp weg gehindert ist und daher die Türöffnerfalle 51 aus
ihrer in den Figuren 7 und 8 dargestellten Sperrstellung in die Freigabestellung der
Figuren 11 und 12 schwenkbar ist unter Verlagerung des Übertragungsschiebers 53. Das
Zwischenglied 55 wird dabei durch den Übertragungsschieber 53 mitgenommen und in der
Ebene über dem Anker 52a frei verschoben. Der Anker 52a behindert diese Verschiebebewegung
des Zwischenglieds nicht, da das Zwischenglied außer der Wirkverbindung des Ankers
steht. In der in den Figuren 11 und 12 dargestellten mechanischen Freigabestellung
kommt es auf die Schaltstellung des Ankers nicht an, d. h. der Anker kann in dieser
mechanischen Freigabestellung elektrisch in Sperrstellung und Freigabestellung gebracht
werden, ohne dass die mechanische Freigabestellung dadurch beeinflusst wird.
[0042] Im Unterschied zu der mechanischen Freigebestellung ist in der in den Figuren 9 und
10 dargestellten elektrischen Freigabestellung die Stellung des Ankers wesentlich.
In dieser elektrischen Freigabestellung muss der Anker in seiner elektrisch bestimmten
Freigabestellung angeordnet sein, d. h. in dem dargestellten Fall nach unten zur Spule
52s hin geschwenkt. Sobald die elektrische Sperreinrichtung elektrisch in Sperrstellung
geschaltet wird, erfolgt eine Verlagerung des Ankers 52a in seine Sperrstellung im
dargestellten Fall in eine von der Spule 52s weggeschwenkte Stellung, wie sie in den
Figuren 7 und 8 dargestellt ist.
[0043] Bei dem Ausführungsbeispiel der Figuren 5 bis 12 wirkt der mechanische Entriegler
54 mit dem zwischen der Türöffnerfalle 51 und dem abtriebsseitigen Anker 52a der elektrischen
Sperreinrichtung 52 zwischengeschalteten Übertragungsschieber 53 über das Zwischenglied
55 zusammen. Der mechanische Entriegler 54 wirkt zum mechanischen Freigeben des elektrischen
Türöffners auf das Zwischenglied 55 ein und nicht auf den Anker 52a.
[0044] Bei beiden Ausführungsbeispielen, die in den Fig. gezeigt sind, ist die Anordnung
der Türöffnerkomponenten im Schlossgehäuse anders als bei herkömmlichen Passivflügelschlössern
mit Türöffner realisiert. Die Türöffnerkomponenten sind unmittelbar in dem Schlossgehäuse
angeordnet, ohne dass ein separates Türöffnergehäuse vorgesehen ist, welches die Türöffnerkomponenten:
Türöffnerfalle, elektrischer Aktor, abtriebsseitiges Sperrglied und Türöffnergetriebe
in ihrer Gesamtheit oder nur einige davon aufnimmt. Ferner sind die genannten Türöffnerkomponenten
in dem Schlossgehäuse derart verteilt, dass zwischen zumindest einigen der Türöffnerkomponenten
Komponenten der Schlossmechanik eingreifen.
[0045] Im Ausführungsbeispiel der Figuren 5 bis 12 umfasst die Schlossmechanik einen Schieber
54, welcher durch die Nuss 3 betätigbar ist, um die Riegel-Aushebeinrichtung 6 und
die Anschlusseinrichtungen für die für die obere Riegelstange 7 und die untere Riegelstangen
8 zu betätigen. Zwischen dem Übertragungsschieber 53 als Teil des Türöffnergetriebes
und dem Anker 52a der elektrischen Sperreinrichtung 52 greift der Schieber 54 als
Komponente der Schlossmechanik über das Zwischenglied 55 ein und wirkt so als mechanischer
Entriegler 54.
