[0001] Die Erfindung betrifft eine Baumaschine, insbesondere ein Bohrgerät, mit einem Mast,
entlang welchem ein Werkzeug bewegbar gelagert ist, wobei das Werkzeug an einem Seil
aufgehängt ist, welches zum Heben und Senken des Werkzeuges mittels einer Seilwinde
betätigbar ist, welche von einem Hydraulikmotor als Windenantrieb drehend angetrieben
ist, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Steuern einer Baumaschine mit
einem Mast, entlang welchem ein Werkzeug bewegbar gelagert ist, wobei das Werkzeug
an einem Seil aufgehängt ist, welches zum Heben und Senken des Werkzeuges mittels
einer Seilwinde betätigt wird, welche von einem Hydraulikmotor als Windenantrieb drehend
angetrieben wird, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 10.
[0003] Eine derartige Baumaschine, welche als ein Drehbohrgerät ausgebildet ist, geht beispielsweise
aus der
EP 1 862 636 B1 hervor. Mittels einer Winde am Heck des Bohrgerätes wird mittels einem Seil, welches
über einen Mastkopf eines Mastes geführt ist, ein Bohrwerkzeug, etwa ein Bohreimer
oder eine Bohrschnecke, auf- und abbewegt. Die Zugbewegung wird über die Seilwinde
aufgebracht, während eine Abwärtsbewegung durch eine Gewichtskraft des Werkzeuges
oder über ein separates Vorschubsystem für den Drehantrieb erzeugt.
[0004] Der Drehantrieb wird hydrostatisch mittels einer ersten Hydraulikpumpe angetrieben,
wobei das Drehmoment von der hohlen Antriebswelle auf das Bohrwerkzeug übertragen
wird. Das Vorschubsystem für den Drehantrieb zum Verfahren des Drehantriebes entlang
des Mastes weist eine zweite Hydraulikpumpe auf. Diese treibt einen Stellzylinder
oder einen hydraulischen Stellmotor an. Das Bohrwerkzeug umfasst üblicherweise eine
Kellystange, welche an dem über den Mastkopf geführten Seil angehängt ist. Das Drehmoment
wird vom Drehantrieb auf die Kellystange und damit das Werkzeug, etwa einen Kastenbohrer,
übertragen. Über axiale Riegeltaschen der Kellystange kann eine Vorschubkraft von
dem Vorschubsystem nach unten ausgeübt werden.
[0005] Mit Voranschreiten der Bohrtiefe, bei der sich das Bohrwerkzeug abwärts bewegt, ist
es erforderlich, das Seil der Seilwinde mit einer Seilspannvorrichtung nachzuführen
unter Aufrechterhaltung einer vorgegebenen Spann- oder Rückzugskraft, welche üblicherweise
von der Art des Bohrverfahrens abhängt.
[0006] Hierzu ist es zum einen bekannt, eine Kupplung einer Freifallbremse zu nutzen, um
während des Abbohrvorganges eine Rückzugskraft zu erzeugen. Das Bremsdrehmoment wird
dabei durch einen einstellbaren Ansteuerdruck erzeugt. Alternativ können bei einer
hydrostatisch angetriebenen Winde die Arbeitsanschlüsse des die Winde antreibenden
Hydraulikmotors derart mithilfe einer hydraulischen Schaltung verbunden werden, dass
eine Seilspannfunktion ermöglicht wird. Die erforderliche Rückzugskraft wird dabei
durch die hydraulische Schaltung bestimmt. Eine hydraulische Steuerung einer Winde
ist beispielsweise in der
EP 1 247 778 B1 genannt.
[0007] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine Baumaschine und ein Verfahren zum Steuern einer Baumaschine anzugeben,
bei welchen in einfacher und zugleich zuverlässiger Weise eine Seilspannung über einen
weiten Betriebsbereich einstellbar ist.
[0008] Die Aufgabe wird zum einen durch eine Baumaschine mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und zum anderen durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst. Bevorzugte
Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0009] Die erfindungsgemäße Baumaschine ist dadurch gekennzeichnet, dass der Hydraulikmotor
in einem Hydraulikkreislauf von einer Hydraulikpumpe angetrieben ist, welche als eine
durchschwenkbare Hydraulikpumpe ausgebildet ist, durch welche ein Hydraulikstrom in
beide Richtungen erzeugbar ist, und dass zur Steuerung der Hydraulikpumpe eine Steuereinrichtung
vorgesehen ist, welche ausgebildet ist, die Hydraulikpumpe abhängig von einer vorgebbaren
Seilspannkraft zu steuern.
