[0001] Die Erfindung betrifft eine Spreizvorrichtung für einen Brückenseilverband (Tragkabel),
insbesondere eines sechseckförmigen Brückenseilverbandes, bestehend aus zwei Seilklammern
und zumindest einer Spreizklammer, welche auf dem Brückenseil festlegbar sind, sowie
ein Verfahren zur Spreizung des Seilverbandes.
[0002] Tragkabel in Form von Brückenseilverbänden werden beispielsweise bei Hängebrücken
eingesetzt, die zur Aufnahme der Haupttraglasten benötigt werden. Hängebrücken besitzen
zumindest einen, vorzugsweise zwei Pylone, über die das Tragkabel ausgehend von einer
seitlichen Verankerung geführt wird. Die gesamte Zugkraft am Ende des Tragkabels muss
in diesem Fall von der Verankerung im Baugrund aufgenommen werden. Hierzu werden die
Tragkabel mit großen Ankerblöcken versehen und im Baugrund befestigt. Der Vorteil
dieser Bauweise besteht darin, dass der Fahrbahnträger nur gering durch Zug- oder
Druckkräfte belastet wird und somit sehr leicht ausgeführt werden kann. Derartige
Bauformen werden als echte Hängebrücken bezeichnet. Die Verbindung zwischen Fahrbahnträger
und Brückenseil erfolgt durch sogenannte Hänger, die vertikal zwischen dem Tragkabel
und dem Fahrbahnträger angeordnet und zur Aufnahme der Zugkräfte vorgesehen sind.
Als unechte Hängebrücken werden demgegenüber Hängebrücken bezeichnet, bei denen die
Tragkabel unmittelbar am Fahrbahnträger befestigt sind.
[0003] Aufgrund der Größe der Hängebrücken müssen die Tragkabel für große Zugbelastungen
ausgelegt werden. Bei heutigen Hängebrücken besteht daher die Notwendigkeit aufgrund
der vorgegebenen Brückenlänge mehrere Einzelseile zu einem Brückenseilverband zusammenzuführen,
der beispielsweise aus 61 Einzelseilen besteht. Die Einzelseile können hierbei beabstandet
zueinander angeordnet werden und benötigen in diesem Fall ein großes Einbauvolumen.
Vorzugsweise werden die Einzelseile zu einem Brückenseilverband als Tragkabel verbunden,
welches über die Länge durch Seilklammern zusammengehalten wird. Bei Verwendung von
61 Einzelseilen hat sich hierbei ein sechseckförmiger Querschnitt aufgrund der besseren
Handhabbarkeit durchgesetzt.
[0004] Die Pylone tragen das Gewicht des Überbaus, somit das Gewicht der Tragkabel, der
Hänger und des Fahrbahnträgers, sowie den auftretenden Verkehrslasten aus Fahrzeugen
und Personen, die sich auf der Brücke befinden. Zusätzlich nehmen sie die Kräfte in
Querrichtung auf, die beispielsweise durch Wind verursacht werden. Im Regelfall werden
zwei Tragkabel (Brückenseilverbände) verwendet, die über die Pylone geführt und an
den Ankerblöcken verankert werden. Auf den Köpfen der Pylone werden die Kabel über
offenliegende oder in Gehäusen untergebrachte Sattellager geführt, die aber ebenso
aus Rollenlagern bestehen können. Die Hänger verbinden die Tragkabel mit dem Fahrbahnträger
und bestehen meist aus feuerverzinkten Drahtseilen. Die Hänger dienen in erster Linie
zur Aufnahme der Zugkräfte und beeinflussen die Eigenfrequenz der Brücke. Die Enden
der Tragkabel werden in Ankerblöcken befestigt, die entsprechend groß dimensioniert
werden müssen und tief im Boden verankert werden, sodass sie auf jeden Fall der maximalen
Zugkraft widerstehen, mit der die Tragkabel einer voll beladenen, von Sturm und Schnee
belasteten Brücke an ihnen ziehen könnten. Vorzugsweise werden die Ankerblöcke aus
Stahlbeton hergestellt und können so hoch wie ein 16-stöckiges Hochhaus sein. Meistenteils
liegt mehr als die Hälfte der Ankerblöcke unterhalb des Erdniveaus.
[0005] Der Fahrbahnträger dient zur Verteilung der Lasten auf die Hänger und wird entweder
als Fachwerkträger, mit offenen Vollwandträgern oder mit einem geschlossenen Kastenquerschnitt
ausgebildet. In der Regel werden sie von Widerlager zu Widerlager durch die Pylone
biegesteif durchgeführt, oder an den Pylonen unterbrochen und dort gelenkig aufgelagert.
Zusätzlich müssen die Fahrbahnträger ausreichend torsionssteif ausgebildet werden,
beispielsweise für den Fall hoher Windgeschwindigkeiten.
[0006] Zur Vermeidung von Witterungseinflüssen werden die Einzelseile des Tragkabels üblicherweise
feuerverzinkt und anschließend mit Korrosionsschutzfarbe behandelt.