[0046] Bei dem Ausführungsbeispiel der Figuren 13 bis 14 handelt es sich um ein Passivflügelschloss,
das weitgehend gleich aufgebaut ist wie das der Figuren 5 bis 12. Das Passivflügelschloss
ist ebenfalls mit einer Türöffnereinrichtung 5 ausgestattet. Die Türöffnereinrichtung
5 weist übereinstimmend mit der Türöffnereinrichtung in den Figuren 5 bis 12 eine
schwenkbare Türöffnerfalle 51 und eine elektrische Sperreinrichtung 52 mit schwenkbar
gelagertem Anker 52a auf. Zwischen der Türöffnerfalle 51 und dem Anker 52a ist auch
ein Übertragungsschieber 53 geschaltet. Im Unterschied zu den Figuren 5 bis 12 ist
jedoch zwischen dem Übertragungsschieber 53 und dem Anker 52a kein Zwischenglied 55
geschaltet, das über den mechanischen Entriegler 54 betätigt wird. Es sei verwiesen
auf Fig. 13a. Der mechanische Entriegler 54 wirkt auf den Übertragungsschieber 53
ein, um diesen gegenüber der Türöffnerfalle 51 zu verlagern. Die Sperrstellung der
Türöffnerfalle 51 ist in den Figuren 13a und b gezeigt. Der Übertragungsschieber 53
liegt in Anlage an der Türöffnerfalle 51. Wenn die elektrische Sperreinrichtung 52
in Sperrstellung geschaltet ist, ist, wie Fig. 13b zeigt, der Anker 52a von der Spule
52s weggeschwenkt und blockiert den Übertragungsschieber 53, eine Ausgleichsbewegung
in Querrichtung durchzuführen. Aufgrund dieser Blockierung des Übertragungsschiebers
53 ist die im Anschlag mit diesem stehende Türöffnerfalle 51 in dieser Stellung gegen
eine Schwenkbewegung blockiert. Dies ist in den Figuren 13a und b gezeigt.
[0047] Es wird Bezug genommen auf die Figuren 13c und d. Wenn die elektrische Sperreinrichtung
52 elektrisch freigeschaltet wird, wird der Anker 52a aus der Bewegungsbahn des Übertragungsschiebers
53 herausverlagert. Der Übertragungsschieber 53 kann nun eine Ausweichbewegung über
den nun eingezogenen Anker 52a hinweg durchführen, wenn die Türöffnerfalle 51 durch
die Schlossfalle beaufschlagt wird. Die Türöffnerfalle 51 ist in dieser Stellung also
freigeschaltet. Diese Stellung zeigt die Figur 13d.
[0048] Die mechanische Freischaltung der Türöffnerfalle 51 ist in den Figuren 14a bis d
gezeigt. Der Übertragungsschieber 53 wird mittels des Entriegelungsschiebers 54 verlagert,
und zwar in eine Position außerhalb der Anschlaglage mit der Türöffnerfalle 51. Die
Figuren 14a und b zeigen die verlagerte Position des Übertragungsglieds 53 im Vergleich
zur Ausgangsposition, die in Figur 13a dargestellt ist.
[0049] Der Übertragungsschieber 53 greift in dieser Position in eine Freilaufausnehmung
51f der Türöffnerfalle 51 derart ein, dass die Türöffnerfalle 51 ungehindert vom Übertragungsschieber
53 schwenken kann, wenn die Schlossfalle die Türöffnerfalle 51 zum Öffnen der Tür
beaufschlagt. Die Türöffnerfalle schwenkt in die Freigabestellung, die in den Figuren
14c und d gezeigt ist.
[0050] Gleich wie bei den vorangehend beschriebenen Ausführungsbeispielen kann der mechanische
Entriegler 54 als ein Abschnitt des Schiebers 4 des Schlossgetriebes ausgebildet sein.
Der mechanische Entriegler kann bei abgewandelten Ausführungen aber auch als separates
Teil, vorzugsweise als ein mit dem Schieber 4 getriebemäßig zusammenwirkendes Teil
ausgebildet sein. Bei abgewandelten Ausführungsbeispielen kann der mechanische Entriegler
54 auch als Nicht-Schieber, z. B. als Hebel oder als ein anderes Getriebeelement ausgebildet
sein. Ferner muss der mechanische Entriegler 54 nicht mit einem Getriebeelement des
Schlossgetriebes zusammenwirken. Der mechanische Entriegler 54 kann als separates
Bauteil unabhängig vom Schlossgetriebe ausgebildet sein. Die Betätigung des mechanischen
Entrieglers 54 erfolgt bei den dargestellten Ausführungsbeispielen über die Betätigungseinrichtung
der Schlossmechanik, vorzugsweise die Nuss 3. Es sind aber auch Ausführungen möglich,
bei denen für die Betätigung des mechanischen Entrieglers 54 eine separate Betätigungseinrichtung
vorgesehen ist.