[0010] Durch Verwendung einer durchschwenkbaren Hydraulikpumpe, etwa einer Schrägscheibenpumpe,
kann ein Volumenstrom in beide Richtungen des Hydraulikkreislaufes erzeugt werden.
Auf diese Weise kann der Hydraulikmotor sowohl zum Heben als auch zum aktiven Senken
eingesetzt werden, bei welchem die Winde unabhängig von der angehängten Seillast eine
Abspulgeschwindigkeit vorgibt. Auf diese Weise kann nicht nur im Betriebszustand des
Hebens sondern auch im Betriebszustand des Absenkens zuverlässig eine definierte Seilspannkraft
sichergestellt werden.
[0011] Ein weiterer Vorteil der Erfindung insbesondere gegenüber Freifallkupplungen besteht
darin, dass über die Steuereinrichtung eine Seilspannkraft frei vorgebbar ist und
basierend hierauf die Hydraulikpumpe gesteuert angetrieben wird.
[0012] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass durch die Steuereinrichtung
ein Schwenkwinkel der Hydraulikpumpe verstellbar ist. Durch Beeinflussung des Schwenkwinkels
kann die Hydraulikpumpe stufenlos verstellt werden, so dass eine nahezu beliebige
Spannkraft oder Rückzugskraft einstellbar ist und gehalten werden kann.
[0013] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt darin, dass eine Kraftmesseinrichtung
zum Messen der Seilzugkraft vorgesehen ist und dass die Kraftmesseinrichtung mit der
Steuereinrichtung zum Steuern/Regeln der Hydraulikpumpe abhängig von gemessenen Seilzugkraftwerten
in Verbindung steht. Durch Messung der momentanen Seilzugkraft kann durch eine entsprechende
Rückkopplung der gemessenen Seilzugkraftwerte eine Regelung der Hydraulikpumpe und
damit des Hydraulikmotors erfolgen.
[0014] Grundsätzlich kann die Kraftmesseinrichtung in beliebiger Weise ausgeführt sein,
insbesondere eine direkte oder indirekte Messung durchführen. Eine konstruktiv besonders
vorteilhafte Ausgestaltung liegt darin, dass die Kraftmesseinrichtung einen Kraftmessbolzen
an einer Umlenkrolle des Seiles oder eine Kraftmesslasche an einem Windenbock der
Seilwinde aufweist. Die Umlenkrolle kann dabei insbesondere am Mastkopf angeordnet
sein. Über den Kraftmessbolzen kann so eine sehr genaue Messung der momentan anliegenden
Seilkraft erfolgen. Über eine Kraftmesseinrichtung am Windenbock, also dem Lagerrahmen
einer Seiltrommel der Seilwinde, kann ebenfalls auf die momentan wirkende Seilkraft
rückgeschlossen werden. Die Kraftmesseinrichtung kann leitungsmäßig oder drahtlos
mit der Steuereinrichtung verbunden sein.
[0015] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung wird ein effizienter Betrieb dadurch erreicht,
dass die vorgebbare Seilspannkraft durch die Steuereinrichtung veränderbar ist. Die
Steuereinrichtung kann insbesondere eine Eingabeeinheit aufweisen, mit welcher eine
Seilspannkraft vorgebbar ist. Es kann auch ein Datenspeicher vorhanden sein, in welchem
für bestimmte Betriebsweisen des Werkzeuges vorgegebene Seilspannkräfte hinterlegt
sind. Diese vorgegebenen Seilspannkräfte können vorab in Versuchen ermittelt worden
sein. Ergänzend oder alternativ können an der Steuereinrichtung auch weitere Messeinrichtungen
zur Feststellung der Betriebsweise des Werkzeuges, etwa der Drehzahl oder des Vorschubes
des Werkzeuges, vorhanden sein, so dass durch die Steuereinrichtung programmgesteuert
eine zweckmäßige Seilspannkraft vorgegeben wird.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass durch
die Steuereinrichtung die Seilspannkraft abhängig von Verstellparametern veränderbar
ist.
