[0001] Die Erfindung betrifft eine Zutrittskontrollvorrichtung für eine Schließanlage, insbesondere
eine Schließanlage eines Gebäudes, mit einer Fingerscanvorrichtung. Eine solche Fingerscanvorrichtung
weist ein Scanfeld und eine Steuereinrichtung auf, wobei in einem Speicher der Steuereinrichtung
Nutzerfingermerkmale verschiedener Nutzer in mehreren Speicherplätzen speicherbar
sind.
[0002] Schließanlage meint im Rahmen der Erfindung insbesondere eine Türschließanlage einer
sicherheitsrelevanten Tür, z. B. einer Eingangstür eines Einfamilienhauses oder Mehrfamilienhauses
oder auch eines gewerblich genutzten oder öffentlichen Gebäudes. Eine solche Türschließanlage
weist zumindest einen Verriegelungsmechanismus zum Verriegeln und Entriegeln der Tür
auf. Ergänzend oder alternativ zu den häufig vorgesehenen mechanischen Zutrittskontrollsystemen
(insbesondere Schlüssel) oder auch sonstigen Zutrittskontrollsystemen mit separaten
Identifizierungsmitteln (z. B. Chipkarten) werden in der Praxis auch biometrische
Zutrittskontrollsysteme verwendet. Bei Türschließanlagen spielt von den biometrischen
Systemen insbesondere die Überprüfung des Fingerabdrucks mit einem Fingerabdrucksensor
bzw. Fingerabdruckscanner eine große Rolle. Im Zuge der Programmierung, d.h. der sogenannten
"Anlernphase" wird der Fingerabdruck einer zutrittsberechtigten Person mit Hilfe des
Sensors aufgenommen und aus dieser Aufnahme werden Nutzerfingermerkmale, nämlich sicherheitsrelevante
Merkmale, die sogenannten Minutien, extrahiert. Diese werden in einem Speicher der
Steuereinrichtung der Fingerscanvorrichtung abgelegt und bei einem Zutrittsversuch
werden wiederum die Nutzerfingermerkmale (d. h. die sicherheitsrelevanten Merkmale
eines Fingerabdrucks) bestimmt und mit den gespeicherten Merkmalen verglichen. Erreicht
der Vergleichswert (d. h., die Anzahl der Übereinstimmungen) einen vorgegebenen Schwellwert
oder überschreitet diesen, so wird der Zutritt gewährt, d. h., das Türschloss enthält
von der Fingerscanvorrichtung einen entsprechenden Öffnungsbefehl. Dabei werden die
Fingerabdruckscanner entweder in der Ausführungsform als Zeilenscanner oder in der
Ausführungsform als Flächenscanner eingesetzt. Bei einem Zeilenscanner ist die Sensorik
in einem lediglich sehr schmalen Scanner in einer Breite von z. B. 2 mm bis 3 mm untergebracht.
Zur vollen Darstellung und Auswertung einer Fingerkuppe ist es erforderlich, den relevanten
Fingerkuppenbereich in einer kontinuierlichen Bewegung über diesen Sensor zu ziehen.
Bei Flächenscannern ist die Sensorik in einer z. B. 20 bis 30 mm großen Scannerfläche
untergebracht, so dass die Fingerkuppe zum Auslesen der Fingerkennlinien nicht über
diese Fläche gezogen werden muss, sondern lediglich ruhend aufgelegt wird. Die Fingerscanvorrichtungen
sind in der Regel als entsprechende Module im Bereich der Tür bzw. in der Nähe der
Tür angeordnet. Sie kommunizieren bevorzugt drahtlos, z. B. per Funk, mit dem Türschloss
bzw. einer Steuereinrichtung für das Türschloss.
