[0001] Verfahren zum Betreiben eines wasserführenden elektrischen Geräts, wasserführendes
elektrisches Gerät und Reinigungsmittel
[0002] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines wasserführenden elektrischen
Geräts, ein wasserführendes elektrisches Gerät und ein Reinigungsmittel. Das wasserführende
elektrische Gerät ist vorzugsweise ein zum Waschen, Spülen und/oder Desinfizieren
geeignetes Gerät, das gewerblich oder im Haushalt Verwendung findet. Das wasserführende
elektrische Gerät weist eine Bleicheinrichtung wie beispielsweise eine Waschmaschine,
ein Geschirrspüler oder ein Desinfektor auf. In die Bleicheinrichtung zugeführte Flüssigkeit
eignet sich beispielsweise als Reinigungsmittel zum Waschen von Waschgut wie beispielsweise
Wäsche oder Geschirr und/oder die Bleicheinrichtung selber.
[0003] Flüssige Bleichmittel-haltige Reinigungsmittel haben eine deutlich schlechtere Bleichwirkung
als pulverförmige Bleichmittel. Das liegt daran, dass bei flüssigen Bleichmitteln
oftmals Wasserstoffperoxid zum Einsatz kommt, während pulverförmige Bleichmittel oftmals
Natriumpercarbonat und Tetraacetylethylendiamin enthalten, aus denen ab 40°C Peressigsäure
gebildet wird, die eine deutlich bessere Bleichwirkung aufweist. Pulverförmige Reinigungsmittel
lassen sich jedoch einer Bleicheinrichtung schlecht automatisch zuführen. Peressigsäure
ist wiederum nicht lagerstabil und gast stärker als Wasserstoffperoxid. Damit steigt
das Risiko, dass sich Peressigsäure-haltige Lagerbehälter oder Flaschen aufblähen.
Zudem ist Peressigsäure über 2,5% ein Gefahrgut und hat einen stechenden Geruch.
[0004] Der Erfindung stellt sich somit das Problem, ein Verfahren zum Betreiben eines wasserführenden
elektrischen Geräts, ein wasserführendes elektrisches Gerät und ein Reinigungsmittel
zur Verfügung zu stellen, die eine gute Bleichleistung bereitstellen, wenn sie erforderlich
ist, und sicher handhabbar sind.
[0005] Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch ein Verfahren zum Betreiben eines wasserführenden
elektrischen Geräts mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1, ein wasserführendes elektrisches
Gerät mit den Merkmalen des Patentanspruchs 6 bzw. 7 und ein Reinigungsmittel mit
den Merkmalen des Patentanspruchs 12 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen
der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden Unteransprüchen.
[0006] Die Erfindung ermöglicht, während eines Reinigungsvorgangs ein Bleichmittel in situ
erzeugen und in dem elektrischen Gerät einsetzen zu können, wenn dies erforderlich
ist, aber gleichzeitig einen Bleichmittel-freien Reinigungsvorgang zu ermöglichen,
wenn dies erforderlich ist. Wenn eine Bleichleistung gewünscht ist, kann eine Bleichleistung
erreicht werden, die im Bereich der Bleichleistung von pulverförmigen Bleichmitteln
liegt.
[0007] Das Bleichmittel weist neben der bleichenden auch eine desinfizierende Wirkung auf.
Die Desinfektionswirkung bzw. Hygienewirkung zwischen einem Bleichmittel und einem
Desinfektionsmittel wird als gleichbedeutend betrachtet. Peressigsäure ist beispielsweise
ein sehr gutes Desinfektionsmittel, das üblicherweise in der Lebensmittelindustrie
eingesetzt wird.
[0008] Das wasserführende elektrische Gerät ist vorzugsweise ein Reinigungsgerät. Im Sinne
der Erfindung ist eine Bleicheinrichtung jedwede Einrichtung, die zum Bleichen von
Waschgut oder sich selber geeignet ist wie beispielsweise eine Waschmaschine, ein
Desinfektor, ein Geschirrspüler oder eine Kaffeemaschine. In einer bevorzugten Ausführungsform
ist die Bleicheinrichtung eine Waschmaschine, ein Geschirrspüler oder ein Desinfektor.
Die Waschmaschine, der Desinfektor und der Geschirrspüler stellen Bleicheinrichtungen
dar, weil sie sich insbesondere zum Bleichen, Reinigen und/oder Desinfizieren von
Waschgut wie Wäsche oder Geschirr eignen. Die Kaffeemaschine oder ähnliche Geräte
stellen eine Bleicheinrichtung dar, weil sie mit der Zeit verkeimen und zum Bleichen,
Reinigen und/oder Desinfizieren von sich selber eingesetzt werden. Die Bleicheinrichtung
kann daher auch eine Vorrichtung sein, deren Hauptanliegen es nicht ist, Gegenstände
zu reinigen, sondern die durch Gebrauch verkeimt und selber in Zeitabständen gereinigt
werden muss und daher zeitweise als Bleicheinrichtung verwendet wird, um selbst gereinigt
zu werden. Die Bleicheinrichtung stellt daher eine Einrichtung dar, die geeignet ist,
durch Inbetriebnahme Gegenstände zu reinigen oder sich selber zu reinigen. Im Sinne
der Erfindung ist eine Kaffeemaschine eine Bleicheinrichtung, die neben ihrem Zweck
des Kaffeezubereitens von Zeit zu Zeit gereinigt wird, um ihrer Verkalkung, Verdreckung
und/oder Verkeimung vorzubeugen. Im Sinne der Erfindung umfasst der Ausdruck "wasserführendes
elektrisches Gerät" auch CIP- (Cleaning-in-place-) Anlagen oder dergleichen, die beispielsweise
in der Hospitalhygiene und Lebensmittelindustrie eingesetzt werden. Die Erfindung
betrifft daher auch ein Verfahren zum Betreiben eines Geräts, bei dem verfahrenstechnische
Anlagen wie beispielsweise pharmazeutische Anlagen oder biologische Anlagen gereinigt
werden, was in der Regel ortsgebunden durchgeführt wird. Die zu reinigende Anlage
stellt in diesem Fall die Bleicheinrichtung dar. Vor Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird dann der Reaktor mit der zu reinigenden Reinigungseinrichtung vorzugsweise
über eine Leitung verbunden. Während und/oder nach dem Zuführen des Bleichmittels
in die Bleicheinrichtung wird ein Reinigungsvorgang in dem wasserführenden elektrischen
Haushaltsgerät durchgeführt. Unter einem Reinigungsvorgang wird das Reinigen von Wäsche,
Geschirr oder dergleichen oder der Bleicheinrichtung verstanden.
