[0001] Die Erfindung betrifft einen Haartrockner.
[0002] Als Haartrockner wird gemeinhin ein elektrisches Gerät zum Trocknen nasser Haare,
etwa nach der Haarwäsche, dem Schwimmen oder Baden, bezeichnet. Handelsübliche Haartrockner
besitzen typischerweise ein Gebläse mit einem elektrisch angetriebenem Lüfterrad.
Das Gebläse dient zum Ansaugen von Luft in ein Gehäuse des Haartrockners, wo es mit
Hilfe einer geeigneten Heizeinrichtung erwärmt werden kann. Über einen am Gehäuse
vorgesehenen Luftauslass wird die erwärmte Luft dann wieder aus dem Gehäuseinnenraum
ausgestoßen. Unter dem Begriff "Haartrockner" seien im Folgenden alle Haarstyling-Geräte
gefasst, bei welchen mit Hilfe eines Lüfterrads bewegte Luft erzeugt wird.
[0003] Als problematisch bei herkömmlichen Haartrocknern erweist sich die beim Betrieb des
Gebläses zumeist nicht unerhebliche Geräuschentwicklung. Diese wird zum Teil vom elektrischen
Antrieb des Lüfterrads des Gebläses erzeugt. Ursächlich für eine solche Geräuschentwicklung
ist jedoch primär die vom Lüfterrad und dessen Lüfterradflügeln bewegte Luft, da diese
eine deutlich wahrnehmbare Geräuschkulisse erzeugt, sobald sie im Gehäuse des Haartrockners
auf Hindernisse trifft. Generell gilt dabei, dass die Geräuschentwicklung mit zunehmender
Anzahl an Hindernissen - zu denken ist etwa an im Gehäuse vorhandene Streben zur Abstützung
des Gehäuses o.ä. - ebenfalls zunimmt. Dabei hängt die Geräuschentwicklung des Gebläses
auch maßgeblich von der Geschwindigkeit der aus dem Haartrockner ausgestoßenen Luftströmung
ab. Es gilt, dass mit zunehmender Strömungsgeschwindigkeit auch die Geräuschentwicklung
zunimmt.
[0004] Als nachteilig für die genannte Geräuschentwicklung erweist sich der typischer-weise
symmetrische Aufbau des Lüfterrads mit einer Lüfterradwelle und in Umfangsrichtung
gleichmäßig im Abstand zueinander angeordneten Lüfterradflügeln. Eine derartige, symmetrische
Anordnung der Lüfterradflügel bewirkt eine periodische Wechselwirkung der bewegten
Luft mit Hindernissen, wodurch Schall mit einer Schallfrequenz erzeugt wird, die ein
ganzzahliges Vielfaches der Grundfrequenz beträgt, mit welcher das Lüfterrad im Gehäuse
rotiert. Ein Lüfterrad eines herkömmlichen Haartrockners dreht typischerweise mit
einer Frequenz von ca. 250 Hz, was bedeutet, dass besagte Vielfache der Grundfrequenz
im Kilohertz-Bereich angesiedelt sind. Gerade die Geräuschentwicklung in diesem Frequenzbereich
wird jedoch vom Benutzer des Haartrockners zumeist als unangenehm empfunden.
[0005] Der vorangehend erläuterte Effekt der Geräuschentwicklung bei diskreten Schallfrequenzen
wird in herkömmlichen Haartrocknern darüber hinaus durch die konstruktiv bedingte
Halterung der Lüfterradwelle im Gehäuse begünstigt. Diese ist oftmals in Form einer
Nabe realisiert, von welcher entlang der Umfangsrichtung der Lüfterradwelle angeordnete
Halteelemente abstehen. Diese Halteelemente können etwa in der Art von Haltestreben
ausgebildet sein. Wenn nun ein bestimmter Lüfterradflügel eine solche Strebe während
der Drehung des Lüfterrads passiert, führt dies aufgrund der Störung des Luftstroms,
hervorgerufen beispielsweise durch Turbulenzen oder Beeinträchtigungen der Druckverhältnisse,
zu einer verstärkten Geräuschentwicklung.
[0006] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Haartrockner zu schaffen,
der sich durch eine reduzierte Geräuschentwicklung auszeichnet.
[0007] Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand des unabhängigen Patentanspruchs 1 gelöst.
Bevorzugte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Patent-ansprüche.