[0003] In der Praxis ist es üblich, dass in dem Speicher der Steuereinrichtung Nutzerfingermerkmale
eines Masternutzers bzw. eines Masterfingers gespeichert werden, so dass sich dieser
Masternutzer identifizieren muss, um z. B. neue Nutzer anzulernen. Eine solche Handhabung
kann in der Praxis Probleme bereiten, wenn der Masterfinger vom System (z. B. nach
Veränderungen am Finger) nicht mehr erkannt wird, denn dann ist in der Regel ein zum
Teil aufwendiger "Reset" der Einrichtung erforderlich. Unabhängig davon besteht das
Bedürfnis, zwischen Hauptnutzern einerseits und Gastnutzern andererseits zu unterscheiden,
so dass neben den Hauptnutzern (z. B. den Bewohnern eines Einfamilienhauses) vorübergehend
auch Gastnutzer angelernt werden können, z. B. Gäste, Reinigungspersonal oder dergleichen.
Bei den aus der Praxis bekannten Zutrittskontrollvorrichtungen bereitet das selektive
Anlernen verschiedener Nutzer insbesondere das Löschen Probleme, und zwar insbesondere
auch dann, wenn Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Erkennung eines Masterfingers
auftreten. - Hier setzt die Erfindung ein.
[0004] Aus der
DE 20 2010 011 390 U1 kennt man ein Zutrittskontrollsystem für ein Tor oder eine Tür mit einem Fingerscanner.
Um zusätzliche Programmiereinheiten mit eigenem Display und damit zusätzlichen konstruktiven
Aufwand zu vermeiden, soll durch Ausnutzung der Komponenten des Fingerprintsensors
ein selektives Löschen und Einlernen einzelner Benutzerkennungen in der Rechnereinheit
möglich sein. Dazu sind mittels des Fingerscanners selbstgenerierter Signale selektiv
einzelne Speicherplätze in der Rechnereinheit anwählbar, um dort einzelnen Benutzerkennungen
zu löschen oder einzulernen. Das für die einzelnen Lösch- oder Einlernvorgänge erforderliche
Anwählen des jeweiligen Speicherplatzes erfolgt durch ein geeignetes Betätigen des
Fingerscanners selbst, d. h. der Fingerscanner selbst erfüllt neben seiner Grundfunktion
eine Zusatzfunktion.
[0005] Im Zusammenhang mit einem Kraftfahrzeug-Schließsystem ist es bekannt, zur Programmierung
des Schließsystems an eine Fingerscanvorrichtung eine Programmiereinheit mit Hilfe
einer Kabelverbindung anzuschließen (vgl.
US 6 927 668). Diese Programmierung ist verhältnismäßig kompliziert.
[0006] Im Übrigen kennt man aus der
DE 10 2008 058 661 A1 ein Zutrittskontrollsystem mit einer Inneneinheit in Form eines in eine normgerechte
UP-Gerätedose montierbaren Geräteeinsatzes, welcher eine Auswerte- und Verarbeitungs-
sowie Speichereinheit aufweist, welche über ein Relais ein Türschloss einer Zutrittstür
ansteuert. Außerdem ist eine Außeneinheit in Form eines in eine normgerechte UP-Gerätedose
montierbaren Geräteeinsatzes vorgesehen, welche eine Auswerte- und Verarbeitungs-
und Verschlüsselungseinheit aufweist, in welcher ein Transponder-Funktionselement
oder ein Fingerprint-Funktionselement oder dergleichen angeschlossen ist. Die Inneneinheit
ist über ein Kabel mit der Außeneinheit verbunden. Die Inneneinheit weist ein über
eine Schnittstelle an die Auswerte- und Verarbeitungseinheit angeschlossenes Display
auf. Ein Displaybedienelement dient zusammen mit dem Display zur menügeführten Bedienung
bzw. Programmierung des Zutrittskontrollsystems, wobei eine Namenzuordnung der einzelnen
Benutzer, eine gezielte Benutzerlöschung und eine zeitraumbezogene Vorgabe von Zutrittsberechtigungen
möglich ist.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Zutrittskontrollvorrichtung der eingangs
beschriebenen Art zu schaffen, welche sich bei einfachem Aufbau durch eine einfache
Programmierung und folglich ein einfaches Anlernen von Nutzern auszeichnet. Insbesondere
sollen die in der Praxis in Zusammenhang mit dem "Masterfinger" beobachteten Probleme
vermieden werden. Ferner soll die Möglichkeit bestehen, verschiedene Nutzertypen selektiv
Anlernen und Löschen zu können.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung eine Zutrittskontrollvorrichtung für
eine Schließanlage, insbesondere eine Schließanlage eines Gebäudes,
mit einer Fingerscanvorrichtung mit zumindest einem Scanfeld, einer Steuereinrichtung
und einem Empfänger für den drahtlosen Empfang von Programmiersignalen, wobei in einem
Speicher der Steuereinrichtung Nutzerfingermerkmale verschiedener Nutzer in mehreren
Speicherplätzen speicherbar sind und
mit einer Handsendevorrichtung mit zumindest einem Sender und zumindest einer Programmiertaste,
mit der zur Einleitung einer Programmierfunktion ein oder mehrere Programmiersignale
an den Empfänger der Fingerscanvorrichtung drahtlos übertragbar sind und
wobei nach Empfang des Programmiersignals die Nutzerfingermerkmale eines Nutzers in
einem Speicherplatz speicherbar sind.
