[0001] Die Erfindung betrifft einkomponentige Wasserlackzusammensetzungen mit einer Lackkomponente
und einer Treibgaskomponente zur Ausbringung aus Druck- oder Aerosoldosen, die beispielsweise
zu Dekorationszwecken und für Schutzbeschichtungen eingesetzt werden können.
[0002] Zunehmende Umweltauflagen zur Lösemittel- und CO
2-Emissionsreduktion führten in den letzten 20 bis 30 Jahren zu verstärkten Anstrengungen,
den Lösungsmittelanteil in Lacken drastisch zu reduzieren. Dies führte zur Entwicklung
der high-solids-Formulierungen und darüber hinaus zu lösungsmittelarmen oder lösungsmittelfreien
Wasserlacksystemen.
[0003] Bei Beschichtungen und insbesondere auch dekorativen Lacken haben Wasserlacke inzwischen
eine weite Verbreitung und Akzeptanz nicht nur im Do-It-Yourself-Bereich gefunden.
Auch im professionellen Bereich, beispielsweise bei der Autolackierung und bei Industrielacken
haben solche Systeme zunehmend Interesse gefunden. Allerdings beschränkt sich die
Akzeptanz der wässrigen Lacksysteme auf leicht anwendbare konventionelle Applikationsverfahren
mit Pinsel, Rolle und Spritzpistole. In Aerosoldosen sind Wasserlacke bislang nur
in Ausnahmefällen vertreten (
Aerosol-Report FEA, 2011). Dies liegt auch daran, dass es bisher nicht gelungen ist, Wasserlacksysteme für
Aerosoldosen bereitzustellen, die in ihrer Lagerstabilität und ihrer Beschichtungsqualität
mit konventionellen Systemen mithalten können.
[0004] So erreichen wasserverdünnbare Spraylacke für den Do-It-Yourself-Bereich, wie sie
beispielsweise unter der Marke "belton®" angeboten werden, nicht die Qualität, Dauerhaftigkeit,
Deckkraft und den Glanz, die für den professionellen Bereich beispielsweise in der
Autoreparatur von zwei Komponenten-Polyurethan-Lacken her bekannt sind und gefordert
werden.
[0005] Eine einkomponentige Wasserlackformulierung für den Do-It-Yourself-Bereich auf Basis
von Alkydharzen ist aus der
DE 37 28 597 bekannt. In der
US 6,077,898 sind Formulierungen auf Vinylacetat-Basis beschrieben. Diese Formulierungen erreichen
jedoch nicht die hochwertigen Lackeigenschaften von einkomponentigen Wasserlacken
auf Acrylatbasis.
[0006] Das Abfüllen von fertigen Wasserlackformulierungen in Spraydosen mit geeigneten Additiven
wie Colösern, Tensiden, Trocknungsbeschleunigern etc. wird in der
US 6,135,165 und der
DE 195 11 771 beschrieben. Die speziell für die Anwendung in Spraydosen entwickelten Formulierungen
entsprechen aber nicht den heutigen Qualitätsansprüchen an die Lackeigenschaften und
an den Lösungsmittel- bzw. Additivgehalt, der möglichst 10 % der Formulierung nicht
übersteigen sollte.
[0007] Speziell für die Anwendung in Spraydosen entwickelte Bindemittel und Lackformulierungen
auf Acrylatbasis sind in der Patentliteratur ebenfalls beschrieben. Hier sind zu nennen
die
WO 2001/064802,
US 5988455,
US 5536762 und
JP 05/070713. Bisher konnten diese Wasserlacke auf Acrylatbasis jedoch hinsichtlich ihrer Lagerstabilität
in einer Spraydose mit üblichen Treibgasen wie Dimethylether (DME), Propan und/oder
Butan nicht überzeugen. Die Lagerfähigkeit sollte in jedem Fall wenigstens 12 Monate,
bevorzugt wenigstens 18 Monate in Kontakt mit Treibgas in der Spraydose betragen.