[0009] Die mit der Erfindung erreichbaren Vorteile bestehen neben dem Erzielen einer exzellenten
Bleichwirkung an Waschgut und/oder der Bleicheinrichtung in der einfachen und sicheren
Handhabung eines Reinigungsmittels mit Bleichmittelwirkung ohne Gefährdung des Nutzers.
Weiterhin ermöglicht die Erfindung eine hervorragende Bleichleistung, wenn sie erforderlich
ist, schädigt aber nicht Farben des Waschguts, wenn eine Bleichleistung nicht gewünscht
ist. Zudem macht es die Erfindung möglich, Wasserstoffperoxid-freie Reinigungsmittel
einzusetzen, ohne dass Lagerbehälter oder Flaschen bei falscher Lagerung sich aufblähen
und bei langer Lagerzeit des Reinigungsmittels Aktivitätsverluste auftreten. Es ist
möglich, ein kennzeichnungsfreies Reinigungsmittel für einen Reinigungsvorgang zu
verwenden, da es mit der Erfindung möglich ist, ein Bleichmittel in dem wasserführenden
elektrischen Gerät herzustellen und in dem Reinigungsvorgang in situ einzusetzen.
[0010] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines wasserführenden elektrischen
Geräts mit einer Bleicheinrichtung und einem Reaktor mit einer Diamantelektrode, aufweisend
die Schritte Bereitstellen eines Bleichmittel-Vorläufers in dem Reaktor, Aktivieren
des Reaktors zur Herstellung eines Bleichmittels aus dem Bleichmittel-Vorläufer und
Zuführen des Bleichmittels aus dem Reaktor in die Bleicheinrichtung.
[0011] Der Bleichmittel-Vorläufer ist vorzugsweise ein oxidierbarer Bleichmittel-Vorläufer.
Bei dem Bleichmittel-Vorläufer und dem Bleichmittel handelt es sich vorzugsweise jeweils
um einen organischen Bleichmittel-Vorläufer und ein organisches Bleichmittel, wobei
der Ausdruck "organisch" bedeutet, dass das Bleichmittel bzw. sein Vorläufer mindestens
ein Kohlenstoffatom aufweisen. Alternativ oder zusätzlich ist der Bleichmittel-Vorläufer
bevorzugt ein Säure-haltiger Bleichmittel-Vorläufer und das daraus erzeugbare Bleichmittel
ein Säurehaltiges Bleichmittel. Der Bleichmittel-Vorläufer kann oxidierbar und Säure-haltig
sein, wobei die Säurefunktion vorzugsweise eine organische Säurefunktion ist. Der
Bleichmittel-Vorläufer wird vorzugsweise in einer wässerigen Lösung bereitgestellt.
Bei dem Zuführen des Bleichmittels in die Bleicheinrichtung wird vorzugsweise eine
wässerige Lösung des Bleichmittels eingesetzt.
[0012] Das Verfahren enthält den Schritt Aktivieren des Reaktors. Durch das Aktivieren des
Reaktors wird der Bleichmittel-Vorläufer in das Bleichmittel elektrolytisch umgewandelt.
D. h., der Bleichmittel-Vorläufer wird in dem Reaktor zu dem Bleichmittel oxidiert.
Dann weist in die Bleicheinrichtung zugeführte Flüssigkeit vorzugsweise Bleichmittel
aber keinen Bleichmittel-Vorläufer auf. Bei unvollständiger Umsetzung des Bleichmittel-Vorläufers
zu dem Bleichmittel kann die Lösung aber neben dem Bleichmittel auch Bleichmittel-Vorläufer
enthalten. Die Bleichmittel-Ausbeute aus der Umsetzung von Bleichmittel aus dem Bleichmittel-Vorläufer
liegt vorzugsweise im Bereich von 5 bis 80%, bevorzugter im Bereich von 30 bis 80%,
noch bevorzugter im Bereich von 50 bis 80%. Nicht umgesetzter Bleichmittel-Vorläufer
kann sich bei der Umsetzung mineralisieren.