[0009] Die Erfindung geht dabei von der Erkenntnis aus, dass eine einfache und zuverlässige
Programmierung und folglich ein einfaches und zuverlässiges Anlernen von Nutzern möglich
ist, wenn entsprechende Programmierfunktionen nicht durch Scannen eines Masterfingers,
sondern mit einer separaten Handsendevorrichtung ausgewählt werden. Dabei kann auf
bekannte und verfügbare Handsendevorrichtungen zurückgegriffen werden, welche drahtlos
Signale, z. B. Funksignale erzeugen und versenden können. Solche Handsendevorrichtungen
werden z. B. als "elektronische Schlüssel" zum Öffnen von Schließanlagen oder auch
zum Öffnen von Garagentoren oder dergleichen eingesetzt. Eine solche grundsätzlich
bekannte Handsendevorrichtung wird erfindungsgemäß jedoch nicht zum unmittelbaren
Öffnen einer Schließanlage, sondern zum Programmieren einer Fingerscanvorrichtung
verwendet. Die Zutrittskontrolle erfolgt erfindungsgemäß folglich in grundsätzlich
bekannter Weise über eine Fingerscanvorrichtung, die nach entsprechender Identifizierung
ein Signal oder mehrere Signale an eine entsprechende Steuereinrichtung der Schließanlage
übermittelt. Erfindungsgemäß wird die Fingerscanvorrichtung folglich neben dem in
der Regel ohnehin vorhandenen Sender mit einem zusätzlichen Empfänger ausgerüstet,
mit dem die Programmiersignale der Handsendevorrichtung drahtlos empfangen werden.
Besonders bevorzugt werden Sender und Empfänger in einem Transceiver kombiniert. Die
Fingerscanvorrichtung wird erfindungsgemäß folglich besonders bevorzugt mit einem
Transceiver ausgerüstet, der einerseits Signale von der Handsendevorrichtung empfängt
und andererseits Signale an die Steuereinrichtung der Schließanlage sendet.
[0010] Dabei ist nach einem weiteren Aspekt der Erfindung vorgesehen, dass über eine oder
mehrere Programmiertasten verschiedene Programmiersignale oder verschiedene Kombinationen
mehrerer Programmsignale zur Einleitung verschiedener Programmierfunktionen übertragbar
sind, z. B. zu wahlweisen Programmierung eines Hauptnutzers oder eines Gastnutzers.
Dabei geht die Erfindung von der Erkenntnis aus, dass es durch Auswahl unterschiedlicher
Programmierfunktionen möglich wird, selektiv entweder einen Gastnutzer oder einen
Hauptnutzer anzulernen. Das selektive Anlernen und folglich Speichern von Hauptnutzern
einerseits und Gastnutzern andererseits hat insbesondere hinsichtlich der späteren
Löschung solcher Nutzer Vorteile, denn häufig besteht das Bedürfnis, lediglich Gastnutzer
zu löschen, ohne dabei auch eine Löschung der grundsätzlich zutrittsberechtigten Hauptnutzer
vorzunehmen.