[0017] Besonders bevorzugt ist es dabei, dass mindestens ein Verstellparameter ausgewählt
ist aus den Parametern Seilgeschwindigkeit, Vorschubgeschwindigkeit, Vorschubkraft
und/oder Arbeitsverfahren, insbesondere einer Betriebsart eines Drehbohrantriebes.
Eine Auswahl der Verstellparameter kann manuell oder automatisch durch entsprechende
Sensoren an der Baumaschine durch die Steuereinrichtung erfolgen. Hierdurch wird erreicht,
dass für den jeweiligen Betriebszustand und das jeweilige Betriebsverfahren eine zweckmäßige
Steuerung und Einstellung der Seilspannung erfolgen kann. Hierdurch wird ein sicherer
und störungsfreier Betrieb der Baumaschine gewährleistet. Auch wird ein übermäßiger
Verschleiß des Seiles vermieden.
[0018] Weiterhin ist es nach der Erfindung bevorzugt, dass der Hydraulikkreislauf geschlossen
und mit einen Abzweigventil ausgebildet ist, über welches gesteuert Hydraulikflüssigkeit
zur Kühlung abführbar ist. Bei einem intensiven Betrieb kann die Temperatur des Hydraulikfluides
im Hydraulikkreislauf ansteigen. Zur Vermeidung einer übermäßigen Erwärmung ist ein
Abzweigventil vorgesehen, über welches gesteuert Hydraulikflüssigkeit abführbar ist.
Die Steuerung kann mittels Temperatursensoreinrichtung oder über ein vorgegebenes
Steuerprogramm durch die Steuereinrichtung erfolgen. Zur Kühlung kann Hydraulikflüssigkeit
in einen Aufnahmetank geleitet werden, welcher vorzugsweise mit einer separaten Kühleinrichtung
versehen sein kann. Entsprechend der Ableitung von Hydraulikflüssigkeit über das Abzweigventil
wird über ein entsprechendes Zuführventil kühles Hydraulikfluid in den Hydraulikkreislauf
rückgeführt.
[0019] Grundsätzlich kann die Baumaschine für verschiedenste Einsatzzwecke ausgebildet sein,
etwa als ein Rammgerät zum Einrammen von Bohlen mittels eines Vibrationsbäres.
[0020] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass die Baumaschine
als ein Bohrgerät ausgebildet ist, an dessen Mast ein Drehbohrantrieb verstellbar
gelagert ist, welcher über mindestens einen Stellantrieb entlang des Mastes verfahrbar
ist. Das Bohrgerät kann, wie in der Beschreibungseinleitung zum Stand der Technik
beschrieben, einen ersten Hydraulikantrieb zum Speisen des Drehbohrantriebes und einen
zweiten Hydraulikantrieb als Stellantrieb für ein Vorschubsystem aufweisen. Über das
Vorschubsystem wird mittels Hydraulikzylindern oder einem Stellmotor ein axiales Verfahren
eines Vorschubschlittens mit dem Drehbohrantrieb entlang des Mastes bewirkt. Insbesondere
kann über den Stellantrieb des Vorschubsystems eine Vorschubkraft nach unten auf das
Werkzeug aufgebracht werden. Das Werkzeug kann dabei ein übliches Drehbohrwerkzeug
sein, insbesondere eine Bohrschnecke, ein Kastenbohrer, ein Verdrängungsbohrer oder
eine andere Bohreinrichtung.
[0021] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Steuern einer Baumaschine ist dadurch gekennzeichnet,
dass der Hydraulikmotor in einem Hydraulikkreislauf von einer Hydraulikpumpe angetrieben
wird, welche als eine durchschwenkbare Hydraulikpumpe ausgebildet ist, durch welche
ein Hydraulikstrom in beide Richtungen erzeugbar ist, und dass die Hydraulikpumpe
mittels einer Steuereinrichtung abhängig von einer vorgebbaren Seilspannkraft gesteuert
wird. Das Verfahren kann insbesondere zum Steuern der vorbeschriebenen Baumaschine
eingesetzt werden. Es ergeben sich die zuvor beschriebenen Vorteile.