[0008] Grundgedanke der Erfindung ist demnach, das Gebläse des Haartrockners asymmetrisch
auszubilden, um auf diese Weise unerwünschte Resonanzeffekte, die die Geräuschentwicklung
des Haartrockners nachteilig beeinflussen können, weitgehend oder sogar vollständig
zu vermeiden.
[0009] Ein erfindungsgemäßer Haartrockner besitzt daher in bekannter Weise ein einen Gehäuseinnenraum
begrenzendes Gehäuse, wobei im Gehäuseinnenraum ein Lüfterrad angeordnet ist, welches
eine Lüfterradwelle und eine erste Anzahl von Lüfterradflügeln aufweist. Letztere
sind entlang einer Umfangsrichtung der Lüfterradwelle an der Lüfterradwelle vorgesehen
und stehen jeweils radial nach außen von dieser ab. Für die drehbare Lagerung der
Lüfterradwelle im Gehäuseinnenraum ist in diesem ortsfest zum Gehäuse eine Lüfterrad-Halteeinrichtung
vorgesehen. Diese umfasst ein Basiselement, an welchem die Lüfterradwelle des Lüfterrads
drehbar gelagert ist. Hierfür kann das Basiselement in der Art einer Nabe oder eines
anderen geeigneten Lagers ausgebildet sein und sich entlang einer Richtung erstrecken,
die durch die Drehachse der Lüfterradwelle definiert wird. Die Halteeinrichtung umfasst
ferner eine zweite Anzahl von entlang der Umfangsrichtung am Basiselement vorgesehenen
Halteelementen, welche - analog zu den von der Lüfterradwelle abstehenden Lüfterradflügeln
- jeweils radial nach außen vom Basiselement abstehen und sich radial außen am Gehäuse
abstützen.
[0010] In einem ersten Aspekt der Erfindung wird nun zur Geräuschreduzierung vorgeschlagen,
die erste Anzahl an Lüfterradflügeln verschieden von der zweiten Anzahl an Halteelementen
zu wählen. Auf diese Weise wird ein hinsichtlich der Geräuschentwicklung nachteiliger
symmetrischer Aufbau mit einer identischen Anzahl von Lüfterradflügeln und Halteelementen
vermieden. In der Folge kann das Auftreten unerwünschter akustischer Resonanzeffekte
deutlich gemindert werden.
[0011] In einem zweiten Aspekt der Erfindung, der mit dem ersten Aspekt kombiniert werden
kann, wird vorgeschlagen, die einzelnen Lüfterradflügel ungleichmäßig entlang der
Umfangsrichtung der Lüfterradwelle an dieser anzuordnen. Definiert man als Lüfterradflügel-Winkelabstand
denjenigen Winkelabstand, der zwischen einem Paar benachbarter Lüfterradflügel gebildet
wird, so liegt bei einem erfindungsgemäßen Haartrockner gemäß dem zweiten Aspekt der
Erfindung für wenigstens zwei verschiedene solche Paare ein unterschiedlicher Wert
für den Lüfterradflügel-Winkelabstand vor. Dies ist mit einer "ungleichmäßigen" Anordnung
der Lüfterradflügel an der Lüfterradwelle verbunden. Eine solche ungleichmäßige Anordnung
der Lüfterradflügel in Umfangswirkung wirkt einer unerwünschten, resonanzbedingten
Geräuschentwicklung bei der Drehbewegung des Lüfterrads entgegen.
[0012] Schließlich wird in einem dritten Aspekt der Erfindung vorgeschlagen, das Prinzip
der ungleichmäßigen Anordnung der Lüfterradflügel in Umfangsrichtung auch auf die
Halteelemente der Lüfterrad-Halteeinrichtung zu übertragen. Demzufolge sind erfindungsgemäß
auch die einzelnen Halteelemente ungleichmäßig entlang der Umfangsrichtung der Lüfterradwelle
am Basiselement der Halteeinrichtung angeordnet. Definiert man als Halteelement-Winkelabstand
denjenigen Winkelabstand, der zwischen einem Paar benachbarter Halteelemente - diese
können etwa in der Art von Haltestreben realisiert sein - gebildet wird, so ist bei
einem erfindungsgemäßen Haartrockner gemäß dem dritten Aspekt der Erfindung für wenigstens
zwei verschiedene solche Paare für den Halteelement-Winkelabstand ein jeweils unterschiedlicher
Wert festgelegt. Dies führt zu einer ungleichmäßigen Anordnung der Halteelemente der
Halteeinrichtung an der Lüfterradwelle. Auch eine solche ungleichmäßige Anordnung
der Halteelemente in Umfangswirkung wirkt einer resonanzbedingten Geräuschentwicklung
bei der Drehbewegung des Lüfterrads entgegen.