[0008] Angesichts dessen liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Lackformulierung
mit wässrigen Bindemitteln bereitzustellen, die weniger als 10 Gew.-% organische Lösemittel
und 15 Gew.-% Additive in der Bindemittelkomponente der Spraydose enthält, wenigstens
12 Monate in der Aerosoldose unter Einwirkung des Treibgases lagerstabil ist, mechanisch
stabil gegenüber dem beim Versprühen der Lackformulierung auftretenden Scherkräften
ist, genügend schnell trocknet und hohen Stand, Deckkraft, gewünschten Glanzgrad und
Härte zeigt. Die Lackformulierung sollte angesichts der guten Ergebnisse konventioneller
Lackformulierungen auf Acrylatbasis ebenfalls ein Acrylatlack sein.
[0009] Diese Aufgabe wird mit einer Wasserlackzusammensetzung erreicht, wie sie in Anspruch
1 definiert ist. Bevorzugte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0010] Die erfindungsgemäße Wasserlackzusammensetzung besteht aus einer Lackkomponente A
und einer Treibgaskomponente B. Die Lackkomponente macht 55 bis 75 Gew.-% der gesamten
Zusammensetzung aus, die Treibgaskomponente 25 bis 45 Gew.-%. Die Treibgaskomponente
besteht zu wenigstens 75 Gew.-%, bezogen auf die Treibgaskomponente, aus Dimethylether.
Geringe Mengen Propan und/oder Butan können ebenfalls zugegen sein, des Weiteren als
unterstützende Treibgase CO
2, N
2O, Druckluft, Stickstoff und/oder Argon.
[0011] Vorzugsweise liegt der DME-Gehalt in der Treibgaskomponente bei über 90%. Besonders
bevorzugt besteht die Treibgaskomponente aus Dimethylether.
[0012] Die Lackkomponente besteht in der Regel aus dem Bindemittel, Wasser, ggf. Pigmenten,
Additiven, ggf. Füllstoffen, ggf. Mattierungsmitteln und ggf. einem oder mehreren
Co-Lösungsmitteln. Die Co-Lösungsmittel, sofern zugegen, sind wassermischbar und aus
diesem Grunde auch polar, um die Wassermischbarkeit bereitzustellen.
[0013] Die Lackkomponente macht 55 bis 75 Gew.-% der Wasserlackzusammensetzung aus, vorzugsweise
55 bis 65 Gew.-%. In dieser Lackkomponente sind 40 bis 75 Gew.-%, bezogen auf die
Lackkomponente, einer Filmbildnerformulierung enthalten, die ein Styrolacrylat-Copolymer
enthält. Die Styrolacrylat-Copolymere liegen in der Bindemittelformulierung in einem
wässrigen Medium in kolloidaler wässriger Dispersion oder als core-shell-Struktur
vor.
[0014] In der Filmbildnerformulierung macht der Filmbildner selbst 40 bis 50 Gew.-% und
bevorzugt 43 bis 47 Gew.-% aus, Rest im Wesentlichen Wasser.
[0015] Als Beispiel für geeignete Filmbildner wurden bereits Styrolacrylat-Copolymere genannt.
Diese können in dem wässrigen Medium mit den vorstehend genannten Feststoffgehalten
vertreten sein.
[0016] In der Regel haben die Filmbildner eine Mindestfilmbildetemperatur MFT von 5 bis
60°C und insbesondere von 20 bis 45 °C. In den Styrolacrylat-Copolymeren beträgt der
Styrolanteil vorzugsweise weniger als 40 Gew.-%, insbesondere weniger als 30 Gew.-%.
Die Säurezahl liegt beispielsweise im Bereich von 20 bis 70 mg KOH/g und insbesondere
bei 25 bis 50 mg KOH/g.
[0017] Für die Stabilität und Funktionsfähigkeit der erfindungsgemäßen Wasserlackzusammensetzungen
für Aerosoldosen ist die Art und Weise der Abmischung wesentlich. Insbesondere wesentlich
ist, dass die Filmbildnerformulierung für die Bindemittelkomponente als Formulierung
in einem wässrigen Medium vorgelegt wird. Dieser Formulierung werden dann die weiteren
Additive und Lösungsmittel, ggf. Mattierungsmittel, Pigmente und Füllstoffe, zugemischt,
zum Schluss das Treibmittel.