[0022] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen weiter
beschrieben, welche schematisch in den Figuren dargestellt sind. In den Figuren zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen Baumaschine und
- Fig. 2:
- einen schematischen Hydraulikschaltplan für eine erfindungsgemäße Baumaschine.
[0023] Gemäß Fig. 1 ist eine erfindungsgemäße Baumaschine als ein Bohrgerät 50 mit einem
Mast 52 gezeigt, entlang welchem an einer nicht-dargestellten Mastführung ein Vorschubschlitten
59 mit einem Drehbohrantrieb 58 vertikal verschiebbar gelagert ist. Zum vertikalen
Verfahren des Vorschubschlittens 59 ist ein Hydraulikzylinder als Stellantrieb 66
angeordnet, welcher von einem ersten Hydraulikantrieb 71 angetrieben ist.
[0024] Der Drehbohrantrieb 58 weist eine Hohlwelle auf, durch welche in bekannter Weise
eine Kellystange 56 ragt, an dessen unterem Ende ein Kastenbohrer als Werkzeug 54
befestigt ist. Über nicht-dargestellte Mitnehmerleisten und Riegeltaschen können ein
Drehmoment sowie eine nach unten gerichtete Vorschubkraft von dem Drehbohrantrieb
58 und an dem Vorschubschlitten 59 auf die Kellystange 56 und damit auf das Werkzeug
54 aufgebracht werden. Der hydraulische Drehbohrantrieb 58 wird über einen zweiten
Hydraulikantrieb 72, also eine Hydraulikpumpe, in einem Hydraulikkreislauf mit Energie
versorgt.
[0025] Die Kellystange 56 ist in bekannter Weise an einem Seil 64 aufgehängt, welches über
eine erste Umlenkrolle 46 und eine zweite Umlenkrolle 47 an einem quer gerichteten
Mastkopf 53 des Mastes 52 zu einer Seilwinde 1 geführt ist. Die Seilwinde 1 umfasst
eine drehbar in einem Windenbock 62 gelagerte Seiltrommel 60. Die Seiltrommel 60 der
Seilwinde 1 wird über eine Antriebswelle von einem Hydraulikmotor 3 angetrieben, welcher
in einem Hydraulikkreislauf mit einer Hydraulikpumpe 10 angeschlossen ist.
[0026] Die Hydraulikpumpe 10 sowie der als Hydraulikpumpe ausgebildete erste Hydraulikantrieb
71 für das Vorschubsystem und der zweite Hydraulikantrieb 72 für den Drehbohrantrieb
58 werden von einem Dieselmotor 70 über eine Getriebeeinrichtung 75 mit Energie versorgt.
[0027] Zur Sicherstellung einer gewünschten Seilspannkraft in den Betriebszuständen des
Hebens und des Senkens des Werkzeuges 54 ist die Hydraulikpumpe 10 durchschwenkbar
ausgebildet, insbesondere als eine Schrägscheiben-Hydraulikpumpe. Mittels der durchschwenkbaren
Hydraulikpumpe (10) kann ein Hydraulikstrom in beide Richtungen des Hydraulikkreislaufes
20 erzeugt werden, so dass der Hydraulikmotor 3 und damit die Seilwinde 1 in beide
Drehrichtungen betrieben werden können.
[0028] Zur Steuerung der Seilwinde 1 ist eine Steuereinrichtung 40 vorgesehen, welche in
Wirkverbindung mit der Hydraulikpumpe 10 steht. Über ein Dateneingabegerät kann gemäß
einer ersten Steuervariante eine Soll-Seilspannkraft in die Steuereinrichtung eingegeben
werden. Entsprechend der vorgegebenen Seilspannkraft wird die Hydraulikpumpe 10 und
somit auch die Seilwinde 1 sowohl beim Heben als auch beim Senken des Werkzeuges 54
gesteuert.
[0029] Bei der dargestellten Ausführungsform gemäß Fig. 1 ist zur Durchführung eine Regelung
mit der Steuereinrichtung 40 an der ersten Umlenkrolle 46 eine Kraftmesseinrichtung
44 mit einem Kraftmessbolzen angeordnet. Hierdurch ist die Zugkraft an dem Seil 64
unmittelbar messbar, wobei die gemessenen Seilzugwerte an die Steuereinrichtung 40
zur Regelung der Hydraulikpumpe 10 gemäß einer weiteren Steuervariante weitergeleitet
werden.