[0013] An dieser Stelle sei nochmals betont, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Geräuschreduzierung
gemäß dem ersten, zweiten und dritten Aspekt vom einschlägigen Fachmann ohne Weiteres
kombiniert werden können, um die betriebsmäßige Geräuschentwicklung des Haartrockners
auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Dabei versteht sich, dass der erfindungswesentliche
Effekt der Geräuschreduzierung bei Implementierung aller drei vorangehend erläuterter
Aspekte in den Haartrocknern in besonderem Maße erzielt werden kann.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform können nicht nur zwei Lüfterradflügel-Winkelabstände
unterschiedliche Werte aufweisen, sondern alle Paare benachbarter Lüfterradflügel.
Auf diese Weise wird eine geometrisch besonders ungleichmäßige Anordnung der einzelnen
Lüfterradflügel entlang der Umfangsrichtung der Lüfterradwelle erzeugt, was zu einer
verstärkten Reduktion der Geräuschentwicklung führt. Alternativ oder zusätzlich empfiehlt
es sich, dass auch für alle Halteelement-Winkelabstände ein jeweils unterschiedlicher
Wert gewählt wird. Auch auf diese Weise kann der Geräuschpegel des Haartrockners beim
Betrieb des Lüfterrads gesenkt werden.
[0015] Werden für die einzelnen Lüfterradflügel identische Bauteile gewählt bzw. werden
diese jeweils identisch an der Lüfterradwelle ausgebildet, so bedingt die ungleichmäßige
Anordnung der Lüfterradflügel in Umfangsrichtung aufgrund der damit einhergehenden
nicht-rotationssymmetrischen Massenverteilung typischerweise eine Unwucht. Mit anderen
Worten, die Massenträgheitsachse des Lüfterrads weicht von der durch die Lage der
Lüfterradwelle definierten Drehachse des Lüfterrads ab. Eine solche Unwucht führt
jedoch meist zu einem erhöhten, betriebsbedingten Verschleiß des Lüfterrads. Um dem
entgegen zu wirken, wird in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform vorgeschlagen,
an der Lüfterrad-welle und/oder an wenigstens einem Lüfterradflügel eine Ausgleichsmasse
vorzusehen. Die Ausgleichsmasse ist dabei derart ausgestaltet, dass eine bei der Drehbewegung
des Lüfterrads erzeugte Unwucht kompensiert wird. Hierzu ist die Ausgleichsmasse an
geeigneter Stelle an den Lüfterradflügeln bzw. der Lüfterradwelle anzuordnen. Besonders
empfiehlt sich die Bereitstellung einer Ausgleichsmasse an den Lüfterradflügeln radial
innen oder an der Lüfterradwelle selbst.
[0016] In einer dazu alternativen Ausführungsform kann dem Auftreten unerwünschter Unwuchten
auch dadurch entgegengewirkt werden, dass die einzelnen Lüfterradflügel jeweils mit
einer individuellen Massenverteilung ausgestattet werden, derart, dass die asymmetrische,
also ungleichmäßige Anordnung der Lüfterradflügel entlang der Umfangsrichtung der
Lüfterradwelle teilweise oder vollständig ausgeglichen wird.
[0017] Aus fertigungstechnischer Sicht als vorteilhaft mag eine Ausführungsform erachtet
werden, bei welcher die einzelnen Halteelemente jeweils in der Art einer Haltestrebe
ausgebildet sind, welche sich jeweils mit einem radial äußeren Endabschnitt am Gehäuse
abstützen und mit einem radial inneren Endabschnitt am Basiselement der Halteeinrichtung
angebracht sind.
[0018] Eine besonders einfache Montage der entlang der Umfangsrichtung asymmetrisch angeordneten
Halteelemente am Basiselement der Halteeinrichtung ermöglicht eine bevorzugte Ausführungsform,
bei welcher für jedes Halteelement ein vom Basiselement radial nach außen abstehender
Aufnahmekragen vorgesehen wird, in welchem ein jeweiliges Halteelement mit seinem
radial inneren Endabschnitt aufgenommen werden kann.