[0018] Filmbildnerformulierungen in wässrigen Medien, insbesondere Dispersionen und Latices
sind außerordentlich empfindlich gegenüber Veränderung der Polarität des wässrigen
Systems. Sowohl die Additive als auch die Co-Lösungsmittel und schließlich auch das
Treibmittel verändern die Polarität. Insbesondere die erfindungsgemäß eingesetzte
Menge an Dimethylether übt einen wesentlichen Einfluss darauf aus.
[0019] DME ist ein konventionell verfügbares verflüssigbares Gas mit einem Siedepunkt von
-23°C bei Normaldruck und unter 5 bar Druck bei 24°C. Es ist mit 35 Gew.-% in Wasser
löslich.
[0020] Die Wasserlöslichkeit von DME ist von Bedeutung für die Lagerstabilität der erfindungsgemäßen
Wasserlackzusammensetzungen in der Spraydose. DME nimmt aufgrund seiner Lösemitteleigenschaften
einen hohen Einfluss auf den Zustand des Bindemittels in der Bindemittelformulierung,
d.h. DME kann bei der Beaufschlagung der fertig abgefüllten Aerosoldose dazu führen,
dass die Bindemittelkomponente ihren Zustand ändert.
[0021] Zudem hat DME einen hohen Einfluss auf die Aerosolbildung und damit auf das Lackierergebnis
der Wasserlackzubereitung.
[0022] Die Abstimmung von Filmbildnerformulierung, Co-Lösungsmittel, Additiven, Mattierungsmittelen,
Pigmenten, Füllstoffen und Treibmittel ist somit ein kritischer Punkt bei der Formulierung
der erfindungsgemäßen Wasserlackzubereitungen. Alle Komponenten müssen aufeinander
abgestimmt sein; die Abstimmung kann allerdings vom Fachmann durch die Prüfung geeigneter
Formulierungen nach einem Standardverfahren vorgenommen werden.
[0023] Die Polarität der Wasserlackzusammensetzung kann durch den Zusatz von Co-Lösungsmitteln
und ggf. auch Co-Treibmitteln, etwa Propan und/oder Butan, modifiziert werden.
[0024] Die erfindungsgemäß eingesetzten Filmbildner auf Basis von Styrolacrylat Copolymeren
sind aus bekannten Polymerstrukturen aufgebaut. In Frage kommen kolloidale Polymerdispersionen,
konventionelle Latices, Latices mit überwiegend polymerer Stabilisierung, Latices
mit kontrollierter Molmasseverteilung, Latices mit beispielsweise spherischen Hohlkugeln,
core-shell-Strukturen, Brombeerstrukturen, inversen Strukturen. Es kann sich dabei
um selbstvernetzende Systeme handeln oder auch um Hybridsysteme, beispielsweise Acrylat-Polyurethan
sowie um Mischungen der genannten Strukturen handeln. Die Filmbildner können durch
Zusatz von Mono-, Di- oder Polyisocyanaten, -Carboxylaten und/oder durch Epoxide modifiziert
sein. Filmbildern auf anderer als Acrylatbasis können ebenfalls zugesetzt werden.
[0025] Zur Prüfung und Auswahl geeigneter Filmbildner werden wässrige Dispersionen mit einer
definierten Menge Wasser, 0,4 Gew.-% Entschäumer und 0,5 Gew.-% Benetzer, 5 Gew.-%
Ethanol oder Propanol sowie 0,5 Gew.-% Butylglykol gemischt, in Spraydosen abgefüllt
und im Verhältnis 60:40 mit DME auf 4 bar abgefüllt. Das Produkt wird bei Raumtemperatur,
ggf. auch erhöhten Temperaturen, gelagert und nach definierten Zeiten auf seine Leistungsfähigkeit
hin überprüft.
[0026] Zusätzlich zum geeigneten Filmbildner ist die Auswahl der Lösungsmittel für die Zerstäubung
und Filmbildung des Wasserlacks für Spraydosen wesentlich. Als Lösungsmittel werden
wassermischbare polare Lösemittel eingesetzt, insbesondere Alkohole, Glykole, Ester.