[0051] Die Betätigungseinrichtung des mechanischen Entrieglers 54 ist grundsätzlich vorzugsweise
jeweils so ausgeführt, dass die Betätigung von der Innenseite der Tür, in der das
Schloss montiert ist, möglich ist. Dies gilt jedenfalls für Anwendungen der zweiflügeligen
Tür in Flucht- und Rettungswegen.
Bezugszeichenliste
[0052]
- 1
- Passivflügelschloss
- 2
- Schlossgehäuse, Schlosskasten
- 2b
- Bodenplatte
- 2s
- Stulpplatte
- 3
- Nuss
- 4
- Schieber des Schlossgetriebes 5 Türöffnereinrichtung
- 6
- Aushebeeinrichtung für Riegel des zugeordneten Aktivflügelschlosses
- 7
- obere Riegelstange
- 8
- untere Riegelstange
- 51
- Türöffnerfalle
- 51a
- Aufschraubstück der Türöffnerfalle
- 51k
- Türöffnerfallen-Körper
- 51l
- Lagerrahmen der Türöffnerfalle
- 51aa
- Türöffnerfalle Schwenkachse
- 51f
- Freilaufausnehmung in 51 k
- 52
- elektrische Sperreinrichtung
- 52s
- Spule
- 52a
- Anker (abtriebsseitiges Sperrglied)
- 52ak
- Sperrkante des Ankers
- 52aa
- Schwenkachse des Sperrglieds (Anker)
- 53
- Übertragungsschieber (Wechsel)
- 53k
- Anschlagkante des Übertragungsschiebers
- 54
- Entriegelungsschieber, mechanischer Entriegler
- 54b
- Betätigungsknopf von 54
- 55
- Zwischenglied
- 55o
- Langloch
1. Passivflügelschloss zur Montage in oder an einem Passivflügel einer zweiflügeligen
Tür,
mit einem als Schlosskasten oder Schlossgestell ausgebildeten Schlossgehäuse (2),
in dem eine Schlossmechanik und eine elektrische Türöffnereinrichtung (5) gelagert
ist,
- wobei die Schlossmechanik umfasst:
• eine obere Riegelstangen-Anschlusseinrichtung, an der eine obere Riegelstange (7)
und/oder, eine untere Riegelstangen-Anschlusseinrichtung, an der eine untere Riegelstange
(8) anschließbar oder angeschlossen ist, und
• eine Betätigungs-Anschlusseinrichtung, an der eine Betätigungseinrichtung (3), die
einen manuellen oder motorischen Betätiger aufweist, zur Betätigung der Schlossmechanik,
anschließbar oder angeschlossen ist,
- wobei die elektrische Türöffnereinrichtung (5) umfasst:
• eine Türöffnerfalle (51), die in dem Schlossgehäuse (2) derart bewegbar gelagert
ist, dass sie in der Schließstellung der Tür mit einer Schlossfalle oder einem Riegel
eines zugeordneten Aktivflügelschlosses zusammenwirkt,
• eine elektrische Sperreinrichtung (52), die einen elektrischen Aktor (52s) und ein
abtriebsseitiges Sperrglied (52a) aufweist, das mit der Türöffnerfalle (51) unmittelbar
oder über ein zwischengeschaltetes Türöffnergetriebe, welches aus einem Getriebeelement
(53) oder aus mehreren zusammenwirkenden Getriebeelementen (53) ausgebildet ist, derart
zusammenwirkt, dass die Türöffnerfalle (51) in eine Sperrstellung und in eine Freigabestellung
schaltbar ist,
• einen mechanischen Entriegler (54), der in Schließlage der Tür über die Betätigungseinrichtung
(3) oder/und eine separate Entriegelungshandhabe betätigbar ist,
- wobei die Türöffnerfalle (51) mit der elektrischen Sperreinrichtung (52) und dem
mechanischen Entriegler (54) derart zusammenwirkt, dass die Türöffnerfalle (51) einerseits
elektrisch durch Änderung der Bestromung der elektrischen Sperreinrichtung (52) und
andererseits mechanisch durch Betätigung des mechanischen Entrieglers (54) von ihrer