[0019] Experimentelle Untersuchungen in Verbindung mit rechnergestützten Simulationen haben
gezeigt, dass eine weitere Geräuschreduzierung erzielt werden kann, wenn wenigstens
eine Haltestrebe in einem orthogonal zur Drehachse definierten Querschnitt des Haartrockners
wenigstens abschnittsweise gekrümmt ausgebildet ist. Als besonders bevorzugt anzusehen
ist dabei eine Ausführungsform, bei welcher alle Haltestreben wenigstens abschnittsweise
gekrümmt ausgebildet sind.
[0020] Eine besonders gute Geräuschunterdrückung beim Betrieb des Lüfterrads kann indes
erreicht werden, wenn alle gekrümmt ausgebildeten Haltestreben dieselbe Krümmungsrichtung
aufweisen. Eine ähnliche Wirkung kann demgegenüber in einer Variante erreicht werden,
bei der wenigstens zwei benachbarte Haltestreben zueinander entgegengesetzte Krümmungsrichtungen
aufweisen.
[0021] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform können wenigstens zwei Haltestreben
unterschiedlich stark gekrümmt ausgebildet sein. Dies führt, insbesondere in Kombination
mit den vorangehend erläuterten Maßnahmen, zu einer nochmals reduzierten Geräuschentwicklung
des Haartrockners.
[0022] Zur Verringerung des Strömungswiderstands der Halteelemente der Halteeinrichtung,
die sich typischerweise im Strömungspfad der vom Lüfterrad angesaugten Luft angeordnet
befinden, wird in einer anderen bevorzugten Ausführungsform vorgeschlagen, diese in
einer aerodynamisch besonders günstigen Tropfenform auszubilden. Hierzu empfiehlt
es sich, an wenigstens einer Haltestrebe eine Umhüllungseinrichtung anzubringen, die
in einem entlang der Drehachse definierten Längsschnitt des Haartrockners eine im
Wesentlichen tropfenförmige geometrische Gestalt aufweist. Besonders bevorzugt ist
eine Ausführungsform, bei welcher alle Haltestreben mit einer solchen, tropfenförmigen
Umhüllung versehen sind. Mit der genannten Verringerung des Strömungswiderstands geht
auch eine Reduktion der Geräuschentwicklung einher.
[0023] Zur Verwendung als Material für die Umhüllungseinrichtung empfiehlt sich ein Metall
oder ein Kunststoff, in letzterem Fall erweist sich Silikon als besonders vorteilhaft.
[0024] Eine zusätzliche Dämpfung der betriebsbedingt erzeugten Geräusche kann erzielt werden,
wenn auf einer Außenoberfläche der Umhüllungseinrichtung wenigstens abschnittsweise,
vorzugsweise vollständig auf dieser, eine Strukturierung vorgesehen wird. Diese kann
etwa eine Mehrzahl von Ausnehmungen oder Erhöhungen umfassen, die beispielsweise musterartig
oder rasterartig auf der Außenoberfläche anzubringen sind.
[0025] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
aus den Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnungen.
[0026] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0027] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert, wobei sich gleiche Bezugszeichen
auf gleiche oder ähnliche oder funktional gleiche Komponenten beziehen.
[0028] Es zeigen, jeweils schematisch:
- Fig. 1
- ein Beispiel eines erfindungsgemäßen Haartrockners in einem Querschnitt,
- Fig. 2
- den Haartrockner der Figur 1 in einem Längsschnitt,
- Fig. 3
- eine Variante des Beispiels der Figur 1,
- Fig. 4
- ein Beispiel eines Basiselements einer Lüfterrad-Halteeinrichtung,
- Fig. 5
- ein Beispiel einer tropfenförmig ausgebildeten Haltestrebe der Lüfterrad-Halteeinrichtung.
[0029] Figur 1 illustriert in einem Querschnitt einen erfindungsgemäßen Haartrockner 1.
Dieser umfasst ein ausreichend dimensioniertes und in Figur 1 nur grobschematisch
angedeutetes Gehäuse 3. Das Gehäuse 3 begrenzt einen Gehäuseinnenraum 4, in welchem
ein Lüfterrad 2 zum Erzeugen eines Luftstroms relativ zum Gehäuse 3 entlang einer
Drehrichtung R um eine Drehachse D drehbar gelagert ist. Der in Figur 1 gezeigte Querschnitt
bezieht sich auf eine Querschnittsebene, die orthogonal zur Drehachse D verläuft,
d.h. die Drehachse D erstreckt sich in Figur 1 senkrecht zur Zeichenebene. Figur 2
zeigt den Haartrockner der Figur 1 in einem Längsschnitt entlang der Drehachse D.