[0011] Die Auswahl unterschiedlicher Programmierfunktionen lässt sich besonders einfach
mit einer Handsendevorrichtung vornehmen, die mehrere Programmiertasten und folglich
zumindest zwei Programmiertasten zur Einleitung verschiedener Programmierfunktionen,
z. B. zur Einleitung einer Programmierfunktion für wahlweise einen Hauptnutzer oder
einen Gastnutzer aufweist. Dieses gelingt in der Praxis z. B. durch Verwendung einer
Mehrkanal-Handsendevorrichtung, die mehrere Sendekanäle und dementsprechend auch mehrere
Kanalauswahltasten als Programmiertasten aufweist, so dass die verschiedenen Programmiersignale
über verschiedene Sendekanäle übertragen werden. Über mehrere Tasten kann folglich
selektiv die Programmierung entweder eines Hauptnutzers oder eines Gastnutzers ausgewählt
werden. Ergänzend kann über einen weiteren Kanal, nämlich über eine zusätzliche Löschtaste
auch die Einleitung von Löschfunktionen ausgewählt werden. In der Praxis besteht z.
B. die Möglichkeit, dass jede Programmiertaste bzw. jede Löschtaste einem separaten
Sendekanal der Handsendevorrichtung zugeordnet ist, so dass auf sehr einfache Weise
durch Betätigen der jeweiligen Taste ein entsprechendes Funksignal über den jeweiligen
Kanal verwendet wird. Die Fingerscanvorrichtung kann über den Empfänger folglich sehr
einfach die einzelnen Programmierbefehle unterscheiden, da lediglich einfache Funksignale
über verschiedene Kanäle übermittelt werden.
[0012] Dabei liegt es im Rahmen der Erfindung, für das Anlernen von Gastnutzern einerseits
und Hauptnutzern andererseits verschiedene Programmiertasten und folglich Sendetasten
zu verwenden. Es liegt jedoch ebenso im Rahmen der Erfindung, zwischen Hauptnutzer
einerseits und Gastnutzer andererseits durch verschiedene Tastenkombinationen zu unterscheiden.
So kann z. B. eine erste Programmiertaste für das Programmieren eines Hauptnutzers
verwendet werden. Für das Programmieren eines Gastnutzers kann z. B. erst die erste
Programmiertaste als gleichsam Hauptsendetaste und anschließend eine zweite Programmiertaste
als gleichsam Gast-Taste betätigt werden. Das Löschen von gespeicherten Nutzerfingermerkmalen
kann z. B. über eine weitere Programmiertaste, nämlich eine Löschtaste erfolgen. Diese
kann z. B. in Kombination mit den übrigen Programmiertasten betätigt werden, um das
Löschen entweder der Hauptnutzer oder der Gastnutzer zu ermöglichen.
[0013] Insgesamt wird erfindungsgemäß eine grundsätzlich bekannte Mehrkanal-Handsendevorrichtung
für die Programmierung einer Fingerscanvorrichtung verwendet, so dass für die Programmierung
keine Identifizierung mit Hilfe eines Masterfingers mehr erforderlich ist. Die Handsendevorrichtung
ersetzt folglich als Identifizierungsmittel den Masterfinger und ermöglicht zugleich
die Auswahl verschiedener Programmierfunktionen, so dass insbesondere zwischen Hauptnutzern
und Gastnutzern unterschieden werden kann.