[0013] Vor dem Schritt Zuführen des Bleichmittels aus dem Reaktor in die Bleicheinrichtung
wird vorzugsweise der Schritt Aktivieren eines Reinigungsvorgangs durchgeführt. Vorher
hat der Nutzer an dem wasserführenden elektrischen Gerät an der Bleicheinrichtung
ein gewünschtes Reinigungsprogramm eingestellt, dieser Schritt ist jedoch nicht Teil
des erfindungsgemäßen Verfahrens, weil er nicht von dem Haushaltsgerät ausgeführt
wird. Durch Einstellen des Reinigungsprogramms hat der Nutzer jedoch die Bleicheinrichtung
derart in Betrieb genommen, dass sie einen Reinigungsvorgang aktiviert, der durch
das Zuführen des Bleichmittels aus dem Reaktor in die Bleicheinrichtung oder ggf.
der Aktivierung des Reaktors gestartet werden kann.
[0014] Eine Dauer der Aktivierung des Reaktors liegt im Bereich von 5 bis 55 min., bevorzugt
30 bis 45 min.. In einer bevorzugten Ausführungsform wird der Schritt Aktivieren des
Reaktors mittels Zuführen von Strom zu dem Reaktor durchgeführt. Vorzugsweise wird
dem Reaktor Strom aus der Bleicheinrichtung eingespeist. Dies stellt sicher, dass
der Reaktor und die Bleicheinrichtung gleichzeitig funktionstüchtig sind und spart
den Einbau einer eigenen Stromquelle für den Reaktor.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform wird weiterhin eine Flüssigkeit aus einer Dosiereinrichtung
in die Bleicheinrichtung zugeführt. Die Flüssigkeit wird bevorzugt aus der Dosiereinrichtung
direkt in die Bleicheinrichtung über eine Leitung zugeführt, d.h. nicht über den Reaktor.
Vorzugsweise wird das Zuführen der Flüssigkeit aus der Dosiereinrichtung in die Bleicheinrichtung
vor dem Zuführen des Bleichmittels aus dem Reaktor in die Bleicheinrichtung durchgeführt.
Dadurch können in der Flüssigkeit enthaltene Bestandteile, die entweder nicht Bleichmittel-resistent
sind und/oder selber elektrolytisch oxidierbar sind, vor einem Abbau geschützt werden.
D.h., in einer bevorzugten Ausführungsform wird das Zuführen des Bleichmittels aus
dem Reaktor in die Bleicheinrichtung zeitlich nach dem Zuführen der Flüssigkeit aus
der Dosiereinrichtung in die Bleicheinrichtung durchgeführt.
[0016] Wenn die Bleicheinrichtung eine Waschmaschine ist, werden ihr vorzugsweise die Flüssigkeit
aus der Dosiereinrichtung und das Bleichmittel aus dem Reaktor d.h. vorzugsweise zwei
verschiedene Flüssigkeiten zugeführt. Das Zuführen der Flüssigkeit aus der Dosiereinrichtung
in die Bleicheinrichtung wird vorzugsweise zum Start eines Reinigungsvorgangs durchgeführt.
Das Bleichmittel aus dem Reaktor wird bevorzugt innerhalb von 55 min bevorzugter 5
bis 55 min, noch bevorzugter 30 bis 45 min nach dem Zuführen der Flüssigkeit aus der
Dosiereinrichtung in die Bleicheinrichtung eingespeist. Nach dem Zuführen des Bleichmittels
aus dem Reaktor in die Bleicheinrichtung wird der Reaktor vorzugsweise aus einer Dosiereinrichtung,
die gleich oder verschieden zu der vorstehenden Dosiereinrichtung sein kann, erneut
mit dem Bleichmittel-Vorläufer befüllt. Alternativ wird der Reaktor nach dem Zuführen
des Bleichmittels aus dem Reaktor in die Bleicheinrichtung erst wieder erneut mit
dem Bleichmittel-Vorläufer befüllt, wenn seine Aktivierung gestartet wird.
[0017] Vorzugsweise wird der Reaktor nach dem Zuführen des Bleichmittels von dem Reaktor
in die Bleicheinrichtung mit Wasser gespült. Dazu kann beispielsweise ein mit dem
Reaktor verbundener Wasserkreislauf aktiviert werden, so dass Wasser durch den Reaktor
ein- oder mehrmals durchgeführt wird. Alternativ wird Wasser aus einer mit dem Reaktor
verbundenen Wasserleitung in den Reaktor und dann in die Bleicheinrichtung gespült,
so dass eine vorbestimmte Wasserdosis ein- oder mehrmals über den Reaktor in die Bleicheinrichtung
zugeführt wird.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Bleichmittel aus dem Reaktor der Bleicheinrichtung
über einen Vorratstank zugeführt. D.h. das Bleichmittel wird aus dem Reaktor dem Vorratstank
zugeführt und dann aus dem Vorratstank der Bleicheinrichtung zugeführt. In dem Vorratstank
kann das Bleichmittel nach dem Zuführen aus dem Reaktor über einen vorbestimmten Zeitraum
vor der Zuführung des Bleichmittels zu der Bleicheinrichtung gelagert werden. Dies
ermöglicht, dass einer Bleicheinrichtung in einem Reinigungsvorgang mehrmals Bleichmittel
zugeführt wird. Dadurch ist es beispielsweise auch möglich, dass der Reaktor über
den Vorratstank, wenn er mit mehreren Bleicheinrichtungen verbunden ist, mehrere Bleicheinrichtungen
je nach Bedarf mit Bleichmittel versorgt.
[0019] In einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens ist das Bleichmittel eine organische
Peroxysäure und der Bleichmittel-Vorläufer eine organische Säure und/oder deren Salz.