[0007] Soweit Brückenseilverbände als Tragkabel eingesetzt werden, können diese zusätzlich
ummantelt sein oder durch ein Leimöl miteinander verbunden werden, durch das das Eindringen
von Feuchtigkeit verhindert werden soll. Leider hat sich herausgestellt, dass trotz
vorgenannter Maßnahmen Feuchtigkeit zwischen die Einzelseile gelangt und diese Feuchtigkeit
entlang des Brückenseilverbandes zum tiefst gelegenen Punkt abgeleitet wird. Soweit
die Feuchtigkeit nicht aus dem Brückenseilverband austreten kann, führt dies zur erhöhten
Korrosionsanfälligkeit trotz Vorbehandlung der Einzelseile. Durch Kontrollen der Brückenseilverbände
wurde festgestellt, dass sich im tiefst gelegenen Punkt sehr häufig größere Wassermengen
ansammeln und zu Durchrostungen führen, die die Tragfähigkeit des Brückenseilverbandes
infrage stellen. Die Kontrolle der Korrosionsbeständigkeit ist aufgrund der gewählten
Konstruktion eines dichten Pakets von bis zu 61 Einzelseilen eines Brückenseilverbandes
äußert schwierig, weil diese aufgrund der dichten Packung der Einzelseile nur äußerlich
überprüft werden können. Aufgrund der bekannt gewordenen Schäden an Hängebrücken besteht
aber die Notwendigkeit, eine regelmäßige Inspektion insbesondere des Korrosionszustandes
vorzunehmen.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Spreizvorrichtung für
einen Brückenseilverband sowie ein Verfahren zur Seilspreizung aufzuzeigen.
[0009] Erfindungsgemäß ist zur Lösung der Aufgabenstellung für den Vorrichtungsanspruch
vorgesehen, dass die wenigstens eine Spreizklammer zwischen den Seilklammern angeordnet
ist, wobei die Spreizklammer mit zumindest einem ersten Spreizklammerelement an dem
Brückenseil anliegt und mit zumindest einem zweiten Spreizklammerelement beabstandet
zum Brückenseil angeordnet ist. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Spreizvorrichtung
sind aus den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0010] Um bei seit vielen Jahren im Dienst stehenden Hängebrücken eine Überprüfung der Einzelseile
vornehmen zu können, werden zur Fixierung des Brückenseilverbandes und Verhinderung
einer möglichen Verformung zwei Seilklammern eingesetzt, die beabstandet zueinander
an die Formgebung des Brückenseilverbandes angepasst, eine Fixierung ermöglichen,
während zwischen den Seilklammern zusätzlich eine Spreizklammer angeordnet wird, welche
zumindest mit einem ersten Spreizklammerelement an dem Brückenseil anliegt und mit
zumindest einem zweiten Spreizklammerelement beabstandet zum Brückenseil angeordnet
ist. Die ersten Spreizklammerelemente dienen der Formerhaltung des Brückenseilverbandes,
während die zweiten Spreizklammerelemente die Möglichkeit bieten, ein einzelnes Brückenseil
durch Aufspreizen zu separieren und mit geeigneten Hilfsmitteln von dem Brückenseilverband
abzuheben. Dadurch, dass der Brückenseilverband aus 61 Einzelseilen besteht, die mehrlagig
übereinander angeordnet sind, vorzugsweise in einem Sechseckverband, müssen zumindest
die beiden äußeren Schichten der Einzelseile aus dem Brückenseilverband herausgelöst
und abgehoben werden. Nur durch diese Maßnahme ist es möglich, in das Innere des Brückenseilverbandes
Einblick zu erlangen, um den Korrosionszustand der Einzelseile überprüfen zu können.
[0011] Zur vereinfachten Montage ist vorgesehen, dass die Spreizklammer aus drei ersten
Spreizklammerelementen und einem zweiten Spreizklammerelement besteht. Die ersten
Spreizklammerelemente bestehen hierbei aus miteinander verschraubbaren Winkelsegmenten,
die sich über einen Umfang von jeweils 60 Grad erstrecken. Somit besteht die Möglichkeit,
mithilfe dreier erster Spreizklammerelemente einen Winkelbereich von 180 Grad abzudecken,
um den Brückenseilverband zu fixieren und gleichzeitig ein Gegenlager für das zweite
Spreizklammerelement zu bilden. Die ersten Spreizklammerelemente besitzen eine Anlagefläche,
die unmittelbar an dem Brückenseil zu liegen kommt, die sich jeweils über einen Winkelbereich
von annähernd 60 Grad erstrecken. Somit liegen die ersten Spreizklammerelemente formschlüssig
und kraftschlüssig über einem Winkelbereich von 180 Grad an dem Brückenseilverband
an. Die Beschädigung von Einzelseilen und eine Verschiebung innerhalb des Brückenseilverbandes
kann somit ausgeschlossen werden, wobei zum Schutz der Einzelseile die Anlagefläche
eine Bleieinlage aufweisen kann.
[0012] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass ein zweites Spreizklammerelement
aus zwei Flanschanschlüssen und einem Bogenelement besteht, wobei das Bogenelement
zur Aufnahme eines Seilspreizers, einer Seilklemme und/oder einer Seilhalterung vorgesehen
ist. Das zweite Spreizklammerelement erstreckt sich hierbei über einen Winkelbereich
von 180 Grad und wird unmittelbar mit den ersten Spreizklammerelementen über die Flanschanschlüsse
verbunden. Die Flanschanschlüsse sind hinsichtlich ihrer Dimensionierung so ausgelegt,
dass einerseits eine sichere Befestigung mit den ersten Spreizklammerelementen möglich
ist, und andererseits eine Verschiebung der einzelnen Spreizklammerelemente ausgeschlossen
werden kann.