Das Lüfterrad 2 umfasst eine sich koaxial zur Drehachse D erstreckende Lüfterradwelle
5 und eine erste Anzahl N
1 von Lüfterradflügeln 6. Diese sind entlang einer Umfangsrichtung U, welche der Drehrichtung
R der Lüfterradwelle 5 entspricht, an der Lüfterradwelle 5 vorgesehen und stehen jeweils
radial nach außen von dieser ab. Die Lüfterradflügel 6 sind in der Figur 1 stark vereinfacht
dargestellt und können in Varianten auch eine komplexere geometrische Gestalt besitzen.
[0030] Wie Figur 2 erkennen lässt, besitzt der Haartrockner 1 zur Lagerung des Lüfterrads
2 am Gehäuse 3 eine ortsfest zum Gehäuse 3 im Gehäuseinnenraum 4 angeordnete Lüfterrad-Halteeinrichtung
7. Diese umfasst ein Basiselement 8, beispielsweise in der Art einer Nabe oder einer
anderen geeigneten Lagereinrichtung, an welchem die Lüfterradwelle 5 des Lüfterrads
2 in Drehrichtung R drehbar gelagert ist. Der Figur 1 lässt sich entnehmen, dass die
Lüfterrad-Halteeinrichtung 7 eine zweite Anzahl N
2 von Halteelementen 9 umfasst, die als Haltestreben 10 ausgebildet sein können. Alternativ
dazu können die Halteelemente 9 auch durch Elemente eines dem Fachmann geläufigen,
sogenannten "Mikanit"-Kreuzes gebildet werden, auf dessen Mikanit-Flächen elektrische
Heizdrähte zum Heizen der durch den Haartrockner 1 strömenden Luft gewickelt sein
können (nicht gezeigt).
[0031] Die einzelnen Halteelemente 9 sind in Drehrichtung R bzw. Umfangsrichtung U der Lüfterradwelle
5 angeordnet und stehen im Querschnitt des Haartrockners 1 jeweils radial nach außen
vom Basiselement 8 ab. Mit einem radial inneren Endabschnitt 11 (vgl. Fig. 2) stützen
sich die Halteelemente 9 am Basiselement 8 ab, mit einem radial äußern Endabschnitt
12 am Gehäuse 3. Die Halteelemente 9 können integral am Basiselement 8 und/oder am
Gehäuse 3 ausgeformt sein.
[0032] Gemäß einem ersten Aspekt des erfindungsgemäßen Haartrockners 1 ist nun die erste
Anzahl N
1 an Lüfterradflügeln 6 von der zweiten Anzahl N
2 der Halteelemente 9 der Lüfterrad-Halteeinrichtung 7 verschieden. Im Beispiel der
Figur 1 sind sieben Lüfterradflügel 6 und vier Halteelemente 9 vorgesehen, d.h. N
1 = 7 und N
2 = 4.
[0033] Zwei in Dreh- bzw. Umfangsrichtung D, U benachbarte Lüfterradflügel 6 sind dabei
unter einem jeweiligen Lüfterradflügel-Winkelabstand α zueinander angeordnet. Entsprechend
sind zwei benachbarte Halteelemente 9 unter einem jeweiligen Halteelement-Winkelabstand
β zueinander angeordnet. Die beiden Winkel α, β sind in Figur 1 exemplarisch für ein
Paar benachbarter Lüfterradflügel 6 und ein Paar benachbarter Halteelemente dargestellt.
Die Figur 1 belegt anschaulich, dass die Werte der Lüfterradflügel-Winkelabstände
α nicht für alle Paare benachbarter Lüfterradflügel 6 identisch ist, sondern variiert.
Beispielsweise ist der in Figur 1 eingezeichnete Lüfterradflügel-Winkelabstand α
1 größer als der Lüfterradflügel-Winkelabstand α
2. In dem in Figur 1 gezeigten Beispiel sind also die Werte wenigstens zweier Lüfterradflügel-Winkelabstände
α1, α2 verschieden. Entsprechendes gilt für die Werte zweier Halteelement-Winkelabstände
β.