Bevorzugter ist das Bleichmittel Peroxyessigsäure und ist der Bleichmittel-Vorläufer
Essigsäure und/oder Natriumacetat.
[0020] Der Bleichmittel-Vorläufer ist bevorzugt Essigsäure und/oder Natriumacetat, da diese
in dem Reaktor zu Peressigsäure oxidiert werden können. Bei Aktivierung des Reaktors
wird aus der Essigsäure und/oder dem Natriumacetat Peroxyessigsäure unter Wirkung
der Diamantelektrode hergestellt. Die Reaktion bei der Produktion der Peressigsäure
verläuft wie folgt:
H
2O → (OH)
• + H
+ + e
-
CH
3-COOH + OH
• → (CH
3-COO)
• + H
2O
(CH
3-COO)
• + (OH)
• → CH
3-COOOH
[0021] In dem Verfahren wird in einer bevorzugten Ausführungsform das nachstehend beschriebene
Reinigungsmittel eingesetzt.
[0022] Die Diamantelektrode des Reaktors ist vorzugsweise Bor- oder Stickstoff-dotiert.
Besonders bevorzugt handelt es sich um eine Bor-dotierte Diamantelektrode. Derartige
Diamantelektroden sind bekannt. Sie weisen in der Regel eine auf einem Trägermaterial
aufgebrachte ggf. dotierte Diamantschicht auf. Die Diamantelektrode kann in dem Verfahren
als Anode oder Kathode fungieren, wobei der Reaktor eine Gegenelektrode aus einem
geeigneten Material wie beispielsweise Stahl aufweist, das auch den Reaktor selber
bilden kann. Es ist auch möglich, dass der Reaktor zwei Diamantelektroden aufweist,
die als Anode und Kathode fungieren. Der Reaktor stellt daher einen Elektrolyseur
dar. Er kann weiterhin als ein Elektrolyseur ausgebildet sein, der eine Membran aufweist,
die die Anode und die Kathode räumlich trennt, so dass bei der Elektrolyse entstehende
Produkt(e) und/oder Zwischenprodukt(e) an einer Diffusion vom Kathoden- zum Anodenraum
und/oder umgekehrt gehindert werden .
[0023] Die Erfindung betrifft weiterhin ein wasserführendes elektrisches Gerät, das eine
Bleicheinrichtung, einen Reaktor mit einer Diamantelektrode und eine Steuereinrichtung
aufweist, die eingerichtet ist, das vorstehend beschriebene Verfahren durchzuführen.
[0024] Die Erfindung betrifft weiterhin ein wasserführendes elektrisches Gerät, das eine
Bleicheinrichtung, eine Dosiereinrichtung zum Zuführen von mindestens einer Flüssigkeit
in einer vorbestimmten Dosis in die Bleicheinrichtung und einen Reaktor mit einer
Diamantelektrode aufweist, der zwischen der Bleicheinrichtung und der Dosiereinrichtung
angeordnet ist.
[0025] Bei der Bleicheinrichtung kann es sich um ein privat genutztes Gerät oder gewerblich
eingesetztes Gerät handeln. Die Dosiereinrichtung ist vorzugsweise extern zu der Bleicheinrichtung
angeordnet, kann aber auch an oder in einem Gehäuse der Bleicheinrichtung untergebracht
sein. Vorzugsweise ist die Dosiereinrichtung eine automatische Dosiereinrichtung.
Unter einer automatischen Dosiereinrichtung wird im Sinne der Erfindung eine Dosiereinrichtung
verstanden, die der Bleicheinrichtung automatisch eine vorbestimmte Dosis Flüssigkeit
zuführt, wenn dies erforderlich ist. Die Dosiereinrichtung kann eingerichtet sein,
von einem Nutzer des wasserführenden elektrischen Geräts beispielsweise per Knopfdruck
aktiviert zu werden, so dass sie automatisch eine oder mehrere Flüssigkeiten in die
Bleicheinrichtung dosiert. Alternativ oder zusätzlich ist die Dosiereinrichtung vorzugsweise
eingerichtet, von einer Steuereinrichtung der Bleicheinrichtung gesteuert zu werden,
so dass sie automatisch eine oder mehrere Flüssigkeiten in die Bleicheinrichtung dosiert.
Das wasserführende elektrische Gerät weist daher vorzugsweise eine Stromleitung auf,
die die Bleicheinrichtung und die automatische Dosiereinrichtung verbindet.
[0026] Der Reaktor weist eine Diamantelektrode auf, die vorzugsweise Bor-dotiert ist. Das
Gehäuse des Reaktors kann ein Material wie beispielsweise Stahl aufweisen, das als
Gegenelektrode fungiert. Der Reaktor kann aber auch eine Gegenelektrode wie eine Stahlelektrode
oder eine weitere Diamantelektrode aufweisen. Der Reaktor kann daher als Elektrolysezelle
angesehen werden. Der Reaktor ist vorzugsweise ausgelegt, einen Bleichmittel-Vorläufer,
der optional aus der Dosiereinrichtung zugeführt ist, zu bevorraten und den Bleichmittel-Vorläufer
bei Bedarf durch Aktivierung des Reaktors in ein Bleichmittel umzuwandeln und in die
Bleicheinrichtung einzuspeisen. In dem erfindungsgemäßen wasserführenden elektrischen
Gerät kann daher ein Bleichmittel-Vorläufer, der kein Gefahrengut darstellt, unbedenklich
und über einen langen Zeitraum gelagert werden, während bei Bedarf ein Bleichmittel
erzeugt und in einem Reinigungsvorgang in situ eingesetzt werden kann.