[0014] Dabei liegt es im Rahmen der Erfindung, über eine einzige Mehrkanal-Handsendevorrichtung
mehrere Kanäle ein und derselben (Funk-)Fingerscanvorrichtung zu programmieren. Denn
herkömmliche Funk-Fingerscanvorrichtungen weisen ggf. mehrere Sendekanäle, z. B. zwei
Sendekanäle auf, so dass mit ein und derselben Fingerscanvorrichtung verschiedene
Komponenten, z. B. eine Haustür einerseits und ein nahegelegenes Garagentor andererseits
angesprochen werden können, wobei die Fingerscanvorrichtung über zwei verschiedene
Sendekanäle entweder die Haustür oder das Garagentor ansteuert. Mit Hilfe der erfindungsgemäßen
Handsendevorrichtung können nun mehrere Sendekanäle der Fingerscanvorrichtung programmiert
werden, z. B. zwei verschiedene Sendekanäle der Fingerscanvorrichtung. So können mit
einer gängigen Vierkanal-Handsendevorrichtung in der beschriebenen Weise auf sehr
einfache Art und Weise Gastnutzer einerseits und Hauptnutzer anderseits auf zwei separaten
Sendekanälen der Fingerscanvorrichtung programmiert werden. Dabei ist zwischen den
(vier) Sendekanälen der Handsendevorrichtung einerseits und den (zwei) Sendekanälen
der Fingerscanvorrichtung andererseits zu unterscheiden. Einzelheiten werden in der
Figurenbeschreibung beschrieben.
[0015] Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zur Programmierung einer Zutrittskontrollvorrichtung
der beschriebenen Art. Dabei wird mit zumindest einer Programmiertaste der Handsendevorrichtung
zumindest ein Programmiersignal drahtlos an die Fingerscanvorrichtung übermittelt
und nach Empfang des Programmiersignals werden die Nutzerfingermerkmale eines Nutzers
in einem Speicherplatz gespeichert. Über ein oder mehrere Programmiertasten kann wahlweise
das Programmieren eines Hauptnutzers oder eines Gastnutzers in der beschriebenen Weise
ausgewählt werden. Außerdem können über ein oder mehrere Programmiertasten, z. B.
eine Löschtaste, Löschfunktionen ausgewählt werden, so dass selektiv z. B. nur die
Gastnutzer gelöscht werden.
[0016] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert.
[0017] Die einzige Figur zeigt eine erfindungsgemäße Zutrittskontrollvorrichtung mit Fingerscanvorrichtung
1 und Handsendevorrichtung 4 in einer vereinfachten Darstellung.
[0018] In der Figur ist eine Fingerscanvorrichtung 1 dargestellt, die Bestandteil einer
Zutrittskontrollvorrichtung für eine nicht dargestellte Schließanlage einer Tür ist.
Die Fingerscanvorrichtung 1 weist ein Gehäuse und ein Scanfeld 2 auf, in welches Fingersensoren
integriert sind, die im Ausführungsbeispiel als Zeilensensoren ausgebildet sind. Außerdem
sind in das Scanfeld 2 optische Anzeigemittel 3, z. B. Leuchtdioden integriert, um
verschiedene Zustände, z. B. Programmierzustände oder dergleichen anzuzeigen. Bestandteil
der Fingerscanvorrichtung 1 ist eine nicht dargestellte Steuereinrichtung, die einen
Speicher mit mehreren Speicherplätzen aufweist, wobei in den Speicherplätzen Nutzerfingermerkmale
verschiedener Nutzer gespeichert werden. Außerdem weist die Fingerscanvorrichtung
1 einen nicht dargestellten Sender auf, mit dem nach entsprechender Identifizierung
eines Nutzers ein Steuersignal an die Schließanlage übermittelt wird, so dass z. B.
die Tür entriegelt wird. Solche Fingerscanvorrichtungen 1, die über einen Sender mit
der Steuerung einer Schließanlage kommunizieren, sind grundsätzlich bekannt. Die erfindungsgemäße
Fingerscanvorrichtung 1 weist neben dem grundsätzlich bekannten Sender außerdem einen
Empfänger auf, der ebenfalls nicht dargestellt ist. Sender und Empfänger können in
einem gemeinsamen Transceiver kombiniert sein. Über den Empfänger können Signale von
einer separaten Handsendevorrichtung 4 empfangen werden.