[0030] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Steuereinrichtung 40 noch mit weiteren
Sensoreinrichtungen an der Antriebswelle der Seilwinde 1, dem Stellantrieb 66 des
Vorschubsystems für den Drehbohrantrieb 58 sowie an dem Drehbohrantrieb 58 zur Steuerung
der Hydraulikpumpe 10 verbunden. In der Steuereinrichtung 40 ist ein entsprechendes
Programm hinterlegt, mit welchem anhand der übermittelten Messdaten eine zweckmäßige
Seilspannkraft ermittelt und das Einhalten dieses Wertes gesteuert werden kann.
[0031] Gemäß dem Hydraulikschaltplan nach Fig. 2, welcher sich insbesondere auf die Baumaschine
nach Fig. 1 bezieht, wird die Seilwinde 1, mit der das Werkzeug 54 betätigt wird,
von einem im Schluckvolumen verstellbaren, in zwei Drehrichtungen betreibbaren Hydraulikmotor
3 angetrieben. Der Hydraulikmotor 3 wird in einem geschlossenen Hydraulikkreislauf
betrieben, der von einer verstellbaren Hydraulikpumpe 10 gespeist wird. Die Drehrichtung
des Hydraulikmotors 3 wird durch die Förderrichtung der Hydraulikpumpe 10 bestimmt.
Da sich das Hydrauliköl im geschlossenen Kreislauf aufgrund der auftretenden Reibungsverluste
erwärmt, kann aus dem geschlossenen Hydraulikkreislauf mittels eines Abzweigventiles
9 andauernd oder zu vorgegebenen Zeitpunkten eine bestimmte Ölmenge abgezweigt und
einem Hydrauliktank zugeführt werden. Der Inhalt des Hydrauliktanks kann gekühlt werden.
Über eine vorhandene Speisepumpe wird der dadurch entstehende Hydraulikölverlust wieder
ausgeglichen.
[0032] Über ein erstes elektroproportionales 3-2-Wegeventil 5 wird mittels einer Magnetverstellung
ein Schwenkwinkel des Hydraulikmotors 3 zwischen einem minimalen und einem maximalen
Schluckvolumen einstellt. Darüber hinaus wird mittels eines zweiten 3-2-Wegventils
4 eine Druckabschneidung für die Einstellung des Schwenkwinkels des Hydraulikmotors
3 realisiert.
[0033] Ein Druckschalter 6 zeigt der Steuereinrichtung einen gesättigten Kreislauf an. Ist
dies beispielsweise wegen eines Schlauchbruches nicht der Fall, so wird keine Freigabe
zur Windenfunktion durch die Steuereinrichtung erteilt. Eine Halte- oder Feststellbremse
2 bleibt in diesem Fall geschlossen. Ein Rückschlagventil 18 dient dazu, bei plötzlichem
Druckverlust in Folge von Leitungsbruch die Feststellbremse 2 an der Seilwinde 1 einfallen
zu lassen. Ein Shuttleventil 7 mit einem vorgeschalteten gesteuerten Ventil 8 dient
dazu, die Feststellbremse 2 im Normalbetrieb mit einer bestimmten Verzögerung zu lüften
und zu entlüften, derart, dass eine schlupffreie Lastübergabe zwischen Feststellbremse
2 und dem Hydraulikmotor 10 und umgekehrt sichergestellt wird. Als Eingangssignalgeber
für die Steuereinrichtung dient ein Druckaufnehmer 17.
[0034] Die als durchschwenkbare Schrägscheibenpumpe ausgebildete Hydraulikpumpe 10 wird
über ein Ansteuerventil 11 angesteuert, wobei ein Steuerkolben 16 direkt mechanisch
mit der Hydraulikpumpe 10 verbunden ist. Ein erstes Druckbegrenzungsventil 13 sichert
die Hochdruckseite der Hydraulikpumpe 10 gegen einen maximalen Druck ab. Über ein
zweites Druckbegrenzungsventil 14 wird eine Druckabschneidung der Hydraulikpumpe 10
bei maximalem Betriebsdruck durchgeführt. Ein drittes Druckbegrenzungsventil 15 sichert
die Hydraulikpumpe 10 analog wie das erste Druckbegrenzungsventil 13 auf der Niederdruckseite
ab. Die Vorsteuerung der Anordnung wird über einen Einspeisedruck 12 von 35 bar betrieben.
