[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung an einer zylindrischen, mit einer Hülle umgebenen
Hohlladung, welche an einem Ende der Hülle eine Zündeinrichtung im Bereich der Längsachse
aufweist, der am anderen Ende der Hülle eine Einlage gegenüber liegt, wobei im aus
Hülle, der Einlage und der Zündeinrichtung gebildeten Hohlraum eine Sprengladung angeordnet
ist, und wobei zwischen dem äußeren Rand der Einlage und dem in der Nähe der Einlage
befindlichen Rand der Hülle ein mit beiden verbundener, radial verlaufender ringförmiger
Flansch angeordnet ist.
[0002] Aus der
US 4,474,113 A ist eine Hohlladung bekannt geworden, die neben einer geformten Einlage, einer Zündeinrichtung
und einer Sprengladung auch eine die Ladung umgebende Hülle aufweist. Zusätzlich ist
bezüglich der Längsachse der Ladung radialer Richtung vom äußeren Rand der Einlage
bis zum Rand der Hülle ein plattenförmiger Ring angeordnet, der mit der Einlage und
der Hülle verbunden ist. Weitere Ausgestaltungen dieses Ringes sind jedoch nicht genannt.
[0003] Weiterhin ist es hinreichend bekannt, die Hülle eines zylindrischen Gefechtskopfes
mit Prägungen, Schlitzen oder Nuten auszustatten, die nicht nur unidirektional, sondern
auch in figürlichen Anordnungen, wie beispielsweise Rauten, angeordnet sein können.
Damit lassen sich in radialer Richtung abgehende natürliche oder geformte Splitter
erzeugen.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Hohlladung derart zu
erweitern, dass sowohl der bekannte Stachel ausgebildet wird und zusätzlich auch Splitter
in Richtung des Stachels, aber auch in einem Winkelbereich dazu abgegeben werden können.
[0005] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, dass der Flansch eine Vielzahl
von linearen oder figürlichen Prägungen und/oder Verformungen aufweist, mit deren
Hilfe zusammen mit der Druckbelastung durch die initiierte Sprengladung Splitter ausbildbar
sind, und dass der Flansch in Abhängigkeit von der gewünschten Flugrichtung der erzeugbaren
Splitter zur Längsachse geneigt oder senkrecht angeordnet ist.
[0006] Auf diese Weise lassen sich um den Stachel herum in Schussrichtung Splitter generieren,
im Ziel einen Splitterkreis um den Stachel erzeugen. Unter Anwendung der in den nachgeordneten
Ansprüchen beschriebenen Merkmale lassen sich durch Neigung oder Krümmung des Flansches
der Splitterkreisdurchmesser und auch die Breite des Splitterkreises beeinflussen.
[0007] Weiterhin ist es möglich, auch zwei oder mehrere Splitterkreise zu erzeugen indem
man mehrere gleichartige Vorrichtungen radial benachbart auf dem Flansch anordnet.
Es bietet sich an, den Flansch und die Hülle der Hohlladung aus demselben Material
anzufertigen, insbesondere dann, wenn man Hülle und Flansch in einem Stück herstellen
möchte.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
Folgenden näher beschrieben ohne dass die Erfindung nur auf dieses Beispiel beschränkt
wäre. Es zeigen:
Fig. 1: einen Schnitt durch eine Hohlladung mir der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig. 2: ein Splitterbild einer erfindungsgemäßen Hohlladung.
[0009] In der Figur 1 ist eine Hohlladung nach bekanntem Bauprinzip in einem schrägen Schnitt
dargestellt. Die Sprengladung S ist außen von einer zylindrischen Hülle H umgeben.
Am heckseitigen Ende der Sprengladung ist zentral auf der Längsachse liegend die Zündeinrichtung
Z angeordnet. Die Hohlladung ist heckseitig mit einer Platte ZP abgeschlossen, einerseits
die Zündeinrichtung Z trägt und am Außenrand mit der Hülle H verbunden und ihr gegenüber
abgedichtet ist.
[0010] Die Hülle H ist auf der in Flugrichtung weisenden Seite in Richtung der Längsachse
L umgebogen. Dieser Teil, der etwa senkrecht zur Längsachse L angeordnet ist, wird
hier als Flansch F bezeichnet. Dieser Flansch F ist an seinem inneren Rand fest mit
der Einlage E verbunden, die den Innenraum der Hohlladung nach vorne abdichtet.
[0011] Die Erfindung löst nun die gestellte Aufgabe dadurch, dass der Flansch F eine Vielzahl
von Prägungen P und/oder Verformungen aufweist. Wenn die Sprengladung S initiiert
wird erweisen sich diese Stellen als diejenigen Orte, an denen aufgrund des von Innen
auf die Hülle und den Flansch wirkenden Druckes zuerst eine Materialschwächung eintritt,
die in Risse übergeht. Diese Risse sind dann maßgeblich für die Form der dabei gebildeten
Splitter.