Es können geringe Mengen unpolare Lösungsmittel enthalten sein, wie Benzine oder Texanol,
wie sie vielfach in vorformulierten Komponenten enthalten sind. Bevorzugt sind Alkohole
mit bis zu 4 Kohlenstoffatomen, insbesondere Ethanol, Isopropanol und Propanol, Glykole
und Diglykole, insbesondere Butylglykol, Lösemittel auf Basis von Propylenglykol (Dowanol
DPnB, Dowanol PM), Proglyde DMM, Ethylacetat). Die Lösemittel können einzeln oder
als Gemisch eingesetzt werden. Gemische sind bevorzugt. Der Gesamtanteil der Lösemittel
beträgt in der Wasserlackzusammensetzung in der Spraydose weniger als 8 Gew.-%, bezogen
auf die Wasserlackzusammensetzung, bevorzugt weniger als 6 Gew.-%.
[0027] Bevorzugte Lösemittel sind Ethanol und/oder Propanole und/oder Butylglykol, insbesondere
als Gemisch. Hiermit werden sehr gute Ergebnisse hinsichtlich Glanz, Schleierfreiheit,
Stippenbildung und Filmbildung des Lacks erzielt.
[0028] Die Additive oder Stabilisatoren, die für eine hohe Glanzhaltung, gute Stabilität
und Lagerfähigkeit und Stand des Wasserlackaerosols sorgen, werden aus der Gruppe
der Benetzer, Slip- und Levelling-Additive, Verdicker, Korrosionsinhibitoren, Filmbildehilfsmittel
und Entschäumer ausgewählt. Diese Additive sind in einer Menge von 2 bis 15 Gew.-%
in der Bindemittelkomponente, auf diese bezogen, vertreten, in der Regel mit weniger
als 5 Gew.-% in der Wasserlackzusammensetzung. Es versteht sich, dass auch Mischungen
von Additiven gleicher Wirkungsrichtung eingesetzt werden können.
[0029] Dispergieradditive und/oder Benetzer werden eingesetzt, um der Flockung feinst verteilter
Pigmente entgegenzuwirken. Geeignete Produkte sind Polyethersiloxan-Copolymere und
organmodifiziertes Polysiloxan, wie sie beispielsweise von der BASF unter den Typbezeichnungen
EFKA 3580 und 7380 von der Firma BYK unter BYK345, 346, 347, 349, 3455 und Bykotol
AQ sowie von Theo Goldschmidt unter Wet 280 Glide 110, 406, 450 und von OMG Borchers
unter Borchi Gol LA1 und LA50 angeboten werden.
[0030] Als Entschäumer kommen modifizierte Polydimethylsiloxane in Frage, beispielsweise
Dehydran 1293, 2293 sowie EFKA 2550, 2580, Foamstar A38 und MF324 von BASF, Drewplus
S4374 von Ashland, Airex 901W, Foamex 805 und 822 von Theo Goldschmidt, Borchi Gol
LA200 und Bochers AF0670 von OMG Borchers.
[0031] Als Korrosionsinhibitoren, wie beispielsweise Produkte auf Basis organischer Säuren,
frei von Nitrit, Phosphat und Borat, verwandt, beispielsweise Raybo 90 der Firma Raybo.
[0032] Verdicker und Thixotropierer beeinflussen die Stabilität des Wasserlacks in der Spraydose,
indem sie Entmischungen entgegenwirken. Sie werden auch verwendet, um die rheologischen
Eigenschaften des Lacks einzustellen und Lackeigenschaften wie Stand, Haftung und
Deckvermögen zu beeinflussen. Geeignete Verdickungs- und Thixotropiermittel sind beispielsweise
hydrophob modifizierte ethoxilierte Urethane, wie sie von der BASF unter der Bezeichnung
Collacral PU70, DSX3290 und 3291 angeboten werden, von der Firma BYK unter der Bezeichnung
BYK425, von Theo Goldschmidt unter Viskoplus 3030, 3060, von OMG Borchers unter Borchi
Gel 0620, PW25 und THIX921. Verdickungs- und Thixotropiermittel können in der Lackkomponente
0,2 bis 4,0 Gew.-% ausmachen.