[0013] Das Bogenelement des zweiten Spreizklammerelementes verläuft hierbei beabstandet
zum Brückenseilverband, sodass mithilfe von weiteren Hilfsmitteln ein Einzelseil aus
dem Brückenseilverband separiert, abgehoben und in einer abgehobenen Position fixiert
werden kann. Diese Fixierung muss sukzessiv für die Einzelseile der ersten Lage und
im Anschluss für die Einzelseile der zweiten Lage vorgenommen werden, um einen Einblick
in das Innere des Brückenseilverbandes zu erhalten. Soweit möglich, kann ebenso eine
dritte Lage der Einzelseile separiert, abgehoben und fixiert werden, wobei ggf. zumindest
zwei Spreizklammern eingesetzt werden können. Auf diese Weise gelangt man bis annähernd
zum Mitteilpunkt des Brückenseilverbandes. Zur Unterstützung des Brückenseilverbandes
besitzt das zweite Spreizklammerelement ebenfalls zwei Anlageflächen, die sich in
diesem speziellen Fall nur über einen Winkelbereich von annähernd 30 Grad erstrecken
und ebenfalls unterstützend zur Formgebung des Brückenseilverbandes eingesetzt werden.
Durch die beiden Spreizklammerelemente, und zwar der ersten und zweiten Ausführungsform,
wird somit der Brückenseilverband, welcher eine Sechseckform aufweist, an drei Außenflächen
durch die ersten Spreizklammerelemente vollständig und zwei weiteren Außenflächen
durch das zweite Spreizklammerelement teilweise abgestützt. Nach der Verschraubung
der Spreizklammerelemente bilden die ersten Spreizklammerelemente ein Widerlager,
während aufgrund des Bogenelemente des zweiten Spreizklammerelementes zwischen dem
Bogenelement und dem Brückenseilverband ein ausreichender Abstand vorliegt, um die
notwendigen Separationen der Einzelseile durchzuführen.
[0014] Hierzu dient zunächst ein Seilspreizer, welcher mit einer keilförmigen Fläche zwischen
zwei Einzelseile gepresst werden kann, wobei in diesem Fall als erstes Gegenlager
das Bogenelement dient, an dessen Innenseite der Seilspreizer abgestützt wird, und
als zweites Gegenlager die ersten Spreizklammerelemente dienen. Durch die ringförmige
Anordnung der ersten und zweiten Spreizklammerelemente ist hierbei sichergestellt,
dass die auftretenden Andruckkräfte aufgefangen werden können. Nachdem ein Einzelseil
separiert wurde, kann mithilfe einer Seilklemme das Einzelseil mit einer beidseitigen
muldenförmigen Vertiefung aufgenommen und nach entsprechender Verschraubung eingeklemmt
werden. Die Seilklemme ist im Weiteren über eine Gewindestange mit einem Stützlager
verbunden, welches in diesem Fall auf der Außenfläche des Bogenelementes ruht. Hierdurch
besteht die Möglichkeit, das eingeklemmte Einzelseil von dem Verband abzuheben und
in eine Position zu bringen, die einen ausreichenden Abstand zum Brückenseilverband
entstehen lässt. Mithilfe einer Seilhalterung kann dieses separierte, abgehobene Einzelseil
anschließend innerhalb des Bogenelementes fixiert werden. Weitere Einzelseile können
auf die gleiche Weise nacheinander separiert und abgehoben und ebenso fixiert werden,
sodass zunächst die erste Außenlage der Einzelseile aus dem Brückenseilverband abgehoben
wird und im Anschluss die zweite und ggf. dritte Lage der Einzelseile. Hierbei ist
sichergestellt, dass die übrigen Einzelseile mithilfe der ersten und zweiten Spreizklammerelemente
sicher fixiert werden.
[0015] In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Seilspreizer auf der Innenseite
des Bogenelementes mit einer Anschlagfläche anliegt und ein Spreizelement aufweist,
welches zwischen den Einzelseilen positionierbar ist, wobei das Spreizelement in Richtung
auf das Brückenseil mechanisch über ein Gewinde, pneumatisch oder ggf. hydraulisch
bewegbar ist.
[0016] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist ferner vorgesehen, dass die Seilklemme
mit einem Stützelement auf der Außenseite des Bogenelementes festlegbar ist und mithilfe
zweier Klemmbacken zur Aufnahme eines Einzelseiles vorgesehen ist, wobei die Seilklemme
mechanisch mithilfe eines Gewindes, pneumatisch oder hydraulisch von dem Brückenseilverband
abhebbar ist.
[0017] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Seilhalterung aus
einzelnen Stützelementen besteht, welche von außen auf dem Bogenelement aufliegen
und über ein Gurtband die Einzelseile des Brückenseilverbandes beabstandet zum Verlauf
des Brückenseils halten. Mehrere dieser Seilhalterungen können hierbei auf der Außenfläche
des Bogenelementes angeordnet werden, sodass sukzessiv die Möglichkeit besteht, die
Einzelseile in einer beabstandeten Position gegenüber dem Brückenseilverband zu fixieren.
Um die Montage des Seilspreizers, der Seilklemme und der Seilhalterung zu vereinfachen,
ist vorgesehen, dass das Bogenelement aus zwei zueinander beabstandeten Montageplatten
mit Flanschanschlüssen besteht.
[0018] Ferner ist vorgesehen, dass die Stützelemente der Seilhalterung in die muldenförmige
Vertiefung des Bogenelementes einliegen oder mit einem Einschnitt versehen sind, in
welchem die Außenkanten der Montageplatten des zweiten Spreizklammerelementes einliegen.