[0027] In einer weiteren Ausführungsform ist zwischen dem Reaktor und der Bleicheinrichtung
ein Vorratstank angeordnet, der über Leitungen mit diesen verbunden ist, so dass der
Bleichmittel-Vorläufer und/oder das Bleichmittel aus dem Reaktor in den Vorratsbehälter
leitbar ist, darin lagerbar ist, und aus dem Vorratsbehälter in die Bleicheinrichtung
leitbar ist. Der Vorratstank kann weiterhin mit weiteren Bleicheinrichtungen verbunden
sein.
[0028] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Reaktor in Abhängigkeit von in der Bleicheinrichtung
einstellbaren Reinigungsprogrammen aktivierbar. Wenn es bei dem erfindungsgemäßen
wasserführenden elektrischen Gerät nicht erwünscht ist, dass der Bleicheinrichtung
während eines Reinigungsvorgangs Bleichmittel zugeführt wird, kann ihr der Bleichmittel-Vorläufer
zugeführt werden, wenn der Reaktor nicht aktiviert wird, so dass keine Oxidation des
Bleichmittel-Vorläufers stattfindet. Im Falle einer Aktivierung des Reaktors wird
der Schritt Aktivieren des Reaktors vor dem Schritt Zuführen einer Flüssigkeit aus
dem Reaktor in die Bleicheinrichtung durchgeführt. Dann wandelt der Reaktor den Bleichmittel-Vorläufer
in das Bleichmittel elektrolytisch um.
[0029] Der Reaktor wird vorzugsweise aktiviert, wenn ein Reinigungsprogramm der Bleicheinrichtung
eingestellt ist, das einen Bleichvorgang vorsieht. Im Falle einer Waschmaschine als
wasserführendes elektrisches Gerät wird beispielsweise der Reaktor aktiviert, wenn
ein Vollwaschgang als Reinigungs- bzw. Waschprogramm eingestellt ist. Der Reaktor
wird bei einer Waschmaschine jedoch nicht aktiviert, wenn ein Buntwäscheprogramm eingestellt
ist. Daher kann durch das erfindungsgemäße wasserführende elektrische Gerät eine hervorragende
Bleichleistung in einem Vollwaschgang erreicht werden, aber bei einem Buntwäscheprogramm
gibt es keinen Unterschied in der Farbschädigung im Vergleich zu herkömmlichen Colorreinigungsmitteln.
Vorzugsweise wird der Reaktor aktiviert, wenn das Reinigungsprogramm die Zufuhr des
Bleichmittels in die Bleicheinrichtung zur Durchführung eines Bleichvorgangs vorsieht.
Wenn der Reaktor nicht aktiviert wird, können das Zuführen der Flüssigkeit aus dem
Reaktor in die Bleicheinrichtung und das Zuführen der weiteren Flüssigkeit aus der
Dosiereinrichtung in die Bleicheinrichtung zeitgleich erfolgen, da kein Bleichmittel
in dem Reaktor erzeugt wird.
[0030] Wenn das wasserführende elektrische Gerät eine Waschmaschine ist, ist der Reaktor
vorzugsweise zwischen der Dosiereinrichtung und einem Laugenbehälter der Waschmaschine
angeordnet.
[0031] Die Dosiereinrichtung kann ein- oder mehrteilig ausgebildet sein. In einer bevorzugten
Ausführungsform weist die Dosiereinrichtung mindestens zwei Dosierkammern auf, die
benachbart oder beabstandet zueinander ausgebildet sind. Jede Dosierkammer ist vorzugsweise
über jeweils eine Leitung mit der Bleicheinrichtung verbunden, um ihr bei Betrieb
Flüssigkeit zuführen zu können. In mindestens einer der Leitungen ist der Reaktor
zwischen der jeweiligen zugehörigen Dosierkammer und der Bleicheinrichtung angeordnet,
so dass bei Aktivierung einer Dosiertätigkeit die Flüssigkeit aus der zugehörigen
Dosierkammer durch die Leitung in den Reaktor und danach in die Bleicheinrichtung
geleitet wird. Unter dem Begriff Dosierkammern werden im Sinne der Erfindung auch
auswechselbare Behälter wie beispielweise Lagerbehälter oder Flaschen verstanden,
die in einer Haltevorrichtung angeordnet sind. Bei den Leitungen kann es sich um Schläuche,
Rohre, Kanäle oder dergleichen handeln.
[0032] Bevorzugter weist die Dosiereinrichtung zwei Dosierkammern auf, wobei die eine Dosierkammer
der Dosiereinrichtung mittels einer Leitung über den Reaktor mit der Bleicheinrichtung
verbunden ist und die weitere Dosierkammer mittels einer weiteren Leitung direkt mit
der Bleicheinrichtung verbunden ist. D.h. die eine Dosierkammer ist mit dem Reaktor
und der Reaktor mit der Bleicheinrichtung über eine Leitung verbunden und die weitere
Dosierkammer ist nicht mit dem Reaktor verbunden. Dies ermöglicht zum einen zwei verschiedene
Flüssigkeiten in die Bleicheinrichtung einzuspeisen und zum anderen den Bleichmittel-Vorläufer
vor der Einspeisung in die Bleicheinrichtung in dem Reaktor einer Reaktion zu unterziehen,
wenn nötig, während die Flüssigkeit, die sich in der weiteren Dosierkammer befindet,
direkt in die Bleicheinrichtung eingespeist werden kann.
