[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Brennkammer einer Gasturbine gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Im Einzelnen bezieht sich die Erfindung auf eine Brennkammer einer Gasturbine, welche
eine Kopfplatte aufweist, an welcher an der Innenseite Hitzeschilder mittels Schraubverbindungen
verbunden sind. Weiterhin weist die Brennkammer einen Brennkammerkopf auf.
[0003] Aus dem Stand der Technik sind unterschiedlichste Konstruktionen bekannt, bei welchen
der Brennkammerkopf mit der Brennkammerwand verschweißt ist. Dabei ist der Brennkammerkopf
entweder als Vollring mittels eines Gussverfahrens hergestellt oder in Segmenten gefertigt,
die dann zu einem Vollring verschweißt werden und nachfolgend ebenfalls mit der Brennkammerwand
mittels einer Schweißverbindung gefügt sind. Es ist auch bekannt, den Brennkammerkopf
aus Metallblech zu formen und mit der Brennkammeraußenwand zu verschrauben. Derartige
Konstruktionen sind aus den
US 6,672,067 B2,
US 2004/0045301 A1,
JP 2004101174 A,
US 5,924,288 und
EP 0 550 953 A1 bekannt.
[0004] Bei den vorbekannten Konstruktionen erweist es sich als nachteilig, dass gegossene
oder geschweißte Brennkammerköpfe einen hohen Fertigungsaufwand erfordern und somit
hohe Kosten mit sich bringen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass derartige
Brennkammerköpfe fest mit der Brennkammer verbunden sind, sodass kein Austausch möglich
ist. Bei den aus dem Stand der Technik bekannten verschraubten Brennkammerköpfen besteht
der Nachteil, dass diese mit der Brennkammeraußenwand verbunden sind. Es sind somit
zusätzliche Maßnahmen an der Brennkammeraußenwand erforderlich, um die Schraubverbindungen
zu realisieren. Dies erhöht den konstruktiven Aufwand ebenso wie den Fertigungsaufwand.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Brennkammer einer Gasturbine der eingangs
genannten Art zu schaffen, welche bei einfachem Aufbau und einfacher, kostengünstiger
Herstellbarkeit eine kostengünstige und technisch vorteilhafte Ausgestaltung des Brennkammerkopfes
aufweist.
[0006] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmalskombination des Anspruchs 1 gelöst,
die Unteransprüche zeigen weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0007] Erfindungsgemäß ist somit vorgesehen, dass jedes Hitzeschild und der Brennkammerkopf
mittels gemeinsamer Schraubverbindungen an der Kopfplatte befestigt sind.
[0008] Die erfindungsgemäße Lösung zeichnet sich durch eine Reihe erheblicher Vorteile aus.
Erfindungsgemäß werden die Kopfplatten mit dem Hitzeschild verschraubt. Hierzu sind
an den meist als Gussteil ausgebildeten Hitzeschildern Gewindebolzen vorgesehen, welche
durch Ausnehmungen der Kopfplatte geführt und von außerhalb des Brennkammerinnenraums
verschraubt werden. Bei der erfindungsgemäßen Lösung ist vorgesehen, dass einzelne
dieser Schraubverbindungen genutzt werden, um den Brennkammerkopf zu befestigen. Es
ist somit erfindungsgemäß nicht erforderlich, zusätzliche Befestigungsmaßnahmen zu
ergreifen. Vielmehr können die bereits vorhandenen Schraubverbindungen zur Befestigung
des Hitzeschildes mit der Kopfplatte für die Lagerung und Befestigung des Brennkammerkopfes
mitgenutzt werden. Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn jedes Hitzeschild mittels
mehrerer Schraubverbindungen mit der Kopfplatte verbunden ist und nur einzelne dieser
Schraubverbindungen für die Befestigung des Brennkammerkopfes verwendet werden. Bei
der Montage der Brennkammer ist es somit möglich, die Hitzeschilder zunächst mittels
einzelner Schraubverbindungen zu montieren. Wenn dann die Montagearbeiten der Brennkammer
soweit fortgeschritten sind, dass der Brennkammerkopf aufgesetzt werden kann, können
die noch verbleibenden Befestigungsstellen zum Verschrauben des Brennkammerkopfes
und zur restlichen Befestigung der Hitzeschilder dienen. Dabei wird der Brennkammerkopf
mit den vorhandenen Stehbolzen der Hitzeschilder mit der Kopfplatte verschraubt.