[0019] Die zur Fixierung des Brückenseilverbandes erforderlichen Seilklammern werden aus
sechs miteinander verbundenen ersten Spreizklammerelementen aufgebaut, welche mit
ihren Anlageflächen somit über den ganzen Umfang an dem Brückenseilverband anliegen
und damit die Formgebung des vorhandenen Brückenseils stabilisieren.
[0020] Der Erfindung liegt im Weiteren die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren aufzuzeigen,
um eine Seilspreizung bei einem Brückenseilverband vornehmen zu können.
[0021] Das Verfahren sieht vor, eine Seilspreizung eines aus mehreren Einzelseilen bestehenden
Brückenseilverbandes, vorzugsweise sechseckförmigen Brückenseilverbänden vorzunehmen,
wobei zwei Seilklammern verwendet werden, welche beabstandet zueinander zur Fixierung
des Brückenseils eingesetzt werden, und zumindest einer zwischen den Seilklammern
angeordneten Spreizklammer, und wobei mithilfe eines Seilspreizers ein Einzelseil
aus dem Brückenseilverband separiert und mit einer Seilklemme aus dem Brückenseilverband
herausgezogen und anschließend in dieser Position fixiert wird.
[0022] Dadurch, dass der Brückenseilverband aus mehreren Lagen von Einzelseilen besteht,
kann auf diese Weise nacheinander von der äußeren Lage jeweils ein Einzelseil separiert,
aus dem Brückenseilverband herausgezogen und in einer gegenüber dem Brückenseilverband
beabstandeten Position fixiert werden. Diese Fixierung kann zunächst für die erste
äußere Lage, im Anschluss für die darunter befindliche und ggf. für die dritte darunter
befindliche Lage erfolgen, sodass ein Einblick in den Kern des Brückenseilverbandes
möglich ist, um diesen auf eventuelle Korrosionsschäden zu überprüfen.
[0023] Das Verfahren sieht hierbei vor, dass mehrere Einzelseile aus dem Brückenseilverband
in einem Teilbereich nacheinander separiert, abgehoben und beabstandet fixiert werden.
Hierbei werden zumindest zwei Lagen des Brückenseilverbandes, bestehend aus vier oder
fünf Lagen in einem Winkelbereich von 60 Grad abgehoben. Im Anschluss nach Aufhebung
der fixierten Position der Einzelseile kann die Spreizklammer teilweise demontiert
und um einen Winkel von 60 Grad versetzt angeordnet werden, sodass auch die übrigen
Außenflächen in ähnlicher Weise überprüft werden können, um auf diese Weise über den
gesamten Umfang des Brückenseilverbandes eine Kontrolle auf Korrosionsschäden durchführen
zu können.
[0024] Der besondere Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass eine vorhandene
Hängebrücke mit einem Brückenseilverband, beispielsweise im tiefsten Punkt des durchhängenden
Brückenseils, einer Korrosionsüberprüfung unterzogen werden kann, ohne dass eine Zerstörung
oder ein Austausch der Einzelseile erforderlich ist. Mithilfe der Spreizvorrichtung
und dem aufgezeigten Verfahren besteht die Möglichkeit, die Einzelseile in einem bestimmten
Bereich, vorzugsweise im tiefsten Punkt des durchhängenden Brückenseils, auf Korrosionsschäden
zu überprüfen. Hierzu werden die Einzelseile mithilfe einer Spreizklammer aus dem
Verband herausgelöst und mit einer Seilklammer von dem Verband abgehoben, um in dieser
Position fixiert zu werden. Der besondere Vorteil dieses Verfahrens besteht darin,
dass während der gesamten Inspektion die Tragfähigkeit des Tragkabels bzw. Brückenseilverbandes
aufrechterhalten wird und nach der Inspektion das Tragkabel in die alte Form zusammengeführt
werden kann.
[0025] Die Erfindung wird im Weiteren anhand eines Ausführungsbeispiels nochmals erläutert.
[0026] Es zeigt
- Fig. 1
- in einer perspektivischen Ansicht einen Brückenseilverband mit einer Seilklammer,
- Fig. 2
- in einer perspektivischen Ansicht einen Brückenseilverband mit einer Spreizklammer
und einem Seilspreizer,
- Fig. 3
- in einer perspektivischen Ansicht einen Brückenseilverband mit einer Spreizklammer
und einer Seilklemme,
- Fig. 4
- in einer perspektivischen Ansicht einen Brückenseilverband mit einer Spreizklammer
und mehreren Seilhalterungen,
- Fig. 5
- in einer perspektivischen Ansicht ein einzelnes erstes Spreizklammerelement,
- Fig. 6
- in einer perspektivischen Ansicht ein zweites Spreizklammerelement,
- Fig. 7
- in einer perspektivischen Ansicht das Spreizklammerelement gemäß Figur 6 mit Seilhalterungen,
- Fig. 8
- in einer perspektivischen Ansicht eine Seilklemme,
- Fig. 9
- in einer Draufsicht eine Seilklemme mit einliegendem Brückenseilverband,
- Fig. 10
- in einer Draufsicht eine Spreizklammer mit einliegendem Brückenseilverband und einem
Seilspreizer,
- Fig. 11
- in einer Draufsicht eine Spreizklammer mit einliegendem Brückenseilverband und einer
Seilklemme zum Abheben eines Einzelseiles und
- Fig. 12
- in einer Draufsicht den Brückenseilverband mit Spreizklammer und einer Fixierung von
fünf Einzelseilen der ersten äußeren Lage.