[0033] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Reaktor mit einem Wasserkreislauf verbunden.
Mittels des Wasserkreislaufs kann der Reaktor nach Gebrauch zwecks Reinigung gespült
werden. Vorzugsweise enthalten die Dosiereinrichtung und/oder der Reaktor einen Bleichmittel-Vorläufer.
Der Bleichmittel-Vorläufer ist vorzugsweise in der Dosiereinrichtung in einem auswechselbaren
Behälter wie einem Lagerbehälter oder einer Flasche angeordnet.
[0034] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das wasserführende elektrische Gerät eine
Stromleitung auf, die den Reaktor mit der Bleicheinrichtung verbindet. Damit wird
ermöglicht, dass dem Reaktor aus der Bleicheinrichtung Strom zugeführt wird. Dadurch
kann der Reaktor mittels einer Steuereinrichtung der Bleicheinrichtung nach Bedarf
aktiviert und deaktiviert werden.
[0035] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das wasserführende elektrische Gerät,
bevorzugter die Bleicheinrichtung, eine Steuereinrichtung auf, die eingerichtet ist,
die Aktivierung und Deaktivierung des Reaktors zu steuern. Insbesondere ist die Steuereinrichtung
eingerichtet, die Aktivierung des Reaktors in Abhängigkeit eines vom Nutzer ausgewählten
Reinigungsprogramms zu steuern. Weiterhin ist die Steuereinrichtung vorzugsweise eingerichtet,
die Dosiereinrichtung zu steuern, wenn sie in dem wasserführenden elektrischen Gerät
vorhanden ist. Vorzugsweise ist die Steuereinrichtung weiterhin eingerichtet, einen
Reinigungsvorgang der Bleicheinrichtung zu steuern. Wenn das wasserführende elektrische
Gerät den Vorratstank aufweist, wird dieser vorzugsweise ebenfalls von der Steuereinrichtung
gesteuert. Die Steuereinrichtung kann ein- oder mehrteilig sein.
[0036] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Reinigungsmittel, das einen oxidierbaren Bleichmittel-Vorläufer
aufweist. Bevorzugt enthält das Reinigungsmittel einen organischen Bleichmittel-Vorläufer.
Bevorzugter weist das Reinigungsmittel einen Säure-haltigen Bleichmittel-Vorläufer
auf. Der Säure-haltige Bleichmittel-Vorläufer weist vorzugsweise eine organische Säure
auf.
[0037] Vorzugsweise weist das Reinigungsmittel zwei separate Flüssigkeiten auf, wobei die
eine Flüssigkeit den oxidierbaren Bleichmittel-Vorläufer enthält und die weitere Flüssigkeit
für Wasch- und Reinigungsmittel typische Inhaltsstoffe wie Tenside, Gerüststoffe,
Enzyme und ggf. andere Inhaltsstoffe enthält. In dieser Ausführungsform eignet sich
das Reinigungsmittel insbesondere zum Einsatz als Waschmittel in einer Waschmaschine
oder als Geschirrspülmittel in einem Geschirrspüler.
[0038] Der oxidierbare Bleichmittel-Vorläufer ist vorzugsweise eine organische Säure oder
dessen Salz, aus der durch elektrolytisch induzierte Oxidation eine Peroxysäure herstellbar
ist. Bei der elektrolytisch herstellbaren Peroxysäure handelt es sich vorzugsweise
um Peroxyessigsäure, PAP (ε-Phthalimid-peroxo-Hexansäure), Peroxymilchsäure, Peroxyameisensäure
und/oder Peroxycitronensäure, besonders bevorzugt Peroxyessigsäure. Der Bleichmittel-Vorläufer
ist daher vorzugsweise Essigsäure und/oder Natriumacetat. Der Bleichmittel-Vorläufer
kann aber auch ε-Phthalimid-Hexansäure, Milchsäure, Ameisensäure und/oder Citronensäure
und/oder deren Salze sein. Der Anteil an dem Bleichmittel-Vorläufer in der Flüssigkeit
liegt vorzugsweise im Bereich von 10 bis 25 Gew.-%, bevorzugter, 15 bis 20 Gew.-%.
Weiterhin enthält die Flüssigkeit vorzugsweise Wasserenthärter, Komplexbildner, Tenside
und Wasser.
[0039] Es ist eine Ausbeute von etwa 50 % bei der Umsetzung des Bleichmittel-Vorläufers
zum Bleichmittel im Falle einer Umsetzung von Natriumacetat zur Peroxyessigsäure bei
der vorstehend beschriebenen Aktivierungsdauer des Reaktors zu erwarten. Zur Produktion
von 3 g Peroxysäure werden dann beispielsweise 6,5g Natriumacetat benötigt. Diese
Menge ist für eine Beladung einer Waschmaschine als Bleicheinrichtung mit 4,5 kg Wäsche
ausreichend. Die in dem Reaktor erzeugte Bleichmittel-haltige Flüssigkeit wird dann
vorzugsweise mit einem Gesamtvolumen von 40 ml (ca. 45 g) in die Bleicheinrichtung
zudosiert.