[0009] Besonders günstig ist es, wenn der Brennkammerkopf mit Zugangsausnehmungen zum Zugang
der Schraubverbindung versehen ist. Der Brennkammerkopf weist somit bevorzugt mehrere
Zugangsausnehmungen auf, um Zugang zu den mit Gewinde versehenen Stehbolzen der Kopfplatte
zu erhalten und um auf diesen Muttern aufzuschrauben.
[0010] In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass
der Brennkammerkopf im Bereich der Zugangsausnehmungen in den Innenraum des Brennkammerkopfes
vorstehende Befestigungshülsen aufweist. Diese dienen zugleich als Distanzstücke,
um gegen die Kopfplatte angelegt zu werden. Hierdurch erfolgt eine präzise Ausrichtung
und Montage des Brennkammerkopfes. Bevorzugterweise sind die Befestigungshülsen so
ausgebildet, dass sie mit Luftdurchtrittsöffnungen versehen sind. Somit kann eine
gleichmäßige Durchspülung des Innenraums des Brennkammerkopfes mit Kühlluft erfolgen.
[0011] Erfindungsgemäß kann der Brennkammerkopf entweder als Vollring ausgebildet sein oder
segmentiert gefertigt werden. Bei der segmentierten Fertigung können die einzelnen
Segmente in der oben beschriebenen Weise mit dem Hitzeschild bzw. der Kopfplatte verschraubt
werden.
[0012] In besonders günstiger Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Brennkammerkopf
mittels eines additiven Fertigungsverfahrens hergestellt ist, beispielsweise mittels
eines DLD-Verfahrens (direct laser depositioning). Hierdurch ergibt sich eine erhebliche
Reduzierung der Fertigungskosten. Weiterhin ist eine Gewichtsoptimierung möglich.
[0013] Wie oben erwähnt, bietet die erfindungsgemäße Ausgestaltung die Möglichkeit, den
Brennkammerkopf mit der Kopfplatte und dem Hitzeschild zu verschrauben, ohne dass
zusätzliche Teile erforderlich sind. Hierdurch ergibt sich eine erhebliche Gewichtsreduzierung.
Weiterhin vereinfacht sich die Montage. Die gesamten Herstellungskosten können gesenkt
werden.
[0014] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit
der Zeichnung beschrieben. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- ein Gasturbinentriebwerk zur Verwendung der erfindungsgemäßen Gasturbinenbrennkammer,
- Fig. 2
- eine Teil-Schnittansicht eines Ausführungsbeispiels einer Brennkammer mit erfindungsgemäßer
Befestigung des Brennkammerkopfes,
- Fig. 3
- eine perspektivische Teilansicht analog Fig. 2,
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht eines Segmentteils eines erfindungsgemäßen Brennkammerkopfes,
- Fig. 5
- eine vergrößerte Darstellung gemäß Fig. 4, und
- Fig. 6
- eine Gesamtansicht eines erfindungsgemäßen Brennkammerkopfes.
[0015] Das Gasturbinentriebwerk 110 gemäß Fig. 1 ist ein allgemein dargestelltes Beispiel
einer Turbomaschine, bei der die Erfindung Anwendung finden kann. Das Triebwerk 110
ist in herkömmlicher Weise ausgebildet und umfasst in Strömungsrichtung hintereinander
einen Lufteinlass 111, einen in einem Gehäuse umlaufenden Fan 112, einen Mitteldruckkompressor
113, einen Hochdruckkompressor 114, eine Brennkammer 115, eine Hochdruckturbine 116,
eine Mitteldruckturbine 117 und eine Niederdruckturbine 118 sowie eine Abgasdüse 119,
die sämtlich um eine zentrale Triebwerksmittelachse 101 angeordnet sind.