[0027] Figur 1 zeigt in einer perspektivischen Ansicht einen sechseckförmigen Brückenseilverband
1, der das Tragkabel einer Hängebrücke bildet. Um den Brückenseilverband 1 ist eine
Sellklammer 2 angeordnet, welche aus sechs ersten Spreizklammerelementen 3 besteht.
Die Spreizklammerelemente 3 dienen sowohl zum Aufbau der Seilklammer 2 als auch der
Spreizklammer gemäß Figur 2. Die ersten Spreizklammerelemente 3 bestehen aus einem
T-förmigen Mittelstück 4, welches unter einem Winkel von 30 Grad abgeschrägte Stirnflächen
aufweist. An den Stirnflächen sind jeweils Anschlussflansche 5, 6 angeschweißt, die
zur Anlage der benachbarten Flansche des nächsten Spreizklammerelementes 3 dienen.
Eine Verschraubung der Anschlussflansche 5, 6 erfolgt mithilfe von Schraubbolzen 7,
wobei im gezeigten Ausführungsbeispiel insgesamt sechs Schraubbolzen 7 für jeden Anschlussflansch
5, 6 eingesetzt werden. Die Dimensionierung der ersten Spreizklammerelemente 3, der
Anschlussflansche 5, 6 und der Schraubbolzen 7 richtet sich hierbei nach der Schlüsselweite
des Brückenseilverbandes 1.
[0028] Die ersten Spreizklammerelemente 3 weisen im Weiteren eine Anlagefläche 8 auf, die
jeweils an einer Außenfläche des sechseckförmigen Brückenseilverbandes 1 zu liegen
kommen. Durch diese Maßnahme wird der Brückenseilverband 1 mithilfe der Seilklammer
2 fixiert. Diese Fixierung ist deshalb erforderlich, weil zwischen zwei Seilklammern
2 eine Spreizklammer 10, wie sie aus der Figur 2 ersichtlich ist eingesetzt wird,
um Einzelseile 9 des Brückenseilverbandes 1 zu separieren, von dem Brückenseilverband
1 abzuheben und in dieser Position zu fixieren. Dieses Abheben eines Einzelseiles
9 soll sich aber nur auf den Bereich zwischen zweier Seilklammern 2 erstrecken und
in keinem Fall dazu führen, dass das Einzelseil 9 über einen wesentlichen Abschnitt
des Brückensellverbandes 1 abgehoben werden kann. Die Anlagefläche 8 der ersten Spreizklammerelemente
3 kann zur Vermeidung von Beschädigungen der Einzelseile 9 mit einer elastischen Schicht,
beispielsweise Teflon, versehen sein.
[0029] Figur 2 zeigt in einer perspektivischen Ansicht den aus Figur 1 bekannten Brückenseilverband
1, wobei in diesem Fall eine Spreizklammer 10 an dem Brückenseilverband 1 befestigt
wurde. Die Spreizklammer 10 besteht aus drei ersten Spreizklammerelementen 3 mit einem
identischen Aufbau, wie er aus der Seilklammer gemäß Figur 1 bekannt ist. Ein zweites
Spreizklammerelement 11 erstreckt sich über 180 Grad und besteht aus einem Bogenelement
12 und endseitigen Anschlussflanschen 13, 14. Die Anschlussflansche 13, 14 sind baugleich
mit den Anschlussflanschen 5, 6 der ersten Spreizkammerelemente 3. Eine Verschraubung
erfolgt wiederum über Schraubbolzen 7. Ähnlich wie die ersten Spreizkammerelemente
3 besitzt das zweite Spreizkammerelement 10 eine Anlagefläche 15, die sich nur über
annähernd die Hälfte einer Seitenfläche des Brückenseilverbandes 1 erstreckt, sodass
zumindest zwei äußere Lagen der Einzelseile 9 des Brückenseilverbandes 1 freiliegen.
Das Bogenelement 12 besteht aus zwei einstückig gefertigten Montageplatten 16, 17,
die rechtwinklig mit den Anschlussflanschen 13, 14 verbunden, vorzugsweise verschweißt
sind. Zwischen dem Bogenelement 12 und dem Brückenseilverband 1 entsteht somit ein
Freiraum 35, welcher zum Separieren, Abheben und Fixieren von Einzelseilen 9 verwendet
wird. Mithilfe eines Seilspreizers 36 kann ein Einzelseil 9, vorzugsweise im Übergangsbereich
zwischen zwei Seitenflächen aus dem Brückenseilverband 1 herausgelöst werden. Der
Seilspreizer 36 besteht aus einem keilförmigen Endstück 37, welches vorzugsweise mit
einem Elastomer beschichtet ist, um eine Beschädigung der Einzelseile 9 zu vermeiden.
Das Endstück 37 ist über eine Gewindestange 38 mit einem Widerlager 39 verbunden,
welches sich unmittelbar an der Innenkante des Bogenelementes 12 abstützt. Mithilfe
der Gewindestange 38 oder gegebenenfalls entsprechender Hydraulik kann somit das keilförmige
Endstück 37 zwischen die Einzelseile 9 gepresst werden, sodass sich ein Einzelseil
9 herauslösen lässt. Mithilfe einer Seilklemme 20, wie sie aus Figur 3 bekannt ist,
kann das Einzelseil 9 erfasst und gegenüber dem Brückenseilverband 1 abgehoben werden.