[0019] Denn Bestandteil der erfindungsgemäßen Zutrittskontrollvorrichtung ist eine Handsendevorrichtung
4, die im Ausführungsbeispiel als Mehrkanal-Funkhandsender 4 ausgebildet ist. Eine
solche Handsendevorrichtung 4 weist einen nicht dargestellten Sender auf, der (Funk-)Signale
an den Empfänger der Fingerscanvorrichtung 1 sendet. Dazu ist die Handsendevorrichtung
4 mit mehreren Tasten K1, K2, G, M ausgestattet, die den einzelnen Kanälen der Handsendevorrichtung
4 zugeordnet sind. Im Ausführungsbeispiel handelt es sich folglich um eine Vier-Kanal-Handsendevorrichtung
4. Über die vier Tasten lassen sich auf vier Kanälen Signale an den Empfänger der
Fingerscanvorrichtung 1 übermitteln. Mit Hilfe dieser Handsendevorrichtung 4 erfolgt
die Programmierung der Fingerscanvorrichtung 1 und insbesondere das Anlernen der entsprechenden
Nutzerfinger.
[0020] Über die Handsendevorrichtung 4 kann folglich eine Identifizierung des zur Programmierung
berechtigten Masternutzers erfolgen, so dass für die Programmierung nicht mehr ein
"Masterfinger" gescannt werden muss. Dabei besteht über die gezeigte Handsendvorrichtung
4 die Möglichkeit, wahlweise Hauptnutzer einerseits und Gastnutzer andererseits anzulernen
und auch wieder zu löschen. Dabei können mit der dargestellten Handsendevorrichtung
4 unterschiedliche Sendekanäle in der Fingerscanvorrichtung 1 programmiert werden,
denn über die Programmiertaste K1 einerseits und K2 andererseits können verschiedene
Sendekanäle der Fingerscanvorrichtung 1 angesprochen werden.
[0021] Denn die Fingerscanvorrichtung ist besonders bevorzugt als Funk-Fingerscanvorrichtung
ausgebildet, d. h. die Scanvorrichtung sendet ein entsprechendes Öffnungssignal drahtlos
an die jeweilige Schließanlage. Solche grundsätzlich bekannten Funk-Fingerscanvorrichtungen
können nicht nur einen Sendekanal, sondern ggf. auch zwei Sendekanäle aufweisen, so
dass über ein und dieselbe Fingerscanvorrichtung über Funk zwei verschiedene Schließeinheiten,
z. B. eine Haustür einerseits und ein nahegelegenes Garagentor anderseits angesprochen
werden können. Mit Hilfe der beschriebenen Vierkanal-Handsendevorrichtung kann eine
solche Zweikanal Funk-Fingerscanvorrichtung auf beiden Kanälen selektiv angelernt
werden.
[0022] Das Anlernen solcher Fingerscanvorrichtungen wird im Folgenden erläutert:
Anlernen eines Hauptnutzers auf "Kanal 1" der Fingerscanvorrichtung:
Um einen neuen Hauptnutzer in der Fingerscanvorrichtung 1 auf "Kanal 1" anzulernen,
wird erfindungsgemäß mit der Handsendevorrichtung 4 durch Betätigen der Taste K1 ein
Programmiersignal an die Fingerscanvorrichtung 1 übermittelt. Anschließend scannt
der neu anzulernende Benutzer den entsprechenden Finger, so dass dieser ohne weitere
Aktionen als neuer Hauptnutzerfinger im Speicher von Kanal 1 der Fingerscanvorrichtung
1 gespeichert wird.
Anlernen eines Hauptnutzerfingers auf "Kanal 2" der Fingerscanvorrichtung:
Soll mit derselben Handsendevorrichtung 4 ein Hauptnutzer auf Kanal 2 der Fingerscanvorrichtung
1 (z. B. für ein Garagentor) angelernt werden, so wird zunächst über die Taste K2
ein Signal an diese zweite Fingerscanvorrichtung 1 übermittelt und anschließend zieht
der Hauptnutzer seinen Finger über den entsprechenden Scanner. Damit ist dieser Hauptnutzerfinger
im Speicher von Kanal 2 der Fingerscanvorrichtung 1 hinterlegt.