[0016] Der Mitteldruckkompressor 113 und der Hochdruckkompressor 114 umfassen jeweils mehrere
Stufen, von denen jede eine in Umfangsrichtung verlaufende Anordnung fester stationärer
Leitschaufeln 120 aufweist, die allgemein als Statorschaufeln bezeichnet werden und
die radial nach innen vom Triebwerksgehäuse 121 in einen ringförmigen Strömungskanal
durch die Kompressoren 113, 114 vorstehen. Die Kompressoren weisen weiter eine Anordnung
von Kompressorlaufschaufeln 122 auf, die radial nach außen von einer drehbaren Trommel
oder Scheibe 125 vorstehen, die mit Naben 126 der Hochdruckturbine 116 bzw. der Mitteldruckturbine
117 gekoppelt sind.
[0017] Die Turbinenabschnitte 116, 117, 118 weisen ähnliche Stufen auf, umfassend eine Anordnung
von festen Leitschaufeln 123, die radial nach innen vom Gehäuse 121 in den ringförmigen
Strömungskanal durch die Turbinen 116, 117, 118 vorstehen, und eine nachfolgende Anordnung
von Turbinenschaufeln 124, die nach außen von einer drehbaren Nabe 126 vorstehen.
Die Kompressortrommel oder Kompressorscheibe 125 und die darauf angeordneten Schaufeln
122 sowie die Turbinenrotornabe 126 und die darauf angeordneten Turbinenlaufschaufeln
124 drehen sich im Betrieb um die Triebwerksmittelachse 101.
[0018] Die Fig. 2 zeigt in vereinfachter Schnittansicht eine Brennkammeraußenwand 1 sowie
eine Brennkammerinnenwand 2. Diese sind miteinander verbunden. Mit der Brennkammeraußenwand
1 ist ein Brennkammerkopf 3 verbunden, beispielsweise mittels eines Schweißverfahrens.
Im Innenraum der Brennkammer ist ein Hitzeschild 4 vorgesehen, welcher mit vier Hitzeschildbolzen
5 versehen ist, welche mit einem Außengewinde versehen sind, um eine Mutter 10 aufzuschrauben.
[0019] Die Fig. 2 zeigt weiterhin einen Brennkammerkopf 3, welcher in den nachfolgenden
Figuren im Einzelnen näher dargestellt ist. Der Brennkammerkopf 3 ist so ausgestaltet,
dass er mit seinem Randbereich 12 passgenau in eine Nut 13 der Kopfplatte 6 einlegbar
und damit zentrierbar ist. An seiner Innenseite weist der Brennkammerkopf 3 Befestigungshülsen
7 auf, welche mit Luftdurchtrittsöffnungen 11 versehen sind, so wie dies insbesondere
auch aus der Darstellung der Fig. 3 ersichtlich ist. Die Befestigungshülsen 7 sind
so ausgebildet, dass sie im montierten Zustand gegen Befestigungsansätze 14 der Kopfplatte
6 anliegen. Nachfolgend kann mittels Muttern 10 eine Verschraubung erfolgen.
[0020] Der Brennkammerkopf 3 ist mit Zugangsausnehmungen 8 versehen, um die Verschraubung
des Brennkammerkopfes 3 mit dem Hitzeschild 4 zu ermöglichen. Weiterhin weist der
Brennkammerkopf Zugangsausnehmungen 9 auf, durch welche ein Zugang zu den Verschraubungsstellen
geschaffen wird, mittels derer das Hitzeschild 4 mit der Kopfplatte 6 verschraubt
ist.
[0021] Die Fig. 3 zeigt eine perspektivische Darstellung der in Fig. 2 gezeigten Ansicht.
Dabei ist insbesondere ersichtlich, dass nur einige der Hitzeschildbolzen 5 zur Befestigung
des Brennkammerkopfes 3 verwendet werden.