Sperrstellung in Freigabestellung schaltbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass der mechanische Entriegler (54) mit dem zwischen der Türöffnerfalle (51) und dem
abtriebsseitigen Sperrglied (52a) der elektrischen Sperreinrichtung (52) zwischengeschalteten
Türöffnergetriebe (53) derart zusammenwirkt, dass durch Betätigung des mechanischen
Entrieglers (54) das Türöffnergetriebe (53) beaufschlagt wird unter Verlagerung und/oder
unter Blockierung oder Entblockierung mindestens eines Getriebeelements (53) des Türöffnergetriebes,
derart, dass zur Freigabeschaltung der elektrischen Türöffnereinrichtung die Türöffnerfalle
(51) mechanisch in Freigabestellung geschaltet ist, vorzugsweise durch Unterbrechung
der Getriebeverbindung zwischen der Türöffnerfalle (51) und dem Sperrglied (52a),
oder
b) dass der mechanische Entriegler (54) mit der Türöffnerfalle (51) derart zusammenwirkt,
dass durch Betätigung des mechanischen Entrieglers (54) die Türöffnerfalle (51) oder
zumindest ein Teil der Türöffnerfalle (51) verlagert wird, derart, dass die Türöffnerfalle
(51) oder zumindest ein Teil der Türöffnerfalle (51) in ihrer Position relativ zu
der Position, die sie in ihrer Sperrstellung einnimmt, verlagert ist und die Türöffnerfalle
(51) mechanisch in Freigabestellung geschaltet ist, oder
c) dass der mechanische Entriegler (54) mit dem elektrisch schaltbaren Aktor (52s) der elektrischen
Sperreinrichtung (52) oder dem abtriebsseitigen Sperrglied (52a) derart zusammenwirkt,
dass durch Betätigung des mechanischen Entrieglers (54) der elektrische Aktor (52s)
bzw. das abtriebsseitige Sperrglied (52a) verlagert wird und dadurch die Türöffnerfalle
(51) mechanisch in Freigabestellung geschaltet ist.
2. Passivflügelschloss nach Anspruch 1, Alternative a),
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine Getriebeelement (53) des Türöffnergetriebes (53) zwecks Verlagerung
durch den mechanischen Entriegler (54) gemäß Alternative a) des Anspruchs 1 ein Schwenklager
oder ein Schiebelager aufweist.
3. Passivflügelschloss nach Anspruch 1, Alternative b),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Türöffnerfalle (51) zwecks Verlagerung durch den mechanischen Entriegler (54)
gemäß Alternative b) des Anspruchs 1 ein Schwenklager oder ein Schiebelager aufweist.
4. Passivflügelschloss nach Anspruch 1, Alternative c),
dadurch gekennzeichnet,
dass der elektrische Aktor (52s) oder das abtriebsseitige Sperrglied (52a) zwecks Verlagerung
durch den mechanischen Entriegler (54) ein Schiebelager oder ein Schwenklager aufweist.
5. Passivflügelschloss nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mit dem mechanischen Entriegler (54) zusammenwirkende Getriebeelement (53) des
Türöffnergetriebes als Übertragungsschieber (53) oder Übertragungshebel ausgebildet
ist, der das Türöffnergetriebe bildet oder als Teil des Türöffnergetriebes ausgebildet
ist.
6. Passivflügelschloss nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der mechanische Entriegler (54) als bewegbar gelagerter Entriegelungsschieber oder
Entriegelungshebel ausgebildet ist.
7. Passivflügelschloss nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der mechanische Entriegler (54) in oder an dem Schlossgehäuse (2) bewegbar gelagert
ist.