Anlernen eines Gastnutzers auf "Kanal 1 ":
Soll nun auf "Kanal 1" nicht ein Hauptnutzer, sondern ein Gastnutzer angelernt werden,
so werden nacheinander die Tasten K1 und G (für Gast) betätigt und anschließend zieht
der Gastnutzer seinen Finger über dem Scanner der Fingerscanvorrichtung. Ohne weitere
Aktionen ist damit der Gastnutzer in der Fingerscanvorrichtung 1 gespeichert.
Alle Gastfinger auf "Kanal 1" löschen:
Es besteht nun häufig das Bedürfnis, einen oder auch mehrere Gastnutzer aus dem Speicher
zu löschen, z. B. wenn eine Person nur vorübergehend zutrittsberechtigt war. Erfindungsgemäß
ist vorgesehen, sämtliche Gastnutzer gemeinsam zu löschen, ohne dass eine Löschung
der Hauptnutzer erfolgt. Dazu wird zunächst die jeweilige Kanaltaste K1 oder K2 betätigt,
je nach dem auf welchen Kanal eine Löschung erfolgen soll. Nach Tippen der Taste K1
bzw. K2 wird unmittelbar danach die Taste G (für Gast) angetippt. Anschließend wird
die Löschtaste M (für Master) betätigt. Dabei liegt es im Rahmen der Erfindung, dass
für dieses Löschen die Löschtaste M für ein bestimmtes Zeitintervall gehalten muss,
z. B. über einen Zeitraum von 5 Sekunden. Jedenfalls werden durch diese Programmieraktion
sämtliche Gastnutzer der Handsendevorrichtung 4 aus "Kanal 1" gelöscht. Entsprechend
kann auch eine Löschung der Gastnutzer aus "Kanal 2" erfolgen.
Sämtliche Nutzer von "Kanal 1" löschen:
Sollen nicht (nur) die Gastnutzer, sondern (auch) die Hauptnutzer gelöscht werden,
so ist eine vollständige Löschung sämtlicher Nutzer zweckmäßig. Dazu wird zunächst
die jeweilige Kanaltaste (z. B. K1) angetippt. Anschließend erfolgt dann die Betätigung
der Löschtaste M, und zwar vorzugsweise wieder für einen bestimmten Zeitraum von z.
B. 5 Sekunden. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist es folglich nicht vorgesehen,
nur die Hauptnutzer und nicht die Gastnutzer zu löschen, sondern es ist vorgesehen,
entweder nur die Gastnutzer oder sonst sämtliche Nutzer zu löschen.
[0023] Im Übrigen besteht die Möglichkeit, über die Löschtaste M auch einen sogenannten
Reset durchzuführen.
[0024] Die dargestellte Handsendevorrichtung 4 zeichnet sich - wie erläutert - dadurch aus,
dass sie über vier Sendekanäle die vollständige Programmierung der Fingerscanvorrichtung
1 ermöglicht.
[0025] Es können alternativ auch Handsendevorrichtungen mit drei oder lediglich zwei Kanälen
eingesetzt werden. Dabei würden sich die Programmiermöglichkeiten reduzieren.
[0026] Im Übrigen ist im Ausführungsbeispiel eine Handsendevorrichtung 4 mit (mechanischen)
Programmiertasten gezeigt. Es liegt selbstverständlich im Rahmen der Erfindung, solche
mechanisch beweglichen Tasten auch durch einfache Berührungssensoren zu ersetzen.
[0027] Die drahtlose Kommunikation zwischen Handsendevorrichtung 4 und Fingerscanvorrichtung
1 erfolgt vorzugsweise über Funksignale, d.h. über entsprechend modulierte elektromagnetische
Wellen im Frequenzbereich.