[0022] Die Fig. 4 bis 6 zeigen perspektivische Teilansichten des Brennkammerkopfes mit Blickrichtung
auf die Innenseite des Brennkammerkopfes 3. Dabei ist ersichtlich, dass an dem Brennkammerkopf
3 eine Vielzahl von Brennerdurchtrittsöffnungen 15 vorgesehen sind. Jeder dieser Brennerdurchtrittsöffnungen
15 ist ein Hitzeschild 4 zugeordnet, welcher mittels vier Hitzeschildbolzen 5 verschraubt
ist. Während zwei dieser Befestigungspunkte zur direkten Verbindung des Hitzeschilds
4 mit der Kopfplatte 6 dienen, sind an zwei dieser Befestigungspunkte an dem Brennkammerkopf
3 Befestigungshülsen vorgesehen, mittels derer, wie in den Fig. 2 und 3 gezeigt, der
Brennkammerkopf 3 befestigt wird.
[0023] Die Fig. 4 und 5 zeigen insbesondere auch die Luftdurchtrittsöffnungen 11 der Befestigungshülsen
7.
[0024] Die Fig. 6 zeigt eine Gesamtansicht des Brennkammerkopfes 3, welcher aus vier Segmenten
zusammengesetzt ist.
Bezugszeichenliste:
[0025]
- 101
- Triebwerksmittelachse
- 110
- Gasturbinentriebwerk / Kerntriebwerk
- 111
- Lufteinlass
- 112
- Fan
- 113
- Mitteldruckkompressor (Verdichter)
- 114
- Hochdruckkompressor
- 115
- Brennkammer
- 116
- Hochdruckturbine
- 117
- Mitteldruckturbine
- 118
- Niederdruckturbine
- 119
- Abgasdüse
- 120
- Leitschaufeln
- 121
- Triebwerksgehäuse
- 122
- Kompressorlaufschaufeln
- 123
- Leitschaufeln
- 124
- Turbinenschaufeln
- 125
- Kompressortrommel oder -scheibe
- 126
- Turbinenrotornabe
- 127
- Auslasskonus
- 1
- Brennkammeraußenwand
- 2
- Brennkammerinnenwand
- 3
- Brennkammerkopf
- 4
- Hitzeschild
- 5
- Hitzeschildbolzen
- 6
- Kopfplatte
- 7
- Befestigungshülse am Brennerkopf
- 8
- Zugangsausnehmung
- 9
- Zugangsausnehmung
- 10
- Mutter
- 11
- Luftdurchtrittsöffnung
- 12
- Randbereich
- 13
- Nut
- 14
- Befestigungsansatz
- 15
- Brennerdurchtrittsöffnung
1. Brennkammer einer Gasturbine, mit einer Kopfplatte (6) und mit einem Brennerkopf (3),
wobei die Kopfplatte (6) mit der Brennkammer (115) verbunden ist und wobei mehrere
im Innenraum der Brennkammer (115) angeordnete Hitzeschilder (4) mit der Kopfplatte
(6) verschraubt sind, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Hitzeschild (4) und der Brennkammerkopf (3) mittels gemeinsamer Schraubverbindungen
an der Kopfplatte (6) befestigt sind.
2. Brennkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Hitzeschild (4) mittels mehrerer Schraubverbindungen mit der Kopfplatte (6)
verbunden ist und dass nur einzelne dieser Schraubverbindungen für die Befestigung
des Brennkammerkopfes (3) verwendet sind.
3. Brennkammer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Brennkammerkopf (3) mit Zugangsausnehmungen (8, 9) zum Zugang der Schraubverbindungen
versehen ist.
4. Brennkammer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Brennkammerkopf (3) im Bereich der Zugangsausnehmungen (8, 9) in den Innenraum
des Brennkammerkopfes (3) vorstehende Befestigungshülsen (7) aufweist.
5. Brennkammer nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungshülsen (7) mit Luftdurchtrittsöffnungen (11) versehen sind.
6. Brennkammer nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Brennkammerkopf (3) als Vollring ausgebildet ist.
7. Brennkammer nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Brennkammerkopf (3) segmentiert ausgebildet ist.
8. Brennkammer nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopfplatte (6) im Bereich der Verschraubungen rohrartige, zum Brennkammerkopf
(3) weisende Befestigungsgansätze (14) aufweist.
9. Brennkammer nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Brennkammerkopf (3) mittels eines additiven Fertigungsverfahrens hergestellt
ist.