1. Baumaschine, insbesondere Bohrgerät (50), mit einem Mast (52), entlang welchem ein
Werkzeug (54) bewegbar gelagert ist, wobei das Werkzeug (54) an einem Seil (64) aufgehängt
ist, welches zum Heben und Senken des Werkzeuges (54) mittels einer Seilwinde (1)
betätigbar ist, welche von einem Hydraulikmotor (3) als Windenantrieb drehend angetrieben
ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hydraulikmotor (3) in einem Hydraulikkreislauf (20) von einer Hydraulikpumpe
(10) angetrieben ist, welche als eine durchschwenkbare Hydraulikpumpe (10) ausgebildet
ist, durch welche ein Hydraulikstrom in beide Richtungen erzeugbar ist, und
dass zur Steuerung der Hydraulikpumpe (10) eine Steuereinrichtung (40) vorgesehen ist,
welche ausgebildet ist, die Hydraulikpumpe (10) abhängig von einer vorgebbaren Seilspannkraft
zu steuern.
2. Baumaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die Steuereinrichtung (40) ein Schwenkwinkel der Hydraulikpumpe (10) verstellbar
ist.
3. Baumaschine nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Kraftmesseinrichtung (44) zum Messen der Seilzugkraft vorgesehen ist und
dass die Kraftmesseinrichtung (44) mit der Steuereinrichtung (40) zum Steuern/Regeln der
Hydraulikpumpe (10) abhängig von gemessenen Seilzugkraftwerten in Verbindung steht.
4. Baumaschine nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kraftmesseinrichtung (44) einen Kraftmessbolzen an einer Umlenkrolle (46) des
Seiles (64) oder eine Kraftmesslasche an einem Windenbock (62) der Seilwinde (1) aufweist.
5. Baumaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die vorgebbare Seilspannkraft durch die Steuereinrichtung (40) veränderbar ist.
6. Baumaschine nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die Steuereinrichtung (40) die Seilspannkraft abhängig von Verstellparametern
veränderbar ist.
7. Baumaschine nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens ein Verstellparameter ausgewählt ist aus den Parametern Seilgeschwindigkeit,
Vorschubgeschwindigkeit, Vorschubkraft, und/oder Arbeitsverfahren, insbesondere einer
Betriebsart eines Drehbohrantriebes (58).
8. Baumaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hydraulikkreislauf (20) geschlossen und mit einem Abzweigventil (9) ausgebildet
ist, über welches gesteuert Hydraulikflüssigkeit zur Kühlung abführbar ist.
9. Baumaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Baumaschine als ein Bohrgerät (50) ausgebildet ist, an dessen Mast (52) ein Drehbohrantrieb
(58) verstellbar gelagert ist, welche über mindestens einen Stellantrieb (66) entlang
des Mastes (52) verfahrbar ist.
10. Verfahren zum Steuern einer Baumaschine, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis
9,
mit einem Mast (52), entlang welchem ein Werkzeug (54) bewegbar gelagert ist, wobei
das Werkzeug (54) an einem Seil (64) aufgehängt ist, welches zum Heben und Senken
des Werkzeuges (54) mittels einer Seilwinde (1) betätigt wird, welche von einem Hydraulikmotor
(3) als Windenantrieb drehend angetrieben wird, dadurch gekennzeichnet,
dass der Hydraulikmotor (3) in einem Hydraulikkreislauf (20) von einer Hydraulikpumpe
(10) angetrieben wird, welche als eine durchschwenkbare Hydraulikpumpe (10) ausgebildet
ist, durch welche ein Hydraulikstrom in beide Richtungen erzeugbar ist, und
dass die Hydraulikpumpe (10) mittels einer Steuereinrichtung (40) abhängig von einer vorgebbaren
Seilspannkraft gesteuert wird.