8. Passivflügelschloss nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Türöffnerfalle (51) als Schwenkfalle oder lineare Schiebefalle ausgebildet ist.
9. Passivflügelschloss nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schwenklager der als Schwenkfalle ausgebildeten Türöffnerfalle (51) bzw. das
lineare Schiebelager der als lineare Schiebefalle ausgebildeten Türöffnerfalle (51)
durch Beaufschlagung des mechanischen Entrieglers (54) verlagerbar ist.
10. Passivflügelschloss nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der mechanische Entriegler (54) für seine Betätigung mit der oberen Riegelstangen-Anschlusseinrichtung
(7) und/oder der unteren Riegelstangen-Anschlusseinrichtung (8) zusammenwirkt.
11. Passivflügelschloss nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schlossmechanik ein Schlossgetriebe (4) aufweist, das zwischen einerseits der
oberen Riegelstangen-Anschlusseinrichtung (7) und/oder der unteren Riegelstangen-Anschlusseinrichtung
(8) und andererseits der Betätigungs-Anschlusseinrichtung (3) zwischengeschaltet ist
und der mechanische Entriegler (54) für seine Betätigung mit dem Schlossgetriebe zusammenwirkt.
12. Passivflügelschloss nach einem der vorangehenden Ansprüche, insbesondere in Kombination
mit Alternative a) des Anspruchs 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der elektrisch durch Änderung der Bestromung der elektrischen Sperreinrichtung
(52) geschalteten Freigabestellung der Türöffnerfalle (51) die Türöffnerfalle (51)
mit einem Getriebeelement (53) zusammenwirkt, welches über das abtriebsseitige Sperrglied
(52a) der elektrischen Sperreinrichtung (52) freigeschaltet, vorzugsweise in dieser
Stellung nicht blockiert ist, und/oder
dass in der mechanisch durch Betätigung des mechanischen Entrieglers (54) geschalteten
Freigabestellung der Türöffnerfalle (51) das Getriebeelement (53) derart verlagert
ist, dass das Getriebeelement (53) außer Eingriff der Türöffnerfalle (51) ist, und/oder
dass in der Sperrstellung der Türöffnerfalle (51) das Getriebeelement (53) über das
abtriebsseitige Sperrglied (52a) der in Sperrstellung geschalteten elektrischen Sperreinrichtung
(52) blockiert ist und damit auch die Türöffnerfalle (51) blockiert ist.
13. Passivflügelschloss nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der mechanisch durch Betätigung des mechanischen Entrieglers (54) geschalteten
Freigabestellung der Türöffnerfalle (51) das abtriebsseitige Sperrglied (52a) der
elektrischen Sperreinrichtung (52) relativ zu dem elektrischen Aktor (52s) in einer
ersten Stellung angeordnet ist,
dass in der elektrisch durch Änderung der Bestromung der elektrischen Sperreinrichtung
(52) geschalteten Freigabestellung der Türöffnerfalle (51) das abtriebsseitige Sperrglied
(52a) der elektrischen Sperreinrichtung (52) relativ zu dem elektrischen Aktor (52s)
in einer zweiten Stellung angeordnet ist, und
wobei die erste Stellung des abtriebsseitigen Sperrglieds (52a) unterschiedlich von
der zweiten Stellung des abtriebsseitigen Sperrglieds (52) oder zumindest nicht zwingend
identisch mit der zweiten Stellung des abtriebsseitigen Sperrglieds ausgebildet ist.
14. Passivflügelschloss nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Sperrstellung der Türöffnerfalle (51) das abtriebsseitige Sperrglied (52a)
der elektrischen Sperreinrichtung (52) relativ zu dem elektrischen Aktor (52a) in
einer dritten Stellung angeordnet ist, die unterschiedlich von der genannten zweiten
Stellung des abtriebsseitigen Sperrglieds (52a) der elektrischen Sperreinrichtung
(52) ausgebildet ist und/oder identisch ist mit der ersten Stellung des abtriebsseitigen
Sperrglieds (52a) der elektrischen Sperreinrichtung (52).