[0030] Figur 3 zeigt in einer perspektivischen Ansicht ein Brückenseilverband 1, bestehend
aus Einzeisellten 9 und einer Spreizklammer 10, wie sie bereits aus Figur 2 bekannt.
ist. Die Spreizklammer 10 besteht aus ersten Spreizklammerelementen 3 und einem zweiten
Spreizklammerelement 11. Figur 2 zeigte die mögliche Separation eines Einzelseils
9, während Figur 3 bei gleicher Anordnung der Spreizklammer 10 die Aufnahme eines
Einzelseils 9 mit einer Seilklemme 20 zeigt. Die Seilklemme 20 besteht aus zwei Klemmbacken
21, 22, einer Gewindestange 23 und einem Widerlager 24. Mithilfe von Schraubbolzen
25 wird das Einzelseil 9 zwischen den Klemmbacken 21, 22 gehalten, wobei die Klemmbacken
21, 22 zu diesem Zweck eine muldenförmige Vertiefung 26 aufweisen. Das Widerlager
24 besteht aus einem Stützelement 29 mit seitlichen Führungen 27. Durch das Stützelement
29 ragt die Gewindestange 23. Über eine Mutter 28 kann der Abstand zwischen Seilklemme
20 und Widerlager 24 verändert werden, sodass ein Einzelseil 9 aus dem Brückenseilverband
1 in Richtung auf das Bogenelement 12 abgehoben werden kann.
[0031] Figur 4 zeigt in einer perspektivischen Ansicht den bereits bekannten Brückenseilverband
1 mit den Einzelseilen 9 und der Spreizklammer 10. Der Aufbau der Spreizklammer 10
entspricht der vorherigen Beschreibung gemäß Figur 2 und 3. In dieser Figur wird die
Fixierung der Einzelseile 9 gezeigt, und zwar unterhalb des Bogenelementes 12 über
ein Gurtband 30, welches um das Einzelseil 9 gelegt wird und über ein Stützelement
31 gehalten wird. Die Stützelemente 31 liegen an dem Außenumfang 32 der Montageplatten
16, 17 an, und zwar über einen Winkelbereich von bis zu 180 Grad verteilt. Die Stützelemente
31 sind jeweils endseitig mit einem Einschnitt 33, 34 ausgestattet, in dem die Randfläche
der Montageplatten 16, 17 einliegen. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Stützelemente
31 seitlich verrutschen können. Aus dieser Figur ist im Weiteren ersichtlich, dass
bereits fünf Einzelseile 9 mithilfe der Gurtbänder 30 in einer abgehobenen Position
vom Brückenseilverband 1 positioniert wurden. Nach dem Entfernen der äußeren Schicht
der Einzeiseile 9 kann in einem weiteren Arbeitsgang die nächste Schicht der Einzelseile
9 abgehoben werden, und zwar wiederum mit einem Seilspreizer 36, einer Seilklemme
20 und anschließender Fixierung mithilfe eines Gurtbandes 30.
[0032] Figur 5 zeigt in einer perspektivischen Ansicht ein erstes Spreizklammerelement 3
mit einem T-förmigen Mittelstück 4, welches an den Stirnflächen eine 30-Grad-Abschrägung
aufweist, und zwei Anschlussflansche 5, 6. Die Anschlussflansche 5, 6 sind mit einzelnen
Bohrungen 40, und zwar jeweils sechs Stück an der Zahl, ausgestattet. Sechs dieser
ersten Spreizklammerelemente 3 können zum Aufbau einer Seilklammer verwendet werden,
sodass die Seilklammer über 360 Grad um den Brückenseilverband anliegen kann. Die
Anlage erfolgt in diesem Fall mit einer Anlagefläche 8, die an den einzelnen Flächen
des sechseckförmigen Brückenseilverbandes zu liegen kommt.
[0033] Figur 6 zeigt in einer perspektivischen Ansicht ein zweites Spreizklammerelement
11 mit zwei Anschlussflanschen 13,14, die über Bohrungen 40 zur Verschraubung mit
den ersten Spreizklammerelementen 3 vorgesehen sind. Über ein Bogenelement 12 entsteht
ein Freiraum zwischen dem aufgenommenen Brückenseilverband und dem Bogenelement 12,
sodass die Einzelseile des Brückenseilverbandes mithilfe eines Seilspreizers herausgelöst
und mithilfe einer Seilklemme von dem Brückenseilverband abgehoben werden können.
Ähnlich wie die ersten Spreizklammerelemente 3 weist auch das zweite Spreizklammerelement
11 eine Anlagefläche 15 auf, die in diesem Fall nur an einer Hälfte der Seitenfläche
des Brückenseilverbandes anliegt. Somit besteht die Möglichkeit, die Einzelseile des
Brückenseilverbandes nacheinander abzuheben. Das Bogenelement 12 besteht aus zwei
beabstandeten Montageplatten 16, 17, die rechtwinklig mit den Anschlussflanschen 13,
14 verbunden, vorzugsweise verschweißt sind. Somit kann zwischen den Anschlussflanschen
13, 14 entweder eine Gewindestange oder eine entsprechende Hydraulik geführt werden,
um sowohl den Seilspreizer und die Seilklemme einzusetzen und im Weiteren mithilfe
eines Stützelementes die Einzelseile in einem abgehobenen Zustand mithilfe eines Gurtbandes
zu fixieren.