[0033] Ein weiterer Baustein der Additive sind Entschäumer, die Schaumblasen unterdrücken,
bzw. zum Platzen veranlassen. Entschäumer müssen sorgfältig auf das jeweilige wässrige
System und die Applikation abgestimmt werden. Geeignete Entschäumer sind beispielhaft
vorstehend bereits genannt. Die bevorzugte Menge liegt bei 0,1 bis 2 Gew.-%, insbesondere
0,1 bis 1 Gew.-% in der Bindemittelkomponente, ganz besonders bevorzugt 0,2 bis 0,8
Gew.-%.
[0034] Im Allgemeinen hat es sich als vorteilhaft erwiesen, bei den Additivmischungen mehrere
Additive ein und derselben Kategorie einzusetzen.
[0035] Im Weiteren können die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen in der Bindemittelkomponente
noch Mittel zur Verbesserung der Oberflächenglätte und -härte enthalten, beispielsweise
eine anionische Emulsion eines modifizierten Paraffinwachses, wie sie von der Firma
BYK in einer Vielzahl von Ausführungsformen unter der Bezeichnung "Aquacer" angeboten
wird.
[0036] Des Weiteren können Netzmittel enthalten sein, beispielsweise organisch modifizierte
Polymere mit pigmentaffinen Gruppen. Hier sind eine Vielzahl von Produkten der Firmen
Theo Goldschmidt (Dispers), BASF (Dispex, EFKA 6225) und OMG Borchers (Borchi Gen)
einsetzbar.
[0037] Schließlich können in der Lackkomponente Amine zur pH-Regulierung, Hilfsmittel zur
Filmbildung und dergleichen enthalten sein. Diese Mittel sind in der Regel in einer
Menge von bis zu 0,3 Gew.-%, bezogen auf die Bindemittelkomponente zugegen.
[0038] Die erfindungsgemäßen Wasserlackzusammensetzungen können als Klarlacke vorliegen,
jedoch auch auf einen gewünschten Farbton eingestellt werden. Hierzu enthalten sie
Pigmente in einer Menge von bis zu 30 Gew.-% der Lackkomponente, die in der Regel
als Pigmentpasten, Pigmentpräparationen, oder Direktanmahlung zugesetzt werden können.
Die Pigmente sind beispielsweise solche auf Basis von Titandioxid, Ruß, Phthalocyaninen,
DDPs, Molybdaten, Perlenen, Quinachridonen, Eisenoxiden, Bismutvanadaten und anderen
farbgebenden Systemen. Beispiele für geeignete Präparationen sind solche der Bezeichnung
Luconyl und XFast der Firma BASF. Bevorzugt werden Pigmentpräparationen zusammen mit
Dispergiermitteln und Benetzern eingesetzt. Die Additive zur Unterstützung dieser
Pigmentierung sind in einer Menge von 0,1 bis 4 Gew.-%, bezogen auf die Lackkomponente,
vorzugsweise von 0,1 bis 2 Gew.-% und besonders bevorzugt von 0,1 bis 1,0 Gew.-% vorhanden.
[0039] Des Weiteren können in der Lackkomponente Mattierungsmittel in einer Menge von bis
zu 15 Gew.-%, bezogen auf die Lackkomponente enthalten sein. Geeignet sind organische
wie anorganische Mattierungsmittel, beispielsweise solche auf Kieselsäurebasis.
[0040] Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele näher erläutert.
Beispiel 1
[0041] Eine Lackkomponente wurde aus den folgenden Bestandteilen hergestellt:
| Styrolacrylat-Copolymer Dispersion (wässrige Dispersion, Feststoffgehalt > 40 Gew.-%) |
60,9 % Gew.-% |
| Entschäumer (modifiziertes Polydimethylsiloxan) |
1,0 Gew.-% |
| Benetzungsmittel (organisch modifiziertes Polysiloxan) |
0,1 Gew.-% |
| Verdickungsmittel (hydrophob modifiziertes ethoxiliertes Urethan) |
0,5 Gew.-% |
| n-Propanol |
3,0 Gew.-% |
| Dipropylenglykol |
3,0 Gew.-% |
| VE-Wasser |
31,5 Gew.-% |
[0042] Die Lackkomponente wurde in einem Gewichtsverhältnis von 65:35 in einer Aerosoldose
mit Dimethylether versetzt. Es ergab sich eine lagerstabile Wasserlackzusammensetzung,
die einen Lack mit hohem Glanz und gutem Verlauf lieferte.