[0034] In Varianten des Beispiels der Figuren 1 und 2 ist es denkbar, dass im Haartrockner
1 nur einer oder zwei der drei anhand des Beispiel erläuterten, erfindungswesentlichen
Aspekte - also erstens unterschiedliche Anzahl N
1, N
2 von Lüfterradflügeln 6 bzw. Halteelementen 9, zweitens wenigstens zwei unterschiedliche
Werte für Paare benachbarter Lüfterradflügel-Winkelabstände α, und drittens wenigstens
zwei unterschiedliche Werte für Paare benachbarter Halteelemente-Winkelabstände β
- realisiert werden. Der erfindungswesentliche Effekt der Betriebsgeräusch-Reduzierung
ist bei gleichzeitiger Implementierung aller drei vorangehend erläuterter Aspekte
besonders ausgeprägt.
[0035] In einer Variante des Beispiels können nicht nur zwei Lüfterradflügel-Winkelabstände
α unterschiedliche Werte aufweisen, sondern alle Werte der vorhandenen Lüfterrad-Winkelabstände
α zueinander verschieden sein. Auf diese Weise wird eine geometrisch besonders ungleichmäßige
Anordnung der einzelnen Lüfterradflügel 6 entlang der Umfangsrichtung U der Lüfterradwelle
5 erzielt, was zu einer zusätzlichen Reduktion der Geräuschentwicklung führt. In einer
weiteren Variante, die mit der vorangehend vorgestellten Variante kombiniert werden
kann, können demzufolge auch jeweils unterschiedliche Werte für alle Halteelement-Winkelabstände
β gewählt werden. Dies trifft auf auch auf das in Figur 1 gezeigte Beispiel zu. Auf
diese Weise kann der betriebsmäßig erzeugte Geräuschpegel des Haartrockners 1 nochmals
gesenkt werden.
[0036] Werden für die einzelnen Lüfterradflügel 6 identische Bauteile gewählt bzw. werden
diese jeweils identisch an der Lüfterradwelle 5 ausgeformt, so bedingt die ungleichmäßiger
Anordnung der Lüfterradflügel in Umfangsrichtung U aufgrund der damit einhergehenden
nicht-rotationssymmetrischen Massenverteilung eine Unwucht. Diese kann zu einem deutlich
erhöhten Verschleiß des Lüfterrads 2 führen. Um dem entgegen zu wirken, kann an der
Lüfterradwelle 5 und/oder an wenigstens einem Lüfterradflügel 6 eine Ausgleichsmasse
13 vorgesehen werden. Eine solche ist in Figur 1 exemplarisch an einem einzelnen Lüfterradflügel
6 ausgeformt, was in Figur 1 der Übersichtlichkeit halber nur schematisch angedeutet
ist. Die Ausgleichsmasse 13 ist derart gestaltet, dass bei der Drehbewegung des Lüfterrads
5 um die Drehachse D keine Unwucht erzeugt wird. Hierzu ist die Ausgleichsmasse 13
an geeigneter Stelle an den Lüfterradflügeln 6 bzw. der Lüfterradwelle 5 angebracht.
Besonders empfiehlt sich die Anbringung der Ausgleichsmasse 13 am jeweiligen Lüfterradflügel
6 radial innen - dies ist in Figur 1 gezeigt - oder an der Lüfterradwelle 5 selbst.
Es versteht sich dabei, dass in Varianten auch an mehreren Lüfterradflügeln 6 eine
Ausgleichsmasse vorgesehen werden kann. In einer Variante kann dem Auftreten unerwünschter
Unwuchten auch dadurch entgegengewirkt werden, dass die einzelnen Lüfterradflügel
6 jeweils mit einer individuellen Massenverteilung derart ausgestattet werden.
[0037] Die Figur 3 illustriert eine weitere Variante eines erfindungsgemäßen Haartrockners
1 in einem Querschnitt orthogonal zur Drehachse D des Lüfterrads 2. Man erkennt, dass
die Haltestreben 10 in radialer Richtung gekrümmt ausgebildet sind. Experimentelle
Untersuchungen in Verbindung mit rechnergestützten Simulationen haben gezeigt, dass
auf diese Weise eine weitere Geräuschreduzierung erzielt werden kann. Eine besonders
gute Geräuschunterdrückung wird indes erreicht, wenn wie in Figur 3 gezeigt alle gekrümmt
ausgebildeten Haltestreben 10 dieselbe Krümmungsrichtung aufweisen. In einer weiteren
Variante des Beispiels ist es vorstellbar, die Halteelemente 10 nur abschnittsweise
gekrümmt auszubilden (nicht gezeigt). Alternativ oder zusätzlich können auch nur einzelne
Halteelemente 10 und nicht, wie in Figur 1 illustriert, alle Halteelemente 10 gekrümmt
ausgebildet werden. Alternativ dazu können aber wenigstens zwei in Umfangsrichtung
U benachbarte Haltestreben 10 zueinander entgegengesetzte Krümmungsrichtungen aufweisen
(nicht gezeigt).