[0040] Das Reinigungsmittel kann weiterhin alle üblichen Inhaltsstoffe für Reinigungsmittel
vorzugsweise zum Waschen von Wäsche oder Spülen von Geschirr aufweisen. Beispiele
hierfür sind Tenside, Builder, Cobuilder, Schauminhibitoren, Komplexbildner, Sequestriermittel,
Enzymstabilisatoren, Farbübertragungsinhibitoren, Vergrauungsinhibitoren, optische
Aufheller, UV-Absorber, Verdickungsmittel, Wasserenthärter, Farb- und Duftstoffe und
dergleichen, ohne hierauf beschränkt zu sein.
[0041] Das vorstehende Reinigungsmittel wird vorzugsweise in dem vorstehend beschriebenen
erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt.
[0042] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht eines wasserführenden elektrischen Geräts, und
- Fig. 2
- eine schematische Ansicht eines erfindungsgemäßen wasserführenden elektrischen Geräts.
[0043] Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht eines wasserführenden elektrischen Geräts
1, insbesondere eine Kaffeemaschine. Das wasserführende elektrische Gerät 1 weist
eine Bleicheinrichtung 2 und einen Reaktor 4 mit einer Diamantelektrode (nicht gezeigt)
auf, die über eine Leitung 5 miteinander verbunden sind. Der Reaktor 4 weist eine
wässerige Lösung mit einem Bleichmittel-Vorläufer wie beispielsweise Natriumacetat
auf. Wenn der Nutzer ein Reinigungsprogramm an der Bleicheinrichtung 2 einstellt,
im Fall einer Kaffeemaschine beispielsweise ein Entkeimungs- und/oder Entkalkungsprogramm,
aktiviert er den Reaktor 4. Wenn das Reinigungsprogramm einen Bleichvorgang vorsieht,
wird der Reaktor 4 aktiviert, so dass aus dem Bleichmittel-Vorläufer ein Bleichmittel
durch elektrolytische Oxidation hergestellt wird, wobei bei unvollständiger Umsetzung
des Bleichmittel-Vorläufers auch Reste von diesem in dem Reaktor 4 vorhanden sein
können. Nach Ablauf einer vorbestimmten Aktivierungsdauer von etwa 45 min wird das
so erzeugte Bleichmittel der Bleicheinrichtung 2 zugeführt. Die Bleicheinrichtung
2 führt dann einen Bleichvorgang durch. Dabei kann in ihr enthaltenes Waschgut und/oder
sie selber dem Bleichvorgang unterzogen werden.
[0044] Fig. 2 zeigt eine schematische Ansicht eines erfindungsgemäßen wasserführenden elektrischen
Geräts 10. Das elektrische Gerät 1 weist eine Bleicheinrichtung 2, eine Dosiereinrichtung
3 und einen Reaktor 4 auf. Die Dosiereinrichtung 3 weist eine Dosierkammer 3a und
eine weitere Dosierkammer 3b auf. Der Reaktor 4 ist zwischen der Dosierkammer 3a und
der Bleicheinrichtung 2 angeordnet. Die Dosierkammer 3a ist mit der Bleicheinrichtung
2 und dem Reaktor 4 über eine Leitung 5 verbunden, so dass bei Aktivierung einer Pumpe
(nicht gezeigt) eine Flüssigkeit (nicht gezeigt) aus der Dosierkammer 3a in den Reaktor
4 und dann in die Bleicheinrichtung 2 gefördert werden kann. Die weitere Dosierkammer
3b ist mit der Bleicheinrichtung 2 über eine weitere Leitung 5b verbunden, so dass
bei Aktivierung einer Pumpe (nicht gezeigt) eine Flüssigkeit (nicht gezeigt) aus der
Dosierkammer 3b in die Bleicheinrichtung 2 gefördert werden kann. Weiterhin sind die
Dosiereinrichtung 3 und der Reaktor 4 jeweils über eine Stromleitung (nicht gezeigt)
mit der Bleicheinrichtung 2 verbunden. Der Reaktor 4 ist in Abhängigkeit von an der
Bleicheinrichtung 2 einstellbaren Reinigungsprogrammen aktivierbar.
[0045] Der Betrieb des wasserführenden elektrischen Geräts 10 wird am Beispiel einer Waschmaschine
als Bleicheinrichtung 2 erläutert. Nachdem ein Nutzer an der Bleicheinrichtung 2 ein
Waschprogramm eingestellt hat, wird ein Verfahren zum Betreiben des wasserführenden
elektrischen Geräts 1 mit einem Reinigungsvorgang gestartet. Optional wird Wasser
in die Bleicheinrichtung 2 insbesondere einen Laugenbehälter der Waschmaschine eingefüllt
und, wenn von dem Waschprogramm gefordert, auf eine vorbestimmte Temperatur aufgeheizt.
Die weitere Flüssigkeit von der weiteren Dosierkammer 3b wird in die Bleicheinrichtung
2 über die weitere Leitung 5b zugeführt. In dem Reaktor 4 befindet sich Bleichmittel-Vorläufer-haltige
Flüssigkeit. Wenn das vom Nutzer eingestellte Waschprogramm ein Vollwaschprogramm
ist, wird der ReaKtor 4 durch Zuführen von Strom über die Stromleitung von der Bleicheinrichtung
2 aktiviert.