Beispiele 2 bis 4
[0043] Die Lackkomponenten wurden wie folgt zusammengesetzt:
| Acrylat-Copolymer, Feststoffgehalt > 40 % |
55,83 % |
53,53 % |
53,53 % |
| Entschäumer |
0,24 % |
0,23 % |
0,23 % |
| Benetzer |
0,18 % |
0,17 % |
0,17 % |
| n-Propanol |
1,80 % |
4,75 % |
5,35 % |
| Dipropylenglykol |
1,80 % |
|
|
| Proglyde DMM |
|
1,20 % |
|
| Texanol |
|
|
0,60 % |
| Verdickungsmittel |
0,15 % |
0,12 % |
0,12 % |
| VE-Wasser |
40,00 % |
40,00 % |
40,00 % |
[0044] Die vorstehenden Lackkomponenten wurden in Aerosoldosen im Gewichtsverhältnis 60:40
mit Dimethylether beaufschlagt. Die Abmischungen erwiesen sich als gut lagerbeständig
(> 1 Jahr) und ergaben einen rasch trocknenden Lack mit hoher Standfestigkeit, gutem
Verlauf und hohem Glanz.
Beispiel 5
[0045] Eine Lackkomponente wurde wie folgt zusammengesetzt:
| Styrolacrylat-Dispersion in Wasser mit 46 % Feststoffanteil |
90 Gewichtsteile |
| Entschäumer |
0,30 Gewichtsteile |
| Benetzungsmittel |
0,20 Gewichtsteile |
| n-Propanol |
4,0 Gewichtsteile |
[0046] 73 Gewichtsteile der vorstehenden Lackkomponente wurden mit 5 Gewichtsteilen XFast
rot 3855 und 22 Gewichtsteilen Wasser versetzt und ergaben die pigmentierte Lackkomponente.
Die pigmentierte Lackkomponente wurde im Gewichtsverhältnis 65:35 mit Dimethylether
als Treibmittel in einer Aerosoldose versetzt.
Beispiel 6:
[0047] Ein Wasserdecklack, rot, matt, wurde wie folgt zusammengesetzt:
| Styrolacrylat-Dispersion in Wasser mit 46% Feststoffanteil |
91,5 Gew.-Teile |
| Entschäumer |
0,9 Gew.-Teile |
| Benetzungs- und Verlaufsmittel |
0,6 Gew.-Teile |
| Verdickungsmittel |
0,5 Gew.-Teile |
| n-Propanol |
4,5 Gew.-Teile |
| Butylglykol |
2,0 Gew.-Teile |
[0048] 60 Gew.-Teile der vorstehenden Lackkomponente wurden mit 5 Gew.-Teilen XFast rot
3860, 3,8 Gew.-Teilen eines mikronisierten Wachses, 0,2 Gew.-Teilen einer gefällten
Kieselsäure sowie 31 Gew.-Teilen VE-Wasser versetzt.
[0049] Die pigmentierte und mattierte Lackkomponente wurde im Gewichtsverhältnis 65:35 mit
Dimethylether als Treibmittel einer Aerosoldose versetzt.
1. Wasserlackzusammensetzung für Aerosoldosen, enthaltend
A) 55 bis 75 Gew.-% einer Lackkomponente, die 40 bis 75 Gew.-%, bezogen auf die Lackkomponente,
einer Filmbildnerformulierung auf Acrylatbasis in einem wässrigen Medium mit einem
Feststoffgehalt von 40 bis 50 Gew.-%, wobei die Filmbildnerformulierung ein Styrolacrylat-Copolymer
enthält, das in kolloidaler wässriger Dispersion oder als core-shell-Struktur vorliegt
und einen Styrolanteil von weniger als 40 Gew.-% aufweist, und, zugesetzt zur Filmbildnerformulierung,
bis zu 10 Gew.-% eines wassermischbaren polaren Lösungsmittels, bis zu 30 Gew.-% übliche
Pigmente, bis zu 15 Gew.-% Mattierungsmittel, 2 bis 15 Gew.-% Additive, ausgewählt
aus Benetzern, Slip- und Levelling-Additiven, Verdickern, Korrosionsinhibitoren, Filmbildehilfsmitteln
und Entschäumern, und bis zu 40 Gew.-% Wasser enthält, sowie
B) 25 bis 45 Gew.-% einer Treibgaskomponente, die bezogen auf die Treibgaskomponente,
wenigstens 75 Gew.-% Dimethylether enthält.
2. Wasserlackzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Filmbildnerformulierung einen Feststoffgehalt von 43 bis 47 Gew.-% aufweist.
3. Wasserlackzusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Styrolacrylat-Copolymer einen Styrolanteil von weniger als 30 Gew.-% aufweist.
4. Wasserlackzusammensetzung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Filmbildner der Lackkomponente eine Mindestfilmbildetemperatur MFT von 5 bis
60°C, insbesondere von 20 bis 45°C aufweist.
5. Wasserlackzusammensetzung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der wassermischbaren polaren Lösungsmittel bei weniger als 6 Gew.-% der
Lackkomponente liegt.
6. Wasserlackzusammensetzung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wassermischbaren polaren Lösungsmittel Alkohole sind.
7. Wasserlackzusammensetzung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Alkohole C2 bis C4 Alkohole, Glykole, Diglykole oder Monoether von Glykolen oder
Diglykolen mit C1 bis C4 Alkoholen sind.
8. Wasserlackzusammensetzung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lackkomponente 0,1 bis 2,0 Gew.-% Entschäumer enthält.
9. Wasserlackzusammensetzung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lackkomponente 0,2 bis 4,0 Gew.-% Verdickungs- und Thixotropiermittel enthält.
10. Wasserlackzusammensetzung nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch 30 bis 40 Gew.-% Treibgaskomponente.
11. Wasserlackzusammensetzung nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch wenigstens 90 Gew.-% Dimethylether in der Treibgaskomponente.
12. Wasserlackzusammensetzung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibgaskomponente aus Dimethylether besteht.
13. Wasserlackzusammensetzung nach einem der vorstehenden Ansprüche, enthalten in einer
Aerosoldose.
14. Verwendung der Wasserlackzusammensetzung nach Anspruch 13 als Dekorations- und Schutzlack.
1. Water-based paint composition for aerosol cans containing
A) 55 to 75 % w/w of a paint component, which contains 40 to 75 % w/w, with respect
to the paint component, of an acrylate-based film-forming formulation in an aqueous
medium with a solids content between 40 and 50 % w/w, wherein the film-forming formulation
contains a styrene acrylate copolymer which is present in a colloidal aqueous dispersion
or as core-shell structure and has a styrene content of less than 40 % w/w, and, added
to the film-forming formulation, up to 10 % w/w of a water-miscible polar solvent,
up to 30 % w/w of customary pigments, up to 15 % w/w of matting agents, 2 to 15 %
w/w of additives selected from the group of wetting agents, slip and levelling additives,
thickeners, corrosion inhibitors, film-forming aids, and defoamers, and up to 40 %
w/w of added water, and
B) 25 to 45 % w/w of a propellant gas component which, based on the propellant gas
component, contains at least 75 % w/w of dimethyl ether.
2. Water-based paint composition according to claim 1, characterized in that the film-forming formulation has a solids content of between 43 and 47 % w/w.
3. Water-based paint composition according to claim 1 or 2, characterized in that the styrene acrylate copolymer has a styrene content of less than 30 % w/w.
4. Water-based paint composition according to any one of the above claims, characterized in that the film-forming agent of the paint component has a minimum film forming temperature
MFT ranging between 5 and 60°C, in particular between 20 and 45°C.
5. Water-based paint composition according to any one of the above claims, characterized in that the proportion of water-miscible polar solvents amounts to less than 6 % w/w of the
paint component.
6. Water-based paint composition according to any one of the above claims, characterized in that the water-miscible polar solvents are alcohols.