[0038] Figur 4 zeigt ein Beispiel einer Lüfterrad-Halteeinrichtung 7 mit einem Basiselement
8, das im Querschnitt eine sternförmige Geometrie aufweist. Man erkennt, dass für
jedes der fünf Halteelemente 9 am Basiselement 8 ein radial nach außen abstehender,
im Querschnitt u-förmig ausgebildeter Aufnahmekragen 14 vorgesehen ist, in welchen
jeweils ein Halteelement 9 eingesteckt werden kann. Dies erleichtert die Montage der
Halteelemente 9 am Basiselement 8. Bei dem in Figur 4 gezeigten Beispiel ist der Winkel
β für alle Paare benachbarter Halteelemente 9 gleich gewählt. Es versteht sich jedoch,
dass durch Ausbildung und/oder Anordnung der Aufnahmekragen 14 entlang der Umfangsrichtung
U bzw. der Drehrichtung R auch unterschiedliche Werte für die einzelnen Winkel β realisiert
werden können.
[0039] Zur Verringerung des Strömungswiderstands der Halteelemente 9 der Lüfterrad-Halteeinrichtung
7, die sich typischerweise im Strömungspfad der vom Lüfterrad 2 angesaugten Luft angeordnet
befinden, können die einzelnen, als Haltestreben 10 ausgebildeten Halteelemente 9
in einer aerodynamisch besonders günstigen Tropfenform ausgebildet werden. Mit der
Verringerung des Strömungswiderstands geht auch eine Reduzierung der Geräuschentwicklung
einher. Ein Beispiel für ein solches Szenario zeigt die Figur 5: An wenigstens einer
Haltestrebe 10 ist eine Umhüllungseinrichtung 15 vorgesehen, die in einem entlang
der Drehachse D definierten Längsschnitt des Haartrockners 1 eine im Wesentlichen
tropfenförmige geometrische Gestalt besitzt. Eine zusätzliche Dämpfung der betriebsbedingt
erzeugten Geräusche kann erzielt werden, wenn auf einer Außenoberfläche der Umhüllungseinrichtung
15 wenigstens abschnittsweise, vorzugsweise vollständig auf dieser, eine Strukturierung
vorgesehen wird. Diese kann etwa eine Mehrzahl von Ausnehmungen oder Erhöhungen umfassen,
die beispielsweise musterartig oder rasterartig auf der Außenoberfläche anzubringen
sind (nicht gezeigt). Zur Verwendung als Material für die Umhüllungseinrichtung 15
empfiehlt sich ein Metall oder ein Kunststoff, in letzterem Fall insbesondere Silikon.
Die strömungstechnisch vorteilhafte Ausgestaltung der Haltestreben 10 in Tropfenform
kann auch für die Gestaltung der Streben eines am Gehäuse 3 vorgesehenen Luftausgitters
übernommen werden, durch welche die vom Lüfterrad bewegte Luft wieder aus dem Haartrockner
1 austreten kann.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Haartrockner
- 2
- Lüfterrad
- 3
- Gehäuse
- 4
- Gehäuseinnenraum
- 5
- Lüfterradwelle
- 6
- Lüfterradflügel
- 7
- Halteeinrichtung
- 8
- Basiselement
- 9
- Halteelement
- 10
- Haltestrebe
- 11
- radial innerer Endabschnitt
- 12
- radial äußerer Endabschnitt
- 13
- Ausgleichsmasse
- 14
- Aufnahmekragen
- 15
- Umhüllungseinrichtung
- D
- Drehachse
- U
- Umfangsrichtung
- R
- Drehrichtung
1. Haartrockner (1),
- mit einem einen Gehäuseinnenraum (4) begrenzenden Gehäuse (3),
- mit einem im Gehäuseinnenraum (4) angeordneten Lüfterrad (2), welches eine Lüfterradwelle
(5) und eine erste Anzahl (N1) von Lüfterradflügeln (6) aufweist, die entlang einer Umfangsrichtung (U) der Lüfterradwelle
(5) an der Lüfterradwelle (5) vorgesehen sind und jeweils radial nach außen von der
Lüfterradwelle (5) abstehen,
- mit einer ortsfest zum Gehäuse (3) im Gehäuseinnenraum (4) angeordneten Lüfterrad-Halteeinrichtung
(7), die ein Basiselement (8) umfasst, an welchem die Lüfterradwelle (5) des Lüfterrads
(2) drehbar gelagert ist,
- wobei eine zweite Anzahl (N2) von Halteelementen (9) entlang der Umfangsrichtung (U) am Basiselement (8) vorgesehen
ist, die jeweils radial nach außen vom Basiselement (9) abstehen und sich am Gehäuse
(3) abstützen,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die erste Anzahl (N1) von der zweiten Anzahl (N2) verschieden ist, und/oder
- ein zwischen jeweils einem Paar benachbarter Lüfterradflügel (6) definierter Lüfterradflügel-Winkelabstand
(α) für wenigstens zwei solche Paare (6) einen unterschiedlichen Wert aufweist, und/oder
dass
- ein zwischen jeweils einem Paar benachbarter Halteelemente (9) definierter Halteelement-Winkelabstand
(β) für wenigstens zwei solche Paare (9) einen unterschiedlichen Wert aufweist.