[0012] Die Prägungen können dabei vielfältig ausgeführt sein. Im einfachen Fall sind dies
nur lineare Kerben. Damit lassen sich natürliche Splitter erzeugen. Die Kerben können
aber auch über Kreuz angelegt sein. Damit lassen sich rautenförmig geformte Splitter
definierter Größe erzeugen. Es ist auch denkbar, die Prägungen in der Form von Figuren
(wie z. B. Kreise, Quadrate) auszuführen, die beabstandet auf dem Flansch angeordnet
werden. Damit wird ein Gemisch aus geformten und natürlichen Splittern erzeugt.
[0013] Anstelle der Prägungen P können Verformungen in den Flansch gepresst werden, wobei
dies sowohl konkav, als auch konvex ausgeführt sein können. Daraus lassen sich wiederum
geformte Splitter erzeugen, wobei die Zwischenräume wieder natürliche Splitter bilden.
Schließlich lassen sich auch Prägungen P mit Verformungen V beliebig kombinieren.
Die zweckmäßige Auswahl bleibt dem Fachmann überlassen.
[0014] Hinsichtlich der Herstellung einer solchen Vorrichtung zeigt die Figur 1 eine aus
einem Stück bestehende Kombination von Hülle H und Flansch F. Damit bestehen beide
aus demselben Material. Die Dicke der Hülle und des Flansches wird dem Zweck entsprechend
angepasst.
[0015] Es können aber auch Hülle und Flansch als getrennte Bauteile hergestellt werden,
die bei der Montage miteinander verbunden werden. Dabei lassen sich auch unterschiedliche
Materialien miteinander kombinieren. Auch die Dicke des Flansches kann variiert werden
um die Art der Splittererzeugung zu beeinflussen.
[0016] Eine Vorrichtung der bis jetzt beschriebenen Art erzeugt Splitter, die vorzugsweise
annähernd parallel zur Längsachse L wegfliegen. Soll der erzeugte Splitterring sich
zum Ziel hin öffnen, bietet es sich an, den Flansch in einem Winkelbereich von bis
zu 45° nach hinten zu verbiegen. Dabei kann der Flansch in seinem Querschnitt in radialer
Richtung nicht nur gerade sondern auch gekrümmt sein. Mit letzterer Ausführung wird
eine breitere radiale Streuung der Splitter erreicht.
[0017] Schließlich ist es auch möglich, die zur Splittererzeugung dienenden kreisförmigen
Anordnungen von Prägungen P oder Verformungen V auch in zwei oder mehr Kreisen oder
auf kreisähnlichen Kurven wie beispielsweise Ovalen anzuordnen.
[0018] In der Figur 2 ist das Splitterbild auf einer Nachweisplatte zu sehen. Zentral in
der Mitte ist der Bereich sehr gut zu erkennen, in dem der Stachel der Hohlladung
auf die Platte getroffen ist. Beabstandet davon und durch eine feine gestrichelte
Linie angedeutet ist der Kreis der vom Flansch stammenden Splitter deutlich zu erkennen.
1. Vorrichtung an einer zylindrischen, mit einer Hülle (H) umgebenen Hohlladung (HL),
welche an einem Ende der Hülle eine Zündeinrichtung (Z) im Bereich der Längsachse
(L) aufweist, der am anderen Ende der Hülle eine Einlage (E) gegenüber liegt, wobei
im aus Hülle, der Einlage und der Zündeinrichtung gebildeten Hohlraum eine Sprengladung
(S) angeordnet ist, und wobei zwischen dem äußeren Rand der Einlage (E) und dem in
der Nähe der Einlage befindlichen Rand der Hülle (H) ein mit beiden verbundener, radial
verlaufender ringförmiger Flansch (F) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Flansch (F) eine Vielzahl von linearen oder figürlichen Prägungen (P) und/oder
Verformungen aufweist, mit deren Hilfe und einer Druckbelastung durch die initiierte
Sprengladung (S) Splitter ausbildbar sind,
und dass der Flansch (F) in Abhängigkeit von der gewünschten Flugrichtung der erzeugbaren
Splitter zur Längsachse (L) geneigt oder senkrecht angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Flansch (F) im Querschnitt flach oder gekrümmt ausgeführt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Flansch (F) gegenüber der Längsachse eine Neigung zwischen 45° und 90° aufweist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägungen (P) und/oder Verformungen in wenigstens zwei etwa konzentrischen Kreisen
um die Längsachse (L) angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägungen (P) und/oder Verformungen auf zwei oder mehr kreisähnlichen Kurven
um die Längsachse (L) angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Flansch (F) und die Hülle (H) aus dem gleichen Material bestehen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Flansch (F) und die Hülle (H) als ein Stück herstellbar sind.