7. Water-based paint composition according to claim 6, characterized in that the alcohols are C2 to C4 alcohols, glycols, diglycols or monoethers of glycols or
diglycols with C1 to C4 alcohols.
8. Water-based paint composition according to any one of the above claims, characterized in that the paint component contains defoamers in the amount of between 0.1 and 2.0 % w/w.
9. Water-based paint composition according to any one of the above claims, characterized in that the paint component contains thickening and thixotropic agents in the amount of between
0.2 and 4.0 % w/w.
10. Water-based paint composition according to any one of the above claims, characterized by 30 to 40 % w/w of propellant gas component.
11. Water-based paint composition according to any one of the above claims, characterized by at least 90 % w/w of dimethyl ether in the propellant gas component.
12. Water-based paint composition according to any one of the above claims, characterized in that the propellant gas component consists of dimethyl ether.
13. Water-based paint composition according to any one of the above claims, contained
in an aerosol can.
14. Use of the water-based paint composition according to claim 14 as decorative or protective
paint.
1. Composition de vernis aqueuse pour bombes aérosols, contenant :
A) 55 à 75 % en poids d'un composant vernis, qui contient 40 à 75 % en poids, par
rapport au composant vernis, d'une formulation d'agent filmogène à base d'acrylate
dans un milieu aqueux ayant une teneur en solides de 40 à 50 % en poids, la formulation
d'agent filmogène contenant un copolymère d'acrylate de styrène, qui se présente dans
une dispersion aqueuse colloïdale ou sous la forme d'une structure noyau-enveloppe,
et qui présente une proportion de styrène inférieure à 40 % en poids, et, ajouté à
la formulation d'agent filmogène, jusqu'à 10 % en poids d'un solvant polaire miscible
avec l'eau, jusqu'à 30 % en poids de pigments usuels, jusqu'à 15 % en poids d'agents
matants, 2 à 15 % en poids d'additifs, choisis parmi les agents mouillants, les additifs
de glissement et de nivellement, les épaississants, les inhibiteurs de corrosion,
les adjuvants filmogènes et les antimousses, et jusqu'à 40 % en poids d'eau, ainsi
que
B) 25 à 45 % en poids d'un composant gaz propulseur, qui contient, par rapport au
composant gaz propulseur, au moins 75 % en poids d'éther diméthylique.
2. Composition de vernis aqueuse selon la revendication 1, caractérisée en ce que la formulation d'agent filmogène présente une teneur en solides de 43 à 47 % en poids.
3. Composition de vernis aqueuse selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que le copolymère d'acrylate de styrène présente une proportion de styrène inférieure
à 30 % en poids.
4. Composition de vernis aqueuse selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que l'agent filmogène du composant vernis présente une température filmogène minimale
MFT de 5 à 60 °C, notamment de 20 à 45 °C.
5. Composition de vernis aqueuse selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que la proportion des solvants polaires miscibles avec l'eau est inférieure à 6 % en
poids du composant vernis.
6. Composition de vernis aqueuse selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que les solvants polaires miscibles avec l'eau sont des alcools.
7. Composition de vernis aqueuse selon la revendication 6, caractérisée en ce que les alcools sont des alcools en C2 à C4, des glycols, des diglycols ou des monoéthers
de glycols ou de diglycols avec des alcools en C1 à C4.
8. Composition de vernis aqueuse selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le composant vernis contient 0,1 à 2,0 % en poids d'antimousses.
9. Composition de vernis aqueuse selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le composant vernis contient 0,2 à 4,0 % en poids d'agents épaississants et thixotropiques.
10. Composition de vernis aqueuse selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée par 30 à 40 % en poids du composant gaz propulseur.
11. Composition de vernis aqueuse selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée par au moins 90 % en poids d'éther diméthylique dans le composant gaz propulseur.
12. Composition de vernis aqueuse selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le composant gaz propulseur est constitué par de l'éther diméthylique.
13. Composition de vernis aqueuse selon l'une quelconque des revendications précédentes,
contenue dans une bombe aérosol.
14. Utilisation de la composition de vernis aqueuse selon la revendication 13 en tant
que vernis décoratif et protecteur.