[0034] Figur 7 zeigt in einer perspektivischen Ansicht das zweite Spreizklammerelement 11,
wie bereits aus Figur 6 ersichtlich, wobei in diesem Fall einzelne Abstützelemente
31 über den äußeren Umfang des Bogenelementes 12 verteilt angeordnet sind.
[0035] Figur 8 zeigt in einer perspektivischen Ansicht eine Seilklemme 20, die aus zwei
Klemmbacken 21, 22 besteht. Die Innenflächen 42, 43 der Klemmbacken 21, 22 weisen
jeweils eine muldenförmige Vertiefung 26 auf, sodass ein Einzelseil zumindest teilweise
umschlossen und nach Anziehen der Schraubbolzen 44 zwischen den beiden Klemmbacken
21, 22 eingeklemmt werden kann. Über eine nicht dargestellte Gewindestange oder Hydraulik
kann im Anschluss die Seilklemme 20 von dem Brückenseilverband wegbewegt werden, um
ein Einzelseil herauszulösen.
[0036] Figur 9 zeigt in einer Draufsicht einen Brückenseilverband 1, bestehend aus Einzelseilen
9, und zwar 61 Stück. Um diesen Brückenseilverband 1 ist eine Seilklammern 2 angeordnet,
die aus ersten Spreizklammerelementen 3 besteht. Sechs erste Spreizklammerelemente
3 bilden die Seilklammer 2 und sind über Anschlussflansche 5, 6 mithilfe von Schraubbolzen
7 miteinander verbunden Somit wird aufgrund der vorliegenden Geometrie des Brückenseilverbandes
1 mithilfe der Anlageflächen 8 der Brückenseilverband hinsichtlich seiner Formgebung
fixiert. Zwei dieser Seilklammern 2 werden beabstandet an dem Brückenseilverband 1
befestigt, sodass zwischen den Seilklammern 2 eine Spreizklammer angeordnet werden
kann, um Einzelseile 9 aus dem Brückenseilverband 1 herauszulösen.
[0037] Figur 10 zeigt den Brückenseilverband 1, bestehend aus den Einzelseilen 9. In diesem
Fall ist um den Brückenseilverband 1 eine Spreizklammer 10 angeordnet, die aus drei
ersten Spreizklammerelementen 3 und aus einem zweiten Spreizklammerelement 11 mit
einem Bogenelement 12 besteht. Durch das Bogenelement 12 entsteht der Freiraum 35,
in dem Einzelseile 9 mithilfe des Seilspreizers 36 zunächst separiert und mithilfe
einer Seilklemme 20 abgehoben und mithilfe einer Seilhalterung fixiert werden können.
[0038] Figur 11 zeigt in einer Draufsicht den Brückenseilverband 1, bestehend aus den Einzelseilen
9 mit Spreizklammer 10. An dem Bogenelement 12 ist in diesem Fall eine Seilklemme
20 angeordnet, die mit einem Widerlager 24 an der Umfangsfläche der Montageplatten
16, 17 anliegt. Über eine Gewindestange 23 und eine Mutter 28 kann mit der Seilklemme
20 ein Einzelseil 9 abgehoben werden.
[0039] Figur 12 zeigt in einer Draufsicht den Brückenseilverband 1 mit seinen Einzelseilen
9 und einer Spreizklammer 10, wobei insgesamt fünf Einzelseile 9 mithilfe eines Gurtbandes
30 von dem Brückenseilverband 1 beabstandet mithilfe von Stützelementen 31 an dem
Bogenelement 12 fixiert sind. Figur 12 zeigt die Entfernung der ersten Lage von Einzelseilen
9, wobei im Anschluss die Entfernung der zweiten Lage von Einzelseilen 9 erfolgen
kann. Zur Entfernung der zweiten Lage von Einzelseilen 9 kann in diesem Fall ebenfalls
die gleiche Spreizklammer 10 eingesetzt werden. Alternativ besteht die Möglichkeit,
eine zweite Spreizklammer 10 neben der ersten Spreizklammer 10 einzusetzen, um auf
diese Weise die zweite Lage oder ggf. die dritte Lage, ausgehend von der äußeren Fläche
des sechseckförmigen Brückenseilverbandes 1 von Einzelseilen 9 zu halten. Zur Fixierung
des übrig gebliebenen Brückenseilverbandes 1 besitzen die ersten Spreizklammerelemente
3 eine Anlagefläche 8 und das zweite Spreizklammerelement 11 eine Anlagefläche 15.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Brückenseilverband
- 2
- Seilklammer
- 3
- Spreizklammerelement
- 4
- Mittelstück
- 5
- Anschlussflansch
- 6
- Anschlussflansch
- 7
- Schraubbolzen
- 8
- Anlagefläche
- 9
- Einzelseil
- 10
- Spreizklammer
- 11
- Spreizklammerelement
- 12
- Bogenelement
- 13
- Anschlussflansch
- 14
- Anschlussflansch
- 15
- Anlagefläche
- 16
- Montageplatte
- 17
- Montageplatte
- 20
- Seilklemme
- 21
- Klemmbacke
- 22
- Klemmbacke
- 23
- Gewindestange
- 24
- Widerlager
- 25
- Schraubbolzen
- 26
- Vertiefung
- 27
- Führung
- 28
- Mutter
- 29
- Stützelement
- 30
- Gurtband
- 31
- Stützelement
- 32
- Außenumfang
- 33
- Einschnitt
- 34
- Einschnitt
- 35
- Freiraum
- 36
- Seilspreizer
- 37
- Endstück
- 38
- Gewindestange
- 39
- Widerlager
- 40
- Bohrung
- 42
- Innenfläche
- 43
- Innenfläche
- 44
- Schraubbolzen
1. Spreizvorrichtung für einen Brückenseilverband (1) (Tragkabel), insbesondere eines
sechseckförmigen Brückenseilverbandes (1), bestehend aus zwei Seilklammern (2) und
zumindest einer Spreizklammer (10), welche auf dem Brückenseilverband (1) festlegbar
sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass die wenigstens eine Spreizklammer (10) zwischen den Seilklammern (2) angeordnet ist,
wobei die Spreizklammer (10) mit zumindest einem ersten Spreizklammerelement (3) an
dem Brückenseil anliegt und mit zumindest einem zweiten Spreizklammerelement (11)
beabstandet zum Brückenseil angeordnet ist.
2. Spreizvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Spreizklammer (10) aus drei ersten Spreizklammerelementen (3) und einem zweiten
Spreizklammerelement (11) besteht.
3. Spreizvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ersten Spreizklammerelemente (3) aus miteinander verschraubbaren Winkelsegmenten
bestehen, die sich über einen Umfang von jeweils 60 Grad erstrecken und jeweils zwei
Anschlussflansche (5, 6) aufweisen.
4. Spreizvorrichtung nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ersten Spreizklammerelemente (3) eine Anlagefläche (8) an das Brückenseil aufweisen,
die sich über einen Winkelbereich von annähernd 60 Grad erstreckt und / oder dass
das zweite Spreizklammerelement (11) aus zwei Anschlussflanschen (13, 14) und einem
Bogenelement (12) besteht, wobei das Bogenelement (12) zur Aufnahme eines Seilspreizers
(36), einer Seilklemme (20) und/oder einer Seilhalterung vorgesehen ist.
5. Spreizvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zweite Spreizklammerelement (11) sich über einen Winkelbereich von 180 Grad erstreckt.
6. Spreizvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zweiten Spreizklammerelemente (11) mit zwei Anlageflächen (15) für das Brückenseil
ausgestattet sind, welche sich jeweils über annähernd 30 Grad erstrecken.
7. Spreizvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Seilspreizer (36) auf der Innenseite des Bogenelementes (12) mit einer Anlagefläche
anliegt und ein Spreizelement aufweist, welches zwischen den Einzelseilen (9) positionierbar
ist, wobei das Spreizelement in Richtung auf das Brückenseil mechanisch über ein Gewinde,
pneumatisch oder hydraulisch bewegbar ist.
8. Spreizvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Seilklemme (20) mit einem Stützelement (31) auf der Außenseite des Bogenelementes
(12) festlegbar ist und mithilfe zweier Klemmbacken (21, 22) zur Aufnahme eines Einzelseiles
(9) vorgesehen ist, wobei die Seilklemme (20) mechanisch mithilfe eines Gewindes,
pneumatisch oder hydraulisch von dem Brückenseilverband (1) abhebbar ist.
9. Spreizvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Seilhalterung aus einzelnen Stützelementen (31) besteht, welche von außen auf
dem Bogenelement (12) der zweiten Spreizklammerelemente (11) aufliegen und über ein
Gurtband (30) die Einzelseile (9) des Brückenseilverband (1) beabstandet zum Verlauf
des Brückenseils halten.
10. Spreizvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bogenelement (12) aus zwei zueinander beabstandeten Montageplatten (16, 17) mit
Anschlussflanschen (13, 14) besteht.
11. Spreizvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stützelemente (31) der Seilhalterung in muldenförmigen Vertiefungen des Bogenelementes
(12) einliegen oder mit einem Einschnitt (33, 34) versehen sind, in welchen die Außenkanten
der Montageplatten (16, 17) einliegen, und/oder dass die Seilklammer (20) aus sechs
miteinander verbundenen ersten Spreizklammerelementen besteht.
12. Verfahren zur Seilspreizung eines aus mehreren Einzelseilen (9) bestehenden Brückenseilverbandes
(1), vorzugsweise sechseckförmige Brückenseilverbände (1),
gekennzeichnet durch die Verwendung zweier Seilklammern (2), welche beabstandet zueinander zur Fixierung
des Brückenseils eingesetzt werden, und einer zwischen den Seilklammern (2) angeordneten
Spreizklammer (10), wobei mithilfe eines Seilspreizers (36) ein Einzelseil (9) aus
dem Brückenseilverband (1) separiert und mit einer Seilklemme (20) aus dem Brückenseilverband
(1) herausgezogen und anschließend in dieser Position fixiert wird.
13. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere Einzelseile (9) aus dem Brückenseilverband (1) in einem Windelbereich von
60 Grad nacheinander separiert, abgehoben und beabstandet fixiert werden.
14. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest zwei Lagen des Brückenseilverbandes (1), bestehend aus vier oder fünf Lagen
in einem Winkelbereich von 60 Grad abgehoben werden.
15. Verfahren nach Anspruch 13, 14 oder 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Spreizklammer (10) zur Kontrolle des Brückenseilverbandes (1) um jeweils 60 Grad
verdreht wird und danach die Einzelseile (9) von diesem 60 Grad-Winkelsegment separiert,
abgehoben und beabstandet fixiert werden.