2. Haartrockner nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Lüfterradflügel-Winkelabstand (α) für alle Paare von benachbarten Lüfterradflügeln
(6) jeweils einen unterschiedlichen Wert (α, α1, α2) aufweist, und/oder dass
- der Halteelement-Winkelabstand (β) für alle Paare von benachbarten Halteelementen
(9) jeweils einen unterschiedlichen Wert aufweist.
3. Haartrockner nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an der Lüfterradwelle (5) und/oder an wenigstens einem Lüfterradflügel (6) eine Ausgleichsmasse
(13) vorgesehen ist, welche derart ausgebildet ist, dass eine bei der Drehbewegung
des Lüfterrads (2) durch die asymmetrische Anordnung der Lüfterradflügel (6) erzeugte
Unwucht kompensiert wird.
4. Haartrockner nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Lüfterradflügel (6) jeweils eine individuelle Massenverteilung aufweisen,
derart, dass eine bei der Drehbewegung des Lüfterrads (2) durch die asymmetrische
Anordnung der Lüfterradflügel (6) erzeugte Unwucht ausgeglichen wird.
5. Haartrockner nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteelemente (9) jeweils in der Art von Haltestreben (10) ausgebildet sind,
welche sich jeweils mit einem radial äußeren Endabschnitt (12) am Gehäuse (3) abstützen
und mit einem radial inneren Endabschnitt (11) am Basiselement (8) der Lüfterrad-Halteeinrichtung
(7) angebracht sind.
6. Haartrockner einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am Basiselement (8) für jedes Halteelement (9) ein radial nach außen abstehender
Aufnahmekragen (14) vorgesehen ist, in welchem ein jeweiliges Halteelement (9) mit
seinem radial inneren Endabschnitt (11) aufgenommen ist.
7. Haartrockner nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Haltestrebe (10), vorzugsweise alle Haltestreben (10), in einem orthogonal
zur Drehachse (D) definierten Querschnitt des Haartrockners (1) wenigstens abschnittsweise
gekrümmt ausgebildet sind.
8. Haartrockner nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
- alle Haltestreben (10) dieselbe Krümmungsrichtung aufweisen, oder dass
- wenigstens zwei in Umfangsrichtung (4) der Lüfterradwelle (5) benachbarte Haltestreben
(10) zueinander entgegengesetzte Krümmungsrichtungen aufweisen.
9. Haartrockner nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Haltestreben (10) unterschiedlich stark gekrümmt ausgebildet sind.
10. Haartrockner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an wenigstens einem, vorzugsweise an allen, Haltestreben (10) eine Umhüllungseinrichtung
(15) vorgesehen ist, die in einem in einem entlang der Drehachse (D) definierten Längsschnitt
des Haartrockners (1) eine im Wesentlichen tropfenförmige geometrische Gestalt aufweist.
11. Haartrockner nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Umhüllungseinrichtung (15) aus einem Metall oder einem Kunststoff, vorzugsweise
aus Silikon, hergestellt sind.
12. Haartrockner nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer Außenoberfläche der Umhüllungseinrichtung (15) wenigstens abschnittsweise
eine Strukturierung vorgesehen ist.