[0046] Der Bleichmittel-Vorläufer wie beispielsweise Natriumacetat wird elektrolytisch zu
dem Bleichmittel wie Peroxyessigsäure umgewandelt. Wenn das vom Nutzer eingestellte
Waschprogramm ein Buntwäscheprogramm ist, wird der Reaktor 4 nicht aktiviert, so dass
der Reaktor weiterhin den Bleichmittel-Vorläufer enthält. Nach Ablauf einer vorbestimmten
Zeit seit Einstellen des Reinigungsprogramms wird die Flüssigkeit in dem Reaktor 4,
die je nachdem, ob der Reaktor 4 aktiviert wurde oder nicht, Bleichmittel oder Bleichmittel-Vorläufer
enthält, aus dem Reaktor 4 in die Bleicheinrichtung 2 über die Leitung 5 zugeführt.
Aus der Dosierkammer 3a wird dem Reaktor 4 weiterer Bleichmittel-Vorläufer über die
Leitung 5 zugeführt, um ihn erneut mit dem Bleichmittel-Vorläufer zu befüllen.
[0047] Die vorstehend beschriebenen Verfahren bzw. Betriebsweisen der in Fig. 1 und 2 gezeigten
wasserführenden elektrischen Geräte können auch realisiert werden, wenn der Reaktor
und/oder die Bleicheinrichtung nicht im Gerät integriert oder extern angeordnet sind.
[0048] Bei den in Fig. 1 und 2 gezeigten wasserführenden Haushaltsgeräten 1 und 10 ist es
weiterhin möglich, einen Vorratstank (nicht gezeigt) zwischen dem Reaktor 4 und der
Bleicheinrichtung 2 anzuordnen und für eine oder mehrere Anwendungen zu füllen. Aus
dem Vorratstank kann dann bei Bedarf in den Entkeimungs- und/oder Waschprozess Bleichmittel
in die Bleicheinrichtung 2 dosiert werden kann. Dies ist vor allem sinnvoll, wenn
kurzfristig größere Mengen Bleichmittel benötigt werden. Der Reaktor 4 und der Vorratstank
können dann verhältnismäßig klein ausgeführt werden.
Bezugszeichenliste
[0049]
- 1
- wasserführendes elektrisches Gerät
- 2
- Reinigungseinrichtung
- 3
- Dosiereinrichtung
- 3a
- Dosierkammer
- 3b
- weitere Dosierkammer
- 4
- Reaktor
- 5
- Leitung
- 5b
- weitere Leitung
1. Verfahren zum Betreiben eines wasserführenden elektrischen Geräts (1, 10) mit einer
Bleicheinrichtung (2) und einem Reaktor (4) mit einer Diamantelektrode, aufweisend
die Schritte
- Bereitstellen eines Bleichmittel-Vorläufers in dem Reaktor (4);
- Herstellung eines Bleichmittels aus dem Bleichmittel-Vorläufer mittels Aktivieren
des Reaktors (4); und
- Zuführen des Bleichmittels aus dem Reaktor (4) in die Bleicheinrichtung (2).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Dauer der Aktivierung des Reaktors (4) im Bereich von 5 bis 55 min, bevorzugt
30 bis 45 min, liegt.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass weiterhin eine Flüssigkeit aus einer Dosiereinrichtung (3) in die Bleicheinrichtung
(2) zugeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Zuführen der Flüssigkeit aus der Dosiereinrichtung (3) in die Bleicheinrichtung
(2) vor dem Zuführen des Bleichmittels aus dem Reaktor (4) in die Bleicheinrichtung
(2) durchgeführt wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bleichmittel eine organische Peroxysäure und der Bleichmittel-Vorläufer eine
organische Säure und/oder deren Salz ist, dass das Bleichmittel bevorzugt Peroxyessigsäure
ist und dass der Bleichmittel-Vorläufer bevorzugt Essigsäure und/oder Natriumacetat
ist.
6. Wasserführendes elektrisches Gerät (1, 10) mit einer Bleicheinrichtung (2) und einem
Reaktor (4) mit einer Diamantelektrode und einer Steuereinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung eingerichtet ist, ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1
bis 5 zu steuern.
7. Wasserführendes elektrisches Gerät (10), aufweisend
- eine Bleicheinrichtung (2),
- eine Dosiereinrichtung (3) zum Zuführen von mindestens einer Flüssigkeit in einer
vorbestimmten Dosis in die Bleicheinrichtung (2), und
- einen Reaktor (4) mit einer Diamantelektrode, der zwischen der Bleicheinrichtung
(2) und der Dosiereinrichtung (3) angeordnet ist.
8. Wasserführendes elektrisches Gerät (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Reaktor (4) in Abhängigkeit von in der Bleicheinrichtung einstellbaren Reinigungsprogrammen
aktivierbar ist.
9. Wasserführendes elektrisches Gerät (10) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Dosiereinrichtung zwei Dosierkammern (3a, 3b) aufweist und die eine Dosierkammer
(3a) mittels einer Leitung (5) über den Reaktor (4) mit der Bleicheinrichtung (2)
verbunden ist und die andere Dosierkammer (3b) der Dosiereinrichtung (3) mittels einer
weiteren Leitung (5b) mit der Bleicheinrichtung (2) verbunden ist.
10. Wasserführendes elektrisches Gerät (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche 7 bis
9, dadurch gekennzeichnet, dass die Dosiereinrichtung (3) und/oder der Reaktor (4) einen Bleichmittel-Vorläufer enthält.
11. Wasserführendes elektrisches Gerät (10) nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Bleicheinrichtung (2) eine Waschmaschine, ein Geschirrspüler oder ein Desinfektor
ist.
12. Reinigungsmittel, dadurch gekennzeichnet, dass es einen oxidierbaren Bleichmittel-Vorläufer enthält.