[0028] Ferner besteht die Möglichkeit, über die Handsendevorrichtung die Berechtigung sämtlicher
Gastnutzer temporär zu sperren. Dazu kann vorgesehen sein, dass durch mehrsekündiges
Drücken (z. B. fünfsekündiges Drücken) der Gast-Taste der Handsendevorrichtung 4 temporär
alle Gastnutzerfinger gesperrt werden, so dass nur die Hauptnutzer öffnungsberechtigt
sind. Durch erneutes mehrsekündiges Drücken können sämtliche Gastfinger wieder aktiviert
werden.
1. Zutrittskontrollvorrichtung für eine Schließanlage, insbesondere eine Schließanlage
eines Gebäudes,
mit einer Fingerscanvorrichtung (1) mit zumindest einem Scanfeld (2), einer Steuereinrichtung
und einem Empfänger für den drahtlosen Empfang von Programmiersignalen, wobei in einem
Speicher der Steuereinrichtung Nutzerfingermerkmale verschiedener Nutzer in mehreren
Speicherplätzen speicherbar sind und
mit einer Handsendevorrichtung (4) mit zumindest einem Sender und zumindest einer
Programmiertaste (K1, K2, G, M), mit der zur Einleitung einer Programmierfunktion
ein oder mehrere Programmiersignale an den Empfänger der Fingerscanvorrichtung (1)
drahtlos übertragbar sind und
wobei nach Empfang der Programmiersignale die Nutzerfingermerkmale eines Nutzers in
einem Speicherplatz speicherbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fingerscanvorrichtung (1) sowohl einen Empfänger für den drahtlosen Empfang von
Programmiersignalen als auch einen Sender für das Senden von Steuersignalen an eine
Schließanlage aufweist, wobei Sender und Empfänger vorzugsweise einen kombinierten
Transceiver bilden.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass über eine oder mehrere Programmiertasten (K1, K2, G, M) verschiedene Programmiersignale
oder verschiedene Kombinationen mehrerer Programmiersignale zur Einleitung verschiedener
Programmierfunktionen übertragbar sind, z. B. zur wahlweisen Programmierung eines
Hauptnutzers oder eines Gastnutzers.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Handsendevorrichtung (4) zumindest zwei Programmiertasten (K1, K2, G, M) zur
Einleitung einer Programmierfunktion für wahlweise einen Hauptnutzer oder einen Gastnutzer
aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Handsendevorrichtung (4) eine (zusätzliche) Löschtaste (M) zur Einleitung einer
Löschfunktion aufweist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass über die Programmiertaste oder die Programmiertasten (K1, K2, G) einerseits und die
Löschtaste (M) andererseits wahlweise eine Löschfunktion für sämtliche Hauptnutzer
oder sämtliche Gastnutzer auswählbar ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Handsendevorrichtung (4) Kanalauswahltasten (K1, K2) als Programmiertasten aufweist,
so dass die verschiedenen Programmiersignale für die Programmierung verschiedener
Sendekanäle der Fingerscanvorrichtung übertragbar sind.
8. Verfahren zur Programmierung einer Zutrittskontrollvorrichtung nach einem der Ansprüche
1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass mit zumindest einer Programmiertaste ein Programmiersignal drahtlos an die Fingerscanvorrichtung
übermittelt wird, und dass nach Empfang des Programmsignals die Nutzerfinger mehrmals
eines Nutzers in einem Speicherplatz gespeichert werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass über eine oder mehrere Programmiertasten wahlweise das Programmieren eines Hauptnutzers
oder eines Gastnutzers ausgewählt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass über eine oder mehrere Programmiertasten, z. B. eine Löschtaste, eine Löschfunktion
ausgewählt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass über die Programmiertasten und/oder die Löschtasten selektiv eine Löschfunktion für
entweder sämtliche Hauptnutzer oder sämtliche Gastnutzer ausgewählt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass durch Betätigen einer Programmiertaste über einen vorgegebenen Zeitraum von z. B.
3 Sekunden bis 6 Sekunden, temporär sämtliche Gastnutzer gesperrt werden.